Industrialisierung Sachsens im 19. Jahrhundert


Facharbeit (Schule), 2002
8 Seiten, Note: 14 Punkte

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Gliederung

1. Einleitung

2. Industrialisierung
2.1. Begriff Industrialisierung
2.2. Zeitliche Einordnung

3. Voraussetzungen und Gründe
3.1. Einführung der Gewerbefreiheit 1861
3.2. Gründung des Deutschen Reiches (Einführung des metrischen Systems und einer einheitlichen Währung)
3.3. Technische Neuerungen (z. B. Dampfmaschine, Maschinen der Textilgewerbe)

4. „Schrittmacherindustrien“
4.1. Textilindustrie
4.2. Maschinenbau in Chemnitz und Leipzig
4.3. Die erste Lokomotive „Saxonia“ und ihre Auswirkungen

5. Gründerjahre und Gründerkrach in Sachsen

6. Unternehmer und ihr Wirken in Sachsen
6.1. Rudolf Sack
6.2. Richard Hartmann
6.3. Gustav Harkort

7. Zusammenfassung

8. Quellenangaben

1. Einleitung

In dieser Hausarbeit im Fach Geschichte werde ich mich intensivst mit dem Thema der Industrialisierung in Sachsen im 19. Jahrhundert auseinandersetzen. Zu diesem Zwecke habe ich mir einige Bücher beschafft, diese durchgearbeitet und mir das für meine Arbeit Wichtige herausgesucht. Zuerst werde ich den Begriff der Industrialisierung klären und zeitlich einordnen. Dann mache ich mir über die Voraussetzungen Gedanken und werde diese niederschreiben. Als nächstes werde ich einige Industriezweige näher erläutern. Weiterhin gehört es zu meiner Aufgabe die Bedeutung der Gründerjahre für Sachsen zu analysieren. Der letzte Schwerpunkt liegt bei den Unternehmern. Zu ihnen habe ich mir einige Informationen aus dem Internet und aus diversen Büchern zusammengesucht.

2.Industrialisierung

2.1. Begriff Industrialisierung

Als Industrialisierung bezeichnet man den Übergang von der handarbeitorientierten zur maschinenorientierten Tätigkeit.

Kennzeichnend für diesen Vorgang sind mechanischer Antrieb anstelle von biologischen. Als Beispiel ist dafür die Dampfmaschine zu nennen. In der Textilindustrie wird das Spinnrad durch eine Spindelmaschine, ein Handwebstuhl durch einen Maschinenwebstuhl ersetzt. Auch gab es neue technische Verfahren in der Eisenerzeugung und dessen Verarbeitung.

Als industrielle Revolution bezeichnet man eine Industrialisierung, wenn sie stürmisch und innerhalb weniger Jahre abläuft.

2.2. Zeitliche Einordnung

Über die zeitliche Einordnung der Industrialisierung in Deutschland und Sachsen des 19. Jahrhunderts gibt es verschiedene Meinungen.

Verschiedene Historiker legen den Beginn der industriellen Revolution in die Mitte der 1830er Jahre, weil sich zum Beispiel in dieser Zeit der „vierte Stand“, vermögenslose und lohnabhängige Arbeiter, immer stärker ausdehnte. Außerdem vollzog sich schon in dieser Zeit eine rasche Änderung der Produktionstechniken.

Andere ordnen die Industrialisierung erst rund 20 Jahre später ein, um 1850. begründet wird dies mit der Aussage, dass sich da die ersten „führenden Sektoren“ herausbildeten, zum Beispiel die Textilindustrie, die Nettoinvestitionen nahmen zu und das Nettosozialprodukt stieg.

3. Voraussetzungen und Gründe

Für die Industrialisierung Deutschlands und damit auch Sachsens gab es verschiedene Gründe und musste es bestimmte Vorraussetzungen geben. Als Beispiel wäre da die Gründung des Deutschen Reiches 1871 zu nennen. Diese Gründung zog viele Vorteile für Unternehmer und Gewerbetreibende nach sich. Natürlich spielt auch die geografische Lage Sachsens mit seinen vielen Erzlagerstätten dabei ein gewisse Rolle. Auch die Einführung der Gewerbefreiheit und die bereits vorangegangene industrielle Revolution in England sind wichtige Faktoren, weil England Sachsen damit als Vorbild und auch als Konkurrent diente. Frankreich musste nach dem verlorenen deutsch-französischen Krieg fünf Milliarden Kriegskontribution an Deutschland zahlen und ein Teil dessen gelangte auch nach Sachsen.

3.1. Einführung der Gewerbefreiheit 1861

Veränderungen im Bereich von Handel und Gewerbe wurden nötig, da die gewerbliche Produktion aufgrund der hemmenden Zunftvorschriften nicht mehr entwicklungsfähig war. Mit dem Oktoberedikt von 1807 wurde deshalb die Gewerbefreiheit in Preußen als erstem Land verkündet. Als letzte deutsche Staaten führten sie 1861 Sachsen, 1862 Baden und Württemberg, 1868 Bayern ein.

Gewerbefreiheit bedeute, dass jedermann in jedem Umfang, jeden Produktionszweig mit jeder Produktionstechnik eröffnen und betreiben konnte. Dies galt im allgemeinen auch für Frauen.

Dies bedeutete die Aufhebung der Zünfte in der alten Form, Konkurrenz und das Risiko des wirtschaftlichen Untergangs. Die ständischen Beschränkungen wurden aufgehoben und es war keine fachliche Ausbildung als Voraussetzung für ein Gewerbe mehr gefordert. Außerdem waren keine Konzessionsgenehmigungen vom Staat mehr erforderlich.

Dies führte natürlich alles dazu, dass eine gewisse Überbesetzung einzelner Handwerkszweige bestand. Wegen der Konkurrenz mussten einige Handwerkerstätten und Betriebe geschlossen werden und die Zahl der arbeitenden Frauen und Kinder stieg, weil sie billige Arbeitskräfte waren. Aber es gibt auch positives: Die Gewerbefreiheit setzte Arbeitskräfte frei, die eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung der Industrie waren. Sie waren die künftigen Lohnarbeiter.

Die Gewerbefreiheit machte den Weg frei für Eigeninitiative und Unternehmergeist. Wie die Bauernbefreiung schuf sie jedoch andererseits durch ihre negativen Auswirkungen wesentliche Vorraussetzungen für die industrielle Revolution.

3.2. Gründung des Deutschen Reiches

Die Gründung des Deutschen Reiches bedeutete für Händler und Unternehmer eine große Erweiterung des Absatzmarktes ihrer Waren. Denn vorher war der Export in andere deutsche Staaten nicht rentabel genug, weil die kleinen Staaten viele Zollgrenzen hatten und man jedes Mal bezahlen musste.

Außerdem wurde das metrische System eingeführt, was das zeitaufwändige Umrechnen von Maßen und Gewichten ersparte.

Endlich erhielt Deutschland auch eine gemeinsame Währung.

Dies alles erleichterte den Handel zwischen deutschen Staaten und trug sehr zur Verbreitung der Industrialisierung bei.

3.3. Technische Neuerungen

Technische Neuerungen und Erfindungen sind , wenn sie mit Erfolg in den Produktionsprozess eingeführt werden, in den meisten Fällen das Ergebnis einer langfristigen Erprobung. Daher gehen die meisten technischen Neuerungen , die in ihrer Summe den Kern der Industrialisierung darstellen auf eine bereits im 18. Jahrhundert und früher begonnene Entwicklung zurück.

Als populärstes Beispiel kann man die Erfindung der Dampfmaschine 1763 von James Watt nennen. Sie wurde nötig, weil die Brennstoffversorgung mit Holz nicht ausreichte und die technischen Entwicklungen für das Fördern von Kohle noch nicht so weit entwickelt waren. An der Wende zum 19. Jahrhundert begann dann auch der Einsatz der Dampfmaschine als Antriebsaggregat in der übrigen Wirtschaft. Die Eisenbahn und das Dampfschiff veränderten dann im zweiten Drittel des 19. Jahrhunderts auch den Transportsektor.

Auch die Maschinen der Textilgewerbe trugen stark zur Industrialisierung bei. Bei der Herstellung von Textilien und Textilprodukten sind es vor allem drei Arbeitsgänge gewesen, die man durch Maschinen beschleunigen und verbilligen versuchte: die Garnherstellung (vom Spinnrad zur Spindelmaschine), die Gewebeherstellung (vom Handwebstuhl zum Maschinenwebstuhl) und die Verarbeitung der Gewebe (Erfindung der Nähmaschine 1830).

4. "Schrittmacherindustrien"

4.1. Die Textilindustrie

Durch den Wegfall der Zollgrenzen wurde Sachsens Textilindustrie ein großer innerdeutscher Markt geöffnet. In den Jahren 1834-37 stieg die Zahl der Baumwollspinnereien in Sachsen von 91 auf 130, außerdem entstanden on 1834-39 102 neue Betriebe in der Wollspinnerei.

Die Textilindustrie konnte Aufschwung nehmen, obwohl sie sehr abhängig von Rohstoffimporten war und es zeitweilig schwere Absatzkrisen gab. Außerdem erschwerte die harte Konkurrenz aus England den Verkauf der Waren. Deshalb war der Aufschwung auch nur möglich, da den Arbeitern die niedrigsten Löhne überhaupt gezahlt wurden, weshalb sich auch der mechanische Webstuhl nur langsam durchsetzte.

Auch wurden erst ab 1848 die englischen Spinnmaschinen von den Betrieben vermehrt eingesetzt, vorher war es nicht üblich. Die Baumwoll- und Wollweberei basierte in der Mitte des 19. Jahrhunderts völlig auf Handarbeit in Manufakturen. Damals fand der mechanische Webstuhl gerade seinen Eingang. Neue Produktionsverfahren der Veredelung setzten sich durch, wie zum Beispiel das Färben, Bleichen und Bedrucken.

Dank dieser Kriterien beherrschten die Textilien aus Sachsen den Zollvereinsmarkt und fanden trotz des englischen Marktes ihren Absatz in die USA und den Orient. Sachsen stieg in der Mitte des 19. Jahrhunderts zum Zentrum der Textilindustrie auf. Drei Viertel der Arbeiter waren 1846 in ihr beschäftigt. Um 1860 wurde auch der mechanische Webstuhl immer populärer. Waren es 1861 erst 3 000 Stück, so wurden 1875 schon rund 17 000 Stühle benutzt. In der Baumwollindustrie stieg die Spindelzahl von 1846-1861 um zirka 50%, obwohl in Sachsen nur noch ein Drittel aller Spindeln des gesamten Zollvereins liefen, weil viele Spinnereibesitzer vor den hohen Kosten für die Anschaffung einer teuren „Selfaktor-Spindelmaschine“ zurückschreckten, solange bei den extremen Niedriglöhnen noch genug Profit gemacht wurde.

Das Profil der sächsischen Wirtschaft ist eindeutig von der Textilindustrie geprägt.

4.2. Maschinenbau in Dresden, Leipzig und insbesondere Chemnitz

Als Ergänzung zur Textilindustrie entstand der Maschinenbau. Er begann sich mit fortschreitender Industrialisierung als profilbestimmender Wirtschaftszweig für Sachsen zu entwickeln. Chemnitz, das „Sächsische Manchester“, wie es häufig bezeichnet wird, war die Hochburg dieser Industrie. Dort wurden in 24 Fabriken rund 5 000 Arbeiter beschäftigt. Die Maschinenbaufabrik von Richard Hartmann, „Maschinenbau-Compagnie“, entwickelte sich zu einen der leistungsfähigsten Betriebe. Er beschäftigte 1845 zirka 350 Arbeiter. Mehr als drei Viertel der in Sachsen gebauten Dampfmaschinen stammten aus 8 chemnitzer Werkstätten.

Schwach entwickelt war jedoch die Rohstoffbasis für die Schwerindustrie. Die Eisenförderung betrug nur drei Prozent der Zollvereinsstaaten, die Hochofenförderung sogar nur ein Prozent. Revolutionierende Veränderungen im Montanbereich (Bergbau, Hüttenwesen) setzten sich nur langsam durch. Als das Zwickauer und Lugau-Oelsnitzer Steinkohlenrevier eröffnet wurde, stieg das Steinkohleaufkommen beträchtlich. Bei Zwickau wurde eines der modernsten Hüttenwerke, die „Königin Marienhütte“, errichtet. Dies war notwendig um die Schwerindustrie weiter voranzutreiben. Sachsen erlangte dadurch im sich zunehmend spezialisierenden Maschinenbau eine starke Position, darunter besonders Chemnitz. In Leipzig und Dresden siedelten sich ebenfalls Maschinenbaufabriken an, wie zum Beispiel die landwirtschaftliche Maschinenbaufabrik in Plagwitz von Rudolf Sack und die erste Nähmaschinenfabrik von Clemens Müller. Einen wichtigen Schritt leitete Johann von Zimmermann in Chemnitz ein, als er begann Bohr-, Fräs- und Hobelmaschinen zu produzieren. Auf der Weltausstellung 1862 in London zeigte sich, dass sächsische Werkzeugmaschinen mit denen der Engländer mithalten konnten oder sie teilweise sogar übertrafen.

4.3. Die erste Lokomotive „Saxonia“ und ihre Auswirkungen

Die sächsische Wirtschaft verdankt ihren Aufschwung vor allem auch dem deutschen Eisenbahnbau, dessen Vorkämpfer Friedrich List war. Er warb leidenschaftlich gerne für den Bau einer Eisenbahnstrecke von Leipzig nach Dresden als Grundlage für das deutsche Eisenbahnsystem. List war Volkswirtschaftler und Politiker und Propagandist des deutschen Zollvereins. Führende Vertreter der leipziger Handelsbourgeoisie, wie Wilhelm Seyfferth, Albert Du Feronce und Gustav Herkort griffen Projekte auf und begannen ohne nennenswerte Erfahrungen den Bau der ersten deutschen Fernbahn.

Zwei Jahre Planung und drei Jahre Bauzeit waren nötig um die Strecke fertigzustellen. Dabei wurde auch eine Brücke über die Elbe bei Riesa geschaffen und der erste Eisenbahntunnel bei Oberau gebaut. Die Schienen und Lokomotiven wurden aus England importiert. Eröffnet wurde die Strecke dann am 8. April 1839. Die erste Lokomotive aus Eigenproduktion baute der Maschinenbauunternehmer Prof. Johann Schubert und wurde „Saxonia“ getauft. Weitere Bahnbauten verbanden Sachsen mit Bayern, Schlesien und Provinzen Sachsens. Außerdem begann man den erzgebirgischen Raum und Gewerbebereiche südlich der Oberlausitz an das Eisenbahnnetz anzuschließen. Dabei wurden die Göltzschtal- und die Elstertalbrücke gebaut.

Die Bedeutung des Eisenbahnnetzes erkennt man daran, dass die Zahl des Gütertransportes um das nahezu vierzigfache gestiegen ist. Auch wurden viele gewerbereiche Regionen erst durch die Eisenbahnverbindung von der Industrialisierung erfasst. 1870 besaßSachsen das dichteste Eisenbahnnetz Deutschlands.

5. Gründerjahre und Gründerkrach in Sachsen

Am 21. Oktober 1866 schloßSachsen sich dem Norddeutschen Bund an. Nach dem deutsch-französischem Krieg 1870/71, kam es am 18.Januar 1871 in Versailles zur Gründung des Deutschen Reiches.

Durch diese Ereignisse verebbten partikularistische Bestrebungen und eine fortschrittliche Wirtschaftsgesetzgebung erleichterte die Industrialisierung Sachsens. Industrialisierung, ein einheitlicher nationaler Markt mit einheitlichen Maßen und Gewichten und fünf Milliarden Francs Kriegsentschädigung von Frankreich führten zur wirtschaftlichen Hochkonjunktur in Deutschland und damit auch in Sachsen. Die Jahre 1871-73 werden als „Gründerjahre“ bezeichnet. Es gab viele Neugründungen von Banken, Aktiengesellschaften und Unternehmen. Bisher gab es in Sachsen bis 1870 91 AG mit einem Kapital von 30 Mio. Talern, aber in den folgenden Jahren 1871/72 gab es allein 150 Neugründungen von AG 145 Mio. Talern Kapital. In Chemnitz bildeten sich hauptsächlich Werkzeugmaschinenbaufabriken, in Dresden dagegen Banken und Baugesellschaften. Eine der bedeutendsten Gründungen war die der „Dresdner Bank“ am 12. November 1872, hervorgegangen aus dem „Bankhaus Michael Kaskel“.

Diesem Geschäftsrausch folgte allerdings die Krise: der „Gründerkrach“. Auslöser war, dass das Verhältnis Angebot-Nachfrage nicht stimmte, sowie ein plötzlicher Wachstumsstopp, Streiks der Arbeiter und die Gründung von Gewerkschaften. In Dresden überlebte nur eine der sechs neu gegründeten Banken, die „Dresdner Bank“, und nur zwei der Baugesellschaften. In Chemnitz sank die Produktion im Maschinenbau bis 1878 um etwa 70%.

6. Unternehmer und ihr Wirken in Sachsen

6.1. Rudolf Sack

Rudolf Sack wurde als Sohn eines Bauern 1824 in Lützen geboren, besuchte dort die Dorfschule und wurde später von einem Privatlehrer unterrichtet. Da er bei Feldvermessungen mitarbeitete, eignete er sich mathematische und zeichnerische Fähigkeiten. Mit 18 Jahren begann er eine langjährige Wanderschaft durch Deutschland und ließsich in Plagwitz nieder und wurde Landwirt. Er war der Konstrukteur des ersten Pfluges aus Eisen und Stahl im Jahre 1850. Im Jahre 1869 eröffnete Sack seine eigene Gießerei mit Dampfhammer. Ein Jahr später 1870 gründete er seine Firma in Plagwitz bei Leipzig, wo er in fabrikmäßiger Fertigung den Universalpflug herstellte. Diese Universalpflüge hatte 26 verschiedene Arbeitswerkzeuge und konnten deshalb für die vielfältigsten Arbeiten verwendet werden. Schon 8 Jahre später, 1878, lieferte er seinen 100.000 Pflug aus. Im selben Jahr wird seine Fabrik an das Schienennetz angeschlossen, da der Export bei 50% lag. Das Ritterkreuz erster Klasse wird ihm 1875 verliehen und stirbt 1900 in Leipzig.

Zitat: „Die Zeit verlangt gebieterisch, dass wir entschieden vorwärts schreiten, indem wir die Naturgesetze, die Forschung der Wissenschaft und die mechanischen Hilfsmittel der Technik besser nutzen, als es bisher geschieht. Ich versuche, bei der Arbeit zu bleiben, solang ich eine Hand zu rühren vermag.“ (Rudolf Sack)

6.2. Richard Hartmann

Hartmann wurde 1809 im Elsaßgeboren und machte nach seiner Schulzeit eine Lehre zum Zeugschmied. Im Jahre 1832 ging er auf Wanderschaft und gelangte dabei nach Chemnitz. Anfangs arbeitete er in der berühmten Maschinenbauwerkstätte von C. G. Haubold und bewies dort sein technisches Talent. Er fertigte Werkzeuge und kleine Maschinen an, ohne eine theoretische Ausbildung zu besitzen. Später begann er ein Lokomotivbaustudium bei Stephenson in England. 1837 gründet er eine Werkstatt zur Reparatur von Spinnereimaschinen. Drei Jahre später beginnt er mit der Produktion von Florteilen, Dampfmaschinen und Werkzeugmaschinen. Seit 1845 bereitet er den Bau von Lokomotiven vor, stand aber vor dem Problem der Finanzierung. Aber Hartmann hatte Beziehungen zu einflussreichen Persönlichkeiten und deshalb stellte der Staat ihm einen Kredit von 30 000 Talern zur Verfügung und kaufte damit in England die notwendigen Arbeitsmaschinen. Ab 1848 beginnt er mit der Produktion und liefert am 7. Februar 1848 seine erste Lokomotive „Glückauf“ aus. Die sächsische Staatseisenbahn war sein Hauptabnehmer. Insgesamt baute er 87 Straßenwalzen und Lokomobile und 4611 Lokomotiven.

6.3. Gustav Harkort

Gustav Harkort wurde 1795 in Harkorten geboren und stammt aus einer traditionsreichen westfälischen Unternehmerdynastie. Er förderte den Eisenbahnbau und den Schiffsverkehr in westlichen Gebieten Deutschlands. Später ging er nach Leipzig und wurde Direktor der Leipzig-Dresdner-Eisenbahngesellschaft. Harkort besaßeine englisch Garnhandlung mit angeschlossenem Bankgeschäft. Seit 1846 war er Mitinhaber des Handelshauses „Carlowitz, Harkort & Co“ in China. Außerdem errichtete er in Leipzig eine Fabrik zur Herstellung von Galvanoplastik und Tonwaren. 1838 war er Mitbegründer der Leipziger Bank, 1842 der Maschinenwerkstatt und Eisengießerei in Leipzig und 1856 der Allgemeinen Deutschen Credit-Anstalt. Er beeinflusste den Zwickauer Kohlenbergbau durch Finanzierung des Erzgebirgischen Steinkohlen-Aktienvereins. Auch der Kunst wandte er sich zu: er unterstützte leipziger Kunstvereine und Museen. Im Alter von 70 Jahren starb er in Leipzig.

7. Zusammenfassung

Zusammenfassend kann man sagen, dass besondere Industriezweige, wie zum Beispiel der Maschinenbau oder das Textilgewerbe haben sehr zur Industrialisierung beigetragen. Aber auch den neuen Erfindungen aus dem 18. und 19. Jahrhundert ist diese großartige Entwicklung zu verdanken. Hätte es die Einführung der Gewerbefreiheit nie gegeben, würden wir wahrscheinlich immer noch in den „Kinderschuhen“ der Entwicklung stecken.

Diese Hausarbeit hat mich sehr angeregt, näher nachzuforschen und mich auch intensiver mit einem Thema auseinanderzusetzen, als es sonst der Fall ist.

8. Quellenangaben

Borchert, Fritz: „Die Leipzig-Dresdner-Eisenbahn“; Transpress 1989

de Buhr, Hermann und Regenbrecht, Michael: „Industrielle Revolution und Industriegesellschaft“; Cornelsen Hirschgraben

Buchheim, Christoph: „Industrielle Revolutionen“; dtv 1994

Czok, Karl: „Geschichte Sachsens“, Hermann Böhlaus Nachfolger 1989

Forberger, Rudolf: „Industrielle Revolution in Sachsen von 1800-1861“, Band 1, 2. Halbband; Akademie Verlag 1982

Forberger, Rudolf: „Industrielle Revolution in Sachsen von 1800-1861“, Band 2, 1. Halbband; Akademie Verlag 1999

Göbel, Rudolf: „Wissensspeicher Physik“, Volk und Wissen 2001

Hardtwig, Wolfgang: „Vormärz- der monarchische Staat und das Bürgertum“; dtv 1985

Henning, Friedrich-Wilhelm: „Die Industrialisierung in Deutschland 1800 bis 1914“, 8. Auflage; Schöningh 1993

Mommsen, Wolfgang J.: „Weltgeschichte- Band 28: Das Zeitalter des Imperialismus“; Weltbild 2000

Naumann, Günter: „Sächsische Geschichte in Daten“; Koehler & Amelang 1991

Prokasky, Herbert: „Das Zeitalter der Industrialisierung und die Utopie der bürgerlichen Gesellschaft“, Schöningh 1999

Sachsenwerk Firmen Chronik

Sächsische Zeitung: vom 17. Oktober 2002, Seite 22

Schnabel, Heinz: „Saxonia – Beschreibung und Rekonstruktion einer historischen Lokomotive“; VEB Verlag für Verkehrswesen Berlin 1989

Starke, Holger: Dresdner Hefte: „Industriestadt Dresden? Wirtschaftswachstum im Kaiserreich“; Dresdner Geschichtsverein e.V. 2000

www.sachsen.de

8 von 8 Seiten

Details

Titel
Industrialisierung Sachsens im 19. Jahrhundert
Note
14 Punkte
Autor
Jahr
2002
Seiten
8
Katalognummer
V107786
Dateigröße
430 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Der Lehrer bemängelte nur, dass die Arbeit zu sehr gegliedert sei, nur war es nicht anders möglich...
Schlagworte
Industrialisierung, Sachsens, Jahrhundert
Arbeit zitieren
Stefanie Falz (Autor), 2002, Industrialisierung Sachsens im 19. Jahrhundert, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/107786

Kommentare

  • Gast am 27.3.2003

    Inhalt maessig.

    Verstehe mich bitte nicht falsch und die naechsten Zeilen nur als eine persoenliche ANmerkung von mir, aber :

    War das wirklich eine Hausarbeit?
    Hausarbeiten wurden bei uns damals im Rahmen einer Facharbeit geschrieben und 20 Seiten ohne Titel,Erklaerung,Quellenverzeichnis und Gliederung mussten mindestens erbracht werden.

    Die Industrialisierung Sachsens birgt mehr in sich, als hier dargelegt.

    Neueinfuehrungen bzw.

  • Gast am 6.5.2015

    Arbeit ist höchstens befriedigend, aber niemals 14 Punkte wert.
    Leider einige DFehler; z.B. wurde die Gewerbefreiheit 1810, als Hauptbestandteil der Stein-Hardenbergschen Reformen, in Preußen eingeführt.

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