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Stabilität von Kultivierungsurteilen

Title: Stabilität von Kultivierungsurteilen

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 55 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Livia Krentel (Author)

Communications - Research, Studies, Enquiries
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Seit über 30 Jahren beschäftigen sich Sozialwissenschaftler nun schon mit dem Thema „Kultivierung“. Beeinflusst das Fernsehen das Weltbild seiner Zuschauer? Übernehmen Menschen die sozialen Verhältnisse im Fernsehen für ihre Sicht der realen Welt? Die Kultivierungsforschung geht davon aus, dass gerade das Thema Gewalt und auch die Anzahl der Personen, die zur Verbrechensbekämpfung oder in Krankenhäusern eingesetzt werden, von Fernsehzuschauern für die Realität stark überschätzt werden. Der Grund liegt darin, dass Gewalt und die oben genannten Berufsbilder im Fernsehen im Vergleich zum wirklichen Leben überproportional stark vertreten sind. Die Kultivierungsforschung hat sich bereits intensiv mit Einflussvariablen auseinander gesetzt, die zusätzlich zum Fernsehkonsum die Kultivierung beeinflussen. Darunter fällt zum Beispiel das Involvement während des Fernsehens, die persönliche reale Erfahrung einer Person mit Gewalt oder auch das genrespezifische Nutzungsverhalten des Fernsehzuschauers.

Aber wie stabil sind eigentlich solche Kultivierungsurteile? Sie werden allgemein als Kurzzeiteffekte angesehen, die mit der Zeit nachlassen, wenn der TVKonsum stark zurückgeht. Nur durch Kumulation vieler Einzeleffekte entsteht angeblich ein langfristiger Kultivierungseffekt. Welchen Einfluss nun tatsächlich Unterschiede im TV-Konsum, Involvement oder der persönlichen realen Gewalterfahrung zu zwei verschiedenen Messzeitpunkten auf die Kultivierung haben, soll diese Untersuchung zeigen. Wir wollen feststellen, wie stabil Kultivierungsurteile sind und wodurch die Stabilität oder Instabilität bedingt ist. Zu diesem Zweck wurden im Winter 2001/2002 im Abstand von vier Wochen zweimal Studenten unterschiedlicher Fachrichtungen der Universität München befragt. Dabei war es wichtig, in beiden Befragungswellen die gleichen Studenten zu erreichen. Anhand des Paneldesigns konnten sowohl Unterschiede in der Kultivierung exakt verglichen sowie auch überprüft werden, ob diese auf Unterschiede unabhängiger Variablen zu den zwei Messzeitpunkten zurückzuführen sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretischer Teil

2.1 Stand der Forschung

2.2 Hypothesen der Untersuchung

3 Empirischer Teil

3.1 Methode

3.2 Deskription der Stichprobe

3.3 Unabhängige Variablen

3.4 Abhängige Variable

3.5 Ergebnisse

3.5.1 Hypothesen zur Kultivierung

3.5.1.1 H1: Je mehr jemand fiktionales Fernsehen sieht, desto höher ist der Kultivierungseffekt

3.5.1.2 H2: Je niedriger das Involvement, je geringer die persönliche Gewalterfahrung und je höher der durchschnittliche TV-Konsum, desto höher der Kultivierungseffekt

3.5.2 Hypothesen zur Stabilität von Kultivierungsurteilen

3.5.2.1 H3: Unterschiede im TV Konsum zu zwei verschiedenen Messzeitpunkten verursachen instabile Kultivierungsurteile

3.5.2.2 H4: Eine zuvor noch nicht gemachte Gewalterfahrung zwischen zwei Messzeitpunkten führt zu sinkenden Kultivierungsurteilen

3.5.2.3 H5: Unterschiede in der realen Gewalterfahrung über Medien zu zwei verschiedenen Messzeitpunkten führen zu instabilen Kultivierungsurteilen

3.5.2.4 H6: Unterschiede im Involvement zu zwei verschiedenen Messzeitpunkten verursachen instabile Kultivierungsurteile

3.5.2.5 H7: Bei Vielsehern und Wenigsehern sind Kultivierungsurteile jeweils über zwei verschiedene Messzeitpunkte stabil

3.5.3 Zusammenfassung

4 Fazit

5 Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Stabilität von Kultivierungsurteilen im Zeitverlauf durch ein Paneldesign. Das primäre Ziel ist es festzustellen, inwieweit Kultivierungseffekte innerhalb von vier Wochen variieren und welche Faktoren – wie Fernsehkonsum, Involvement oder persönliche Gewalterfahrungen – diese Stabilität oder Instabilität beeinflussen.

  • Analyse des Einflusses von fiktionalem Fernsehkonsum auf die Kultivierung
  • Untersuchung der Rolle des Involvements bei der Informationsverarbeitung
  • Einfluss persönlicher und medial vermittelter Gewalterfahrungen auf Realitätskonstruktionen
  • Panelstudie zur intraindividuellen Stabilität von Kultivierungsurteilen über zwei Messzeitpunkte
  • Kritische Reflexion der verwendeten Kultivierungsmessinstrumente

Auszug aus dem Buch

Prozess der Urteilsbildung

L.J. Shrum unterzog die Methodik der „empirischen Befragung“ in der Kultivierungsforschung, die vor allem subjektive Einschätzungen abfragt, einer kritischen Betrachtung. Er vermutete, dass vor allem durch die Befragungssituation die Urteilsbildung verfälscht wird. Um die Auswirkungen situativer Bedingungen zu beschreiben, bemühte er Ansätze der sozialen Kognitionstheorie.

Bei der Untersuchung von Kultivierungseffekten werden oft sogenannte „Set Size Judgements“ abgefragt, das sind quantitative Einschätzungen etwa über die Häufigkeitsverteilung bestimmter Berufe. Dabei kann die Urteilsbildung unterschiedlich erfolgen. Der Befragte geht systematisch vor, wenn er alle verfügbaren Erfahrungen zur Fragestellung mit einbezieht und sein Urteil quasi mathematisch abwägt. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass der Befragte heuristisch vorgeht, besonders da er bei einer Befragung in der Regel ein geringes Involvement aufweist und unter gewissem Zeitdruck steht. In diesem Fall richtet sich eine Urteilsbildung vor allem nach den Erfahrungen, die der Befragte als erstes und am leichtesten abrufen kann. Die Erinnerung an bereits gemachte Erfahrungen ist demnach bestimmt von ihrer Verfügbarkeit (accessibility), die von vier Faktoren abhängt:

• Regelmäßigkeit und Zurückliegen (frequency & recency)

• Lebhaftigkeit (vividness)

• Außergewöhnlichkeit (distinctiveness)

• Vertrautheit mit dem Thema (relation to accessible constructs)

Je stärker die einzelnen Faktoren ausgeprägt sind, desto schneller und leichter kann der Befragte die Erfahrung ins Gedächtnis rufen und sie in seine Urteilsbildung einfließen lassen (Shrum, 1995).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der Kultivierungsforschung ein und definiert das Forschungsinteresse an der Stabilität von Kultivierungseffekten.

2 Theoretischer Teil: Dieses Kapitel arbeitet den Forschungsstand auf, insbesondere Modelle von Gerbner, Hawkins/Pingree, Potter und Shrum, und leitet daraus die zentralen Hypothesen ab.

3 Empirischer Teil: Hier wird das Paneldesign der Untersuchung erläutert, die Stichprobe beschrieben, die verwendeten Variablen operationalisiert und die Ergebnisse der statistischen Analysen präsentiert.

4 Fazit: Das Fazit resümiert die Befunde, diskutiert das Ausbleiben der erwarteten Instabilität der Kultivierungsurteile und reflektiert die Eignung der gewählten Methode.

5 Literaturverzeichnis: Auflistung der in der Arbeit zitierten wissenschaftlichen Quellen.

Schlüsselwörter

Kultivierung, Kultivierungsanalyse, Kultivierungsurteile, Fernsehkonsum, Involvement, Gewalterfahrung, Paneldesign, Soziale Realitätskonstruktion, Urteilsbildung, Heuristiken, Set Size Judgements, Medienwirkung, Rezeptionsforschung, Stabilität, Sozialwissenschaftliche Befragung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie stabil die durch fiktionales Fernsehen geprägten Weltbilder, sogenannte Kultivierungsurteile, über einen Zeitraum von vier Wochen bei Studenten bleiben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen den Einfluss von Fernsehkonsum, das Involvement der Zuschauer bei der Mediennutzung sowie den Einfluss persönlicher oder medial vermittelter Gewalterfahrungen auf die soziale Realitätskonstruktion.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, ob Kultivierungsurteile instabil sind, wenn sich Einflussvariablen wie Fernsehkonsum, Involvement oder Gewalterfahrungen zwischen zwei Messzeitpunkten verändern.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es wurde eine quantitative Panelbefragung mit zwei Erhebungswellen im Abstand von vier Wochen durchgeführt, wobei die Daten anschließend mittels hierarchischer Regressionsanalysen ausgewertet wurden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst der theoretische Rahmen und der aktuelle Forschungsstand diskutiert, gefolgt vom empirischen Teil, in dem das methodische Vorgehen, die Beschreibung der studentischen Stichprobe und die detaillierte Prüfung der aufgestellten Hypothesen zu Kultivierungseffekten und deren Stabilität dargelegt werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Kultivierung, Kultivierungsanalyse, Fernsehkonsum, Involvement, Gewalterfahrung, Paneldesign und die soziale Realitätskonstruktion.

Warum wurden speziell Studenten als Stichprobe gewählt?

Die Befragungen wurden im universitären Kontext in Seminaren durchgeführt, da diese einen festen Teilnehmerkreis und einen klaren Veranstaltungszeitpunkt boten, was für ein Paneldesign vorteilhaft war.

Warum konnte die Hypothese zur Instabilität bei Gewalterfahrungen nicht bestätigt werden?

Die Ergebnisse waren nicht signifikant, was möglicherweise an der insgesamt sehr geringen Anzahl an Befragten lag, die im Untersuchungszeitraum tatsächlich persönliche Gewalterfahrungen gemacht hatten.

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Details

Title
Stabilität von Kultivierungsurteilen
College
LMU Munich  (Institut für Kommunikationswissenschaften München)
Course
Befragung im Hauptstudium
Grade
2,0
Author
Livia Krentel (Author)
Publication Year
2002
Pages
55
Catalog Number
V10645
ISBN (eBook)
9783638170130
ISBN (Book)
9783656450382
Language
German
Tags
Befragung Kultivierung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Livia Krentel (Author), 2002, Stabilität von Kultivierungsurteilen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10645
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