Die Chronik Thietmars von Merseburg als Quelle für die Geschichte des Lutizenbundes


Seminararbeit, 1998

17 Seiten, Note: 1,7


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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil
2.1. Leben und Werk Thietmars von Merseburg
2.1.1. Zur Biographie des Chronisten
2.1.2. Der Chronist als Reichsbischof.
2.1.3. Das Chronikon und Thietmars Geschichtsauffassung
2.2. Der Lutizenbund
2.2.1. Entstehung und Organisation des Lutizenbundes
2.2.2. Die Ostpolitik der Ottonen bis 983
2.2.3. Der Slawenaufstand von 983
2.2.4. Das Bündnis Heinrichs II. mit den Lutizen im Jahre 1003

3. Abschließende Betrachtung

Quellen- und Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Ziel dieser Seminararbeit ist es, zu untersuchen, inwieweit die Chronik Thietmars von Merseburg als Quelle für die Geschichte des Lutizenbundes zu verwenden ist. Die Unter - suchung bezieht sich demnach auf den durch die Chronik vorgegebenen Zeitraum, der weitgehend mit jenem Abschnitt der ostfränkisch-deutschen Geschichte identisch ist, der aufgrund der Herkunft seiner fünf Herrscher aus dem Stammesherzogtum Sachsen als sächsische Kaiserzeit bezeichnet wird, also der Zeit zwischen 919 und 1024 . Allerdings bricht die Chronik im Jahr 1018 mit dem Tod Thietmars ab, so daß die letzten sechs Jahre der Regierung Heinrichs II. in ihr undokumentiert bleiben. Ein Hauptaugenmerk der Arbeit soll auf die Frage gelegt werden, in welchem Maße Thietmars Position als Bischof Merseburgs, die geographische Lage und Geschichte des Bistums sowie sein persönliches Verhältnis zu Heinrich II. möglicherweise Einfluß auf die Art der Darstellung genommen haben. Zu diesem Zweck werden die zu untersuchenden Textpassagen, insbesondere die Ausführungen des Chronisten zum Slawenaufstand von 983 und zum Bündnis Heinrichs II. mit den Lutizen des Jahres 1003, an gegebener Stelle mit anderen maßgeblichen Quellen verglichen werden, um mögliche Ungenauigkeiten, Auslassungen und Besonderheiten der Darstellung aufzuzeigen. Um dies zu erreichen wird zunächst auf Leben und Werk Thietmars eingegangen werden. Es folgen Erläuterungen zur Geschichte des Bistums, der Ostpolitik der sächischen Kaiser und des Lutizenbundes im allgemeinen, bevor einzelne Aspekte des Bundes betrachtet werden. Allerdings verbietet es der gesetzte Umfang der Arbeit, anhand der Chronik vor dem Hinter- grund aller relevanten Quellenzeugnisse eine umfassende Geschichte des Lutizenbundes nach- zuzeichnen. Die Untersuchung bleibt auf die Aussagen des Chronisten bezogen, die für den Einzelfall mit anderen, vornehmlich literarischen Quellen verglichen werden. Darüber hinausgehende Ausführungen stützen sich auf die vorliegende Sekundärliteratur. Hervorzuheben sind dabei vor allem die Arbeiten von Brüske, Lippelt und Fritze. Als Textgrundlage dient die kritische Ausgabe der Chronik in den Monumenta von Robert Holtzmann.

2. Hauptteil

2.1. Leben und Werk Thietmars von Merseburg

2.1.1. Zur Biographie des Chronisten:

Thietmar von Merseburg gilt neben Widukind von Korvei als bedeutenster Historiograph der sächsischen Kaiserzeit. Dennoch gibt es zu seiner Biographie nur äußerst spärliche Quellenbelege, so daß den autobiographischen Bemerkungen im Werk des Chronisten selbst eine hohe Bedeutung zukommt.

Nach eigenen Angaben wird Thietmar am 25. 07. 9751, wahrscheinlich zu Walbeck2, geboren. Als seine Eltern bezeichnet Thietmar mehrfach Siegfried, Graf zu Walbeck, und dessen Frau Kunigunde aus dem Hause der Grafen von Stade3. Aus den über das ganze Reich weitver- zweigten verwandschaftlichen Beziehungen der elterlichen Familien ergeben sich väter- licherseits Verbindungen zu den Babenbergern, von Seiten der Mutter zu den Konradinern und sogar zu den Herzögen Schwabens und vor allem Sachsens, also zur Königsfamilie4. Thietmar hat also dem sächsischen Hochadel angehört und ebenso wie seine vier Brüder eine seinem ge- sellschaftlichen Stand angemessene Ausbildung erhalten. Von seinen Eltern bereits früh für eine geistliche Laufbahn vorgesehen, ist Thietmar, nachdem er seine erste Erziehung bei seiner Großtante Emnilde im Stift Quedlinburg erhalten hatte, im Jahre 987 ins Johanneskloster zu Magdeburg eingetreten, bevor er drei Jahre darauf Mitglied der Bruderschaft des dortigen Domkapitels geworden ist. Im Kreise dieses „consortium fraternitatis“, dem zeitweise auch der spätere Missionar und Märtyrer Brun von Querfurt angehört hat5, hat Thietmar dort während der folgenden neun Jahre unter den zu den gelehrtesten Männern des Reiches zählenden Lehrern Ekkehard dem Roten und später Geddo eine hervorragende Ausbildung genossen. Zur Vorbe- reitung auf sein geistliches Amt hat neben dem Studium christlicher, aber auch antiker, vor- nehmlich lateinischer Autoren, die Unterweisung in für einen Kleriker dieser Zeit unentbehrlichen reichspolitischen Belangen gehört. Derart geschult wurde Thietmar wohl um das Jahr 1000 Mit-glied des Domkapitels, dem er sich Zeit seines Lebens sehr verbunden fühlen sollte, und bald da- rauf 1002 Probst des Walbecker Familienklosters. Mit dem Tod des Magdeburger Erzbischofs Geiseler 1004 ändert sich unter dessen Nachfolger Tagino auch Thietmars Situation. So erhält er von ihm noch im selben Jahr in Allstedt die Priesterweihe und schließt bei diesem Anlaß mit dem Tagino freundschaftlich verbundenen Heinrich II. erste Bekanntschaft, von dem er als Weihgeschenk ein Meßgewand erhält6. Die vielversprechende Verbindung zu Tagino hat Thietmar in der Folgezeit nun nicht mehr abreißen lassen. So begleitet er den Erzbischof im Jahre 1005 zu einer Synode nach Dortmund7und zwei Jahre später auf einen Feldzug gegen Boleslaw Chrobry, für den Tagino die Führung übertragen bekommen hatte8. Das Wohlwollen, das sich Thietmar während dieser Zeit hatte erwerben können, sollte sich schließlich im Jahre 1009 zu seinen Gunsten aus- wirken, als sich der bevorstehende Tod des Kaplans Wigbert, der die Geschicke Merseburgs seit der Restauration des Bistums 1004 gelenkt hatte, abzeichnete und die Frage der Neubesetzung des Merseburger Bischofsitzes damit drängend wurde.Tagino setzte sich bei Heinrich II. sehr für Thietmar ein und gab durch seine Fürsprache den entscheidenden Anstoß, so daß Thietmar nach dem Ableben Wigberts die Promotion auf den Merseburger Bischofsstuhl erlangte. Die auf seine Wahl durch die Bischöfe und die Investitur seitens Heinrichs II. folgende Amtszeit9, die ihr Ende mit dem Tod Thietmars 1018 findet, soll im Folgenden sowohl unter dem Aspekt der Funktion Thietmars als Reichsbischof, als auch vor dem Hintergrund der Geschichte seines Bistums genauer charakterisiert werden, da nur so ein genaues Verständnis der Chronik möglich ist.

2.1.2. Der Chronist als Reichsbischof:

Mit der Annahme von Mitra, Ring und Stab, den die Aufgaben eines Bischofs symbolisieren- den Insignien, hat Thietmar mehr als nur Verantwortung für seine Diözese übernommen. Viel- mehr war er von nun anReichsbischof. Dieser Ausdruck bezieht sich auf die Stellung der Erzbischöfe und Bischöfe, aber auch der Äbte, innerhalb des Verhältnisses von Reich und Kirche, das zur Zeit der sächsischen und salischen Kaiser durch eine enge Verbindung beider Bereiche charakterisiert ist und als sog. Reichskirchensystem bezeichnet wird. Das System gründete auf der Verfügungsgewalt des Königs über das faktisch als Reichsgut behandelte Kirchengut und auf der Investitur der hohen geistlichen Würdenträger durch ihn, wozu sich dieser kraft des sakral verstandenen Charakters seines Herrschaftsamtes berechtigt fühlte. Dabei wirkten die Könige seit Otto dem Großen schon früh auf eine Bindung der künftigen Bischöfe an die Reichspolitik hin, indem ihre Ausbildung von den Klosterschulen mehr und mehr auf die Domkapitel verlegt wurde.Von dort gingen die jungen Adligen in die Hofkapelle des Königs über, wo sie während ihres mehrere Jahre andauernden Aufenthaltes in den Reichs- geschäften unterwiesen wurden. So gelang es dem König, eine ständige Verbindung zu den von ihm aus diesem Kreis für ein Hirtenamt Ausgewählten aufzubauen, die von beiderseitigem Nutzen war. Die Bischöfe erhielten von Seiten des Königs die Austattung ihrer Diözesen in Form von Gütern und Hoheitsrechten zum Lehen und wurden aktiv in die Reichspolitik einbezogen. Im

Gegenzug erwartete der König Treue sowie alsservitium regisbezeichnete Dienste, die u. a. Naturalleistungen und die Pflicht zur Beherbergung des Herrschers und seines Gefolges um- faßten. Auf diese Weise band der König die Adelsfamilien in die Politik ein. Durch deren moralisches Gewicht und materiellen Rückhalt schuf er sich im ganzen Reich eine breite Machtgrundlage,die vor allem der Stärkung der Königsgewalt gegenüber den Stammesherzögen diente und somit die Reichseinheit festigte. Vor allem Magdeburg als östliche Metropole und damit auch das von Thietmar besuchte Domkapitel waren in dieses System besonders einbezogen. So erscheint es nur auf den ersten Blick verwunderlich, daß Thietmar auch ohne durch die Hofkapelle gegangen zu sein die Bischofswürde erlangt hat. Magdeburg und seinen Suffraganbistümern kam im Zuge der seit Otto I. betriebenen expansiven Ostpolitik durch ihre Lage an der Slawengrenze und ihrer Funktion, die in der Mission der heidnischen Slawen und der Grenzsicherung nicht zuletzt auch gegenüber dem Reich Boleslaw Chrobrys lag, eine besondere Bedeutung zu. Thietmar selbst war mit der slawischen Sprache vertraut und unter dem Eindruck der Auseinandersetzungen mit den östlichen Nachbarn aufgewachsen. Allerdings hat er während seines Episkopats kaum eine aktive Rolle in der Ostpolitik Heinrichs II. übernommen. So ist er von seinem König nachweislich weder mit diplomatischen Aufgaben betraut worden, noch hat er an den zahlreichen Feldzügen Heinrichs gegen Boleslaw, die vielfach von Merseburg ihren Ausgang nahmen, teilgenommen oder ist bereits vor Abschluß der Kriegshandlungen in sein Bistum zurückgekehrt. Dies ist aber nicht auf ein vermeintlich schlechtes Verhältnis beider zurückzuführen. Das ist im Gegenteil sogar recht gut gewesen, was daran zu belegen ist, daß

Merseburg und die dortige Pfalz die bevorzugten Aufenthaltsorte des Sachsen gewesen sind, wie man seinem Itinerar entnehmen kann10. Aber gerade darin mag der Grund für Thietmars Zu- rückhaltung liegen, daß er ganz damit beschäftigt war, dem König seine Aufenthalte so angenehm als möglich zu machen. Das gute Verhältnis zum König ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, daß Heinrich im Jahre 1004 das Bistum Merseburg wiederhergestellt hat, um dessen vollständige Restauration Thietmar während seiner gesamten Amtszeit sehr bemüht gewesen ist. Das Bistum, zusammen mit Zeitz und Meißen 968 gegründet, war im Zuge der expansiven Ostpolitik Ottos I. neben diesen und den bereits bestehenden Bistümern Brandenburg und Havelberg als Suffragan dem im gleichen Jahr zum Erzbistum erhobenen Magdeburg unterstellt worden. Diese Neuaufteilung benachteiligte das ältere Bistum Halberstadt, das Gebiete an die Neugründungen abzutreten hatte. Als der zweite Bischof Giselher den 981 vakanten Erzstuhl Magdeburgs für sich gewinnen wollte, wurde die Merseburger Diözese aufgelöst und unter Magdeburg, Halberstadt, Meißen und Zeitz aufgeteilt. Nachdem 997 die Frage einer Restauration auf der Synode zu Pavia wieder erörtert worden war, kam es dann 1004 schließlich zur Wiederherstellung Merseburgs, wobei es allerdings nicht alle ehemals auf- geteilten Bereiche in vollem Umfang zurückerhielt11. Die Rückgewinnung dieser Besitzungen, über die der Chronist uns ebenso wie über die Geschichte Merseburgs genau unterrichtet, hat Thietmar als seine eigentliche Aufgabe angesehen. Heinrich hat ihn dabei durch zahlreiche Schenkungen12unterstützt und in Thietmar so einen Verfechter seiner Ostpolitik gewonnen, wie die Darstellung der Regierungszeit Heinrichs II. innerhalb der Chronik deutlich macht.

2.1.3. Das Chronikon und die Geschichtsauffassung Thietmars:

Die während seines Episkopats in den Jahren 1012-1018 verfaßte Chronik ist das einzige uns von Thietmar erhaltene Werk13. Die in ihrem lateinischen Originalcodex erhaltene Chronik selbst zerfällt in acht Bücher unterschiedlichen Umfangs: Dabei sind die ersten vier Bücher je einem der Herrscher von Heinrich I. bis Otto III. gewidmet, wogegen sich die übrigen vier Bücher mit der Regierungszeit Heinrichs II. befassen. Die Chronik folgt also einem reichsgeschichtlich-dynastischen Gliederungsprinzip, wobei Thietmar jedoch insbesondere die Darstellung der Regentschaft Heinrichs II. stark betont, so daß sich die Frage nach Methode und Geschichtsaufassung des Chronisten stellt.

Die Chronik hat Thietmar, wie er zu Beginn des Werkes verdeutlicht, ursprünglich als Geschichte der Stadt und des Bistums Merseburg konzipiert, aber bald zu einer Geschichte der gesamten sächsischen Kaiserzeit ausgeweitet. Daher ist er nun, um die Ereignisse eines nahezu doppelt so langen wie zunächst angenommenen Zeitraumes nachzeichnen zu können, seinerseits auf bereits vorhandene Quellen jeglicher Art angewiesen gewesen. Für die ersten beiden Bücher hat er dabei auf die Sachsengeschichte Widukinds, für die ersten vier Bücher insgesamt auf die Quedlinburger Annalen zurückgreifen können. Ist er also zunächst auf ältere Quellen an- gewiesen, so stellt sich die Situation für die letzten Jahre Ottos. III und die Zeit Heinrichs II. anders da. Hier ist Thietmar Zeitzeuge, und hat zudem durch seine Position einen tiefen Ein- blick in die Politik Heinrichs erhalten, woraus sich Thietmars Konzentration auf diesen Zeitab- schnitt erklären läßt. Ergänzt werden seine Quellen durch Urkunden, einige Viten, das Merse- burger Totenbuch und neben seinen persönlichen Erlebnissen nicht zuletzt durch Mitteilungen anderer Kleriker und seiner Familie. Im Umgang mit seinen Quellen ist festzuhalten, daß Thietmar nicht einfach nur von seinen Vorlagen abgeschrieben oder die ihm auf mündlichem Weg zugekommenen Informationen ungeprüft und kommentarlos in sein Werk integriert hat. Vielmehr nimmt Thietmar vielfach Stellung und läßt unterschiedliche Meinungen und Dar- stellungen nebeneinander bestehen. So erhält er sich ein hohes Maß an Unabhängigkeit. Thietmar schreibt aber nicht nur politische Geschichte, sondern läßt alles, was er für denkwürdig erachtet in seine Chronik einfließen. Dies können Exkurse beispielsweise in Form von Kurzbiographien, Anekdoten oder Klostergründungsgeschichten sein. Dadurch, daß Thietmar die von ihm subjektiv ausgewählten Begebenheiten in assoziativer Weise in sein Werk einfließen läßt, hebt er es über eine rein annalistische Darstellung hinaus. So liefert die Chronik neben den ereignisgeschichtlichen Abläufen durch die Einstreuungen viele Randnotizen von kulturhisto- rischer Bedeutung, wobei aber die Chronologie außer acht gelassen wird. Durch die vielen Vor- und Rückgriffe im geschichtlichen Ablauf wird die Chronik für den Leser so schwer lesbar, nicht aber infolge des literarischen Stils ihres Verfassers an sich. Allerdings übt Thietmars Geschichts- auffassung Einfluß auf diesen Stil aus. Diese ist zunächst durch eine tiefe Religiosität , die sich in Form eines starken Teufels- und Wunderglaubens niederschlägt gekennzeichnet. Die be- ständig vorherrschende Angst vor Verdammnis läßt ihn bisweilen in einen ermüdend ermahnen den und moralisierenden Ton verfallen. Dieser Glaube zeigt sich auch darin, daß Thietmar, ob- gleich Adliger und in die Politik eingebunden, politische Entscheidungen oftmals religiös bewertet. Dennoch ist er seinem Herrscherhaus tief verbunden, auch wenn die einzelnen Könige eine unterschiedliche Beurteilung erfahren, die vor allem auf dem Wert ihrer Regent- schaft für die Geschicke Merseburgs gründet und theologisch begründet wird. So gilt ihm die Zeit Ottos des Großen, dem Gründer des Bistums, geradezu als Goldenes Zeitalter, wogegen sein Nachfolger aufgrund seiner Großzügigkeit zu Gunsten Magdeburgs und Halberstadts bei der Aufhebung des Bistums getadelt wird. Folgerichtig fällt Thietmars Urteil über den ihm nahe- stehenden Heinrich II., den Restaurator Merseburgs, weitaus positiver aus, obschon eine ab- schließende Beurteilung seiner Herrschaft im Gegensatz zu dessen Vorgängern fehlt, da die Chronik im Jahre 1018, also sechs Jahre vor Heinrichs Ende, mit dem Tod Thietmars endet. Die Chronik ist also unvollendet. Dennoch ist sie die einzige umfassende Darstellung der sächs- ischen Kaiserzeit und erlangt, wie Althoff treffend bemerkt, für die Regierung Heinrichs II. so- gar den „Charakter einer Leitüberlieferung.“14Inwieweit dies auch für die Geschichte des Lutizenbundes zutrifft, soll nun genauer geprüft werden.

2.2. Der Lutizenbund

2.2.1. Enstehung und Organisation des Lutizenbundes:

Betrachtet man den Lutizenbund, so findet man einen westslawischen, den Elb- und Ostseeslawen angehörenden Stammesverband vor, über dessen Entstehung und Struktur wir nur sehr unzureichend unterrichtet sind. Der Grund hierfür liegt darin, daß alle literarischen Quellen das Bündnis zumeist aus der Sicht des ostfränkisch-deutschen Staates, der Francia orientalis, und damit als eine für eine eingehendere Beschreibung nicht sehr bedeutsame Erscheinung betrachten. Keine Quelle berichtet uns von einem Gründungsakt, noch über einen direkten Anlaß, der zu seiner Entstehung geführt haben könnte. Die Bezeichnung „Lutizen“, deren etymologische Herkunft nicht zweifelsfrei geklärt ist15, tritt in den Quellen zuerst für das Jahr 789 in den Quedlinburger Annalen auf. Dort heißt es: „Carolus gentem Vulzorum subegit, qui Lutici vocantur...16“ Da der Quedlinburger Annalist für diese Zeit die weitaus älteren, leider verlorenen, Hersfelder Annalen verwendet hat, gleichzeitig die mit den Ereignissen parallel verfaßten Quellen diese Bezeichnung frühestens für das Jahr 983 oder später kennen, muß an- genommen werden, daß das Wort Lutizen erst während der letzten zwei Jahrzehnte des 10. Jahr- hunderts gebräuchlich wird und in die Quedlinburger Annalen als erklärender Zusatz eingefügt worden ist. Dennoch ist dies insofern bemerkenswert, als daß die Lutizen hier mit den Wilzen gleichgesetzt werden. Ob sich daraus eine Identität des älteren wilzischen Stammesverbandes mit dem der Lutizen ergibt, sich also nur ein anderer Name durchsetzt, oder es sich um zwei ver- schiedene und voneinander zu trennende Bündnisse handelt, ist auch unter Einbeziehung der archäologischen Erkenntnisse nicht eindeutig zu entscheiden. Thietmar erwähnt die Lutizen erstmals für das Jahr 990, ohne jedoch nähere Angaben zur Entstehung des Bundes zu machen17. Allerdings geht der Chronist an anderer Stelle auf Struktur und Gebräuche der ihm wenig genehmen Heiden ein18. Demnach setzte sich der Bund aus mehreren „regiones“ zusammen, deren Einzelszämme über politische Fragen in einer Art Volksversammlung entschieden. Von den Einzelstämmen nennt er uns nur die Redarier. Genauer bezeichnet Adam von Bremen über ein halbes Jahrhundert später als Thietmar neben diesen des weiteren die Circipanen, To- lensanen und Kessiner als Hauptträger des Bundes.19Adam und Thietmar stimmen ebenfalls darin überein, daß es für alle Stämme ein gemeinsames Zentralheiligtum, die Tempelburg Rhetre oder Radogast gibt20. Diese Angaben sind im Vergleich zu unseren Kenntnissen über andere slawische Stämme einzigartig. Fritze bemerkt dazu: „... der föderative Charakter des Gesamtverbandes, das augenscheinliche Fehlen stammesfürstlicher Gewalten, die besondere Be- deutung einer zentralen Kultstätte, weisen dem Lutizenbunde“... „eine Sonderstellung zu, deren Ursachen nicht klar sind21“. So wissen wir zumindest um einige Grundzüge der inneren Gestalt des Bundes, doch müssen die weiteren Äußerungen Thietmars über die Gebräuche der Lutizen wesentlich vorsichtiger gewertet werden. Hier berichtet der Chronist von menschlichen Blut- opfern und barbarischen Gewohnheiten. Begründet werden kann dies aus seiner unverhohlenen Abscheu gegen die Heiden, zumal die Lutizen maßgeblich am großen Aufstand gegen die ostfränkische Herrschaft von 983 teilgenommen hatten.

2.2.2. Die Ostpolitik der Ottonen bis 983:

Während der gut sieben Jahrzehnte zwischen dem Regierungsantritt Heinrichs I. 919 und dem Ausbruch des Slawenaufstandes 983 hatte sich die Situation der slawischen Stämme entscheidend zu ihren Ungunsten verändert. Waren sie dem ersten König aus sächsischem Hause neben den Ungarn noch als ernsthafte Bedrohung der ostfränkisch-deutschen Reichsgrenze gegenübergetreten, so fanden sie sich nun ihrerseits als Teil des Reiches wieder. Der Grund für diese Entwicklung ist in der die Geschichte Mitteleuropas des 10. Jahrhunderts prägenden Ent- stehung der christlichen Reiche Polens, Tschechiens und vor allem Deutschlands zu sehen. Im Zuge der expansiven Ostpolitik der sächsischen Kaiser gelang es zunächst Heinrich I., die slawischen Stämme zwischen Elbe und Oder in mehrjährigen Feldzügen in ein Abhängigkeits- verhältnis zum Reich zu zwingen, daß den Besiegten aber eine weitgehende innere Autonomie belassen hatte. Unter seinem Sohn und Nachfolger Otto I. (936-973) änderte sich der Charakter der deutschen Ostpolitik grundlegend. Otto begnügte sich nicht mehr mit dieser unsicheren, durch Aufstände beständig in Frage gestellten Abhängigkeit, sondern strebte eine vollständige Eingliederung dieser Gebiete in das Reich an. Um die eroberten Gebiete auf Dauer beherrschen zu können bediente sich Otto eines neuartigen Systems institutioneller Stukturen. So wurden zu- nächst Burgwarde errichtet, die, mit einer deutschen Besatzung versehen, als befestigte Haupt- orte Kontrolle über ihnen zugewiesene Landbezirke ausübten. Die slawische Bevölkerung dieser zumeist zwanzig bis dreißig Dörfer umfassenden Bezirke waren zum Burgenbau, Wacht- diensten sowie zur Leistung von Abgaben, dem Burgkorn, verpflichtet. Zusammengefaßt wurden die Burgwarde dann in zunächst zwei, später fünf Marken, denen ein mit weitgehenden Befug- nissen ausgestatteter Markgraf als Vertreter des Königs vorstand. Besonders die Grafen der ersten 936/37 eingerichteten Marken Herrmann Billung und Gero gingen hart gegen die slawische Bevölkerung vor. So wurden vielfach die slawische Oberschicht beseitigt und die heidnischen Kultstätten zerstört. Hier setzte das letzte Mittel zur Behauptung und Festigung der Herrschaft ein, die Missionierung der politisch unterworfenen Gebiete. Zu diesem Zweck kam es zur Gründung von Missionsbistümern an den Grenzen der Marken. Zuerst treten uns hier 948 Brandenburg und Havelberg entgegen, zwanzig Jahre später das Erzbistum Magdeburg mit seinen Suffraganen und schließlich weiter nördlich das der Erzdiözese Hamburg-Bremen unterstellte Oldenburg. Zum Zentrum dieser Politik entwickelte sich Magdeburg, wobei wir über die eigentliche Missonsarbeit jedoch kaum unterrichtet sind. Um 960 kommt es zu einem weit- gehenden Abschluß der erbittert geführten Kämpfe, so daß sich die deutsche Herrschaft im Rahmen dieses administrativen Systems, daß auch unter dem Nachfolger Ottos des Großen beibehalten und beständig ausgebaut wurde, zu festigen vermochte. Die erste wirkliche Möglichkeit sich von der drückenden Herrschaft des Reiches zu befreien, daß ihnen ihre politische Autonomie genommen hatte und einen neuen, unerwünschten Glauben aufzuzwingen suchte, bot sich den Slawen erst im Jahr 983.

2.2.3. Der Slawenaufstand von 983:

Daß der Begriff Lutizen in den letzten zwei Jahrzehnten des 10. Jahrhunderts gebräuchlich geworden ist, ist bereits gezeigt worden. Über ihre Beteiligung am Aufstand von 983 gibt uns namentlich aber nur Brun von Querfurt Auskunft. Thietmar berichtet uns in zwei dem Aufstand gewidmeten Kapiteln22nur allgemein von Slawen und daneben den Obodriten als Träger des Aufstandes. Über den Verlauf des Aufstandes führt der Chronist lediglich an, daß die Aufständischen zuerst Havelberg einnahmen, den dortigen Bischofssitz zerstörten, in der Folge Brandenburg eroberten und schließlich mordend, plündernd und schändend in Zeitz und das Kloster Kalbe einfielen. Als Grund hierfür nennt Thietmar zunächst die Überheblichkeit des Markgrafen Dietrich.

Diese relativ kurze Darstellung Thietmars, die dennoch die umfangreichste zum Slawenaufstand darstellt, hat viele Probleme aufgeworfen. Zwar werden die Lutizen allgemein als Träger des Aufstandes angesehen, doch wird vor allem Thietmars Begründung bemängelt. Denn neben der „superbia“ Dietrichs sieht der Chronist den Aufstand als gerechte göttliche Strafe für die Aufhebung Meseburgs 98123: „ Sed quae res destruccionem hanc subsequerentur, lector attende!“ Thietmar verbindet seine Bemühungen um die Restauration seines Bistums also mit einer religös begründeten Erklärung der Ursachen des Aufstandes, ohne auf die politischen Zusammenhänge einzugehen. In der Erklärung, daß das Verhalten des Markgrafen als Grund anzusehen ist, sieht Fritze insofern einen Fehler des Chronisten, als er Ursache und Anlaß verwechselt24. Den wirklichen Grund muß man wohl hingegen in der Auflehnung der Slawen gegen die Unter - drückungs- und Missionspolitik des Reiches sehen. Der Anlaß hingegen wird einhellig in der Niederlage Ottos II. bei Cap Colonne in Kalabrien gegen die Sarazenen betrachtet, da der Kaiser und mit ihm ein großer Teil des Reichsheeres zum Zeitpunkt der Erhebung somit nicht einzu- greifen vermochte. Auch Thietmars Darstellung der Ausdehnung des Aufstandes ist recht ungenau, zumal ein Vordringen der Slawen bis Spandau nachgewiesen ist25. Überdies ist infolge des Aufstandes die deutsche Herrschaft nicht nur in den von ihm benannten Orten, sondern in weiten Teilen des bis dahin beherrschten Gebietes beseitigt worden. Als Folge des Aufstandes konnten die Lutizen ihre Unabhängigkeit wiedergewinnen und über mehrere Jahrzehnte behaupten. Thietmars Darstellung des Aufstandes wird den Ereignissen weder quantitativ noch qualitativ gerecht, wobei der Chronist als adliger Sachse und Bischof aus ostfränkischer Sicht schreibt. Insofern dürfte es auch nicht in seiner Absicht gelegen haben, eine objektive Darstellung zu bieten. Überdies ist der Chronist zum Zeitpunkt des Aufstandes erst acht Jahre alt, also kein bewußter Zeitzeuge und somit für seinen Bericht ebenfalls auf Quellen angewiesen. Dabei hat er wahrscheinlich die Quedlinburger Annalen verwendet, deren Text aber erst ab 984 erhalten ist. Die Quedlinburger Annalen ihrerseits beruhen auf den älteren Hersfelder Annalen, die für das 983 zwar einen Aufstand der Slawen erwähnen, aber nicht genauer auf dessen Ablauf eingehen. Thietmar hat also selbst nur unzureichende Quellen zur Verfügung gehabt, woraus sich die Kürze seiner Angaben ergibt. Der Erfolg der Lutizen ist aber dennoch auch an Thietmars Chromik abzulesen, da er an anderer Stelle die weitere deutsche Politik gegen die Lutizen verfolgt, die zunächst in einem deutsch-polnischen Bündnis unter Otto III. bestand, und den Verlust des ostelbischen Gebietes revidieren sollte26. Zwar konnten dabei in der Mark Meißen einige Erfolge erzielt werden, doch blieb eine umfassender Erfolg aus, vielmehr fielen sie häufig in Sachsen ein. In ihrem Kampf um Unabhängigkeit von Reich und Christentum konnten sich die Lutizen in der Folgezeit die Konflikte zwischen Polen und dem Reich zu Nutze machen. Sie wurden zu einem nicht zu unterschätzenden Bündnispartner, wie ein lutizisch-böhmischer Zusammenschluß gegen Polen 990 zeigt27. Die größte Beachtung unter den Zeitgenossen hat jedoch das Bündnis Heinrichs II. mit den Lutizen gefunden.

2.2.4. Das Bündnis Heinrichs II. mit den Lutizen im Jahre 1003:

Als Otto III. am 24.01.1002 gestorben war, nutzte der polnische Herzog Boleslaw Chrobry das im Reich kurzzeitig entstandene Machtvakuum, um, wie uns Thietmar berichtet, die Mark Meißen, dessen Markgraf und Thronkandidat Ekkehard ermordet worden war, zu besetzen. Er stieß also auf Reichsgebiet vor und drang daneben auch in die Ostmark und die Lausitz ein. Dem neuen König Heinrich II. gelang es zwar zunächst den so entstandenen Konflikt unkriegerisch zu lösen, indem er Boleslaw mit Teilen der Mark Meißen sowie der Ostmark, zusammen als

Milzener Land bezeichnet, belehnte und ihn im Gegenzug zur Anerkennung seiner Lehnshoheit zwang. Doch brachte der Piast kurz darauf auch Böhmen in seine Gewalt, so daß sich innerhalb kürzester Zeit ein unabhängiges polnisches Reich an der ostfränkisch-deutschen Grenze zu konstituieren drohte. Das Angebot Heinrichs, ihm die Gebiete zu überlassen, sofern Boleslaw Böhmen von ihm als Lehen annehmen würde, lehnte dieser ab. So kam es zum Ausbruch lang - jähriger Kriege zwischen Polen und dem Reich, in die 1003 auch die Lutizen, nunmehr direkte Nachbarn Boleslaws, in einem Bündnis mit Heinrich eingriffen. Vom Bündnisschluß berichtet uns der Chronist folgendermaßen28: „ Nuncios quoque Redariorum et horum, qui Liutici dicuntur, misericorditer suscepit hactenusque rebelles munerum dulcedine promissio- numque iocunditate sedavit et de inimicis familiarissimos effecit.“ Darauf beschränkt sich Thietmars Angabe. Lediglich den Ort des Bündnisschlusses gibt er noch an: Quedlinburg. Über die Bedingungen des Abkommens unterrichtet er uns nicht, obgleich Thietmar zu dieser Zeit Probst im nahen Walbeck gewesen ist, und diese Wendung, wie Brüske bemerkt29, „doch damals Tagesgespräch unter den führenden Geistlichen“ gewesen sein muß. Schließlich ging hier erstmals ein christlicher Herrscher einen Bund gegen einen anderen Christen ein, und zwar mit Heiden! Für den tief gläubigen Thietmar, zur Zeit der Niederschrift bereits Bischof, muß dies eigentlich unerhört und unverzeihlich gewesen sein. Dennoch hält er sich mit einem Urteil zurück, obwohl er die Lutizen an anderer Stelle am liebsten aus Abscheu gar nicht erwähnt hätte30. Eine Erklärung für sein auffälliges Schweigen mag zum einem in seiner guten Kenntnis der politischen Lage begründet sein. Auch ihm muß es bewußt gewesen sein, daß Heinrich Boleslaw nicht ge- währen lassen konnte, sollte die Stellung des Reiches nicht auf Dauer geschwächt werden. Ein Bündnis mit den Lutizen war in dieser Situation von beiderseitigem Vorteil. Heinrich erhielt militärische Unterstützung, für die Lutizen bot sich die Chance ihre Eigenständigkeit dem ehemaligen Feind gegenüber zu unterstreichen und die Bedrohung auch ihres Gebietes von Osten her wirksamer abzuwehren. So kann Thietmars knappe Darstellung zum einem aus diesem Sachverhalt, zum anderen aus seinem Verhältnis zum König gedeutet werden. Heinrich war der Restaurator seines Bistums, um das der Chronist stets tief besorgt gewesen ist, und hatte ihn in- vestiert. Hinzu kommt, daß Thietmar durch seine Nähe zu Heinrich dessen Politik grundsätzlich unterstützte, zumal Boleslaws Eindringen in Meißen auch für das benachbarte Merseburg als be- drohlich erscheinen mußte. Thietmar urteilt also wiederum vor dem Hintergrund der Besorgnis um sein späteres Bistum, diesmal aber ohne dies theologisch zu untermauern. Andere Kleriker, wie beispielsweise Thietmars Mitschüler Brun von Querfurt in einem Brief an den König 1008, gehen mit ihrem Herrscher weitaus härter ins Gericht. Es zeigt sich also ein Widerspruch in der Darstellungsweise Thietmars, als daß er einerseits durch eine tiefe Religiosität geprägt ist, andererseits hier den realpolitischen Erfordernissen, wenn auch widerwillig, Vorrang einräumen muß, ohne dies in seinem Urteil über Heinrichs Bündnis jedoch offen auszudrücken. Eine offene Kritik an Heinrich bleibt aus, sogar als die Lutizen später gegen die christlichen Obodriten zu Felde zogen31. Sein Bericht über die Rolle der Lutizen in den nun folgenden Polenkriegen gegen Boleslaw bleibt ebenfalls auf kurze Randnotizen beschränkt. Da aber für diese Vorgänge auch keine ausführlicheren anderen Quellen zur Verfügung stehen, ist die Bedeutung der Lutizen in den Polenkriegen nicht wirklich zu klären.

3. Abschließende Betrachtung:

Als Ergebnis der Untersuchung ergibt sich, daß die Chronik Thietmars nur bedingt als Quelle für die Geschichte des Lutizenbundes zu verwerten ist. Zwar stellt sie die wichtigste Quelle vor allem für die Zeit Heinrichs II. dar, doch erfahren wir im Grunde nur am Rande etwas über diesen Bund. Da die übrigen schriftlichen Quellen ebenso unausführlich sind oder die Lutizen gar nicht er - wähnen, müssen vor allem die archäologischen Erkenntnisse stark in die Betrachtung einbezogen werden. Selbst dann bleiben viele Fragen noch ungeklärt. Eine genauere Geschichte der Lutizen ist also anhand von Thietmars Chronik allein nicht nachzuzeichnen. Das Wenige, was wir wissen, beruht dennoch in Ermangelung weiterer Quellen auf seiner Chronik, die jedoch stets kritisch im Hinblick auf die Darstellungsweise und die möglichen Gründe dafür untersucht werden muß. Daher ist eine genaue Betrachtung des Gesamtwerkes sowie des Lebens des Chronisten und der Charakteristik seines Amtes im 10. Jahrhundert unerläßlich.

Quellen - und Literaturverzeichnis

Quellen :

1. Magistri Adam Bremensis gesta Hammaburgensis ecclesiae pontificum, hrsg. v. B. Schmeidler, in: Monumenta Germaniae Historica, Scriptores Rerum Germanicarum in usum scholarum 2,

3. Auflage 1917.

2. Annales Quedlinburgensis, hrsg. v. G. H. Pertz, in: Monumenta Germaniae Historica, Sriptores rerum Germanicarum III, 1893, S. 22-66.

3. Brunonis epistola ad Heinricum II., hrsg. v. W. v. Giesebrecht, in: ders., Geschichte der deutschen Kaisezeit II, 5. Auflage 1885, S. 702 ff.

4. Thietmari Merseburgensis episcopi Chronicon, hrsg. v. R. Holtzmann, in: Monumenta Germaniae Historica, Sriptores rerum Germanicarum, Nova Series, T. IX, Berlin 1935.

5. Thietmari Meseburgensis episcopi Chronicon, neu übertragen und erläutert v. W. Trillmich,

7. Auflage Darmstadt 1992 ( Freiherr- vom- Stein- Gedächtnisausgabe. A. Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters , Bd. 9 )

6. Widukindi monachi Corbeiensis rerum gestarum Saxonicarum libri tres, hrsg. v. P. Hirsch, in: Monumenta Germaniae Historica , Scriptores rerum Germanicarum in usum scholarum 60,

5. Auflage, Berlin 1935.

Literatur:

1. Althoff, G., s.v.Thietmar von Merseburg, in: Lexikon des Mittelalters, Bd. 8, München-Zürich 1997, Sp. 694 - 696.

2. Blaschke. K., s. v. Merseburg, in: Lexikon des Mittelalters, Bd. 6, München-Zürich 1993, Sp. 544 - 547.

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4. Fleckenstein, J., Grundlagen und Beginn der deutschen Geschichte, 3.durchgesehene und bibliographisch ergänzte Auflage Göttingen 1988.

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Details

Titel
Die Chronik Thietmars von Merseburg als Quelle für die Geschichte des Lutizenbundes
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin
Veranstaltung
PS Mittelalterlicher Befestigungsbau im östlichen Deutschland. Schriftliche und sachliche Überlieferung
Note
1,7
Autor
Jahr
1998
Seiten
17
Katalognummer
V106387
Dateigröße
425 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Chronik, Thietmars, Merseburg, Quelle, Geschichte, Lutizenbundes, Mittelalterlicher, Befestigungsbau, Deutschland, Schriftliche
Arbeit zitieren
Horst Blechschmidt (Autor), 1998, Die Chronik Thietmars von Merseburg als Quelle für die Geschichte des Lutizenbundes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/106387

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