Audiovisuelle Medien


Hausarbeit, 2001
14 Seiten

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Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Was sind Medien?
1.1. Was sind audiovisuelle Medien?
1.2. Klassische audiovisuelle Medien
1.3. Neue Medien/ Multimedia

2. Nutzen von audiovisuellen Medien

3. Funktion von audiovisuellen Medien im Unterricht

4. Einsatz von audiovisuellen Medien im Unterricht
4.1. Wahl des Mediums
4.2. Allgemeine Kriterien zum Einsatz von audiovisuellen Medien
4.3. Vorbereitung, Durchführung und Evaluation von audiovisuellem Medieneinsatz
4.4. Wirkung von audiovisuellen Medien auf den Lehr-Lernprozess

5. Problemfelder der audiovisuellen Medien
5.1. Die Klassischen audiovisuellen Medien
5.2. Die Neuen Medien/ Multimedia

6. Vorausschau
6.1. Neue Aufgaben der Medienerziehung
6.2. Unterrichtsziele beim Einsatz von audiovisuellen Medien und Multimedia
6.3. Neue Einsatzmöglichkeiten von audiovisuellen Medien

Literaturverzeichnis

Einleitung

Der Einsatz von audiovisuellen Medien hat in der Schule eine lange Tradition. Bereits in den 20er Jahren wurden Schulfunk und später Schulfernsehen im Unterricht eingesetzt (vgl. Hagemann 1978: 26). Mittlerweile ist der Einsatz von audiovisuellen Medien in der Schule nicht mehr wegzudenken. Ich möchte an dieser Stelle einen Überblick geben, wie audiovisuelle Medien derzeit im Unterricht genutzt und eingesetzt werden, welchem Zweck ein solcher Medieneinsatz dient und welche Funktion er im Unterricht ausfüllt. Anschließend zeige ich einige Problemfelder auf, die der Umgang mit audiovisuellen Medien beinhaltet und schließe mit einer Vorschau auf zukünftige Entwicklungen im Bereich der Mediendidaktik.

1. Was sind Medien?

Allgemein bezeichnet man alle Informationsträger als Medien. In didaktischen Zusammenhängen umfasst der Medienbegriff auch das Gerät selbst, obwohl es kein eigener Informationsträger ist. Man unter- scheidet bei allen Medien zwischen Hardware, dem Gerät selbst, und der Software, dem Inhalt, welcher der Hardware zugeführt wird. Medien können zunächst allgemein nach folgenden Kriterien eingeteilt werden:

a) personale Medien (Worte, Gesten) und nicht-personale Medien (z.B. Fernsehen)
b) Eigenproduktion, d.h. selbsthergestelltes Material, und Fremd- produktion
c) unterrichtliche Medien (z.B. Film, Rundfunk) und Unterrichts- medien (z.B. Schulhörfunk, Schulfernsehen)
d) didaktisch neutrale Medien, die nicht speziell für den Unterricht produziert werden
e) funktionsspezifische Medien, die für Unterrichtszwecke hergestellt werden und einen Sachverhalt vereinfacht darstellen
f) selbstunterrichtende Medien wie z.B. Lernprogramme

1.1. Was sind audiovisuelle Medien?

Alle Medien, die die auditiven und visuellen Sinnesorgane, d.h. Ohren und Augen, gleichzeitig ansprechen, werden als audiovisuelle Medien bezeichnet.

1.2. Klassische audiovisuelle Medien

Zu den klassischen audiovisuellen Medien werden Schallplatten, Tonbänder/-kassetten, Tonbildreihen, Tonbildschauen, Schulfunk und Schulfernsehen, 8mm Filme, 16mm Filme, Fernsehen, Video und CDs gerechnet.

1.3. Neue Medien/Multimedia

Neue Medien/Multimedia kombinieren unterschiedliche Codesysteme (Text, Bilder, Grafiken, Film etc.) und sprechen gleichzeitig die auditiven und visuellen Sinnensorgane an (vgl. Strittmatter 2000: 100). Unter Multimedia kann man z. B. computergestützte Lernprogramme fassen, den Personal Computer oder das Internet. Digitale Fotografie, digitales Video, Bildbearbeitung sind einige der Möglichkeiten zur Arbeit mit Multimedia.

2. Nutzen von audiovisuellen Medien

Der Vorteil von audiovisuellen Medien liegt in der gleichzeitigen sprachlichen und bildlichen Darstellung von Sachverhalten. Ein Sachverhalt wirkt auf den Rezipienten interessanter, wenn die (auditiv empfangenen) Information gleichzeitig bildlich darstellt werden. Aufgrund dessen kann sich allgemein die Aufmerksamkeit des Zuschauers erhöhen. Eine bildliche Darstellung kann darüber hinaus Anhaltspunkte geben, worauf der Rezipient seine Aufmerksamkeit richten soll (vgl. Strittmatter 2000: 85). Weiterhin kann ein Sachverhalt je nach Bedarf in der ganzen Komplexität geschildert werden oder vereinfacht dargestellt werden. Im schulischen Kontext sind audiovisuelle Medien Hilfsmittel der Lehrperson.

3. Funktion von audiovisuellen Medien im Unterricht

Ebenso wie alle im Unterricht eingesetzten Medien haben audiovisuelle Medien mehrere Funktionen. Sie sollen die Lernenden motivieren/ einstimmen, die Aktivität steuern, einen Sachverhalt darbieten und/oder erörtern. Darüber hinaus können sie zum Zweck der Wiederholung, Einübung, Zusammenfassung und Erfolgskontrolle genutzt werden. Die letztgenannten Funktionen kommen jedoch kaum zum Tragen.

Im derzeitigen schulischen Unterricht überwiegen die Funktionen der Darbietung und Motivation (vgl. Sacher 1994: 24). Dabei kommen am häufigsten Tonkassetten, Tonbildreihen, Schallplatten, Filme, Videos und CDs zum Einsatz. Hierbei werden Tonkassetten, Schallplatten und CDs primär zu Motivationszwecken benutzt, während Filme und Videos hauptsächlich der Darbietung und Motivation dienen (vgl. Sacher 1994: 27). Die Medien werden häufig sehr früh oder am Anfang einer Unterrichtsphase/-einheit verwendet und dienen meist dem bloßen Enrichment, d.h. „einer zusätzlichen Unterstützung und Anreicherung von Unterrichtsprozessen“ (Sacher 1994: 24).

4. Einsatz von audiovisuellen Medien im Unterricht

Es gibt unzählige Möglichkeiten audiovisuelle Medien im Unterricht einzusetzen. Die Möglichkeiten werden wiederum von vielen unterschiedlichen Faktoren bestimmt. All diese Möglichkeiten und Variationen erschöpfend darzustellen wäre an dieser Stelle zu umfangreich. Die Intention ist es einen allgemeinen Trend der Verwendung von audiovisuellen Medien aufzuzeigen.

In den letzten Jahrzehnten wurden audiovisuelle Medien überwiegend als Enrichment eingesetzt, als Auflockerung und Belebung des Unterrichts (vgl. Hagemann, 1978: 31). Hierbei trat der Lehrer hinter das Medium zurück, behielt jedoch seine lenkende Rolle bei. Zur Einstimmung der Schüler auf das Thema wurden audiovisuelle Medien am Anfang einer Unterrichtsreihe verwendet, zu späteren Zeitpunkten dienten sie auch der Motivation. Der Schwerpunkt lag hierbei auf einer passiv-rezeptiven Rolle der Schüler.

Im Aufkommen der Massenmedien hat sich ein neuer Schwerpunkt beim Einsatz der audiovisuellen Medien herausgebildet. Die Medien werden selbst zum Gegenstand des Unterrichts im Rahmen einer Medienerziehung. Diese macht „die Fähigkeit und Bereitschaft zur Analyse gewollter und ungewollter, ausgewiesener und unausgewiesener Medienwirkung ... zum Ziel des Unterrichts.“ (Hagemann 1978: 61)

4.1. Die Wahl des Mediums

Es gibt vielerlei Faktoren, die die Wahl des audiovisuellen Mediums im schulischen Unterricht bestimmen, z.B. didaktische Ziele, Lehrpläne, didaktische Methoden, oder formale Medieneigenschaften. Die generelle Bereitschaft der Lehrpersonen Medien im Unterricht zu verwenden, der organisatorische Aufwand, technische Kenntnisse, der Sättigungseffekt bei einigen Medien, das Interesse der Schüler und die Ausstattung der

Schule werden mit Sicherheit ebenfalls die Wahl des audiovisuellen Mediums bestimmen.

Die Anzahl und Variationen der bestimmenden Faktoren ist so unübersichtlich, dass es seit dem Aufkommen der Medien im schulischen Unterricht zahlreiche Versuche gab, diese Faktoren zu klassifizieren und strukturieren. Aber auch durch die „Entwicklung verschiedener Medien- taxonomien“ (Strittmatter 2000: 1) gelang keine befriedigende Klassifizierung. Aufgrund des Theoriedefizits muss die Lehrperson letztendlich auf sich allein gestellt über die Art des Medieneinsatzes entscheiden.

4.2. Allgemeine Kriterien zum Einsatz von audiovisuellen Medien

Wolfgang Protzner erstellte einige allgemeine Kriterien zur Auswahl von audiovisuellen Medien (vgl. Protzner 1977: 92-125):

Originalität bedeutet, dass Informationen möglichst wenig verändert werden, damit der Schüler einen authentischen Zugang zu den Materialien bekommt. Dieser Punkt verdient gerade im Zuge der größer werdenden Möglichkeiten der Manipulierbarkeit der Medien Beachtung.

Die Adressatenbezogenheit soll sicherstellen, dass die „Fähigkeiten der Benutzer der Medien weder über- noch unterfordert“ werden (Protzner 1977: 95). Diese Notwendigkeit ergibt sich aus den unterschiedlichen anthropogenen und soziokulturellen Fähigkeiten der Schüler.

Aktualität setzt voraus, dass nur die neuesten Informationen über einen Sachverhalt ausgewählt werden, denn nur mit den aktuellsten Informationen kann ein optimaler Erkenntnisgewinn erfolgen. Es erübrigt sich auf die Bedeutung dieses Kriteriums in Zeiten der Masseninformation und Globalisierung hinzuweisen.

4.3. Vorbereitung, Durchführung und Evaluation von audiovisuellem Medieneinsatz

Der Einsatz von audiovisuellen Medien im Unterricht kann planvoll oder spontan geschehen. Bei manchen audiovisuellen Medien ist Planung und Organisation unbedingt erforderlich, wen z.B. ein entsprechend ausgerüsteter Raum aufgesucht werden muss, während bei anderen Medien so gut wie gar keine Vorbereitung notwendig ist.

Wenn eine Vorbereitung erforderlich ist, kommen vier Phasen zum Tragen: Orientierung über das Medienangebot und Vorauswahl, Prüfung der ausgewählten Medien, Vorbereitung einzelner Unterrichtseinheiten, Unterrichtsdurchführung (vgl. Hagemann 1978: 130).

Die Orientierung über das Medienangebot sollte rechtzeitig geschehen, da ggf. die Medieneinsätze mit anderen Lehrpersonen koordiniert werden müssen. Bei der Vorauswahl kommen verschiedene Faktoren zum Tragen, die die Lehrperson hinsichtlich ihres geplanten Medieneinsatzes berücksichtigen und klären muss (s. 4.1). Zur Prüfung der ausgewählten Medien gehört eine Sichtung und Beurteilung der Materialien. Diese kann anhand eines Kriterienkatalogs erfolgen. Wenn die Beurteilung der Materialien zu einem positiven Ergebnis führt, konzentriert sich die Lehrperson auf die Vorbereitung einzelner Unterrichtseinheiten. Hage- mann empfiehlt dazu Leitfragen, aus deren Beantwortung sich Konsequenzen für die Durchführung des Unterrichts ableiten (vgl. Hagemann 1978: 133)

In der Unterrichtsdurchführung können audiovisuelle Medien „unterschiedliche Funktionen übernehmen, in verschiedenen Phasen eingesetzt werden oder eine zentrale oder mehr periphere Stellung einnehmen.“ (Hagemann 1978: 133). Wenn Medien eine zentrale Stellung einnehmen ist es wichtig sie im Unterrichtskontext möglichst gut zu integrieren. Unabhängig davon welche Funktion die audiovisuellen Medien im Unterricht übernehmen, sollten vor und nach dem Medieneinsatz vorbereitende und nachbereitende Unterrichtsphasen eingeplant werden. Dabei sollten die Aktions- und Sozialformen andere sein als im Medieneinsatz.

Dem Medieneinsatz im Unterricht sollte im Idealfall eine Evaluation folgen, d.h. eine rückschauende, bewertende Analyse des Medien- einsatzes. Die Analyse kann helfen Fehler im zukünftigen Unterricht zu vermeiden und die Medien effektiver einzusetzen. Hagemann fasst einige Analyseschwerpunkte in Form von Fragen zusammen. Die Fragen befassen sich mit dem Verhältnis von Medien zu Unterrichtszielen, -inhalten, -methoden, zu Lehrern, Schülern, zu schul- und unterrichtsorganisatorischen Bedingungen (vgl. Hagemann 1978: 138ff.). Sie können je nach Relevanz für die individuelle Analyse des Unterrichts sortiert werden. Hagemann macht in seinen Ausführungen deutlich, dass nicht immer eine umfassende Analyse, die alle Fragen behandelt, notwendig oder zeitlich möglich ist (vgl. Hagemann 1978: 139).

4.4. Wirkung von audiovisuellen Medien im Lehr-Lern-Prozess

Kennzeichnend für alle audiovisuellen Medien ist, dass sie Informationen gleichzeitig über Sprache und über visuelle Eindrücke vermitteln. So können Informationen besser aufgenommen werden, denn die Befürchtung, „dass sich Bild und Ton mehr blockieren als ergänzen, was zu einer Reduzierung der Verarbeitungsleistung führen kann“ (Strittmatter 2000: 86), bestätigt sich nicht. Die Effektivität von audiovisuellen Medien ist dennoch etwas umstritten, da ihre Wirkung auf Lernprozesse nicht eindeutig geklärt ist (vgl. Strittmatter 2000: 83).

Trotzdem kann der Einsatz von audiovisuellen Medien im Unterricht eine positive emotionale Wirkung haben, da die Lehrperson für den Zeitraum des Einsatzes entlastet wird. Die Aufmerksamkeit der Schüler wird auf das Medium gelenkt und richtet sich nicht mehr ausschließlich auf die Lehrperson. Eventuell vorhandene Spannung im Lehrer-Schüler- Verhältnis treten in den Hintergrund.

5. Problemfelder der audiovisuellen Medien

Defizite der audiovisuellen Medien können im didaktischen, methodischen, formalen, inhaltlichen oder organisatorischen Bereich liegen. Die Probleme im inhaltlichen Bereich können sein, dass der Hauptanteil der audiovisuellen Software (Filme, CDs) mittlerweile kommerziell produziert wird. Die Lehrperson vertritt indirekt die Interessen der Industrie und muss ggf. inhaltlich irrelevante Aussagen zugunsten des Gesamtmaterials hinnehmen.

Im organisatorischen Bereich wäre als problematisch anzuführen, dass ein audiovisueller Medieneinsatz häufig mit hohem zeitlichen und organisatorischen Aufwand verbunden ist. Dieser Aufwand ist aber innerhalb der traditionellen Grenzen des Stundenplans kaum zu leisten.

Die Defizite im didaktischen Feld liegen darin, dass dem Lehrkörper bisher anscheinend nicht genügend mediendidaktische und - pädagogische Kompetenzen vermittelt werden (vgl. Sacher 1994: 67). Des weiteren besteht ein Theoriedefizit, dass sich „konkret mit der Unterrichtspraxis in den Fächern, Schularten und Schulstufen“ auseinandersetzt (Sacher 1994: 68).

Die Probleme im methodischen Bereich ähneln denen im didaktischen Bereich. Auch hier herrscht ein Mangel an verwertbaren Theorien zum Einsatz von audiovisuellen Medien. Für bestimmte Aufgaben und Situationen im Unterricht - Wiederholung, Übung, Erfolgskontrolle - ist nicht genügend Material vorhanden (vgl. Sacher 1994: 67), was den Einsatz von audiovisuellen Medien stark auf die Funktionen der Darbietung und Motivation beschränkt. In den letzten Jahrzehnten ist die Medienvielfalt im täglichen Leben extrem angestiegen ist und macht neue Ansätze zum Umgang mit Medien erforderlich.

5.1. Die klassischen audiovisuellen Medien

Alle klassischen audiovisuellen Medien funktionieren nur über die EinWeg-Kommunikation. Das bedeutet, dass der Schüler in eine passivrezeptive Rolle fällt, die sehr der Rolle des Schülers im Frontalunterricht gleicht. Eine Mitgestaltung des Unterrichtsgeschehens ist hierbei kaum möglich, da die Lehrperson die Kontrolle über Medien und Medieneinsatz hat. Es besteht die Gefahr, dass schülerrelevante Themen trotz Medieneinsatzes nicht zum Unterrichtsinhalt werden.

Eine anderes Problem beim Einsatz von klassischen audiovisuellen Medien ist, dass die viele der Geräte schlichtweg veraltet sind. Dies beeinflusst die inhaltliche Auswahl der zu verwendenden Materialien, da aktuelle Themen für bestimmte Geräte nicht mehr kommerziell produziert werden, z.B. Schallplatten, 8mm- und 16mm Filme.

5.2. die Neuen Medien/ Multimedia

Auch der Einsatz von neuen Medien ist nicht unproblematisch. Zum einen sind hohe Anschaffungskosten für die Hardware nicht auszuschließen. Meistens sind speziell ausgestattete Räume aufzusuchen, was die Einbindung der Medien in den Unterricht erschwert und mit hohem Organisationsaufwand für die Lehrperson verbunden ist. Teilweise erfordert der Umgang mit den Neuen Medien einen hohen Grad an Technisierung. Schüler und Lehrer müssen sich technische Kenntnisse aneignen und sich ständig ‚weiterbilden’.

Im Umgang mit Multimedia macht sich die fehlende Theorieabdeckung besonders bemerkbar. Die Faktoren, die bereits beim Unterrichtseinsatz von konventionellen audiovisuellen Medien kaum zu überblicken waren, haben sich bei den neuen Medien vervielfacht. Da es sich nicht mehr um eine Ein-Weg-Kommunikationssituation handelt, müssen völlig neue Unterrichtskonzepte erarbeitet werden. Dies wirkt sich auf die Inhalte und Ziele aber auch auf die Methodik im Unterricht aus.

6. Vorausschau

Der Stellenwert der Medien hat sich in den letzten Jahrzehnten grundlegend gewandelt. Vom bloßen Handlanger der Informationsgesellschaft sind Medien zu Infotainment-Mogulen aufgestiegen. Viele Medien sind dergestalt im Alltag integriert, dass man sie sich nicht mehr aus dem täglichen Leben wegdenken kann.

Ihr Stellenwert und ihre allgegenwärtige Präsenz verlangen einen bewussten Umgang mit den Medien. Im Alltag ist der Medienumgang durch eine „oberflächliche, beiläufige Wahrnehmung gekennzeichnet“ (Maier 2001: 46). In der Schule soll „ein produktiver Umgang mit den

Medien erlernt“ werden, der „gleichzeitig den Rollenwechsel vom Konsumenten zum Produzenten einschließt“ (Maier 2001: 46). Diese Idee ist zunächst einmal nichts neues, denn genau diesen Gedankten verfolgte seit den 70er Jahren die Medienerziehung.

6.1. Neue Aufgaben der Medienerziehung

Die bisherigen Aufgaben der Medienerziehung beschränken sich jedoch weitestgehend auf die Analyse der Medien und der Medienwirkung. Die Analyse allein reicht aber nicht mehr aus um den Schülern einen kompetenten Umgang mit der Medienflut zu vermitteln. Eine Möglichkeit dazu sieht Wolfgang Maier in der Vermittlung einer Medienkompetenz, die die traditionelle Medienerziehung einschließt und erweitert (vgl. Maier 2001: 47ff.).

6.2. Unterrichtsziele beim Einsatz von audiovisuellen Medien und Multimedia

Ein Beispiel für neue Unterrichtsziele beim Einsatz von audiovisuellen Medien und Multimedia könnte die Vermittlung von folgenden Kompetenzen sein (vgl. Maier 2001: 47ff.):

1. Medien bewusst wahrnehmen, d.h. der „Veroberflächlichung“ entgegenwirken und Inhalte analysieren
2. Technische Kompetenz , d.h. Medien korrekt anwenden können
3. Semantische Kompetenz, die Fähigkeit Gestaltung und Bildsymbolik entschlüsseln und kritisch bewerten zu können
4. Pragmatische Kompetenz, die Fähigkeit mit Medien zu kommunizieren und Medien aktiv zu verwenden

Im Idealfall hätten diese Unterrichtsziele zur Folge, dass sich der Unterricht vom Lehrerzentrierten zum Schülerzentrierten wandelt, da nicht mehr die Lehrperson die Inhalte vorgibt, sondern sie sich aus den Erfahrungen und dem Handlungsbedarf der Schüler ergeben. Das geschieht, wenn Schüler selbständig eine Idee entwickeln oder aus einem Problem einen Handlungsbedarf ableiten.

6.3. Neue Einsatzmöglichkeiten von audiovisuellen Medien

Den derzeitigen Schwerpunkt beim Einsatz von Medien bilden Motivation der Schüler und Darstellung von Sachverhalten. Diese Funktion sollte zugunsten von anderen Funktionen wie Wiederholung, Einübung, Erfolgskontrolle und Kompetenzvermittlung im Umgang mit Medien zurücktreten. Kompetenzvermittlung könnte durch eigenständige Recherchen von Schülern stattfinden, durch die Dokumentation von Projekten, Durchführung von Video-Konferenzen, oder Bildbearbeitung. Für den Einsatz audiovisueller Medien zum Zweck der Wiederholung, des

Einübens und der Leistungsüberprüfung müsste jedoch mehr didaktisches fächerbezogenes Material zur Verfügung stehen.

Abschlussbemerkung

Bei meiner Recherche ist mir aufgefallen, dass der Medieneinsatz nicht so unumstritten ist wie es vielleicht angenommen wird. Die Wirkung und Effektivität ist immer noch nicht erwiesen, obwohl der Medieneinsatz bereits seit Jahren Alltag im Unterrichtsgeschehen ist. Es ist auch etwas befremdlich, dass nach fast 90 Jahren Medieneinsatz immer noch keine schlüssige Methodik bzw. ausreichendes didaktisches Material vorhanden zu sein scheint. Es scheint zwar Ansätze von Neuerungen in der Mediendidaktik zu geben, aber die praktische Umsetzung in der Schule hinkt beträchtlich hinterher. Insgesamt war ich erstaunt über soviel unterschiedliches und teilweise kontroverses Material im Bereich des Medieneinsatzes.

Literaturverzeichnis

Hagemann, Wilhelm. 1978. Einf ü hrung in die Mediendidaktik.

Studientexte. 1. Auflage. Köln. Verlagsgesellschaft Schulfernsehen

Maier, Wolfgang. 2001. Mit Medien motivierten: Beispiele f ü r den

Unterricht. 1. Auflage. Wiesbaden. Universum Verlagsanstalt GmbH KG

Protzner, Wolfgang. 1977. Zur Medientheorie des Unterrichts. 1. Auflage. Stuttgart. Reclam Verlag

Sacher, Werner, u.a. 1994. Audiovisuelle Medien und Medienerziehung in der Schule. Strukturelle und typologische Ergebnisse einer Repr ä sentativuntersuchung. 1. Auflage. München. KoPäd Verlag

Strittmatter, Peter und Helmut M. Niegemann. 2000. Lehren und Lernen mit Medien. Eine Einf ü hrung. 1. Auflage. Darmstadt. Wissenschaft- liche Buchgesellschaft

14 von 14 Seiten

Details

Titel
Audiovisuelle Medien
Hochschule
Technische Universität Dortmund
Autor
Jahr
2001
Seiten
14
Katalognummer
V106975
Dateigröße
405 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Hausarbeit für das Grundstudium EW
Schlagworte
Audiovisuelle, Medien
Arbeit zitieren
Erika Nahlovsky (Autor), 2001, Audiovisuelle Medien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/106975

Kommentare

  • Gast am 27.11.2002

    einfach falsch.

    habe nur den Anfang gelesen und das hat schon gereicht:
    in 1.1. schreibt sie, dass "alle Medien, die die auditiven und visuellen Sinnesorgane, d.h. Ohren und Augen, gleichzeitig ansprechen", als audiovisuelle Medien bezeichnet werden. In 1.2. folgt dasnn eine Aufzählung dieser, die dann unter anderem die Schallplatte und Tonkassette beinhaltet. Dies würde der Aussage aus 1.1. aber widersprechen. Richtig ist, dass audiovisuelle Medien alle Medien zusammenfasst, deren Technik Bilder und/oder Töne vermitteln!!
    Außerdem kann man nicht einen seperaten Gliederungspunkt ansezten und dann nur einen Satz schreiben!

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