Das Institut für Sozialforschung - das Publikationsorgan


Seminararbeit, 2000
21 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Wissenschaftlicher Kontext
2.1 Das Institut für Sozialforschung
2.2 Max Horkheimer
2.3 Frankfurter Schule

3. Zeitschrift für Sozialforschung
3.1 Historischer Kontext
3.2 Gedankliche Idee und Forschungsansatz
3.3 Zum Charakter der Zeitschrift
3.4 Vita Zeitschrift
3.5 Inhaltlicher Wandel nach 1933

4. Heft 1. / 1932
4.1 Aufbau und Gliederung
4.2 Exkurs über das Vorwort Horkheimers
4.3 Darstellung des Themenwechselspiels und der Arbeitsweise

5. Schlussbetrachtung

Bibliographie

1. Einleitung

Das Institut für Sozialforschung war der Ort, wo sich in den dreißiger Jahren junge Autoren um den deutschen Philosophen und Soziologen Max Horkheimer versammelten, und gemeinsam erarbeiteten sie eine Kritische Theorie der Gesellschaft. Diesem Denkerkreis schrieb man später den Namen Frankfurter Schule zu.

Das an die Frankfurter Universität angegliederte Institut für Sozialforschung fungierte als der Ort, wo sich die Gelehrten der verschiedenen Wissenschaften trafen um an der Gesellschaftstheorie zu arbeiten, wobei jeder seine Wissenschaft mit einbrachte und sie alle zu einer geschlossenen Einheit zusammenflossen. Oft betitelte man diesen Kreis um Horkheimer als eine neue Art der Jüngerschaft, denn er bildete mit seinen Ideen und Gedanken doch stets das Zentrum und den Ausgangspunkt der Arbeiten.

Neben dem Buch, besaß diese Gruppe noch eine zweite, wichtige Ebene für ihre Publikationen, die in ihrem Namen von 1932 bis 1941 erschienene Zeitschrift für Sozialforschung.

Eine Zeitschrift, welche ihre interdisziplinäre Forschung, ihre Themen und ihren ständigen Diskurs zum Ausdruck brachte, als ein wichtiges Dokument über die geisteswissenschaftlichen Ideen und Diskussionen im Europa der dreißiger Jahre.

Die folgende Arbeit soll Auskunft geben, über die gedankliche Idee, den Aufbau und die Absichten dieser Zeitschrift. Es soll auch ihre Geschichte, die eng mit den Ereignissen in Europa verbunden war, erläutert werden, ebenso die Veränderungen, die sie nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 erfuhr.

Die Ideen und das gesamte Forschen des Instituts wurden in den neun Jahrgängen dieser Zeitschrift immer wieder publiziert und deutlich ist eine enge Zusammenarbeit aller Autoren erkennbar. Mit ihrem deutlich größeren Besprechungsteil gab sie vielen die Möglichkeit, sich zu genannten Themen und Essays selber zu äußern und trotz ihres Gehaltes und ihres hohen Dokumentationswertes gibt es noch heute kein Buch, welches sich monographisch nur mit Zeitschrift beschäftigt und auseinandersetzt. Schwierigkeiten ergaben sich bei der Materialsuche, dennoch soll diese Arbeit einen kleinen Einblick in das Wesen der ZfS[1] gewähren...

2. Wissenschaftlicher Kontext

2.1. Das Institut für Sozialforschung

In Frankfurt am Main wurde im Jahre1923 auf eine Initiative und aus den Mitteln der jüdischen Familie Weil sowie des Wirtschaftswissenschaftlers K. Albert Gerlach das Institut für Sozialforschung errichtet, welches 1924 seine Arbeit auf.

Angegliedert an die schon immer liberal eingestellte Goethe - Universität Frankfurts dient(e) es theoretischen und praktischen Zwecken sozialwissenschaftlicher Forschung.

Die Frankfurter Universität bot hierfür gute Voraussetzungen, war sie doch die erste Universität in Deutschland, die eine Sozialwissenschaftliche Fakultät einrichtete und generell durch einen offenen und toleranten Charakter gekennzeichnet war.

Marxistische Theorien bildeten den Grundkern der Arbeit des Instituts, welche bis 1930 von Carl Grünberg geleitet wurde. Max Horkheimer übernahm noch 1930 die Position Grünbergs und beeinflußte mit seinem Denken und seinen Ansichten die gesamte Arbeit und die Geschichte des Instituts nachhaltig. Wichtige Mitglieder zur damaligen Zeit waren u.a. G.Lukacs, H. Marcuse, T.W, Adorno, E. Fromm, W. Benjamin oder auch L. Löwenthal.

Nach der Machtübernahme Hitlers 1933 von der Regierung geschlossen, transferierte Horkheimer das gesamte Institut erst nach Genf und dann bis in die Vereinigten Staaten. Kurze Zeit später wurde es dann an die Columbia University von New York angegliedert.

In dieser Zeit trennte sich das Institut von einigen seiner Mitarbeiter, welche nach dem Krieg größtenteils weiter an amerikanischen Universitäten wirkten. In den Exiljahren entstanden zahlreiche Studien und Essay über den Nationalsozialismus sowie den (mit) - erlebten Antisemitismus.

Horkheimer, Adorno und Pollock kehrten mit als die Ersten nach dem Krieg wieder nach Frankfurt zurück, wo sie 1950 das Institut für Sozialforschung neu gründeten. Zum Direktorium gehörten in den kommenden Jahren u.a. Rudolf Gunzert, Gerhardt Brandt und Helmut Dubiel.

Verantwortlicher Träger des Instituts ist seit 1951 die Stiftung des Instituts für Sozialforschung und die heutige Forschung wird besonders durch die Stadt Frankfurt und das Land Hessen gefördert.

2.2 Max Horkheimer

Der deutsche Philosoph und Soziologe war die leitende Person des Denkerkreises der Frankfurter Schule und lange Zeit der Direktor des Instituts für Sozialforschung. Nicht nur sein Denken sondern auch seine Biographie prägte das Institut ebenso Inhalt und Schreibweise der Zeitschrift für Sozialforschung.

Im folgenden Exkurs soll kurz auf die Person Horkheimers und sein Leben eingegangen werden.

Max Horkheimer wurde am 14.02.1895 in Zuffenhausen bei Stuttgart als Sohn wohlhabender, jüdischer Eltern geboren. Seit seiner frühen Jugend stand fest, dass er Kaufmann werden und einst das Großunternehmen der Eltern übernehmen sollte. Er studierte Nationalökonomie, Psychologie und Philosophie und promovierte 1922 mit einer Arbeit über Kant. Interessiert las er die Werke der klassischen, deutschen Philosophen und ersuchte deren Neubewertung mittels der Marxschen Lehre.

1930 wurde er zum neuen Direktor des IfS[2] ernannt, wo er das erlernte Wissen der Ökonomie anwenden konnte und eine Totalimigration des Instituts erst nach Genf und später in die USA organisierte.

Die von ihm stets angeregte Vernunftkritik war wichtiger Bestandteil seiner Arbeiten und Aufsätze, er wandte sich sowohl gegen das Weltbild der positivistischen Wissenschaften als auch gegen die klassische „sinngebundene“ Metaphysik.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde 1950 das IfS in Frankfurt wieder errichtet und Horkheimer übernahm abermals die Stellung des Direktors. Max Horkheimer starb 1973 in Nürnberg.

Seine gesamte Philosophie wurde in den sechziger Jahren von der neuen Generation von Intellektuellen aufgegriffen und mit einer politischen Haltung wiederbelebt, die er jedoch nicht teilen konnte. Zusammen mit T.W. Adorno gilt er heute als einer der bedeutendsten Vertreter der kritischen Theorie der Gesellschaft.

In den dreißiger Jahren entwickelte sich um Horkheimer ein Kreis von Denkern dem in der Nachkriegszeit der Name Frankfurter Schule zugedacht wurde. Die Frankfurter Schule soll im kommenden Abschnitt Thema der Untersuchung sein.

2.3. Frankfurter Schule

„ Frankfurter Schule“ lautet die heute übliche Bezeichnung für eine bedeutende philosophische und gesellschaftstheoretische Denkrichtung und den Arbeitskreis der sich in den dreißiger Jahren um Horkheimer bildete, mit Mitgliedern wie Adorno, Benjamin, Marcuse, Fromm, später auch Habermas.

Alle Autoren des Denkerkreises geboren in den Jahren von1890 –1900 stammten aus wohlhabenden Bürgerfamilien und erfuhren eine gute Ausbildung auf verschiedenen Fachgebieten. Ein erstes Treffen, jener Autoren ereignete sich in Jena, wo sie an einer Marxistischen Woche teilnahmen und sich gemeinsame Grundansichten und Denkweisen herauskristallisierten, daß man vereinbarte, sich regelmäßig zu treffen.

Alle befanden sich im gleichen, doppelten Konflikt der Selbstkritik, empfanden sie doch Mitleid für die Ausbeutung Anderer und fühlten sich in ihren eigenen, wohlhabenden Lebensform unwohl.

Das IfS bot ihnen einen Platz, wo sie gemeinsam arbeiten und forschen konnten und mit der Durchführung einer interdisziplinären Sozialforschung begannen. Infolge der Tätigkeit am IfS kam es zu einer Schulbildung, welcher man den Namen Frankfurter Schule zudachte. Das Erarbeiten einer kritischen Theorie der Gesellschaft, war die Intention der einzelnen Autoren wobei sie den Aspekt der Ökonomie komplettierten durch die Kulturwissenschaften und vor allem durch die Sozialpsychologie.

[...]


[1] ZfS wird im folgenden genutzt als Abkürzung für Zeitschrift für Sozialforschung

[2] IFS genutzt in dieser Arbeit als Abkürzung für Institut für Sozialforschung

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Das Institut für Sozialforschung - das Publikationsorgan
Hochschule
Technische Universität Dresden  (I. für Soziologie)
Veranstaltung
Proseminar: Kritische Theorie/ Frankfurter Schule
Note
2,0
Autor
Jahr
2000
Seiten
21
Katalognummer
V10783
ISBN (eBook)
9783638171205
Dateigröße
554 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Institut, Sozialforschung, Publikationsorgan, Proseminar, Kritische, Theorie/, Frankfurter, Schule
Arbeit zitieren
Antonia Werner (Autor), 2000, Das Institut für Sozialforschung - das Publikationsorgan, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10783

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