"Bram Stokers Dracula
Ein Vergleich zwischen Buch und Film" bearbeitet vor allem folgende Fragen:
Wurde die Handlung im Vergleich zum Buch verändert? Wenn ja, inwieweit wirkt sich das auf die Darstellung des Unheimlichen im Film aus?
Wie wird die Umgebung mithilfe der Kameraarbeit in Szene gesetzt, um eine unheimliche Atmosphäre zu erzeugen? Wie werden die zentralen Figuren von den verschiedenen Schauspielern interpretiert? Wie wirken sich diese unterschiedlichen Interpretationen darauf aus, wie das Unheimliche des Buches vom geschriebenen Wort zum Film „transportiert“ wird?
Inhaltsverzeichnis
EIN VERGLEICH ZWISCHEN DEN FILMEN „DRACULA“ (USA 1931) UND „BRAM STOKERS DRACULA“ (USA 1992)
1. Dracula (USA 1931)
1.1. Inhalt:
1.2 Änderungen an der Buchvorlage
1.3 Wie wird der Film in Szene gesetzt?
1.4 Inwiefern tragen die Darsteller durch ihre Darbietungen zur Darstellung des Unheimlichen bei?
2.: „Bram Stokers Dracula“ von Francis Ford Coppola (USA 1993)
2.1 Inhalt
2.2 Änderungen an der Buchvorlage
2.3 Wie wird der Film in Szene gesetzt?
2.4 Inwiefern tragen die Schauspieler zur unheimlichen Atmosphäre bei?
DIE GRÖSSTEN UNTERSCHIEDE ZWISCHEN BEIDEN FILMEN
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die filmische Umsetzung von Bram Stokers Roman „Dracula“ durch einen Vergleich der Verfilmungen aus den Jahren 1931 und 1992. Dabei liegt der Fokus darauf, wie filmische Mittel und schauspielerische Interpretationen genutzt werden, um das „Unheimliche“ der literarischen Vorlage in ein visuelles Medium zu transformieren, wobei die narrativen Veränderungen zum Buch kritisch hinterfragt werden.
- Historischer Kontext und Legendenbildung um Vlad Tzepes
- Strukturelle Abweichungen der Filmfassungen von der literarischen Vorlage
- Die Rolle der Kameraarbeit und filmischen Inszenierung
- Schauspielerische Interpretation der zentralen Charaktere
- Vergleich der Vermittlung von Unheimlichkeit: Dialog vs. visuelle Symbolik
Auszug aus dem Buch
1.2 Änderungen an der Buchvorlage
Hier muss zunächst einmal angemerkt werden, dass die meisten Änderungen an der Buchvorlage darauf zurückzuführen sind, dass es sich bei diesem Film um keine Verfilmung des Buches von Bram Stoker, sondern um eine des Theaterstückes von Hamilton Deane und John L. Balderston handelt. Es war zwar eine groß angelegte Verfilmung des Romans geplant, allerdings musste man aufgrund der großen Depression etwas zurückstecken, und so begnügte man sich mit einer Verfilmung des Broadwaystückes, mit dem Bela Lugosi als Dracula bereits große Erfolge feierte.
Die größten Veränderungen ergeben sich schon aus den Figurenkonstellationen. Den größten Unterschied macht hier die Figur von Renfield aus. Zunächst einmal ist er es – und nicht Jonathan Harker – den wir auf seiner Reise nach Transsylvanien begleiten. Er nimmt aber, als am Ende von Gewissensbissen geplagter Handlanger Draculas, der versucht, sich gegen seinen Meister zu wehren, und dabei ums Leben kommt, auch in der weiteren Folge ein weitaus wichtigere Rolle ein, als im Buch. Außerdem ergeben sich aus anderen Figurenkonstellationen andere Spannungselemente. So ändert sich Dr. Sewards Motivation den Vampirfürsten zu töten völlig, da die sich in Lebensgefahr befindende Mina hier seine leibliche Tochter ist.
Was mir ebenfalls aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass der sexuelle Aspekt, der im Buch ja durchaus vorhanden ist, hier völlig fehlt. Das ging sogar so weit, dass Universal Studios damals eine Nachricht an Regisseur Tod Browning schickte, mit dem Inhalt, dass die Szene, in der Dracula Renfield attackiert, aufgrund ihres homosexuellen Subtextes nicht gezeigt werden darf. Auch Draculas Dienerinnen werden was das betrifft völlig anders gezeigt, als in anderen Verfilmungen. Im Buch ist die Figur des Grafen die am stärksten sexuell konnotierte Person (das ist eine Tatsache, die es nicht nur bei Dracula, sondern seither auch bei vielen anderen Vampirfilmen und –büchern gibt, spontan fällt mir hierzu John Carpenters „Vampire“ ein).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Dracula (USA 1931): Dieses Kapitel analysiert die Inszenierung und inhaltlichen Anpassungen der Verfilmung von 1931, die primär auf einem Theaterstück basierte und durch eine Stummfilmästhetik geprägt ist.
2.: „Bram Stokers Dracula“ von Francis Ford Coppola (USA 1993): Die Untersuchung dieser modernen Interpretation beleuchtet die engere Bindung an die Buchvorlage sowie die visuelle Opulenz und Symbolik des Werks.
DIE GRÖSSTEN UNTERSCHIEDE ZWISCHEN BEIDEN FILMEN: In diesem Kapitel werden die Divergenzen in der Erzählweise sowie der Bildsprache der beiden Filme gegenübergestellt und bewertet.
Schlüsselwörter
Dracula, Bram Stoker, Vampirfilm, Filmvergleich, Literaturverfilmung, Unheimliches, Tod Browning, Francis Ford Coppola, Bela Lugosi, Gary Oldman, Renfield, Literaturadaption, Horrorfilm, Filmgeschichte, Gothic Novel
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert zwei bekannte Verfilmungen des Dracula-Stoffes aus unterschiedlichen Epochen und untersucht, wie diese den Roman in ein filmisches Format übersetzen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind die filmische Darstellung des Unheimlichen, die Treue zur Romanvorlage und die schauspielerische Interpretation der Dracula-Figur.
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?
Ziel ist es herauszuarbeiten, inwiefern sich die filmische Inszenierung und Charakterentwicklung bei den Verfilmungen von 1931 und 1992 unterscheiden.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Der Autor nutzt eine vergleichende Filmanalyse, gestützt auf literaturwissenschaftliche Hintergründe und filmgeschichtliche Kontexte.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die getrennte Betrachtung der beiden Filme hinsichtlich Inhalt, Abweichungen von der Vorlage und schauspielerischer Leistung, gefolgt von einer vergleichenden Synopse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Charakteristische Begriffe sind Dracula, Literaturverfilmung, Horrorfilm, Filmvergleich und die Analyse des "Unheimlichen".
Wie unterscheidet sich die Rolle von Renfield in beiden Filmen?
Während Renfield im Film von 1931 eine zentrale und stark veränderte Rolle einnimmt, unterscheidet sich seine Präsenz und Bedeutung in Coppolas Fassung durch die Einbettung in das sanatoriale Setting.
Welche Rolle spielt die historische Person Vlad Tzepes für den Autor?
Der Autor führt die historische Gestalt ein, um den Ursprung des Vampirmythos zu verdeutlichen und zu erklären, warum Bram Stoker seinen fiktiven Grafen mit dieser historischen Persönlichkeit verknüpfte.
Warum wird die Verfilmung von 1931 als dialoglastig beschrieben?
Da der Film primär eine Adaption eines Theaterstücks ist, verlässt sich die Inszenierung stärker auf erzählte Dialoge als auf rein visuelle narrative Mittel.
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- Udo Seelhofer (Author), 2006, Bram Stokers Dracula - Ein Vergleich zwischen Buch und Film, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/110944