Ein gesellschaftlicher Umbruch der Menschheit


Skript, 2006
16 Seiten

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Inhaltsverzeichnis:

1. Grundsätzliches zu Abhängigkeiten und Macht-Herrschaft

2. Im Blickfeld: Leben und Lebensumstände

3. Zur Geschichte des Wandelns vom germanischen „Freien“ Zum christlichen Untertanen
3.1 Allgemeines
3.2 Die Eroberung des freien Teils von Germanien
3.3 Die christliche Kirche – und der Investitur-Streit
3.4 Die Untertanen
3.5 Die Reformation

4. Die geschichtlichen Lehren

1. Grundsätzliches: Abhängigkeiten und Macht-Herrschaft.

Das Wissen um die Entwicklung der Menschheit ist lückenhaft, insbesondere aus der Zeit vor geschriebenen Text-Dokumenten. Damit geraten alle Aussagen heutiger Geschichtsschreiber über diese Zeit in die Methodik des Vermutens, je weiter zurück, desto unsicherer werden die Inter­pretationen. Beispielsweise sollen die frühen Menschen (hier: ho­mo sapiens) Götter an­gebetet haben, ein Vorgang, den man einer Religion zuordnet, was man aber mehr als Welt­er­klä­rung, als geistig-seelische Ordnung zur Lebensbewältigung deuten müsste[1]. Darüber, ob und in welcher Wei­se die Vorfahren Naturereignisse mit trans­zen­denten Wesen über einen Glau­­ben [2] in Ver­bin­dung bringen, besteht erhebliche Ungewissheit und auch darüber, ab wann Professionelle (Priester) sich eines solchen Glaubens zu bestimmten Zwecken oder gar des Un­terjochens anderer Menschen bemächtigten. Philo­sophen der Antike und der Frühen Neu­zeit mein­­en, Moral und Ethik wären an sich dem Menschen innewohnend, also gewis­ser­maßen Teil des Erbgutes. Das scheinen die Verfechter dogmatischer Glaubensrichtungen viel­fach an­ders zu sehen.

Der Mensch muss über Jahrhunderttausende sich in Gemeinschaften um das Über­leben käm­pfen. Erst in größeren menschlichen Gemeinschaften entwickeln sich Kulturen und struktu­rel­le Hierarchien. Der Begriff der Freiheit von damals ist ein anderer als zu heutigen Zeiten, obwohl auch den heutigen Philosophen und Partei-Lehrern klar ist, dass es keine „absolute“ Freiheit gibt. In Gemeinschaften entstehen zwangläufig vertikale und horizontale Ab­hän­gigkeiten unterschiedlichster Arten und Grade untereinander. Ein Teil der Menschen arbeitet nun nicht mehr nur für sich oder die engere Gemeinschaft, die Sip­pe, sondern auch für einen an­­deren Teil. Diese Art Abhängigkeit ist zugleich die Geburt der Herrschaft, der Ausübung von Macht, die wieder um ein Erweitern der Macht bemüht ist, z.B. durch Kriege gegen an­dere mensch­­li­che Gemeinschaften. Es werden Begriffe wie „ge­­rechter“ Krieg, Ausübung eines Got­­teswillens in die Kommunikationswelt gesetzt. Als Religionskrieg im engeren Sinne be­zeich­net man z. B. den Schmalkaldischen Krieg, in dem 1542 das katholische Land Braun­schweig zur evan­ge­lischen (lutherischen) Reformation gebracht wird und wenig später der (katholische) Kaiser Karl V. 1546 die Reichs­acht ge­gen den Schmalkaldener Bund ausspricht.

In Wahrheit sind ein Großteil der Kriege Re­ligionskriege[3], weil vielfach Religionen durch Dog­men verfestigt und als höherwertig proklamiert sind. Diese Auffassungen werden wie­de­rum von ei­ner der Macht assoziierter Priesterherrschaft verteidigt. Selbst in heutiger Zeit sind Kriege vom fanatischen, ja auch christlichen Sendungsbewusstsein geprägt.

„Die Religion lehrt, dass Gott nicht nur die Natur, sondern auch das gesellschaftliche Leben der Menschen lenke, dass „die historischen Schicksale der Völker von der Vorsehung Gottes bestimmt würden“. Die Trennung der Gesellschaft in Klassen, die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen, die Wirtschaftskrisen, Raubkriege und andere gesellschaftliche Erschei­nungen erklärt und rechtfertigt die Religion mit dem Willen eines Gottes, der nicht existiert. Besonders deutlich bringt diesen Standpunkt der „heilige Augustin, eine der prominentesten Kir­chenautoritäten (354-430) zum Ausdruck.“[4] In verschiedenen Schriften wird im letzten Jahr­hundert dargelegt, dass auch Lehren wie der Marxismus usw. ebenso „Religion“ sind, weil ihnen die Konsequenz auf das Beschränken von Sachverhalten fehlt und die „Massen“ an die sozialistische „Lehre“ zu glauben haben. Insofern ist der Begriff Religionskriege erheblich auf ideologische Diktaturen auszudehnen.

2. Nicht nur Leben, sondern auch Lebensumstände im Blickfeld.

Die Forschung sucht die Komplexität des Unterwerfens, Unterjochens und der Vernichtung von Menschen ihrer Art oder ihres Glaubens willen herauszufinden, wobei es unmöglich scheint, eine Rang- oder Reihenfolge der Missionierungen[5] aufzustellen. Die existentiellen Ab­hängigkeiten von Menschen beginnen weit früher als die eigentliche Lebensbedrohung oder körperliche Aneignung, so dass selbst das Wohlstandsgefälle bereits eine Form der Ver­sklavung genannt werden kann. Zur Betrachtung eines Untertanen gehört die Tatsache der Bil­dung von Eigentum [6] an sich und bei bestimmten Personen und die von geldlicher Ab­hängigkeit, weil im Laufe der geschichtlichen Zeit Geld für das Herstellen und Beschaffen von Gebrauchs- und später von Luxusgut, von den Herrschern zur Finanzierung von Söldner­trup­pen u.a. notwendig ist. Es muss also Geld gemacht und solches auch gesam­melt werden.

Die christliche Kirche ist beispielsweise über eine komplexe Einkünftepolitik und –Praxis[7] solche Sam­mel­stelle, auch als Weiterleitstelle für den Papst. Sie benutzt in ihrer Finanzpolitik die Triebfeder der Befreiung von Sündhaftigkeit und des Erlangens von Seelenheil des ein­zel­nen Menschen, ggf. verknüpft mit persönlichen Vorteilsnahmen. Das Verwalten von Geld schafft eine eigene Profession; bestimmte Personen oder Personen-Grup­pen steuern den Geld­fluss. Mit dem Verleihen von Kapital gewinnt die Zinspolitik der­jenigen Oberhand, die ge­wis­se Mengen an Kapitalien konzentriert konnten[8]. Regierungen können für Un­gleich­ge­wich­te und eine abendländische Inflation sorgen. Das nominelle Geld wird ggf. nicht mehr ge­deckt.[9] So kommen neue Abhängigkeiten und global gravierende Wohl­­standsgefälle in­ner­halb der Menschheit auf[10]. Arbeitslosigkeit kann existenzbedrohend werden, die unab­wend­bar scheint, weil technischer Fortschritt die unmittelbare mensch­liche Arbeit entbehrlich macht. Die Lehre des Marxismus mit „Religion ist Opium fürs Volk“ etabliert sich.

Gerade im letzten Jahrhundert findet durch den Einsatz technischer Hilfsmittel in Produktion und Dienstleistung ein gewaltiger Umbruch der Gesell­schaft statt: die Differenzierung der Menschen in arme und reiche, in einflussreiche und solche, die ohnmächtig dem Geschehen aus­geliefert, z.B. arbeitslos sind. „Wenn eine Si­tu­­a­ti­on allem An­schein nach aussichtslos ge­worden ist, dann ist immer noch autistisch-ma­gisches Denken mög­lich, das Hoffnung zu­lässt.“[11] Damit offenbart sich, dass der Entwicklung der Menschen, insbesondere des ein­zelnen enge Grenzen gesetzt sind. Die Macht des rationellen Denkens kann dem Glauben an die Sündhaftigkeit und der Angst vor Strafe des Gottes nicht mehr ausreichend Widerstand leisten. Weit schlimmer ist, dass in der Bildung[12] Kritikfähigkeit und eigenständiges Denken nachrangig, dass die Nachahmung vorgegebener „Bilder“ in weiten Kreisen dominierend wird.

Gekennzeichnet ist die menschliche Geschichte durch

- Phasen unterschiedlicher Abhängigkeiten des einzelnen Menschen
- Der Freie (Germane) wird zum Abgabepflichtigen
- Die Abhängigkeiten sind solcher körperlicher und geistig-seelischer Natur
- Die Abhängigkeiten stellen ein Machtgefälle dar, der einzelne ist nicht mehr voll Herr über sich selbst
- Die Abhängigkeiten werden genutzt, meist im Gefälle der Macht
- Die historischen Darstellungen sind zumeist solche der Mächtigen
- Der kleine Mann, der tumbe/törichte Bauer, kommt da kaum vor
- Das Christentum löst das ursprünglich Polytheistische System der mensch­li­chen Vorstel­lun­gen (Religion) ab, es wird Dogma und Staats-Religion
- Die Praxis des Christenmenschen weicht von der priesterlichen Vorgabe ab, weil Jahrhunderte lang die verkündete Religion nicht vorgelebt wird.
- Die Wahrnehmung des einzelnen über Gräueltaten christlicher Missionen ist über Jahrhunderte schwach, weil die Verkündungen diese verschweigen.

3.Zur Geschichte des Wandelns vom germanischen „Freien“ zum christlichen Untertanen

3.1 Allgemeines

Es ist schwierig, das wahre Geschehen des frühen Mittelalters für Deutschland oder das west­liche Thüringen, insbesondere des Werra-Bogens mit Gerstungen und Herda, zu ermitteln und nachzubilden. Bereits die Berichte der Römer sind stark interessensgefärbt und verfolgen nicht das Ziel, die wah­ren Verhältnisse wiederzugeben[13]. Das gilt auch für die Nach­rich­ten­vermittelungen über die Kirche oder Händler im Mittelalter. Selbst für die heutige Zeit ist den Nachrich­ten­flu­ten in den Medien nicht zu trauen, weil sie redaktionell beschnitten werden, was leider nicht verfolgbar ist. Im Sinne unserer Gerichts- und Pro­zessordnungen haben sol­che Nachrich­ten­ü­ber­mittler und –verkünder als befangen zu gelten. Ohnehin sind die Nach­richten­agen­ten oft keine oder keine verlässlichen Augenzeugen.

Die Untersuchung der Kriminalität der Glaubensmissionare und –heere ist kein be­sonderes Forschungsthema unserer wissenschaftlichen Institutionen. Die Arbeit von Dr.phil. Desch­ner[14] zeigt nur einzelne Vorkommnisse auf, kann also nur Hinweischarakter haben. Zah­len-An­­gaben über Tote, Ausrottungsopfer usw. sind zum großen Teil nicht verbürgt, da ins­be­son­dere die Sphären des Interesses diese anzweifeln oder nur vorsichtig schätzen. Dass der christ­liche Imperator Theodosius (408-450) sogar Kinder hinrichten ließ, ist lediglich als Ge­schichtsfakt bekannt. Im 6. Jahrhundert sind im antiken Raum Heiden faktisch rechtlos. Von den 4500 Sachsen, denen 782 der Kopf abgeschlagen sein soll, ist mehr in den Köpfen der Nachfahren, weil diese Tat symbolhaft stilisiert wurde. Die mehr als 5 Tausend Ste­dinger, die 1234 von einem Kreuzesheer niedergemetzelt wurden, künden noch Fahnen-Fassungen wie „Lieber tot als Sklav“. Aber schon die Opfer der Kreuzzüge nach 1095 bis 1291 kann man nicht summieren, weder nach Zahl noch nach Schwere der Mordtaten. Die Verfolgung der Ketzer und Hexen ist ein weiteres schlimmes Kapitel, die sogar bis in die Jetzt­zeit währt.

Geradezu ein Fanal stellt der Genozid der Ureinwohner fremder Lande dar, so z.B. die Ta­ten der Besatzungen unter Christofor der drei Schiffe 1492 auf der karibischen Insel Gua­na­ha­ni (San Salvador): sie rotten in 10 Jahren alle aus. Auf der Insel Haiti sollen etwa eine Million Haitianer gelebt haben, von denen 1517 nur noch 1000 überlebten. Fray Bartolomeo de Las Casas, Jurist, Dominikaner und Bischof von Chiapas in Mexiko, ist 1545 empört über die Auf­hebung der Indianer-Schutzgesetze[15] schreibt in einem Brief 1552 an den spanischen König[16]: In diesen 40 Jahren ließen mehr als 12 Millionen Seelen auf nicht zu rechtfertigende Weise ihr Leben. Das brachten Tyrannei und Teufelei von Christenmenschen zuwege. Die Zahl ist gewiss und wahrhaftig. In Wahrheit glaube ich aber – und ich habe nicht das Gefühl, mich zu täuschen – dass es mehr als 15 Millionen sind. Sie haben sie behandelt – nicht etwa wie das Vieh (gebe Gott, dass sie sie behandelt und geachtet hätten wie das liebe Vieh!), son­dern schlimmer als das Vieh, denn sie haben sie geringer geachtet als den Kot.“ Allerdings hat der Verfasser die „Einsicht“, dass es ohne Sklavenarbeit nicht geht, daher empfiehlt Las Casas die Einfuhr afrikanischer Sklaven.

3.2 Die „Eroberung“ des freien Teils von Germanien.

Die Germanen sind nicht Menschen einheitlichen Typus oder gar in der Ansammlung von Stämmen homogen. Insofern unterscheiden sie sich nicht von dem zwischenzeitlichen Viel­stämme-Staat des römischen Imperiums. Welchem Stamm vor 2 Tausend Jahren die An­säs­sigen z.B. im Werra-Bogen zuzurechnen sind, ist unsicher, zumal die damalige Bevöl­ke­rungs­dichte äußerst gering ist. Unverständlich ist da der Zug von Drusus kurz vor der Zeitenwende, wenn er von Mainz aus Richtung Saale zieht. Auf welchen Straßen zog der Tross? Wie konnte er seine Mannschaften im Marschgebiet versorgen und kampf­bereit halten?[17] Damals folgten die Römer und deren (germanischen) Söldner sowie der Tross noch keinem christ­lichen Glau­ben, die Römer waren „Heiden“[18]. Ihnen ging es um Macht über Land und Men­schen, ggf. als Tributpflichtige. Anfang des 4. Jahr­hunderts feiern die Römer allerdings im Trierer Amphi­theater bereits die Massenmorde an den nicht­­christlichen Franken und sodann an anderen ger­manischen Stämmen. Das Chri­stentum, das erst Jahrhunderte nach der Zeit­rechnung die Bibel über Kirchenentscheid festlegte, war inzwischen durch den Kaiser zur Staatsreligion erhoben. Die Bibel war in ihren Teilen auf dem Wege zur Vereinheitlichung und Verkündung als „heilige Schrift“. Nunmehr musste der Kaiser als Stellvertreter Gottes verehrt werden.

Den Germanen selbst liegt die christliche Lehre in der Fassung des Origines/Arius nahe, des­halb übernehmen einzelne Stämme diese, darunter auch die Thüringer. Christus ist jetzt Gott[19], der Mensch ein rei­nes himmlisches Wesen, das sich darum bemühen muss, gottähnlich zu sein. Man übt To­leranz gegenüber Andersgläubigen, kennt keinen Klerus, keinen Kirchen­zehnten. Kaiser Konstantin II (Byzanz) räumt dem Klerus dann Vorrechte ein, ein Grund für seine stete Arbeit nach oben. Kaiser Valentinian, der an Rhein und Mosel herrscht, setzt die Germanen-Hatz fort. Ambrosius sucht das arianesche Christentum gegen Ende des 4. Jahr­hunderts auszurotten, da es der Papstherrschaft widerstrebt.

In dieser Zeit zerfällt das West­römische Reich zusehends und endet 476. Das Papsttum in Rom entsteht nun in der Art eines Nach­fol­ger Petri, es stellt sich ne­ben den Kaiser[20]. Bereits im 6. Jahrhundert setzt dann verstärkt der Kampf von Ger­manen untereinander ein, die einen ggf. als Söldner der anderen Seite. Volksaufstände gegen die brutale obere Herrschaft wer­den niedergeschlagen. Das Vermögen der Kirche wächst, weil der Kirche Grundstücke und Höfe geschenkt werden, denn einerseits scheint ein Widerstand zwecklos zu sein und man erhofft sich persönliche Vorteile durch eine Partei-Gängerschaft der Mächtigen.

Bei der Christianisierung spielt nämlich das Machtverhältnis des Stärkeren, der „christ­li­chen“ Mil­i­tärmacht eine erhebliche Rolle. Zunächst werden die Franken im 5. Jahrhundert mis­sioniert, die ger­manischen Heiligtümer werden zerstört, es wird allerorten Angst[21] er­zeugt. Ein Teil des Adels wird motiviert, den neuen staatsreligiösen Glauben anzunehmen. Die „Bau­ern“ bleiben jedoch dem alten ver­haftet, auch wenn ihnen im Concilium Ger­ma­nicum 743 verordnet wird, alles weg­zutun, was heidnisch ist, den alten „Göttern“ abzu­schwören. Sie bleiben über Jahrhunderte widerspenstige Untertanen.

Durchzusetzen ist die bedingungslose geistige und körperliche Kapitulation der Menschen nur mit einer systematischen Strategie des Aufbaues von Klöster n (= Militär-Waffen-Vor­rats­lager), Kir­chen und einem willfährigen Klerus. Die Missionierung setzt von oben ein; nicht selten fan­gen die Frauen an, sich bekehren und umtaufen zu lassen. Die „Fürsten“ sehen die Annahme des römisch-katholischen Glaubens unter dem Blickwinkel der Machtzweck­mä­ßigkeit. Sie werden (zunächst) nicht wirklich Christen, wobei offen bleiben muss, was da­run­ter zeitgerecht zu verstehen ist. Die Berater der „Fürsten“ sind oft gelehrte Bischöfe. Von ih­rer Gesinnung zeugen die Krie­ge mit ihrer hinreichend angewendeten Brutalität und Rück­sichtslosigkeit, verbrämt mit der Glorie des „Göttlichen“. Es wird mit allen Mitteln – auch des Meuchelmordes – die Macht der Sozietät Herrscher-Kirche zu vergrößern gesucht. Der Zer­fall des anti­fränkischen Bündnissystems nach des Gotenkönig The­o­­derichs Tod 526 begün­stigt das – und der Sieg der Franken (Germanen) über die Thü­ringer 531. Die Franken ziehen auch in der Folge, z.B. 555 gegen die Sachsen[22] und Thüringer. Schließlich versinkt aber die Merowinger-Dynastie[23] mit der Kirche zur Seite in die auf­kom­mende Aristokratie; die adligen Unter­tanen[24] meutern. Die Allein-Macht kommt ins Wanken. Das ganze ist undurchsichtig, denn die Bischöfe selbst sind meist adligen Ursprungs. Sie demütigen 833-843 so­gar den Kai­ser und setzen ihn ab[25]. Die sich an­schlie­ßende Karolinger-Dynastie endet 911.

3.3 Die christliche Kirche und das liebe Geld – der Investitur-Streit.

Bonifaz beginnt erfahrungs- und strategiegemäß die christliche Mission in Thüringen bei den Adligen (durch Papstbriefe gestützt) und gründet z.B. Klöster wie Ohrdruf und Fulda 744[26], dem viel Königsgut zugesprochen wird. Das Volk bekommt von dem oben geschehenden wenig mit. Es ist aber nicht so willig, wie man sich das von Seiten der Kirche denkt, zumal die Zehnt­privilegien und damit das Eintreiben von Zehnt für manchen Untertanen eine Existenzbedrohende Bürde sein kann[27]. Zehntverweigerer gelten als Gottesräuber! Sie müssen dem­nach bestraft werden. Aber der Voll­zug stockt. Es gibt vereinzelt Widerstand. 1069 rebel­lieren die Thüringer gegen den Main­­­­­zer Erzbischof. Letztlich nutzt es nichts. Auch können sich die Bauern kaum dagegen wehren, als Militär-Fußvolk für die verschie­densten Einsätze bei den in den Jahrhunderten nach­fol­genden Feld- und Kreuzzügen benutzt zu werden. Sie werden dazu rekrutiert oder in ih­ren Höfen von fremden Truppen drangsaliert. Eine ge­naue Darstellung ist wegen der feh­lenden dokumen­tarischen Nachweise nicht möglich.

Die Klöster selbst bewirtschaften ihr sich ständig durch Schenkungen[28] vermehrendes Land meist mit Hilfe von Unfreien, die für die Kirche Dreck sind[29]. Für Bonifaz selbst sind die Sla­wen „das abscheulichste und schlechteste Geschlecht der Menschheit“[30], aber man be­nö­tigt diese Fremdarbeiter[31] für die Feldarbeit, z.B. in Gerstungen und Berka/Werra. Un­durch­sichtig ist die Eigentumsbildung der Klöster[32], denn die Adligen schenken [33] zumeist An­spruchs-Land mit unklarer Herkunft. Der König wiederum macht sich Vasallen durch Gunsterweise mit ihm durch Re­gal zustehendes Land. In den Jahrhunderten des Mittelalters werden Posten als Erzbischöfe, Äbte, Pröpste usw. mit Verwandten des Königs, des Hoch­adels besetzt. Es wer­­den Macht-Bereiche gegenüber dem Papst abgesteckt. Otto I. (9336-973) steht über den Bi­schöfen[34], setzt sogar Päpste ab. Heinrich II kassiert von den Klöstern, setzt systematisch in klerikale Ämter seine Vasallen ein als Gegengewicht gegen den kaiserlich gesinntem Adel. Gegen 1070 überfällt Otto von Northeim königliche Höfe in Thü­ringen und soll sie an Bauern verteilt haben[35]. Heinrich IV. (1065-1106) steht besonders im Gegensatz zu Papst Gregor VII (1073-1085), dem dictatus papae, als Herrscher über alles, der selbst Kriege betreibt. Der (an­gebliche) Buß­gang von Canossa 1077 wird von den Historikern unterschiedlich beschrie­ben[36], z.T. ex­trem inplausibel, denn zurzeit herrscht in Italien Papst-Feindlichkeit. Die hoch­adligen Streitigkeiten spalten sogar das Volk, die Bauernheere werden besiegt. 1080 setzt Hein­rich IV sogar Gregor VII ab. Die Konfrontation artet in ein Einsetzen von Gegenkönigen aus[37]. 1084 zieht Heinrich IV. in Rom ein, Gregor wird als Hoch­verräter be­zeichnet. Das Auf und Ab der Beziehungen ist lehrreich. 1302 wird in der Bulle unam sanctam des Papstes erklärt, dass es zwei Schwerter gebe, das geistliche und das weltliche für das geistliche. Die Unterwerfung aller wird gefordert.

3.4 Die Untertanen, Mühsal ihr Schicksal.

Die Kreuzzüge sind für die Bauern und Landarbeiter teils Zwang, teils freiwilliges Entflie­hen aus dem Untertanen-Dasein des Herrn[38]. Sie glauben an das bessere Leben nach dem oder durch den Kreuz­­zug. Aber die meisten sterben auf dem Marsch nach Jerusalem. Die Juden, die in den ersten Jahr­hunderten von der christliche Kirche arg verfolgt werden, unterstehen im Frühmittelalter z.T. dem König und sind „Freie“. Im 12. Jahrhundert und in Verbindung mit den Kreuzzügen wen­det sich die Gesinnung der Kirche gegen sie. In Mainz soll nach 1000 ein großer Juden-Suizid die Folge gewesen sein. Am 21.903.1349 werden mehr als 100 Juden im erz­bi­schöf­lichen Erfurt umgebracht. Man kann die Dienste eines Juden „kaufen“[39].

Die „deutsche Geschichte“ ist ein Muster für Deutungen und Wertungen durch Historiker, fast durchweg als christlich gesonnen zu betrachten. Für den gewöhnlichen Bauern im Werra-Bogen-Land ist im Hochmittelalter weder deutsch noch thüringisch ein Begriff. Ein „relativ gut gestellter Bauernstand“ ist unbekannt[40]. Der Bauer lernt seinen Edelmann nur selten ken­nen, noch weniger seinen Landesfürsten oder gar den König oder Gegenkönig[41]. Er weiß nichts vom Würzburger Hoftag 1196, auf dem das Wahlrecht der Fürsten abgeschafft wird, u.a. mit der Zusage der Erblichkeit der Reichs­lehen, wobei Landgraf Hermann[42] für seine Toch­­ter wirbt. Anfang des 13. Jahrhunderts wird das Land des Landgrafen schwer von öst­lichen Banden verwüstet[43]. Welche Ortschaften da­von betroffen sind, ist unklar. Dass Hun­gers­nöte und Missernten ohnehin eintreten ist be­kannt. Wenigen ist das Lied von Hartmann von Aue (>1202) aber in Erinnerung, wonach Ar­bei­terinnen in Frauenkammern spinnen und weben müssen für 1,6 % des auf dem Markt er­zielten Prei­ses ihres Erzeugnisses. Ohnehin sind Frauen – bis 1918 – dem Züchtigungsrecht des Man­nes unterworfen nach dem corpus juris canonici. Ob das im Familienleben der damaligen Zeit auch tatsächlich so christlich friedlich ausgeübt und gehandhabt wird, ist unbekannt.

Der Untertan wird auf die verschiedenste Art geschröpft, die Sündenangst ist ein probates Stim­mungs-Mittel. Das Ablasswesen ist ein einträgliches Geschäft der Kirche, da der Mensch von allerlei Sünden oft niedergedrückt wird und glaubt, durch Geld (=Ablass) davon befreit zu werden. Statt für Geld kann er auch Dienstleisten. So gibt es z.B. für Steinschlagen beim Kir­chenbau einen Ablass, aber eben kein Geld. Man kann sich sogar von der Ex­kom­munikation los­­kaufen. Als eintreibender Monopolist[44] fungiert das Geldhaus der Fugger. Der Geld-Trans­fer ist schwer kontrollierbar, weil Ablässe nicht nur vom Papst gewährt werden. Profiteure gibt es verschiedentlich. Der Papst wird immer wieder wegen der „miss­bräuch­lichen“ Geld­ver­schwen­dung angegriffen. 1414/5 finde ein Konzil über den Papst in Konstanz statt. Die Mehr­heiten für und gegen ihn wechseln. Johannes XXIII verzichtet sogar auf den Papst-Thron.

3.5 Die „Reformation“.

Pfründen sind von den Kirchen-Parteigängern begehrt. Manchmal sammelt der Kirchenmann viele Titel und Pfrün­den[45]. Meist verschweigt er jedoch die wahre Höhe der Einkünfte, um nicht selbst in eine Abgabenpflicht zu geraten. Dem gemeinen Volk bleiben die Unsitten, das Leben des Klerus auf seine Kosten nicht verborgen, obwohl die Nachrichten-Übertrager man­ches verfälschen oder übertreiben. Wer weiß denn schon die Wahrheit? Das dis­kriminierende Le­ben der Kirchenväter ist für den Geistlichen Hus Anlass , dagegen zu wettern. Dafür wird er am 06.07.1415 ver­brannt. Man agiert von Seiten der offiziellen Kirche gegen die Wiclifisten und die Hussiten, die sich hinter solche „Ab­trün­nige“ scharen. Aber die Hussiten entarten dann in wilde Räubereien und Kämpfe, 1425 drin­gen sie sogar bis Mitteldeutschland (Vogt­land) vor. 4 Kreuzzüge werden bis 1434 dagegen organisiert.

Auch in Deutschland bildet sich Wider­stand gegen das klerikale Luderleben. Aber Luther bricht erst 1520 mit Rom. Er selbst wird 1521 exkommuniziert. Aber in mancher Haltung ist Luther ärger als die Römisch-Katho­lischen. Er spricht sich z.B. entschieden gegen die Bauern aus[46]. Ein Merkmal seiner „reinen Lehre“ ist die radikale Ketzerverfolgung und die Reinigung der Pastoren­land­schaft. 1531 setzt er unter ein Gutachten seine Unterschrift, die Täufer seien mit dem Tode zu bestrafen[47]. Luther gebraucht das Wort „Täufer“ als Schimpfwort für pro­testantische Widersacher[48]. Das Straf­ge­richt trifft sie in Eisenach und im Umland. Zwischen 1527 und 1533 müssen mehr als 700 Täufer ihr Leben lassen, eine ganze Reihe muss das Land verlassen. Die Hexen belegt Lu­ther bereits 1526 mit seinem unerbittlichen Hass[49]. Ge­gen die Juden hetzt er sogar noch 1546.

Das Land ist wegen der Unterstützung der „ Reformation “ durch verschiedene Landesfürsten in kirchlichen Organisationen gespalten. Die einen „Deutschen“ gehorchen dem Papst im Rom, die anderen der Akademie-Verkündung in Wittenberg. Wegen der drohenden Türken­ge­fahr und der be­nö­tig­ten Türkenhilfe gewährt der (katholische) Kaiser Karl V. 1532 den pro­te­stan­tischen Reichs­ständen „Glaubensfreiheit“, aber bis 1547 währt der Widerstand der Schmal­­kaldener Glaubensbewegung, ehe der „Augsburger Religionsfrieden“ 1555 die Reli­gion je nach landes­fürstliche Bekennung[50] reglementiert. Sachsen und Thüringen sind somit evan­gelisch[51]. Dabei wird der Besuch der Kirche zu bestimmten Tagen Pflicht. Erst im Zuge der geistig-religiösen Auflockerung im 19. Jahrhundert können Andersgläubige ihre Meinung „frei“ äußern.

Die herrschende Gesinnung im 16. Jahrhundert lässt sich durch die Verlautbarung von Ko­lumbus charakterisieren. Er rammt auf jeder Insel ein Kreuz in den Boden und verliest sodann das Requerimiento:

„Hiermit garantiere ich, dass wir mit Gottes Hilfe und aller Macht in Euer Land eindringen werden, gegen Euch Krieg führen werden,um Euch dem Joch und der Herrschaft der Kirche zu utnerwerfen… wir werden Euch jeden erdenklichen Schaden zufügen soviel wir nur immer vermögen, gerade so wie widersetzlichen Vasallen, die ihren Herrn nicht anerkennen und nicht gehorchen wollen, sondern widersprechen.“[52]

Aus der Bibel [53]: „Aus den Städten dieser Völker jedoch, die der Herr, dein Gott, dir als Erb­be­sitz gibt, darfst Du nichts, was Atem hat, am Leben lassen. Vielmehr sollst du sie der Ver­nichtung weihen, so wie es der Herr, dein Gott, dir zur Pflicht gemacht hat.“

„Ein jeder sei untertan der obrigkeitlichen Gewalt, gibt es doch keine Obrigkeit, sie wäre denn von Gott. Wo immer eine ist, da ist sie von Gott eingesetzt. Wer sich der Obrigkeit widersetzt, der widersetzt sich Gottes Anordnung und alle, die sich widersetzen, ziehen ihr Strafgericht sich selber zu.“[54]

Und es heißt in einer Schrift[55]: Gott, der Geber alles Guten, ist berechtigt und hält es oft für angezeigt, das, was er den Menschen freiwillig geschenkt hat, ihnen wieder zu nehmen und anderen zuzuwenden.“

4. Die geschichtlichen Lehren

1. Die Menschen der germanischen Stämme/Völker sind weder in ihrer Ethnik noch im Glauben homogen. Dies gilt auch für die christlichen Glaubensrichtungen bis zum Frühmittelalter. Von den Germanen wird das arianesche Christentum angenommen.
2. Die an das Frankenreich angrenzenden Germanen-Regionen werden im Frühmittelalter durch die militärische Übermacht des Westens in die Abhängigkeit gebracht
3. Die Merkmale der Abhängigkeit bestehen in der Annahme des neuen Missions-Glaubens und in Folge davon in einer Abgaben pflicht des erarbeiteten Erzeugnisses bzw. in der Art einer Dienstleistung für einen fremden „Herrn“
4. Der regionale Adel geht den Bauern in die Abhängigkeit voran, weil er durch die Demonstration der Willigkeit sich persönliche Vorteile (vor anderen) erhofft
5. Die Abhängigkeiten erzeugen zugleich Unterordnungen, der Untertan muss sich dem Willen des (weltlichen(kirchlichen) Vorgeordneten fügen, die Freiheit des einzelnen und der dörflichen Gemeinschaft wird zunehmend beschränkt
6. Aus den Naturalabgaben werden nach und nach Geld-Abgaben. Geld wird ein wichtiges Machtmittel vom König abwärts bis zum Untertan. In der frühen Neuzeit mehren sich die Arbeitsverhältnisse von Untertanen für Arbeitgeber. Arbeitslosigkeit wird ein Begriff.
7. In den letzten Jahrhunderten wird ein Ziel eines Untertanen, am „ Wohlstand “ der Oberen teilzunehmen. Mit Wohlstand ist auch der Gebrauch von Gütern und Diensten verbunden, die nicht zur Existenz-Sicherung gehören. Vorbild ist zunächst der herrschende Adel.
8. Der technische Fortschritt in der Industrialisierung verringert den Arbeitskräftebedarf.
9. Arbeit für alle wird ein hohler Begriff, die Wachstumsideologie erzeugt den Glauben, dass dadurch weiterer Bedarf an Arbeitskräften entsteht. Aber weder Zinseszins noch dauerndes Wachstum ist in weiter Zukunft realitätskonform, was bereits der Club of Rome vor einem halben Jahrhundert prognostiziert.
10. Die stofflichen und energetischen Vorräte sind endlich und reichen nicht für alle Menschen dieser Erde. Bevölkerungswachstum und Wohlstand aller trägt zur frühen Erschöpfung der verfügbaren Vorräte (z.B. Energie, Edelmetalle) bei.
11. Die bisherigen Menschenverluste durch Kriege, Missionierungen u.a. begrenzten das Bevölkerungswachstum und sorgten für eine gewisse (politische) „Stabilität“. Der erreichbare Wohlstand wird auch durch die Zahl der hinzukommenden bedürftigen Menschen begrenzt.

[...]


[1] www.kriminologie.uni-hamburg.de/index.php/Religionen.

[2] Definitionen sind derzeit uneinheitlich. Max Planck schreibt in Göttingen am 18.06.1947 einen Brief, in dem er erklärt, „dass ich selbst seit jeher tief religiös veranlagt bin, dass ich aber nicht an einen persönlichen Gott, geschweige denn an einen christlichen Gott glaube.“ Siehe: Genschel, Rudolf – Ernst Haenssler. Wissenschaft oh­ne Gewissen? Hannover: Verlag für Geistesfreiheit. 1957. S. 65. (dort Kopie).

[3] Deschner, Karl-Heinz. Kriminalgeschichte des Christentums. Berlin: Directmedia. 2005 (CD-ROM). Siehe auch: www.geocities.com/RainForest/3612/opfer.html?200610 Opfer des Christlichen Glaubens. Die Propa­gierung des Friedlichen hält nicht immer mit der Tatsächlichkeit Schritt. Wo sind die Grenzen des Religiösen, gerechten Krieges. Siehe: Institut für Diaspora- und Genozidforschung an der Ruhr-Universität Bochum und für den Islamismus der tauhid-Stiftung, Knapp, Ustad Tarik T. Rache für Guanahani. [15.02.1991]. www. newcatch.com/ 2001/strategien/knapp/910215.html.

[4] Gurjew, G.A. Wissenschaftliche Voraussicht – Religiöses Vorurteil. Berlin: Verlag des Ministeriums für na­tio­­nale Verteidigung. 1956. S. 47. „wahrer Glaube“ und Aberglaube, s. ebda. S. 81

[5] Bekehrung anderer mit dem Sendungsbewusstsein, dass man das „bessere“ habe.

[6] Es ist die reale Aneignung von der nach Gesetz zu unterscheiden. Siehe: Eichler, H. Wandlungen des Eigen­tumsbegriffes in der deutschen Rechtsauffassung der Gesetzgebung. Weimar: Böhlau. 1938 und Ernst, Viktor. Die Entstehung des deutschen Grunde9igentums. Stuttgart 1926. – Aalen:Scientia. 1965.

[7] Als Ersatz für das unermessliche Grundeigentum wird ab 1803 staatlich ihr die Kirchensteuer zuerkannt.

[8] Alles auf der Welt fluktuierende Geld kann nicht auf einmal substantiiert werden, eine ständige Inflation ist die Folge. In der Weltgeschichte ist die Umwertung schleichend oder abrupt dokumentiert.

[9] S. französische Revolution. Wolf, Christian. 22.03.2005. ww.goldseiten.de/content/kolumnen/artikel.php? storyid=952&seite=1. Meist ist das zugehörige Rechnungswesen nicht öffentlich.

[10] Wenn alle im hohen Niveau der Industrie-Nationen lebten, wären z.B. die Energievorräte schnell aufgebraucht. Die herrschende Wachstumsideologie als Voraussetzung für Wohlstand hat ihre natürlichen Grenzen

[11] Glowatzki-Mullis, Georg und Marie-Louise. Die Wurzeln des Okkultismus im menschlichen Denken. In: Binder (Hrsg.) Macht und Ohnmacht des Aberglaubens. Pähl: Hohe Warte. 1992. S. 170.

[12] Ganz allgemein, nicht nur in den schulischen Einrichtungen.

[13] Roth, Hermann. Germanen im Kampf, antike Berichte aus der germanischen Frühzeit. München: Albert Lan­gen – Georg Müller. 1939/1943. [Cäsar, Vellius Paterculus, Plutarch, P.C. Tacitus, Appian, Cassius Dio. Pauls Orosius]

[14] Jahrzehnte des Sammelns mit Unterstützung einer kleinen Schar, siehe Zitat „Kriminalgeschichte…“.

[15] Bericht von der Verwüstung der westindischen Länder. Ffm.:Insel. 1966/2006.

[16] Zitiert Knapp, S.2/3. (Rache für Guanahani).

[17] Erdtmann, Jörg-Luwig. Die Feldzüge des Drusus u. Tiberius. Univ. Hamburg. GRIN V 28929. 2004

[18] Römische Vielgötter. In späteren Jahrhunderten als Nicht-Christen, denn die Nichtorthodoxen waren Ketzer.

[19] Odin = Christus, d.h. wenn ein Sieg errungen, dann war das das Verdienst des Gottes!

[20] Bis 754 römischer Papst als Untertan von Byzanz. Auf der Pariser Synode 829 werden Priester, die nicht durch Menschen gerichtet werden dürfen. Deschner, ebda. 4. Band, S. 21, Fußnote 16. Nach 293 ist Trier Kai­ser­­residenz.

[21] Das um 1810 entstandene Lied „Strenger Richter aller Sünder“ ist Ausdruck dieser Grundgesinnung.

[22] Sachsen wie Thüringer Oberbegriff, die Unterschicht ist erst spät, ja erst im 9. Jahrhundert „bekehrt“. Hier sind die Blutgesetze Karl´s zu erwähnen.

[23] Erst Karl wird Gratia Dei rex Francorum.

[24] Sie gründen Eigenkirchen, eine Konkurrenz zu den von den Klöstern genehmigten.

[25] Deschner, 5. Bd. S. 83. Wohl eher die Absicht, das zu tun.

[26] 1802 ist die Mainzer Kirchenprovinz die größte in Deutschland. Das Kloster Fulda hat mehr als 15000 Höfe in weiter Streulage Deutschlands. Das Kloster Hersfeld vergrößert seinen Be­sitz, hauptsächlich im Thüringischen, innerhalb einer Generation von 20 Höfen auf 1097 + 675 Mansen in 195 Ortschaften.

[27] Flucht als Mönch in ein Kloster.

[28] Ein problematisches Kapitel der Weggabe von wahrscheinlich rechtlich nicht gehörigem Land/Vermögen.

[29] Deschner, 5. Bd. S. 109/110, Fußnote 6. Ackerbau = Knechtsarbeit, Deschner, 8. Bd. S. 102, Fußnote 26.

[30] Deschner, 5. Bd. S. 149/150, Fußnote 41.

[31] Die Kirche brauchte Unfreie, daher widersetzte sich dem Gedanken der Freilassung, wobei ohnehin danach die Zinspflicht für diesen blieb.

[32] Offensichtlich bleibt den Bauern nur der von Herrschafts-Ansprüchen verbleibende Rest.

[33] Güterübertragung gegen Versprechen auf Sündenfreiheit etc. Maßgeblich ist im 13. Jahrhundert in Kapellen­dorf/Thüringen der –Burggrafen von Kirchberg zum Frauenkloster, s. Deschner, 8. Band, S.98/99 Fußnote 22. Allerdings muss unerörtert bleiben, ob sich Klöster das selbst zuschreiben und unter welchen Umständen.

[34] Grafen konkurrieren mit den Bischöfen in Rang und Stellung.

[35] Deschner, 6. Band, S. 239. Vergleiche 1074 Friede zu Gerstungen. Deschner, 6. Bd. S. 241, Fußnote 11.

[36] Deschner, 6. Band, S. 283.

[37] 1080 Schlacht bei Hohenmölsen der Könige gegeneinander, Gegenkönig Rudolf stirbt an den Folgen.

[38] Ungeklärt ist im Werra-Bogen das Bauernlegen, das Umwandeln in Guts-Land.

[39] 1247 Heinrich Raspe verpfändet die Würzburger Juden gegen 2300 Mark, Steuergelder fließen an den Würz­burger Bischof.

[40] Nach: Ploetz, Deutsche Geschichte. Freiburg-Würzburg. Ploetz 1996, S. 41, 3. Absatz.

[41] Pfaffenkönig, Der Ludowinger Heinrich Raspe I. wird 1130 gemeuchelt, stirbt 1247. Manchmal macht der König einen Ritt durch die Lande und inspiziert seine Höfe oder Vasallen.

[42] 1194 liegt er mit dem Erzbischof von Mainz wegen des kaiserlichen Kreuzzugserlass in Fehde.

[43] Deschner, 7. Band, S. 71, Fußnote 31.

[44] Anfang des 16. Jahrhunderts. Z.B. durch Herzog Georg von Sachsen. Fugger gründet 1495 eine Niederlassung in Rom. Fugger fängt mit ei­nem Startkapital von 10 Tausend Gulden an, das Gesellschafter-Kapital steigt schnell auf >1,8 Millionen. Das Haus Fugger stellt selbst Bischöfe.

[45] Deschner, 8. Band, S. 29. Hier wird Rudolf Losse, Adeliger aus Eisenach genannt als capellanos papalis.

[46] Es gibt viele Zitate von ihm, vgl. Sendbrief von dem harten Büchlein wider die Bauern.

[47] Deschner, 8. Band, S. 401/403 Fußnote 19.

[48] Die Täufer wenden sich gegen Gottes-Abbilder, gegen die Riten der Kirche. Der eigene persönliche Glaube steht im Mittelpunkt. Sie lehnen Eide ab. Sie bezweifeln die Rechtmäßigkeit mancher Obrigkeiten. Der größte Zulauf – auch im Werra-Bogen-Bereich – erhält diese Gruppe von den „ungebildeten“ Bauern. Siehe: „Täufer“ Microsoft Encarta Online-Enzyklopädie 2006.

[49] Gerade Mitte des 17. Jahrhunderts im Werra-Bogen-Bereich Hexenverfolgung durch die Lutheraner.

[50] Man beachte z.B. die geistlichen Territorien Eichsfeld und Erfurt, die zum Erzbistum Mainz gehören.

[51] Ist bis 1806 Reichsgesetz, dann löst die napoleonische Freiheit diese Regelung ab. Sie ist der Ursprung der eu­ropäischen Verfassung, praktiziert von den Preußen „Jeder mag nach seiner Fasson selig werden“.

[52] S. www.geocities.com... S. 6, Stannard, D. American Holocaust. Oxford: University Press 1992.

[53] 5. Mose, 20.

[54] Brief d. Paulus an die Römer, 13, 1ff.

[55] Heimbucher, Max, Prälat Dr. „Was sollst Du über das Alte Testament wissen? Paderborn: Schöningh. 1937. S. 85

16 von 16 Seiten

Details

Titel
Ein gesellschaftlicher Umbruch der Menschheit
Hochschule
University of Sheffield
Autor
Jahr
2006
Seiten
16
Katalognummer
V110445
Dateigröße
391 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Ist aus einer größeren Arbeit über die Entwicklung der Werra-Bogen-Region entnommen, dort als Anhang 7 deklariert. Diese Arbeit wird nicht im Internet veröffentlicht.
Schlagworte
Umbruch, Menschheit
Arbeit zitieren
Dr.-Ing. Adalbert Rabich (Autor), 2006, Ein gesellschaftlicher Umbruch der Menschheit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/110445

Kommentare

  • Rüdiger Kurth M.A. am 14.11.2006

    Ein gesellschaftlicher Umbruch.

    Meine Bewertung der Arbeit ist deshalb so schlecht, da sie sehr ungenau zitiert bzw. berichtet und undifferenziert argumentiert. Beispiele: "Theodosius" - davon gibt es mehrere - gemeint ist wohl der zweite (?), denn das angegebene Geburtsdatum ist falsch; "Christofor" ist wohl Columbus; eine oberflächliche Argumentation mit den Todeszahlen in Südamerika nach der Entdeckung/Eroberung durch die Spanier ist zwar imposant,

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