Die Feldzüge des Germanicus


Hausarbeit (Hauptseminar), 2000

28 Seiten, Note: 1.0


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Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Die Quellenlage
2.1. Tacitus und die Feldzüge
2.2. Die Feldzüge bei Cassius Dio, Strabon, Velleius Paterculus
2.3. Die Tabula Siarensis und der Germanicus-Dupondius

3. Die Abberufung des Germanicus und dessen Triumph

4. Zusammenfassung

5. Quellen- und Literaturverzeichnis

1. Vorwort

Als Germanicus im Jahr 17 n. Chr. einen Triumph De Cheruscis Chattisque et Angrivariis quaeque aliae nationes usque ad Albim colunt 0 feierte, endete eine Reihe von Feldzügen, die als die Feldzüge des Germanicus in die Geschichte eingegangen sind. Mit diesen Feldzügen sind einige Unklarheiten hinsichtlich des Beginns des ersten Feldzuges, des Verlaufes und der Abberufung des Germanicus sowie seines Triumphes verbunden. Die folgende Arbeit hat es sich nun zur Aufgabe gemacht, sich mit diesen Feldzügen zu beschäftigen. In Anbetracht des Umfanges der Feldzüge, sowohl ihre Dauer als auch ihre Bedeutung betreffend, soll der Schwerpunkt dieser Arbeit auf die Abberufung des Germanicus und dessen Triumph gelegt werden. Verbunden mit dem Triumph des Germanicus steht auch die Beschäftigung mit den Ursachen der Abberufung des Germanicus, da diese vielfältig in der Zahl sowie in der Möglichkeit ihrer Interpratation sind. Ansatzpunkte für eine noch umfangreichere Beschäftigung sind zweifelsohne gegeben, jedoch würde dies weit über den Umfang einer Hauptseminarsarbeit hinausgehen oder würde wohl zu Lasten der Genauigkeit der Arbeit gehen. Die erschienene Literatur zu diesem Thema ist endlos1. Darum werde ich mich größtenteils auf die seit 1955 erschiene Literatur stützen. Die Gewichtung in der Literatur zu den Feldzügen soll von meiner Seite aus auf Timpe und Wolters gelegt werden, da diese sich sehr ausführlich zu einzelnen Problempunkten äußeren und sich auf eine umfangreiche Quellenbasis stützen. Auf die umfangreiche Literatur zum Thema Tabula Siarensis soll fast ausschließlich unter dem gleichnamigen Abschnitt zurückgegriffen werden. Die Tabula Siarensis scheint mir von besonderer Bedeutung im Hinblick auf den Triumph des Germanicus und auf die Betrachtung der Umstände seiner Abberufung. Die wichtigste, der von mir herangezogenen Quellen ist zweifellos Tacitus. Die Schilderung des Tacitus ist die bei weitem ausführlichste2, leider auch eine der undurchsichtigsten. So soll der Großteil der restlichen Quellen lediglich dazu dienen, die Glaubwürdigkeit des Tacitus zu untermauern oder in Frage zu stellen, bzw. Unklarheiten möglicherweise zu bereinigen, die sich recht häufig ergeben, wie später noch dargestellt werden wird.

Restliche archäologische Quellen in ihrer Vielzahl werde ich nicht beachten können, da ansonsten der Rahmen dieser Hausarbeit gesprengt werden würde, auch wenn gesagt werden muß, daß sie einen nicht unwesentlichen Anteil an der Neubewertung der Germanienpolitik haben und eine notwendige Ergänzung zu schriftlichen Quellen, die sich auf die Feldzüge beziehen, sind, sowie beim Fehlen schriftlicher Quellen auch an deren Stelle treten müssen. Am Ende soll es um die Beantwortung der Fragen gehen, ob die Feldzüge des Germanicus ein eigener Germanenkrieg waren, ob Germanicus zurecht abberufen wurde, wieweit Tacitus für die Feldzüge eine glaubwürdige Quelle darstellt, was ohne Zweifel an einigen Stellen der Fall ist, und ob die, dem Germanicus im Triumph zugeschriebenen Erfolge der Tatsache entsprechen.

2. Die Quellenlage

2.1. Tacitus und die Feldzüge

Publius (?) Cornelius Tacitus stammte wohl aus Gallia Narbonensis oder Gallia Cisalpina3. Als junger Mann studierte er in Rom Rhetorik und nach der Heirat mit der Tochter des Cn. Iulius Agricola stieg er in der Politik schnell auf. Tacitus betont, daß seine Laufbahn von Vespasian begründet wurde, daß Titus ihn förderte und Domitian seine Karriere ausbaute4. Mit seiner literarischen Tätigkeit begann Tacitus nach dem Tode Domitians5. Die Annalen des Tacitus befassen sich mit der Zeit von 14. n. Chr. bis 68 n. Chr. Leider sind die ersten beiden Bücher, die sich mit den Feldzügen des Germanicus beschäftigen, von einer starken negativen Subjektivität gegenüber Tiberius geprägt. Neben anderen, später aufgeführten Punkten, kann dies damit begründet werden, daß er die Geschichte aus dem Blickwinkel stadtrömischer Senatorenkreise betrachtete, die dem Prinzipat skeptisch gegenüberstanden6. Der Widerspruch zwischen den als Wertmaßstab benutzten Idealen und der monarchischen Wirklichkeit durchzieht das ganze Werk7. Die genaue Entstehungszeit der Annalen ist unbekannt, sie wird jedoch für die Jahre 116/ 117 n. Chr. angenommen8. Das würde bedeuten, sie erschienen ca. 100 Jahre nach den Feldzügen des Germanicus. Damit können sie nicht als zeitgenössische Quelle bezeichnet werden. Dennoch sind die Schilderungen des Tacitus die ausführlichsten9. Es besteht kein Zweifel, daß Tacitus Plinius den Älteren als Quelle nutzte10. So zieht er Plinius bei seiner Schilderung der Vorgänge an der Rheinbrücke 15 n. Chr. heran11. Zudem wissen wir von 20 Büchern über die Germanenkriege, die Plinius der Ältere verfasst hat12. Ich gehe davon aus, daß wir in diesem Werk des Plinius eine wesentlich ausführlichere Darstellung gehabt hätten, als dies bei Tacitus der Fall ist. Der Vorteil bei Plinius hätte in seiner größeren Nähe zu den Ereignissen gelegen. Zudem hat er selbst in Germanien gedient. Für die Qualität des Werkes des Plinius spricht die Vermutung, daß er wahrscheinlich „alles über“ die germanischen Kriege zusammengetragen hat, wie über Pflanzen und Krankheiten13. Daß Tacitus Plinius als Quelle benutzt, könnte eine der Erklärungsgründe für das „Tiberiusfeindliche“ Bild des Tacitus und dessen Verherrlichung des Germanicus14 sein.

Es muß noch von einem weiteren Werk ausgegangen werden, welches für Tacitus als Quelle gedient haben kann. Wir wissen von einem Geschichtswerk über die Germanenkriege, welches von Aufidius Bassus geschrieben wurde15. Quintilian spricht eindeutig von libris, es handelt sich also um mehrere Bücher und bezeichnet das Werk als bellum germanicum. Tacitus erwähnt dies Werk selbst in seinen Dialogus de oratoribus 16, somit ist es ihm bekannt gewesen. Daraus kann jedoch nicht geschlossen werden, ob und in welchem Umfang es von Tacitus benutzt wurde17. Aufidius Bassus dürfte den Ereignissen, abgesehen von Velleius Paterculus und Strabon, am nächsten gestanden haben. Somit hätte er einen sehr hohen Wert für uns. Inwieweit A. Bassus lediglich die zeitgenössische Meinung wiedergegeben hat18, muß ungeklärt bleiben, da das Werk nicht erhalten ist. Ich bin jedoch der Ansicht, daß es eine positivere Ansicht von Tiberius gezeichnet haben dürfte als Tacitus. Wenn auch die Darstellung des Tacitus die ausführlichste ist, so ist sie bei weitem nicht frei von Unklarheiten. In seiner Beschreibung der Feldzüge des Germanicus gibt Tacitus keine einfache Schilderung des Ablaufes eines Kriegsgeschehens19. Ein Problem bei der Betrachtung der Feldzüge bereitet die Tatsache, daß Tacitus keinen in sich geschlossenen Bericht gibt, der alles enthält, was zum besseren Verständnis der Zusammenhänge notwendig ist20. Tacitus scheint eine weitgehende Kenntnis der Zusammenhänge vorauszusetzen21. Selbst einem Militär bzw. gelernten Militärhistoriker wird es schwerfallen, mit Tacitus in der Hand, das Gelände abzuschreiten22. Andererseits werden manche Stellen überaus eingehend geschildert. Und es stellt sich die Frage, warum ausgerechnet hier so eingehend informiert wird23. Er scheint das auszuführen, was ihm für Beweisführung und Akzentuierung seines Werkes wichtig ist24. Andererseits wäre es wohl als Erklärung zu einfach und zudem schwer zu beweisen, wollte man Tacitus unterstellen, er verkürze und verforme tendenziös ihm vorliegende Quellen25. Ich werde ähnlich wie Timpe versuchen, die Hauptprobleme bei der Betrachtung der Annalen in Haupttypen zu ordnen. Der erste und wichtigste Punkt ist für mich die Unklarheit über den Wahrheitsgehalt mancher Darstellungen und deren sprachlicher Elemente.

So gibt es Arminius und Flavus, die als Redepaar einander an der Weser gegenübergestellt werden26. Verschiedentlich wurde das Gespräch bereits für Fiktion erklärt27. Ebenso erscheint mir die Schilderung des Traumes des Caecina in der „Schlacht an den langen Brücken“ fiktiv28. Er passt zu sehr in des Bild der Schlacht als Parallele zur Varusschlacht. Die ganze Schilderung ist daraufhin ausgerichtet, die Schlacht als Parallele zur Varusschlacht, wenn nicht als Rache für eben diese erscheinen zu lassen29. In die Reihe dieser Beispiele gehört für mich noch der Traum des Germanicus und dessen Rede vor der Schlacht bei Idistaviso30. So scheinen die günstigen Vorzeichen schon den folgenden Sieg anzudeuten. Die Schilderung der Germanen durch Germanicus in der anschließenden Rede, ähnelt in Teilen den von Tacitus geäußerten Beschreibungen der germanischen Kampfesweise und der Bewaffnung in der Germania31. Die Nennung der Elbe als Ziel des Zuges des Germanicus dürfte rein propagandistisch sein, da es zu diesem Zeitpunkt illusorisch gewesen ist, sie als konkreten Endpunkt einer Eroberung zu sehen. Sie muß meiner Ansicht nach eher mit einer Anspielung auf seinen Vater Drusus in Verbindung gebracht werden, der sie im Jahre 9 v. Chr. erreichte32. Wie bei Arminius und Flavus stellt Tacitus der Rede des Germanicus auch eine Gegenrede entgegen33. Ob Arminius die Rede ebenso gehalten hat, dürfte ungewiß sein. Wenn er sie gehalten hat, wird er sie wohl in seiner Muttersprache gehalten haben. Damit muß zumindest davon ausgegangen werden, daß sie fehlerhaft überliefert wurde. Die Kapitel 13,14 und 15,1 zeigen deutlich die positive Stellungnahme des Tacitus gegenüber dem Germanicus34. Diese subjektive Haltung wird noch des öfteren sichtbar, insbesondere wenn es um die Abberufung des Germanicus geht. Ein zweiter Abschnitt im Versuch einer Typologisierung von „Unsauberkeiten“ in der Schilderung der Feldzüge bilden für mich Wechsel in der Ausführlichkeit und Diskontinuierlichkeit der Erzählung. Da ist als wohl eigenartigstes Beispiel für eine Diskontinuität der Erzählung der Marsch des Landheeres von der Ems zur Weser im Jahre 16 n. Chr.35 zu erwähnen. So schildert Tacitus das Ankern der Flotte und Anlanden der Truppen bei Amisia36. Im anschließenden Abschnitt, zu Beginn von Tac. ann. II,9,1 befinden sich die Legionäre jedoch plötzlich an der Weser, die als visurgis eindeutig benannt wird. Wenn amisia die Ems ist, ich schließe mich dieser Ansicht an, was ist in der Zeit des Marsches passiert37 ? Der Verlust einer Textpassage scheint mir nicht wahrscheinlich38. Eine eindeutige Erklärung zu geben, scheint jedoch nicht möglich39. Als Beispiel für den Wechsel in der Ausführlichkeit in seinen Erzählungen kann die Schilderung des Rückmarsches durch Caecina gelten40. Den Rückmarsch der Legionen im Jahre 16 n. Chr. schildert Tacitus gar nicht. Auch der Sommerfeldzug des Jahres 15 n. Chr. wird sehr kurz skizziert, den Besuch des Feldes der Varusschlacht beschreibt der Autor dagegen sehr ausführlich41. Hier gehe ich jedoch von einer Akzentuierung durch Tacitus aus. Zum einen möchte er die Person und die pietas des Germanicus hervorheben, dessen Sorge um das moralische Wohl seiner Soldaten und die Sorge für die gefallenen Legionäre42, zum anderen hat der Besuch des Schlachtfeldes für die römische Leserschaft mehr Bedeutung als der gesamte Sommerfeldzug.

Alles in allem beschreibt Tacitus in seinen Annalen einen Krieg, ohne über strategische Ziele des Germanicus bzw. die politischen Ziele des Tiberius oder des Germanicus Klarheit zu schaffen43. So erscheint die Rache für die Varusschlacht als erster von verschiedenen Beweggründen für die Feldzüge des Germanicus44. Weiterhin scheint Ehrgeiz Antrieb für Germanicus gewesen zu sein, den Krieg gegen die Germanen zu führen45. Hinzufügend erwähnt Tacitus die Erinnerung des Germanicus an seinen Vater Drusus als Triebfeder für die Feldzüge46. Die Anknüpfung an Weg und Leistung des Vaters Drusus und die Betonung der Elbe als Ziel ist auffallendes Leitmotiv in den Jahren seiner militärischen Aktivität47. So entwickelt Germanicus einen fast hektischen Eifer, das von seinem Vater begonnene Werk zu vollenden, schon wegen des Namens dürfte er sich dafür geeignet gefühlt haben48. Somit gibt Tacitus selbst mehrere, miteinander kombinierbare Begründungen für die Feldzüge. Daraus ergibt sich eine lebhafte Diskussion in der Forschung um die Germanicus- Feldzüge49. Die sachlichen strategischen und politischen Absichten des Tiberius, die Feldzüge betreffend, bleiben dagegen völlig im Dunkeln. Jedwede Entscheidung scheint von Neid und Mißgunst geprägt zu sein. Nur ein einziges Mal, wegen des Schlachtfeldbesuches, scheint eine Differenz zwischen Tiberius und Germanicus objektiven Einwänden zu entspringen, da Tacitus hier das einzige Mal während der Feldzüge sachliche Gründe des Tiberius überhaupt aufführt. Tacitus enthält sich jedoch einer eigenen Stellungnahme50. Wenn man die genannten Probleme verläßlich beantworten will, müßten die literarischen Methoden sowie die historiographischen Absichten des Tacitus klar sein51. Leider besteht ohne ausreichende Klärung solcher Aspekte wenig Hoffnung zu den oben geschilderten Problemen über Vermutungen hinauszukommen. Folglich fassen wir das Geschehene fast ausschließlich durch Tacitus auf. Dadurch ist uns aber ein direkter Zugriff vielfach verwehrt52. Mit Hilfe der Schriften des Aufidius Bassus oder Plinius d.Ä. über die Germanenkriege wären die Annalen wesentlich durchsichtiger und besser zu bewerten. Zudem sind die Feldzüge in den Bodenbefunden bislang kaum dokumentiert53. Doch besitzen wir weitere Quellenwerke, wenn auch nicht so umfangreiche wie die Annalen, so daß sich manche Vergleiche anstellen lassen54. Einige dieser Schriften sollen im folgenden Gegenstand meiner Betrachtungen sein, da dadurch eventuell eine bessere Einordnung des Krieges und ein besseres Verständnis möglich wäre.

2.2. Die Feldzüge bei Cassius Dio, Strabon und Velleius Paterculus

Der volle Name des Cassius Dio lautet, Cassius Dio Cocceianus, er stammt aus Nikaia in Bithynien55. Er begann sein Werk „Römische Geschichte“ unter der Regierung des Septimius Severus zu schreiben. Er ist also von den Geschehnissen um Germanicus am weitesten vom tatsächlichen Geschehen entfernt. Das muß sich jedoch nicht zweifelsohne zum Nachteil auswirken, da ihm die Nähe des Velleius Paterculus zu Tiberius und die „Prinzipatsfeindlichkeit“ des Tacitus fehlt. Sein Tiberiusbild selbst scheint Dio nicht von Tacitus zu haben56. Überhaupt schrieb Dio nicht mehr im Geist des Tacitus; zu fest war die monarchische Gesinnung eingewurzelt und die republikanische Vergangenheit in die Ferne gerückt57. Die Feldzüge des Germanicus kommen nur an zwei Stellen in seinem Werk vor. Beide Stellen befinden sich im 57. Buch. Die erste Stelle handelt vom Beginn des Feldzuges im Jahre 14 n. Chr., diese Stelle ist uns erhalten58. Die zweite Stelle ist uns als Originaltext verloren gegangen, sie ist uns als Exzerpt des Xiphilinus erhalten. Sie handelt vom Jahr 17 n. Chr.. Eventuelle Fehler in der Abschrift zu vermuten, ist wohl unnötig. Auch dürften Fehler in der Abschrift wegen des geringen Umfanges dieser Stelle nicht ins Gewicht fallen. Der gesamte Aufbau scheint dem 1. Buch der Annalen des Tacitus ähnlich zu sein, vermutet Timpe und schließt deshalb auf eine gemeinsame Quelle59. Wenn beide Werke sich auf eine gemeinsame Quelle gründen, erscheint es mir um so wichtiger, die Unterschiede zwischen den beiden Darstellungen genauer zu untersuchen. Diese Differenz besteht in der Schilderung der Ursache des ersten Feldzuges. Das Exzerpt des Xiphilinus scheint eine kurze Zusammenfassung zu geben, eine Aufzählung der wichtigsten Erfolge des Germanicus, ohne sie jedoch chronologisch zu nennen.60 Dies soll jedoch erst unter dem ebenso bezeichneten Punkt abgehandelt werden. Warum die Feldzüge des Germanicus nur solch einen geringen Raum einnehmen, ist ungewiß, neben dem Verdacht, daß Aufidius Bassus eine Spezialschrift über die Germanenkriege geschrieben hätte und Dio diese übersehen hätte, gibt es die Vermutung, daß die Feldzüge einfach keine eingehendere Behandlung verdienten61. Er hatte die Möglichkeit, die Ergebnisse der Feldzüge aus größerem Abstand heraus zu beurteilen und wegen ihrer Erfolglosigkeit wurden sie eben nur angerissen62.

Velleius Paterculus ist wohl um 20 v. Chr. geboren. Er ist also unmittelbarer Zeitgenosse der hier behandelten Ereignisse. Bei der Schilderung der Germanenkriege verfällt er in einen sehr überschwenglichen Ton63, insbesondere bei der Schilderung der Verdienste des Tiberius. Velleius stammte aus der Munizipalaristokratie und war, dem Princeps gegenüber, durch und durch treu; zudem waren Augustus und Tiberius seine und seines Bruders Gönner64 ; beide wurden auf Empfehlung und Vorschlag des Augustus und des Tiberius Prätoren. Die Dankbarkeit ging soweit, den Gardepräfekten Sejan in die Huldigungen einzuschließen65. Velleius pries Tiberius so, als habe dieser ein goldenes Zeitalter beschert66. Diese Sichtweise färbt auch auf die Beschreibung der Germanenkriege ab. Konzeption der Feldzüge des Germanicus, die Initiative und der Erfolg werden dem Tiberius zugeschrieben und Germanicus hätte nur geerntet, was Tiberius gesät hätte67. Die Schilderung der Feldzüge beläuft sich bei Velleius Paterculus auf einen überaus kurzen Abschnitt, der sich auf den Triumph68 bezieht. Der Grund für diese knappe Beschreibung liegt wohl darin, daß Velleius den Prinzipat des Tiberius beschreibt und diesem keinen Gegenspieler entgegenstellt wie Tacitus das in Germanicus tut. Meiner Ansicht nach schildert Tacitus die Feldzüge nur so ausführlich, um daran das „Machtduell“ Tiberius - Germanicus zu demonstrieren und die Ruchlosigkeit des Tiberius zu unterstreichen. Für Velleius endet im Jahre 17 n. Chr. also der Krieg, den Tiberius mit den Germanen im Jahre 10 n. Chr. begann69. Wenn Velleius also die Erfolge des Tiberius so hoch schätzt und diesem den Triumph des Germanicus unterordnet, dann erscheint das nur zu verständlich. Die Erfolge des Tiberius sind zumindest gleichwertig, die größeren Siege erfochten, die bedeutsameren militärischen Erfolge und die höhere Leistung erbracht hat ohnehin Tiberius in seinen Germanenkriegen70. Die von Tacitus überlieferte Begründung für die Abberufung des Germanicus, er habe mehr durch klugen Rat als durch Gewalt erreicht71, entspricht der Wahrheit, sofern man beide an dem von ihnen Erreichten mißt. Und so scheinen mir die Ansichten des Velleius, was die Leistungen des Germanicus betrifft, berechtigt, wenn er sie unter die des Tiberius stellt, auch wenn die Schilderung des Tiberius bei Velleius ohne weiteres stark positiv verzerrt ist. Etwas übertrieben ist zweifelsohne die Schilderung des Triumphes in seiner Bedeutung. So bezeichnet Velleius Germanicus als domitor Germaniae 72, diese Bezeichnung bezieht sich jedoch auf einen vollständigen Sieg und eine vollständige Unterwerfung der Feinde, daß dies Germanicus jedoch nicht gelungen ist, steht wohl außer Zweifel, doch mit seiner Schilderung des Triumphes erschöpft sich bereits die Bezugnahme des Werkes auf die Feldzüge des Germanicus. Die wesentlich größere Bedeutung liegt in der Beschreibung des Umfeldes der Feldzüge und der Beschreibung des Tiberius, die sich so ganz von der Beschreibung durch Tacitus unterscheidet.

Des weiteren soll die „Geographie“ des Strabon hier einer näheren Untersuchung unterzogen werden. Wie schon bei Velleius Paterculus, so schildert auch Strabon von den Feldzügen, ausschließlich den Triumph73 des Germanicus. Ebenso wie bei Velleius Paterculus handelt es sich bei Strabon um einen unmittelbaren Zeitgenossen. Strabon schildert den Triumph sehr ausführlich. Das ist eventuell ein Zeichen dafür, welche große Aufmerksamkeit Strabon diesem Ereignis schenkte74. Die Schilderung des Triumphes schließt an die Beschreibung Germaniens an75. Er zählt zuerst die Stämme in der Nähe des Rheins auf und geht dann auf die Sueben an der Elbe ein.

Weiterhin geht er auf kleiner Stämme ein, die sich über die Elbe zurückgezogen hätten. Nach dieser Einleitung geht er zur Schilderung römischer Okkupationsversuche in Germanien über. Dabei kommt er auf die Varusschlacht zu sprechen und auf den Verrat der Cherusker76. Nachdem er diesen Verrat zur Sprache gebracht hat, berichtet er, daß Germanicus diesen Verrat gerächt hätte, und die untreuen Stämme für diesen Verrat gerecht bestraft wurden. Rache scheint bei Strabon eine Ursache für die Feldzüge des Germanicus zu sein. Andere Ursachen bringt Strabon nicht zur Sprache. Nach dieser Aussage geht Strabon auf den Triumph ein. Die Schilderung des Triumphes ist sehr ausführlich, bei der gesamten Beschreibung Germaniens wird kein Detail so ausführlich geschildert wie der Triumph. Zuerst erwähnt Strabon die Personen, die von Germanicus auf seinem Triumphzug mitgeführt wurden, er benennt jede einzelne, wichtige Personen mit Namen, er benennt die Stämme die durch Germanicus besiegt worden seien77. Strabon schildert den Triumph wesentlich detaillierter als Tacitus dies getan hat. Für Strabon ist der Triumph offensichtlich krönender Abschluß der Germanenkriege, während hingegen der Triumph bei Tacitus lediglich aus der Einführung besteht, daß ein Triumphbogen wegen der wiedergewonnenen Feldzeichen errichtet wurde, der kurzen Aufzählung der besiegten Stämme und der Bemerkung, daß Germanicus an der Beendigung gehindert worden sei78. Tacitus schildert ohnehin mehr den Konflikt des Germanicus mit Tiberius und ordnet dem den Triumph scheinbar unter. Für die Zeitzeugen Velleius und Strabon scheint der Triumph aber eine wesentlich höhere Bedeutung zu besitzen, als bei Tacitus oder Dio. Zudem ist meiner Meinung nach auch bei Strabon keine strikte Abtrennung der Germanicusfeldzüge von den Feldzügen des Tiberius zu erkennen, demnach schien auch er sie als Fortführung der Feldzüge des Drusus und des Tiberius zu verstehen. So kann man sagen, daß das von Germanicus Erreichte, zumindest das offensichtliche, sich breiter, vor allem zeitgenössischer Anerkennung erfreute. Die Feldzüge und die Person des Germanicus scheinen jedoch erst nach dem Tode des Tiberius eine große, den Ergebnissen und der Person des Germanicus nicht unbedingt angemessene Huldigung erfahren zu haben.

2. 3. Die Tabula Siarensis und der Germanicus-Dupondius

Der Dupondius soll von beiden Quellen, die erste sein, die einer näheren Betrachtung unterzogen wird. Eine Datierung des Dupondius ist schwierig und die Vorschläge betreffen die Zeit des Tiberius, des „Caligula“ und des Claudius79. Wichtigstes Problem dürfte die Tatsache sein, daß ein Prägeherr fehlt80. Im Avers findet sich die Beschriftung mit Germanicus Caesar und im Revers finden sich die Worte: „ signis recep(is) - devictis Germ(anis) “, aus diesen Beschriftungen allein ist jedoch keine Datierung möglich. Als erste und nicht unbegründete Datierung wurde die Zeit um 41/42 n. Chr. angenommen81 mit dem Hinweis auf die Formel signis receptis, die von einer Rückeroberung der Feldzeichen ausgeht, die vollständig jedoch erst im Jahr 41 n. Chr. erfolgt ist82. Da diese Formel der zurückgewonnenen Feldzeichen schon in den Triumphalparolen auftaucht, scheint mir die Bedingung der vollständigen Rückgewinnung nicht zwingend83. Den Dupondius in die nachtiberische Zeit einzuordnen, ob der Bildpolitik des „Caligula“ und des Claudius und deren Rückbesinnung auf Germanicus und Drusus und deren Prägung der Münze als dynastische Legitimation, erscheint mir naheliegender84. Reinhard Wolters selbst datiert den Dupondius auf 19/20 n.Chr.85 Er begründet dies aus den Abbildungen der Vorder- und Rückseite heraus. Auf der Vorderseite ist Germanicus (darauf weist die Inschrift) als Triumphator in einer Quadriga abgebildet, versehen ist er offensichtlich mit toga triumphalis und scipio eburneus, dies muß aus der Abbildung erschloßen werden, auf der Rückseite ist ein Feldherr im „Dienstkostüm“ zu sehen86. Er trägt einen Muskelpanzer und ist mit einem paludamentum bekleidet, in der Hand hält er ein Adlerzepter, die Füße sind bekleidet87 und als Motiv ist die Darstellung im Adlocutionsgestus gewählt. Die Parolen signis receptis und devictis Germanis entprechen den Triumphalparolen, die Velleius Paterculus, Dio, Strabon und Tacitus überliefert haben. Die Verbindungen des Dupondius zu dem Senatsbeschluß drei Ehrenbögen für Germanicus zu errichten, sind augenscheinlich88. Dieser Senatsbeschluß, der durch die Tabula Siarensis89 in den 80er Jahren ergänzt wurde, legt die Absicht dar, drei Ehrenbögen zu errichten90. Einer davon sollte in Rom stehen und ihn betreffend lautete es: „ supraque eum ianum statua Germanici Caesaris poneretur in curru triumphali “ dies entspricht der Abbildung im Avers und für den Triumphbogen am Rhein hieß es: „ eo iano statua Germanici Caesaris constitueretur signa recepta e Germanis “ , was die Abbildung im Revers beschreibt. Vermutlich sind die Figurengruppen der Triumphbögen in Rom am Rhein wiedergegeben91. Das Fehlen einer Statue im Triumphwagen, begründet Wolfgang Dieter Lebek damit, daß Rom am Rhein nur demonstrieren wollte, daß es seine Ehre wahren konnte, ohne daß daraus ein Auftrag zur Unterwerfung Germaniens abgeleitet wurde92. Diese Verbindung scheint der Dupondius in seiner unüblichen Gestaltung wiederzugeben, da beide Themen eigentlich ausschließlich auf dem Revers abgebildet werden93. Der Theorie, daß Dupondius und Senatsbeschluß zusammengehören, wie sie von Reinhard Wolters vertreten94 wird, möchte mich anschließen, darum soll als nächstes die Tabula Siarensis samt Senatsbeschluß einer genaueren Betrachtung unterzogen werden.

Germanicus starb am 10. Oktober 19 n. Chr. in Antiochia, angeblich sei er vergiftet worden95. In Antiochia wurde er verbrannt und später im Mausoleum des Augustus beigesetzt96. Bereits kurze Zeit später, am Ende des Jahres 19 n. Chr., kam ein senatus consultum zustande, welches die Anstrengungen beenden sollte, ein würdiges Andenken für Germanicus zu finden97. Jener Senatsbeschluß bildet seinerseits den Großteil der Tabula Siarensis98. Dieser Beschluß besagt, daß die zwei designierten Konsuln für das Jahr 20 n. Chr. ein Gesetz einbringen sollten, welches die Ehrungen für Germanicus betraf99. Dies sollte wohl erfolgen, um den Ehrungen einen republikanischen Anstrich zu vermitteln100. Es wurde festgelegt, daß zwei senatus consulta in Bronze verewigt werden sollte, nämlich der Beschluß vom Ende des Jahres 19 n. Chr. und ein weiterer vom 16. Dezember 19 n. Chr.101, damit im Reich bekannt werde, daß Germanicus aufgrund der Meinung sämtlicher Bürger verehrt werden muß, und daß die Liebe des Volkes zum Kaiserhaus offensichtlich sei102. Es ging weniger um die Veröffentlichung eines Dekretes als vielmehr um die Verdeutlichung umfassender Loyalität sämtlicher Bürger und Stände103. In der Veröffentlichung werden nun alle Ehrungen aufgeführt, die für Germanicus beschlossen wurden104,diese waren von beeindruckendem Umfang, bis auf die Ablehnung eines goldenen Bildnismedaillons durch Tiberius weiß Tacitus nichts, bzw. läßt sie weg, was jedoch unwahrscheinlich erscheint, da Tacitus hinter jeder Äußerung des Tiberius Perfidie witterte105. Auch läßt Tacitus vermuten, daß alle Ehrungen, die erdacht wurden, auch beschlossen wurden106. Und so wurde z.B. beschlossen, daß am Todestag die Tempel in Rom verschlossen würden, daß eine bronzene Säule errichtet würde, in die jene Sentasbeschlüße eingraviert würden und daß an seinem Todestag keine Hochzeiten, Verlobungen oder öffentlichen, staatlichen Geschäfte getätigt werden dürften107. Wichtigster Bestandteil der Ehrungen dürfte aber der Beschluß über die Errichtung von drei Ehrenbögen zu Ehren des Germanicus sein, sowie eines Grabmales in Antiochia108. Diese Ehrungen werden auch bei Tacitus überliefert109. Über diese drei Bögen werden überaus detaillierte Angaben gemacht. Der erste Bogen sollte im Circus Flaminus errichtet werden, neben den Standbildern des Gottes Augustus und der Kaiserfamilie, auf diesem Bogen sollte er im Triumphwagen dargestellt werden zusammen mit seinen Eltern, seiner Frau, seinen Geschwistern und seinen Kindern110. Hier wurde mehr als nur ein Triumphator dargestellt, hier ging es auch um die Darstellung der Persönlichkeit und der pietas erga domum Augustam. Die Ehrungen für Germanicus orientieren sich sehr eng an dem Gedenken für Lucius und Gaius Caesar, den Adoptivsöhnen des Augustus111. Lediglich die Inschrift auf dem Bogen in Rom verweist auf die Leistungen des Germanicus112. Die Schilderung der Leistungen des Germanicus scheint weitaus realistischer zu sein, als Tacitus sie bei der Schilderung des Triumphes dargelegt hat113. Dabei ähnelt die Aufzählung derjenigen, die Velleius Paterculus und Strabon gegeben haben, sie steht auch fast gleichzeitig zu diesen. Nun kann aber doch davon ausgegangen werden, daß, nachdem zwei Jahre seit dem Triumph vergangen sind, die Ergebnisse weitaus besser beurteilt werden konnten. Auch fehlt der Tabula Siarensis die Parteilichkeit gegenüber Tiberius. Es geht nicht darum, die Leistungen des Germanicus übermäßig auszuschmücken, um dem Princeps einen ebenbürtigen Gegner gegenüberzustellen. Zur Ursache der Feldzüge werden ebenfalls Angaben gemacht, wenn auch nicht direkt. Die Rache für die Varusschlacht erscheint als Motiv114. Zwar wird nur erklärt, daß er diese Niederlage gerächt habe, aber wo doch bis jetzt nahezu alle Quellen die Rache als Motiv erwähnt haben, kann wohl ohne Zweifel angenommen werden, daß die Rache als Ursache eine so weitverbreitete Ansicht war, daß eine Ursache für die Feldzüge nicht explizit erwähnt werden mußte. Die Tabula Siarensis ist sowohl für die Betrachtung der Person des Germanicus als auch für die Bewertung seiner Leistung unumgehbar, da sie eine gute Ergänzung zu den schriftlichen Quellen ist. Die Inschrift ist zwar für die Öffentlichkeit gedacht gewesen und deshalb kann man davon ausgehen, daß die Siege des Germanicus und dessen politische Erfolge etwas beschönigt wurden, jedoch ging es bei dieser Beschönigung eher darum, das julisch-claudische Kaiserhaus in ein positives Licht zu rücken und nicht eine einzelne Person überhöht darzustellen, ferner stützten diese Ehrungen das Kaiserhaus in einer kritischen Situation115.

Nicht minder bedeutsam an der Tabula Siarensis scheint ferner, daß sie den Endpunkt einer Wende in der römischen Germanienpolitik markiert116.

Nach Abschluß der Betrachtungen wird offensichtlich, daß wir in Bezug auf den Triumph des Germanicus sowie den eventuellen Beweggrund für die Feldzüge, zumindest für den ersten Feldzug, informiert sind. Ich möchte mich nun der eigentlichen Betrachtung des Triumphes des Germanicus zuwenden. Sein Triumph ist es, der eine lange Phase römischer Okkupationsversuche in Germanien kurzfristig beendet.

3. Die Abberufung des Germanicus und dessen Triumph

Im Jahre 14 n. Chr. begann Germanicus eine Reihe von Feldzügen zu führen, die bis in das Jahr 16 n. Chr. andauern sollten. Germanicus war beschäftigt mit der Durchführung eines Census in Gallien, als der Tod des Augustus unter den Legionen in Germanien und Pannonien eine Meuterei auslöste, welche sich jedoch nicht gegen Tiberius gerichtet haben dürfte, sondern gegen die Lebensumstände der Legionäre117. Erst unter vielen Mühen gelang es Germanicus, die Lage zu beruhigen118 und nachdem die Lage sich einigermaßen beruhigte, begann Germanicus seinen ersten Feldzug zu führen. Die Aussagen der Quellen über die Gründe des Feldzuges sind breitgefächert. Tacitus erwähnt119, daß Germanicus aufgrund erneuter Kampfbereitschaft diesen Zug unternimmt und damit den Legionären nachgibt, die die Schande der Meuterei rächen wollten. Dagegen stellt Dio120 fest, daß der Feldzug unternommen wird, um die noch andauernde Meuterei zu beenden. Timpe gibt der Schilderung des Dio den Vorzug, wodurch jedoch die Ansicht des Tacitus zerstört wird, die Feldzüge seien ein von Germanicus zur Rückeroberung Germaniens geführter Krieg121. Ein Detail bei der Niederschlagung der Meuterei scheint mir wichtig, da es ein interessantes Licht auf Germanicus wirft, welches nicht zu dem Bild eines unschuldigen, von Tiberius zu Unrecht verkannten Germanicus paßt, das Tacitus zu vermitteln versucht. Germanicus gibt dem Anraten seiner Legaten statt und läßt meuternde Legionäre durch weiterhin loyale Legionäre niedermetzeln, womit er einem Blutbad freien Lauf läßt122. Nachdem das Blutbad jedoch beendet war, erschien er im Lager und nannte das Gewesene unter Tränen eine verlorene Schlacht, nicht ein Besserungsmittel123, so als täte es ihm leid, und als sei er gegen solch eine Maßnahme gewesen. Dieses Verhalten und die Akklamation durch seine Truppen zum Kaiser mußte ihn dem Tiberius jedoch verdächtig machen. Läßt doch Germanicus nicht zu, daß seine mira comitas unter keinen Umständen durch harte Unterdrückung der Meuterei beschädigt wird124. Alles in allem scheint sich der Feldzug des Jahres 14 n. Chr. nicht von den Feldzügen des Tiberius in den Vorjahren zu unterscheiden. Sowohl an Umfang der Operationen als auch in der Durchführung gleicht dieser Feldzug denen der Vorjahre125. Germanicus zog auf den Römern vermutlich schon lange bekannten Straßen und Wegen gegen die Marser, deren Siedlungsgebiete wahrscheinlich Knotenpunkte dieser Straßen waren126. Diese Marser, die gerade ein Fest feierten, ließ Germanicus ausnahmslos niedermetzeln127. Auf dem Rückweg versuchten die Germanen, Germanicus in einen Hinterhalt zu locken, dieser konnte jedoch entkommen, da er sich, gewarnt vor dem Hinterhalt, auf freies Gelände durchschlug128. Hier wird ein Problem für die römischen Eroberungszüge ersichtlich: in den Wäldern waren die römischen Truppen der ständigen Gefahr ausgesetzt, in einen germanischen Hinterhalt zu geraten, da dieser taktische Vorteil von den Germanen geradezu gesucht wurde129. Mit dieser Strafexpedition war der Feldzug von 14 n. Chr. schon beendet.

Für den Feldzug von 15 n. Chr. waren wohl nur sehr begrenzte Aktionen geplant130, dieser Plan wurde jedoch durch Germanicus kurzfristig verworfen. Als erstes erfolgte ein erneuter blitzartiger Überfall auf die Chatten, danach erfolgte die Einmischung in innercheruskische Angelegenheiten; Germanicus stellte sich auf die Seite des Segestes und es gelingt ihm, die Ehefrau des Arminius gefangenzunehmen131. Mit dem ersten Zug gegen die Chatten wollte er vermutlich die Cherusker von ihren Verbündeten trennen und Segestes Unterstützung für den Sturz des Arminius verschaffen132. Bei diesem Feldzug gelingt es Germanicus, das erste der drei Feldzeichen aus der Varuskatastrophe wiederzuerlangen133. Danach besuchte er das Schlachtfeld der Varusschlacht und bestattete die Gebeine der Gefallenen. Während der Rückkehr hat Germanicus ausgesprochen hohe Verluste134 zu beklagen. Dennoch wurde das Feldzugsjahr mit einem Triumph belohnt. Dieser Triumph sollte Germanicus jedoch unzweifelhaft zur Rückkehr nach Rom bewegen, zu hohe Verluste, die Bestattung der Gefallenen der Varusschlacht, kaum greifbare strategische Erfolge hatten den Unmut des Tiberius erregt135. Dieser Triumph nun wurde im Jahre 17 n. Chr. gefeiert. Im Jahr 16 n. Chr. hatte Germanicus einen erneuten Feldzug geführt, damit jedoch gegen den Wunsch des Princeps gehandelt, es gelang ihm die Rückgewinnung eines weiteren Feldzeichens aus der Varusschlacht, er besiegte die Germanen bei Idistaviso und am Angrivarierwall, doch gelang es ihm wiederum nicht, den Germanen vernichtende Niederlagen zu bereiten um sie zur völligen Unterwerfung zu zwingen136. Der Konflikt des Jahres 15 brach wieder hervor, und Germanicus mußte nach Rom zurückkehren137. Zwei Begründungsmöglichkeiten gibt es für den Befehl zur Rückkehr.

Die erste ist die, daß ein Ziel der Kriege nach 9 n. Chr. erfüllt waren, die Rache für die Varusschlacht. Zumindest, wenn wir die Rache als Hauptmotiv für die Feldzüge von 10-16 n. Chr. heranziehen138. Wenn also zeitgenössische Autoren Rache als Ursache sehen, dann muß man die Feldzüge als Erfolg betrachten. Germanicus gelang es, die Feldzeichen zurückzuerobern139. Bis zur Akklamation des Triumphes im Jahre 15 n. Chr. zwar nur ein Adler-Feldzeichen140, doch bezieht sich die Formel signis receptis nicht allein auf die Legionsadler, von denen nur einer 15 n. Chr. wiedererlangt wurde, sondern vielmehr auch auf die signi, vexilla, was die Formel signis receptis für 15 n. Chr. rechtfertigt und damit auch bereits ein Triumph gerechtfertigt war, was eine Weiterführung der Feldzüge eigentlich unnötig machte, nach zeitgenössischem Verständnis zumindest141. Außer der Auffassung, daß weitere Feldzüge nicht notwendig wären, gibt es noch die Variante, die uns Tacitus vermittlet142. Und zwar habe Tiberius Germanicus aus Neid zurückgerufen mit der Begründung, er habe plura consilio quam vi erreicht. Doch muß beachtet werden, daß es der scharfe Gegensatz ist, den Tacitus zwischen der strahlenden Heldengestalt des Germanicus und dem düsteren Tyrannenbild des Princeps zum Leitmotiv der ersten beiden Annalen- Bücher erhoben hat143. Anderseits kann man das Motiv des Neides auch beiseite lassen und dann ergibt sich das Bild eines Princeps, der vorsichtig und gerecht abwägt144. Doch bei aller Gerechtigkeit gegenüber Germanicus ist seine Beurteilung realistisch, wenn er die Ansicht vertritt: „ satis iam eventuum, satis casuum. prospera illi et magna proelia: eorum quoque meminisset, quae venti et fluctus, nulla ducis culpa, garvia tamen et saeva damna intulissent “ 145. Bei allem Lob für die Führung des Germanicus146 hat er keine andere Wahl als Germanicus zurückzubeordern. Eventuell liegt der Darstellung des Verhältnisses Tiberius-Germanicus eine Parallele zugrunde: das Schicksal des Schwiegervaters des Tacitus, Agricola. Auch dieser hatte nicht mehr die Möglichkeit erhalten, seine Eroberungen zu Ende zu führen147. Viel bedeutsamer bei dem Rückruf des Germanicus ist der Kontinuitätsbruch in der römischen Germanienpolitik148. Tiberius überließ die Germanen sich selbst und ihrer discordiae, wie sie Germanicus bereits 15 n. Chr. auszunutzen versucht hat149. Interessanterweise knüpfen die Nachfolger des Tiberius wieder an die Eroberungspläne des Augustus an150. Jedoch stellt sich die Frage, ob der Kontinuitätsbruch erst unter Tiberius oder bereits in den letzten Jahren des Augustus erfolgte. Daß von Tacitus überlieferte consilium coercendi intra terminos imperii 151 gilt gemeinhin als Zeugnis für die Besinnung des Augustus auf eine defensive Außenpolitik. Man hat jedoch zu erweisen versucht, daß diese Äußerung von Tiberius dem Augustus fälschlicherweise zugesprochen wurde, um seine eigene Politik zu rechtfertigen152. Würde Ober recht haben, so hieße das, daß Augustus vermutlich Germanicus noch selbst mit den Feldzügen beauftragt hätte, was dann auch dessen Widerstand gegen die Rückberufung erklärt hätte. Andererseits wird Augustus sich an Tiberius um Rat gewandt haben, als es um eine Neuorientierung der Germanienpolitik ging, war doch das Verhältnis zwischen beiden kurz vor des Augustus Tod sehr gut153. Laut Dio habe Tiberius gesagt, Augustus hätte sich mit dem notgedrungen Erworbenen zufrieden gegeben und expansives Vordringen wäre mit zu viel Risiken verbunden154. Andererseits muß das consilium coercendi intra terminos imperii nicht auf Germanien bezogen werden, da Germanien ehedem offiziell als befriedet galt, wie es in den Res Gestae stand. Bei der Abberufung des Germanicus berief sich Tiberius aber nicht auf dieses consilium, was die ganze Diskussion in Bezug auf die Abberufung des Germanicus unnütz werden läßt. Somit liegt die politische Bedeutung wohl am ehesten darin, daß Tiberius dem Germanicus den, vermutlich von Augustus erteilten, Auftrag entzog, bevor dieser ihn selbst als abgeschlossen erachtete155. Zudem wäre es Germanicus schwerlich gelungen, die Germanen jemals vollständig unter Kontrolle zu bringen, geschweige denn sie im Jahre 17 n. Chr. bereits endgültig zu unterwerfen156. Und große militärische Leistungen waren von Germanicus nicht zu erwarten, dafür waren seine militärischen Fähigkeiten zu mittelmäßig157.

Im Jahr 17 n. Chr. feierte Germanicus seinen Triumph De Cheruscis Chattisque et Angrivariis quaeque aliae nationes usque ad Albim colunt 158. Offiziell hatte Germanicus das Erbe seines Vaters damit erfüllt. War es doch Drusus, der zum ersten Mal 9 v. Chr. mit seinen Truppen an die Elbe kam. Sein Auftrag mußte damit gleichermaßen als erfüllt angesehen werden159. Doch alles was er errungen hatte, waren taktische Siege, man setzte verstärkt auf militärische Vernichtung, ob damit aber überhaupt ein Grundstein für dauerhafte Herrschaft gelegt hätte werden können, ist fragwürdig160. Weder die Chatten noch die Cherusker unterwarfen sich, noch stellten sie Geiseln oder leisteten Tribut. Es bestand wohl niemals Zweifel über das wirklich Erreichte. Alle zeitgenössischen Autoren wie Strabon, Velleius Paterculus beschreiben den beeindruckenden und glänzenden Triumph, doch bei der Darlegung des Erreichten beschränken sie sich auf die endgültige Rache für die Varusschlacht161. Keiner der Autoren handelt die Situation in Germanien nach den Feldzügen des Germanicus ab, selbst Strabon setzt die Schilderung Germaniens deutlich vom Triumph ab162. Bester Beleg für das wirklich Erreichte sind die Ehrungen aus dem Jahr 19 n. Chr. Dort ist nur noch die Rede von in Kriegen besiegten Germanen, Rache für die Varusniederlage und zurückeroberten Feldzeichen163. Meiner Ansicht nach ist die Beschreibung des Triumphes durch Tacitus eine Überhöhung des Geleisteten, die Glorifizierung eines Feldherren, der bei weitem nicht so großartig war, wie Tacitus uns zeitweise glauben machen wollte. Und diese Glorifizierung nur, um dem Tiberius eine Heldengestalt entgegenzustellen, und weil in ihm Tacitus eventuell eine Parallele zu seinem Schwiegervater gesehen hat. Gleichwohl taucht auch auf dem Germanicus-Dupondius nur die Parole signis receptis und devictis germanis 164 auf. Die Parole signis receptis ist, wie schon dargelegt, unzweifelhaft richtig, und die devictis germanis Parole sagt ebenfalls nichts Falsches aus, besiegt wurden die Germanen unzweifelhaft durch Germanicus, nur daß er Germanien bis zur Elbe nicht unterworfen hat, aber das wird ja auch durch devictis germanis nicht behauptet. Problematisch erscheint nur, daß durch die Ehrungen offiziell das Germanienproblem als beendet erklärt und damit die Konzeption des Tiberius offiziell zum gemeinsamen Ziel des Tiberius und des Germanicus erklärt wurde165, wodurch die „Divergenz zwischen Anspruch und Wirklichkeit“ für den Rest der römischen Germanienpolitik des 1. Jhs. n. Chr. nicht an Schärfe verlor166. Trotz der öffentlichen Verbreitung kurz nach dem Tod des Germanicus scheint die Auflistung objektiver zu sein als die Triumphbeschreibung des Tacitus. Alles in allem hat man ihn zu Recht wegen seiner siegreichen Schlachten geehrt, wegen der Wiedererlangung der Feldzeichen; zu Unrecht jedoch wegen eines großen, über die Germanen errungenen Sieges und zu Unrecht in Anbetracht der hohen Verlusten, personeller und materieller Art.

4. Zusammenfassung

Nach Abschluß meiner Betrachtungen kommen ich zu folgenden Schlüssen: Erstens sind die Feldzüge des Germanicus bei ihrer Betrachtung einzubinden in die Feldzüge des Tiberius. Für sich genommen bilden sie keinen eigenen Krieg, wie Tacitus es uns gerne glauben machen möchte. Der erste Feldzug entspricht dem Muster der Kriegführung, wie wir es bei Tiberius kennengelernt haben. Germanicus selbst wurde mit Tiberius an den Rhein versetzt und es steht zu vermuten, daß er dort ebenfalls „Lehrmeister“ des Germanicus war167. Die Ausweitung des zweiten Feldzuges in eine groß angelegte Vernichtungsoperation ist wohl eher dem „ungezügelten Ehrgeiz“168 des Prinzen zuzuschreiben. Kritik des Princeps an diesem Zug waren in Anbetracht der zweifelhaften Ergebnisse ohne weiteres berechtigt. Und auch der dritte Feldzug brachte keine Entscheidung. Trotz einiger Siege gelang es Germanicus nicht, die Germanen endgültig zu schlagen. Mit seiner, meiner Ansicht nach, längst überfälligen Abberufung enden die Feldzüge seit dem Jahre 9/10 n. Chr. Man hatte die Germanen geschlagen, die Feldzeichen zurückerobert und damit war kein Grund für weitere Feldzüge gegeben. Das Gebiet bis zur Elbe war seit Augustus ehedem offiziell befriedet169. Zweitens gibt Tacitus zwar die umfangreichste Schilderung der Feldzüge des Germanicus, jedoch ist seine Begründung für den ersten Feldzug zweifelhaft, wenn nicht sogar völlig unglaubwürdig. Da Tacitus die Ursache für einen eigenen Krieg des Germanicus darlegt, der, wie gesagt, kein eigener war, so muß man ihm unterstellen, daß er die Ereignisse ungenau wiedergibt, um damit die Feldzüge mit einer eigenen Akzentuierung zu versehen. Dio ist die Ursache des Feldzuges betreffend eindeutig der Vorzug zu geben.

Drittens ist die Schilderung der Leistungen des Germanicus und seines Triumphes überzogen. Die zeitgenössischen Schriftsteller, der Dupondius und die Tabula Siarensis geben seine Erfolge realistischer und nüchterner wieder. Meines Erachtens übertreibt Tacitus wiederum nur, um seinen „Helden“ Germanicus in ein besseres Licht zu rücken170, denn gerade mit dem Abstand, den Tacitus auf die Ereignisse hat, wäre es ihm möglich gewesen, die Ereignisse objektiv zu beurteilen, was er in diesem Fall durchaus nicht getan hat. Was den Triumph angeht, ist den Zeitgenossen, dem Dupondius und dem Ehrendekret mehr Glauben zu schenken. Auch wenn Tacitus selbstverständlich zum Vergleich herangezogen werden muß.

Und viertens ist meiner Ansicht nach die Abberufung des Germanicus berechtigt gewesen.

Wenn Augustus Germanicus selbst nach Germanien geschickt hat, damit er selbst die Feldzüge führe, so hat Germanicus diese Erwartungen nicht erfüllt171. Die Verluste, die er erlitten hat, häufig aus mangelnden Führungsqualitäten heraus, glichen den Erhalt von zwei Feldzeichen, einige Beute und drei taktische Siege keineswegs aus. Immerhin mußte er Chatten und Marser zweimal angreifen, obwohl diese in der Nähe der Rheingrenze lagen, so hätte er schwerlich Cherusker, Brukterer und Angrivarier unter Kontrolle halten könne, die noch weiter entfernt siedelten. Arminius selbst war immerhin stark genug, schon im Jahre 17 n. Chr. gegen Marbod vorgehen zu können172. Der Princeps hat eine Einschätzung der Lage gezeigt, die vollauf berechtigt war, da die Koalition des Arminius zerbrochen war. Die Eroberung Germaniens war ohnehin kein festes, klares und fortwährendes Thema augusteischer Politik. Und somit mag Tiberius die Kontinuität der Germanienpolitk eher betont haben, indem er den Vorrang des consilium vor der vis gewahrt hat173. Zudem ging mit der Abberufung des Germanicus kein Verzicht auf Germanien einher. Die Erfahrungen der Jahre scheinen bei Tiberius zu der Einsicht geführt haben, daß eine Kontrolle des Landes vor dem Rhein und der Donau auch ohne Annexion zu erreichen war174. Zweifellos kam es dadurch zu dem, den römischen Historiker erbitternden und den modernen Historiker verwirrenden, Zwiespalt im römischen Verhältnis zu Germanien175.

5. Quellen- und Literaturverzeichnis

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[...]


0 Tac. ann. II,41

1 TIMPE, D., der Triumph des Germanicus. Untersuchungen zu den Feldzügen der Jahre 14-16 n.Chr. in Germanien, in: Antiquitas. Abhandlungen zur Alten Geschichte, hrsg. von A. Alföldi, Bd. 16, Bonn 1968, S. 1

2 TIMPE, D., Triumph, S. 1; Allein vom Umfang ragt die Schilderung des Tacitus über die anderen erhaltenen Quellen hinaus. Die direkten Schilderungen der Feldzüge belaufen sich in Buch I auf die Kapitel 49-70 und in Buch II auf die Kapitel 5-26.

3 SYME spricht von Gallia Narbonensis und KOESTERMANN von Gallia Cisalpina

4 Tac. hist. I,1,3

5 vgl. dazu Tac. Agr. 1-3

6 JOHNE, K.-P., Kommentar Tacitus, Annalen, in: Griechische und lateinische Quellen zur Frühgeschichte Mitteleuropas bis zur Mitte des 1. Jahrhunderts Bd.III, hrsg. von J. Herrmann, Berlin 1991, S. 506

7 JOHNE, K.-P., Kommentar..., S. 506

8 FUHRMANN, M., s.v. Tacitus, KP 5, 1979, Sp. 489

9 siehe Fußnote 2

10 siehe dazu JOHNE, K.-P., Kommentar..., S. 506

11 Tac. ann. I,69,2 „[...] tradit C. Plinius Germanicorum bellorum scriptor [...]“

12 Plin. epist. III,5,4 „[...] bellorum germaniae viginti; quibus omnia quae cum germanis gessimus bella collegit incohavit cum in germania militaret somnio monitus adstitit eiquiescenti drusi neronis effigies qui germaniae latissime victor ibi periit commendabat memoriam suam oratbatque ut se ab iniuria oblivionis adseret [...]“

13 TIMPE, D ., Triumph, S. 20

14 Plinius d.J. schreibt von einer Erscheinung des Drusus im Traum seines Onkels. Daraus läßt sich auf eine Verherrlichung des Drusus und Germanicus schließen. Ferner läßt die Entstehungszeit ähnliches vermuten, es liegt nahe, daß in der Zeit nach Tiberius, insbesondere unter „Caligula“, eine Rückbesinnung auf die Vorfahren Drusus und Germanicus erfolgte und der ganze Haß, der sich nach Germanicus Tod bei „Caligula“ gegen Tiberius aufgestaut hatte, entlud sich. Man ließ Germanicus im hellsten Licht erstrahlen und stellte Tiberius als heimtückisch und rachsüchtig dar (Vgl. Flach, D., Einführung in die römische Geschichtsschreibung, Darmstadt 1985, S. 170). Siehe auch Germanicus- Dupondius. Zum Tiberiusfdl. Bild siehe ferner u.a. Tac. ann. I,33,3; I,72,2; II,43,1; usw.

15 Quintilian schreibt in seiner Ausbildung des Redners „[...] quam paulum aetate praecedens eum Bassus Aufidius egregie utique in libris belli germanici praestiti genere ipso probabilis in omnibus sed in quibusdam suis ipse viribus minor [...]“( Quint.inst.X,1,103)

16 Tac. dial. 23,2

17 BECKER, A., Rom und die Chatten, in: Quellen und Forschungen zur hessischen Geschichte 88, Darmstadt/ Marburg 1992, S. 33. Vermutete Tendenzen bieten jedoch auch keine Entscheidungshilfen. In der Forschung ist immer noch umstritten, inwieweit die Werke benutzt wurden. Vgl. zur Diskussion Becker, A., Chatten, S. 33

18 TIMPE, D., Triumph, S. 19

19 TIMPE, D ., Triumph, S. 2

20 KOESTERMANN, E., Die Feldzüge des Germanicus 14-16 n.Chr., in: Historia 6, 1957, S. 431

21 KOESTERMANN, E., Die Feldzüge..., S. 431

22 TIMPE, D., Triumph, S. 2. KOESTERMANN gibt aber zu bedenken, ob Tacitus überhaupt ein Organ für militärische Fragen besessen hat. Das Wissen um militärische Hintergründe und Eigenarten in der Kriegführung muß jedoch Plinius gehabt haben und dies wird in seinen Schilderungen auch zum Ausdruck gebracht worden sein. Doch bleibt offen, warum Tacitus das nicht übernommen hat. Wohl weil er die Kenntnis der Werke von Plinius und Bassus voraussetzen konnte.

23 TIMPE, D., Triumph, S. 2

24 KOESTERMANN, E., Die Feldzüge..., S. 431

25 TIMPE, D., Triumph, S. 3

26 Tac. ann. II,9.10

27 Bereits Delbrück hat sich gegen ein tatsächliches „Rededuell“ des Arminius-Flavus ausgesprochen, auch wurde verschiedentlich versucht zu beweisen, daß ein Gespräch über die Weser hinweg nicht möglich gewesen wäre. Ich möchte mich TIMPE, D., Triumph, S. 4, anschließen, der das Gespräch für Fiktion zur Verdeutlichung gegensätzlicher Parteien erklärt. Die „fiktive“ Rede war ein häufig verbreitetes Stilmittel in der antiken Geschichtsschreibung und muß immer mit einer gewissen Skepsis betrachtet werden.

28 Tac. ann. I,65,2

29 vgl. dazu JOHNE, K.-P., Kommentar..., S. 514; zudem der Ausruf des Arminius: „[...] en varus [et] eodemque iterum fato vinctae legiones[...] “ (Tac.ann. I,65,4)

30 Tac. ann. II, 14. KOESTERMANN zieht dagegen in Betracht, daß dieser Traum nicht unbedingt eine Erfindung zu sein braucht. KOESTERMANN, E., Die Feldzüge..., S. 455

31 Tac. germ. 6. Jedoch muß gesagt werden, daß es sich bei der Schilderung teilweise um Übertreibungen handelt, was die schlechte Bewaffnung betrifft. Die Darstellung der Wildheit, der riesigen Körper und ihrer Körperbemalung entspricht dem typischen, vom Germanen vermittelten topoi, vgl. dazu Tac. Germ. 3.6.

32 vgl. dazu ebenfalls JOHNE, K.-P., Kommentar..., S. 518

33 Tac. ann. II,15

34 Schon die Formulierung: „[...]quae sapientia provisa apatque imminenti pugnae disserit[...]“ (Tac. ann. II,14,1) zeigt, welche hohe Meinung der Autor von den Fähigkeiten des Germanicus hatte, oder welche Meinung er über Germanicus implizieren wollte, als positiven Gegenspieler zu Tiberius. Auch ruft die Rede des Germanicus Kampfbegeisterung unter den Soldaten hervor. Arminius scheint das nicht gelungen zu sein. Zumindest bemerkt Tacitus das nicht.

35 Tac. ann. II,8-9

36 Die Bezeichnung Amisia hat zu der Ansicht geführt, daß damit ein anderer Ort, als die Ems, gemeint sei. TIMPE, D., Triumph, S. 3 gibt jedoch zu bedenken, daß es dem Leser schwer gefallen wäre zu folgen, aufgrund der vorher schon häufigen Nennung des Namens für die Ems. Zudem stehe der Ortsbezeichnung die Schilderung der Rückfahrt der Flotte von der Ems zum Rhein dem entgegen, wo die Route Amisia- Rhenus als Seeweg verdeutlicht wird.

37 KROLL, W., schreibt, daß eben nichts passiert sei, was Tacitus hätte aufführen sollen. vgl. KROLL, W., s.v. Iulius 138, in: RE 10, 1918, Sp. 448.

38 KOESTERMANN, E., Die Feldzüge..., S. 451

39 vgl. dazu TIMPE, D., Triumph, S. 3

40 Tac. ann. I,63,4-68

41 zum Sommerfeldzug siehe Tac. ann. I, 60 und zum Besuch des Schlachtfeldes Tac. ann. I,61.62

42 Tacitus nutzt die Schilderung des Besuches auch gleich, um die negative Persönlichkeit des Tiberius darzustellen, denn Tiberius mißbilligt diese großherzige Tat seines Neffen und Adoptivsohnes.

43 TIMPE, D., Triumph, S. 5

44 Tac. ann. I,3,5 ; jedoch muß hier gesagt werden, daß eine andere Begründung für einen Krieg gegen Germanien zu dieser Zeit für den römischen Leser nicht nachvollziehbar gewesen wäre, da Augustus in seinen Res gestae verkündet hatte: „ Gallias et Hispanias provincias, item germaniam qua includit Oceanus a Gadibus ad ostium Albis fluminis pacavi.“ (Augustus Res gestae 26), desweitern Tac. ann.I,43, 1.2, wo er Germanicus sagen läßt: „[...] legissetis ducem, qui meam quidem mortem inpunitam sineret, Vari tamen et trium legionem ulcisceretur [...]“. Wenn diese Worte hier auch dazu dienen sollen, eine Meuterei zu unterdrücken und ihre Wirkung auch nicht verfehlen, so muß die Idee der Rache also auch als Begründung für einen Feldzug gedient haben.

45 Tac. ann.II,22,1., vgl. dazu TIMPE, D., Triumph, S.5 Ferner muß sein Drang dazu entgegen dem Befehl des Tiberius zur Rückkehr neue Feldzüge führen zu wollen, als übermäßiger Ehrgeiz gewertet werden, auch wenn aus taciteischer Sicht diese Befehle aus Neid und Mißgunst erfolgten.

46 Tac. ann. I,43,3; II,7,2.3; II,8,1

47 TELSCHOW, K., Die Abberufung des Germanicus (16.n. Chr.). Ein Beispiel für die Kontinuität römischer Germanienpolitik von Augustus bis Tiberius, in: Monumentum Chiloniense. Studien zur augusteischen Zeit. Kieler Festschrift für Erich Burck zum 70. Geburtstag, hrsg. von E. Lefèvre, Amsterdam 1975, S. 170

48 TELSCHOW, K., Die Abberufung ..., S. 170; TIMPE, D., Triumph, S. 72

49 vgl. dazu TIMPE, D., Triumph, S. 6

50 zu Neid und Mißgunst vgl. Tac. ann. I,52,2.3; I,62,2; I,69.

51 Vgl. dazu TIMPE, D., Triumph, S.6

52 Vgl. dazu TIMPE, D., Triumph, S.7

53 LEHMANN, G. A., Zum Zeitalter der römischen Okkupation Germaniens: neue Interpretationen und Quellenfunde, in: BOREAS 12, 1989, S.207-230

54 Außer bei Dio, Strabon und Velleius finden sich Fragmente bei Seneca maior, Plinius d.Ä. und Lollius Bassus; vgl. dazu auch TIMPE, D., S. 8

55 Cass. Dio 75,15,3

56 STIEWE, K., s.v. Cassius (4), KP 1, 1975, Sp.1076-1077

57 FLACH, D., Einführung in die römische Geschichtsschreibung, Darmstadt 1985, S. 260

58 Cass. Dio. 57,6,1; die zweite Stelle ist Cass. Dio. 57,18,1

59 vgl. dazu TIMPE, D., Triumph, S. 9. Dieser Verdacht erscheint mir nicht unbegründet, da beide ein ähnliches Tiberiusbild vermitteln, beides keine Zeitzeugen sind und auch Dio von der Existenz der Werke des Aufidius Bassus und Plinius des Älteren gewußt haben dürfte.

60 Zu diesem Punkt später der Abschnitt, die Abberufung und der Triumph des Germanicus.

61 vgl. dazu TIMPE, D., Triumph, S. 13-14

62 vgl. dazu TIMPE, D., Triumph, S. 13-14. Obwohl Dio die Ergebnisse der Feldzüge zitierte, welche an Triumphalparolen erinnern, läßt sich daraus keine Identifizierung erschließen.

63 FLACH, D., Einführung, S. 166

64 FLACH, D., Einführung, S. 166-167

65 Vell. II, 127.128

66 Vell. II, 126, 2-4, vgl. dazu auch FLACH, D., Einführung, S. 168

67 Vell. II,120,1;121, 1;122, 2; vgl. dazu TIMPE, D., Triumph, S. 17

68 Vell. II,129,2

69 TIMPE, D., Triumph, S. 17

70 TIMPE, D., Triumph, S. 17-18 Leider konnte Tacitus sein Werk über die Zeit des Augustus nicht mehr schreiben ( Tac. ann. III,24,3), es wäre interessant, welchen Raum die Kriege des Tiberius gegen die Germanen eingenommen hätten und welche Bewertung sie bei Tacitus erfahren hätten.

71 Tac. ann. II,26,3 „.[..] se novies a divo Augusto in Germaniam missum plura consilio quam vi perfecisse[...] “

72 Vell. II,129,2. zur letztendigen Bedeutungslosigkeit der Feldzüge siehe auch Tac. Germ. 37,2: „[...] tam diu Germania vincitur[...]

73 Strab. 7,1,4

74 Timpe, D., Triumph, S. 16

75 Strab. 7,1,3-4

76 Strab. 7,1,4

77 Strab. 7,1,4 Strabon erwähnt die Chatten, Usipeter, Bructerer, Cheruscer, usw., Stämme die teilweise auch schon bei Tacitus in der Schilderung des Triumphes Erwähnung finden.

78 Tac. ann. II,41,

79 WOLTERS, R., Der Germanicus-Dupondius, die Tabula Siarensis und der römische Verzicht auf die Okkupation Germaniens, in: NumZ, Bd.101, 1990, S. 7

80 Germanicus-Dupondius , in: WOLTERS, R., Dupondius..., S. 7

81 vgl. dazu WOLTERS, R., Dupondius..., S. 11

82 Suet. Claud. 24,3

83 dazu Tac. ann. II,41,1: „[...] ob recepta signa cum Varo amissa ductu Germanici[...] “ ; Dio 57,18,1: „[...] und erlangte auch die (verlorenen) Feldzeichen wieder[...]“ ; Tabula Siarensis: „[...] eo iano statua Germanici Caesaris constitueretur accipientis signa recepta e Germanis[...]

84 vgl. dazu WOLTERS, R., Dupondius..., S. 7-8

85 WOLTERS, R., Dupondius..., S. 14

86 Zur Bezeichnung „Dienstkostüm“ siehe WREDE, H., Rezension zu Goette, H.R., Studien zu römischen Togadarstellungen, Gnomon 67, 1995, 541-550. Ansonsten wurde mit dem Werk nicht gearbeitet, nur wegen der selten gebräuchlichen Bezeichnung „Dienstkostüm“ erschien es mir notwendig, ihre Herkunft zu näher erklären.

87 Diese Eigenheit widerspricht einer zu großen Ähnlichkeit mit der Statue von Prima Porta, da sich beide im Thema und dem Motiv nur ähneln. Die Füße des Augustus bei Prima Porta sind unbedeckt, was auf eine Entstehung nach dessen Tod schließen läßt, des weiteren bezieht sich das Thema ausschließlich auf die Rückgewinnung der durch Crassus verlorenen Feldzeichen, was ebenfalls als Grund für die nackten Füße gesehen wird ( BOSCHUNG, D., Die Bildnisse des Augustus, Berlin 1993). Germanicus jedoch erscheint durch die bekleideten Füße in stärkerem militärischen Habitus, diese Darstellung verdeutlicht mehr als nur signis receptis, nämlich devictis Germanis.

88 WOLTERS, R., Dupondius..., S. 12

89 Tabula Siarensis, in: LEBEK, W.D., Die drei Ehrenbögen für Germanicus, in: ZPE, Bd.67, 1987, S. 129-148

90 näheres dazu in der Quellenanalyse zur Tabula Siarensis

91 WOLTERS, R., Dupondius..., S. 13

92 Lebek, W. D., Ehrenbogen und Prinzentod: 9 v. Chr. - 23 n. Chr., in: ZPE 86, 1991, S. 71

93 WOLTERS, R., Dupondius..., S. 13

94 WOLTERS, R., Dupondius..., S. 14

95 Tac ann. II,71; Suet. cal. 1,2 sowie KROLL, W., s.v. Iulius 138, in: RE 10, 1918, Sp. 456

96 Tac. ann. III,1-5

97 LEBEK, W.D., Welttrauer um Germanicus: das neugefundene Orginaldokument und die Darstellung des Tacitus, in: AuA 36, 1990, S. 96

98 LEBEK, W.D., Welttrauer..., S. 96

99 Tab. Siar. Frag. II, col. b; nach Tabula Siarensis, in: GONZÁLEZ, J., Fortunales Siarenses et Municipia Ciuium Romanorum, in: ZPE, Bd. 55, 1984, S. 76

100 LEBEK, W.D., Welttrauer ...S. 96

101 LEBEK, W. D., Die zwei Ehrenbeschlüsse für Germanicus und einer der „seltsamsten Schnitzer“ des Tacitus, in: ZPE 90, 1992, S. 67

102 Tab. Siar. Frag. II, col. b; nach Tabula Siarensis, in: GONZÁLEZ, J., Fortunales Siarenses et Municipia Ciuium Romanorum, in: ZPE, Bd.55, 1984, S.75-76 sowie LEBEK, W.D., Welttrauer ...S. 96

103 LEBEK, W. D., Die zwei Ehrenbeschlüsse..., S. 67

104 parallel dazu auch Tac. ann. II,83. Es wurde bereits die Ansicht geäußert, daß Tacitus in Tac. ann. II,83,2 Notizen aus den Senatsakten eingeschoben hätte vgl. dazu Lebek, W. D., Die zwei Ehrenbeschlüsse..., S. 67, Anmerkung 10

105 LEBEK, W. D., Die zwei Ehrenbeschlüsse..., S. 70

106 Tac. ann. II,83,1: „[...] honores [...] reperti decretique [...]“

107 Tab. Siar. Frag. II, col. a; nach Tabula Siarensis, in: GONZÁLEZ, J., Fortunales Siarenses et Municipia Ciuium Romanorum, in: ZPE, Bd.55, 1984, S. 70 und LEBEK, W.D., Welttrauer..., S. 97

108 Tabula Siarensis, in: LEBEK, W.D., Die drei Ehrenbögen für Germanicus, in: ZPE, Bd.67, 1987, S. 133 und

S. 142

109 Tac. ann. II,83,2: „[...] arcus additi Romae et apud ripam Rheni et in monte Suriae Amano cum inscriptione rerum gestarum ac mortem ob rem publicam obisse, sepulchrum Antiochiae ubi crematus, tribunal epi Daphne quo in loco uitam finierat. statuarum locuorumque, in quis coleretir, haud facile quis numerum inierit [...]“

110 Tabula Siarensis, in: Lebek, W.D., Die drei Ehrenbögen..., in: ZPE, Bd.67, 1987, S. 133, 19-21

111 LEBEK, W.D., Welttrauer..., S. 100

112 Tabula Siarensis, in: LEBEK, W.D., Die drei Ehrenbögen..., S. 133, 13-15

113 vgl. dazu Tac. ann. II,41,2

114 Tabula Siarensis, in: LEBEK, W.D., Die drei Ehrenbögen..., S. 133, 13-15: „[...] receptisque signis militaribus et unidicata frau[dulenta clade] exercitus p R [...]“

115 vgl. LEBEK, W. D., Die zwei Ehrenbeschlüsse..., S. 70-71 und LEBEK, W.D., Welttrauer..., S. 196

116 WOLTERS, R., Dupondius..., S. 13

117 BECKER, A., Rom und die Chatten, in: Quellen und Forschungen zur hessischen Geschichte 88, Darmstadt/ Marburg 1992, S. 191

118 Tac. ann. I,39-44

119 Tac. ann. I,49,3

120 Cass. Dio 57,6,1

121 TIMPE, D., Triumph, S. 9, 24-26; BECKER, A., Chatten, S. 195

122 Tac. ann. I,48,3

123 Tac. ann. I,49,2

124 BECKER, A., Chatten, S. 192

125 TIMPE, D., Triumph, S. 28-33; BECKER, A., Chatten, S. 195; WOLTERS, R., Römische Eroberung und Herrschaftsorganisation in Gallien und Germanien. Zur Entstehung der sogenannten Klientel- Randstaaten, Bochum 1990, S. 229

126 TIMPE, D., Wegverhältnisse und römische Okkupation Germaniens; in: Untersuchungen zu Handel und Verkehr der vor- und frühgeschichtlichen Zeit in Mittel- und Nordeuropa. Teil V der Verkehr, Verkehrswege, Verkehrsmittel, Organisation. Bericht über die Kolloquien der Kommission für die Altertumskunde Mittel- und Nordeuropas in den Jahren 1980 bis 1983, Göttingen 1989, S. 98

127 Tac. ann. I,50.51

128 WOLTERS, R., Römische Eroberung..., S. 229

129 TIMPE, D., Wegverhältnisse..., S. 99

130 WOLTERS, R., Römische Eroberung..., S. 230

131 WOLTERS, R., Römische Eroberung..., S. 230-231; Tac. ann. I,55ff

132 WOLTERS, R., Römische Eroberung..., S. 231

133 Tac. ann. I,60,2

134 Caecina erleidet in der Schlacht an den „langen Brücken“ ein beinahe Niederlage und fast zwei komplette Legionen gingen bei einer Springflut in der Nordsee verloren.

135 Tac. ann. I,62,2;69,3ff; KOESTERMANN, E., Die Feldzüge..., S. 470; TIMPE, D., Triumph, S. 70; WOLTERS, R., Römische Eroberung..., S. 234

136 WOLTERS, R., Römische Eroberung..., S. 236

137 Tac. ann. II, 26, 1.3; WOLTERS, R., Römische Eroberung..., S. 238

138 Vell. Pat. II,129,2; Strab. 7,1,4, Cass. Dio 57,6,1.18,1

139 Cass. Dio. 57,18,1

140 LEHMANN, G.A., Das Ende der römischen Herrschaft über das „Westelbische“ Germanien: von der VarusKatastrophe zur Abberufung des Germanicus Caesar 16/7 n. Chr., in: ZPE 86, 1991, S. 82

141 TIMPE, D., Triumph, S. 47

142 Tac. ann. II,26

143 LEHMANN, G.A., Das Ende der römischen Herrschaft..., S. 82

144 CHRIST, K., Zentrum, Grenze, und Perepherie. Die Elbe in Augusteischer und Tiberischer Zeit, in: Acta Classica 42, 1999, S. 39; TIMPE, D., Der römische Verzicht auf die Okkupation Germaniens, in: Chiron 1, 1971, S. 267

145 Tac. ann. II,26,2

146 TELSCHOW, K., Die Abberufung ..., S. 151; CHRIST, K., Zentrum..., S. 39

147 TELSCHOW, K., Die Abberufung ..., S. 155

148 WOLTERS, R., Römische Eroberung..., S. 240

149 TIMPE, D., Verzicht..., S. 268

150 Tac. germ. 37; WOLTERS, R., Römische Eroberung..., S. 241

151 Tac. ann. I,11

152 OBER, J., Tiberius and the political Testament of Augustus; in: Historia 31, 1982, S. 312

153 TELSCHOW, K., Die Abberufung ..., S. 169

154 Cass. Dio. 56,41,7

155 WOLTERS, R., Römische Eroberung..., S. 243

156 vgl. BECKER, A., Chatten, S. 214-215

157 vgl. TELSCHOW, K., Die Abberufung ..., S. 160-163 sowie die Leistungen des Germanicus im Kampf gegen Daesidiate Bato

158 Tac. ann. II,41

159 Wolters, R., Römische Eroberung..., S. 243

160 CALLIES, H., Zur augusteisch- tiberianischen Germanenpolitik, in: Colloquium aus Anlass des 80. Geburtstages von Alfred Heuss, hrsg. von J. Bleicken, in: FAS 13, 1993, S. 140

161 Strab. 7,1,4; Vell. II,129,2; WOLTERS, R., Römische Eroberung..., S. 244. Velleius allein bezeichnet Germanicus als domitor Germaniae, doch gibt er wohl nur eine der Triumphalparolen wieder (siehe dazu 2.2).

162 Strab. 7,1,3. Die Schilderung der Vertreibung der Sueben in das jenseitige Gebiet der Elbe bezieht sich wohl auf die Zeit 4/5 n. Chr. Deutlicher kann der Kontrast nicht sein, zum einen schildert Strabon das Ergebnis der Tiberius- Feldzüge zum anderen nur den Triumph des Germanicus und kein Ergebnis. Als Ergebnis erwähnt er lediglich, daß einige Stämme ein Stück vom Rhein weggezogen sind und daß sich nur wenige Germanen in Nähe des Rheins wohnen. WOLTERS, R., „Tam diu germania vincitur“. Römische Germanensiege und Germanensieg-Propaganda bis zum Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr., in: Kleine Hefte der Münzsammlung an der Ruhr-Universität Bochum 10/11, Bochum 1989, S. 41

163 Tabula Siarensis, in: LEBEK, W.D., Die drei Ehrenbögen..., S. 133, 13-15

164 Germanicus-Dupondius, in: WOLTERS, R., Dupondius..., S. 7

165 WOLTERS, R., „Tam diu...“, S. 41

166 WOLTERS, R., Römische Eroberung..., S. 244

167 vgl. TELSCHOW, K., Die Abberufung ..., S. 160-162

168 WOLTERS, R., „Tam diu...“, S. 40

169 vgl. WOLTERS, R., Römische Eroberung..., S. 242

170 vgl. 3. Die Abberufung des Germanicus und dessen Triumph

171 TELSCHOW, K., Die Abberufung ..., S. 169

172 Tac. ann. II,45

173 TIMPE, D., Verzicht..., S. 282-283

174 TIMPE, D., Verzicht..., S. 284

175 vgl. TIMPE, D., Verzicht..., S. 284

28 von 28 Seiten

Details

Titel
Die Feldzüge des Germanicus
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin
Veranstaltung
HS- Römer in Mitteleuropa
Note
1.0
Autor
Jahr
2000
Seiten
28
Katalognummer
V106328
Dateigröße
534 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Arbeit beschäftigt mit den Feldzügen des Germanicus, insbesondere seines Triumphes, und der Quellenlage. Sie trifft eine Wertung über die berechtigte? Abberufung aus Germanien und zu der Berechtigung einen Triumph abzuhalten. Ferner wird auf die Propaganda zur Rechtfertigung des Triumphes eingegangen.
Schlagworte
Feldzüge, Germanicus, Römer, Mitteleuropa
Arbeit zitieren
Daniel Schlaak (Autor), 2000, Die Feldzüge des Germanicus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/106328

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