Das Gesundheitssystem in Deutschland - "Kostenexplosion" (Ausgaben, Einnahmen) - selbstversculdete Krankheiten am Beispiel von Sportunfällen (Eigenverantwortung?!)


Facharbeit (Schule), 2005
23 Seiten, Note: sehr gut

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Inhaltsverzeichnis

Vorbemerkung

Teil A -Theorie
I. Das Gesundheitssystem in Deutschland
1. Das System - Gesamtverantwortung und Akteure
2. Finanzierung des Systems
2.1 Die gesetzliche Krankenversicherung - GKV
2.2 Die private Krankenversicherung - PKV
2.3 Anderweitig oder überhaupt nicht Versicherte
II. Kostenexplosion im Gesundheitswesen
3. Das Problem
4. Ursachen
5. Entwicklung der Hypothese: Sportunfälle als selbstverschuldete Krankheiten bzw. Unfälle

Teil B - Empirie
6. Ziel der Befragung
7. Auswahl der Befragten
8. Methodik
9. Ergebnisse
10. Deutung und Fazit der Interviews

Persönliches Fazit

Anhang
- Genaue Definition für Pflichtversicherte
- Diagramme und Grafiken
- Interviews
- Quellenverzeichnis

Vorbemerkung

„ Gesundheitswesen - System von Einrichtungen und Besch ä ftigten zur Erhaltung, F ö rderung oder Widerherstellung der Gesundheit “ - Definition des Gesund- heitswesens im Lexikon. /1/

Ziel dieser Facharbeit ist es, den Leser zunächst mit dem Aufbau und der Finanzierung des Gesundheitswesens vertraut zu machen, ihn dann Schritt für Schritt zu dem Begriff der „Kostenexplosion im Gesundheitswesen“ hinzuführen und ihn von da aus mit einigen Ursachen vertraut zu machen. In einem weiteren Kapitel, das zu dem Begriff der „selbstverschuldeten Krankheiten“ führt, wird der Leser zur letzten Zuspitzung der Facharbeit geleitet, zu Sportunfällen.

Ich habe die Ausarbeitung zweigeteilt: in einen theoretischen und einen empiri- schen Teil. Im Theorieteil erkläre ich, wie das deutsche Gesundheitssystem auf- gebaut ist, finanziert wird, wo es Probleme gibt und was einige Ursachen sind.

Anschließend spitze ich das Thema weiter zu, indem ich nämlich Sportunfälle als selbstverschuldete Krankheiten und ihren Zusammenhang mit dem Problem un- tersuche. Dieser erste Teil endet mit einer Hypothese, die als Grundlage für den zweiten Teil dient.

Für den empirischen Teil habe ich Befragungen durchführt. Zunächst nenne ich

im Bezug auf die Hypothese das Ziel der Interviews, erkläre wie ich die Befragten ausgewählt habe und mit welcher Methodik ich vorgegangen bin. Danach werte ich die einzelnen Antworten aus, bis ich sie letztendlich bezogen auf die Hypothe- se deute.

Teil A - Theorie

I. Das Gesundheitssystem in Deutschland

1. Das System - Gesamtverantwortung und Akteure

Die Gesamtverantwortung für das Gesundheitswesen liegt beim Bund und den Ländern. Sie sind die Träger der Gesundheitspolitik und haben die Aufgabe die medizinische Versorgung der Bürger zu gewährleisten. Sie übertragen staatliche Aufgaben (z.B. die Erbringung und Finanzierung medizinischer Leistungen) auf andere Institutionen: Zum einen auf Körperschaften des öffentlichen Rechts (z.B. auf Krankenkassen, kassenärztliche Vereinigungen und Berufsgenossenschaften) und zum anderen auf private Anbieter (z.B. auf Arztpraxen, pharmazeutische Unternehmen, Apotheker und Krankenhäuser). /1/

2. Finanzierung des Systems

Anders als in anderen Länder gibt es in Deutschland kein staatliches Gesundheits- system (durch Steuern finanziert und staatliche Instanzen erbringen die Leistun- gen - wie z.B. in Großbritannien) und kein markwirtschaftlich orientiertes Ge- sundheitssystem (bei dem Selbstzahler oder privat versicherte Personen private Dienstleistungen in Anspruch nehmen - wie z.B. in den USA), sondern ein Sozi- alversicherungssystem, das sich durch Beiträge aus gesetzlichen und privaten Krankenkassen finanziert und in dem die Leistungen größtenteils von Körper- schaften des öffentlichen Rechts und von privaten Anbietern erbracht werden. /2/

2.1 Die gesetzliche Krankenversicherung - GKV

Rund 70 Millionen Menschen in Deutschland (ca. 90%) sind in der GKV versi- chert. Die GKV garantiert alle medizinischen Leistungen, die notwendig, zweck- mäßig und wirtschaftlich sind /1/. Innerhalb der GKV gibt es verschiedene Kran- kenkassen: die AOK (allgemeine Ortskrankenkasse), in der man als Mitglied der GKV normalerweise versichert ist und Ersatzkassen, wie die TKK oder BEK.

Die meisten der 70 Millionen Menschen, die in der GKV versichert sind, sind als Arbeitnehmer pflichtversichert. Vereinfacht gesehen ist man laut Gesetz pflicht- versichert, wenn man ein Arbeitsentgelt von mehr als 400 Euro im Monat bezieht, aber die Versicherungspflichtgrenze nicht übersteigt (im Jahr 2005 lag sie bei 46.800€) (Es gibt weitere Bedingungen und Ausnahmen; siehe Anhang). Wenn man die Versicherungspflichtgrenze übersteigt, kann man freiwillig weiterhin in der GKV versichert bleiben oder in die private Krankenversicherung wechseln./3/

Ehegatten und Kinder eines Mitgliedes der GKV sind kostenfrei mitversichert. Da die Krankenversicherungsbeiträge als Prozentsatz des Bruttoeinkommens festge- legt sind, richten sie sich nach der finanziellen Leistungsfähigkeit der Versicher- ten. Die Beiträge der GKV liegen zurzeit durchschnittlich bei 14,3 Prozent. Dieser Beitrag wird „paritätisch“, d.h. zu gleichen Teilen von dem Versicherten und sei- nem Arbeitgeber bezahlt. Durch diese beiden Prinzipien (Beitrag abhängig vom Bruttoeinkommen/ paritätische Finanzierung) soll ein Solidarausgleich zwischen Gesunden und Kranken, gut Verdienenden und weniger gut Verdienenden, zwi- schen Jungen und Alten und zwischen Alleinstehenden und Familien entstehen. /3/

Die gesetzliche Krankenversicherung schließt über ihre Dachverbände mit anderen Partnern im Gesundheitswesen (z.B. Kassenärztlichen Vereinigungen oder Krankenhäusern) Verträge ab, die den Leistungsumfang und die Bezahlung für die Leistungen festlegen. Dieser Prozess steht unter der Aufsicht des Staates und geschieht nach den Grundsätzen der Demokratischen Selbstverwaltung und Selbstverantwortung. Die Interessen der Patienten werden dadurch gewahrt, dass sie in allen wichtigen Gremien mitwirken. /1/

2.2 Die privaten Krankenversicherungen - PKV

Rund 8 Millionen Menschen in Deutschland (ca. 9%) besitzen eine private Voll- versicherung. Die Beiträge richten sich nach Leistungsumfang, allgemeinem Ge- sundheitszustand, Geschlecht und Eintrittsalter. Mitglieder einer privaten Kran- kenversicherung sind entweder Personen, die nicht pflichtversichert sind, d.h. ein Arbeitsentgelt oberhalb der Versicherungspflichtgrenze (im Jahr 2005 46.800€) haben, oder Selbständige oder Beamte. Beamte bekommen von ihrem Arbeitgeber (Bund, Land oder Kommune) Beihilfe zu einer privaten Krankenversicherung. In den meisten Fällen, unter anderem abhängig von Kinderzahl oder Ruhestand, liegt die Beihilfe bei 50 bis 70 Prozent des Beitrags. Diejenigen, die nicht über der Versicherungspflichtgrenze liegen, können eine private Zusatzversicherung zur GKV abschließen (8 Millionen in Deutschland). Sie ergänzt die gesetzliche Versicherung um Sonderleistungen (z.B. um die Arztwahl im Krankenhaus). /1;4;5/

2.3 Anderweitig oder überhaupt nicht Versicherte

Ungefähr 2 Prozent der deutschen sind weder Mitglied der gesetzlichen Kranken- versicherung noch einer privaten. Sie sind anderweitig versichert. Dies trifft z.B. auf Bundeswehrangehörige, die von der Bundeswehr direkt medizinisch versorgt werden, zu. Nur ca. 0,2 Prozent sind überhaupt nicht versichert. Dieser Anteil hat in den letzten Jahren stetig zugenommen. /2/

II. Kostenexplosion im Gesundheitswesen

Wer sich mit dem großen Thema der Gesundheitspolitik in Deutschland beschäf- tigt, stößt schnell auf den Begriff der „Kostenexplosion“. Wenn man nun aber diesen Begriff weiter untersuchen möchte, trifft man auf verschiedene und zum Teil auch widersprüchliche Aussagen und Meinungen. In diesem Teil der Arbeit beschreibe ich das Problem und nenne und erläutere die Hauptursachen.

3. Das Problem

Die Ausgaben im Gesundheitswesen sind seit Beginn der 90er Jahre stark gestie- gen. So wurden im Jahr 2003 mit 239,7 Mrd. Euro 76,5 Mrd. Euro mehr im Ge- sundheitswesen ausgegeben als noch 1993. Dies ist eine Ausgabensteigerung von 46,5 Prozent in nur zehn Jahren. /Grafik 1/ Auch die Kosten der GKV und der PKV sind deutlich gestiegen. Betrugen die Gesamtausgaben der GKV im Jahr 1992 umgerechnet noch rund 102 Mrd. Euro, so lagen sie 2003 mit rund 136 Mrd. Euro bereits über ein Drittel höher. /6/

Vergleicht man aber diese Ausgabensteigerung mit der Entwicklung des Bruttoin- landsprodukts (BIP), um die Kostenentwicklung im gesamtwirtschaftlichen Zu- sammenhang zu sehen, relativieren sich diese absoluten Zahlen allerdings. Denn die Gesundheitskosten haben sich nahezu genau so stark vergrößert, wie das BIP ebenfalls angestiegen ist. So sind in den letzten zehn Jahren die Gesundheitsaus- gaben als Anteil des BIP bei rund 10 bis 11 Prozent weitgehend konstant geblie- ben. /Grafik 2,3/ Obwohl es also bezogen auf das BIP im Grund gar keine Ausgaben- explosion gab, ist der durchschnittliche Beitragssatz im Zeitraum von 2001 bis 2003 von 13,7 Prozent Beitragspunkte auf 14,3 Prozent gestiegen /7/. Wenn es keine Ausgabenexplosion gibt, kann die Diskussion über eine Kostenexplosion und über die Erhöhung der Beiträge nur damit erklärt werden, dass es eine „Ein- nahmenimplosion“ gibt. Und diese Vermutung lässt sich auch belegen. Denn die Grundlohnsumme (der beitragspflichtiger Bruttolohn) pro Mitglied und damit auch das Budget, dass der GKV zur Verfügung steht, ist in den letzten 25 Jahren im Verhältnis zum BIP nicht so stark gestiegen, wie die Gesundheitsausgaben (im Bezug zum BIP) /8/. Folglich haben die gesetzlichen Krankenkassen auf der einen Seite steigende, bzw. im Bezug auf das BIP (und damit auf die gesamtwirtschaft- liche Entwicklung) konstante Ausgaben und auf der anderen Seite gleiche, bzw. im Bezug auf das BIP sinkende, Einnahmen.

4. Ursachen

Nun ist klar, was das Problem ist: Die Ausgaben im Gesundheitswesen sind im Verhältnis zu den Einnahmen zu hoch. Doch was sind die Gründe dafür? Auch auf diese Frage gibt es wieder mehr als eine Antwort.

Als Hauptursache wird oft die „demografische Entwicklung“ angeführt. Gemeint ist damit, dass die deutsche Bevölkerung im Schnitt immer älter wird. Die Aus- wirkungen dieser Entwicklung auf das Gesundheitssystem sind massiv. Auf der einen Seite nehmen Behandlungskosten einer Person je älter sie wird (ab dem fünften Lebensjahr) stark zu und auf der anderen Seite sinkt der durchschnittliche Beitrag pro Person ab dem 55. Lebensjahr stetig /Grafik 4/. Prognosen zu Folge wer- den im Jahr 2050 nur noch 1,7 Erwerbstätige auf einen Rentner kommen; im Jahr 2001 waren es dem gegenüber noch 3,8 Erwerbstätige pro Rentner. /3;9;11/

Als weitere Ursachen für die Kostenexplosion werden häufig auch Mängel im System selbst genannt. Das Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung gibt in einem „Ratgeber zur gesetzlichen Krankenversicherung“ offen „Qualitätsmängel in der medizinischen Versorgung“ zu. Experten hätten „ein Nebeneinander von Über-, Unter- und Fehlversorgung festgestellt“. Als Beispiel wird angeführt, dass manche Patienten „zu viele Leistungen und Arzneimittel, andere zu wenig und wieder andere die falschen“ bekämen. Jährlich landeten „rund 4.000 Tonnen Arzneimittel ungebraucht auf dem Müll“ und „ein Drittel der 120 Millionen Röntgenaufnahmen“ seien „überflüssig“. /3/

Auch die immer weiter verbesserten Medizintechniken und Behandlungsmethoden gelten als eine Ursache für die Kostenexplosion. So werden beispielsweise von der GKV allein für die Teststreifen von Diabeteskranken täglich mehr als 1 Millionen Euro ausgegeben. Diese Testmethode ist das Ergebnis der verbesserten Medizintechnik und gibt es erst seit wenigen Jahren. Es ist zu erwarten, dass es in der Zukunft weiter Entwicklungen dieser Art geben wird, die dann ebenfalls immense Kosten verursachen werden. /9;10/

Darüber hinaus gibt es noch weitere Ursachen, wie steigende Gehälter der Be- schäftigten im Gesundheitswesen oder die hohe Arbeitslosigkeit, die zu sinkenden Krankenkasseneinnahmen führt. /Grafik 5/ /9/

5. Entwicklung der Hypothese: Sportunfälle als selbstverschuldete Krankheiten bzw. Unfälle

Auch die Gesellschaft selbst trifft durch die Verhaltensweisen vieler Menschen eine Mitschuld an der Kostenexplosion. Viele Menschen rauchen zuviel, essen und trinken zu viel und falsch und bewegen sich zuwenig. Durch diesen ungesun- den Lebenswandel werden sie deutlich krankheitsanfälliger und treiben somit auch die Kosten im Gesundheitswesen in die Höhe /11/. Beispielsweise erzeugen Krankheiten des Kreislaufsystems, die sehr eng mit dem Lebenswandel im Zu- sammenhang stehen, Kosten in Höhe von 35,4 Mrd. Euro jedes Jahr. Somit wird jeder sechste Euro im Gesundheitswesen inzwischen für die Behandlung dieser Krankheiten ausgegeben. /9/

Kosten infolge „selbstverschuldeter Krankheiten“ entstehen aber nicht nur durch diese ungesunden Verhaltensweisen, sondern auch durch ganz bewusst getroffene Risikoentscheidungen, die freiwillig gefällt werden. Diese sind nicht notwendig, beinhalten aber ein Risiko, das enorme medizinische Folgekosten produzieren kann. Beispiele dafür sind Folgekosten von Schönheitsoperationen, Tätowierun- gen oder Sportunfällen. Auch wenn diese Kosten als Anteil der Gesamtkosten relativ gering sind (z.B. nur knapp 1,5 Mrd. Euro pro Jahr für Sportunfälle im Vergleich zu insgesamt 240 Mrd. Euro pro Jahr /12/), tragen auch sie zur Kosten- explosion bei. Deswegen gibt es immer wieder Forderungen von Gesundheitsex- perten (z.B. Horst Seehofer, CSU und Dieter Thomae, FDP z.B auf www.bundestag.de im Forum: Gesetzliche Krankenversicherung), die verlangen, dass die Finanzierung von selbstverschuldeten Krankheiten nicht mehr ohne wei- teres von der GKV übernommen werden sollte. Nach ihren Plänen soll der Versi- cherte mehr „Eigenverantwortung“ übernehmen. Diese „Eigenverantwortung“ könnte sich in Form von Zuzahlungen bzw. höheren Selbstbeteiligungen der Ver- sicherten oder in Zusatzversicherungen, die der Versicherte abschließt, wenn er eine risikoreiche Sportart ausübt, darstellen. Auch gibt es Vorschläge Sportunfälle komplett aus der GKV heraus zu nehmen. Die Hypothese dieser Politiker ist es also, dass, wenn die Ausgaben für Sportunfälle gesenkt werden somit ein Beitrag zur Eindämpfung der Kostenexplosion im Gesundheitswesen geleistet werden kann.

Teil B -Empirie

6. Ziel der Befragung

Die eben genannten Ideen stammen von Politikern. Mit den Interviews möchte ich herausfinden, wie die Betroffenen dieser Pläne, die Sportler, selbst darüber den- ken. Fänden sie diese Änderungen gerecht und würden sie ihren Sport weiter aus- üben - auch, wenn sie mögliche Gesundheitsfolgekosten selbst bezahlen müssten?

7. Auswahl der Befragten

Ich habe vier berufstätige Freizeitsportler der mittleren Altersgruppe, zwischen 44 und 53 Jahre befragt. Ich habe einen Segler und einen Gleitschirmflieger sowie einen Marathonläufer und eine Fitnesssportlerin (Ausdauer- und Muskeltraining) interviewt. Segeln und Gleitschirmfliegen bewerte ich als Risikosportarten, bei denen es recht viele Unfälle gibt, und Laufen und Fitnesssport eher als Sportarten mit einem geringen Unfallrisiko /12/. Ich denke es ist interessant zu erfahren, wer der Befragten welche Meinung vertritt.

8. Methodik

Ich habe Leitfadengespräche geführt, in denen ich allen vier Interviewpartnern im Prinzip dieselben Fragen gestellt habe (Fragen und Antworten siehe Anhang). Die Interviews habe ich im Zeitraum vom 30. Mai 05 bis zum 05. Juni 20005 geführt.

9. Ergebnisse

Gefragt habe ich neben formalen Fragen (Alter, Geschlecht, Krankenversicherung, Sport) nach drei Dingen: 1. nach bisherigen Erfahrungen mit Sportunfällen im Gesundheitssystem, 2. nach der Meinung zur Kostenübernahme von Sportunfällen und 3. nach eventuellen Konsequenzen für ihr Verhalten als Sportler. Meine Auswertung erfolgt entlang dieser drei übergeordneten Fragen.

Bisherige Erfahrungen mit Sportunfällen im Gesundheitssystem Mit der ersten inhaltlichen Frage wollte ich herausfinden, ob die Befragten schon einmal einen Sportunfall hatten, der eine medizinische Behandlung zur Folge hat- te und, wenn ja, wer ihn bezahlte. Die Fitnesssportlerin und der Gleitschirmflieger hatten noch keine Sportverletzungen. Der Läufer gab an, dass er zwar schon klei- nere Stauchungen und Ähnliches gehabt habe, aber, dass er deswegen nie zu ei- nem Arzt gegangen sei. Nur der Segler hatte bisher schon einmal einen richtigen Unfall gehabt. Er versenkte seine Brille im See. Auch wenn es bei ihm keinen Personenschaden gab, entstanden doch medizinische Folgekosten, die von ihm selbst bezahlt werden mussten. An diesem Fall kann man sehen, dass das Verursacherprinzip bei in Risikosportarten zum Teil schon angewandt wird.

Meinung zur Kostenübernahme von Sportunfällen

In der ersten Meinungsfrage, wollte ich wissen, wer einen Sportunfall aus Sicht der Befragten bezahlen sollte. Der Segler sagte, er habe sich bereits darüber Ge- danken gemacht und für seinen nächsten Sommerurlaub (Segeltörn auf der Ostsee - auch in Dänemark) Zusatzversicherungen (Auslandskrankenschutz und eine Rücktransportversicherung) abgeschlossen. Die Fitnesssportlerin meinte, einen Unfall in ihrem Sport sollte ihre private Krankenversicherung bezahlen. Diese Meinung teilt auch der Gleitschirmflieger für seinen Sport. Er weitet den Zuständigkeitsbereich der Krankenversicherungen sogar auf generell alle Sportarten aus. Der Läufer meint, nur Folgekosten aus Extremsportarten, wie Autorennen fahren oder Bungeejumping, sollten nicht von der Krankenversicherung bezahlt werden. Es gibt also genau gegensätzliche Meinungen.

Noch detaillierter und zuspitzender waren die Antworten auf die Frage nach der Meinung zu den Plänen einiger Gesundheitsexperten zu mehr Eigenverantwortung für die Versicherten. So sagten die Fitnesssportlerin und der Segler, sie würden die Pläne im Grund begrüßen, jedoch müsse man deutlich zwischen risikoreiche- ren und weniger risikoreichen Sportarten differenzieren. Der Segler sagte dazu, dass die Wissenschaft Entscheidungshilfen geben müsse. Er gab auch zu Beden- ken, dass Sport auch einen medizinischen Nutzen habe. Im Kontrast zu dieser Meinung steht die des Gleitschirmfliegers. Nach seiner Meinung sollten die Ver- sicherungen auch weiterhin alle Sportunfälle bezahlen. Man könnte nicht zwi- schen Risikosportarten und nicht Risikosportarten unterscheiden. Dabei kämen hinterher womöglich Fragen auf, ob Motorradfahren oder ob Nordic-Walking nicht als Verkehrs-/ Transportweg eingestuft werden sollten. Die Meinung des Läufers liegt zwischen diesen Ansichten. Er meint nur für Extremsportarten sollte es verpflichtende Selbstbeteiligungen und Zusatzversicherungen geben.

Offensichtlich gibt es verschiedene Meinungen zu den Plänen. Aber alle Befrag- ten sind sich einig, dass Unfälle, die in Sportarten ohne großes Verletzungsrisiko passieren, auch weiterhin von der Krankenversicherung bezahlt werden sollten. Was aber mit den anderen Sportarten geschehen soll, darüber gibt es keinen Kon- sens.

Auch bei der Frage, ob sie sich in der Zukunft an medizinischen Folgekosten durch Sportunfälle beteiligen würden, stellten die Befragten noch einmal ihren Standpunkt da. Auch wenn sich alle einer neuen Gesetzgebung beugen würden, hielte lediglich der Segler bezogen auf seinen Sport solch eine Regelung auch für richtig. Er sagt, sein Sport sei eben risikoreich und da wäre es unfair wenn ein Segelunfall, der ihm individuell passieren könnte, von der Gesellschaft getragen werden müsste. In diese Richtung geht auch die Aussage der Fitnesssportlerin. Sie sagt zwar, für ihren Sport wäre es unfair, wenn sie höhere Selbstbeteiligungen bezahlen müsste, aber für Risikosportarten sollten solche Regelungen eingeführt werden. Nur der Gleitschirmflieger ist generell gegen diese Pläne. Der Läufer vertritt weiterhin eine mittlere Position: Selbstbeteiligung bzw. Zusatzversiche- rung nur für Extremsportarten.

Konsequenzen für ihr Verhalten als Sportler

Zuletzt habe ich gefragt, was für Konsequenzen die Sportler ziehen würden, wenn diese Vorschläge Gesetz werden würden. Einstimmig wollen sie ihren Sport auch dann weiterführen und würden die Mehrkosten in Kauf nehmen - sogar wenn der Gleitschirmflieger diese Konzepte eigentlich für politisch falsch hält.

10. Deutung der Interviews und Fazit

Abschließend deute ich die Befragungsergebnisse im Bezug zur Hypothese so: Mit einer neuen gesundheitspolitischen Regelung zur Übernahme von mehr Ei- genverantwortung der Versicherten bei Sportunfällen und mit einer eindeutigen Definition für Risikosportarten bzw. Hochrisikosportarten (Extremsportarten), die durch die Wissenschaft vorgeschlagen und allgemein von der Gesellschaft akzep- tiert wird, können die Ausgaben der Gesellschaft für Sportunfälle gesenkt werden. Die Befragung macht deutlich, dass es dabei wohl immer auch Gegner (wie der befragte Gleitschirmflieger) von solchen Selbstbeteiligungsplänen für Sportler geben wird. Wahrscheinlich werden aber viele Extremsportler eine solche gesetz- liche Regelung akzeptieren, sich entsprechend individuell versichern (wie es auch der Segler zum Teil heute schon tut) und ihren Sport weiterhin betreiben. So könnte die Gesellschaft, ohne dass die Sportler ihren Sport aufgeben würden, zur Lösung des Problems der Kostenexplosion im Gesundheitswesen einen Teil bei- tragen.

Persönliches Fazit

Mir ganz persönlich hat die Beschäftigung mit diesem Thema für meine Facharbeit Folgendes gezeigt:

1. Zum Thema: Die immense Bedeutung dieses Themas in der politischen Dis- kussion. Beispielsweise kann man kaum eine Zeitung lesen, ohne einen Artikel über die Gesundheitspolitik zu entdecken. Für mich sich hat damit ein weiteres politisches Interessengebiet erschlossen.
2. Zur technischen Durchführung einer Facharbeit: Wie schwierig es zunächst ist, das Thema zu erfassen, zu strukturieren und auf das leere Papier zu bringen. Aber auch, dass es durch eine durchdachte Zeitplanung, eine gezielte Materialsammlung und eine präzise Gliederung möglich ist, die Blätter mit Worten zu füllen. Dabei bin ich im Schreibfluss sogar recht schnell an die Grenzen der maximal acht Seiten für die Ausarbeitung gelangt.

Anhang

Genaue Definition für Pflichtversicherte

Quelle: Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung „Ratgeber zur gesetzlichen Krankenversicherung“ 04/2005 Seite 21f.

als PDF-Download unter www.die-gesundheitsreform.de Download vom 11.05.05

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Diagramme und Grafiken:

Grafik 1

Quelle: statistische Bundesamt Wiesbaden 2005 Bild unter: javasc- ript:NeuFenster('/basis/d/gesu/gesugra1.php','','toolbar=no,width=370,height=310, resizable=0,scrollbars=0')

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Grafik 2

Quelle: statistische Bundesamt Wiesbaden 2005

Bild unter: javasc- ript:NeuFenster('/basis/d/gesu/gesugra2.php','','toolbar=no,width=350,height=300, resizable=0,scrollbars=0')

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Grafik 3

Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung 2004 Bild unter: www.bpb.de/files/YPGDKZ.pdf

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Grafik 4

Quelle: Deutsches Forum für Krankenhaus-Management (dfkm) „Generationsgerechtigkeit im Gesundheitswesen“ 12/2004 Seite 5

als PDF-Download unter www.dfkm.de Download vom 15.05.05

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Grafik 5

Quelle: „Die Zeit“ Nr.23

2. Juni 2005

Wirtschaft Seite 23

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Interviews

Erstes Interview (30.05.2005)

Alter: 46, Geschlecht: m ä nnlich Wie sind Sie versichert?

Ich bin in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert.

Welchen Sport treiben Sie und wie lange schon?

Segeln , seit zwei Jahren.

Segeln Sie in einem Verein oder Club, oder „ nicht organisiert “ ?

Nur privat mit der Familie.

Hatten Sie beim Segeln schon einmal einen Unfall, der eine medizinische Behandlung zur Folge hatte und wenn ja, wer hat ihn bezahlt?

Noch keinen medizinischen Unfall mit Personenschaden, sondern nur einen Sach- schaden; die Brille im See verloren - die Folgekosten habe ich selbst bezahlt.

Haben Sie sich schon mal Gedanken dar ü ber gemacht, wer einen Sportunfall, der eine medizinische Behandlung zur Folge h ä tte, bezahlen sollte?

Ja! Ich bin vor 20 Jahren Fallschirm gesprungen und hatte dafür eine private Unfallzusatzversicherung abgeschlossen. Auch beim Segeln habe ich mir schon Gedanken gemacht. Für den Sommerurlaub unserer Familie auf einem Segeltörn auf der Ostsee haben wir eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen, damit wir auch im Ausland (Dänemark) komplett medizinisch versorgt werden.

Einige Gesundheitsexperten fordern in der Diskussion um die „ Kostenexplosion im Gesundheitswesen “ mehr Eigenverantwortung der Versicherten. Sie meinen damit unter anderem, dass es eine Selbstbeteiligung der Versicherten an den Kos- ten eines Sportunfalls geben sollte, oder, dass Zusatzversicherungen f ü r bestimm- te Sportarten Pflicht werden sollten. Was halten Sie von diesen Pl ä nen?

Im Grunde fände ich solch eine Regelung fair und richtig. Ich würde aber unterscheiden zwischen Risikosportarten, wie z.B. Fallschirmspringen, Inline-Skaten oder Segeln und Allerweltssportarten, wie Laufen oder Leichtathletik. Für solche Sportarten sollte es keine Neuregelung geben, die Gemeinschaft soll auch weiterhin diese Kosten bezahlen. Zumal der gesundheitliche Nutzen wahrscheinlich sogar höher wäre als die Kosten, die durch einen Unfall entstehen. Für Grenzfälle sollte die Wissenschaft Entscheidungshilfen anbieten.

W ä ren Sie tats ä chlich bereit sich an den medizinischen Kosten, die bei Ihnen durch das Segeln entstehen k ö nnten, zu beteiligen?

Ja, wenn dies, ähnlich wie eine Kfz- Haftpflichtversicherung, für alle Segler Pflicht wäre. Ich halte solch eine Versicherungspflicht für sinnvoll. Es wäre sonst für die Gesellschaft unfair, wenn sie meinen Unfall, der nicht hätte passieren müssen, bezahlen sollte.

Was f ü r Konsequenzen w ü rden Sie als Sportler ziehen, wenn diese Vorschl ä ge Gesetz werden w ü rden?

Ich würde meinen Sport weiter ausführten.

Zweites Interview (02.06.2005)

Alter: 44, Geschlecht: weiblich

Wie sind Sie versichert?

Ich bin in der privaten Krankenversicherung versichert.

Welchen Sport treiben Sie und wie lange schon?

Ich mache Fitnesssport (Ausdauer- und Muskeltraining) seit drei Jahren.

Tun Sie dies in einem Verein oder Club, oder „ nicht organisiert “ ?

Ich mache den Sport organisiert in einer Gruppe.

Hatten Sie bei Ihrem Sport schon einmal einen Unfall, der eine medizinische Behandlung zur Folge hatte und wenn ja, wer hat ihn bezahlt?

Nein, zum Glück noch nicht.

Haben Sie sich schon mal Gedanken dar ü ber gemacht, wer einen Sportunfall, der eine medizinische Behandlung zur Folge h ä tte, bezahlen sollte?

Für meinen Persönlichen Fall schon. Ich finde, meine private Krankenversicherung und die Beihilfe (Beamtin) sollten Kosten, die eventuell durch einen Unfall bei meinem Sport entstehen könnten, bezahlen.

Einige Gesundheitsexperten fordern in der Diskussion um die „ Kostenexplosion im Gesundheitswesen “ mehr Eigenverantwortung der Versicherten. Sie meinen damit unter anderem, dass es eine Selbstbeteiligung der Versicherten an den Kos- ten eines Sportunfalls geben sollte, oder, dass Zusatzversicherungen f ü r bestimm- te Sportarten Pflicht werden sollten. Was halten Sie von diesen Pl ä nen?

Für meinen Sport finde ich solche Pläne quatsch. Ich denke durch den Sport koste ich der Krankenversicherung eher weniger als mehr, weil ich fitter bin und weni- ger krank werde. Für andere Sportarten, bei denen es aber ein höheres Verlet- zungsrisiko gibt, wären höhere Selbstbeteiligungen oder Pflicht- Zusatzversicherungen aus meiner Sicht eine gute Sache. Schließlich müssen die Betroffenen dieses zusätzliche Risiko nicht eingehen. Und wenn sie es trotzdem tun, sollten sie dafür auch Verantwortung übernehmen. Es wäre dann aus meiner Sicht auch egal ob man privat oder gesetzlich versichert ist.

W ä ren Sie tats ä chlich bereit sich an den medizinischen Kosten, die bei Ihnen durch Ihren Fitnesssport entstehen k ö nnten, zu beteiligen?

Wie gesagt, für meinen Sport nicht, weil kaum Verletzungen bei ihm entstehen, aber, wenn ich eine Risikosportart ausüben würde, würde ich auch bezahlen.

Was f ü r Konsequenzen w ü rden Sie als Sportler ziehen, wenn diese Vorschl ä ge Gesetz werden w ü rden?

Ich würde meinen Sport weiter ausüben, weil ich nicht davon ausgehe, dass Fitnesssport jemals als Risikosportart definiert werden würde.

Drittes Interview (03.06.2005)

Alter: 52, Geschlecht: m ä nnlich Wie sind Sie versichert?

Ich bin in der privaten Krankenversicherung versichert.

Welchen Sport treiben Sie und wie lange schon?

Ich fliege Gleitschirm seit vier Jahren.

Tun Sie dies in einem Verein oder Club, oder „ nicht organisiert “ ?

Ich fliege organisiert in einem Verein.

Hatten Sie bei Ihrem Sport schon einmal einen Unfall, der eine medizinische Behandlung zur Folge hatte und wenn ja, wer hat ihn bezahlt?

Nein.

Haben Sie sich schon mal Gedanken dar ü ber gemacht, wer einen Sportunfall, der eine medizinische Behandlung zur Folge h ä tte, bezahlen sollte?

Ich finde, Sportunfälle sollten, wie jede andere Sache auch, von der Krankenversicherung bezahlt werden.

Einige Gesundheitsexperten fordern in der Diskussion um die „ Kostenexplosion im Gesundheitswesen “ mehr Eigenverantwortung der Versicherten. Sie meinen damit unter anderem, dass es eine Selbstbeteiligung der Versicherten an den Kos- ten eines Sportunfalls geben sollte, oder, dass Zusatzversicherungen f ü r bestimm- te Sportarten Pflicht werden sollten. Was halten Sie von diesen Pl ä nen?

Von solchen Vorschlägen halte ich nichts. Zunächst kann man doch Sportler

nicht auch noch mit höheren Selbstbeteiligungen und Zusatzpflichtversicherungen dafür bestrafen, dass sie etwas für sich tun. Man kann auch nicht zwischen risiko- reicheren und risikoärmeren Sportarten unterscheiden. Es können einfach keine Grenzen gesetzt werden. Dabei kämen hinterher womöglich Fragen auf, ob Mo- torradfahren oder Nordic-Walking nicht als Transportweg eingestuft werden soll- ten.

W ä ren Sie denn bereit sich an den medizinischen Kosten, die bei Ihnen durch das Gleitschirmfliegen entstehen k ö nnten, zu beteiligen?

Wenn es gesetzmäßig vorgeschrieben wäre, würde ich auch bezahlen. Aber gerecht fände ich das nicht.

Was f ü r Konsequenzen w ü rden Sie als Sportler ziehen, wenn diese Vorschl ä ge Gesetz werden w ü rden?

Ich lasse mir meinen Sport dadurch nicht vermiesen, auch wenn ich es für politisch falsch halte.

Viertes Interview (05.06.2005)

Alter: 47, Geschlecht: m ä nnlich Wie sind Sie versichert?

Ich bin gesetzlich krankenversichert versichert.

Welchen Sport treiben Sie und wie lange schon?

Ich bin Marathonläufer, laufe seit sieben Jahren und bin fünf Marathons gelaufen.

Tun Sie dies in einem Verein oder Club, oder „ nicht organisiert “ ?

Ich laufe in einer Gruppe.

Hatten Sie bei Ihrem Sport schon einmal einen Unfall, der eine medizinische Behandlung zur Folge hatte und wenn ja, wer hat ihn bezahlt?

Nein, nur kleinere Stauchungen und Ähnliches, weshalb ich aber nicht zum Arzt gegangen bin.

Haben Sie sich schon mal Gedanken dar ü ber gemacht, wer einen Sportunfall, der eine medizinische Behandlung zur Folge h ä tte, bezahlen sollte?

Eigentlich noch nicht. Aber spontan würde ich sagen, die Krankenversicherung sollte Kosten von Laufunfällen bezahlen. Immerhin bietet sie ja auch Laufkurse an, durch die die Menschen zum Laufen gebracht werden sollen. Außerdem tut mir das Laufen extrem gut und mein Wohlbefinden hat sich verbessert. Ich glaube auch, dass ich durch das Laufen auch weniger krank werde.

Einige Gesundheitsexperten fordern in der Diskussion um die „ Kostenexplosion im Gesundheitswesen “ mehr Eigenverantwortung der Versicherten. Sie meinen

damit unter anderem, dass es eine Selbstbeteiligung der Versicherten an den Kosten eines Sportunfalls geben sollte, oder, dass Zusatzversicherungen f ü r bestimmte Sportarten Pflicht werden sollten. Was halten Sie von diesen Pl ä nen?

Das fände ich nicht gut. Auch diese Regelung auf Risikosportarten zu beschränken, würde meiner Meinung nach nicht funktionieren. Es ist sehr schwierig allgemein akzeptierte Abgrenzungen zu finden. Höchstens für Extremsportarten, wie Autorennen fahren oder Bungeejumping könnte ich mir Selbstbeteiligungen und Zusatzversicherungen pflichtmäßig für die Sportler vorstellen.

W ä ren Sie denn bereit sich an den medizinischen Kosten, die bei Ihnen durch das Laufen entstehen k ö nnten, zu beteiligen?

Wenn ich ansonsten keinen Versicherungsschutz mehr hätte, würde ich wahrscheinlich eine Zusatzversicherung abschließen.

Was f ü r Konsequenzen w ü rden Sie als Sportler ziehen, wenn diese Vorschl ä ge Gesetz werden w ü rden?

Wie gesagt, ich würde dann eine Zusatzversicherung abschließen und weiter lau- fen.

Quellenverzeichnis

1. „Die Zeit - Das Lexikon in 20 Bänden“ Zeitverlag Gerd Bucerius GmbH & Co.Kg Hamburg 2005 Band 05 - Schlagwort: Gesundheitswesen; Seite 443 ff

2. „Wikipedia“

Offene Enzyklopädie im Internet http://de.wikipedia.org/wiki/Gesundheitswesen

3. „Ratgeber zur gesetzlichen Krankenversicherung“

Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung Referat zur Öffentlichkeitsarbeit 11017 Berlin Stand: April 2005 PDF-Download von www.bmgs.bund.de

4. „Die Möglichkeiten. Die Sicherheit. Die Zukunft. Privat krankenversichert: So geht’s“

Verband der privaten Krankenversicherung Stand: Februar 2005 PDF-Download von www.pkv.de

5. „PKV-Info - Die Entscheidung: Privat oder gesetzlich?“ Verband der privaten Krankenversicherung Stand: Februar 2004 PDF-Download von www.pkv.de

6. „Statistische Bundesamt“ http://www.destatis.de/themen/d/thm_gesundheit.php

7. „Wirtschafts- und sozialpolitische Informationen des DGB-Bezirks HessenThüringen“

WISO-Info Nr. 2/2004 Februar 2004 PDF-Download von www.berlin- brandenburg.dgb.de/filemanager/download/317/WISO- Info_Februar_2004_-_Nr.2.pdf

8. „Generationsgerechtigkeit im Gesundheitswesen - Finanzierung der GKV“ Deutsches Forum für Krankenhaus-Management (dfkm) Erstellt von C. Lopinski und C. Brode 2004 PDF-Download von www.dfkm.de/beitraege/dfkm_clcb_FinG.pdf

9. „Bundeszentrale für politische Bildung (BpB)“ http://www.bpb.de/wissen/4VT5K8,0,Krankheitsarten_und_ihre_Kosten.h tml und folgende sechs Seiten Bonn 2005

10. „Das unabhängige Diabetes-Portal“ http://www.diabsite.de/aktuelles/gesundheitspolitik/kostenexplosion.html Stand: 01.06.2002

11. „Aus Politik und Zeitgeschichte - B 33-34_2003“

Herausgegeben von der Bundeszentrale für politische Bildung Bonn 11. August 2003 PDF-Download von http://www.bpb.de/publikationen/QTYWD9,0,0,Gesundheitspolitik.html

12. „Gesundheitsberichte NRW - Sportunfälle“

Ministerium für Gesundheit, Soziales, Frauen und Familie des Landes Nordrhein-Westfahlen Bielefeld 2003 PDF-Download von http://www.loegd.nrw.de/publikationen/pub_gesundheitsberichterstattung/ down_gbe/down_gbe.html

23 von 23 Seiten

Details

Titel
Das Gesundheitssystem in Deutschland - "Kostenexplosion" (Ausgaben, Einnahmen) - selbstversculdete Krankheiten am Beispiel von Sportunfällen (Eigenverantwortung?!)
Note
sehr gut
Autor
Jahr
2005
Seiten
23
Katalognummer
V109589
Dateigröße
687 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Ziel dieser Facharbeit ist es, den Leser zunächst mit dem Aufbau und der Finanzierung des deutschen Gesundheitswesens vertraut zu machen, ihn Schritt für Schritt zu dem Begriff der 'Kostenexplosion im Gesundheitswesen' hinzuführen und ihn von da aus mit Ursachen vertraut zu machen. In einem weiteren Kapitel, das zu dem Begriff der 'selbstverschuldeten Krankheiten' führt, wird der Leser zur letzten Zuspitzung der Facharbeit geleitet, zu Sportunfällen.
Schlagworte
Gesundheitssystem, Deutschland, Kostenexplosion, Einnahmen), Krankheiten, Beispiel, Sportunfällen
Arbeit zitieren
Felix Reutter (Autor), 2005, Das Gesundheitssystem in Deutschland - "Kostenexplosion" (Ausgaben, Einnahmen) - selbstversculdete Krankheiten am Beispiel von Sportunfällen (Eigenverantwortung?!), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/109589

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