Die Bewertung Kaiser Wilhelms II. im Jahre seines Silbernen Regierungsjubiläums am 15. 6. 1913 aus parteipolitischer und auswärtiger Sicht


Hausarbeit (Hauptseminar), 2004

41 Seiten, Note: 1,0


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Inhaltsverzeichnis

A: Einleitung

B: Die konservative Bewertung Wilhelms II.- Der Artikel der Kreuzzeitung- Fünfundzwanzig Jahre Kaiser und König

C: Liberale Bewertung Kaiser Wilhelms II
1. Das Kaiserjubiläum- Artikel des nationalliberalen Bayreuther Anzeigers
2. Der Kaiser und die Stadt Berlin- Der Artikel der linksliberalen Vossischen Zeitung

D: Bewertung des Zentrums
1. Der Artikel der katholischen Germania
2. Das Verhältnis Wilhelms II. zur katholischen Konfession aus Sicht des Zentrums

E: Die Bewertung der Sozialdemokratie- der Artikel des Vorwärts

F: Bewertung der Regierungszeit des Kaisers durch das Judentum

G: Exemplarische Bewertung Wilhelms II. durch die Bundesfürsten
1. Die Rede des Bayrischen Prinzregenten Ludwig III
2. Die Rede des Königs von Sachsen

H: Ausländische Bewertung Wilhelms II. an seinem Jubiläum
1. Theodore Roosevelt
2. Die offizielle amerikanische Darstellung des Kaisers durch den Staatssekretär Bryan

I: Zusammenfassung

J: Literatur und Quellen
1. Quellen
2. Literatur

a. Biographien

b. Literatur

c. Lexikonartikel

A: Einleitung

Am 15. Juni 1913 feierte Kaiser Wilhelm II. sein Silbernes Herrschaftsjubiläum. Dieses Ereignis gab den zeitgenössischen Autoren die Möglichkeit ein Resümee der letzten 25 Jahre der Regierungstätigkeit des deutschen Kaisers zu ziehen. Hiefür wurde eine große Zahl an Festartikeln und -schriften veröf-fentlicht.

Ziel der Arbeit ist es, die veröffentlichte Meinung über Kaiser Wilhelm II. ein Jahr vor Beginn des Ersten Weltkrieges darzustellen.

Um dieses zu erreichen sollen exemplarisch die unterschiedlichen Bewertungen durch die Presse innerhalb des Deutschen Reiches dargestellt, analysiert und interpretiert werden. Hierbei werden die Festartikel der bedeutenden Parteizeitungen vom rechten bis linken Spektrum ihrer politischen Ausrichtung untersucht. Die Aussagen werden in den historischen Kontext eingebettet und erklärt, so- dass eine Begründung für ihre Erwähnung durch den Autor versucht werden kann. Dabei liegt ein Hauptaugenmerk auf der Nichterwähnung von Fakten und die Frage, weshalb sie in einigen Artikeln verwendet werden, in anderen dagegen nicht.

Als Quellen dienen die konservative Kreuzzeitung, der nationalliberale Bayreuther Anzeiger, die links-liberale Vossische Zeitung, die katholische, dem Zentrum nahe stehende Germania und der sozialdemo-kratische Vorwärts. Weiterhin wird für die Stellung des Judentums zum Herrscher die Allgemeine Zeitung für das Judentum untersucht. Auch die Aussagen der Bundesfürsten sollen berücksichtigt werden. Hierbei werden die Festreden des Königs von Bayern und des Königs von Sachsen untersucht. Neben den deutschen Quellen soll auch kurz die amerikanische veröffentlichte und offizielle Beurtei-lung am Rande berücksichtigt werden.

Die gezeigten Fakten werden in einer Zusammenfassung gemeinsam dargestellt und die veröffentlichte Meinung über Kaiser Wilhelm II. im Jahre 1913 herausgestellt.1

B: Die konservative Bewertung Wilhelms II.- Der Artikel der Kreuzzeitung- Fünfundzwanzig Jahre Kaiser und König

Der Artikel der konservativen Kreuzzeitung beginnt mit der theoretischen Überlegung über das Verhältnis zwischen Demokratie und Monarchie. So habe die Geschichte und die staatliche Entwicklung bewiesen, wie unmodern die Demokratie und wie unverwüstlich die Monarchie sei2.Nun meint der Autor, dass es ein Irrtum sei, die Gegner des Kaisertums durch die Beschneidung dessen Macht auszuschalten.

Im 2. Abschnitt stellt der Autor die Hauptleistung Wilhelms II. heraus: Er habe es geschafft, trotz stärkster Bekämpfung des monarchischen Gedankens, das Kaisertum in seiner alten Würde zu erhalten3. Er habe diese Aufgabe durch die bewusste Wahrung seiner Würde und das Bestehen auf seine Rechte erfüllt. Damit habe er dem Regime eine „[...] persönliche Note zu geben vermocht [...]“4. Für den Autor definiert sich damit die Monarchie durch die direkte Machtausübung des Monarchen. Dennoch erkennt der Verfasser, dass allem Handeln des Herrschers Grenzen durch eine Verfassung gesetzt sind. Niemals habe Wilhelm II. diese verletzt und trotz dieser Schranken seinen Willen zu wahren gewusst und damit den letzten 25 Jahren seine eigene Prägung verliehen. Deshalb erwartet der Autor die Lösung noch anstehender Problem nur vom Monarchen und nicht von anderen Institutionen5. Nun folgt ein Rückblick auf den Regierungsantritt Wilhelms II. So sei dieser schwierig gewesen, da nicht alle Bevölkerungs-gruppen zu ihm gestanden hätten und die Bewahrung des Erreichten stärker bevorzugt worden sei als der Fortschritt, welchen man mit dem neuen Herrscher verbunden habe6. Auch die Trennung von Bismarck7 sei Wilhelm II. schwer gefallen, da sie zur „[...] Entfremdung [...] von den Besten im Volke [...]“ geführt habe8. Auch die Politik des Nachfolgers Bismarcks, Caprivis9 habe dem neuen Herrscher geschadet. Erst nach der Versöhnung mit Bismarck sei das Volk Wilhelm II. vertraut geworden und habe sich mit der neuen Politik auf dem Wege zur Weltmacht abgefunden, ja sogar erkannt, dass damit eine glückliche Zukunft Deutschlands in den Händen des Kaisers gut aufgehoben sei10. Zur Durchführung der neuen Weltpolitik habe Wilhelm II. die Flotte geschaffen, welche der Autor als typisches Erkennungsmerkmal der wilhelminischen Epoche anerkennt. Sie habe es ermöglicht, dass die deutsche Wirtschaft und Bevölkerung über seine Grenzen hinaus expandiert haben könne11. Dennoch sieht der Verfasser, dass diese Diplomatie neue Gegner für das Reich geschaffen habe und neue Krisen entstanden seien. Der Herrscher aber habe stets einen Krieg zu vermeiden gewusst12. Damit endet der Artikel der Kreuzzeitung.

Für den Autor sind sechs Punkte aus der Regierungszeit des Kaisers wichtig. Sie sollen im Anschluss dargestellt und interpretiert werden.

Das Hauptverdienst sei es gewesen, den monarchischen Gedanken und das Ansehen der Monarchie trotz starker feindlicher Tendenzen von sozialistischer und liberaler Seite durch bewusste Achtung seiner Rechte gesichert und gestärkt zu haben13. Das Mittel des Kaisers sei die persönliche Führung- das „[...] persönliche Regiment [...]“14. Dieser Punkt ist dem konservativen Autor wichtig, da die beiden konservativen Parteien, die Frei- und Reichskonservative Partei, für eine Stärkung der Rechte des Monarchen

eintreten15. Durch die eigene Führung und die Durchsetzung des Willens des Herrschers definiere sich jede Monarchie16. Damit ist der Verfasser ein Verfechter der „imperialen Kaiseridee, die sich durch die Vertretung der Nation durch den Kaiser nach außen und der starken Führung im Inneren definiert17. Grundlage dieser Idee ist das romantische Monarchieverständnis des 19. Jahrhunderts, das Wilhelm bewusst für seine Herrschaft als Konzeption anwendet18. Dennoch sieht der Autor die gegenwärtige politische Lage realistisch. Er erkennt, dass das Begehren des Kaisers nur innerhalb der verfassungsmäßigen Schranken der Verfassung erfolgen kann. Dieser Punkt ist aber für den Autor kein negativer Fakt, da für die konservativen Parteien die Verfassung ein wichtiger Bestandteil des Staates ist19. Diese beiden Punkte sind traditionelle Forderungen der Konservativen, die die Stärke des Herrschers ebenso bejahen wie die Garantie der freiheitlichen Rechte des Volkes und der Länder des Reiches20. Diese Punkte habe Wilhelm II. stets beachtet und sich niemals über die Verfassung hinweg-gesetzt21. Ein weiteres Mittel zur Bewahrung des monarchischen Gedankens sei die bewusste Wahrung der Würde des Herrschers gewesen. Absichtlich sei Wilhelm II. von der schlichten Form des Auftretens seines Großvaters abgewichen um die Monarchie zu retten. Für ihn sei es notwendig gewesen, sich diese Würde zu verdienen, da er sie nicht wie seine Vorfahren auf den Schlachtfeldern des Krieges habe erwerben können22. Der Autor denkt sicher an das pompöse Auftreten Wilhelms II. in Uniform so- wie die Militärparaden, welche als typisch für die Zeit zwischen 1888 und 1913 gelten23.

Diese Handlungen beurteilt der Verfasser positiv, da sie dem Schutz und der Vermehrung des Ansehens der Monarchie helfen. Bewusst übersieht er aber, dass nicht alle Handlungen des Herrschers der Würde der Krone dienlich gewesen sind. So geht der Autor sicherlich bewusst nicht auf die Daily Telegraph Affäre24 vom November 1908 ein. In Folge der Ereignisse und der stark emotionalisierten Stimmung unter den Parteien kam es am 5.11.1908 zu einer öffentlichen Erklärung des Parteivorstandes der Deutschkonservativen Partei, die vor weiteren freizügigen Reden des Kaisers warnte25. So zeigt der Verfasser ein geschöntes Bild von Wilhelm II., da die Achtung seiner Recht und die Wahrung seiner Würde nur insofern gezeigt werden, inwiefern sie entweder dem konservativen Ideal entsprechen oder dem Herrscher nicht schaden.

Der zweite hervorgehobene Punkt ist die Gewinnung des Deutschen Volkes für die Politik des Kaisers. Hiernach habe das Volk im Jahre 1888 „[...] nicht alles Hoffen und Wünschen [...]“26 in seinen neuen Herrscher gesetzt. Diese reservierte Stimmung und Unsicherheit ist noch bei der Beschreibung der Grundstimmung des Jahres 1888 in den meisten Festartikeln und Festschriften rückblickend zu finden27. So sei unklar gewesen, wie Wilhelm II. regieren werde. Diese negative Haltung sei durch die Trennung von Bismarck verstärkt worden. Die Entlassung habe den Kaiser schwer getroffen und ihm die besten Teile des Volkes entfernt28. Damit verfälscht der Autor bewusst die wahren Tatsachen. So ist es die Entscheidung des Kaisers bis 1917, ob der Reichskanzler entlassen werden muss29. Hätte Wilhelm ein so gutes Verhältnis zu seinem Kanzler gehabt, dass er seinen Abgang bedauert hätte, so hätte er ihn nicht entlassen. Unterstützt wird dieser Fakt mit der nachträglichen Äußerung des Kaiser über den ersten Reichskanzler30. Den auslösenden Grund für die Entlassung, den Streit um die Februar- Erlasse vom 4.2.1890 und die Frage des Vortrages eines Ministers in Gegenwart des Reichskanzlers beim Kaiser31 erwähnt er nicht. Erst die Aussöhnung mit Bismarck habe dem Kaiser alle Bevölkerungs-schichten zufallen lassen32. Eindeutig bezieht der Autor damit Position für Bismarck, da es ohne eine Verständigung zwischen ihm und dem Kaiser nicht zu einer Verständigung zwischen dem Kaiser und den Besten im Volke hatte kommen können. Die Besten im Volke sind für den Verfasser die Konser-vativen, da nur sie für den Autor zum ersten Reichskanzler stehen und dem Kaiser treu sind33. Des weiteren sind sie es, die erst nach dem Rückschwenken auf den Kurs Bismarcks treu zur Regierung stehen und ihre Beschlüsse unterstützen. Die Verständigung mit Bismarck kann als Rückschwenken auf seinen Kurs gedeutet werden. Der folgende Abschnitt kann das verdeutlichen. Eine starke Erschwernis sei die fehlerhafte Politik des Reichskanzlers Caprivi gewesen. Der Verfasser geht nicht weiter auf diesen Punkt ein, dennoch lässt sich erschließen, welchen Kritikpunkt er gegen Caprivi im Gedächtnis hat- die Schutzzollpolitik und die Handelsverträge von 1891. So ist ein Charakteristikum der Politik unter Caprivi die Senkung der Einfuhrzölle von 5 Mark auf 3.5 Mark pro Zentner Getreide34. Dadurch kam es zu einem Verfall der Agrarprodukte der inländischen Bauern. Die Handelsverträge schufen eine weitere Konkurrenz. Da seit dem Jahre 1893 der Bund der Landwirte35 mit den konservativen Parteien zusammenarbeitet36, ist es nun auch ein Anliegen der Konservativen, die Interessen der Bauern zu vertreten. Jede Politik, die gegen die Landwirte gerichtet ist, muss daher zur Kritik auch der Frei- und Reichskonservativen Parteien führen. Erst unter der Regierung des Reichskan-zlers von Bülow ab dem Jahre 1900 kann die Lage als gebessert angesehen werden, da nun die „Fehler“ behoben worden sind. Jetzt, nach der Wiedererhöhung der Schutzzölle, können sich die Konservativen an der Politik des Kaisers beteiligen, da ihre Interessen beachtet werden37.

Das Volk sei dem Kaiser auf dem Wege zur Weltpolitik gefolgt und habe an dieser daran aktiv mitge-wirkt38. Damit ist der dritte wichtige Punkt für den Autor die Weltpolitik des Kaisers.

Obwohl dem Verfasser bewusst ist, dass der Neue Kurs Wilhelms II. die Richtung der Politik, welche Bismarck vorgegeben hat, verlässt39, kritisiert er den neuen Weg nicht. Die Erklärung lässt sich wieder im Parteiprogramm der Frei- und Reichskonservativen Partei finden. So bejahen im Jahre 1907 die Konservativen einen stark nationalen Kurs, der „[...] Einigkeit und Macht des Deutschen Reiches [...]“40 zeigt. Der Autor geht nicht näher auf diesen Punkt ein. Sicher sind ihm aber die Machtdemon- strationen des Reiches in China und Deutsch- Südwestafrika im Gedächtnis, da gerade sie die deutsche Macht durch Siege zeigen. Ein wichtiger Anhaltspunkt hierfür kann sein, dass die konservativen Parteien die beiden Unternehmungen im Jahr 1900 und 1904- 6 unterstützt haben41. Der Autor geht wahrscheinlich nicht auf die Fakten ein, da sie für ihn selbstverständlich sind und er der Meinung ist, dass jedem Deutschen die Ereignisse bekannt sein müssten, sodass sich eine weitere Erörterung als unnötig erweisen muss. Auch ist die oberflächliche Arbeitsweise ein Grund dafür.

Wichtiger scheinen ihm die Mittel auf dem Wege zur Weltmacht zu sein. Erst Wilhelm II. habe die Wehrkraft so weit ausgebaut, dass sie für diese Politik verwendungsfähig sei42. Der Verfasser legt auf die Stärkung der Wehrkraft des Reiches besonderen Wert, da sie eine alte - im Bereich des Heeres, und eine aktuelle- im Bereich der Flotte, konservative Forderung ist43. Hier ist ein direktes Lob auf Wilhelm II. zu finden. Nur er habe dieses starke Herr und die starke Flotte geschaffen. Betrachtet man die quantitative Vermehrung zwischen 1888 und 1913, so hat der Autor Recht, da ein Zuwachs bei beiden Teilstreitkräften feststellbar ist44. Die Anerkennung an den Kaiser kann für den Verfasser damit zu Recht ausgesprochen werden.

Ein indirektes Lob spricht der Verfasser der Kolonialpolitik des Herrschers aus. Er schreibt, dass erst unter seiner Regierung die wirtschaftlichen und bevölkerungsmäßigen Voraussetzungen für eine Expansion gegeben worden seien45. Die Kolonialpolitik liegt ihm am Herzen, da sie eine aktuelle konservative Forderung ist46. Eingeschlossen in dieses Lob ist mit Sicherheit die Erwerbung neuer Gebiete sowie deren verwaltungsmäßiger Ausbau. Erst diese beiden Fakten ermöglichen eine wirt-schaftliche und bevölkerungsmäßige Erschließung. Die Unwirtschaftlichkeit wird nicht erwähnt, weil sie dem Autor in seiner Oberflächlichkeit nicht bewusst ist oder er sie absichtlich ignoriert um nicht zu zeigen, dass die Konservativen für eine fehlerhafte Politik eintreten47.

Als letzten Punkt wird die außenpolitische Lage des Reiches gezeigt. Sie habe sich durch den Welt- machtsanspruch des Kaisers angespannt und sei damit schwerer zu beherrschen als unter Bismarck48. Explizit für diese Politik wird die Nichtverlängerung des Rückversicherungsvertrages49 mit Russland angeführt. Der Autor kritisiert diese Vorgehensweise nicht, da sie möglicherweise notwendig auf dem Wege zur Weltpolitik gewesen sein könnte. Sicher ist sich der Schreiber aber nicht. Er erkennt dennoch, dass die Nichtverlängerung des Rückerversicherungsvertrages zu einem Zweibund zwischen Russland und Frankreich geführt habe50. Er sieht damit das Ergebnis der deutsch- russischen Verstimmungen, aber nicht die Gründe. So ist eine französisch- russische Annäherung nicht erst im Jahre 1890, sondern schon 1887 durch die Übernahme französischer Kredite durch Russland feststellbar. Schuld daran trägt das Deutsche Reich, da es sich selbst als Kreditgeber für Russland durch die Sperrung der Kredite ausschaltet. Für die Argumentation des Verfassers ist diese Genauigkeit nicht wichtig, da er die meisten Punkte nur kurz anschneidet und bemüht ist Fehler in der deutschen Außenpolitik nicht zu deutlich zu zeigen. Es kann festgestellt werden, dass das Lob der konservativen Parteien auf Wilhelm II. ernst gemeint ist. Es fällt diesen Gruppen leicht, eine solche Anerkennung auszusprechen, da die Leistungen und Bemü-hungen des Kaisers sich mit ihren Forderungen decken. Dennoch zeigt der Artikel ein idealistisches Bild der Regierungszeit Wilhelms II., da keine direkte oder indirekte Kritik am Herrscher wie vor 1913 geübt wird. Die einzige Kritik in diesem Artikel richtet sich gegen den Reichskanzler Caprivi. Sie wird aber in Bezug auf Wilhelm II. zu Hervorhebung seiner Leistung und zur Abwertung seines zweiten Reichskanzlers verwendet. Das ideale Bild entsteht durch die Oberflächlichkeit, mit der der Autor die Punkte beschreibt sowie durch den Willen, die Regierungszeit des Kaisers zu glorifizieren. Sie ist aber auch hier Mittel zum Zweck- der Erhöhung Kaiser Wilhelm II.

C: Liberale Bewertung Kaiser Wilhelms II.

1. Das Kaiserjubiläum- Artikel des nationalliberalen Bayreuther Anzeigers

51 Der Nationalliberale Bayreuther Anzeiger52 beginnt seinen Festartikel mit einem Rückblick auf den Regierungsbeginn Kaiser Wilhelms II. am 15.6.1888. So sei an diesem Tag vom neuen Herrscher nur bekannt gewesen, dass er eine starke Redebegabung und ein großes Interesse am Militär habe. Im folgenden Abschnitt wird seine erste Reichstagsrede vom 25.6.1888 beschrieben. Hierin habe er seinen Willen zur Fortsetzung der Bemühungen seines Großvaters, Wilhelm I., bekundet53. Der Autor stellt dabei besonders die Fortsetzung der Sozialpolitik und die Sicherung des Friedens heraus. Nach seiner Meinung habe der Kaiser die selbst gestellten Anforderungen erfüllt54. Als Beispiel für die Leistung des Herrschers wird kurz die Innenpolitik angesprochen. So habe es in den letzten 25 Jahren viele gesetzgeberische Maßnahmen im Bereich der Sozialpolitik gegeben. Besonders herausgehoben wird dabei die Reichsversicherungsordnung von 191155. Aber auch zwei Enttäuschungen zeigt der Verfasser auf.

So seien die Umsturzvorlage und das Zuchthausgesetz gescheitert56.

Ein eigener Abschnitt wird für die Wehrpolitik verwendet. Hier habe Wilhelm II. nicht nur eine Ausdehnung des Heeres und der Flotte erreicht, sondern die Zustimmung der bürgerlichen Parteien für die Erweiterung beider Teilstreitkräfte erlangt. Besonders der Flottenpolitik wird dabei ein Lob ausgesprochen, da sie die deutsche Marine zur zweitstärksten Macht hinter England gebracht habe57.

Der nächste Punkt ist die Kolonialpolitik. Hier habe die Politik des Kaisers „[...] wegweisend […]“ ge- wirkt58. Insbesondere der Erwerb neuer Gebiete wird dabei herausgehoben.

Im Bereich der Außenpolitik kann der Autor die Festigung des Dreibundes und die Bewahrung eines guten Verhältnisses zu Russland und die Verbesserung der Beziehungen zu England herausstellen. Zum Abschluss des Artikels wird die Regierungszeit Kaiser Wilhelms II. als Friedenszeit dargestellt und der Hoffnung Ausdruck gegeben, weitere 25 Jahre unter seiner Herrschaft in Frieden und Wohl-stand zu leben. Für den Autor sind fünf Punkte besonders wichtig.

Als Erstes beschreibt er die Errungenschaften auf dem Gebiet der Sozialpolitik.

Diese Politik sei eine Fortsetzung des sozialpolitischen Programms Kaiser Wilhelms I.59. Damit denkt der Verfasser an die Einführung der Invaliditätsversicherung 1883, der Unfallversicherung 1884 und der Vorbereitung der erst unter Wilhelm II. durchgesetzten Krankenversicherung von 1889. Durch die Aufnahme dieses Themas kann erschlossen werden, dass der Autor diese Politik positiv bewertet. Damit steht er fest auf nationalliberalem Boden60. Dennoch nennt der Verfasser keine Gesetze explizit, außer der Reichsversicherungsordnung von 1911. Die Erklärung lässt sich aus den Parteiprogrammen der Nationalliberalen und der Anlage der Gesetze ableiten. Zuerst zu einem der wichtigsten gesetzgebe-rischen Maßnahmen zu Beginn der Regierungszeit Wilhelms II.- den Februar- Erlassen. Sie beziehen sich auf den Schutz der Arbeiter in gewerblichen Anlagen und in den Bergwerken61. Die hier gefassten Beschlüsse erfassen nur die Arbeiter, nicht aber den Mittelstand, für den sich die Nationalliberalen stark machen62. Da keine Verbesserungen für den Mittelstand eintreten, werden diese Erlasse nicht erwähnt. Aber auch im Bereich der Arbeiter bezieht die Partei Stellung zu diesen Gesetzen. So sind die Beschlüsse nicht bindend, sondern nur „[...] wünschenswerth [...]“63. Da ihre Endpunkte nach Meinung der Nationalliberalen nicht oder nur unvollständig umgesetzt werden64, werden sie nicht als positive Leistung des Kaisers dargestellt. Der einzige kurz dargestellte Fakt ist die Reichsversicherungsordnung von 1911. Ihre Zusammenfassung des sozialen Sicherungssystems wird vom Autor hervorgehoben, da es eine Forderung der Nationalliberalen ist65. Nur hier spricht der Autor dem Kaiser ein direktes Lob aus. Dieses wird nicht weiter ausgeführt, da der Autor keine weiteren vorteilhafte Fakten zu loben weiß. Die Begründung hierfür liegt im nachlassenden Reformeifer Wilhelms II. und dem Abbruch der Sozialpolitik 189466. Die Enttäu-schungen bei der Nichtumsetzung der Zuchthaus- und Umsturzvorlage scheint der Autor, ohne näher darauf einzugehen, zu teilen. Der zweite herausragende Fakt der Regierungszeit des Kaisers ist die Wirtschaftspolitik des zweiten Reichskanzlers Caprivi. Indirekt lässt sich eine Kritik an der Schutzzollpolitik nachweisen. Direkt werden hierbei aber nur die Handelsverträge hervorgehoben.

Zuerst zur Schutzzollpolitik Caprivis. Sie wird nicht erwähnt, da die Nationalliberalen nicht zufrieden mit ihrer Änderung sind. Erklärbar ist dieser Fakt in der Stellungnahme dieser Partei zum Schutz der deutschen Wirtschaft durch Aufschläge. So hält die Partei an den Schutzzöllen noch im Jahr 1911 fest.67 Damit haben die Nationalliberalen einen stark konservativen Kurs. Da die Einfuhrzölle unter Caprivi stark von 5 Mark pro 100 kg auf 3,5 Mark pro Doppelzentner Getreide absinken und damit eine Forderung der in Konkurrenz zu den Nationalliberalen stehenden Linksliberalen erfüllt wird68, kann diese Politik nicht gelobt werden. Da aber der Artikel generell als Festartikel die Aufgabe hat den Kaiser zu loben, wird anstelle der unpassenden Kritik der negative Fakt vom Autor ausgelassen. Dagegen werden die Handelsverträge herausgehoben und damit, wenn auch nur eingeschränkt, als positiv bewerdet. Sie ermöglichen einen wirtschaftlichen Aufschwung, da neue Absatzmärkte eröffnet werden. Dadurch entstehen neue Arbeitsplätze und die wirtschaftliche Macht des deutschen Reiches nach außen wird gestärkt. So steht der Autor fest auf liberalem Boden, da diese Forderung von den Linksliberalen69 ebenso wie von den Nationalliberalen70 wenn auch mit der Einschränkung durch die Schutzzölle, erhoben wird. Trotz der Ablehnung des Freihandels werden die Handelsverträge positiv dargestellt, da die Zollschranke für Produkte aus nicht von den Abmachungen betroffenen Ländern be-stehen bleiben71 und die Landwirtschaft nicht so stark, wie von den Konservativen angenommen, gefährdet wird. Der dritte positive Fakt unter der Regierung Wilhelms II. ist die Miquelsche Steuerreform. Dieser Punkt ist nur auf den Bundesstaat Preußen bezogen. So wird durch den Staatsminister für Finanzen, Miquel72 die alte Klassensteuer, nach der die Bevölkerung in wenige große Steuergruppen eingeteilt wird, durch eine progressive Einkommenssteuer ersetzt73 Ziel dieser Reform ist die Er-reichung einer größeren sozialen Gerechtigkeit für die unteren Klassen. Dieses Reformwerk ist gepaart mit einer Senkung des Eingangsteuersatzes für die unteren Klassen auf 0,62 % des Jahreseinkommens, während der Satz für mittlere und höhere Einkommen erhöht wird. Die Mehreinnahmen kommen nun dem Staat Preußen zugute und werden für die Sanierung der Gemeindekassen verwendet, da die Ge-meinden nun die Grund-, Gebäude- und Gewerbesteuern selbst behalten können. Hierbei kann der Autor zwei Fakten loben. Zum einen wird mittels der Steuerreform die kommunale Selbstverwaltung durch ihre finanzielle Aufwertung unterstützt74. Zum anderen kann der Autor feststellen, dass die Reform durch einen bestimmenden Führer seiner Partei initiiert wird75. Bei seinem Lob auf die Reformen übersieht der Autor die Folgen für die Bevölkerungsgruppen, für die sich die Nationalliberalen einsetzen. So werden, wie vormals erwähnt, die Einkommenssteuersätze für den Mittelstand angehoben. Da aber die Partei Vertreter dieser sozialen Schicht ist76,müsste eine Kritik zu finden sein. Sicher ist dem Autor dieser Fakt bewusst, dennoch lässt er, wie es scheint, absichtlich keine Beanstandung erkennen. So kann er seinen Parteigenossen Miquel für seine Reform loben und damit auch an Wilhelm II. indirekt eine Anerkennung aussprechen, da er diese Politik als König von Preußen ermöglicht. Als nächsten wichtigen Fakt wird die Wehrpolitik des Kaisers herausgestellt. Die Leistung Wilhelms II. liegt hierbei auf der Gewinnung der bürgerlichen Parteien für seine Heeres- politik. Zur Erläuterung zeigt der Autor die Ablehnung der Heeresvermehrung im Reichstag 1893, infolgedessen der Reichstag habe aufgelöst werden müssen77. Tatsächlich findet sich bis zum Jahr 1893 kein großes Interesse bei den Parteien für die Ausdehnung, sondern nur für die Erhaltung der Stärke des deutschen Heeres78. Die Vermehrung dieser Teilstreitkraft war nicht durchsetzbar. Auch die National-liberalen haben dagegen gestimmt79. Die Leistung des Kaisers besteht nach Meinung des Autors darin, die Parteien für ein Vergrößerung des Heeres und für den Aufbau einer starken Flotte gewonnen zu haben. Tatsächlich finden sich in den folgenden Jahren in allen bürgerlichen Parteiprogrammen diese Ansprüche80. Auf welchem Wege der Kaiser die Überzeugungsarbeit geleistet hat, wird nicht beschrieben, doch ist hierbei an die Reden um die Notwendigkeit eines starken Heeres und einer Flotte zu denken81. Dennoch muss auch ein innerer Umschwung innerhalb der Partei stattgefunden haben, der durch die Äußerungen Wilhelms II. unterstützt oder angeregt worden ist. Hierauf geht der Autor nicht ein, da die Wandlung der Beziehung der Parteien, hier insbesondere der Nationalliberalen, zur Wehrpolitik als alleinige Leistung des Monarchen dargestellt werden soll. Den Erfolg sieht der Autor auch durch die tatsächliche Vermehrung der Streitkräfte. So wächst das Heer von 491726 Mann82 sowie die Flotte von 15573 Mann83 im Jahr 1888 auf 790778 Soldaten im

Heer84 und 73149 Matrosen und 127 Schiffe der Marine85. Somit kann in diesem Bereich durch dem Autor ein berechtigtes doppeltes Lob auf Wilhelm II. ausgesprochen werden, da er nicht nur die deutschen Parteien für die Erhöhung der Wehrkraft gewonnen hat, sondern auch das Heer weiterhin verstärkt. Weiterhin lobt der Verfasser das Resultat der Wehrpolitik des Kaisers. So sei das deutsche Heer in Europa die stärkste Macht und die Flotte bereits an die zweite Stelle hinter England aufge-rückt86. Tatsächlich ist Deutschland am 15. Juni 1913die stärkste Landmacht Europas. Auch Frankreich kann sich personell noch nicht mit Deutschland messen87. Dabei übersieht der Verfasser aber, dass in Frankreich bereits über die Verlängerung der Dienstzeit auf drei Jahr verhandelt wird88. Würde er mit ihrer Einführung rechnen, so müsste er feststellen, dass das deutsche Heer dadurch in eine schlechte Lage kommen würde, da im Reich nur eine zweijährige Dienstzeit herrscht.. Dennoch wird die Heeresstärke, wie es scheint, als sehr optimistische und damit lobenswert für Wilhelm II. bezeichnet. Im Bereich der Flotte sieht der Autor die Lage realistischer. Er erkennt, dass Deutschland nur noch von England an Tonnage übertroffen werde89. Hier ist das Lob am stärksten, da der Kaiser die wenig bedeutende Flotte seines Großvaters zu einer respektablen Größe geführt hat. Durch sein optimistisches Bild der Wehrpolitik unter Wilhelm II. sieht der Verfasser die entstehenden Probleme für die Beziehungen zum Ausland nicht. So wird die Aufrüstung der Flotte nicht als Ärgernis für England oder die Heeresvermehrung als Übel für Frankreich dargestellt. Das Scheitern der deutschen Landmachtpolitik ab Juni 1913 durch die quantitative Überflügelung des Heeres durch Frankreich passt dabei nicht in das Bild des Autors und wird daher bewusst nicht erwähnt um dem Kaiser kein negativen Punkt in diesem Gebiet attestieren zu müssen.

Als nächsten Punkt wird die Kolonialpolitik herausgehoben. Hierbei sieht der Verfasser primär die Erweiterung des kolonialen Territoriums. So seien die Marianen, Karolinen, Samoainseln und Neukamerun als Kolonien und das Gebiet um Kiautschou als Pachtgebiet erworben worden. Diese Errungenschaften bezeichnet der Autor als „[...] bahnbrechend […]“90. Mit diesem Vorgehen erfüllt er den nationalliberalen Wunsch nach außerdeutschen Erwerbungen91. Dabei will er aber nicht erkennen, dass die Erwerbungen an neuen Gebieten unter Wilhelm II. geringer als unter seinem Großvater sind92. Dennoch werden diese Errungenschaften gut bewertet, da dem Autor jede Expansion wünschenswert zu sein scheint. Den Ausbau der Verwaltung dieser Gebiete und ihre wirtschaftliche Erschließung werden nicht erwähnt. Dabei kann festgestellt werden, dass es den Nationalliberalen gerade auf den Ausbau der Administration und der Erschließung der Gebiete ankommt. Da diese aber noch nicht zur vollen Zufriedenheit umgesetzt worden sind, werden sie hier nicht als Leistung des Kaisers proklamiert. So muss noch im Jahre 1907 die „[...] Entwicklung der Verkehrsmittel, [...] die Förderung der privaten Erwerbstätigkeit in den Kolonien. die Selbstverwaltung unter Beschränkung ihrer Verwaltungskosten auf die eigenen Einnahmen [...]“93 gefordert werden. So kann festgestellt werden, dass der Autor nur die neuen Erwerbungen, nicht aber den Ausbau der Kolonien lobt. Dennoch ist auch in diesem Bereich für die Nationalliberalen der Kaiser ein Vorbild. Nun wird die Außenpolitik beschrieben. So sei die kaiserliche Politik stets auf den Dreibund festgelegt94. Er bewertet das Bündnis mit Italien und der Donaumonarchie positiv, da es dem Schutze der Machtinteressen des Reiches dient95. Dabei übersieht er aber, dass das gute Verhältnis zu Italien am Zerbrechen ist. So ist dieses Land seit 1902 durch ein Bündnis mit Frankreich zu einer Neutralität im Falle eines Angriffes von deutscher Seite gebunden. Auch die Verlängerung des Abkommens im Jahre 1912 ist nicht aus freien Willen der Italiener, sondern nur aus der Notwendigkeit zur Erlangung des deutschen Einverständnisses während des Tunesien-Feldzuges zu verstehen96. Auch kann diese Festlegung auf das Bündnis mit Italien und Österreich zu Isolierung des Reiches führen. Hier ist feststellbar, dass ein Ausgleich Russlands mit Deutschland wahrscheinlicher gewesen wäre, hätte das Reich nicht die österreichische Eingliederung Bosniens im Jahre 1908 als Bündnisfall unterstützt97. Damit muss der Autor erkennen, dass ein weiteres Festhalten am Pakt ein Fehler des Kaisers ist. Wahrscheinlich sieht er die Verstimmungen und Folgen nicht, sodass er keinen Fehler attestieren kann. Sollte er aber die Fakten wie ein Realpolitiker sehen, so muss ihm bescheinigt werden, dass er bewusst eine Fehlleistung des Monarchen zu verschönen versucht. Aus diesem Punkt ergibt sich automatisch das Verhältnis zu Russland. Die Bemühungen Wilhelms II. um eine gute Beziehung stellt der Autor heraus98. Hierin kommt eine idealtypische Vorstellung zum Tragen, da das Verhältnis zu Russland kaum als gut bezeichnet werden kann. So fällt in die Regierung-szeit des Kaisers die Nichtverlängerung des Rückversicherungsvertrages, die französisch- russische Annäherung (1890) und die Eingliederung des Zarenreiches in die Entente cordiale 1907. Der Autor kennt sicher diese Fakten. Weniger bekannt sind ihm dagegen die Vorlieben der russischen Ober-schicht für Frankreich99. Dennoch kann man erschließen, aus welchen Fakten der Autor die Bemühungen Wilhelms II. um ein freundschaftliches Einvernehmen mit Russland anführt. Da es ein persönliches Verdienst des Herrschers ist, hat er sicher das Kaisertreffen von Björkö vor Augen. Hier kam es im Jahre 1905 zu einer Übereinkunft zwischen Nikolaus II. und Wilhelm II. über eine gegen-seitige Hilfe im Falle eines Angriffes einer europäischen Macht auf einen der Bündnispartner100. Dem Verfasser muss aber bekannt sein, dass das russische Parlament diese persönliche Abmachung nicht ratifiziert hat, sodass es keine Gültigkeit erlangen konnte101. Hieraus kann von Seiten des Autors abgeleitet werden, dass der Kaiser stets sich um die Beziehung zu Russland gekümmert hat, wenn ihm dabei auch kein Erfolg beschieden gewesen ist. Dadurch ist für ihn das Lob gerechtfertigt. Im Folgenden wird ein allgemein gutes Verhältnis des Reiches zum übrigen Ausland gezeigt. Auch mit Frankreich stehe man gut, obwohl der Revanchegedanke noch immer Anhänger habe102. Diese Meinung vertreten die Nationalliberalen durchweg seit 1906, sodass sie den Ausführungen Bülows in seiner Rede vor dem Reichstag über die auswärtigen Verhältnisse des Reiches am 14. und 15. November Recht geben können103.

Wichtiger scheint aber dem Verfasser die Beziehungen zu England zu sein. Dieses Verhältnis sei in Bes-serung begriffen. Damit geht der Artikel zu Recht von einem vormals schlechtem Verhältnis beider Länder aus. Gerade die Flottenfrage und die wirtschaftliche Konkurrenz erschwerten die Sympathien . Die Verbesserung kann der Autor aus den aktuellen Ereignissen der Zeit herleiten.

So arbeiten England und das Reich zusammen für die Lokalisierung des 2. Balkankrieges 1913104. Diese Politik führt, was der Autor aber nicht wissen kann, noch im Juni 1914 zu einer deutsch- englischen Verständigung über den Bau der Bagdad- Bahn. Zu Recht kann daher von einer Verbesserung der Beziehungen beider Länder geschrieben werden. Das Scheitern der Flottengespräche lässt er aus, da es in sein Bild der beider Länder nicht hineinpasst. Als letzten Punkt wird die Friedensliebe dargestellt. Tatsächlich kann Wilhelm II. als Friedenskaiser bezeichnet werden. Eine solch lange Epoche ohne Krieg ist für das 19. und beginnende des 20. Jahrhunderts ehr untypische. Auch kann keinem Hohenzollern Fürsten, König oder Kaiser eine so lange Friedenszeit bescheinigt werden. Damit erfüllt der Herrscher eine traditionelle nationalliberale Forderung105. Dennoch wird auch hier ein geschöntes Bild gezeigt, da der Autor nicht auf das Scheitern der Haager Abrüstungskonferenz von 1907 eingeht, auf der Wilhelm II. absichtlich nicht zu Gunsten eines dauerhaften Friedens entschied. Dennoch kann der Autor den Herrscher als Friedenskaiser darstellen, da es tatsächlich keinen Krieg für das Reich in den letzten 25 Jahren gegeben hat. Aus den gezeigten Fakten lässt sich erkennen, dass auch die Nationalliberalen ein starkes Lob an Kaiser Wilhelm II. aussprechen. Die herausgestellten Fakten decken sich mit den Parteiforderungen, liegen aber auch auf einem stark konservativen Kurs, wodurch sich die Deckung der beschriebenen Fakten erklären lässt. Generell sieht aber auch der Verfasser dieses Artikels die Regierungszeit des Kaisers sehr positiv, da er nicht auf unvorteilhafte Hintergrundentwicklungen eingeht. Auf Grund der Anlage des Textes als Laudatio ist diese auch nicht nötig, da die Leistungen des Herrschers herausgestellt werden und nicht die Politik gezeigt werden soll.106

2. Der Kaiser und die Stadt Berlin- Der Artikel der linksliberalen Vossischen Zeitung

Der Charakter des Artikels ist als liberal mit der Tendenz zu den Linksliberalen auf Stadtebene zu be-zeichnen107. Mit der These, Berlin habe einen starken Aufschwung unter der Regierung Wilhelms II. genommen, beginnt der Artikel der Vossischen Zeitung. Hierfür werden durch den Verfasser konkrete Zahlen angeführt. Besonders die Steigerung des Etats der Stadt wird zur Begründung seiner These ver-wendet. Die Leistung des Kaisers sei es dabei gewesen, den Frieden für die Stadt zu sichern, sodass erst dadurch diese Entwicklung möglich geworden sei108. Als Mittel zur Vermeidung eines Krieges wird die Schaffung einer starken Wehrmacht zu See und auf dem Lande angeführt. Im folgenden Abschnitt führt Cassel einige Verstimmungen zwischen Fürst und Stadtverwaltung auf. So habe Wilhelm II. entgegen den Wünschen der Stadt die Straßenbahnkonzessionen verlängert und die Ausdehnung der Stadt auf das Tempelhofer Feld verhindert. Die Schutzzollpolitik habe der Stadt schwer geschadet. Er fasst diese Punkte zusammen in der Nichtbeachtung der Selbstverwaltungsrechte Berlins109. Nun drückt der Autor den Wunsch auf Abstellung dieser Missstände aus. Im Folgenden wird das gute Verhältnis zwischen den Berlinern und ihrem Monarchen in der Geschichte und Gegenwart kurz angerissen. So stehe auch Wilhelm II. in der Tradition seiner Vorfahren, da er, wie sie, für die Wohlfahrt des Staates und die Förderung der Wissenschaften gesorgt habe.. Der wichtigste Fakt für Cassel ist der Aufschwung seiner Stadt unter der Regierung des Kaisers. So habe sich der Etat von 110 Millionen Mark im Jahre 1888 auf 373080000 Mark im Jahr 1913 erhöht110. Trotz dieses positiven Bildes wird an keiner Stelle im Text von einer Erwirtschaftung eines Überschusses geschrieben, da nur die Vermehrung des finanziellen Volumens in einigen Schlüssel-bereichen aufgezeigt wird. Dabei übersieht der Autor, dass den Mehreinnahmen auch steigende Ausgaben bei einer Erweiterung der städtischen Aufgaben gegenüberstehen müssen, insbesondere wenn er in späteren Abschnitten vom Ausbau der Stadt schreibt. Nicht nur der Haushalt der Metropole sei gewachsen, sondern auch die Wirtschaft. So sei die Einfuhr von 1550604 (1870) Tonnen Gütern auf 7979048 (1905) Tonnen gestiegen, während sich die Ausfuhr von 612851 (1870) Tonnen auf 1026303 (1905) Tonnen vermehrt habe. Dieser Aufschwung muss aber mit einer Steigerung der Produktionskraft einhergehen. Diese wird nicht nur durch rationell arbeitende Maschinen, sondern auch durch einen Zuwachs an Arbeitern und damit an Bevölkerung erreicht111. Hierauf geht der Autor aber nicht ein. Begründbar ist dieser Fakt aus den Folgen dieses Wachstums. So muss Cassel die bedrückende Lage des größten Teils der Berliner erkennen112. Da er aber ein Lob auf den Kaiser wegen der Förderung dieses Aufschwunges ausbringen möchte, kann er die negativen Folgen nicht zeigen um die Annerkennung nicht zu gefährden. Auch wird die gesellschaftliche Stellung Cassels als gehobener Bürger im preußischen Staatsdienst113 ihm einen Zugang zu den Problemen der unteren Schichten verschließen. Gelobt wird in diesem Punkt die Politik des Friedens, welche der Stadt die nötigen Mittel zur Erreichung des Wohlstandes beschert habe114. Dabei werden zwei liberale Forderungen ausgesprochen, die Wilhelm II. in den Augen des Verfassers erfüllt hat. Die erste ergibt sich aus den im vorhergehenden Abschnitt gezeigten Fakten des wirtschaftlichen Aufschwunges. So bejahen die Linksliberalen den ökonomischen Fortschritt, da dieser unter anderem zur Besserung der Lage der Arbeiter und zur Durch- setzung innerer Reformen führen kann115. Das Mittel zur Erreichung dieses Aufschwunges- der Frieden- ist ebenfalls ein Wunsch der Linksliberalen116. Für Cassel ist es gerechtfertigt, Wilhelm II. als Friedens- kaiser darzustellen, da das Ergebnis dieser Epoche ohne Krieg, der wirtschaftliche Aufschwung seiner Stadt, ihm deutlich sichtbar ist. Sicher ist ihm aber bewusst, dass man Wilhelm II. nicht uneinge-schränkt als Förderer des Friedens bezeichnen kann, da ihm das Ergebnis der Abrüstungskonferenz von 1907 bekannt sein muss. Dieser Punkt kann ein Indiz für die fast nebensächliche Erwähnung dieses Faktes sein. Ein weiterer Grund kann der Schwerpunkt des Autors auf die Entwicklung der Stadt sein. Für diese Beschreibung müssen die meisten Punkte, wie Friedens- und Wirtschaftspolitik, als Mittel zum Zweck erscheinen. Dennoch spricht er dem Kaiser unter dem Hauptpunkt, der Entwicklung Berlins, auch im Bereich der Friedenspolitik ein starkes Lob aus. Im zweiten Abschnitt werden Fehlleistungen des Herrschers kurz angerissen, aber nicht kommentiert, da sie an diesem Feiertage nicht angebracht seien und auf anderen Gebieten kein Zweifel an den Leis-tungen des Monarchen bestünden117. So habe Wilhelm II. in den Punkten der Konzessionsverlängerung für die Berliner Straßenbahn und bei der Behinderung der Ausdehnung der Stadt die Selbstverwaltungs- rechte gebrochen. Da beide Punkte nur als Beispiele vom Autor benutzt werden, ist es nicht weiter nötig, auf sie im Näheren einzugehen. Der Kritikpunkt ist die Beschneidung der Selbstverwaltung. Sie ist in der Städteordnung vom 19. November 1808 festgelegt und noch im Jahre 1913, wenn auch unter den Einschränkungen von 1831, gültig. So haben die Verordneten das Recht in allen Entscheidungen unabhängig vom Monarchen bezüglich des Straßenwesens zu bestimmen118. Die Umsetzung dieses Rechtes liegt besonders den Liberalen am Herzen119. Für Wilhelm II. muss diese Kritik ungewöhnlich klingen, da Berlin seine Residenzstadt ist und er vermutlich die Eingriffe aus patrimonialer Sicht für gerechtfertig hält. Dennoch ist hier eine direkte Kritik im Bereich der Stadtpolitik zu finden. Ein zweiter negativer Fakt ist die Schutzzollpolitik. Sie wird nicht konkret auf den Kaiser bezogen, wirkt aber dennoch als Kritik, da Wilhelm II. sie nicht beendet hat. Der Verfasser ist generell gegen diese künstliche Preiserhöhung. Ein Indiz hierfür ist die fehlende Darstellung der Senkung der Zölle zwischen 1891 und 1902. Stünde der Autor für gemäßigte Schutzzölle, so müsste er die Herhabsetzung als vorbildlich aufführen. Da er dieses unterlässt, kann man erkennen, dass er ein Gegner dieses Weges ist. Cassel erkennt, dass diese Maßnahmen zu Problemen in der Versorgung der Bevölkerung führen120.

Trotz der generellen Gegnerschaft, die auf linksliberalen Gedankengut basiert121, kann auch der gegen-wärtigen Kurs des Herrschers getadelt werden. So denkt Cassel sicherlich an die Wiedererhöhung dieses Aufschlages auf den Stand von vor 1892 (5 Mark für Roggen und 5,5 Mark für Weizen) im Jahre 1903122. Die damit verbundene Erhöhung der Preise für Grundnahrungsmittel beschreibt der Autor. Sie müssen besonders in einer Stadt mit mehr als 2 Millionen Einwohnern schwere Probleme verursachen, sodass die Kritik mit Sicherheit auch von den Lesern des Artikels bejaht werden kann. Der letzte Punkt, den Cassel anführt, handelt vom Verhältnis des Monarchen zu seinen Berliner. Es ist nicht explizit auf Wilhelm II. zugeschnitten, kann aber aus Sicht des Autors auch für den gegenwärtigen Herrscher verwendet werden. Als wichtigsten Gunstbeweis des Kaisers wird dabei die Umwandlung des Tiergartens in einen Park und die Ausgestaltung des Märchenbrunnens genannt123. Beide Bauten stellen Prestigeobjekte dar, die nach der Diktion Wilhelms II. Berlin zur „schönsten Stadt der Erde“ werden lasse124. Hier ist auch der Grund für das Lob auf die Gunstbeweise zu finden. So dienen diese Projekte der Verschönerung der Stadt, während die vormals erwähnten Bauten der Straßenbahn nicht zur Opti- mierung des Aussehens beitragen und damit zur Kritik verwendet wird. Man erkennt, dass der linksliberale Artikel der Vossischen Zeitung dem Kaiser in den Punkten Friedenspolitik und wirtschaftliche Entwicklung ein Lob ausspricht. Sie sind für ihn wichtig, da diese Punkte den Aufschwung seiner Stadt bewirken. Dennoch zeigt Cassel direkte Kritikpunkte in der Schutzzollpolitik und in der Beschneidung der Selbstverwaltungsrechte. Er führt diese Punkte an, da sie für sein Verständnis einer ausgleichenden Monarchie, die sich an die Gesetze und Spielregeln der Zeit hält, maßgebend sind. Die Kritik am Herrscher kann er sorglos äußern, da sie ein Grundrecht der Berliner sei. Sie stellt für Cassel keinesfalls einen Angriff auf die Autorität des Monarchen dar125. Die Erwähnung dieser Fakten ist vielmehr als Aufforderung zur Abschaffung der Missstände zu sehen126.

Dennoch überwiegt das positive Bild.127

D: Bewertung des Zentrums

1. Der Artikel der katholischen Germania

Der Artikel der Germania beginnt mit der Feststellung, dass das Kaiserjubiläum ein nationaler Gedenk- tag sei128. Nach einem kurzen Rückgriff auf den Todestag Kaiser Friedrich III. am 15.6.1888 wird der Regierungsantritt Wilhelms II. dargestellt. So seien die Umstände der Machtübernahme schwierig gewesen. Hierfür wird angeführt, dass der neue Herrscher sich das Lob und die Anerkennung im Gegensatz zu seinen Vorfahren selbst habe verdienen müssen. Auch hätten die Vertreter des alten Systems- Bismarck und Moltke der Ältere- ihn noch an Prestige übertroffen. Auch die außenpolitische Lage, besonders das Verhältnis zu Frankreich, habe sich bereits seit 1887 verschlechtert129. Auch ein dem Monarchen zugesprochenes starke Temperament habe die schlimmsten Befürchtungen in Richtung eines Krieges aufleben lassen. Trotz dieser ungünstigen Ausgangslage habe es Wilhelm II. aber ge-schafft, den Frieden zu bewahren. Hiefür wird die Eröffnung des Reichstages vom 25. Juni 1888 angeführt, in der der Kaiser sich zur Politik seines Großvaters im Bereich der friedlichen Außenpolitik bekannt habe130. Nach Meinung des Autors hat der Herrscher dieses Versprechen erfüllt. Dennoch führt er zwei Ausnahmen, die Strafexpeditionen in China im Jahre 1900 und die in Deutsch- Südwestafrika zwischen 1904 und 1906/ 7, an. Durch den Weg des Friedens und der Weltpolitik sei das Deutsche Reich zur Weltmacht aufgestiegen131.

Als nächsten Punkt wird die friedliche Erwerbung neuer Gebiete angeführt. Nun widmet sich der Autor kurz der Religion des Kaisers. Er erkennt, dass sich Wilhelm II. auf das Gottesgnadentum berufe. Dennoch könne man sich über sein religiöses Bild keine klaren Vorstellungen machen, sodass dieser Punkt an einen gesonderten Artikel verwiesen wird132. Im Folgenden wird die Förderung der Landeswohlfahrt herausgestellt. Hierfür führt der Autor die Sozialpolitik an. Auch die wirtschaftliche Entwicklung ist wird hierbei stichpunktartig beschrieben. Der nächste Abschnitt widmet sich der Wehrpolitik. So habe Wilhelm II. das Heer erweitert und die Kriegsflotte geschaffen133.

Nun wird das glückliche Familienleben gezeigt. So habe der Kaiser eine treue Frau als Stütze für sein Wirken und sechs Söhne und eine Tochter als höchstes Gut der Familie134.

Dennoch erkennt auch hier der Verfasser, das es nicht immer nur positive Ereignisse gegeben habe. Hierfür wird besonders die Zeit nach der Daily- Telegraph- Affäre und das Versagen bei der Überwin-dung der Sozialdemokratie hervorgehoben. Mit der Aussage, ganz Deutschland solle Wilhelm II. mit Dankbarkeit gegenübertreten, endet der Festartikel der katholischen Germania135.

Als erster Punkt wird die Gewinnung der Liebe und der Bewunderung des Volkes durch den neuen Herrscher genannt.. So meint der Autor, dass die Vorgänger Wilhelms II. ihren Nachfolger an Ruhm und Ansehen übertroffen hätten. Tatsächlich scheint diese Meinung im Jahre 1888 vertreten worden zu sein. So übergeht zum Beispiel der Europäische Geschichtskalender den Machtantritt mit wenigen Worten, während die Klageschriften über den Tod Kaiser Friedrich III. ausführlicher gestaltet sind136. Die Auswirkungen des aus der Vergangenheit ausstrahlenden Ruhmes habe der Kaiser besonders an den noch im aktiven Dienst stehenden Würdenträgern seiner Vorgänger- Bismarck und Helmut von Moltke137 - gespürt. Hier übt der Autor am System der alten Machtträger Kritik. Beschaut man aber den folgenden Text, so kann festgestellt werden, dass die Klage sich nur auf Bismarck bezieht. Erklärbar ist dieser Fakt aus der Beziehung der Katholiken zum ersten Reichskanzler. So wird noch im Jahre 1913 der Kulturkampf dem Kanzler verübelt, wie in einem Sonderartikel der Germania ausgedrückt wird138. Die Abwertung Bismarcks wird durch das Wort „Paladin“ verstärkt139.Durch diesen Fakt kann dem Kaiser in Bezug auf die Entlassung Bismarcks in zweierlei Weise ein Lob ausgesprochen werden. Zum Ersten ist indirekt erschließbar, dass der Autor die Bedrohung für die Katholiken durch den antiklerikalen Kurs vermindert sieht, zum anderen beschreibt er, dass Wilhelm II. durch diese Tat sich den alleinigen Ruhmesplatz verschafft habe140.

Als zweiten Punkt führt der Autor die Friedensliebe des Herrschers an. Um diesen Fakt hervorzuheben, greift der Verfasser auf die außenpolitische Lage von 1887 zurück. Hier habe sich in Frankreich der Revanchegedanke zu einer Kriegsbedrohung entwickelt141. Tatsächlich kann man ein Jahr vor der Machtübernahme Wilhelms II. von einer Destabilisierung des Friedens durch Frankreich sprechen. So droht die der Regierung nahestehende französische Patriotenliga mit der Repatriierung des Elsaßes und Lothringens142. Die Befürchtungen an einen Krieg seien aber auch durch das Temperament des neuen Monarchen bestätigt worden143. Dieser Fakt wird durch den Autor besonders durch die Erwähnung der Proklamationen an das Heer und die Marine, die vor der Rede an das Volk stattfanden, hervorge-hoben144. Trotz der ungünstigen Lage und Beurteilung der Zukunft habe es der Kaiser geschafft, den Frieden zu erhalten145. Man erkennt, dass die vorhergehende Darstellung der widrigen Umstände des Herrschaftsantrittes nicht nur eine Illustration der tatsächlichen politischen Lage ist, sondern besonders der Heraushebung der Leistung des Kaisers dient. So bejaht der Autor diese Friedenspolitik. Damit erfüllt er eine Forderung des Zentrums146, wodurch diesen Ausführungen nicht nur ein realer Akzent, sondern auch eine parteipolitische Note gegeben wird. Hergeleitet wird diese Ansicht aus dem religiösen Verständnis des Autors, dem die Aussagen der Bibel mit Sicherheit bekannt sind147.Trotz dieses positiven Bildes werden zwei Ausnahmen beschrieben. Es handelt sich um die Strafexpeditionen in China im Jahre 1900 und um die Niederschlagung des Herero- Aufstandes in Deutsch- Südwestafrika zwischen 1904 und 1906. Beide Aktionen scheinen aber für den Autor keinen Bruch des Friedens dar-zustellen, da sie nur als Nebenerscheinungen im Text verwendet werden. Des weiteren kann er keine Kritik anbringen, da auch das Zentrum die Aktionen, insbesondere gegen die Hereros, wenn auch nicht uneingeschränkt, unterstützt148. Weiterhin werden sie erwähnt um keinen Zweifel, der durch ein zu gradliniges und positives Bild entstehen würden, an den Aussagen des Artikels entstehen zu lassen. Da der Autor beide Aktionen lobt, kann er sie ohne Vorbehalte einsetzen. Dennoch verschweigt er bewusst, dass andere Fakten das Bild Wilhelms II. als Friedenskaiser zerstören können. So wird die Haager Abrüstungskonferenz von 1907 nicht erwähnt. Sie muss aber dem Autor bekannt sein. Damit müsste er erkennen, dass der Kaiser die Verhandlungen durch seine Weigerung zum scheitern gebracht hat149. Er kann diesen Fakt nicht verwenden, da er, im Gegensatz zu den Strafexpeditionen, zu einer Trübung des Bildes vom Friedenskaiser führen muss. Auf Grund der Anlage des Textes, der ein möglichst positives Bildnis des Monarchen zeigen will, kann der Autor keine negativen Taten aufzeigen. Das Bild vom Friedenskaiser ist dabei ein Wunschbild der Gegenwart des Autors. Der folgende Absatz der Germania widmet sich den friedlichen Eroberungen Wilhelms II. Dabei wird die Kolonialpolitik gelobt. In diesem Bereich werden explizit die Karolinen-, Marianen- und Samoa- Inseln sowie das durch den Helgoland- Sansibar errungene Helgoland erwähnt. Auf Grund dieser Fakten meint der Verfasser Wilhelm II. als „Mehrer des Reiches“ bezeichnen zu können150. Ihm scheint dabei nicht bewusst zu sein, dass es um den Erwerb der Pazifikinseln Verstimmungen gegeben hat. So konnten Karolinen erst nach einigen Druck auf die Vereinigten Staaten und Samoa erst nach starkem politischen Streit mit England besetzt werden151. Es muss unklar bleiben, ob der Autor um diese Ver- stimmungen weiß. Es ist aber unwahrscheinlich, da sie sich auf höchster politischer Ebene abspielten. Sicher lässt sich aber feststellen, dass der Verfasser die Kolonialpolitik nicht allzu hoch einschätzt, da das Zentrum die Kolonien nur als Verbreitungsgebiet für Glaube und Zivilisation ansieht152. Deshalb fordert diese Partei im kolonialen Bereich Mäßigung in den Ausgaben153, wodurch deutlich wird wie wenig Bedeutung die überseeischen Gebiete haben. Selbst, wenn er die Verärgerungen des Auslandes über die aggressive Politik Wilhelms II. nicht kennt, so muss er doch auf die Parteiforderung Rücksicht nehmen. Dadurch kann erschlossen werden, dass die Kolonialpolitik nur auf Grund der Höflichkeit für den Kaiser gelobt wird. Eine weitere Möglichkeit ist auch, dass der Autor einem Wunschbild seiner Zeit erliegt, nach dem das Reich der Kolonien bedürfe154, erliegt.

Als nächster Punkt wird die Förderung der Landeswohlfahrt hervorgehoben. Zur Beschreibung wird dieser Fakt in zwei Unterpunkte, der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung getrennt.

Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Sozialpolitik. Sie muss für den Autor von großer Bedeutung sein, da er als Christ der Lehre der Barmherzigkeit zu den unteren Schichten verpflichtet ist. Sie leitet sich aus der Bergpredigt Jesus her155. Dieser Aufforderung folgend finden sich im 19. Jahrhundert katho- lische Einrichtungen, wie der 1846 gegründete „Katholische Gesellenverein“ (heute Kolpingfamilie). Auch die Reden des Pastors Kettler sind von Bedeutung156. In ihrer Tradition steht das Zentrum, sodass der Verfasser des Festartikels der Germania zu Recht den Punkt der Sozialpolitik stärker hervorhebt, als die anderen, außer den Friedensbemühungen des Kaisers. So forderte das Zentrum im Jahre 1877 eine gesetzliche Regelung zur Verbesserung der Lage der Arbeiter157. Die Vorschläge konnten aber nicht zu einem Beschluss gebracht werden, sodass die Verwirklichung zukünftigen Generationen vorbehalten blieb. Erst in den Jahren 1890 und 1891 werden die Forderungen Galens und damit die des Zentrums durch Wilhelm II. erfüllt. So regt am 4. Februar 1890 der Kaiser persönlich Maßnahmen „[...] zur Verbesserung der Lage der deutschen Arbeiter […]“158 an. Die folgende internationale Arbeitsschutzkonferenz erfüllt die Forderungen Galens von 1877, so dass die Zentrumspartei zufrieden sein kann. Ihr Konzept der sozialen Reform hat damit funktioniert. So wird im Punkt II die Sonntagsarbeit geregelt, unter IV die Kinderarbeit in Bergwerken und gefährlichen Betrieben auf ein Alter von über 14 Jahren beschränkt und unter V die Frauenarbeit versucht zu minimieren159. Dem Autor muss aber die Unverbindlichkeit der Beschlüsse bekannt sein160. Dennoch kann er zu Recht das Ergebnis loben, da im Reich die Beschlüsse größtenteils umgesetzt werden, so dass auch im Jahre 1903 von einem Fortschritt in der Arbeitsschutzgesetzgebung gesprochen werden kann161. Dieser Ansatz zur sozialen Absicherung der Arbeiter folgt nicht nur der Verfasser des Artikels, sondern auch der Kaiser. Er steht damit in der Tradi-tion eines „[...] der Führsorge verpflich-teten, gerechten, versöhnenden und ausgleichenden Monarchen […]“162. So versucht Wilhelm II. durch Reformen und Gesetze das Christentum zu verwirklichen, so dass sich hier die Absichten des Herr-schers und der Zentrumspartei treffen. Damit entspricht das Lob des Jahres 1913, dem von 1890. Auf weitere sozialpolitische Maßnahmen geht der Autor nicht ein, da er keine mehr zu nennen weiß, nach-dem Wilhelm II. das Konzept des Sozialkaisertums hat fallen gelassen163. Dennoch ist hier das haupt-sächliche Lob am Kaiser zu finden. Der zweite Unterpunkt der Förderung der Landeswohlfahrt wird nur als Stichpunkt vom Autor abgehan-delt. Dennoch kann in der Epoche unter der Herrschaft Wilhelms II. ein starker wirtschaftlicher Auf-schwung verzeichnet werden. Der Autor meint, dass dieser Aufschwung zur Weltwirtschaft führe164. Tatsächlich kann man an Hand der Einfuhr- und Ausfuhrzahlen diese Entwicklung nachvollziehen165. Es scheint aber, dass der Autor diesem Unterpunkt nicht so viel Bedeutung zumisst, wie der Sozialpoli-tik, da hier keine konkreten Fakten, wie die Handelsverträge, die das Zentrum loben müsste166, gezeigt werden. Er erwähnt die Wirtschaft dennoch, da sie wichtig für die Beschreibung des Fortschrittes unter Wilhelm II. ist und den Weg zur Weltpolitik öffnet. Diese Weltpolitik ist für den Autor primär im wirt-schaftlichen zu sehen, da die Kolonien nur als Missionsgebiete angesehen werden167 und die Wehr-politik nicht zu den Forderungen des Zentrums gehört168.

Dennoch wird der Schaffung der Marine und dem Ausbau des Heeres einen eigenen Abschnitt gewidmet. Sie sind, wie bereits erwähnt, keine Forderungen des Zentrums. Dieser Fakt wird aber ange-führt, da er wichtig zur Beschreibung der wilhelminischen Epoche ist. Wie in den vorhergehenden Artikeln gesehen, ist es typisch, die für die Gegenwart des Autors die Wehrpolitik zu beschreiben. Dabei muss aber ungewiss bleiben, ob der Autor, wie die Konservativen und Nationalliberalen dem imperialistischen Traumbild169, dass die Macht und Sicherheit eines Staates von einem starken Militär abhängig macht, erliegt oder ob er diesen Punkt nur aus Höflichkeit und der Vollständigkeit halber anführt. Letzteres ist für den realistischen Autor am wahrscheinlichsten. Das Lob wandelt sich dadurch in ein einfache Erwähnung, die den katholischen Lesern leichter anzunehmen sein muss, als eine Laudatio auf den Militarismus Wilhelms II. Im folgenden Punkt wird das Familienleben des Kaisers herausgehoben. Es ist für einen christlichen Autoren wichtig, da er entsprechend der christlichen Lehre die Familie als Grundlage der Gesell-schaft170 ansehen muss. So sei die Kaiserin eine starke Stütze für den Monarchen und die Kinder das beste Ergebnis der richtigen väterlichen Erziehung zur Pflichttreue171 Besonders wird dabei die Tochter hervorgehoben, durch deren Vermählung ein versöhnendendes Element zwischen Welfen und Hohenzollern geschaffen worden sei172. Diese ideale Bild entsteht nur durch eine oberflächliche Betrachtung von Seiten des Autors. Da er aber nicht hinter die Fassade dieses offiziellen Bildes blicken kann, ist ihm von Streit und Verärgerung in der ersten Familie des Staates nichts bekannt. Dass es diese Unstimmigkeiten gibt ist für das breite Publikum erst aus der Nachschau erkennbar173. Wäre der Autor in diesem Punkt ein ebenso großer Realist, wie in der Wehrpolitik, so müsste er erkennen, dass ein solch makelloses Bild auch für die beste Familie im Reich unmöglich sein muss. Daher kann man erschließen, dass diese idealtypische Darstellung nicht zur Beschreibung der Realität, sondern der Erhöhung des Kaiserpaares, dient. Dabei kann auch hier der Autor einem Wunschbild seiner Zeit erliegen. So gilt die eine intakte Familie vor um die Jahrhundertwende als sehr bedeutend174. Führt man dieses Anliegen weiter, so kann die Darstellung des Verfassers auch als Mahnung verstanden werden. Wahrscheinlich soll das Vorbild des Herrscher-paares auf das Volk wirken. Dadurch verbindet sich das für den Autor das ernst gemeinte Lob in diesem Bereich mit der Aufforderung an das Volk es dem Kaiser gleich zu tun. Nun wird die Entwicklung der Wissenschaft erwähnt. Sie habe eine starke Vorwärtsentwicklung durch-laufen175. Hierbei denkt der Schriftsteller sicher an die Bereiche Medizin, Physik und Chemie. Tatsächlich ist die Zeit zwischen 1888 und 1913 eine der bedeutensten Zeiten für die Entwicklung der Wissenschaften in Deutschland. Seinen Ausdruck findet dieses in der Verleihung von 17 Nobelpreisen (13 im technischen Bereich und 4 für Literatur) zwischen 1901 und 1913176. Diese Fakten müssen dem Autor, wenn auch nicht vollständig, so doch aber in Umrissen bekannt sein. Ein besonderes Lob spricht er indirekt an Wilhelm II. aus, da er im Jahre 1911 die Kaiser Wilhelm Gesellschaft gründete und damit als Förderer der Technik auftritt177. Bestärkt wird das Volksempfinden für den Technikkaiser besonders vor dem Tag seines Regierungsjubiläums am 14. 6. 1913. Hier huldigen ihm die Automobilisten178. Auch die Festschriften beschreiben den Herrscher als technikinteressiert179.

Der nächste Fakt für den Autor ist die Entwicklung der Kunst. Dabei sieht er mit Sicherheit die Entste-hung des Jugendstils und der Kunstformen des Historismus. Er beschreibt aber nicht, dass der Kaiser die modernen Kunstformen, wie den Expressionismus in Kunst und Literatur

ablehnt180. Da der Autor diesen Umstand nicht erwähnt, sondern nur von der Entwicklung schreibt, kann davon ausgegangen werden, dass er ebenso wie der Herrscher nur die Entwicklung der alten Kunst-formen meint und den Expressionismus ablehnt. Neben diesen positiven Fakten werden aber auch Enttäuschungen aus der Regierungszeit Wilhelms II. angeführt. So sei die Sozialdemokratie durch die Sozialpolitik nicht zerstört worden181. Diese Ent- täuschung teilt der Autor mit dem Kaiser, da das Zentrum gegen die Sozialdemokratie ausgerichtet ist und durch die Gesetzgebung ihre Vernichtung erhofft hatte182.

Man erkennt, dass der erste Artikel der katholischen Germania das Lob auf Wilhelm II. stark vom konfessionelle Standpunkt abhängig macht. So wird besonders die Friedens- und Sozialpolitik, sowie das Familienleben gelobt. Die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung werden dagegen nur angerissen. Kritik wird dennoch nur andeutungsweise über die Stellung Wilhelms II. zu Martin Luther geäußert. Für die genaue Beschreibung des wichtigsten Faktes der Zeitung wird ein eigener Unterartikel verwendet. Dieser soll im folgenden dargestellt werden.183

2. Das Verhältnis Wilhelms II. zur katholischen Konfession aus Sicht des Zentrums

Nachdem im ersten Abschnitt der Kaiser als Protestant dargestellt wurde, wird nun seine Beziehung zu den Katholiken aufgezeigt. So sieht der Verfasser die durch die Verfassung garantierte Gleichberechtigung184 nicht gewährleistet, da die Kulturkampfgesetze noch immer bestünden185. Hierbei denkt der Autor mit Sicherheit an das Jesuitengesetz, dessen Paragraph 2 im Jahre 1904 außer Kraft gesetzt wurde, die übrigen Bestimmungen aber zur Zeit der Entstehung des Festartikels noch in Kraft sind und erst im Jahre 1917 aufgehoben werden. Neben dieser politischen Einschränkungen muss auch die Zivilehe als Ärgernis für den Schrift-steller erscheinen, da sie den staatlichen Primat über den der Kirche im Bereich des Heiratswesens stellt. Sicher sind auch die Maigesetze, der Kanzlerparagraph und der Maulkorberlass von Bedeutung. Es muss aber schon an den wenigen Ausführungen deutlich werden, dass der Autor im Bereich der Gleichberechtigung seiner Konfession kein Lob an Wilhelm II. ausspricht. Diese Kritik bezieht sich dabei weniger auf die konkreten Fakten des Kulturkampfes, als auf die versäumte entgültige Besei-tigung dieser Gesetze. Er stellt diesen Fakt dar, da das Zentrum in seinem politischen Programm die Gleichberechtigung fordert186. Weiterhin kann diese Darstellung von den Katholiken bejahende aufge- nommen und als Forderung zur Umsetzung dieses Desiderates angesehen werden. Trotz dieser Kritik zeigt der Autor auch Verbesserungen im Verhältnis des deutschen Kaisers zur katho-lischen Kirche auf. So habe Wilhelm II. des öfteren „[...] Beweise seines Wohlwollens und seiner landesväterlichen Führsorge [...]“187 gegeben. In diesem Bereich denkt der Autor sicherlich an die Rück-erstattung von 16 Millionen Mark an staatlichen Beihilfen, die während des Kulturkampfes einbehalten worden waren188 und an die explizit erwähnte Schenkung von Grundbesitz für den Bau einer Kirche in Jerusalem im Jahre 1898189. Ein besonderes Lob erhält hierbei die Verbesserung der Beziehung zwischen Kaiser und Papst. So habe Wilhelm II. den heiligen Vater persönlich besucht und zu dessen Jubiläen Gratulationsschreiben verfasst190. Tatsächlich sind diese Reisen belegt, so dass der Autor in diesem Bereich, absolut real beschreibt. Dieses Verhalten wird vom Autor besonders positiv hervorge-hoben. Man erkennt, dass das Verhältnis Wilhelms II. zur katholischen Konfession aus Sicht des Zentrums zwiespältig ist. Auf Grund der gezeigten Fakten wird deutlich, dass sich Lob und Kritik die Waage halten, aber für die Anhänger des Zentrums eine Besserung ihrer Lage in Sicht ist, so dass eine opposi-tionelle Haltung weder ausgedrückt noch erstrebt wird. Der Grundcharakter dieses Artikels ist daher als positiv mit Einschränkung zu Gunsten Wilhelms II. gehalten.191

E: Die Bewertung der Sozialdemokratie- der Artikel des Vorwärts

Mit der Aussage nicht mitfeiern zu wollen, beginnt der Artikel des Vorwärts zum Regierungsjubiläum Wilhelms II.

Der Autor stellt dar, dass es aus Anlass der Feierlichkeiten sehr viele Festreden und Festartikel gäbe, denen aber allen der Vorwurf der Heuchelei zu machen sei, da nach dem Jubelfest die Kritik wieder einsetzen werde192. Hiefür wird die Diskussion um den Wehrbeitrag, den die Konservativen ablehnen würden, im Rahmen des neuen Wehrgesetzes angeführt. Dieser Heuchelei will sich die Sozialdemokra-tie auf Grund ihres republikanischen Verständnisses nicht anschließen, auch wenn sie sich damit dem Spott der „[...] ostelbischen Hurraschreiern [...]“193 aussetzt.

Trotz der Ablehnung des monarchischen Systems könne die Partei eine differenzierte Stellung zu den verschiedenen Monarchen haben. So wird anerkannt, dass es liberale Herrscher oder nach Absolutismus strebende Kaiser und Könige gäbe. Der Autor zählt Wilhelm II. zur gegenüberliegenden Gruppe194. Er meint aber, dass es nicht allein die Schuld der Person sei, sondern die seiner Umgebung, die ihm den Blick für die Wirklichkeit verstelle195. Hierfür wird ein nach Meinung des Verfassers ein geeignetes Beispiel beim Besuch Wilhelms II. bei der Firma Krupp angeführt. Aber auch persönliche Eigenschaf-ten würden dem Kaiser zum Negativen gereichen. So seien diese zum ersten durch Vererbung übertragen worden. So habe der Herrscher das Gottesgnadentum übernommen, aber die Sparsamkeit abgelegt und eine prächtige Hofhaltung eingeführt. Dieses Verhalten habe aber in Kombination mit dem Auftreten des Kaisers die Junker verärgert, da Wilhelm II. für sie zu modern gewesen sei196. Diesen Punkt erklärt sich der Autor wie die Abweichung von der Sparsamkeit durch den Einfluss der Gegen-wart.

Nun wird ausgeführt, dass unter der Regierung des dritten Hohenzollern Kaisers Munckertum, Bürger-tum und Arbeiterklasse im Kampfe gegenüberbestehen würden. Die Notwendigkeit zwischen diesen drei Klassen zu lavieren habe Wilhelm II. in seiner Selbsteinschätzung erkannt. So erklärt sich der Autor den Zickzackkurs der Politik, der durch die Persönlichkeit des Herrschers einen besonderen An-strich erhalte197.

Im Folgenden wird dargestellt, dass der Kaiser in ständiger Opposition zur Sozialdemokratie gestanden habe. Seine Reden gegen diese hätten aber nicht die Zerstörung der Partei, sondern ihre Stärkung be-wirkt. Damit habe der Kaiser das Gegenteil seiner erreicht. Auf der selben Ebene liegt für den Autor auch die Freundschaftsbekundung zu den türkischen Führern der Moslems. Trotz der Zusage auf Unter- stützung seien sie gestürzt und getötet worden198. So kann der Verfasser des Vorwärts sehen, dass die Reden Wilhelms II. positiv auf die Bewegung gewirkt haben, da so immer neue Mitglieder gewonnen haben können199. Daher hält es der Schriftsteller am Ende seiner Ausführungen doch für gerechtfertigt mitzufeiern. Mit dem Satz es lebe die Republik endet der Festartikel des Vorwärts. Als ersten Punkt stellt der Verfasser die Festreden und Festartikel der bürgerlichen Parteien als Heuche-lei, da diese nur die schönsten Seiten Wilhelms II. zeigen würden. Eindeutig kritisiert der Autor hiermit die Unterwürfigkeit und Falschheit des Bürgertums, da im folgenden Satz die wahre Stellung zum Monarchen aufgezeigt wird. So würde nach dem Jubiläum die Verstimmung über die Wehrvorlage des Kaisers so weit verbreitet sein, dass man von Majestätsbeleidigung sprechen müsse200. Dieser Fakt ist den Sozialdemokraten wichtig, da sie besondere Erfahrung mit der Aburteilung wegen dieses Verbrechens haben. Das angeführte Beispiel wird vom Verfasser bewusst gewählt, da es durch seine Aktualität bei den Lesern bekannt ist. So muss die Reichstagsdebatte vom 3. Juni 1913, über die auch der Vorwärts berichtete, vertraut sein. Hier kommt es weniger zum Streit um die Wehrvorlage, als um deren Finanzierung201. Sie wird als Beweis angeführt, dass das Bürgertum und der Adel doch nicht so uneingeschränkt hinter dem Herrscher steht, wie es in den Artikeln zum Jubiläum ausgedrückt wird. Um den Vorwurf dieser Heuchelei nicht auf sich beziehen zu lassen, verweigert der Autor eine Laudatio auf den Kaiser. Die Kritik geht dabei weniger an Wilhelm II. als an das Bürgertum. Dennoch wird durch die Ablehnung der Huldigungen des Bürgertums auch die Leistung des Monarchen negiert. Im nächsten Abschnitt wird das Verhältnis der Sozialdemokratie zur Monarchie, insbesondere zu Wilhelm II., aufgezeigt. Aus den Ausführungen lässt sich erschließen, dass er als Machthaber mit abso-lutistischen Neigungen erscheinen muss202. Sicher denkt der Autor an den Ausspruch „voluntas regis suprema lex“. Für einen Republikaner, aber auch für viele Bürgerliche muss gerade diese Aussage als absolutistisch erscheinen. Verbunden mit der deutlich sichtbaren aufwendigen Hofhaltung, der Bevor- zugung des Heeres und dem Auftreten des Monarchen, kann sich der Autor und mit Sicherheit auch der sozialdemokratische Leser mit dieser Aussage vollständig identifizieren. Nun versucht der Autor für die absolutistischen Neigungen eine Begründung zu finden. Hierfür werden zwei Begründungsstränge angeführt: Die inneren und äußeren Einflüsse. Dabei kommt den äußeren Faktoren eine größere Bedeutung zu, als den inneren, da sie um letztere einen Rahmen bilden und damit ausführlicher beschrieben werden. Bei den inneren Einflüssen wird ein Widerspruch zwischen alten monarchischen Elementen, die vererbt seien und modernen Zügen der Persönlichkeit des Kaisers herausgehoben203. So fördere Wilhelm II. die Wiedererrichtung alter Bauten, wie sein Vorfahre Friedrich Wilhelm IV. und halte am Gotteskönigtum fest. Auf der modernen Seite steht aber das Interesse für die Technik, insbesondere für den Automobil-bau und die Luftschifffahrt. Hierdurch verärgere er die Junker, die lieber die vererbten altmodischen Eigenschaften als dominierend sehen würden204. Damit sieht der Verfasser einen zwiespältigen Menschen, der weder in der Gegenwart, noch in der Vergangenheit aktionsfähig ist. Diese Faktoren alleine können aber für den Autor die absolutistischen Neigungen und die Persönlichkeit nicht erklären. So verwendet er die äußeren Einflüsse. Wilhelm II könne die Realität nicht sehen, da sie vom schönen Schein verdeckt werde205. Das angeführte Beispiel des Besuches bei der Firma Krupp wird in diesem Kontext als passen erscheinen, auch wenn es nicht nachprüfbar ist, ob es sich wirklich so, wie der Verfasser es darstellt, zugetragen hat. Dennoch hat er recht, wenn er meint, dass man be-wusst die Realität von Wilhelm II. fernhalte206. Die Schuld und Kritik trifft hierbei weniger den Monar-chen, als seine Berater und im ersten Fall das Bürgertum. Er ist dabei das Produkt seiner Verhält nisse207. So geht der Autor von der Annahme aus, dass das bürgerliche Volk seinen Kaiser so will, wie er ist und er ist, wie das Volk ihn will. Diese Auffassung verwendet noch im Jahre 1921 der Demokrat Walter Rathenau, so dass es scheinbar eine gängige Erklärung für die Wilhelminische Epoche aus sozia-listisch- demokratischer Sicht ist208. Es ist nicht anzunehmen, dass durch die Aufteilung der Schuld Wilhelm II. entgegengekommen werden soll, da er für die Sozialisten das Negative in Person darstellt, das auch das kleinste Lob nicht verdienen kann. Ein weiterer äußerer Fakt sind die zeitlichen Gegebenheiten. So stünden die Klassen des Muckertums, des Bürgertums und der Arbeiterklasse im Wettstreit, so dass der Monarch zwischen diesem Klassen lavieren müsse. So erkläre sich auch der Zickzack- Kurs der Politik209. Hierbei legt der Autor sein kommunistisches Bild des Klassenkampfes zu Grunde210. Dieses Bild legt der Verfasser seiner gesamte Argumentation zu Grunde. Damit beendet der Autor seine Erklärung der Persönlichkeit des Kaisers. Sie ist für ihn widerspruchsvoll. Die Schuld für diese charakterliche Schwäche teilen sich aber der Monarch und die ihn umgebenen Schichten des Hofes und des Bürgertums.

Der Charakter des Klassenkampfes äußert sich für den Schriftsteller auch auf der politischen Ebene. So sei es die Aufgabe des Monarchen als überparteiliche Institution zwischen den Klassen zu lavieren. In der Selbsteinschätzung sei es ihm auch gelungen211. Aus den Folgenden Äußerungen ist aber zu erken-nen, dass der Autor anderer Ansicht ist. So führt er die Sozialpolitik als Beispiel für die „Bemühungen“ Wilhelms II. um die Arbeiterklasse an. Für die Sozialdemokratie ist diese Politik als Fehlschlag zu be-trachten. Die Februarerlasse, die eigentlich als Besserung hätten bejaht werden müssen, da sie eine Forderung der Sozialdemokraten sind212, zählen für den Autor auch in die fehlgeschlagenen sozialpoli-tischen Aktivitäten, da sie nicht explizit ausgeklammert werden. Obwohl die Forderungen, wenn auch nicht vollständig, erfüllt und umgesetzt werden, kritisiert der Verfasser die Beschlüsse indirekt. Damit steht er fest auf sozialdemokratischem Boden, da er die Besserung der Lage der Arbeiter durch staat-liche Reformen ablehnt. Für ihn sind die Februarerlasse rein konservativer Staatssozialismus, der nur auf die Bewahrung des alten Systems auf Kosten der Arbeiter hin abzielt213. Sie müssen daher für den Autor als negativ erscheinen. Damit gehört er zur Gruppe unter Liebknecht und Luxemburg, die die Revolution der Kooperation vorziehen. Die folgende Darstellung der Gegnerschaft Wilhelms II. zur Sozialdemokratie belegt der Autor mit Textstellen aus den Reden des Kaisers. Er kritisiert diese Äußerungen nicht, da sie sich selbst durch die Geschichte widerlegen würden214. Besonders die Bemerkung, dass die Sozialdemokratie nur eine vor-übergehende Erscheinung sei nimmt der Verfasser genauer unter die Lupe. Hierfür wird die Stimmzahl der SPD bei den Wahlen von 1912 angeführt. Tatsächlich stimmt die Zahl, die der Autor zeigt mit der Realität überein215. Dem Leser muss ungefähr dieses Ergebnis bekannt sein, so dass es hier nur zur Ver- stärkung der Aussage verwendet wird. Der Schriftsteller zeigt auf diese Weise, dass trotz des Vorsatzes des Kaisers die Sozialdemokratie zu zerstören die Stimmenzahl von 1427200 auf 4250400 gestiegen ist216, so dass sich die Aussage Wilhelms II. selbst widerlegt hat. Damit wird die Ernsthaftigkeit Wilhelms II. angegriffen. Verstärkt wird dieser Eindruck durch die Erwähnung der Beziehung des Herrschers zu den Mohamme-danern. Ihnen habe er die Freundschaft geschworen, auf dass sie ewig an der Macht blieben. Das Ergebnis aber sei die Absetzung und Tötung des Anführers gewesen217. Hier wird ein aktuelles Ereignis gezeigt, da der Großwesir Mahmud Schweket am 11. Juni 1913 ermordet worden ist218. Die Freundschaft Wilhelms II. konnte auch nicht helfen, so dass auch hier die Geschichte die Aussagen des Herrschers widerlegt. Man erkennt, dass der Autor hier geschickt eine Kreuzstellung in seiner Argumentation verwendet. So zeigt er, dass der Wille zur Zerstörung die Stärkung, der Wunsch nach Schutz zur Vernichtung, geführt hat. So zeigt der Autor, wie wenig Anspruch die Reden und damit die Person des Kaisers auf Realitätsnähe haben. Seine Glaubwürdigkeit wird dadurch zumindestens angekratzt, für einen Sozialdemokraten viel-leicht sogar völlig zerstört. So wird eindeutig an dieser Realitätslosigkeit Kritik geübt, auch wenn der Autor offiziell beschließt, keine Beanstandung zu zeigen. Da diese negative Eigenschaft Wilhelms II. der SPD neue Anhänger beschert habe219 kann man erkennen, dass eine Kritik vorhanden ist. Sie trifft aber nicht den Monarchen alleine, sondern auch das Bürgertum, dass, wie in den vorhergehenden Ausführungen gezeigt, sich die Schuld mit Wilhelm II. teilt. Als letzter Punkt soll nun die Aussage „[...] Es lebe die Republik […]“220 gezeigt werden. Sicher meint der Verfasser diesen Ausspruch ernst, da diese Aufforderung von der Anlage des Textes her nicht speziell auf das Ereignis des Regierungsjubiläums zugeschnitten ist, sondern für den Autor eine allge-meine Forderung darstellt. Zu erkennen ist dieser Fakt dadurch, dass er außerhalb des Rahmens „[...] Wir feinern nicht mit [-] wir feiern doch mit [...]“221 steht. Man erkennt, dass der sozialdemokratische Artikel des Vorwärts keine positive Leistung der Regier-ungszeit des Kaisers hervorhebt. Es wird generell kein Lob geäußert. Die Kritik wird dabei aber zwischen Kaiser und Bürgertum geteilt, so dass Wilhelm II. nicht alleine an der negativen Bewertung schuld ist, sondern ein großer, vielleicht sogar der größere Teil der Schuld den Bürgerlichen zufällt. Allgemein ist im Text die kommunistische Doktrin stark vertreten. So ist der Klassenkampf zwischen Proletariat, Bürgertum, Adel und Monarch die Grundlage aller Argumentation. Auf diese Weise entsteht ein negatives Bild der Gegenwart, in der Wilhelm II. nur als Vertreter einer Klasse, nicht aber als Alleinschuldiger auftritt.222

F: Bewertung der Regierungszeit des Kaisers durch das Judentum

Geiger beginnt seinen Artikel mit der Feststellung, dass das Regierungsjubiläum zu Recht gefeiert werden müsse, da es in Preußen selten vorkomme, dass ein Monarch 25 Jahre in vollen physischer und psychischer Kraft im Amt bleiben könne223.

Nun greift der Autor auf das Jahr des Machtantrittes zurück und stellt die Situation dar. So habe man Anno 1888 mit einem Rückschritt in der Politik und einer Kriegsgefahr rechnen müssen. Diese Befürch-tungen hätten sich aber zerschlagen. Nun wird dargestellt, dass nicht alle positiven Entwicklungen auf Wilhelm II. zurückgehen würden, die meisten aber seiner Initiative zu verdanken seien, da der Kaiser sich durch eine starke Vielseitigkeit des Interesses auszeichne224. Im Folgenden wird die Person Wilhelms II. kurz als gerecht, aber temperamentvoll, besonders in seinen Reden beschrieben. Auch eine gutes Familienleben habe er. Trotz dieser Fakten zeigt Geiger, dass dem dritten deutschen Kaiser nicht so viel Vertrauen wie seinen Vorgängern, insbesondere Kaiser Friedrich III. entgegengebracht worden ist. Dennoch erwerbe sich Wilhelm II. dieses Zutrauen kontinuierlich225.

Im nächsten Abschnitt werden einige Punkte der Regierungszeit kurz dargestellt. So sei die innere Organisation, insbesondere bei der Eingliederung der Polen und Elsässer ungünstig ge-wesen. Im äußeren Bereich habe die Rüstungspolitik viele Verstimmungen und die Gefahr des Krieges heraufbe-schworen. Auch die Entwicklung der Luftschifffahrt habe Wilhelm II. primär als Kriegswaffe angesehen. Kritik wird auch am Kunstverständnis des Kaisers geäußert, da er nur die Mittelmäßigkeit bevorzugt habe226. Als positiv werden dagegen die Schul-, Sozial- und Kolonialpolitik hervorgehoben. In der Innenpolitik kann Geiger aber den fehlenden liberalen Kurs nur tadeln, da so die Verwaltung nicht belebt werden könne227. Auch die Juden wünschen sich eine Veränderung der Stellung de Kaisers zu ihnen. Zwar kann der Autor feststellen, dass einigen wenigen Angehörigen seines Glaubens die Gunst Wilhelms II. erwiesen wird, der Mehrzahl aber nicht. Deshalb bittet er am Ende des Artikels der Autor für eine Verbesserung der Lage228.

Als ersten positiven Punkt stellt Geiger die Zerstreuung der Befürchtungen der Bevölkerung beim Regierungsantritt des Kaisers dar. Man kann aus den Ausführungen erschließen, dass der Autor die 25 Jahre der Regierung des Herrschers als Zeit des Fortschrittes und des Friedens ansieht, da er diese beiden Befürchtungen als unbegründet ansieht229. Verstärkt wird dieser Eindruck durch die Gewinnung des Vertrauens der Bevölkerung. So geht der Autor von einer fehlenden patriarchalischen Gesinnung zu Wilhelm II. aus, die sich durch dessen Bemühungen langsam aufbaue230. Damit wird der Tatenreichtum des dritten Hohenzollernkaisers gelobt, der die fehlende Eigenschaft seines Vaters, die liberale Einstel-lung, wettmacht. Als weiteren positiven Fakt wird die Schulpolitik herausgehoben. So werden im Jahre 1900 Gymnasien, Realgymnasien und Oberrealschulen gleichgestellt. Diese Reform ist dem Autor wichtig, da auf diesen Schultypen verhältnismäßig viele Juden anzutreffen sind, so dass jetzt einer weitaus größeren Zahl seiner Glaubensgenossen der Zugang zum universitären Studium offen steht231. Auch muss eine Verein-fachung des Bildungssystems für den Bildungsbürger Geiger lobenswert erscheinen232.

Als zweiter Höhepunkt wird die Sozialpolitik gelobt. Auch wenn der Autor die Februarerlasse nicht beim Namen nennt, so kann man sie aus seinen Ausführungen vom nationalen Arbeitsschutz erschlies-sen. Hier tritt der Schriftsteller weniger als Vertreter des Judentums, als als liberal gesinnter Bürger auf233, da diese Forderung sich mit denen der Liberalen, wie unter Punkt B gezeigt decken. Ebenfalls kann er diese Gesetze loben, da auch seine Glaubensgenossen in den Fabriken eine Verbesserung ihrer Lage erfahren234. Das Verdienst Wilhelms II. ist dabei den Anreiz zu dieser Verbesserung gegeben zu haben. Als letzten positiven Fakt stellt Geiger die Kolonialpolitik dar. Die Leistung des Herrschers erkennt der Autor hierbei in der Gewinnung des Volkes für diese Politik und die innere Stabilisierung der Gebiet. Tatsächlich hat der Verfasser recht, dass der größte Teil des Volkes sich nun für seine Kolonien inter-essiert. Deutlich wird dieses in den bürgerlichen Parteiprogrammen, die alle die Kolonialpolitik fordern235. Unter innere Stabilisierung versteht Geiger die Befriedung der Gebiete, nicht aber den Ver-waltungsausbau. Er lobt dieses Vorgehen, obwohl ihm bewusst ist, dass die Konflikte mit der einhei-mischen Bevölkerung nur „[…] gewaltsam [...]“236 gelöst werden konnten. Man sieht, dass für den Ver-fasser die Eingeborenen unwichtig sind da nur von geringen Verlusten gesprochen wird. Diese Verluste können nur die Einbußen an deutschen Leben meinen. Hier steht er auf stark nationalliberaler Seite237.

Mit der Aussage, dass die Gebiete in Übersee einen starken Aufschwung nehmen, täuscht er über die Unwirtschaftlichkeit hinweg. Die beiden Angeführten Beispiele, Kiautschou und Deutsch Südwest-afrika müssen Geiger blenden238. Er beschreibt dennoch diese Politik, da sie zum Zeitgeist gehört und wie bei den anderen bürgerlichen Äußerungen als typisches Erkennungsmerkmal der Regierungszeit Wilhelms II. angeführt wird. Die Realität wird dabei bewusst nicht beachtet. Nun werden die negativen Fakten der Regierungszeit dargestellt. So wird die Wehrpolitik kritisiert. Die Vermehrung des Heeres und der Flotte hätten starke Gefahren in sich geborgen und insbesondere die Eifersucht Englands geschürt239. In diesem Punkt spricht Geiger nicht mehr als Nationalliberaler oder Angehöriger des jüdischen Glaubens, sondern als Kulturmensch mit internationalen Ambitionen. Die Gefahr eines Krieges sieht er dabei deutlich. Da Kriege als Gefahr für die Kultur gelten, kann er sich dem Kurs des Kaisers nicht anschließen. Trotz dieser Kritik sieht er eine Besserung im deutsch- englischen Verhältnis. Dieser Punkt ist für den Autor sicherlich auf das Zusammengehen zweier Kul-turvölker zur Isolierung des Balkankonfliktes von 1913 zurückzuführen. Tatsächlich bessern sich die Beziehungen beider Staaten im Jahre 1913240. Vielleicht hat er aber auch das versöhnliche Bild König Georgs V. mit Wilhelm II. am Tage der Hochzeit der Kaisertochter Victoria Luise am 24. Mai 1913 vor Augen241. Trotz der Besserung der Beziehungen kann der Autor auf die Wehrpolitik und den Konfronta-tionskurs Wilhelms II. kein Lob aussprechen. Nun wird das Verhältnis des Kaisers zu Kunst und Wissenschaft dargestellt. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Kunst. So habe sich der Herrscher oft nur für Mittelmäßigkeiten interessiert, die wichtigen Werke dagegen nicht beachtet242. Besonders die Bevorzugung der Historienwerke wird dabei getadelt, da die Moderne ignoriert wird. Dieser Punkt ist für den Autor als Literaturhistoriker von Bedeutung. Eindeutig beschuldigt er den Kaiser der Einseitigkeit und der Mittelmäßigkeit, so dass dessen Intellekt für Geiger als minderwertig erscheinen muss. Die Beschränkung auf einige Werke durch Wilhelm II. muss den Autor ebenfalls missfallen, da er für die Vielseitigkeit der Literatur ein-tritt243. Auch den Umgang mit der Wissenschaft stellt Geiger als falsch heraus. So kann erschlossen werden, dass die Verwendung der neuesten Forschung, der Luftschifffahrt, als Kriegsmittel getadelt wird. Dieser Punkt ergibt sich aus der Gleichstellung der Kunst mit der Wissenschaft, so dass eine Kritik an der Einseitigkeit des Kunstgeschmackes auch eine Kritik am „Missbrauch“ der Forschung ist. Weiterhin kann diese negative Einstellung aus der generellen Meinung Geigers über das Militär erschlossen werden. Nun wird die innere Organisation als fehlerhaft dargestellt. So sei die Versöhnung mit den Dänen und Polen nicht gelungen244. Es scheint, als hoffe Geiger beide Bevölkerungsgruppen in das Deutsche Reich einbinden zu können. Deshalb kritisiert er die Politik, die gegen diese gerichtet ist. Dabei ist ihm sicher die restriktive Vorgehensweise gegen die Polen ein Dorn im Auge. So wurde im Jahr 1908 durch das Enteignungsgesetz die Lebensgrundlage vieler Polen zerstört, so dass diese sich nicht an das Reich oder Preußen haben binden wollen245. Auch den Dänen gegenüber ist kein wahrer Ausgleich festzustellen. So findet man in Holstein eine dänische Majorität im deutschen Reich, die aber kaum politische Entscheid-ungsgewalt hat. Für den Autor ist dieses scheinbar kein haltbarer Zustand. Auch die Nichtstabilisierung der Verhältnisse im Elsaß werden kritisiert, da die Verbindung mit dem Reich ausbleibt. Hierbei übt er Kritik am Fehlen eines Beschlusses, der das Elsaß zum Staat des Reiches erhebt. So ist dieses Reichs-land nicht selbstständig, sondern wird durch einen vom Kaiser ernannten Statthalter regiert. Diese Sonderstellung bestärkt die ehemaligen französischen Staatsbürger an ihre Abgrenzung vom Deutschen

Reich festzuhalten246.Deshalb sieht der Verfasser die Eingliederung der Elsässer nur durch eine vollständige Gleichstellung dieses Gebietes mit den Staaten des Reiches gewährleistet. Man erkennt, dass Geiger das Vorgehen gegen Polen, Dänen und Elsässer kritisiert, da kein Ausgleich mit ihnen versucht wird. Hier geht er von der Nationalliberalen Linie ab, die keinen Ausgleich mit diesen wünscht247. Deshalb kann man hier von einem rationalen Gedanken Geigers ausgehen, der wie im Bereich der Wehrpolitik den Ausgleich der Konfrontation vorzieht. Nun wird die Verwaltung negativ beurteilt. Ihr wird ein anwachsendes reaktionäres Element zugeschrie-ben, dass jeden Liberalen verstimmen muss248. Zwar gibt Geiger die Schuld nicht Wilhelm II., sondern den Beamten. Dennoch wird auch der Kaiser getadelt, da er keinen liberalen Einfluss ausübe249. Sicher meint der Autor mit den „[…] reaktionären Maßregeln und Gesinnungen […]“250 Maßnahmen gegen die Angehörigen des jüdischen Glaubens. So ist ab den 1870 er Jahren ein verstärkter Antisemitismus in weiten Teilen der bürgerlichen Gesellschaft zu verspüren, der auch auf die Beamten übergreift251. Geiger spürt sicherlich die Auswirkungen und Benachteiligungen. Für den Autoren muss dabei be-sonders die Schwierigkeit in den höheren akademischen oder diplomatischen Dienst zu gelangen kritik- würdig sein. Dabei stellt nicht das Gesetz, sondern die Anschaung des Arbeitgebers das Hindernis dar252. Die folgende Darstellung, dass der Kaiser einigen wenigen Vertretern seines Volkes seine Hin-neigung erwiesen habe, dem Großteil der Glaubensgenossen aber nicht253, ist in diesem Zusammenhang am besten zu verstehen.

Aus diesen Ausführungen kann erschlossen werden, dass sich Geiger von Wilhelm II. eine Ver- besserung erhoffte. Da diese ausblieb und bleibt, tadelt er den Herrscher für die fehlenden Liberalität. Zum Abschluss bittet der Autor den Kaiser die Sehnsucht des jüdischen Volkes zu erfüllen254. Es ist nicht klar, was Geiger genau meint. Man könnte den Wunsche zur Gründung eines eigenen Staates an- nehmen, da dieses gerade von der zionistischen Bewegung des Theodor Herzel gefordert wird255. Dieser Fakt ist aber weniger anzunehmen, da Ludwig Geiger und auch die Allgemeine Zeitung für das Juden-tum dem „Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens“ (ZVfD) nahe stehen256. So ver- wirft schon der Vorgänger Geigers die zionistischen Ideen, da nur der Glaube, nicht aber ein Staat die Juden verbinden könne257. Damit ist die Idee einer zionistischen Forderung durch Geiger zu verwerfen. Es ist wahrscheinlicher, dass der Autor die Gleichberechtigung seiner Glaubensgenossen im Beamten- dienst als erstrebenswert ansieht. Besonderen Nachdruck erfährt diese Annahme durch das gesellschaft-liche Prestige dieser Posten258, dass auch die Juden sich wünschen. Es ist zu erkennen, dass auch das Judentum dem Kaiser ein begrenztes Lob aussprechen kann. Die Punkte, die dabei herausgehoben werden entsprechen aber nicht den jüdischen Forderungen, sondern den Neigungen des Autors. Deutlich dagegen wird aber Kritik an den zeitgenössischen Erscheinungs-formen des Militarismus` und restriktiven Politik geübt. Obwohl dem Autor bewusst ist, dass Wilhelm II. nicht die alleinige Schuld hat, tadelt er ihn, da er keine Verbesserung erwirkt hat. So ist das offizielle Bild des Kaisers aus Sicht des Judentums zwiespältig mit einer Tendenz zu Negativen.259

G: Exemplarische Bewertung Wilhelms II. durch die Bundesfürsten.

1. Die Rede des Bayrischen Prinzregenten Ludwig III.

In der am 17. 6. 1913 gehaltenen Rede des Prinzregenten wird die Wilhelm II. Regierungszeit Viertel als segensreich dargestellt. für das Reich gewirkt, so dass sich alle Bundesfürsten und die Senate der vier freien Städte mit dem Monarchen in „[...] unauflöslicher Verbundenheit mit dem führenden Bundesstaate […]“fühlen können. Nach einem Rückgriff auf den Todestag Kaiser Friedrich III. am 15. 6. 1888 wird die Regierungsüb-ernahme und das Versprechen der Thronrede vom 27. 6. 1888 erwähnt. Den dabei genannten Fakten sei der dritte Hohenzollernkaiser stets treu geblieben. Ludwig habe Besonders die Erweiterung des Reiches, die Förderung der nationalen Wohlfahrt, die Bewahrung des Friedens und der Freiheit hervor. Weiterhin wird Ausweitung der sozialen Sicherung und der militärischen Macht dargestellt. Die Folge dieser Politik sei ein starker wirtschaftlicher Aufschwung gewesen260. Nun meint der Prinzregent, dass Wilhelm II. stets den Wert der Einzelstaaten erkannt und gefördert habe261. Zum Abschluss seiner Rede bittet Ludwig den Kaiser das Geschenk der Bundesfürsten und der Präsidenten der freien Städte ein Schiff mit den Wappen der Glieder des Reiches anzunehmen. Für den Prinzregenten ist das Verhältnis des Monarchen zu den Bundesstaaten von großer Bedeutung. Auf Grund der Ausführungen scheint es, als erkennte Ludwig die führende Rolle Preußens an, so dass er vom Prinzip der Gleichrangigkeit abgeht. Hier ist aber ein geschöntes Bild festzustellen, da der Prinz-regent seit langem ein Vertreter der Gleichberechtigung ist. Deutlich wird dieser Punkt bei einem Zwischenfall in Moskau anlässlich der Thronbesteigung Zar Nickolaus´ II. am 5. Juni 1896. Hierbei re- agierte Ludwig auf die Aussage des Vizepräsidenten des Vereins Canesasca, dass der Prinz Heinrich mit deinem Gefolge erschienen wäre, mit der Antwort, dass die Bundesfürsten Verbündete, nicht aber Untertanen wären262. In Folge dieser „Entgleisung“ musste Ludwig am 30. 6. 1896 bei Wilhelm II. zur Entschuldigung antreten263. Sicher ist dem Prinzregenten diese Demütigung noch im Gedächtnis, sodass er es nicht erneut auf eine Konfrontation anlegen wird. Diese Haltung wird dabei durch das Fester-eignis unterstützt. Hier wäre eine oppositionelle Haltung unpassend. Dass dieser Fakt dennoch er-wähnt wird, kann an der Intention des Redners liegen. Die Wahrheit ist damit nicht getroffen, da es von Seiten des Kaisers, z. B. im Rahmen der Swinemünder Depesche Eingriffe in den Bundesstaat Bayern gegeben hat264. Mit Sicherheit benutzt Ludwig die Laudatio um versteckt die Forderung nach Beachtung der Selbstständigkeitsrechte zu erheben. Dieses geschieht geschickt durch ein verdecktes Lob. Die weiteren Punkte werden kürzer behandelt. So wird Wilhelm II. als Mehrer des Reiches darge-stellt265. Hierbei denkt der Redner an die Neuerwer- bungen im Kolonialen Bereich. Dabei ist dieser Fakt für den Prinzregenten auf Grund der fast neben-sächlichen Erwähnung nur als Allgemeinplatz zu verstehen. Unterstützt wird diese These durch die minimalen gebietsmäßigen Erwerbungen unter Wilhelm II. im Vergleich zu seinem Großvater266. Dieser Fakt ist sicherlich auch dem Bayern bekannt, so dass das Lob hierbei nur erfolgt, da die Darstellung einer positiven Kolonialpolitik ein Muss zur Beschreibung Wilhelms II. ist. Dabei scheint es, als erliege er wie die bürgerlichen Parteien dem imperialitischen Traumbild seiner Zeit267. Da ihm aber dieser Fakt nicht von allzu großer Bedeutung ist, kann der Redner doch als Realist gelten.

Als nächster Punkt wird die Friedensliebe herausgestellt. Zu Recht kann Ludwig von einer langen Friedensperiode sprechen und damit an Wilhelm II. ein starkes Lob aussprechen. Dabei erwähnt er aber die beiden Ausnahmen in China und Deutsch- Südwestafrika nicht. Auch hieraus kann erschlossen werden wie wenig Bedeutung der Bayer der Überseepolitik bemisst, da er die Punkte nicht erwähnt. Es ist auch möglich, dass er den schönen Schein, den seine Rede generell ausstrahlt, nicht beeinträchtigen will. Auch die Gegnerschaft Wilhelms II. zur Abrüstungskonferenz von 1907 wird dabei nicht er-wähnt268, da es den Pathos des Friedenskaiser zerstören und der Rede einen negativen Anstrich verleihen würde.

In der folgenden Darstellung wird Wilhelm II. als Förderer der Landeswohlfahrt vorgestellt. Diesen Punkt verknüpft der Redner mit der Sozialpolitik und dem wirtschaftlichen Aufschwung. Im Bereich der Sozialpolitik wird kein Fakt explizit erwähnt, dennoch kann aus den Ausführungen zu erschlossen werden, dass der Ludwig die Erweiterung der Sozialgesetzgebung Wilhelms I. meint. Das Vorgehen auf diesem Gebiet ist dem Bayern in zweierlei Hinsicht wichtig. Zum einen als Landesvater, der sich um das Wohl seiner Untertanen sorgt269, und zum anderen als Katholik, der sich für das Wohl des Nächsten, insbesondere der unteren Schichten einsetzen muss270. So kann der Redner in diesem Bereich tatsächlich ein Lob aussprechen. Auch den wirtschaftlichen Aufschwung sieht Ludwig als Leistung Wilhelms II.. Tatsächlich kommt es zu einer Besserung der wirtschaftlichen Lage in den 25 Jahren der Regierung des Kaisers, so dass der Verdienst der Bevölkerung steigt und die Armut zurückgetränkt wird271. Für den Redner ist dieser Punkt von Bedeutung, da auch seine Staatsfinanzen von einer blühenden Wirtschaft positiv beeinflusst werden. Der Aufschwung ist ein deutlich sichtbares Signum der Zeit Wilhelms II., so dass eine Erwähnung nicht fehlen darf.

Als letzter Punkt wir die Wehrpolitik gelobt. Besonders der Aufbau der Flotte ist dem Redner bei der Beschreibung der Regierungszeit des Kaisers wichtig. Dabei denkt ist Ludwig sicher an die Neubauten von Schlacht- und Linienschiffen. Von großer Bedeutung ist dieser Punkt für den Redner nicht, da der Wehrpolitik nur ein kurzer Satz gewidmet ist. Ludwig muss aber diesen Fakt in seine Laudatio aufneh-men, da er ein Signum der Herrschaft Wilhelms II. ist.

Die Laudatio des Prinzregenten Ludwig ist auffallend positiv gehalten. Ihr Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Beziehung der Zentralgewalt zu den Bundesstaaten. In diesem Bereich ist eine indirekte Kritik geschickt durch ein offizielles Lob versteckt. Hier verwendet der Redner seinen Vortrag um die Forder-ung nach der Beachtung der Rechte der Bundesstaaten indirekt zu erheben. Die folgenden Punkte werden nur kurz abgehandelt. Sie sind charakteristische Zeichen der Regierungszeit Wilhelms II., so dass sie vom Publikum als Lob aufgefasst werden können. Ludwig verwendet sie aber scheinbar nur nebensächlich, so dass diese als Allgemeinplätze in der Rede erscheinen. Von großer Bedeutung sind sie für den Sprecher nicht. Dennoch erkennt man, dass die Bundesfürsten auch eine positive Einstellung zu Wilhelm II. haben.272

2. Die Rede des Königs von Sachsen

Wie der Prinzregent Ludwig spricht auch Friedrich August III. von Sachsen dem Kaiser am 17. 6. 1913 während der Mittagstafel seine Anerkennung aus. So sei das Ansehen des Reiches durch die gerechte Leitung des Herrschers verstärkt und der Wohlstand vermehrt worden273. Explizit lobt der Redner weiterhin die Bewahrung der Selbstständigkeit der Bundesstaaten, da so der innere Frieden und die Wohlfahrt erhalten bleiben könnten274. . Deshalb fühlt sich der Referent mit dem führenden Bundes-staat, Preußen, in unauflöslichem Bunde vereint. Zum Abschluss beschreibt Friedrich August III. die Hochzeit der Kaisertochter Victoria Luise, durch die dieser Regierungsabschnitt günstig überstrahlt werde275. Mit dem Abspielen der „Nationalhymne“ endet die Rede des Königs von Sachsen. Für Friedrich August III. ist wie beim bayrischen Prinzregenten das Verhältnis des Kaisers zu den Bundesstaaten von größter Bedeutung. Dabei ist es erstaunlich, dass der Redner sich mit der Person Wilhelms II. und nicht mit dem Lande Preußen verbunden zu fühlen scheint276. Auch scheint er die Gleichberechtigung aller Bundesstaaten zu ignorieren. Sicher begibt sich der sächsische König nicht absichtlich in diese unterwürfige Stellung, sondern meint das Bündnis mit der Person des Kaisers anders, als es auf dem ersten Blick erscheint. So ist Wilhelm II. auch König von Preußen und damit der Repräsentant seines Bundesstaates, so dass eine Verbindung der Länder des Reiches mit Preußen erkennbar ist. Weiterhin kann das Amt des Kaisers, dass durch die Person Wilhelms II. vertreten wird, gemeint sein. Dabei wirkt Wilhelm II. als einigende Kraft der Bundesstaaten untereinander und zum Reich. Der Sachse bekennt sich zur Vorstellung eines Reiches bestehend aus den Teilstaaten, die durch den Kaiser zusammen gehalten werden. Er folgt damit, der imperialistischen Reichsidee der konserva-tiven Strömungen277. Eine Unterwürfigkeit ist nach dieser Interpretation nicht mehr zu erkennen.

Da aber der Punkt der Einzelstaaten trotz mancher Verstimmung hervorgehoben wird, kann hierbei auch eine Aufforderung des Königs an den Kaiser erkannt werden, die Rechte dieser Souveränen Gebiete zu beachten. Das Lob wird damit zur Aufforderung. Die letztere der beiden Interpretation ist am wahr-scheinlichsten, da Friedrich August III. wenig Einflüsse aus Berlin in seinem Lande dulden möchte278 und er nur durch die Erhaltung der Souveränität den inneren Frieden als gesichert ansieht.

Als nächster Punkt wird kurz die Erreichung eines großen Wohlstandes hervorgehoben. Diesen Punkt kann der Sachse zu Recht herausstellen, da in seinem Land die Industrie stark entwickelt ist. Friedrich August verbindet mit dem industriellen Wachstum auch den Aufschwung des Wohlstandes279. Es ist unklar, ob er auch die Verbesserung der Lage der Arbeiter hierin mit einschließt. Es scheint aber nicht der Fall zu sein, da der Redner in diesem Bereich explizit auf die Sozialgesetzgebung eingehen müsste. Gerade für das Land Sachsen muss die Erwähnung der Verbesserungen im sozialen Bereich wichtig sein, da hier die Gruppen der Sozialdemokratie verstärkt agieren. Der Redner erwähnt diesen Fakt nicht, da er seine Laudatio im Anschluss an die des Prinzregenten von Bayern hält und dieser bereits die Sozialpolitik hervorgehoben hat280. Sicher kann man dem König zustimmen, sodass keine weitere Erwähnung für ihn nötig zu sein scheint. Die Kürze der Rede kann hierbei ein Grund sein, diesen Punkt auszulassen oder unter der Vermehrung des Wohlstandes aufzuführen. Auch die Friedenspolitik wird kurz angerissen. Sie wird vom Referent fast nebensächlich erwähnt, ist aber dennoch von Bedeutung, da die meisten Fakten dieser Rede nur kurz angerissen werden. Zu Recht kann er diesen Punkt loben, da die Regierungszeit Wilhelms II. ohne Krieg in Europa verlaufen ist. Die Einschränkungen durch die Kriege in China und Afrika können auf Grund der kürze nicht vom König erwähnt werden. Sicher würde er sie auch in einer ausführlicheren Darstellung nicht anführen, da die Rede jeglichen negativen Fakt auslässt. Als letzter erwähnter Fakt lässt sich die Hochzeit der Kaisertochter anführen. Sie wird vom Orator als Krönung der glücklichen Regierung Wilhelms II. aufgeführt281. Dieses Motiv wird hierbei als Symbol der Leistungen des Herrschers hervorgehoben. Friedrich August III. sieht es als Bestätigung für die glückliche Führung des Reiches, da die Hochzeit und die Regierungstätigkeit als parallele Handlungs-stränge verlaufen, sodass durch das Lob des Einen das Andere auch positiv bewertet wird. Mit dem Abspielen der Nationalhymne endet die Rede. Hier berichtet der Preußische Staatsanzeiger un-genau, da das Reich keine Nationalhymne besitzt. Dennoch kann angenommen werden, dass das Lied „Heil dir im Siegeskranz“ ertönt, da dieses, wenn auch nicht von der inländischen, so doch von der ausländischen Presse, berichtet wird282. Die Zeitung kann sich dabei auf den Bericht des Botschafters des Vereinigten Königreiches in Berlin und auf seine Berichterstatter verlassen. Die Rede Friedrich August III. ist sehr kurz gehalten und vermittelt nicht viele herausragende Fakten der Regierungszeit des Kaisers. Sei Lob ist im Bereich der Erringung des Wohlstandes und des Friedens zu finden. Die Erwähnung der Selbstständigkeit der Bundesstaaten kann weiniger als Lob, als als Auf-forderung verstanden werden.

Die Kürz der Rede kommt zum einen durch die Anknüpfung an die Rede des Prinzregenten von Bayern zu stande, wodurch sich weitere Ausführungen erübrigen, zum Anderen auch durch die schlechte Rede-begabung des Königs. So ist ihm sicher bewusst, dass seine Ausführungen auf Grund des Dialektes und der Unbeholfenheit seines Ausdruckes Erheiterung hervorrufen können. Als Präzedenzfall kann er hierbei das Zusammentreffen mit Fürst von Bülow im Gedächtnis haben, dem es auf Grund „[...]der ausgesprochenen sächsischen Mundart [ und der ] Unbeholfenheit [ des königlichen ] Wesens [ schwergefallen war ] den Ernst [...] zu wahren [...]“283. So kann die Rede auch nur kurz auf die dem Sachen wichtigen Punkte eingehen und sich in den Übrigen Fakten dem Herrscher Bayerns anschließen. Ein starkes Lob überwiegt.284

H: Ausländische Bewertung Wilhelms II. an seinem Jubiläum

1. Theodore Roosevelt

Der ehemalige Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika Theodore Roosevelt (1901- 1909)285 dankt in seinem an den Herausgeber der New York Times gerichteten Brief dem deutschen Kaiser Wilhelm II. für die Unterstützung bei der Aushandlung des Friedens von Portsmoth im Jahre 1905. Keine andere Nation habe sich für mit den Vereinigten Staaten zusammen so sehr für diesen Frieden wie Deutschland eingesetzt.

Es scheint, als stelle für Roosevelt Wilhelm II. den Friedenskaiser in Person dar. Hierfür wird die Be-endigung des Japanisch- Russischen Krieges als Beispiel angeführt. Für das Ausland muss gerade die Selbstdarstellung des Kaisers als Friedenskaiser überzeugend sein. Sicher ist ihm die Abrüstungs-konferenz des Jahres 1907 bekannt, deren Scheitern der Starrsinnigkeit Wilhelms II. zuzuschreiben ist. Hier kann der Grund zu finden sein, weshalb der Roosevelt ein Lob auf die Friedenspolitik des Jahres 1905, nicht aber des Jahres 1908 oder 1912/13 erhält. Für Roosevelt ist der Herrscher des Deutschen Reiches fried-liebend, dennoch aber nicht als Friedenskaiser zu bezeichnen, da dieses Wort nicht im Text erwähnt wird. Damit entspricht er nicht vollständig dem Bild der meisten Amerikaner, insbesondere des Industriellen Carnegie, der dem Kaiser ein Geschenk der Carnegie- Stiftung für den Frieden übereicht286.287

2.Die offizielle amerikanische Darstellung des Kaisers durch den Staatssekretär Bryan

Der in der New York Times veröffentlichte Artikel des Staatssekretärs Bryan kann als offizielle Ansicht der Regierung der USA verstanden werden, da sie durch einen hohen Beamten des Staates vertreten wird288. Hier wird die Karriere des deutschen Kaisers als wundervoll beschrieben. Zwar wäre es in Deutschland unter jedem Monarchen zu einem Fortschritt diesen Ausmaßes gekommen, doch habe die Persönlichkeit Wilhelms II. einen positiven Einfluss ausgeübt289. Besonders zu loben sei die Bewahrung des Friedens gewesen, die den industriellen Fortschritt begünstigt habe. Auch habe die deutsche Bevöl-kerung einen großartigsten Beitrag zur Entwicklung der Vereinigten Staaten gemacht. Bryan stellt die Deutsche Entwicklung zur Industriemacht als erste Leistung Wilhelms II. dar. Er sieht dabei die Realität, da die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands tatsächlich enorm ist. Dieser Punkt ist für den Autor wichtig, da auch die Vereinigten Staaten das Reich als Handelspartner haben. So importiert das Reich Spezialwaren primär aus den USA290, während der Export des Reiches an dritter Stelle in die Vereinigten Staaten geht291. So kann Bryan diese Entwicklung loben, da sie nicht nur der Realität entspricht, sondern auch seinem Land Vorteile bringt. Als nächster Punkt wird die Friedensliebe hervorgehoben. Es scheint, als habe der Kaiser in diesem Bereich ein großes Ansehen in Übersee, da alle Artikel die Friedensliebe aufnehmen292. Hierbei sieht Bryan, dass es in den letzten 25 Jahren keinen von Deutschland ausgehenden Krieg gegeben hat, sodass ihm das Lob gerechtfertig ist. Er übersieht aber wie alle Autoren, dass der Kaiser nicht uneingeschränkt als Friedensfürst bezeichnet werden kann, da er keinerlei Willen zur Abrüstung, explizit während der Haager Abrüstungskonferenz von 1907, zeigt. Deshalb ist diese Darstellung nur als Idealbild zu sehen. Hierbei ist Bryan kein Realpolitiker, sondern eine geblendete Persönlichkeit, die absichtlich oder nicht die Wahrheit nicht sieht. Er stellt allerdings den Kaiser dar, wie dieser sich am liebsten sieht, als Frie-denskaiser, so dass man von einer absichtlichen Beschönigung ausgehen kann, die der Erhaltung der guten Beziehungen zum Deutschen Reich dient.

Der letzte Punkt ist das Lob auf den deutschen Beitrag an der Entwicklung der USA. Er meint hierbei die bevölkerungsmäßige Entwicklung. Dabei muss Bryan die unzähligen Immigranten vor Augen haben, die täglich in den Häfen von New York ankommen. Hier sieht er die Lage real, da tatsächlich viele Deutsche in die USA emigrieren293. Eigentlich kann hier aus deutscher Sicht kein Lob ausgespro-chen werden, aus amerikanischer schon, da die ehemaligen Deutschen nun den Aufbau der USA be-werkstelligen. Da das Lob an die Bevölkerung, nicht aber an Wilhelm II. gerichtet ist, kann hier keine Kritik gefunden werden. Hätte Bryan dieses Lob an den Kaiser ausgesprochen, so müsste man von einer Kritik am Regierungssystem des Reiches ausgehen, die das Volk zur Auswanderung gezwungen hätte. Da Bryan dieses aber unterlässt, kann hier ein Lob auf die Bevölkerung, nicht aber auf den Kaiser ge-funden werden. Man sieht, dass die offizielle Stellungnahme der Vereinigten Staaten äußerst positiv ist.

I: Zusammenfassung

Ziel der vorliegenden Arbeit war es die veröffentlichte Meinung über Kaiser Wilhelm II. im Jahre 1913 herauszuarbeiten und das veröffentlichte Bild des Herrschers des Reiches darzustellen.

Als wichtigster Fakt wird in den Artikeln die Friedensliebe Wilhelms II. gelobt. Sie findet sich in allen Ausführungen, außer dem der Sozialdemokratie. Wie gezeigt entspricht diese Vorstellung einem Idealbild, dass die Hoffnungen der Zeit auf Frieden ausdrückt. Es ist Fiktion und Realität zugleich, da das Reich 25 Jahre keine Kämpfe erleiden musste, der Frieden aber dennoch als gefährdet angesehen wird. Die veröffentlichte Meinung sieht im deutschen Kaiser den Garanten für den Frieden.

An zweiter Stelle steht die Förderung der Landeswohlfahrt. Sie ist ebenfalls in den meisten Artikel, außer in dem der Sozialdemokraten zu finden. Hierbei trifft sich ebenfalls die Vorstellung eines mittel-alterlichen Herrschers, dessen Aufgabe es ist für sein Volk zu sorgen mit der Realität der Verbesser-ungen innerhalb des Reiches zusammen. Über diesen Punkt gibt es weniger Einigkeit, als über die Friedensliebe Wilhelms, da die Argument für die Förderung der Landeswohlfahrt von der politischen Einstellung des Artikels abhängig ist. So sehen die Konservativen, Nationalliberalen und das Zentrum, sowie die Juden und die Bundesfürsten die wirtschaftliche und soziale Entwicklung als wichtig an. Die Sozialpolitik dagegen wird von den Linksliberalen nicht erwähnt, da hier Unzufriedenheit herrscht. Für die weiter Rechts stehenden Partein, sowie das Zentrum, die Bundesfürsten und das Judentum ist sie von Bedeu-tung. Die Sozialdemokratie scheint diesen Weg der Gewinnung der Arbeiterschaft abzulehnen.

An dritter Stelle ist die Vermehrung des Reiches anzuführen. Hier trifft eine antike Vorstellung des Herrschers auf die moderne Politik der Regierungszeit Wilhelms II. Besonders die an die Tradition gebundenen Katholiken, aber auch die Nationalliberalen führend diesen Punkt aus. Auch das Judentum und die Bundesfürsten verwenden dieses Bild. Für sie allerdings scheint das Bild des Mehrers des Reiches nur als Allgemeinplatz zur Beschreibung eines beliebigen Herrschers zu dienen, während die Nationalliberalen und das Zentrum die Erwerbung der neuen Gebiete als Realität mit einem Nutzeffekt verbinden. Die Sozialdemokraten lehnen dieses Kaiserbild scheinbar ab.

Auch die Wehrpolitik wird in den meisten Artikeln und Reden herausgestellt. Besonders die Vermeh-rung des Heeres und der Ausbau der Flotte werden als Leistung des Kaisers gelobt. Diese Vorstellung reicht vom politisch rechten Spektrum bis zur Mitte. Hierbei ist aber festzustellen, dass die konserva-tiven Gruppen der Täuschung nach der Devise „si vis pacem, para bellum“ erliegen, während die Zen-trumspartei und die Bundesfürsten diesen Fakt nur als typisch, nicht aber lobenswert für Wilhelm II. darstellen. Bei den Links-liberalen findet sich keine Äußerung auf Grund der Beschränktheit des Artikels auf die Stadt Berlin. Die Sozialdemokratie und das Judentum können hier nur eine Kritik aussprechen.

Im Bereich der Außenpolitik scheint ein allgemeine positives Bild vom Kaiser vorzuherrschen. So werden die Beziehungen zu England und Russland, aber auch zu Frankreich als konstant und gut be-zeichnet. Dieser Meinung schließen sich alle rechts des Zentrums stehenden Parteien und die Bundes-fürsten an. Dabei erliegen sie einer fatalen Täuschung, die mit der Realität nichts zu tunen hat, sondern nur ein Wunschbild der Zeit zu sein scheint. Die Juden sehen das Verhältnis nicht so positiv, sondern durch die Rüstung gefährdet. Die Sozialdemokraten würden sich dem sicher Anschließen, wenn sie auf diesem Punkt angesprochen würden.

Auch die Entwicklung der Wissenschaft und der Kunst wird herausgestellt. Es ist typisch, dass dieser Fakt bei den Linksliberalen und dem Autor der Allgemeinen Zeitung des Judentums zu finden ist. Bei ersterem ist die Wirkung auf städtischer Ebene von Bedeutung, durch die die Stadt Berlin einen starken Aufschwung nimmt. Bei Geiger dagegen ist die Erwähnung der Kunst und Wissenschaft als Kultur-schaffender Professor zu erwarten. Die anderen Parteien sehen sicher diesen Umstand, erwähnen ihn aber nicht da ihnen bekannt ist, dass der Kaiser nur mäßigen Einfluss auf diese Bereiche auszuüben vermag.

Die Religionspolitik wird nur von der katholischen Germania beschrieben. Sie liegt den Katholiken näher als anderen Gruppen, so dass eine Nennung als zwangsläufig erscheinen muss. Hier findet sich neben dem Lob auf den versöhnlichen Kurs auch eine Kritik an der evangelischen Haltung und der nicht vollständig durchgeführten Gleichberechtigung.

Man erkennt, dass trotz mancher Kritik an Kaiser Wilhelm II. das Lob im Jahre 1913 überwiegt. Eine durchgehende Kritik findet sich nur bei den Sozialdemokraten. Aus den Ausführungen lässt sich erschließen, dass Wilhelm II. ein populärer und geliebter Herrscher seiner Zeit ist.

J: Literatur und Quellen

1. Quellen

1. Anteil der Herkunfts- und Bestimmungsländer am Spezialhandels. Einfuhr, in: Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich, Jahrgang 34, Berlin 1913, S. 241.

2. Anteil der Herkunfts- und Bestimmungsländer am Spezialhandels. Ausfuhr, in: Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich, Jahrgang 34, Berlin 1913, S. 242.

3. Aufruf des Reichsausschusses der deutschen Zentrumspartei an die Mitglieder vom Februar 1911, in: Mommsen, Wilhelm: Deutsche Partei-programme, 3. Aufl., München 1960, S. 246- 248.

4. Bryan Tribute to Wilhelm, in: The New York Times, Nr. 20224, Jahrgang 62 vom 8. 6. 1913, Magazine Section, S. 4.

5. Cassel, Oskar: Der Kaiser und die Stadt Berlin, in: Vossische Zeitung Nr. 299 vom 16. Juni 1913, Jahrgang 1913, S. 1.

6. Das Erfurter Programm, 1891, in: Mommsen, Wilhelm: Deutsche Parteiprogramme, 3. Aufl., München 1960, S. 349- 353.

7. Das Kaiserjubiläum, in: Oberfränkische Zeitung und Bayreuther Anzeiger Nr.164 vom 15. 6. 1913, Jahrgang 64, S. 1.

8. Das Matthäusevangelium, in : Die Bibel, Hrsg. Von der deutschen Bibelgesellschaft, Stuttgart 1985, S. 4- 42.

9. Delbrück, Hans (Hrsg.): Schulthess` Europäischer Geschichtskalender N. F. 4 (1888), Nördlingen 1889.

10. Depeschenwechsel zwischen dem Kaiser und Luitpold über die Abstriche im bayrischen Kulturetat. Der Kaiser an Luitpold vom 10. 8. 1902, in: Roloff, Gustav (Hrsg.): Schulthess` Europäischer Geschichtskalender N. F. 18 (1902), München 1903, S. 136.

11. Der Empfang der Deputationen, in: Vossische Zeitung Nr. 200, Jahrgang 1913 vom 16. 6. 1913, S. 1. 12. Der Kaiser an Fürst Hohenlohe, in: Müller, Karl Alexander von (Hrsg.): Fürst Chlodwig zu Hohenlohe- Schillingsfürst. Denkwürdigkeiten eines Reichskanzlers (Deutsche Geschichtsquellen des 19. und 20. Jahrhunderts), Osnabrück 1967, S. 238- 240.

13. Der Kaiser und die katholische Kirche, in: Germania Nr. 272 (Morgenausgabe), Jahrgang 43 vom

15. 6. 1913, S. 4.

14. Der sozialpolitische Antrag des Grafen Galen im Reichstag am 19. März 1877, in: Mommsen, Wilhelm: Deutsche Parteiprogramme, 3. Aufl., München 1960, S.227- 229.

15. Die Orte mit mehr als 10000 Einwohnern am 1. Dezember 1890, in: Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich 1892, 13. Jahrgang, ND Hildesheim, New York 1974, S. 7-8,

16. Die Orte mit mehr als 10000 Einwohnern am 1. Dezember 1910, in: Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich 1913, 34. Jahrgang, S. 14- 15.

17. Die Schutzgebiete. Finanzen, in: Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich, Bd. 34, 1913, Berlin 1913, S. 442- 464.

18. Die überseeische Auswanderung, in: Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich, Jahrgang 34, Berlin 1913, S. 33.

19. Die Schutzgebiete. Finanzen, in: Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich, Bd. 34, 1913, Berlin 1913, S. 442- 464. 20. Die Reden an das Heer und die Marine in: Kaiserworte 1888-1898, Hannover 1898, S. 1- 3.

21. Erlaß S. M. des Kaisers an den Reichskanzler vom 4. 2. 1890- Februarerlasse, in Maute- Ernst: Die Februarerlasse Wilhelms II. und ihre gesetzliche Ausführung, unter besonderer Berücksichtigung der Berliner Arbeitsschutzkonferenz von 1890, jur. Diss. o. O. 1984, S. 233- 242.

22. Etatsstärke der Kaiserlichen Flotte, in: Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich 1913, Jahrgang 34, Berlin 1913, S. 330.

23. Etatstärke der Kaiserlichen Marine für das Etatsjahr 1889/9, in: Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich 1888, Jahrgang 9, Berlin 1888, ND. Hildesheim, New York 1974, S. 164.

24.Etatsstärke des Deutschen Heeres 1888/9, in: Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich 1888,

Jahrgang 9, Berlin 1888, ND. Hildesheim, New York 1974, S. 163.

25. Etatsstärke des Deutschen Heeres 1913, in: Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich 1913, Jahrgang 34, Berlin 1913, S. 329.

26. Fortschrittliche Volkspartei. Einigungsprogramm. 6. März 1910, in: Mommsen, Wilhelm: Deutsche Parteiprogramme, 3. Aufl., München 1960, S. 173- 176, S.175.

27. Fünfundzwanzig Jahre Kaiser und König, in: Neue Preußische (Kreuzzeitung) Zeitung, Nr. 275, Morgenausgabe, Jahrgang 1913 vom 15. Juni 1913, S. 1.

28. Geiger, Ludwig: Zum 25jährigen Regierungsjubiläum unseres Kaisers, in: Allgemeine Zeitung für das Judentum, Nr. 24, Jahrgang 77 vom 13. 6. 1913, S. 277- 278.

29. Gründungsaufruf der Deutschen Konservativen Partei 1876, in: Mommsen, Wilhelm: Deutsche Parteiprogramme, 3. Aufl., München 1960, S. 67 – 69.

30. Görlitz, Walter: (Hrsg.): Regierte der Kaiser? Aufzeichnungen und Briefe des Chefs des Marine- kabinetts Admiral Georg Alexander von Müller 1914- 1918, Göttingen 1959.

31. Handel, in: Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich, Jahrgang 34, Berlin 1913, S. 171.

32. Heidelberger Erklärung der Nationalliberalen Partei. 23. März 1884, in: Mommsen, Wilhelm: Deutsche Parteiprogramme, 3. Aufl., München 1960, S. 158- 160.

33. Huldigung der Automobilisten, in: Vossische Zeitung Nr. 294, Jahrgang 1913 vom 13. 6. 1913, S. 4.

34. Internationale Übersichten. Die Erwerbstätigen nach Berufsabteilungen, in: Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich 1913, Jahrgang 34, Berlin 1913, S. 14.

35. Interpellation über das Kaiserinterview. Erklärung Bülows. Ministerverantwortlichkeit. Reform des Auswärtigen Amtes. Reichstag und auswärtige Politik am 11. November 1908, in: Roloff, Gustav (Hrsg.): Schulhess´ N. F. 24 (1908), München 1909, S. 168- 199.

36.Interpellation über die auswärtige Politik. Bülow über die Beziehungen zu allen Großmächten, die Konferenz von Algericas, die Sozialdemokratie und die auswärtige Politik, die Dogmatisierung Bismarcks, den Alldeutschen Verband. Persönliche Erinnerungen; Auswahl der Diplomaten, persönliches Regiment, in: Roloff, Gustav: Schulthess` Europäischer Geschichtskalender, 32. Jahrgang (1906), München 1907, S. 180- 200.

37. Jubilee of the Emperor William, in: The Times, vom 18. 6. 1913, Jahrgang 1913, S. 7.

38. Langenberg, Wilhelm: Allweg gut Zollre. Festschrift zum 25jährigen Regierungsjubiläum Seiner Majestät Kaiser Wilhelm II., Essen 1913.

39. Leitsätze der Frei- und Reichskonservativen Partei 1907, in: Mommsen, Wilhelm: Deutsche Parteiprogramme, 3. Aufl., München 1960, S. 86-87.

40. Leo XIII.: Rerum Novarum, Rom 1891, übersetzt von Rohrbasser, Anton: Die Enzyklika über die Arbeiterfrage „Rerum Novarum“, Luzern 1947.

41. Marx, Karl: Manifest der Kommunistischen Partei. Februar 1848, in: Mommsen, Wilhelm: Deutsche -Parteiprogramme, 3. Aufl., München 1960, S. 262- 290.

42. Philipp von Eulenburg an Bernhard von Bülow vom 21. 9. 1900, in: Röhl, C.G. (Hrsg.): Philipp – Eulenburgs politische Korrespondenz, Bd. 3., Bopparrd 1983, S. 1990- 1992.

43. Rathenau, Walther: Der Kaiser, Berlin 1921.

44. Rede des Prinzregenten Ludwig, in: Rieß, Ludwig: Schulthess` Europäischer Geschichtskalender N. F. 29 (1913), München 1915, S. 257 f.

45. Rede des Prinzen Ludwig von Bayern in Moskau, in: Roloff, Gustav (Hrsg.): Schulthess` Europäischer Geschichtskalender N. F. 16 (1896), München 1897, S. 79.

46. Rede des Königs von Sachen, in: Deutscher Reichsanzeiger und königlich Preußischer Staatsanzeiger, Nr. 140, Sondernummer, Jahrgang 1913 vom 16. Juni 1913, S. 2.

47. Reichstagswahlen, in: Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich 1912, Jahrgang 33, Berlin 1912, S. 327.

48. Resolution Liebknecht- Vollmar über den Staatssozialismus und revolutionäre Sozialdemokratie 1892, in: Mommsen, Wilhelm: Deutsche Parteiprogramme, 3. Aufl., München 1960, S. 353- 354.

49. Revidiertes Programm der Deutschen Konservativen Partei (Tivoli- Programm), 1892, in: Mommsen, Wilhelm: Deutsche Parteiprogramme, 3. Aufl., München 1960, S. 78-80.

50. Rückschauende Betrachtung Wilhelms II. über die Entlassung Bismarcks Nr. 471, in: Gunther Schönbrunn: Das Bürgerliche Zeitalter 1815 – 1914 (Geschichte in Quellen), München 1980, S. 551- 552.

51. Schäfer: Zum 25jährigen Regierungsjubiläum Kaiser Wilhelm II., Essen 1913

52. Schlussprotokoll der Internationalen Konferenz betreffend die Reglung der Arbeit in den gewerblichen Anlagen und in den Bergwerken, in: Maute, Hans- Ernst: Die Februarerlasse Wilhelms II. und ihre gesetzliche Ausführung, unter besonderer Berücksichtigung der Berliner Arbeitsschutzkonferenz von 1890, jur. Diss. o. O. 1984, S. 233- 242.

53. Stockhammern, Franz von (Hrsg.): Fürst von Bülow. Denkwürdigkeiten, Bd.1, 1930.

54. Text zur Eröffnung des Reichstages, in: Kaiserworte 1888-1898, Hannover 1898, S. 4- 7.

55. Theodore Roosevelt to the Editor of The New York Times, in: The New York Times, Nr. 20224, Jahrgang 62, Magazine Section, S. 1.

56. Verfassung des Deutschen Reiches vom 16. April 1871, Nördlingen 1871.

57. Wahlaufruf der Deutsch- Konservativen Partei 1906, in: Mommsen, Wilhelm: Deutsche Parteiprogramme, 3. Aufl., München 1960, S. 84-86. 58. Wahlaufruf der altkonservativen Fraktion des preußischen Abgeordneten und des Herrenhauses 1873, in: Mommsen, Wilhelm: Deutsche Parteiprogramme, 3. Aufl., München 1960, S. 66- 67.

59. Wahlaufruf der Nationalliberalen Partei November 1911, in: Mommsen, Wilhelm: Deutsche Parteiprogramme, 3. Aufl., München 1960, S.176- 178.

60. Wahlaufruf der Zentumspartei, in: Roloff, Gustav: Schulthess` Europäischer Geschichtskalender,

32. Jahrgang (1906), München 1907, S. 398.

61. Wahlaufruf der Zentrumspartei für die Reichstagswahlen 1903, in: Mommsen, Wilhelm: Deutsche Parteiprogramme, 3. Aufl., München 1960, S. 236- 240.

62. Willliam H. Taft to the Editor of The New York Times, in: The New York Times, Nr. 20224, Jahrgang 62, Magazine Section, S. 1.

63. Wir und Wilhelm, in: Vorwärts Nr. 149, Jahrgang 30 vom 16. 6. 1913, S. 1.

64. Ziele und Bestrebungen der Nationalliberalen Partei. Januar 1907, in: Mommsen, Wilhelm: Deutsche Parteiprogramme, 3. Aufl., München 1960, S.168- 173.

65. Zum Regierungsjubiläum des Kaisers, in: Germania Nr.272 (Morgenausgabe), Jahrgang 43 vom 15. 6. 1913, S. 1- 3.

2. Literatur

a. Biographien

1. Altenhoff, Rita: Miquel, in: NDB (Neuere Deutsche Biographie) 12 (1994), Berlin 1994, S. 553.

2. Theodore Roosevelt, in: Gudemann, Wolf- Eckhard (Hrsg.): Das Lexikon der Weltgeschichte. Von der Steinzeit bis zur Gegenwart, München 1998, S. 667.

3. Heffter, Heinrich: Fürst von Bismarck, in: NDB 2 (1955), S. 268-277.

2. Meisner, Otto Heinrich: Caprivi, in: NDB 3 (1957), S. 134 f.

4. Wolle, Heinrich: Moltke der Ältere, in: NDB 18 (1997), S. 13 – 17.

5. Zastrau, Alfred: Ludwig Geiger, in: NDB 6 (1964), S. 144- 145.

b. Literatur

1. Bayn, Aleksander: Erinnerungen und Dokumente über die Begegnung Herzels mit Wilhelm II., in: Zeitschrift für die Geschichte der Juden, Jahrgang 64, Bd. 2, Tel Aviv 1965, S. 35- 52.

2. Berghahn, Volker (Hrsg.): Gebhardt. Handbuch der Deutschen Geschichte, Bd. 16, 10. Aufl., Stuttgart 2003.

3. Demps, Laurenz: Die Kaiserstadt. Das königlich- preußische Berlin, in: Schoeps, Julius H.: Berlin. Geschichte einer Stadt, Berlin 2001, S. 84- 120.

4. Fehrenbach, Elisabeth: Wandlungen des deutschen Kaisergedankens 1871- 1918, München, Wien 1969.

5. Frisching, Jens: Ereignisse, die Deutschland veränderten, Stuttgart 1996.

6. Grundmann, Herbert (Hrsg.): Gebhard. Handbuch der Deutschen Geschichte, Bd. 3, 9. Aufl. Stuttgart 1970. (Die 9. Auflage wird auf Grund ihrer Mannigfaltigkeit zur Ergänzung der 10. Auflage benutzt.)

7. Horch, Hans Otto: Auf der Suche nach der jüdischen Erzählliteratur. Die Literaturkritik der Allgemeinen Zeitung des Judentums (1837- 1922), Frankfurt a. M., New York, Bern, 1985.

8. Mickel, Wolfgang W.: Die Entstehung des Deutschen Reiches im Spannungsfeld liberaler, nationaler und konservativer Kräfte des 19. Jahrhunderts, in: Mickel, Wiegand: Geschichte, Politik und Gesellschaft, Bd. 1, Von der Französischen Revolution bis zum Ende des 2. Weltkrieges, 3. Aufl., Berlin 1999, S. 105- 162, S. 146.

9.Mickel, Wolfgang W.: Die soziale Frage und die Kritik an der bürgerlichen Gesellschaft, in: Mickel, Wiegand: Geschichte, Politik und Gesellschaft, Bd. 1,Von der Französischen Revolution bis zum Ende des 2. Weltkrieges, 3. Aufl., Berlin 1999 S. 206- 242.

10. Proskes, Rüdiger (Hrsg.): Die Deutsche Geschichte, Bd. 3, Augsburg 2001.

11. Schilling, Konrad (Hrsg.): Monumenta Judaica. 2000 Jahre Geschichte der Juden am Rhein, Köln 1963.

12. Tafel: Wissenschaft Technik, Erfindungen, in: Knauers Zeittafeln zur Deutschen Geschichte, Augsburg 2001

13. Unger, Johannes: Heil dir im Siegeskranz. Die Zeit des Wilhelmismus 1871-1918, in: Rilbe, Wolfgang (Hrsg.): Preussen. Chronik eines Deutschen Staates, Berlin 2000, S. 196 – 247, S. 238.

14. Volkov, Shulamit: Die Juden in Deutschland 1780- 1918, München 1994.

15. Zeise, Roland: Bundesstaat im Deutschen Reich (1871- 1917/18), in: Czok, Karl (Hrsg.):Geschichte Sachsens, Weimar 1989, S. 381- 429, S. 416.

c. Lexikonartikel

1. Schmierer Wolfgang: Bund der Landwirte, in: Taddy, Gerhard (Hrsg.): Lexikon der deutschen Geschichte, 2. Aufl. Stuttgart 1983, S. 178.

2. Familie, in: Lexikon 2000, Köln1990. Herausgegeben von der Naturalis Verlags, und Vertriebsgesellschaft.

[...]


1 Fünfundzwanzig Jahre Kaiser und König, in: Neue Preußische (Kreuzzeitung) Zeitung, Nr. 275, Morgenausgabe, Jahrgang 1913 vom 15. Juni 1913, S. 1 (Im Folgenden als Kreuzzeitung Zitiert.).

2 Ebda.

3 Ebda.

4 Ebda.

5 Ebda.

6 Ebda.

7 Heffter, Heinrich: Fürst von Bismarck, in: NDB 2 (1955), S. 268-277.

8 Kreuzzeitung, S. 1.

9 Meisner, Otto Heinrich: Caprivi, in: NDB 3 (1957), S. 134 f.

10 Kreuzzeitung, S. 1.

11 Ebda.

12 Ebda.

13 Ebda.

14 Ebda.

15 „[...] Ebenso fest und entschlossen, wie die Partei für die Monarchie und ihre Rechte eintritt [...]“. Leitsätze der Frei- und Reichskonservativen Partei 1907, in: Mommsen, Wilhelm: Deutsche Parteiprogramme, 3. Aufl., München 1960, S. 86-87, S. 86.

16 Kreuzzeitung, S. 1.

17 Fehrenbach, Elisabeth: Wandlungen des deutschen Kaisergedankens 1871- 1918, München, Wien 1969, S. 227.

18 Ebda.

19 „[...] [E]ebenso heilig und unverletzlich sind ihr die verfassungsmäßigen Rechte und Freiheiten des Volkes[...]“. Leitsätze der Frei- und Reichskonservativen Partei 1907, in: Mommsen, Wilhelm: Deutsche Parteiprogramme, 3. Aufl., München 1960, S. 86 - 87, S. 86.

20 Die Deutsche Konservative Partei (Frei- und Reichskonservative Partei benennen sich so im Reichstag 1876) ist „[...] gerichtet auf eine Stärkung der Zentralgewalt, des Reiches und ihrer monarchischen Spitze bei voller Achtung der verfassungsmäßigen Rechte der Einzelstaaten [...]“ Gründungsaufruf der Deutschen Konservativen Partei 1876, in: Mommsen, Wilhelm: Deutsche Parteiprogramme, 3. Aufl., München 1960, S. 67 - 69, S. 67.

21 Kreuzzeitung, S. 1.

22 Ebda.

23 Unger, Johannes: Heil dir im Siegeskranz. Die Zeit des Wilhelmismus 1871-1918, in: Rilbe, Wolfgang (Hrsg.): Preussen. Chronik eines Deutschen Staates, Berlin 2000, S. 196 – 247, S. 238.

24 Interpellation über das Kaiserinterview. Erklärung Bülows. Ministerverantwortlichkeit. Reform des Auswärtigen Amtes. Reichstag und auswärtige Politik am 11. November 1908, in: Roloff, Gustav (Hrsg.): Schulhess´ Europäischer Geschichtskalender N. F. 24 (1908), München 1909, S. 168- 199.

25 „[...] Deshalb müssen wir [...] dem Wunsche Ausdruck verleihen, daß der Kaiser in seiner politischen Betätigung sich die dem konstitutionellen Herrscher obliegende Zurückhaltung auferlegt. [...]“. Ebda, S. 175.

26 Kreuzzeitung, S. 1.

27 „[...]Wird der Kaiser mit der ungeheuren Verantwortung [...] fertig werden? Wie wird er die gewaltige Fülle Wie wird er die Macht verwenden? Wird er seine Regierung dem Land zum Segen und Wohlstand bringen, oder wird er die Hand nach Kriegsruhm ausstrecken? [...] “ Schäfer: Zum 25jährigen Regierungsjubiläum Kaiser Wilhelm II., Essen 1913, S. 4.

28 Kreuzzeitung, S. 1.

29 Verfassung des Deutschen Reiches vom 16. April 1871, Art. 15, Nördlingen 1871, S. 10.

30 Bismarck „[...] der unseres Volkes Herzen gestohlen hatte [...]“. Dem „[...] ich auf Gnade und Ungnade ausgeliefert wäre [...]“. Rückschauende Betrachtung Wilhelms II. über die Entlassung Bismarcks Nr. 471, in: Gunther Schönbrunn: Das Bürgerliche Zeitalter 1815 – 1914 (Geschichte in Quellen), München 1980, S. 551- 552, S. 551.

31 Berghahn, Volker (Hrsg.): Gebhardt. Handbuch der Deutschen Geschichte, Bd. 16, 10. Aufl., Stuttgart 2003 , S. 389 f.

32 Kreuzzeitung, S. 1.

33 „[...] Wir, die wir die Politik Bismarcks unterstützen [...]“ Leitsätze der Frei- und Reichskonservativen Partei 1907, in: Mommsen, Wilhelm: Deutsche Parteiprogramme, 3. Aufl., München 1960, S. 86-87, S. 86.

34 Berghahn, Volker (Hrsg.): Gebhard. Handbuch der deutschen Geschichte, Bd.16, 10. Aufl., Stuttgart 2003, S. 284.

35 Schmierer Wolfgang: Bund der Landwirte, in: Taddy, Gerhard (Hrsg.): Lexikon der deutschen Geschichte, 2. Aufl. Stuttgart 1983, S. 178.

36 Mommsen, Wilhelm: Deutsche Parteiprogramme, 3. Aufl., München 1960, S. 9.

37 „[...] Für die Industrie der durch die Konkurrenz des Auslandes bedingte Zollschutz aufrechtzuerhalten und, wo nötig zu verstärken. [...]“. Revidiertes Programm der Deutschen Konservativen Partei (Tivoli- Programm), 1892, in: Mommsen, Wilhelm: Deutsche Parteiprogramme, 3. Aufl., München 1960, S. 78-80, S. 79.

38 Kreuzzeitung, S. 1.

39 Ebda.

40 Leitsätze der Frei- und Reichskonservativen Partei 1907, in: Mommsen, Wilhelm: Deutsche Parteiprogramme, 3. Aufl., München 1960, S. 86-87, S. 86.

41 „[...] Der Reichstag ist aufgelöst, weil er der Regierung nicht die Truppen und Mittel bewilligte, die eine energische Unterdrückung des Aufstandes in Deutsch- Südwestafrika erfordert. [...] Wir Konservativen aber können und werden die Reichsregierung nicht im Stich lass die Ehre, Macht und nationale Würde zu wahren und durchzusetzen [...]“ Wahlaufruf der Deutsch- Konservativen Partei 1906, in: Mommsen, Wilhelm: Deutsche Parteiprogramme, 3. Aufl., München 1960, S. 84-86, S. 85.

42 Kreuzzeitung, S. 1.

43 So „[...] scheint und die Bewahrung und Stärkung der Wehrkraft unserer Armee ein unabweisbares Er- fordernis [...]“ Wahlaufruf der altkonservativen Fraktion des preußischen Abgeordneten und des Herrenhauses 1873, in: Mommsen, Wilhelm: Deutsche Parteiprogramme, 3. Aufl., München 1960, S. 66- 67, S. 66. Die Frei- und Reichskonservative Partei „[...] forder[n] für Herr und Flotte achtunggebietende, den Weltfrieden sichernde Stärke [...]“ Leitsätze der Frei- und Reichskonservativen Partei 1907, in: Mommsen, Wilhelm: Deutsche Parteiprogramme, 3. Aufl., München 1960, S. 86-87, S. 86.

44 Heeresstärke 1888: 491726 Mann (Etatstärke des Deutschen Heeres 1888/9, in: Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich 1888, Jahrgang 9, Berlin 1888, ND Hildesheim New York 1974, S. 163). Heeresstärke 1913: 790778 Mann (Etatstärke des Deutschen Heeres 1913, in: Statistisches Jahrbuch für das, Deutsche Reich, Jahrgang 34, Berlin 1913, S. 329.)

45 Kreuzzeitung, S. 1.

46 „[...] Der Besitz und die wirtschaftliche Erschließung unserer Kolonien gehört für die Partei zu den Vorraussetzungen der Weltmachstellung des Reiches [...]“ Leitsätze der Frei- und Reichskonservativen Partei 1907, in: Mommsen, Wilhelm: Deutsche Parteiprogramme, 3. Aufl., München 1960, S. 86-87, S. 86.

47 So hat die größte Kolonie, Deutsch- Ostafrika, im Jahre 1913 13,78 Mio. Mark Einnahmen gegen 34,25 Mio. Mark Ausgaben. Die Schutzgebiete. Finanzen, in: Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich, Bd. 34, 1913, Berlin 1913, S. 442- 464, S. 446.

48 Kreuzzeitung, S. 1.

49 Rückversicherungsvertrag, in: Gudemann, Wolf- Eckhard (Hrsg.): Das Lexikon der Weltgeschichte. Von der Steinzeit bis zur Gegenwart, München 1998, S. 668.

50 Kreuzzeitung, S. 1.

51 Das Kaiserjubiläum, in : Oberfränkische Zeitung und Bayreuther Anzeiger Nr.164 vom 15. 6. 1913, Jahrgang 64, S. 1 (Im Folgenden als Bayreuther Anzeiger zitiert.).

52 Der Charakter der Zeitung ist aus der Eigenwerbung zu erschließen aus: Abonnentenwebung, in: Oberfränkische Zeitung und Bayreuther Anzeiger, Nr. 163 vom 14. 6. 1913, Jahrgang 64, S. 1.

53 „[...] Ich habe Sie, geehrte Herren, hergerufen, um vor Ihnen dem deutschen Volke zu verkünden, dass Ich entschlossen bin, [...] dieselben Wege zu wandeln [ wie mein Großvater ] [...]“. Text zur Eröffnung der Reichstagsrede, in: Kaiserworte 1888-1898, Hannover 1898, S. 4- 7, S. S. 5.

54 Bayreuther Anzeiger, S. 1.

55 Frisching, Jens (Hrsg.): Ereignisse, die Deutschland veränderten, Stuttgart 1996, S. 339.

56 Bayreuther Anzeiger, S. 1.

57 Ebda.

58 Ebda.

59 Ebda.

60 „[...] Sie [ die nationalliberale Partei ] hat stets für die berechtigten Interessen der Arbeiter, insbesondere auf dem Gebiet der sozialen Führsorge gekämpft [...]“.

Wahlaufruf der Nationalliberalen Partei November 1911, in: Mommsen, Wilhelm: Deutsche Parteiprogramme, 3. Aufl., München 1960, S.176- 178, S. 178.

61 Schlussprotokoll der Internationalen Konferenz betreffend die Reglung der Arbeit in den gewerblichen Anlagen und in den Bergwerken, in: Maute, Hans- Ernst: Die Februarerlasse Wilhelms II. und ihre gesetzliche Ausführung, unter besonderer Berücksichtigung der Berliner Arbeitsschutzkonferenz von 1890, jur. Diss. o. O. 1984, S. 233- 242, S. 236.

62 Die Nationalliberale Partei „[...] wird sich für die Kräftigung des selbstständigen Mittelstandes [...] einsetzen [...]“ Wahlaufruf der Nationalliberalen Partei November 1911, in: Mommsen, Wilhelm: Deutsche Parteiprogramme, 3. Aufl., München 1960, S.176- 178, S. 178.

63 Schlussprotokoll der Internationalen Konferenz betreffend die Reglung der Arbeit in den gewerblichen Anlagen und in den Bergwerken, in: Maute, Hans- Ernst: Die Februarerlasse Wilhelms II. und ihre gesetzliche Ausführung, unter besonderer Berücksichtigung der Berliner Arbeitsschutzkonferenz von 1890, jur. Diss. o. O. 1984, S. 233- 242, S. 236.

64 So fordern die Nationalliberalen noch im Jahre 1907„[...] auf dem Gebiete des Arbeitsschutzes: Planmäßige Durchführung der weitgehenden Beschlüsse von 1891 [...] Beschränkung der Arbeitszeit für erwachsene Arbeiter in Fabriken mit Gefahren für die Gesundheit [...]“. Ziele und Bestrebungen der Nationalliberalen Partei. Januar 1907, in: Mommsen, Wilhelm: Deutsche Parteiprogramme, 3. Aufl., München 1960, S.168- 173, S. 172.

65 „[...] Reform der gesamten Arbeiterversicherung im Sinne ihrer einheitlichen Zusammenfassung, Verein-fachung und Verbilligigung [...]“. Ziele und Bestrebungen der Nationalliberalen Partei. Januar 1907, in: Mommsen, Wilhelm: Deutsche Parteiprogramme, 3. Aufl., München 1960, S.168- 173, S. 172.

66 Fehrenbach, Elisabeth: Wandlungen des deutschen Kaisergedankens 1871- 1918, München, Wien 1969, S. 196.

67 „[...] Auf dem Gebiete der Wirtschaftspolitik hält die Nationalliberale Partei fest am bestehenden und bewährtem System des maßvollen Schutzzolles [...]“ Wahlaufruf der Nationalliberalen Partei November 1911, in: Mommsen, Wilhelm: Deutsche Parteiprogramme, 3. Aufl., München 1960, S.176- 178, S. 178.

68 „[...] Keine Zoll-, Steuer- und Verkehrspolitik im Dienste von Sonderinteressen [...]“. (Ist gegen den Bund der Landwirte gerichtet, deshalb darf die Zollpolitik nicht so hart ausfallen, wie sie von den Konservativen und Nationalliberalen gefordert wird.) Fortschrittliche Volkspartei. Einigungsprogramm. 6. März 1910, in: Mommsen, Wilhelm: Deutsche Parteiprogramme, 3. Aufl., München 1960, S. 173- 176, S.175.

69 Die Fortschrittliche Volkspartei fordert die „[...] Hebung des Wirtschaftlichen Verkehrs durch Tarif- und Handelsverträge mit dem Ausland [...]“ Fortschrittliche Volkspartei. Einigungsprogramm. 6. März 1910, in: Mommsen, Wilhelm: Deutsche Parteiprogramme, 3. Aufl., München 1960, S. 173- 176, S.174.

70 Die Nationalliberale Partei wird sich „[...] gegen die Bestrebungen wenden, welche sich in der Richtung des Feihandels bewegen. [...]“ Wahlaufruf der Nationalliberalen Partei November 1911, in: Mommsen, Wilhelm: Deutsche Parteiprogramme, 3. Aufl., München 1960, S.176- 178, S. 178.

71 Berghahn, Volker (Hrsg.): Gebhard. Handbuch der Deutschen Geschichte, Bd. 16, 10. Aufl. Stuttgart 2003, S. 284. Für die genauen Zahlen Vgl. 9. Aufl., S. 324.

72 Altenhoff, Rita: Miquel, in: NDB 12 (1994), S. 553.

73 Berghahn, Volker (Hrsg.): Gebhard. Handbuch der Deutschen Geschichte, Bd. 16, 10. Aufl. Stuttgart 2003, S. 301 f. Für die genauen Zahlen vgl. 9. Aufl., S. 325.

74 Wolf- Eckhard (Hrsg.): Das Lexikon der Weltgeschichte. Von der Steinzeit bis zur Gegenwart, München 1998, S. 528.

75 Miquel ist ein nationalliberaler Politiker.

76 „[...] Die Nationalliberale Partei [...] wird sich für die Kräftigung des selbst[st]ändigen Mittelstandes ebenso einsetzen, wie für die Interessen der Beamten und die Rechte und die wirtschaftliche Sicherstellung der Privatan- gestellten [...]“ Wahlaufruf der Nationalliberalen Partei November 1911, in: Mommsen, Wilhelm: Deutsche Parteiprogramme, 3. Aufl., München 1960, S.176- 178, S. 178.

77 Bayreuther Anzeiger, S. 1.

78 So findet sich zum Beispiel im Parteiprogramm der Nationalliberalen von 1884 nur die Forderung nach einem starken Heer. „[...] Insbesondere werden sie unablässig für die Erhaltung einer starken Heermacht eintreten [...]“. Heidelberger Erklärung der Nationalliberalen Partei. 23. März 1884, in: Mommsen, Wilhelm: Deutsche Parteiprogramme, 3. Aufl., München 1960, S. 158- 160, S. 159.

79 Grundmann, Herbert (Hrsg.): Gebhard. Handbuch der Deutschen Geschichte, Bd. 3, 9. Aufl. Stuttgart. 1970, S. 327 f.

80 Am Beispiel der Nationalliberalen kann dieser Umschwung gezeigt werden: „[...] Die Nationalliberale Partei wird eintreten für die nationale Forderung [das] Heer und die Flotte auf der Höhe der Leistungsfähigkeit zu erhalten. [...]“ Wahlaufruf der Nationalliberalen Partei November 1911, in: Mommsen, Wilhelm: Deutsche Parteiprogramme, 3. Aufl., München 1960, S.176- 178, S. 177.

81 Vgl. die erste Rede Wilhelms II. an die Flotte, in: Kaiserworte 1888-1898, Hannover 1898, S. 4- 7.

82 Heeresstärke 1888: 491726 Mann (Etatsstärke des Deutschen Heeres 1888/9, in: Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich 1888, Bd. 9, Berlin 1888, ND Hildesheim, New York 1974, S. 163.)

83 Flottenstärke personell 1888: 15573 Mann, Flottenstärke Schiffe :79 Schiffe aller Art ( Etatstärke der Kaiserlichen Marine für das Etatsjahr 1889/9, in: Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich 1888, Jahrgang. 9, Berlin 1888, ND. Hildesheim, New York 1974, S. 164.)

84 Etatsstärke des deutschen Heeres 1913, in: Statistisches Jahrbuch 1913, Jahrgang. 34, Berlin 1913, S. 329.

85 Etatsstärke der Kaiserlichen Flotte, in: Statistisches Jahrbuch 1913, Jahrgang. 34, Berlin 1913, S. 330.

86 Bayreuther Anzeiger, S. 1.

87 So standen im Jahre 1907: 651194 deutsche Soldaten gegen 593901 Franzosen unter Waffen. Internationale Übersichten. Die Erwerbstätigen nach Berufsabteilungen, in: Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich 1913, Jahrgang 34, Berlin 1913, S. 14.

88 So beginnt am 2. Juni 1913 die Beratung über den Gesetzentwurf über die dreijährige Dienstzeit. Rieß, Ludwig (Hrsg.): Schulthess` Europäischer Geschichtskalender, N.F. 29, Jahrgang 1913, München 1915, S. 546.

89 Bayreuther Anzeiger, S. 1.

90 Ebda.

91 Die Nationalliberalen sind für eine „[...] zielbewusste Fortführung der Kolonialpolitik [...]“ Ziele und Bestrebungen der Nationalliberalen Partei. Januar 1907, in: Mommsen, Wilhelm: Deutsche Parteiprogramme, 3. Aufl., München 1960, S.168- 173, S. 169.

92 Erwerbungen 1884- 1888: 2902300 km² Erwerbungen 1888- 1913: 5800 km² Die Schutzgebiete. 1. Allgemeine Nachweise, in: Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich 1913, Bd. 34, Berlin 1913, S. 442.

93 Ziele und Bestrebungen der Nationalliberalen Partei. Januar 1907, in: Mommsen, Wilhelm: Deutsche Parteiprogramme, 3. Aufl., München 1960, S. 168- 173, S. 169.

94 Bayreuther Anzeiger, S. 1.

95 „[...] Die Nationalliberale Partei sieht die Größe unseres Reiches nur durch eine starke, machtbewußte Politik gesichert. [...]“ Wahlaufruf der Nationalliberalen Partei November 1911, in: Mommsen, Wilhelm: Deutsche Parteiprogramme, 3. Aufl., München 1960, S. 176- 178, S. 178.

96 Grundmann, Herbert (Hrsg.): Gebhard. Handbuch der Deutschen Geschichte, Bd. 3, 9. Aufl. Stuttgart 1970, S. 372 f.

97 Ebda.

98 Bayreuther Anzeiger, S. 1.

99 Berghahn, Volker (Hrsg.): Gebhardt. Handbuch der Deutschen Geschichte, Bd. 16, 10. Aufl., Stuttgart 2003 , S. 393 f.

100 Ebda.

101 Auf Grund der fortdauernden Verstimmungen kann nicht von einem guten Verhältnis gesprochen werden, dem Autor muss das bewusst sein.

102 Bayreuther Anzeiger, S. 1.

103 Interpellation über die auswärtige Politik. Bülow über die Beziehungen zu allen Großmächten, die Konferenz von Algericas, die Sozialdemokratie und die auswärtige Politik, die Dogmatisierung Bismarcks, den Alldeutschen Verband. Persönliche Erinnerungen; Auswahl der Diplomaten, persönliches Regiment, in: Roloff, Gustav: Schulthess` Europäischer Geschichtskalender, 32. Jahrgang (1906), München 1907, S. 180- 200, S. 182.

104 Grundmann, Herbert (Hrsg.): Gebhard. Handbuch der Deutschen Geschichte, Bd. 3, 9. Aufl. Stuttgart. 1970, S. 372 f.

105 Heidelberger Erklärung der Nationalliberalen Partei, 23. März 1884, in: Mommsen, Wilhelm: Deutsche Parteiprogramme, 3. Aufl., München 1960, S.158- 160, S. 159.

106 Cassel, Oskar: Der Kaiser und die Stadt Berlin, in: Vossische Zeitung Nr. 299 vom 16. Juni 1913, Jahrgang 1913, S. 1 (im Folgenden als Vossische Zeitung zitiert).

107 Auf Grund der gezeigten Fakten, insbesondere durch die Ablehnung der Schutzzölle lässt sich der linksliberale Charakter erschließen.

108 Vossische Zeitung, S. 1.

109 Ebda.

110 Ebda.

111 So lebten im Jahr 1890: 1578794 Menschen in Berlin (Die Orte mit mehr als 10000 Einwohnern am 1. Dezember 1890, in: Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich 1892, 13. Jahrgang, ND Hildesheim, New York 1974, S. 7-8, S. 7). Im Jahre 1910 leben in Berlin 2071257 Menschen (Die Orte mit mehr als 10000 Einwohnern am 1. Dezember 1910, in: Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich 1913, 34. Jahrgang, S. 14- 15, S. 14.).

112 Demps, Laurenz: Die Kaiserstadt. Das königlich- preußische Berlin, in: Schoeps, Julius H.: Berlin. Geschichte einer Stadt, Berlin 2001, S. 84- 120, S. 88 f.

113 Oskar Cassel ist Justizrat, laut der Titulation der Vossischen Zeitung zu Beginn des Artikels.

114 Vossische Zeitung, S. 1.

115 Die Fortschrittliche Volkspartei fordert die „[...] Hebung der wirtschaftlichen und sozialen Lage der Lohnarbeiter und Angestellten [...]“. Fortschrittliche Volkspartei. Einigungsprogramm. 6. März 1910, in: Mommsen, Wilhelm: Deutsche Parteiprogramme, 3. Aufl., München 1960, S.173-176, S. 175.

116 „[...] Die Förderung der Bestrebungen auf Annäherung der Völker zu gemeinsamer Kulturarbeit [...]“ ist unser Anliegen. Fortschrittliche Volkspartei. Einigungsprogramm. 6. März 1910, in: Mommsen, Wilhelm: Deutsche Parteiprogramme, 3. Aufl., München 1960, S.173-176, S. 176.

117 Vossische Zeitung, S. 1.

118 Demps, Laurenz: Die Kaiserstadt. Das königlich- preußische Berlin, in: Schoeps, Julius H.: Berlin. Geschichte einer Stadt, Berlin 2001, S. 84- 120, S. 88 f.

119 Die Fortschrittliche Volkspartei ist für „[…] den Schutz und die Ausdehnung der Selbstverwaltung [...]“. Fortschrittliche Volkspartei. Einigungsprogramm. 6. März 1910, in: Mommsen, Wilhelm: Deutsche Parteiprogramme, 3. Aufl., München 1960, S.173-176, S. 174.

120 Vossische Zeitung, S. 1.

121 Die Fortschrittliche Volkspartei ist für eine „[...] schrittweise Herabsetzung der Lebensmittel und Industriezölle [...]“. Fortschrittliche Volkspartei. Einigungsprogramm. 6. März 1910, in: Mommsen, Wilhelm: Deutsche Parteiprogramme, 3. Aufl., München 1960, S. 173-176, S. 175.

122 Berghahn, Volker (Hrsg.): Gebhardt. Handbuch der Deutschen Geschichte, Bd. 16, 10. Aufl., Stuttgart 2003 , S. 285.

123 Vossische Zeitung, S. 1.

124 Ebda.

125 „[...] Die Berliner haben von jeher, bei aller ihrer Neigung zur Kritik [...], eine tiefe und treue Anhänglichkeit dem Hause der Hohenzollern stets bewährt. [...] Vossische Zeitung, S. 1.

126 „[...] Dass in Zukunft unsere Klagen Abhilfe finden mögen. […] Ebda.

127 Zum Regierungsjubiläum des Kaisers, in: Germania Nr.272 (Morgenausgabe), Jahrgang 43 vom 15. 6. 1913, S. 1- 3 (im Folgenden als Germania zitiert.).

128 Ebda, S. 1.

129 Ebda.

130 Ich bin „[...] in der auswärtigen Politik [...] entschlossen, den Frieden zu halten [...]“ Thronrede bei der Eröffnung des Deutschen Reichstages am 25. Juni 1888, in: Kaiserworte 1888-1898, Hannover 1898, S. 4- 7, S. S. 5.

131 Germania, S. 1.

132 Vgl. den Artikel unter Punkt D: 2.

133 Germania, S. 1 f.

134 Ebda, S. 3.

135 Ebda.

136 Delbrück, Hans (Hrsg.): Schulthess` Europäischer Geschichtskalender N. F. 4 (1888), Nördlingen 1889, S. 94- 95.

137 Wolle, Heinrich: Moltke der Ältere, in: NDB 18 (1997), S. 13 – 17.

138 Der Kaiser und die katholische Kirche, in: Germania Nr. 272 (Morgenausgabe), Jahrgang 43 vom 15. 6. 1913, S. 4.

139 Germania, S. 1.

140 Ebda.

141 Ebda.

142 Berghahn, Volker (Hrsg.): Gebhardt. Handbuch der Deutschen Geschichte, Bd. 16, 10. Aufl., Stuttgart 2003 , S. 385. Vgl. weiterhin die 9. Aufl., S. 389 f.

143 Germania, S. 1 f.

144 143 Die Reden an das Heer und die Marine waren zeitlich vor der Proklamation an das Volk. Kaiserworte 1888-1898, Hannover 1898, S. 1- 3.

145 Germania, S. 2.

146 Wahlaufruf der Zentumspartei, in: Roloff, Gustav: Schulthess` Europäischer Geschichtskalender, 32. Jahrgang (1906), München 1907, S. 398.

147 „[...] Selig sind die Friedfertigen, denn sie werden Kinder Gottes heißen [...]“ Mt. 5, 9.

148 Wahlaufruf der Zentumspartei, in: Roloff, Gustav: Schulthess` Europäischer Geschichtskalender, 32. Jahrgang (1906), München 1907, S. 398.

149 Grundmann, Herbert (Hrsg.): Gebhard. Handbuch der Deutschen Geschichte, Bd. 3, 9. Aufl. Stuttgart. 1970, S. 343 f.

150 Germania, S. 2.

151 Grundmann, Herbert (Hrsg.): Gebhard. Handbuch der Deutschen Geschichte, Bd. 3, 9. Aufl. Stuttgart. 1970, S. 342 f.

152 „[...] Die Kolonien, deren Hauptwert in der Ausbreitung des christlichen Glaubens und der Kultur beruht [...]“ Wahlaufruf der Zentrumspartei für die Reichstagswahlen 1903, in: Mommsen, Wilhelm: Deutsche Partei-programme, 3. Aufl., München 1960, S. 236- 240, S. 237.

153 „[...] Die Bewilligung für die Kolonien [...] haben ihr Maß in einer verständigen Würdigung unserer finanziellen Leistungsfähigkeit [...]“ Wahlaufruf der Zentrumspartei für die Reichstagswahlen 1903, in: Mommsen, Wilhelm: Deutsche Partei-programme, 3. Aufl., München 1960, S. 236- 240, S. 237.

154 Proskes, Rüdiger (Hrsg.): Die Deutsche Geschichte, Bd. 3, Augsburg 2001, S. 417 ff.

155 „[...] Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen […]“ Mt. 5,7.

156 Mickel, Wolfgang W.: Die soziale Frage und die Kritik an der bürgerlichen Gesellschaft, in: Mickel, Wiegand: Geschichte, Politik und Gesellschaft, Bd. 1,Von der Französischen Revolution bis zum Ende des 2. Weltkrieges, 3. Aufl., Berlin 1999 S. 206- 242, S. 232 f.

157 Der sozialpolitische Antrag des Grafen Galen im Reichstag am 19. März 1877,in: Mommsen, Wilhelm: Deutsche Parteiprogramme, 3. Aufl., München 1960, S.227- 229, S. 228.

158 Erlaß S. M. des Kaisers an den Reichskanzler vom 4. 2. 1890- Februarerlasse, in Maute- Ernst: Die Februarerlasse Wilhelms II. und ihre gesetzliche Ausführung, unter besonderer Berücksichtigung der Berliner Arbeitsschutzkonferenz von 1890, jur. Diss. o. O. 1984, S. 233- 242, S. 233.

159 Schlussprotokoll der Internationalen Konferenz betreffend die Reglung der Arbeit in den gewerblichen Anlagen und in den Bergwerken, in: Maute, Hans- Ernst: Die Februarerlasse Wilhelms II. und ihre gesetzliche Ausführung, unter besonderer Berücksichtigung der Berliner Arbeitsschutzkonferenz von 1890, jur. Diss. o. O. 1984, S. 234- 242, S. 236 ff.

160 „[...] Es ist wünschenswerth [...]“ Schlussprotokoll der Internationalen Konferenz betreffend die Reglung der Arbeit in den gewerblichen Anlagen und in den Bergwerken, in: Maute, Hans- Ernst: Die Februarerlasse Wilhelms II. und ihre gesetzliche Ausführung, unter besonderer Berücksichtigung der Berliner Arbeitsschutzkonferenz von 1890, jur. Diss. o. O. 1984, S. 234- 242, S. 234.

161 „[...] Auf dem Gebiete des Arbeiterschutzes sind erfreuliche Fortschritte zu verzeichnen […]“ Wahlaufruf der Zentrumspartei für die Reichstagswahlen 1903, in: Mommsen, Wilhelm: Deutsche Partei-programme, 3. Aufl., München 1960, S. 236- 240, S. 239.

162 Fehrenbach, Elisabeth: Wandlungen des deutschen Kaisergedankens 1871- 1918, München, Wien 1969, S. 190.

163 Ebda, S. 196.

164 Germania, S. 2.

165 1907 Einfuhr : 72637200 Tonnen Ausfuhr: 51099100 Tonnen 1912 Einfuhr : 79242200 Tonnen Ausfuhr: 73499100 Tonnen Handel, in: Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich, Jahrgang 34, Berlin 1913, S. 171.

166 Dass „[...] durch die neuen Handelsverträge der gesamten deutschen Wirtschaft [...] ein ausreichender Schutz erkämpft wird [...]“ Wahlaufruf der Zentrumspartei für die Reichstagswahlen 1903, in: Mommsen, Wilhelm: Deutsche Partei-programme, 3. Aufl., München 1960, S. 236- 240, S. 238.

167 „[...] Die Kolonien, deren Hauptwert in der Ausbreitung des christlichen Glaubens und der Kultur beruht [...]“. Wahlaufruf der Zentrumspartei für die Reichstagswahlen 1903, in: Mommsen, Wilhelm: Deutsche Partei-programme, 3. Aufl., München 1960, S. 236- 240, S. 237.

168 Die Wehrpolitik wird nur angesprochen, wenn eine Mahnung zur Mäßigung durch das Zentrum ausgesprochen werden soll. Vgl. zum Beispiel: Wahlaufruf der Zentrumspartei für die Reichstagswahlen 1903, in: Mommsen, Wilhelm: Deutsche Partei-programme, 3. Aufl., München 1960, S. 236- 240, S. 237.

169 Fehrenbach, Elisabeth: Wandlungen des deutschen Kaisergedankens 1871- 1918, München, Wien 1969, S. 158.

170 Leo XIII.: Rerum Novarum, Rom 1891, übersetzt von Rohrbasser, Anton: Die Enzyklika über die Ar-beiterfrage „Rerum Novarum“, Luzern 1947, S. 52 f.

171 Germania, S. 3.

172 Ebda.

173 So kam es um unter anderem wegen der Versetzung des Kronprinzen im Jahre 1900 nach Plön zum Streit. Philipp von Eulenburg an Bernhard von Bülow vom 21. 9. 1900, in: Röhl, C.G. (Hrsg.): Philipp Eulenburgs politische Korrespondenz, Bd. 3., Bopparrd 1983, S. 1990- 1992, S. 1992.

174 Familie, in: Lexikon 2000, Köln 1990, S. 1830 f.

175 Germania, S. 3.

176 Tafel: Wissenschaft Technik, Erfindungen, in: Knauers Zeittafeln zur Deutschen Geschichte, Augsburg 2001.

177 Ebda.

178 Huldigung der Automobilisten, in: Vossische Zeitung Nr. 294, Jahrgang 1913 vom 13. 6. 1913, S. 4.

179 Langenberg, Wilhelm: Allweg gut Zollre. Festschrift zum 25jährigen Regierungsjubiläum Seiner Majestät Kaiser Wilhelm II., Essen 1913, S. 23 ff.

180 Ebda, S. 24.

181 Germania, S. 3.

182 „[...] Die staats- und religionsfeindliche Sozialdemokratie […]“. Aufruf des Reichsausschusses der deutschen Zentrumspartei an die Mitglieder vom Februar 1911, in: Mommsen, Wilhelm: Deutsche Partei-programme, 3. Aufl., München 1960, S. 246- 248, S. 248.

183 Der Kaiser und die Katholische Kirche, in: Germania Nr. 272 (Morgenausgabe), Jahrgang 43 vom 15. 6. 1913, S. 4. (Im Folgenden als Germania, S. 4 zitiert.)

184 Verfassung des Deutschen Reiches vom 16. April 1871, Art. 3, Nördlingen 1871, S. 6.

185 Germania, S. 4.

186 Das Zentrum fordert „[...] die volle Verwirklichung der verfassungsmäßigen Gleichberechtigung aller Staatsan-gehörigen […]“ Aufruf des Reichsausschusses der deutschen Zentrumspartei an die Mitglieder vom 8. Februar 1911, in: Mommsen, Wilhelm: Deutsche Parteiprogramme, 3. Aufl., München 1960, S. 246- 248, S. 247.

187 Germania, S. 4.

188 Grundmann, Herbert (Hrsg.): Gebhard. Handbuch der Deutschen Geschichte, Bd. 3, 9. Aufl. Stuttgart. 1970, S. 324 f.

189 Germania, S. 4.

190 Ebda.

191 Wir und Wilhelm, in: Vorwärts Nr. 149, Jahrgang 30 vom 16. 6. 1913, S. 1 (Im Folgenden als Vorwärts zitiert).

192 Ebda.

193 Ebda.

194 Ebda.

195 Ebda.

196 Ebda.

197 Ebda.

198 Ebda.

199 Ebda.

200 Ebda.

201 Reiß, Ludwig (Hrsg.): Schulthess` Europäischer Geschichtskalender N. F. 29 (1913), München 1915, S. 286.

202 „[...] Es gibt Potentanten, denen auch der republikanische gesinnte Zeitgenosse nachrühmen wird, dass sie niemals absolutistischen Neigungen nachgegeben haben [...] Wilhelm II. gehört zu der anderen Kategorie […]“ Vorwärts, S. 1.

203 Ebda.

204 Ebda.

205 Ebda.

206 Als Beispiel lässt sich eine Begebenheit aus dem Jahre 1914 nennen, die zwar der Autor nicht kennen kann, aber mit Sicherheit auch vor dem Jahre 1913 vorgekommen ist. “[…] Der Generalstabschef sagt mir gar nichts [...]“ Görlitz Walter (Hrsg.): Regierte der Kaiser? Aufzeichnungen und Briefe des Chefs des Marine- Kabinetts Admiral Georg Alexander von Müller 1914- 1918, Göttingen 1959, S. 68.

207 Vorwärts, S. 1.

208 Rathenau, Walther: Der Kaiser, Berlin 1921, S. 25.

209 Vorwärts, S. 1.

210 209 „[...] Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft ist die Geschichte von Klassenkämpfen […]“ Marx, Karl: Manifest der Kommunistischen Partei. Februar 1848, in: Mommsen, Wilhelm: Deutsche Partei-programme, 3. Aufl., München 1960, S. 262- 290, S. 263.

211 Vorwärts, S. 1.

212 Die Sozialdemokratie fordert „[…] eine wirksame nationale und internationale Arbeitsschutzgesetzgebung auf folgender Grundlage: Festsetzung eines höchstens acht Stunden [Arbeitstages], Verbot der Erwerbsarbeit für Kinder unter 14 Jahren [...]“ Das Erfurter Programm, 1891, in: Mommsen, Wilhelm: Deutsche Parteiprogramme, 3. Aufl., München 1960, S. 349- 353, S. 352.

213 „[...] Staatssozialismus, in wie weit er sich mit Sozialreform beschäftigt, […] ist ein System der Halbheiten, das seine Entstehung der Furcht vor der Sozialdemokratie verdankt. […]“ Resolution Liebknecht- Vollmar über den Staatssozialismus und revolutionäre Sozialdemokratie 1892, in: Mommsen, Wilhelm: Deutsche Partei-programme, 3. Aufl., München 1960, S. 353- 354, S. 353.

214 Vorwärts, S. 1.

215 4250400 Stimmen erhielt die SPD bei den Reichstagswahlen 1912. Reichstagswahlen, in: Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich 1912, Jahrgang 33, Berlin 1912, S. 327.

216 Ebda.

217 Vorwärts, S. 1.

218 Rieß, Ludwig (Hrsg.): Schulthess` Europäischer Geschisskalender, N. F. 29 (1913), München 1915, S. 635.

219 Vorwärts, S. 1.

220 Ebda.

221 Ebda.

222 Geiger, Ludwig: Zum 25jährigen Regierungsjubiläum unseres Kaisers, in: Allgemeine Zeitung für das Judentum, Nr. 24, Jahrgang 77 vom 13. 6. 1913, S. 277- 278 (im Folgenden als AJZ zitiert).

223 Ebda.

224 Ebda.

225 Ebda.

226 Ebda.

227 Ebda.

228 Ebda.

229 Ebda.

230 Ebda.

231 Volkov, Shulamit: Die Juden in Deutschland 1780- 1918, München 1994, S. 54 f.

232 Zastrau, Alfred: Ludwig Geiger, in: NDB 6 (1964), S. 144- 145.

233 Horch, Hans Otto: Auf der Suche nach der jüdischen Erzählliteratur. Die Literaturkritik der Allgemeinen Zeitung des Judentums (1837- 1922), Frankfurt a. M., New York, Bern, 1985, S. 28.

234 So arbeiten im Jahre 1907 rund 21,87 % der Juden in der Industrie als Arbeiter. Schilling, Konrad (Hrsg.): Monumenta Judaica. 2000 Jahre Geschichte der Juden am Rhein, Köln 1963, S. 371.

235 Vgl. die vorhergehenden Ausführungen der Punkte A- C.

236 AJZ, S. 278.

237 Die Nationalliberalen sind für eine „[...] zielbewusste Fortführung der Kolonialpolitik [...]“ Ziele und Bestrebungen der Nationalliberalen Partei. Januar 1907, in: Mommsen, Wilhelm: Deutsche Parteiprogramme, 3. Aufl., München 1960, S.168- 173, S. 169.

238 So hat die Kolonie Deutsch Südwestafrika im Jahre 1913 15,88 Mio. Einnahmen gegen 21,35 Mio. Ausgaben. Das Schutzgebiet Kiautschou dagegen 7,23 Mio. Einnahmen gegen 16,79 Mio. Ausgaben. Die Schutzgebiete. Finanzen, in: Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich, Bd. 34, 1913, Berlin 1913, S. 442- 464, S. 446.

239 AJZ, S. 258.

240 Grundmann, Herbert (Hrsg.): Gebhard. Handbuch der Deutschen Geschichte, Bd. 3, 9. Aufl. Stuttgart 1970, S. 372 f.

241 Rieß, Ludwig: Schulthess´ Europäischer Geschichtskalender N.F. 29 (1913), München 1915, S. 230 f.

242 AJZ, S. 278.

243 Horch, Hans Otto: Auf der Suche nach der jüdischen Erzählliteratur. Die Literaturkritik der Allgemeinen Zeitung des Judentums (1837- 1922), Frankfurt a. M., New York, Bern, 1985, S. 236.

244 AJZ, S. 277.

245 Berghahn, Volker (Hrsg.): Gebhardt. Handbuch der Deutschen Geschichte, Bd. 16, 10. Aufl., Stuttgart 2003 , S. 177 ff.

246 Ebda, S. 264 f.

247 Ziele und Bestrebungen der Nationalliberalen Partei. Januar 1907, in: Mommsen, Wilhelm: Deutsche Parteiprogramme, 3. Aufl., München 1960, S. 168- 173, S. 169.

248 AJZ, S. 278.

249 Ebda.

250 Ebda.

251 Volkov, Shulamit: Die Juden in Deutschland 1780- 1918, München 1994, S. 49 ff.

252 Ebda, S. 55.

253 AJZ, S. 278.

254 Ebda.

255 Für das Treffen Herzels mit Kaiser Wilhelm II. vgl: Bayn, Aleksander: Erinnerungen und Dokumente über die Begegnung Herzels mit Wilhelm II., in: Zeitschrift für die Geschichte der Juden, Jahrgang 64, Bd. 2, Tel Aviv 1965, S. 35- 52.

256 Horch, Hans Otto: Auf der Suche nach der jüdischen Erzählliteratur. Die Literaturkritik der Allgemeinen Zeitung des Judentums (1837- 1922), Frankfurt a. M., New York, Bern, 1985, S. 26.

257 Ebda, S. 23 f.

258 Volkov, Shulamit: Die Juden in Deutschland 1780- 1918, München 1994, S. 55 ff.

259 Die Rede des Prinzregenten Ludwig, in: Rieß, Ludwig: Schulthess` Europäischer Geschichtskalender N.F. 29 (1913), München 1915, S. 257 f. ( im Folgenden als Ludwig zitiert).

260 Ebda.

261 Ebda.

262 Rede des Prinzen Ludwig von Bayern in Moskau, in: Roloff, Gustav (Hrsg.): Schulthess` Europäischer Ge-schichtskalender N. F. 16 (1896), München 1897, S. 79.

263 Der Kaiser an Fürst Hohenlohe, in: Müller, Karl Alexander von (Hrsg.): Fürst Chlodwig zu Hohenlohe- Schillingsfürst. Denkwürdigkeiten eines Reichskanzlers (Deutsche Geschichtsquellen des 19. und 20. Jahrhunderts), Osnabrück 1967, S. 238- 240, S. 238.

264 Depeschenwechsel zwischen dem Kaiser und Luitpold über die Abstriche im bayrischen Kulturetat. 1. Der Kaiser an Luitpold vom 10. 8. 1902, in: Roloff, Gustav (Hrsg.): Schulthess` Europäischer Geschichtskalender N. F. 18 (1902), München 1903, S. 136.

265 Ludwig, S. 258.

266 Erwebungen unter Wilhelm I.: 2902300 km² Wilhelm II.: 5800 km² Die Schutzgebiete.1. Allgemeiner Nachweis, in: Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich, 34. Jahrgang (1913), Berlin 1913, S. 442.

267 Fehrenbach, Elisabeth: Wandlungen des deutschen Kaisergedankens 1871- 1918, München, Wien 1969, S. 158.

268 Grundmann, Herbert (Hrsg.): Gebhard. Handbuch der Deutschen Geschichte, Bd. 3, 9. Aufl. Stuttgart. 1970, S. 343 f.

269 Fehrenbach, Elisabeth: Wandlungen des deutschen Kaisergedankens 1871- 1918, München, Wien 1969, S. 190.

270 Papst Leo XIII.: Rerum Novarum, Rom 1891, übersetzt von Rohrbasser, Anton: Die Enzyklika über die Ar-beiterfrage „Rerum Novarum“, Luzern 1947, S. 52 f.

271 Mickel, Wolfgang: Die Entstehung des Deutschen Reiches im Spannungsfeld liberaler, nationaler und konservativer Kräfte des 19. Jahrhunderts, in: Mickel, Wiegand: Geschichte, Politik und Gesellschaft, Bd. 1, Von der Französischen Revolution bis zum Ende des 2. Weltkrieges, 3. Aufl., Berlin 1999, S. 105- 162, S. 146.

272 Die Rede des Königs von Sachen, in: Deutscher Reichsanzeiger und königlich Preußischer Staatsanzeiger, Nr. 140, Sondernummer, Jahrgang 1913 vom 16. Juni 1913, S. 2. (Im Folgenden als Friedrich zitiert).

273 Ebda.

274 Ebda.

275 Ebda.

276 „[…] Wir aber, die wir mit Eurer Majestät durch heilige Bündnisverträge [...] verbunden sind. [...]“. Ebda.

277 Fehrenbach, Elisabeth: Wandlungen des deutschen Kaisergedankens 1871- 1918, München, Wien 1969, S. 158 ff.

278 Zeise, Roland: Bundesstaat im Deutschen Reich (1871- 1917/18), in: Czok, Karl (Hrsg.): Geschichte Sachsens, Weimar 1989, S. 381- 429, S. 416.

279 Ebda, S. 404.

280 Rede des Prinzregenten Ludwig, in: Rieß, Ludwig: Schulthess` Europäischer Geschichtskalender N. F. 29 (1913), München 1915, S. 257 f.

281 Friedrich, S. 2.

282 Jubilee of the Emperor William, in: The Times, vom 18. 6. 1913, Jahrgang 1913, S. 7.

283 Stockhammern, Franz von (Hrsg.): Fürst von Bülow. Denkwürdigkeiten, Bd.1, 1930, S. 589 f.

284 Theodore Roosevelt to the Editor of The New York Times, in: The New York Times, Nr. 20224, Jahrgang 62, Magazine Section, S. 1.

285 Gudemann, Wolf- Eckhard (Hrsg.): Theodore Roosevelt, in: Das Lexikon der Weltgeschichte. Von der Steinzeit bis zur Gegenwart, München 1998, S. 667.

286 Der Empfang der Deputationen, in: Vossische Zeitung Nr. 200, Jahrgang 1913 vom 16. 6. 1913, S. 1.

287 Bryan Tribute to Wilhelm, in: The New York Times, Nr. 20224, Jahrgang 62 vom 8. 6. 1913, Magazine Section, S. 4 (Im Folgenden als Bryan zitiert).

288 Zur Stellung Bryans vgl: Meyer, Henry Cord: Das Zeitalter des Imperialismus, in: Mann, Golo (Hrsg.): Propyläen Weltgeschichte, Bd. 9, Berlin, Frankfurt am Main 1960, S. 25- 74, S. 36.

289 Bryan, S. 4.

290 Es werden 1, 586 Mrd. Mark für Einkäufe in den USA verwendet. Anteil der Herkunfts- und Bestimmungsländer am Spezialhandels. Einfuhr, in: Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich, Jahrgang 34, Berlin 1913, S. 241.

291 Es werden 697,6 Mio. Mark Gewinn durch den Export in die Vereinigten Staaten erwirtschaftet. Anteil der Herkunfts- und Bestimmungsländer am Spezialhandels. Ausfuhr, in: Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich, Jahrgang 34, Berlin 1913, S. 242.

292 Vgl. z. B. den Brief des ehemaligen Präsidenten Taft an den Herausgeber der New York Times. Willliam H. Taft to the Editor of The New York Times, in: The New York Times, Nr. 20224, Jahrgang 62, Magazine Section, S. 1.

293 Es emigrierten von 1893- 1912 alleine 515852 Deutsche Staatsbürger in die USA. Die überseeische Auswanderung, in: Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich, Jahrgang 34, Berlin 1913, S. 33.

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Details

Titel
Die Bewertung Kaiser Wilhelms II. im Jahre seines Silbernen Regierungsjubiläums am 15. 6. 1913 aus parteipolitischer und auswärtiger Sicht
Hochschule
Universität Bayreuth
Veranstaltung
Hauptseminar Wilhelm II.
Note
1,0
Autor
Jahr
2004
Seiten
41
Katalognummer
V109128
ISBN (Buch)
9783640117789
Dateigröße
699 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bewertung, Kaiser, Wilhelms, Jahre, Silbernen, Regierungsjubiläums, Sicht, Hauptseminar, Wilhelm
Arbeit zitieren
Andreas Leipold (Autor), 2004, Die Bewertung Kaiser Wilhelms II. im Jahre seines Silbernen Regierungsjubiläums am 15. 6. 1913 aus parteipolitischer und auswärtiger Sicht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/109128

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