Lessing, G. E. - Nathan der Weise - die Elemente der Epoche Aufklärung anhand Nathan der Weise


Referat / Aufsatz (Schule), 2003

10 Seiten, Note: 2


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Gliederung

A) Die Epoche der Aufklärung und Lessing als Vertreter dieser Epoche

B) Zeigen Sie wesentliche Elemente der literarischen Epoche der Aufklärung an Hand des dramatischen Gedichts „Nathan der Weise“ von Gotthold Ephraim Lessing
I. Inhaltsangabe des dramatischen Gedichts
II. Die wesentlichen Elemente der Aufklärung
1. Die Vernunft anhand von „Nathan“
a) Adoption eines christlichen Mädchens
b) Wirkung auf Mitmenschen
c) Belehrung Rechas in Sachen „Engel“ und „Wunder“
2. Die Toleranz gegenüber anderen Religion
a) Annehmen eines christlichen Mädchens
b) Dankbarkeit gegenüber Tempelherrn
c) Freundschaft mit Sultan Saladin
d) Tempelherr verliebt sich in Recha
3. Die Rolle Nathans als Erzieher
a) Erziehung des Tempelherrn zur Toleranz
b) Erziehung des Sultans zur Toleranz
4. Die Emanzipation des Bürgertums
a) Nathan als Kaufmann
b) Überlegenheit Nathans gegenüber dem Adel
5. Die Toleranz gegenüber dem Judentum
a) Nathan der Jude
b) „Heldenposition“ Nathans trotz jüdischen Glaubens

C) „Nathan der Weise“ als typisches Werk der Aufklärung

Die Aufklärung war allgemein eine Epoche in der Geschichte der Völker, in der die religiösen Überlieferungen, sittlichen Vorschriften, Gesetze und politischen Einrichtungen nicht mehr einfach geglaubt und hingenommen werden, sondern dem Urteil der eigenen Vernunft unterworfen werden. Im besonderen versteht man unter Aufklärung die geistige Bewegung des 17. und 18. Jahrhunderts in Europa, die die autonome Vernunft und die individuelle Freiheit des Menschen als höchste Werte betrachtete. Die Neuerungen verfassten zuerst die Eliten, doch der Austausch von Ideen führte notwendigerweise zu der Vorstellung von sozialer Gleichheit, indem Frauen nun miteinbezogen werden und das Bürgertum mehr angesehen wird als vorher. Die Literatur und insbesondere das Theater leisteten einen wesentlichen Beitrag die neuen Ideen verwirklichen zu können. Einer der Hauptaufklärer in Deutschland war, neben Immanuel Kant und Johann Christoph Gottsched, Gotthold Ephraim Lessing.

Dieser wurde 1729 in Kamenz /Oberlausitz als Sohn eines protestantischen Pfarrers geboren. Von 1746 bis 1748 absolvierte der außerordentliche Schüler ein Studium in Medizin und Theologie in Leipzig. 1748 bis 1755 war er Redakteur in Berlin, von 1767 bis 1770 arbeitete er als Dramaturg in Hamburg. Dabei entstanden 1755 und 1772 seine bekannten Werke „Miss Sara Sampson“ und sein bürgerliches Trauerspiel „Emilia Galotti“. 1777 begann die Fehde um die Reimarus-Fragmente. Lessing gab 1774 nach dem Tod des Gymnasialprofessors Samuel Reimarus dessen Schriften unter dem Titel „Fragmente eines Ungenannten“ heraus, welcher ebenso wie Lessing ein Anhänger des Deismus war. Diese in der Aufklärung entstandene religiöse Auffassung erkennt Gott zwar als Schöpfer der Welt an, spricht ihm aber weitere Einflussmöglichkeiten auf das Weltgeschehen ab. Somit war die Bibel nicht mehr letzte Instanz in Glaubensfragen. Nach Erscheinen der Schriften wurde Lessing vom Hamburger Hauptpastor Goeze aufs Schärfste kritisiert und vom Herzog von Braunschweig mit einem Schreibverbot belegt. Lessing hielt sich jedoch nicht an das ihm verhängte Schreibverbot und verfasste 1779 sein dramatisches Gedicht „Nathan der Weise“, welches 1781 nach dem Tod Lessings uraufgeführt wurde.

Von der Frage, welche wichtigen Elemente der Aufklärung Lessings dramatisches Gedicht wiederspiegelt, handelt diese Arbeit .

Zum besseren Verständnis folgt zuerst eine kurze Zusammenfassung des Inhalts.

Als Nathan, ein reicher jüdischer Kaufmann, nach Jerusalem zurückkehrt, findet er sein Haus von einem Brand beschädigt vor. Daja, eine christliche Gesellschafterin, erzählt ihm, dass seine Pflegetochter Recha, ein christliches Waisenkind, das er nach dem Tod seiner Frau und seiner sieben Söhne, die von Christen umgebracht worden waren, aufgenommen hatte, von einem Tempelherrn aus den Flammen gerettet wurde. Dieser war der letzte christliche Tempelherr in Jerusalem, denn die anderen hatte der muslimische Sultan Saladin töten lassen. Ihn jedoch hatte er verschont, da er seinem verstorbenen Bruder so sehr ähnlich sieht. Um ihm für die Rettung seiner Tochter Recha zu danken, lädt Nathan ihn in sein Haus ein, wobei er zunächst ablehnt. Schließlich nimmt der Tempelherr die Einladung doch an und verliebt sich trotz der unterschiedlichen Religionen, da er glaubt sie sei Jüdin, in Recha. Währenddessen lässt Sultan Saladin Nathan in seinen Palast kommen, der ihm aus seinen Geldnöten helfen soll. Jedoch wirft Saladin eine ganz andere Frage auf, nämlich die, welche Religion „die Wahre“ sei, das Judentum, das Christentum oder der Islam. Nach kurzer Bedenkzeit antwortet Nathan ihm in der sogenannten Ringparabel, die Lessing in Anlehnung an Giovanni Boccaccios „Decamerone“ als Mittelpunkt der Dramas gewählt hat. Der Sultan begreift dieses Lehrstück, nämlich dass alle Religionen im Prinzip gleich sind, lässt Nathan gehen und bietet ihm, beeindruckt von dessen Weisheit, seine Freundschaft an. Mittlerweile hat der Tempelherr beschlossen Recha zu heiraten, bevor Nathan ihm jedoch seine Tochter zur Frau gibt, will er sich noch nach seiner Herkunft erkundigen. Währenddessen erfährt der Tempelherr von der Gesellschafterin Rechas, dass diese eine Christin sei. Erschüttert darüber, dass ein christliches Mädchen jüdisch erzogen wird, wendet er sich, ohne Namen zu nennen, an den Patriarchen, der wiederum Sultan Saladin davon berichtet. Dort erfährt er, dass er und Recha Geschwister und beide Kinder des verstorbenen Bruders Assad des Sultans sind. Letztendlich wurde aus Personen unterschiedlicher Glaubensrichtungen eine große Familie und Nathan, der als einziger nicht zu dieser Familie gehört, wird trotzdem in den familiären Kreis aufgenommen. Recha erkennt Nathan als ihren Vater an, auch wenn sie mit diesem nicht verwandt ist und er einen anderen Glauben hat.

Im Anschluss an die Textzusammenfassung werden die wesentlichen Elementen der Aufklärung näher erläutert.

Als erstes wird hierbei das Element der Vernunft aufgeführt und anhand der Dramenfigur Nathan beschrieben.

Vernunft war während der Zeit der Aufklärung, die vor allem während des 18. Jahrhunderts stattfand, das Schlagwort schlechthin. Vernunft ist „die Fähigkeit des Menschen, etwas wahrzunehmen und einzusehen. Sie wird ergänzt von der Ratio, dem Vermögen klar zu denken, Entscheidungen anhand Fakten und nicht nach vorgegebenen ideologischen Ansichten zu treffen.“ „Wenn der Mensch zur vernünftigen Einsicht erzogen wird, dann muss er dementsprechend auch gut sein“, denn „dank seines Verstandes vermag der Mensch seine geistige Freiheit zu gewinnen.“ [Texte und Methoden S.138, Stadler] Der Philosoph Rene Descartes (1596-1650) drückte in dem Satz „cogito, ergo sum“ – „ich denke, also bin ich“, den in der Aufklärung gefestigten Gebrauch des Verstandes trefflich aus. So wurde der selbstdenkende Mensch, der sich, wie Kant sagte, aus seiner selbstgeschaffenen Unmündigkeit erlöste, zum neuen Ideal. Nicht mehr Gott, sondern der Mensch selbst wurde das Maß aller Dinge, und somit beherrschend in der Geistesrichtung des 18. Jahrhundert. Wie schon aus dem Titel des Buches zu erkennen ist, ist Nathan die Hauptperson. Nathan stellt für den Begriff der Vernunft ein Idealbild des Menschen dar, der nach den Regeln der Aufklärung lebt und handelt. Das Vernunftdenken Nathans lässt sich vor allem daran erkennen, dass er, nachdem er durch die Morde der Christen seine gesamte Familie verloren und der „Christenheit den unversöhnlichsten Hass“ zugeschworen hat (4. Aufzug, 7. Auftritt, Vers 3050),nach eigenen Worten seine Vernunft wiedererlangte. „Doch nun kam die Vernunft allmählich wieder. Sie sprach mit sanfter Stimm’: >>und doch ist Gott! Doch war auch Gottes Ratsschluss das! Wohlan! Komm! übe, was du längst begriffen hast; Was sicherlich zu üben schwerer nicht, Als zu begreifen ist, wenn du nur willst. Steh auf!<<“. „Ich stand! und rief zu Gott: ich will!“...(4.Aufzug, 7.Auftritt, Vers 3052-3058). Mit diesem Ausruf beschließt Nathan Recha, ein christliches Mädchen, großzuziehen, auch wenn sie einer anderen Religion angehört.

Auch während eines Gesprächs zwischen Al-Hafi, Sittah und Saladin, fällt von Al Hafi die Bemerkung „Er hat Verstand;“ (2. Aufzug, 2. Auftritt, Vers 1062). Hier zeigt sich, dass Nathan auch nach außen hin, zu seinen Mitmenschen seinen Verstand und sein Vernunftdenken überträgt. Auch schon ganz am Anfang des Dramas zeigt Nathan seine Vernunft, als Recha, gerettet vom Tempelherrn, ihren Retter als einen Engel bezeichnet. So versucht Nathan Recha von dem Gedanken an einen Engel abzubringen und ihr mit vernünftigen Argumenten die Augen zu öffnen (1.Aufzug, 2.Auftritt, Vers 358-364)

Aus diesem Grund ist Nathan ein gutes Beispiel für die Geisteshaltung der Menschen während der Aufklärung, da er das Hauptargument, nämlich Vernunft, einsieht und ausübt, nach den Prinzipien der Logik und Vernunft handelt, jedoch keineswegs verletzend gegenüber seinen Mitmenschen wirkt.

Neben dem Element der Vernunft gewann in der Epoche der Aufklärung die Toleranz gegenüber anderer Religionen an Bedeutung. Im Folgenden wird darauf näher eingegangen.

„Zu den Lieblingsideen der Aufklärung gehörten die Vorstellung, dass es eine angeborene Humanität gebe, die allen Menschen gemeinsam sei.“ [Texte und Methoden, Stadler S.138] Die wichtigste Einsicht während der Aufklärung war somit auch der Gedanke, dass alle Menschen gleich sind, egal welcher Religion sie angehören. Ob Judentum, Christentum oder Islam, alle drei Religionen scheinen zwar nach außen hin anders, sind aber im Prinzip ebenbürtig. Daraus ergibt sich somit der Gedanke der Toleranz.

Dieser These steht wiederum Nathan als bestes Beispiel in dem dramatischen Gedicht zur Verfügung. Diese Toleranz und auch Humanität Nathans lässt sich vor allem darin erkennen, dass er trotz der unterschiedlichen Religionen Recha als seine Tochter annimmt und sie liebt und umsorgt, als wäre es sein leibliches Kind Auch im Bezug zu dem christlichen Tempelherrn spiegelt sich die Toleranz und Humanität Nathans wieder. Als er erfährt, dass der Tempelherr seiner Tochter das Leben gerettet hat, lädt er ihn zu sich ein und will ihm mit Geschenken danken, obwohl er dem Christentum angehört. Des Weiteren schließt Nathan Freundschaft mit dem Sultan Saladin, auch wenn dieser muslimisch ist, wobei sich wieder das tolerante Denken Nathans zeigt.

Neben Nathan lässt auch der Tempelherr eine Entwicklung zur Toleranz während des Dramas erkennen. Er verliebt sich in Recha, obwohl er zunächst glaubt, dass sie die leibliche Tochter Nathans und somit Jüdin ist und entschließt sich, sie zu heiraten.

Die Toleranz Nathans und des Tempelherrn ist ein typisches Merkmal für die Epoche der Aufklärung.

Beim nächsten Punkt wird die Rolle Nathans als Erzieher näher beleuchtet.

Nathan ist in diesem Drama wegen seiner Toleranz und seines Vernunftdenkens, auch ein gutes Sinnbild für einen Erzieher der damaligen Aufklärungszeit. Zuerst lässt sich sehen, wie Nathan den Entwicklungsprozess zum aufgeklärten Menschen mitmacht. Auch er war zuerst gegenüber dem Christentum feindlich gesinnt, jedoch gelingt es ihm durch das Vernunftdenken, zu erkennen, das jede Religion, jeder Mensch ebenbürtig ist. Seine neuerrungenen Erkenntnisse versucht er nun an seinen Mitmenschen und tritt als „Erzieher“ auf.

Dies zeigt sich vor allem gegenüber dem Tempelherrn, den Nathan zum toleranten Menschen erzieht. Allein durch seine Worte schafft er es, den Tempelherrn zum Nachdenken zu bringen und ihn so tief zu beeindrucken, dass dieser ihm sogar die Freundschaft anbietet.

Am Anfang tritt der Tempelherr ziemlich stolz und überheblich auf, auch feindlich gesinnt gegenüber Andersdenkenden. Dies zeigt sich zum Beispiel darin, als er die Einladung Nathans ablehnt und dabei sagt „Jud’ ist Jude. Ich bin ein plumper Schwab. Des Mädchens Bild Ist längst aus meiner Seele; wenn es je Da war.“ (1.Aufzug, 6. Auftritt, Vers 776-779).

Des Weiteren lässt sich die Entwicklung zum aufgeklärten, toleranten Menschen erkennen, als er sich wegen dem christlichen Mädchen, das von einem Juden erzogen wird, an den Patriarchen wendet. Als der jedoch feindlich und intolerant sagt: „Tut nichts! Der Jude wird verbrannt“ (4. Aufzug, 2. Auftritt, Vers 2553), die Namen dieser wahren Begebenheit verschweigt.

Die erzieherischen Fähigkeiten Nathan lassen sich auch an dem Beispiel mit den Tempelherrn erkennen, als er während eines Gesprächs mit Nathan immer mehr zum Nachdenken gebracht wird, erkennt, dass Nathan recht hat und sich seine Meinung ins Positive ändert: „Nathan ja; Wir müssen, müssen Freunde werden.“ (2. Aufzug, 5. Auftritt, Vers 1318). Hier zeigt sich, dass es Nathan gelungen ist, einen Christen dazu zu bewegen, mit einem Juden Freundschaft zu schließen, und die verschiedenen Glaubensrichtungen zu vergessen.

Doch nicht nur am Tempelherrn ist die Geisteswandlung durch die Belehrung Nathans zu sehen. Auch am Sultan Saladin hat Nathan seine erzieherischen Absichten wirksam gezeigt. Auf die Frage des Sultans, welche Religion denn die beste sei, antwortet Nathan ihm geschickt mit der sogenannten Ringparabel, die den Mittelpunkt des ganzen Dramas bildet. Durch dieses einfach formulierte Beispiel gelingt es Nathan Saladin davon zu überzeugen, dass es keine „wahre“ Religion gibt, sondern dass alle drei, Judentum, Christentum und Islam gleich sind. Diese Einsicht zeigt sich vor allem, dass Saladin, während Nathan ihm die Geschichte um den Ring berichtet, sich einsichtig denkt: „Der Mann hat Recht.“ (3.Aufzug, 7. Auftritt, Vers 1991). So sieht man, dass Nathans Versuch Saladin zur Vernunft zu erziehen, und vor allem ihm zu zeigen, dass man nicht über andersdenkende Menschen urteilen soll, sondern dass alle Religionen gleich sind, ein Erfolg war und Nathan als bestes Beispiel für einen Erzieher der Aufklärung steht.

Das nächste wesentliche Element der Aufklärung ist die Emanzipation des Bürgertums.

Die Autoren der Aufklärung arbeiten gezielt daran, das aufklärerische Schrifttum zum Höherwertigen zu stilisieren. Dies tun sie unter Zuhilfenahme der Kategorien „Moral“ und „Tugend“. Die Moral ersetzt ein religiöses Wertesystem, das man nicht mehr für zeitgemäß hält und das wohl auch durch seinen Missbrauch in den Glaubenskriegen in Misskredit geraten ist und gibt dem Bürger eine Orientierung für seine Lebensführung, die es diesem ermöglicht, ein tugendsames Dasein zu führen.

Die Tugend war vor allem erstrebenswert, weil sich durch sie der Bürger im frühen 18. Jahrhundert vom Adeligen abgrenzen konnte, der in die zweite Reihe verwiesen wurde und prinzipiell der Untugend und Morallosigkeit bezichtigt wurde. [...Abiturtraining – Stark Verlag...]

Dieses Element der Aufklärung zeigt sich in dem dramatischen Gedicht „Nathan der Weise“ besonderes, da Nathan als Hauptfigur ein Kaufmann ist, und somit nicht dem Adel angehört. Das besonders überzeugende und hilfreiche für die bürgerliche Emanzipationsbewegung ist die Tatsache, dass Nathan als einfacher Kaufmann dem Adel, den Sultan Saladin darstellt, geistig und menschlich souverän überlegen ist. Nathan ist derjenige, der Saladin von der Gleichgültigkeit, welcher Religion man angehört, überzeugt und „aufklärt“. Obwohl Nathan ein in dieser Zeit unangesehener Jude ist, gibt ihm Saladin Recht und bewundert seinen Verstand „(Bei dem Lebendigen! Der Mann hat Recht. Ich muss verstummen.) (3. Aufzug, 7. Auftritt, Vers 1991)

Doch nicht nur dem Bürgertum wollte Lessing mit seinem Drama ihre Emanzipation erleichtern. Ihm geht es auch um die Toleranz gegenüber Juden.

So zeigt es sich auch während des Dramas, dass Juden nur schwer Anschluss unter den Mitbürgern finden konnten. Vor allem der Patriarch zeugt von der feindlichen Einstellung gegenüber dem Judentum. Mit seiner Reaktion gegenüber der Theorie, dass ein Jude eine Christenmädchen erzieht: „Der Jude wird verbrannt.“, wird dies besonders deutlich.

Lessing hat Nathan den Weisen, zum Juden gemacht, um den Menschen der Aufklärungszeit zu verdeutlichen, dass auch Juden Gleichberechtigte sind. Während des Dramas erfährt der Leser auch, dass Nathan bei einem Judenpogrom in Jerusalem durch Christen in Ausübung ihrer Religion, anlässlich eines Kreuzzuges, seine gesamte Familie verloren hatte (Z.3037). Dies soll dem Leser davon abschrecken über Juden oder auch über Muslime zu urteilen, denn sie sind genauso Menschen wie Christen.

So ist Nathan, der Jude, in Lessings Werk der „Held“, der seine Mitbürger, egal welcher Religion sie angehören, mit Toleranz, Vernunft und Menschlichkeit davon überzeugt, dass jeder Mensch und jede Religion gleichwertig ist.

Abschließend lässt sich feststellen, dass das dramatische Gedicht „Nathan der Weise“ von Lessing die wesentlichen Elemente der Aufklärung in sich vereint. Die wachsende Bedeutung der Vernunft und der Toleranz gegenüber anderen Religionen, die Erzieherrolle Nathans, die Emanzipation des Bürgertums sowie die Toleranz gegenüber dem Judentum wurden von Lessing aufgegriffen. Der „Nathan“ ist die Idealfigur der aufklärerischen Geisteshaltung, die nach über 200 Jahren auf den Spielplänen der Theater präsent ist, da es sich mit einer auch heute noch aktuellen Thematik befasst und als Lehrdrama die Menschen zur Toleranz, Humanität und Abkehr vom Fanatismus erziehen will.

Literaturverzeichnis:

Benutzte Ausgabe: Nathan der Weise, Gotthold Ephraim Lessing, Reclam, Stuttgart 1964

Stadler, Hermann (Hrsg.): Texte und Methoden, 1. Auflage – 2. Druck, Berlin 1992

Ruffmann, Karl-Heinz (Hrsg.): Oldenbourg Geschichte für Gymnasien 11, Oldenbourg Verlag, München 1993

Grosses Lexikon in Farbe, Genehmigte Sonderausgabe (o. Hrsg.), Italien Gigl, Claus J. (Hrsg.): Abitur Training: Deutsche Literaturgeschichte

Stark Verlag, 1. Auflage, Freising 1993

10 von 10 Seiten

Details

Titel
Lessing, G. E. - Nathan der Weise - die Elemente der Epoche Aufklärung anhand Nathan der Weise
Note
2
Autor
Jahr
2003
Seiten
10
Katalognummer
V108005
Dateigröße
422 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lessing, Nathan, Weise, Elemente, Epoche, Aufklärung
Arbeit zitieren
Ramona (Autor), 2003, Lessing, G. E. - Nathan der Weise - die Elemente der Epoche Aufklärung anhand Nathan der Weise, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/108005

Kommentare

  • Gast am 8.3.2007

    WOW.

    EINFACH HAMMER: IDEAL ABER ZU LANG :D

  • Gast am 28.10.2008

    Arbeit.

    Super zusammengefasst, sehr hilfreich,Verständlich.
    Was will man mehr?

    R.E.S.P.E.C.T

  • Gast am 14.3.2014

    Am schluss: Das Gedicht Nathan der Weise......naja wohl nicht ganz treffend

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