Österreich und Wien in der Geschichte


Referat / Aufsatz (Schule), 2002
8 Seiten, Note: 1

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Geschichte

Referat: Österreich im Laufe der Geschichte - Die Geschichte Wiens

Quellen: Österreich - Daten zur Geschichte und Kultur, Buch von Walter Kleindel

Österreich - Das Buch zum Kennenlernen und Erinnern, Buch von Ernst Hauser

Als ich begann, mich in dieses Thema - intensiver als jemals zuvor - einzuarbeiten, merkte ich sehr schnell, dass ich ein Thema gewählt habe, welches zwar ziemlich interessant, aber auch ziemlich umfangreich ist. So ist es mir keinesfalls möglich, die Geschichte Österreichs wirklich in ein Referat von dieser gewünschten Länge einzubringen. Dennoch reicht die Länge, um zumindest einen interessanten Einblick zu geben und die Geschichte Österreichs in Kurzform zu präsentieren. Mehr Wert als auf die allgemeine Geschichte - welche die meisten Menschen zumindest überblicksmäßig kennen - lege ich also einerseits auf die Jahrhunderte vor der Herrschaft der Habsburger, wie auch auf die Entwicklung der österreichischen Hauptstadt Wien. Alles andere werde ich im Sinne eines 10-Minuten-Vortrages nur ganz kurz streifen.

Österreich wird gerne eine „junge Republik“ genannt, was sie zweifelsfrei auch ist. Ansonsten aber reichen die Beweise für die Geschichte Österreichs bis zur mittleren Altsteinzeit zurück.

Die ersten Spuren menschlichen Lebens in Österreich sind Funde, welche Altersmäßig zwischen 150.000 und 80.000 vuZ (vor unserer Zeitrechnung) angesiedelt sind. Erste Sammler- und Jägertätigkeiten hinterließen ihre Spuren. Gebrauch von Feuer, primitive Werkzeuge, Höhlenfunde. Dazu gehört die Gudenushöhle bei Hartenstein im Kremstal/NÖ, Gamssulzen bei Kirchdorf/OÖ, Bärenhorst am Untersberg/Sbg., Salzofenhöhle bei Bad Aussee/Stmk., Bärenhöhle bei Winden/Bgld. und andere Funde die belegen, dass es zu dieser Zeit bereits menschliches Leben im heutigen Gebiet von Österreich gegeben hat.

80.000 bis 10.000 vuZ - die jüngere Altsteinzeit - wuchs das Siedlungsgebiet außerhalb der Alpen, besonders im Donauraum. Der bedeutendste Fund aus dieser Zeit ist sicherlich die „Venus von Willendorf“ (Kalksteinplastik, welche die Fruchtbarkeit symbolisieren soll), die in der Wachau gefunden wurde. In der Mittelsteinzeit, zwischen 10.000 und 5.000 vuZ, wurden die Menschen sesshafter. Grundlagen bäuerlicher Kulturen wurden geschaffen, während gegen Ende der Jungsteinzeit (5.000 - 1.800 vuZ) die bäuerliche Lebensform bereits stark entwickelt war.

Pflug und Wagen, Haustiere, Holzbearbeitung, Pfahlbauten, Weberei, Töpferei und Brot waren keine unbekannten Dinge mehr. Einfache Hausformen lösten die Wohngruben ab, es entstanden kleinere Siedlungen.

In der frühen Jungsteinzeit (5.000 - 2.500 vuZ), entwickelte sich eine eigenständige donauländische Kultur, belegbar durch keramische Formen. In der späteren Jungsteinzeit (2.500 - 1.800 vuZ), fand eine größere Völkerwanderung statt. Diese wurde vermutlich durch Klimaveränderungen ausgelöst. In der Bronzezeit (1.800 - 800 vuZ), begann der Abbau und die Verarbeitung von Kupfererz und Werkzeuge und Geräte aus Bronze (ca. 90% Kupfer und 10% Zinn) setzten sich durch, was eine Verbesserung der Wirtschaftsformen, aber auch der Landwirtschaft nach sich zog. Die Besiedelung wurde dichter.

Während der Eisenzeit (800 - 400 vuZ) wurden - wie der Name schon sagt - Kenntnisse über Eisenverarbeitung verbreitet, welche in Kleinasien längst bekannt waren. Neben dem sich rasch entwickelnden Abbau von Eisen, entwickelte sich auch der Salzabbau. Eisen und Salz wurden zu begehrten Tauschobjekten, wobei Eisen speziell für Waffen und Werkzeuge verwendet wurde. Bronze nur noch für Schmuck. Hallstadt/OÖ wurde geboren und durch den Salzbergbau entstand eine Dauersiedlung mit Anfangs etwa 200- 300 Einwohnern und Blockhäusern in der Art von Almhütten.

Ab ca. 400 vuZ drangen Kelten - eine indogermanische Völkergruppe - aus Frankreich und Süddeutschland kommend in den österreichischen Raum ein.

Einzelne keltische Völkerschaften wurden in den leichter zugänglichen Gebieten Österreichs als Oberschicht der illyrisch durchmischten Urbevölkerung sesshaft. Während die Illyrer eher in den Alpenregionen zu finden waren, legten die Kelten als befestigte Höhensiedlungen die ersten Städte an. Zwischen 300 und 100 vuZ drangen die Kelten auch in den Alpenbereich vor, eine Vermischung von Kelten und Illyrer begann. Dieses neue Volk nach der Vermischung wurde von den Römern als „taurisci“ bezeichnet.

In dieser Zeit wurde die Landwirtschaft verbessert und die Stämme wurden von Gaufürsten regiert, die nach griechischen Vorbildern Münzen drucken ließen. Die Bevölkerungszahl stieg stark an und viele Menschen verließen schließlich auf Grund von Überbevölkerung und Landmangels ihre Siedlungsgebiete und drangen Richtung Adria vor. Nachdem die Römer die Stadtbildung in Friaul verhindert hatten, zogen sich die Taurisker wieder zurück.

Um 176 vuZ entstanden enge wirtschaftliche und freundschaftliche Beziehungen zwischen den Römern und den Tauriskern. Der Römer Interesse war hauptsächlich ein Zugang zu den Gold- und Eisenlagern im Ostalpenraum. Schließlich entstand unter dem Einfluss der Römer ein Zusammenschluss keltischer Stämme, das Königreich Noricum. Dieses älteste Staatsgebilde Österreichs, umfasste das Gebiet von den Quellen der Drau und Salzach bis zur Donau. Also das heutige Kärnten, Osttirol, Salzburg, Steiermark, Oberösterreich, Niederösterreich, Burgenland und Westungarn bis zur Raab.

Um 150 vuZ besetzte Rom (vermutlich kampflos) das Königreich Noricum, zur Sicherung seiner Nordgrenze. Damit wurde die Donau zur Grenze des römischen Reiches. Die Nachkommen des Kaiser Augustus - Tiberius und Drusus - unterwarfen in schweren Kämpfen die Ostschweiz, Vorarlberg und Tirol.

Im Jahre 9 nuZ unterlagen die Römer gegen die vereinigten Germanenstämme und im Jahre 10 nuZ entstanden die ersten geschlossenen Germanensiedlungen nördlich der Donau, speziell im Weinviertel/NÖ.

Im 1. und 2. Jahrhundert wurden Politik und Verwaltung der römischen Provinzen - zu denen auch das heutige Österreich gehörte - denen des übrigen römischen Reiches angepasst, Sprache, Religion, Sitte und Brauchtum jedoch nicht angetastet. In dieser römischen Antike, wurde auch Wien gegründet. Die heutige Weltstadt begann als Militärlager der Römer. Im 1. Jahrhundert wurde an der Stelle wo heute Wien liegt ein römisches, militärisches Lager aufgeschlagen. Der Mauerverlauf des damaligen Militärlagers, findet sich bis heute in recht markanten Straßenzügen der heutigen Wiener Innenstadt.

Nachdem in den verschiedenen Jahren Markomannen, Quaden, Jazygen und Langobarden in das Gebiet eindrangen, begann Kaiser Mark Aurel um 170 nuZ mit einer Gegenoffensive. Er säuberte die Provinzen von Eindringlingen.

Unter Kaiser Diokletian erlebte Österreich 293 nuZ als Teil der römischen Provinzen erstmals die absolute Monarchie mit gottgleicher Stellung des Kaisers. 303 kam es unter Diokletian zu heftigen Christenverfolgungen auf österreichischem Boden. Am 04. Mai 304 erfolgte der Märtyrertod des hl. Florianus, des einzigen christlichen Märtyrers Österreichs. Da er sich auf Grund von Verhören eines Kameraden als Christ bekannte, wurde er darauf hin in der Enns ertränkt.

391 erging schließlich ein Edikt des Kaisers Theodeosius, worin festgehalten war, dass das Christentum Staatsreligion des römischen Reiches - und damit auch vorherrschende Religion auf österreichischem Boden - sei. Nachdem gleichzeitig auch ein Verbot aller heidnischen Kulte erfolgte, zerstören Christen die heidnischen Kultstätten.

Durch den zunehmenden Machtverfall der Römer am Ende des 4. Jahrhundert, verlor die Reichsgrenze zunehmend an Bedeutung und der Boden von Österreich wurde zum einen Teil Siedlungsgebiet der Germanen, zum anderen Teil Durchzugsgebiet der in Wanderung geratenen Völker. Die Machtkämpfe in österreichischem Gebiet waren vielfältig. (Bezüglich Stämme und Völker, die den Boden des heutigen Österreichs besiedelt oder betreten haben, siehe Anhang 1).

Um 660 gewannen die Bayern in Ostösterreich, bis in das Gebiet des Wienerwaldes, wachsenden Einfluss. Als die Awaren 740 in Kärnten einfielen, riefen die Kärntner Bayern zu Hilfe, die auch halfen. Dafür mussten die Kärntner den Bayern nach erfolgreicher Abwehr allerdings auch Heerfolge leisten.

Unter König Karl dem Großen (bei dem bis es bis heute geteilte Meinungen gibt, ob es ihn jemals gab) wurde 788 das Herzogtum Bayern einschließlich des österreichischem Gebietes Bestandteil des Fränkischen Reiches. Um 795 wurden die Gebiete am Kamp und im Wienerwald von den Awaren erobert. Die Grenze des fränkischen Reiches wurde daher bis an die Raab erweitert.

Um 800 n. Chr. schuf Karl der Große zwischen den Flüssen Donau und Drau die Karolingische Mark gegen die Awaren

Wien im frühen Mittelalter: Vom 5. bis zum 9. Jahrhundert gibt es leider keine schriftlichen Unterlagen mehr über die Entwicklung Wiens. Untersuchungen haben jedoch ergeben, dass zumindest ein Rest der Siedlung weiter genutzt wurde und die Lagerbefestigung noch bis ins 13. Jahrhundert genutzt wurde. Von einer "Stadt" war Wien damals jedoch noch weit entfernt.

962 fand die Kaqiserkrönung Otto I. durch den Papst in Rom statt. Damit bekam Österreich den Titel „Heiliges Römisches Reich“ (Sacrum Romanum Imperium), welches als Fortsetzung des römischen Reiches galt.

976 errichtete Kaiser Otto II. das erste Herzogtum auf österreichischem Boden: Das Herzogtum Kärnten. 976 begann auch die 270 Jahre dauernde Herrschaft der Babenberger, mit dem ersten babenbergischen Marktgraf Leopold I. Die Marktgrafschaft lag vorerst zwischen Enns und Traisen, wurde aber etwa 985 bis an den Wienerwald erweitert.

Über die vielen Kämpfe, welche die Babenberger - speziell gegen die Ungarn - führten, und über das Leben und Wirken der Babenberger, könnte ich jetzt ein eigenes Referat schreiben. Dies ist nicht mein Ziel, da jedoch die Babenberger sehr maßgeblich waren, einen kurzen Überblick.

Nachdem 995 der Bayernherzog Heinrich II. starb, wurde der Verband zwischen dem Herzogtum Kärnten und Bayern entgültig gelöst. Otto, ein Enkel Kaiser Ottos I., und damit ein Babenberger, wurde nun Herzog von Kärnten.

Am 1. November 996 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung des Namens „Ostarrichi“ in einer Schenkungsurkunde an die Kirche. Zitat aus dieser Urkunde „...Gebiet, das im Volksmund Österreich genannt wird“ (...regione vulgari vucabulo ostarrichi). Aus diesem Grund wurde 1996 in Österreich der tausendste Namenstag gefeiert.

In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhundert Wurde das Wort „deutsch“ gebräuchlich, welches schon um 1100 als „diutisch“ für Sprach, Land und Volk angewandt wurde. Erstmals wurde 786 „theodisce“ im Sinn von Volkssprache (Gegensatz zum Lateinischen) erwähnt.

1156 wurde die Markgrafschaft Österreich ein selbständiges Herzogtum. Mit dem damit verbundenen "Privilegium minus" erhielt Österreich eine Selbständigkeit, die den Grundstein für das Herauswachsen aus dem Verband der deutschen Fürstentümer bot.

Wien im Mittelalter: In der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts, verlegten die Babenberger - österreichische Marktgrafen, welche auch als Herzöge von Bayern fungierten - ihre Residenz nach Wien und gründeten Wiens ältestes Kloster "St. Maria bei den Schotten". Der unmittelbare Kontakt zu den Landesfürsten war es auch, welcher bei Wien entscheidend zur Stadtwerdung beitragen sollte. Im 12. Jahrhundert wurde die Wiener Stadtmauer errichtet, Wien erhielt sein erstes Stadtprivileg und es wurde "eines der bedeutendsten Städte des Reichsgebietes, nach Köln" genannt. Im frühen 13. Jahrhundert war Wien bereits in weitreichende Handelsbeziehungen eingebunden, in intensiven Kontakten mit Venedig und die Donaustrasse wurde viel genutzt. Währenddessen wurde die Vorstadtzone, welche außerhalb der Stadtmauern lag, zunehmend ausgebaut.

1192 erwarben die Babenberger durch einen Erbvertrag die Steiermark und regierten damit ein imponierendes, in sich geschlossenes und festgefügtes Herrschaftsgebiet. 1246 endete die Herrschaft der Babenberger, nach dem Tod von Herzog Friedrich II., denn dieser hinterließ keinen männlichen Nachfolger und keine Bestimmungen über seine Nachfolge.

Nach vier Jahren herzoglose Zeit, folgte vier Jahre später die kaiserlose Zeit. Österreich und Steiermark fielen an das Heilige Römische Reich zurück. 1247 wird Wien abermals zur unmittelbaren Reichsstadt erhoben. Das österreichische Interregnum. Verfassungsrechtlich kann von einem Interregnum nicht gesprochen werden, da die babenbergischen Lehen ans Reich zurückfielen, doch versteht man darunter den Zeitraum zwischen dem Aussterben der Babenberger und der Belehnung der Habsburger.

1252 findet die Hochzeit von Przemysl Ottokar von Böhmen und Margarete von Österreich statt. Die Ehe sicherte ihm die Herrschaft in Österreich.

Ein Großteil der Geschichte wird bestimmt, durch ewige Fehden zwischen Österreich und Ungarn, die zu erwähnen ich gar nicht alle vermag. Dies zog sich von der Römerzeit, über die Babenberger, bis hin zu Ottokar von Böhmen und auch später noch den Habsburgern. 1271 wird der zweite Friede von Wien erklärt und König Stephan V. von Ungarn erkennt die Herrschaft Ottokars über Kärnten und Krain an.

Dann aber wandte sich das Geschick gegen den Przemysliden, der als Gegenkandidat 1273 bei der Wahl zum deutschen König dem Grafen Rudolf von Habsburg in Frankfurt unterlag. Dieser wurde von den deutschen Kurfürsten einstimmig zum deutschen König gewählt. 1275 lehnte sich Österreich und Steiermark erneut gegen die immer strenger werdende Herrschaft von Ottokar auf. Diesem werden schließlich vom König Rudolf von Habsburg die Länder und Besitzungen abgesprochen. Damit endete das Interregnum.

Das Herzogtum Österreich kam 1282 an die aus Schwaben stammenden Habsburger. König Rudolf I., belehnte seine beiden Söhne Albrecht und Rudolf mit den Herzogtümern Österreich und Steiermark zur „gemeinsamen Hand“, also gemeinsame Führung der Regierung. Damit erfolgte praktisch die Gründung der habsburgisch-österreichischen Hausmacht Wien im späten Mittelalter: Im 14. Jahrhundert setzte die gotische Umgestaltung des Stadtbildes ein, welche das Aussehen der Stadt bis ins frühe 17. Jahrhundert nachhaltig prägen sollte. Die Wiener Universität wurde ebenfalls im 14. Jahrhundert gegründet, wodurch die Stadt eine Bereicherung erhielt. Wirtschaftlich lag der Schwerpunkt in Handelsbeziehungen und im Weinbau. Wein war das wichtigste Exportgut und es gab ein Verbot für den Import ausländischer Weine.

1314 überlassen die Werdenbergern den Habsburgern die Feste Gutenberg mit den dazugehörigen Gütern. Dies waren die ersten bedeutenden Stützpunkte der Habsburger im Land vor dem Arlberg. 1335 belehnt Kaiser Ludwig IV. die Habsburger mit Kärnten, Südtirol und Krain. Später dann Tirol, welches ihnen von Gräfin Margarethe Maultasch von Tirol abgetreten wurde.

1348/49 waren Katastrophenjahre. Missernten führten zu Hungersnöten, das Auftreten der Beulenpest entvölkerte ganze Städte und Dörfer und das stärkste Erdbeben überhaupt schüttelte Österreich. Villach wird zerstört, ein Bergrutsch vernichtet 15 Dörfer, die Anzahl der Toten ist nicht bekannt.

Von 1379 bis 1496 waren die habsburgischen Länder durch Erbverträge geteilt. Der in der Reichspolitik erfolglose Friedrich III. widmete sich in vermehrtem Maße der Hauspolitik. Unter Friedrich begann mit der Verheiratung seines Sohnes Maximilians mit Maria von Burgund die erfolgreiche Heiratspolitik der Habsburger.

1522 erfolgte die Teilung des Hauses Habsburg in eine spanische und in eine österreichische Linie. Letztere erwarb 1526 durch Inkrafttreten eines Erbvertrages Böhmen und Ungarn und legte so den Grundstein für den späteren Vielvölkerstaat. Unter Ferdinand begann die lange Zeit der Türkenkriege (1529 1. Türkenbelagerung Wiens) sowie die Zeit der Gegenreformation, nachdem der Protestantismus in weiten Teilen Österreichs Fuß gefaßt hatte.

Wien und die Türken: 1529 standen die Türken vor Wien. Die Belagerung blieb erfolglos, jedoch war diese Epoche in baulichen Veränderungen Wiens zu spüren. Die Stadtmauer wurde durch eine moderne Befestigung mit Basteien ersetzt, zu dem auch eine unverbaute Zone (das sogenannte Glacis) rings um die Stadtbefestigung gehörte. Errichtung von Klostern und die Barockisierung des Stadtbildes begann ab dem 17. Jahrhundert. Mit der erfolgreichen Abwehr der türkischen Belagerung, hatte die Stadt Wien eine hohe internationale Anerkennung gefunden. Stadtbeschreibungen und Reiseberichte, zeigen schon im frühen 16. Jahrhundert eine Stadt mit auffällig hohen Häusern, engen Gassen, großstädtischem Charakter, pulsierendem Leben. Wien wurde um diese Zeit herum zur "Reichshaupt- und Residenzstadt" des römisch-deutschen Kaisers. Der Hof residierte in der Hofburg, der Adel errichtete in den Vorstädten seine Palais, die Kirche startete eine regelrechte Klosteroffensive.

Durch die Abwehr der Osmanen im 16. und die Siege über sie im 17. Jahrhundert begann der Aufstieg Österreichs zur Großmarkt. Im 18. Jahrhundert schufen die Herrscherin Maria Theresia und ihr Sohn Joseph II. mit ihren Reformen die Grundlagen für einen modernen Staat (zentrale Verwaltung, Schulpflicht, Aufhebung der Leibeigenschaft).

Wien im 18. Jahrhundert: Die Zweite Türkenbelagerung 1683, konnte nur durch die gut ausgebauten Befestigungsanlagen, den heftigen Verteidigungswillens der Stadtbewohner und dem gerade noch rechtzeitig eintreffendem des Einsatzheer glücklich überwunden werden. Ansonsten wurde die Stadt aber schwer getroffen.

Die Stadtmauer und einzelne Gebäude der Innenstadt wiesen schwere Beschädigungen auf, die Vorstädte lagen in Schutt und Asche. Die Befestigung wurde wieder hergestellt und nun gelangte die Barockisierung der Stadt zu ihrem entgültigen Durchbruch. Immer mehr wurde auch in den Vorstädten gebaut.

Kaiser Franz I. begründete 1803 das Kaisertum Österreich, 1806 legte er die bedeutungslos gewordene römisch-deutsche Kaiserkrone nieder. Durch den sogenannten "Ausgleich" entstand 1867 die Doppelmonarchie Österreich-Ungarn, die nach dem Ersten Weltkrieg zerfiel.

Wien im 19. Jahrhundert: Im frühen 19. Jahrhundert besetzte Kaiser Napoleon Bonaparte Wien und sprengte die Stadtmauer. Dieses Jahrhundert bedeutete für Wien eine Zeit herausragender Leistungen auf kulturellem Gebiet, wobei an die Werke von Beethoven, Schubert, Johann Strauss-Vater, Franz Grillparzer, Ferdinand Raimund, wie auch die Biedermeierkunst auf dem Gebiet des Möbelbaus oder der Malerei zu denken sei. Technisch begann ein neues Zeitalter für Wien: Die Anfänge der Dampfschiffart auf der Donau, oder der Beginn der Eisenbahn zum Beispiel. 1850 kam es zu einer Erweiterung der Stadt, wobei die Vorstädte eingegliedert und in Bezirke eingeteilt wurden. 1857 fiel von Kaiser Franz Joseph der Entschluss, die Stadtmauer zu beseitigen. Auf diesem freigewordenen Baugrund, wurde eine Prachtstrasse erbaut, an der eine Reihe öffentlicher Gebäude entstanden. Geprägt von dem damals neuen Baustil des Historismus entstanden Gebäude wie Ministerien, Museen, die Hofoper (welche heute Staatsoper genannt wird), das Reichsgebäude (in welchem heute das österreichische Parlament seinen Sitz hat), die neue Universität und vieles mehr. 1870 wurde an dieser Strasse das Rathaus gebaut. Diese Strasse - die Ringstrasse - wird heute noch international mit Wien in Zusammenhang gebracht. Der Gemeinderat wurde nach den Verfassungsänderungen von 1848 gewählt, wobei das noch länger äußerst eingeschränkte Wahlrecht allerdings erst im Jahre 1907 (für Männer)/1919 (für Frauen) den heute gewohnten, für die Allgemeinheit gesicherten Umfang erreichen sollte.

Wien und die 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts: Allgemein kann man in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von einer deutlichen Baukonjunktur in Wien sprechen. Immer mehr wuchsen Stadtgebiet und Vororte zusammen. 1890/92 wurden die Vororte südlich der Donau in Wien eingemeindet, 1904 wurde dann auch das nördlich des Stroms gelegene Floridsdorf nach Wien eingemeindet. Die Bevölkerungszahlen Wiens waren weiterhin rasant angestiegen, und das nicht nur als Folge der genannten Eingemeindungen, sondern auch infolge einer starken Zuwanderung in die Metropole der österreichisch- ungarischen Monarchie. 1880 hatte man 726.000 Einwohner gezählt, 1890 waren es - nach der Eingemeindung der Vororte - 1,365.000, 1910 schließlich wurde mit 2,031.000 Einwohnern der höchste Stand in der Geschichte der Stadt erreicht; zum Vergleich seien die Einwohnerzahlen des Jahres 1910 für London mit 7,25 Millionen, Paris 2,85 Millionen und Berlin 2,07 Millionen angeführt.

Die 1918 gegründete Republik Österreich, nun ein Kleinstaat, hatte mit großen wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen, wodurch Hitler die besten Voraussetzungen für eine Machtübernahme vorfand. Nach dem zweiten Weltkrieg, erklärte sich Österreich 1945 wieder zum selbständigen Staat /Zweite Republik), blieb jedoch zehn Jahre lang von Truppen der vier Großmächte Frankreich, Großbritannien, Sowjetunion und USA besetzt.

Wien und die Nachkriegszeit: Binnen weniger Tage wurde nach dem Ende der Kämpfe noch im April 1945 eine provisorische Gemeindeverwaltung konstituiert, die politischen Parteien entstanden ebenfalls von neuem. Die Lage der Stadt war freilich trist: Zerstörung wohin man blickte." Romano Prodi (2000)

Im November 1945 erfolgte mit der Abhaltung der ersten Gemeinderatswahlen die endgültige Rückkehr zu demokratischen Verhältnissen. Ein Jahr später, am 15. Mai 1955, sollte dann auch das Land mit dem "Österreichischen Staatsvertrag" seine Freiheit wiedererlangen. In Wien selbst kam es nicht zuletzt dank der Auswirkungen der Marshallplan-Hilfe wie auch des Endes der Beschlagnahmungen von Industrieanlagen seitens der sowjetischen Besatzungsmacht zu einem neuerlichen Wirtschaftsaufschwung.

1955 erlangte Österreich seine Souveränität. Im selben Jahr beschloss der Nationalrat die immerwährende Neutralität Österreichs, die seither das Fundament seiner Außenpolitik bilden sollte.

1995 wurde Österreich nach einer Volksabstimmung Mitglied in der Europäischen Union, unterliegt dem europäischen Parlament und den europäischen Gesetzen und hat seine Souveränität damit wieder verloren. Die Neutralität ist heute nicht mal mehr das Papier wert auf der sie festgehalten ist. Ich werde dieses Referat irgendwann in 20 oder 30 Jahren fortführen und bin gespannt wie es weitergehen wird mit Österreich.

8 von 8 Seiten

Details

Titel
Österreich und Wien in der Geschichte
Note
1
Autor
Jahr
2002
Seiten
8
Katalognummer
V106581
Dateigröße
411 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wien, Geschichte
Arbeit zitieren
Angelika W. (Autor), 2002, Österreich und Wien in der Geschichte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/106581

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