Zukunftsängste bei Schülern, Studenten und Berufseinsteigern. Ursachen und Präventionsmöglichkeiten


Masterarbeit, 2021

62 Seiten, Note: 2,00


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Zusammenfassung

1 Einleitung

2 Theoretische Grundlagen
2.1 Angst
2.1.1 Biologische Faktoren
2.1.2 Soziale Faktoren
2.1.3 Angst als Nervenkitzel
2.1.4 Angst als Stressreaktion
2.2 Abgrenzung zu Angststörungen
2.2.1 Spezifische Angststörung
2.2.2 Soziale Angststörung
2.2.3 Panikstörung
2.2.4 Agoraphobie
2.2.5 Generalisierte Angststörung
2.3 Zukunftsängste
2.3.1 Zukunftsorientiertes Erleben und Handeln
2.3.2 Die Rolle von Optimismus und Pessimismus in Bezug auf Zukunftsdenken
2.3.3 Psychologie der Unsicherheit
2.3.4 Sorgen und Ängste von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen
2.3.5 Studienlage zur CoronaoSituation

3 Vorbefragung
3.1 Fragebogen
3.2 Stichprobe
3.3 Ergebnisse der Vorbefragung

4 Hypothesen für die Hauptbefragung
4.1 Soziodemografische Variablen
4.2 Persönliche Einflüsse

5 Hauptbefragung
5.1 Fragebogen
5.1.1 Soziodemografische Daten und Zukunftsängste
5.2 Stichprobe
5.3 Statistik
5.4 Ergebnisse der Hauptbefragung
5.4.1 Sorgen und Ängste
5.4.2 Hypothesen
5.4.2.1 Geschlechterunterschied
5.4.2.2 Einkommen und sozioökonomischer Status
5.4.2.3 Wohnort
5.4.2.4 Wohnverhältnisse
5.4.2.5 Diagnostizierte Angststörung
5.4.2.6 Diagnostizierte Depression und aktuelle Stimmung
5.4.2.7 Selbstwirksamkeitserwartung
5.4.2.8 Optimismus
5.4.2.9 Ungewissheitstoleranz

6 Prävention und Unterstützung Betroffener

7 Diskussion

Literatur

Anhang

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 | Persönlicher Optimismus – lange Zeitreihe seit 1991

Abbildung 2 | Das macht mir Angst

Abbildung 3 | t-Test Angstwert, Vorstudie Geschlechtergruppen

Abbildung 4 | t-Test LOT-R, Vorstudie Geschlechtergruppen

Abbildung 5 | t-Test Angstwert, Vorstudie Ost und West

Abbildung 6 | t-Test LOT-R, Vorstudie Ost und West

Abbildung 7 | ANOVA Angstwerte, Vorstudie Wohnort

Abbildung 8 | ANOVA LOT-R, Vorstudie Wohnort

Abbildung 9 | t-Test Angstwerte, Vorstudie Partnerschaft

Abbildung 10 | t-Test LOT-R, Vorstudie Partnerschaft

Abbildung 11 | Korrelation Angstwerte mit LOT-R-Skala

Abbildung 12 | Q-Q-Plot für Angstwerte

Abbildung 13 | Histogramm Angstwerte mit Normalverteilungskurve

Abbildung 14 | T-Test für unabhängige Stichproben für die Variable „Geschlecht"

Abbildung 15 | ANOVA-Tabelle für Faktor Einkommen

Abbildung 16 | Korrelation Angstwerte mit SES

Abbildung 17 | ANOVA-Tabelle für Faktor Wohnort

Abbildung 18 | ANOVA-Tabelle für Faktor Wohnverhältnisse

Abbildung 19 | t-Test für unabh. Stichproben „Angststörung vs. keine Angststörung“

Abbildung 20 | t-Test für unabh. Stichproben „Depression vs. keine Depression"

Abbildung 21 | Korrelation Angstwerte mit Skala für Depressivität im nichtklinischen Kontext

Abbildung 22 | Korrelation ASTS-Werte mit Angstwerten

Abbildung 23 | Q-Q-Plot SWE-Werte

Abbildung 24 | Korrelation SWE-Werte mit Angstwerten

Abbildung 25 | Q-Q-Plot LOT-R-Werte

Abbildung 26 | Korrelation LOT-R-Werte mit Angstwerten

Abbildung 27 | Q-Q-Plot UGTS-Werte

Abbildung 28 | Korrelation UGTS-Werte mit Angstwerten

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1 | Angststörungen im DSM-V (aus: Kring et al. (2019; S. 213)

Tabelle 2 | Demografie der Stichprobe (Vorstudie)

Tabelle 3 | Die Frage lautete: "Davor habe ich Angst bzw. darüber mache ich mir Sorgen, wenn ich an meine Zukunft denke." / *Mittelwert zwischen Geschlechtern unterscheidet sich signifikant auf dem 0,05 Niveau

Tabelle 4 | Durchschnittliche Angstwerte nach Geschlecht

Tabelle 5 | Durchschnittliche Angstwerte nach Region

Tabelle 6 | Durchschnittliche Angstwerte nach Wohnort

Tabelle 7 | Durchschnittliche Angstwerte nach Beziehungsstatus

Tabelle 8 | Demografie der Stichprobe der Hauptstudie

Tabelle 9 | Die Frage lautete: "Davor habe ich Angst bzw. darüber mache ich mir Sorgen, wenn ich an meine Zukunft denke." / *Mittelwert zwischen Geschlechtern unterscheidet sich signifikant auf dem 0,05 Niveau

Tabelle 10 | Korrelationen der verwendeten Skalen / ** Die Korrelation ist auf dem Niveau .01 signifikant

Tabelle 11 | Durchschnittliche Angstwerte nach Geschlecht

Tabelle 12 | Durchschnittliche Angstwerte pro Einkommenskategorie

Tabelle 13 | Durchschnittliche Angstwerte pro Wohnort

Tabelle 14 | Durchschnittliche Angstwerte pro Wohnverhältnisse

Tabelle 15 | Durchschnittliche Angstwerte nach diagnostizierter Angststörung

Tabelle 16 | Durchschnittliche Angstwerte nach diagnostizierter Depression

Zusammenfassung

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Themenkomplex Zukunftsängste bei Schülern, Studenten und Berufseinsteigern. Ziel der Arbeit ist es, Einflussfaktoren für die Entstehung und Aufrechterhaltung von Zukunftsängsten und -sorgen dieser Zielgruppe aufzudecken. Eine Befragung unter Studenten ergab, dass sich diese Gruppe vor allem um die Aspekte Verlust eines geliebten Menschen, Klimawandel, Umweltschutz sowie nicht erfüllte Ziele, Träume und Wünsche am meisten Sorgen macht. Themen, welche sich um die Corona-Pandemie drehen, landeten eher im Mittelfeld der Rangliste. Am wenigsten sorgten sich die Befragten um Themen wie Terroranschläge, Partnerlosigkeit, Krieg, Gewalterfahrung und Kriminalität sowie Zuwanderung. Es wurde eine Angstskala entwickelt um die Ausprägung der Zukunftsängste bei den Befragten zu messen. Folgende Risikofaktoren konnten ermittelt werden, die einen durchschnittlich höheren Angstwert zu begünstigen scheinen: Zugehörigkeit zum weiblichen Geschlecht, Psychische Vorerkrankungen, aktuelle negative Stimmung und Neigung zu depressiver Verstimmung, eher niedrig ausgeprägte optimismuswerte, eine eher niedrige Selbstwirksamkeitserwartung sowie eine vermutlich eher geringe Ungewissheitstoleranz (wobei hier kein signifikanter Zusammenhang aufgedeckt werden konnte).

Abstract

This paper deals with the topic of Fears of the future among schoolchildren, students and young professionals. The aim of the work is to uncover factors influencing the development and maintenance of fears and worries about the future in this target group. A survey among students revealed that this group is most concerned about the aspects of loss of a loved one, climate change, environmental protection, and unfulfilled goals, dreams, and wishes. Topics revolving around the CoVID-19 pandemic tended to land in the middle. Respondents were least concerned about topics such as terrorist attacks, being single, war, experiencing violence and crime, and immigration. An anxiety scale was developed to measure the extent of the respondents' fears about the future. The following risk factors were identified that seem to promote a higher average anxiety level: being of female gender, previous mental illness, current negative mood and tendency to depressive mood, rather low optimism values, rather low self-efficacy expectations and a presumably rather low tolerance of uncertainty (although no significant correlation was found here).

1 Einleitung

Ängste und Sorgen über die eigene Zukunft betreffend kennen kein Alter. Wir alle treffen Entscheidungen mit ungewissem Ausgang oder sind plötzlich mit Situationen konfrontiert, deren Auswirkungen auf unser zukünftiges Leben nicht vorhersehbar sind. Die Zukunft ist die große Unbekannte in unserem Leben, sie ist nicht greifbar und Sorgen über unsere Zukunft werden uns unser ganzes Leben lang immer wieder in verschiedenen Situationen und Lebensabschnitten begleiten.

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich allerdings mit den Zukunftsängsten und -sorgen von jungen Menschen, die sich im derzeitigen Lebensabschnitt besonders mit ihrer beruflichen Zukunft auseinandersetzen müssen. Konkret Schüler in ihren letzten Schuljahren, Auszubildende, Studenten und Absolventen, die gerade den Sprung in den Beruf geschafft haben. Vor allem seit Anfang 2020 befindet sich diese Personengruppe in einer schwierigen Situation, mit denen Generationen der letzten Jahrzehnte nicht zu kämpfen hatten. Mit Stand Mai 2021 befinden sich Deutschland und die restliche Welt seit eineinhalb Jahren in einer Pandemie, die das Leben der Menschen einschränkt und täglich beeinflusst. Schüler sind abwechselnd in der Schule und dann wieder über Wochen oder Monate zuhause. Gerade zu Beginn der Pandemie war der Start für viele Auszubildende schwierig, da Ausbildungen kurzfristig abgesagt oder der Start verschoben wurde (Zagar, Friese & Ziesing, 2020). Schüler und Studenten machen sich Sorgen über ihren durch die Pandemie erschwerten Einstieg in den Beruf (Anger & Sandner, 2020). Dazu kommen auch die sozialen und gesundheitlichen Folgen der Pandemie. Viele Ärzte berichten über ungewöhnliche Häufungen von Depressionen und Angststörungen unter Schülern und Studenten (Anger & Sandner, 2020).

Aber auch schon vor der Pandemie gab es Hinweise darauf, welche Sorgen und Ängste die Zukunft betreffend die heutige Jugend mit sich trägt. Im Jahr 2019 erlebte die Klimaschutzbewegung Fridays for Future einen massiven Aufschwung, Schüler gingen für besseren Klimaschutz auf die Straße und beherrschten damit das Hauptthema in den meisten Medien. Aber auch Themen, welche die berufliche Zukunft betreffen spielten schon immer eine Rolle.

Auf der anderen Seite ist das Thema Zukunftsängste- und sorgen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen nur wenig erforscht. Eine Definition des Wortes „Zukunftsangst“ in der Fachliteratur oder in gängigen wissenschaftlichen Journals kaum zu finden. Zwar gab es bereits in den 80er Jahren Untersuchungen zu Zukunftsängsten bei Kindern und Jugendlichen, damals waren die Themen aber noch andere als heute wie zum Beispiel die Angst vor den Folgen der Atomkraft oder der Kalte Krieg (vgl. Schmitz-Peick, 1993).

Mit dieser Arbeit möchte ich daher den Ursachen und den Faktoren, die Zukunftsängste begünstigen auf den Grund gehen. Hierbei soll der Fokus nicht nur auf den beruflichen Sorgen und Ängsten liegen, sondern auch weitere Lebenssituationen berücksichtigen. Im ersten Schritt soll sich dem Themenkomplex Ängste und Zukunftsangst theoretisch angenähert werden. Im zweiten Schritt sollen die Faktoren, welche die Entwicklung von Zukunftsängsten beeinflussen können identifiziert werden. Hierzu wurden zwei Befragungen durchgeführt. Eine Vorbefragung, um mögliche Zukunftsängste zu identifizieren und die Hauptstudie, mit der auf mögliche Faktoren zur Entstehung eingegangen wird. Ziel der Arbeit ist es Faktoren zu finden, die Einfluss auf die Entstehung von Zukunftsängsten und -sorgen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen haben.

2 Theoretische Grundlagen

Dieser Abschnitt soll einen Überblick über die Themenkomplexe der vorliegenden Arbeit geben. Dazu wird zunächst auf die Angst als normale Emotion des Menschen eingegangen. Im Anschluss daran soll Angst von klinischen Angststörungen abgegrenzt werden. Zum Schluss soll der Begriff der Zukunftsangst definiert werden.

2.1 Angst

Um sich dem Begriff der Zukunftsangst anzunähern, soll im Folgenden ein kurzer Überblick über die Grundlagen der Angst gegeben werden. Dazu wird zunächst auf die biologischen und sozialen Faktoren der Angst eingegangen. Der letzte Teil dieses Unterkapitels gibt einen groben Überblick auf den Themenkomplex der Angststörungen.

2.1.1 Biologische Faktoren

Angst ist ein menschlicher Gefühlszustand, der in der Regel als Reaktion auf bedrohliche, ungewisse oder unkontrollierbar beurteilte Ereignisse und Situationen auftritt (Morschitzky, 2004). Dieser Gefühlszustand veranlasst den Menschen sich so zu verhalten, dass Gefahren überwunden oder vermieden werden können. Angst ist daher, wie Fieber oder Schmerzen, ein biologisch festgelegtes Alarmsignal, denn ohne die Fähigkeit zur Schutzreaktion wäre der Mensch auf Dauer schutzlos und dem Tode geweiht. Vom Begriff der Angst abzugrenzen ist der Begriff der Furcht, die eine Reaktion auf eine unmittelbare Gefahr darstellt (Kring, Johnson & Hautzinger, 2019). Man unterscheidet in der Psychologie den Aspekt der „Unmittelbarkeit“ bei Furcht und der „Antizipation“ bei Angst: Man fürchtet sich vor einer direkten Bedrohung (zum Beispiel ein plötzlich auftretender Bär) und man ängstigt sich vor einer künftigen Bedrohung (zum Beispiel vor dem Nichtbestehen einer wichtigen Klausur). Furcht löst eine „Kampf-oder-Flucht“oReaktion durch eine schnelle Veränderung des sympathischen Nervensystems aus und macht den Körper bereit zur Flucht oder zum Kampf (Kring et al., 2019). Angst hingegen macht auf künftige Gefahren aufmerksam. Der Mensch kann sich dadurch besser vorbereiten, Angst erhöht die Wachsamkeit und dadurch die Chance auf zukünftige Probleme besser reagieren zu können.

2.1.2 Soziale Faktoren

Neben der biologischen Komponente sind Angstreaktionen auch sozial vermittelt und kulturell geformt (Morschitzky, 2004). So greifen in verschiedenen Kulturen bestimmte Angststereotype wie zum Beispiel, dass Männer keine Angst zeigen dürfen, ohne ihr Gesicht zu verlieren. Frauen dürfen in den meisten dieser kulturellen Stereotypen ängstlich sein. Darüber hinaus hat Angst auch eine existenzielle Dimension (Morschitzky, 2004). So drückt die Angst etwas zu verlieren aus, was einer Person wichtig ist (zum Beispiel Angehörige, Beruf, materielle Werte etc.)

Im Kindes- und Jugendalter sind Ängste und Sorgen allgemeine Phänomene (Weiler & Blanz, 2002). Dabei zeigen jüngere Kinder mehr Ängste als Ältere und Mädchen mehr als Jungen. Mit zunehmendem Alter verändern sich die Ängste. Haben jüngere Kinder zum Beispiel eher Angst im Dunkeln oder fürchten sich davor, dass Familienmitgliedern etwas zustoßen könnte, spielen im späteren Verlauf der Kindheit und Jugend eher Versagensängste in der Schule, somatische Beschwerden und Sorgen bezügliche sozialer Kontakte, Sorgen um die Gesundheit bis hin zum Tod eine gewichtigere Rolle.

Neben den oben erwähnten kulturellen Komponenten spielen auch der Erziehungsstil, das elterliche Verhalten und kritische Lebensereignisse eine Rolle (Weiler & Blanz, 2002). So ist vorgelebtes ängstliches Verhalten prägender als typische Erziehungsstile. So verstärken ängstliche Eltern das ängstliche Verhalten ihrer Kinder, da sie dem ängstlichen Verhalten der Kinder verständnisvoller gegenüberstehen und somit selbstsicheres Verhalten kaum verstärken (Weiler & Blanz, 2002). Solche Kinder entwickeln im Laufe ihres Lebens häufiger Angststörungen als andere Kinder.

2.1.3 Angst als Nervenkitzel

Angst muss allerdings nicht immer ein unangenehmes Gefühl hervorrufen, sie kann auch „Ausdruck einer lustvollen Anspannung sein“ (Morschitzky, 2004; S. 10). Horrorfilme und andere gruselige Medien, Kriminalromane oder gefährliche Sportarten wie zum Beispiel Bungeejumping sind Beispiele für dieses Phänomen. Schon Kinder haben Freude daran, gruselige Märchengeschichten erzählt zu bekommen und lernen dadurch, mit ihren Ängsten besser umzugehen. Wenn auf bewusst gesuchte Angstspannungen eine Angstlösung folgt, so wird dies als angenehm erlebt. Viele Menschen entwickeln so eine Lust am Risiko und der Gefahr auf ihrer Suche nach Nervenkitzel und Erregung. Dies kann durchaus eine positive Wirkung auf den Menschen haben: Durch die Fähigkeit und Erfahrung, Gefahren kontrollieren zu können, verliert die Angst ihren Schrecken. Dies kann dabei helfen andere große Ängste zu überwinden (Morschitzky, 2004).

2.1.4 Angst als Stressreaktion

Phasen großer körperlicher oder seelischer Belastung macht jeder Mensch in seinem Leben durch. Der Körper reagiert auf Stressbelastungen oft mit körperlichen Symptomen wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Problemen, Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen, Atembeschwerden, Schlafstörungen und weiteren Symptomen. Auch Angstzustände können ein Signal des Organismus auf aktuelle Belastungen sein (Morschitzky, 2004). Panikattacken aus heiterem Himmel können die Folge sein.

2.2 Abgrenzung zu Angststörungen

Während Angst ein evolutionär wichtiger Gefühlszustand ist, kann das System Angst aber auch bei einigen Menschen versagen: die Person fürchtet sich ohne erkennbaren Anlass (Kring et al., 2019). Nach Morschitzky (2004, S. 19) sind Angststörungen als Beeinträchtigung des Lebens im Sinne einer Krankheit dann gegeben, wenn die Ängste

- Ohne jede reale Bedrohung auftreten,
- Lange andauernd sind,
- Auch nach Beseitigung einer realen Bedrohung andauern,
- Unangemessen stark und zu häufig auftreten,
- Mit unangenehmen körperlichen Symptomen verbunden sind,
- Mit einem Verlust der Kontrolle über Auftreten und Andauern verbunden sind,
- Wenn keine Bewältigungsstrategien verfügbar sind,
- Ausgeprägte Erwartungsängste zur Folge haben,
- Keine Erklärungskonzepte zur Beruhigung vorhanden sind,
- Zur Vermeidung der Angst machenden, objektiv ungefährlichen Situationen führen,
- Unterlassungen wichtiger Aktivitäten zur Folge haben,
- Lebenseinschränkungen (vor allem soziale und berufliche Behinderung bewirken,
- Sehr belasten und starkes Leiden verursachen.

Die Tabelle 1 gibt einen groben Überblick über die verschiedenen Angststörungen im DSM-V.

Tabelle 1 | Angststörungen im DSM-V (aus: Kring et al. (2019; S. 213).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Angststörungen gehören mit einer Lebenszeit-Prävalenz von rund 30 Prozent zu den häufigsten psychischen Störungen. (Caspar, Pjanic & Westermann, 2018). Risikofaktoren für die Entwicklung einer Angststörung können biologischer, psychischer und sozialer Natur sein (Weiler & Blanz, 2002). So treten Angststörungen häufig familiär gehäuft auf. Zwillingsstudien zeigen eine höhere Übereinstimmung bei monozygoten Zwillingen als bei dizygoten Zwillingen. Im Bezug auf das Temperament steht insbesondere die Verhaltenshemmung im Mittelpunkt des Interesses. Hiermit ist eine ungewöhnliche Scheu und Furcht sowie Rückzugsverhalten in unbekannten Situationen gemeint. Wie in Abschnitt 2.1.2 erwähnt spielen aber auch Erziehungsstile und Modellverhalten der Eltern beziehungsweise Bezugspersonen eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Angststörungen.

Einhergehend mit Angststörungen sind häufig auch affektive Störungen wie die Depression (Berking & Rief, 2012). Menschen mit Depression leiden häufig auch an spezifischen Angststörungen sowie an Ängsten und -sorgen die eigene Zukunft betreffend. Depressionen sind affektive Störungen, für die das Vorliegen von depressiven Symptomen bei Abwesenheit von (hypo-)manischen Symptomen charakteristisch ist (Berking & Rief, 2012). Neben der depressiven Stimmung, Freudlosigkeit und Desinteressen gehören zu den weiteren Symptomen verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit, vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen, aber auch Gefühle der Schuld und Wertlosigkeit sowie eine negative und pessimistische Zukunftsperspektive (Berking & Rief, 2012).

2.2.1 Spezifische Angststörung

Unter einer spezifischen Phobie versteht man eine unangemessene oder unbegründete Angst, die durch das Vorhandensein oder die Erwartung von klar erkennbaren, eng umschriebenen Objekten oder Situationen ausgelöst wird (Morschitzky, 2004). Die Konfrontation mit dem Angstreiz bewirkt eine Angstreaktion bis hin zu situationsgebundenen oder situationsbegünstigten Panikattacken. Phobische Situationen oder Reize werden von den Betroffenen meist gemieden oder können nur unter starker Angst ertragen werden.

Spezifische Phobien gehören mit einer Lebenszeitprävalenz von 11,3 Prozent zu den häufigsten Phobien (Morschitzky, 2004), wobei Frauen mehr als doppelt so oft wie Männer darunter leiden.

2.2.2 Soziale Angststörung

„Eine soziale Phobie ist eine starke andauernde Angst vor sozialen, beruflichen oder sonstigen Leistungsanforderungen in Gegenwart anderer Menschen, die eine kritische Bewertung abgeben könnten“ (Morschitzky, 2004; S. 81). Die soziale Situation wird mit großer Angst erlebt oder erwartet. Die betroffenen Personen befürchten Ablehnung oder Blamage. Häufig tendieren Betroffene zur Vermeidung sozialer Kontakte. (Morschitzky, 2004). Die angstauslösenden Situationen werden vermieden oder nur unter dem Einsatz von sogenanntem Sicherheitsverhalten durchstanden (Berking & Rief, 2012). Durch Sicherheitsverhalten wird versucht, Angst oder Angstsymptome in sozialen Situationen zu minimieren oder zu verbergen. Dieses Verhalten ist jedoch auf Dauer dysfunktional, da es die Aufmerksamkeit noch stärker auf die Angstsymptome lenken. Damit trägt Sicherheitsverhalten eher zur Aufrechterhaltung der Angst bei (Berking & Rief, 2012). Beispiele für Sicherheitsverhalten stellen zum Beispiel das Tragen bestimmter Kleidung dar, um Schweißflecken oder Rotwerden zu verbergen oder auch das trinken von Alkohol um „lockerer“ zu werden (Berking & Rief, 2012).

Etwas zwei bis acht Prozent aller Menschen entwickeln im Laufe eines Jahres eine soziale Angststörung. Meist tritt die Störung im Jugendalter zum ersten Mal auf (Berking & Rief, 2012).

2.2.3 Panikstörung

Unter einer Panikstörung versteht man das wiederholte und unerwartete Auftreten von Panikattacken (Morschitzky, 2004). Dabei müssen die Panikattacken innerhalb eines Monats mehrmals spontan auftreten, und sich nicht auf eine spezifische Situation zurückführen lassen. Panikattacken sind plötzlich und nicht vorhersehbare Zustände starker Furcht, die von intensiven physiologischen Reaktionen (Herzklopfen, Schwindel, Atemnot etc.) und kognitiven Symptomen (Angst, die Kontrolle zu verlieren oder zu sterben) begleitet werden (Berking & Rief, 2012). Etwa 15 Prozent der Bevölkerung leiden im Laufe ihres Lebens unter gelegentlichen Panikattacken (Morschitzky, 2004). Davon etwa ein bis vier Prozent unter einer Panikstörung. Zwar können auch schon Kinder und Jugendliche unter Panikstörungen leiden, meist beginnen die Symptome aber nach Abschluss der Pubertät (Morschitzky, 2004). Häufig geht die Panikstörung mit einer Agoraphobie einher.

2.2.4 Agoraphobie

Betroffene, die unter einer Agoraphobie (v. griech. „agora“: Marktplatz, Versammlungsplatz) fürchten und vermeiden Orte und Situationen von denen eine Flucht nur schwer möglich ist (Berking & Rief, 2012). Diese Orte können öffentliche Plätze, Verkehrsmittel, Menschenmengen oder zum Beispiel Einkaufszentren sein. Es besteht die Annahme, dass agoraphobische Ängste das Resultat vorangegangener Panikattacken sein können. Aus Furcht vor einer erneuten Panikattacke werden zukünftig solche Situationen gemieden, die mit der erlebten Panikattacke in Verbindung gebracht werden (Berking & Rief, 2012). Bei starker Ausprägung verlassen die betroffenen Personen ihre Wohnung nicht mehr. Agoraphobiker wenden häufig eine Reihe von Tricks an, die umstehenden Personen gar nicht auffallen, um ihr Leben bewältigen zu können. So kann die Störung oft jahrelang verborgen werden (Morschitzky, 2004). Die Lebenszeitprävalenz liegt bei fast sechs Prozent (Morschitzky, 2004).

2.2.5 Generalisierte Angststörung

Betroffene, die unter einer generalisierten Angststörung leiden, klagen über ausgeprägte und anhaltende Sorgen und Ängste oder deren körperlichen Manifestationen (Berking & Rief, 2012). Diese Sorgen und ängstlichen Erwartungen können sich dabei auf viele Lebensumstände beziehen, wie zum Beispiel Sorgen um den Job, Sorgen um die Familie oder die eigene Situation (Morschitzky, 2004). In der Regel werden die Sorgen als übertrieben und unkontrollierbar erlebt (Berking & Rief, 2012). Nach dem ICD-10 beziehen sich die Sorgen in der Regel auf Ängste über zukünftiges Unglück oder Vorahnungen (zum Beispiel dass ein Angehöriger demnächst erkrankt oder verunglückt) sowie unbegründete Geldsorgen und übertriebene Sorgen über die Leistungsfähigkeit in der Schule oder im Beruf (Morschitzky, 2004). Meist kommt es dann zu körperlichen Spannungen wie körperliche Unruhe, Muskelanspannung und die Unfähigkeit sich zu entspannen sowie zu vegetativer Überregbarkeit: Schwindel, Atemnot, Herz-Kreislauf-Probleme, Magen-Darm-Beschwerden oder Schlafprobleme (Morschitzky, 2004). Die Lebenszeitprävalenz liegt bei ca. fünf Prozent (Berking & Rief, 2012).

Am besten lassen sich Ängste und sorgen über die eigene Zukunft (sobald sie ein gewisses klinisches Muster aufweisen) der generalisierten Angststörung zuordnen. Gefährlich wird es dann, wenn sich die Gedanken der Betroffenen unkontrolliert nur noch um die konkreten Ängste oder Sorgen kreisen, bis hin zu körperlichen Symptomen der Panikattacke (Morschitzky, 2004). Eine deutliche Beeinträchtigung des Lebens ist dann gegeben, wenn die Ängste oder Sorgen in den letzten sechs Monaten an der Mehrzahl der Tage aufgetreten ist sowie bei einer erheblichen Beeinträchtigung der beruflichen und sozialen Funktionsfähigkeit. Menschen mit dieser Störung unterscheiden sich von gesunden Personen nicht bezüglich der Inhalte, über die sie sich sorgen, sondern hinsichtlich der Zeit, die sie über das Grübeln dieser Sorgen verbringen (Morschitzky, 2004). Daher leiden nicht alle Menschen an einer generalisierten Angststörung, sobald sie sich Sorgen über ihre Zukunft machen. Meist ist es nur ein kurzer Zeitabschnitt, in dem Menschen vermehrt über ihre Zukunft nachdenken und sich sorgen oder ängstigen (Mai, 2021).

2.3 Zukunftsängste

Zukunftsangst zu definieren ist nicht einfach. Konkrete Definitionen finden sich in der einschlägigen Literatur kaum, auch gibt es nur wenige Bücher und Aufsätze die sich mit dem Thema im Kindes- und Jugendalter beschäftigen. Meist findet man Abhandlungen über Zukunftsängste bei Kindern und Jugendlichen in Bezug auf Umweltkatastrophen und Atomkraft in den Achtziger und Neunziger Jahren (vgl. Schmitz-Peick, 1993). Hierbei scheint der Begriff der Zukunft bei Kindern und Jugendlichen eher negative Assoziationen hervorzurufen, während der Begriff von Erwachsenen eher neutral verwendet wird (Loewenfeld, 1993). In einer Reihe von sogenannten „Zukunftswerkstätten“ assoziierten Kinder und Jugendliche beim Gedanken an „die Zukunft“ Begriffe wie Kälte, Dunkelheit und Farblosigkeit sowie eine den Menschen beherrschende Computerwelt. Auch Sorgen über Umweltprobleme und Verseuchungen wurden von einer deutlichen Mehrheit verlautbart (Loewenfeld, 1993). Äußerungen von Jugendlichen, die sich auf das Jahr 2020 bezogen zeigten, dass mit dem Begriff „Zukunft“ vor allem Alter und Tod assoziiert wurden.

Das Dorsch Lexikon der Psychologie (Wirtz, 2013; S. 1.706) beschreibt Zukunftserleben als „ […] alle kognitiven, konativen und affektiven Momente die auf Kommendes oder Zukünftiges gerichtet sind. Dazu gehören alle prospektiven und propulsiven Erlebnisformen wie Zielstrebigkeit, Hoffnung, Mut, Zuversicht, Unsicherheit, Furcht, Angst u.a. “ Das Nachdenken über die Zukunft ist ein wesentlicher Bestandteil des Menschseins. Zukunftsdenken ist die Fähigkeit, zukünftige Ereignisse, an denen das Selbst beteiligt sein wird, mental vorzuleben (Atance, 2015). Es ist somit die Voraussetzung für Planung und Handeln.

Zukunftsangst bezieht sich somit auf zukünftige Situationen oder Umstände, die beim Individuum beim Gedanken an diese Situationen zu Angst oder übermäßigen Sorgen führen (Eigene Definition) .

Sie ist die Angst vor dem, was in einem bestimmten Zeitraum (Wochen, Monate, Jahre etc.) passieren könnte (Mai, 2021). Die Angst vor der Zukunft kann sich hier aus verschiedenen Komponenten zusammensetzen wie zum Beispiel der Angst vor Veränderungen, der Angst vor Ungewissheit, der Angst davor, wie sich die eigenen Entscheidungen entwickeln oder die Angst vor einem Worst-Case-Szenario (Mai, 2021).

Welche Komponenten Zukunftsdenken und damit auch Zukunftsängste beeinflussen, soll im Folgenden dargestellt werden. Wie im Abschnitt 2.2 ff erläutert, können Ängste und Sorgen über die Zukunft mit Phobien oder einzelnen Symptomen dieser Phobien (vor allem der generalisierten Angststörung) einhergehen. Dazu gehören nach Mai (2021) zum Beispiel Angst und Panik, Gefühle der Hilflosigkeit, Pessimistische Sicht auf die Dinge, Schlafprobleme, stundenlanges Grübeln oder ständige Angespanntheit sowie Vermeidungsverhalten (indem man nicht über die Zukunft spricht). Im schlimmsten Fall führt Zukunftsangst zu weiteren ernsthaften Erkrankungen wie Depressionen.

2.3.1 Zukunftsorientiertes Erleben und Handeln

Etwas, was den Menschen ausmacht, ist die Fähigkeit über die eigene Zukunft nachzudenken. Für ein gesundes und erfülltes Leben ist diese Fähigkeit sogar Überlebensnotwendig, weil sie die Handlungsfähigkeit in Bezug auf zukünftige Ereignisse sicherstellt (Moffet, Moll & FitzGibbon, 2018). Bereits im Alter zwischen zweieinhalb und vier Jahren lernen Kinder das Wort „morgen“ mit beachtlicher Genauigkeit, um wahrscheinliche zukünftige Ereignisse zu antizipieren (Moffet, Moll & FitzGibbon, 2018). Wie wir über unsere Zukunft denken, beeinflusst unsere zukünftige Leistung. Studien konnten zeigen, dass optimistisches Denken über die Zukunft die Motivation und erfolgreiche Leistung fördert, während pessimistisches Denken über die Zukunft diese dämpft (Oettingen & Mayer, 2002).

Erwartungen und Leistungen sind reziprok bestimmt: Hohe Leistungserwartungen führen zu starker Leistung und starke Leistung führt zu hohen Erfolgserwartungen (Oettingen & Mayer, 2002). Erwartungen sind durch vergangene Erfahrungen geprägt und repräsentieren die Leistungsgeschichte einer Person. Alternative Formen des positiven Denkens über die Zukunft, die weniger auf vergangenen Erfahrungen beruhen (und somit weniger durch die Leistungshistorie einer Person bestimmt sind), scheinen weniger vorteilhaft für anstrengendes Handeln, Leistung und Wohlbefinden zu sein (Oettingen & Mayer, 2002). So sind zum Beispiel Wunschdenken oder andere vermeidende Bewältigungsstile mit geringerer Anstrengung, Leistung und Wohlbefinden verbunden, verglichen mit planenden und konfrontativen Bewältigungsstilen. Wunschdenken über zukünftige Stressoren ist mit Neurotizismus, Traurigkeit und Ärger verbunden und behindert eher die Bewältigung bevorstehender Probleme.

Mehrere Studien legen nahe, dass zwischen zwei Formen des Zukunftsdenkens unterschieden werden sollte: Erwartungen über die Zukunft und Fantasien über die Zukunft (Oettingen & Mayer, 2002). Positive Erwartungen bilden die Wahrscheinlichkeit zukünftiger Ereignisse ab, wohingegen positive Fantasien zukünftige Ereignisse unabhängig der vergangenen Leistung und deren Wahrscheinlichkeit beschönigen. Positive Fantasien lassen Personen dazu verleiten, die gewünschte Zukunft im Hier und Jetzt mental zu genießen und erzeugen damit wenig Motivation, die gewünschte Zukunft in der Realität umzusetzen. Da positive Fantasien die Notwendigkeit des Handelns zur Erreichung der gewünschten Zukunft verbergen, verhindern sie schließlich, dass sich eine Person auf kommende Hindernisse vorbereitet (Oettingen, 1996). In einer Studie von Oettingen & Mayer (2002) wurden Studenten im letzten Jahr ihres Studiums darum gebeten, die Wahrscheinlichkeit einzuschätzen, einen adäquaten Job zu bekommen. Dazu mussten sie positive und negative Gedanken und Bilder reproduzieren und anschließend angeben, wie oft sie in der letzten Zeit solche negativen und positiven Gedanken und Bilder gehabt hatten. Zwei Jahre später wurde der tatsächliche Erfolg anhand der Jobangebote und des Gehalts der Teilnehmer gemessen. Die Ergebnisse zeigten, dass Teilnehmer mit positiven Erwartungen im Vergleich mehr Jobangebote erhalten hatten und höhere Gehälter bezogen als die Teilnehmer die häufiger über positive Bilder (d.h. Fantasien) berichtet hatten. Teilnehmer, die häufiger über positive Fantasien berichteten, verschickten im Vergleich weniger Bewerbungen, erhielten daher weniger Jobangebote und verdienten letztlich weniger Geld.

2.3.2 Die Rolle von Optimismus und Pessimismus in Bezug auf Zukunftsdenken

Optimistische und pessimistische Einstellungen wirken sich direkt auf die Leistung, Gesundheit und das Wohlbefinden eines Menschen aus (Bates, 2015). Optimistische und pessimistische Einstellungen werden typischerweise beurteilt, indem man Menschen darüber befragt, ob sie für die Zukunft positive oder negative Ergebnisse erwarten (Bates, 2015). Eines der meist eingesetzten Messinstrumente hierfür ist der Revised Life Orientation Test von Scheier, Carver & Bridges (1994). Eine deutsche Ausgabe des LOT-R liegt ebenfalls vor (Glaesmer, Hoyer, Klotsche & Herzberg, 2008). Optimistische Werte auf dieser Skala sagen bessere Ergebnisse in Beziehungen, einen höheren sozialen Status und einen geringeren Wohlstandsverlust nach Widrigkeiten voraus (Bates, 2015). Dagegen werden gesundheitsschädigende Verhaltensweisen und sogar Depressionen mit Pessimismus assoziiert (Bates, 2015).

Wie sieht es in Bezug auf Optimismus bei Jugendlichen aus? Hier gibt die Shell Jugendstudie 2019 tiefe Einblicke (Leven, Quenzel & Hurrelmann, 2019). Abbildung 1 zeigt, dass der Optimismus bei Jugendlichen in den letzten Jahren eher gestiegen ist. Trotz vielfältiger Sorgen und Ängste bezüglich politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlichen Krisen blickt die Mehrheit optimistisch in die Zukunft. Auch der Unterschied zwischen Ost und West scheint relativ gering. Zwar gab es 2019 einen kleinen Rückgang, den erklären die Autoren aber mit dem Aufkommen der Umweltbewegung um Fridays for Future (Leven, Quenzel & Hurrelmann, 2019). Einen deutlicheren Unterschied findet man bezüglich der angestrebten oder bisher erreichten Bildungsabschlüsse. Studenten und Gymnasiasten sind deutlich zuversichtlicher (66 und 64 Prozent) als Auszubildende (57 Prozent) und Nicht-Gymnasiasten (50 Prozent). Jugendliche mit erreichtem oder angestrebten Hauptschulabschluss schauen sogar nur mit 44 Prozent optimistisch auf die eigene Zukunft. Man muss hier aber beachten, dass sich die Daten auf die Zeit vor der Corona-Krise beziehen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 | Daten entnommen aus: Leven, Quenzel & Hurrelmann (2019; S. 182).

2.3.3 Psychologie der Unsicherheit

Wer sich mit der Planung seiner Zukunft beschäftigt, erlebt Unsicherheit. Was in der Zukunft passiert, ist ungewiss. Prinzipiell lassen sich zwei Bedeutungsvarianten von Unsicherheit unterscheiden (Lantermann, Döring-Seipel, Eierdanz & Gerhold, 2009). Die erste Unsicherheit kann im Sinne von Gefahr und Bedrohung beschrieben werden, die zweite bezieht sich auf Zustände des „Nicht-Genau-Wissens“ und kann präziser als Ungewissheit gekennzeichnet werden. In der Regel wollen Menschen beide Arten der Unsicherheit vermeiden oder reduzieren. Ungewissheit gefährdet die individuelle Handlungs- und Funktionsfähigkeit, die wiederum eng mit der Kontrollierbarkeit und Vorhersagbarkeit von Situationen verknüpft ist (Lantermann et al., 2009). Der Mensch benötigt ein gewisses Maß an Überschaubarkeit, Vorhersehbarkeit und Stabilität der Umwelt um sich mit den Anforderungen des Lebens erfolgreich auseinandersetzen zu können. Dazu muss er wissen, mit welcher Situation er es zu tun hat, was als nächstes zu erwarten ist und was man mit welchen Konsequenzen tun könnte. Wenn diese Form der Kohärenz und Ordnung der Umwelt fehlt, ist man den Ereignissen hilflos ausgeliefert. Untersuchungen belegen, dass Probanden, die mit unvorhersagbaren und unkontrollierbaren Ereignissen konfrontiert wurden, darauf mit depressiven Gefühlen, Lerndefiziten, Motivationsverlusten und Resignation reagierten. Umgekehrt konnte die schützende und stabilisierende Wirkung von Kontrollerfahrungen in Studien nachgewiesen werden, die sich mit der Bedeutung des Kohärenzgefühls für die Bewältigung von belastenden Erlebnissen befassten (Lantermann et al., 2009).

Eng verknüpft mit der Unsicherheit ist das Konzept der Ambiguität, also die Mehr- oder Vieldeutigkeit (Spitzer, 2019). Die Beschäftigung mit der näheren Beziehung zwischen Ambiguität und Ungewissheit hat in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen, vor allem entlang der beiden Begriffe Ambiguitätstoleranz und Ungewissheitstoleranz. Die Forschung dazu geht vor allem auf Frenkel-Brunswik im Jahre 1949 zurück, die beobachtete, dass sich Menschen im Umgang mit mehrdeutigen Situationen systematisch unterscheiden (Dalbert, 1999). Ausgangspunkt der beiden Konzepte ist die Grundannahme, dass die Welt nur so vor Uneindeutigkeiten und Ambiguitäten strotzt und diese somit nie vollständig vermieden werden können. Daher geht es eher um eine „Zähmung“ der Ambiguität, weniger um ihre komplette Liquidierung (Spitzer, 2019).

Unter einer angemessenen Ambiguitätstoleranz versteht man „ die Fähigkeit, Mehrdeutigkeiten, unlösbare Widersprüche und Ungewissheiten recht gut auszuhalten “ (Spitzer, 2019; S. 48), wo hingegen bei einer Intoleranz gegenüber Ambiguität die Betroffenen die mehrdeutige Situationen als Bedrohung ansehen. Beim Begriff der Ungewissheit kommt noch die Unbestimmtheit vor dem, was noch kommt dazu. Die hohe Korrelation der beiden Konzepte deutet darauf hin, dass Menschen, die sich mit einer unklaren Zukunft unbehaglich fühlen, für gewöhnlich auch Unbestimmtheiten in der Gegenwart als störend empfinden (Spitzer, 2019). Eine hohe Ausprägung in Ungewissheitstoleranz gilt als bedeutsame Ressource, die bei Belastungen als kognitiver Puffer funktioniert und vor realitätsunangemessenen Reaktionsweisen schützt (Lautermann et al., 2009).

Zwar bergen Unsicherheitssituationen einerseits Risken der Gefährdung, sie bieten aber auch gleichzeitig Chancen auf Erweiterung der Handlungs- und Funktionsfähigkeit durch den Erwerb von neuem Wissen und Kompetenzen (Lautermann et al., 2009). Daher muss der Umgang mit Unsicherheit nicht zwangsläufig durch negative Emotionen geprägt sein.

In unserer Gesellschaft sind nicht alle Schichten in gleicher Weise Ungewissheiten ausgeliefert (Spitzer, 2019). Je privilegierter die soziale Lage, desto planbarer ist die Zukunft. In prekären Lebenslagen dagegen kommen die vielfältigsten Ungewissheiten zusammen: die finanzielle Lage, soziale Kontakte, prekäre Beschäftigungsverhältnisse wie zum Beispiel Zeitarbeitsverträge etc. Zunehmende Ungewissheit bleibt nicht ohne Auswirkungen (Spitzer, 2019). So führen Ungewissheit und Unsicherheit bzgl. des Arbeitsplatzes zu vergleichbaren gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie der reale Verlust des Arbeitsplatzes. Eine geringe Ungewissheitstoleranz kann zu Angststörungen wie der Generalisierten Angststörung oder zu affektiven Störungen wie Depressionen führen (Spitzer, 2019). Ungewissheitstoleranz ist somit auch ein relevanter transdiagnostischer Faktor bei der Entstehung und Aufrechterhaltung psychischer Probleme.

2.3.4 Sorgen und Ängste von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen

Welche Sorgen im Hinblick auf die Zukunft Menschen gerade bewegt, ist immer abhängig von der Zeit in der sie leben. Geschehnisse, Katastrophen und gesellschaftliche Faktoren beeinflussen unser Zukunftsdenken. In den späten 1980er Jahren und frühen 1990er Jahren waren zum Beispiel die Ereignisse um das Reaktorunglück in Tschernobyl den meisten noch präsent. Entsprechend stieg die Furcht vor Katastrophen im Zusammenhang mit Atomkraftwerken. Das zeigen auch Aufzeichnungen von Kindern aus dieser Zeit (Meinerzhagen, 1988).

Einen guten Überblick was Kinder und Jugendliche bewegt, gibt jedes Jahr die Shell-Jugendstudie (Albert, Hurrelmann & Quenzel, 2019). Das Diagramm in Abbildung 2 gibt einen Überblick über die Sorgen und Ängste aus der 2019er-Veröffentlichung der Studie. Befragt wurden mehr als 2.500 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen zwölf und 25 Jahre.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 | Daten entnommen aus: Schneekloth & Albert (2019); S. 56.

Größere Unterschiede zwischen Jugendlichen in West- und Ostdeutschland scheint es hier nicht mehr zu geben (Albert, Hurrelmann & Quenzel, 2019). Lediglich bei der Frage vor Arbeitsplatzverlust oder nach der erfolglosen Suche nach einem Ausbildungsplatz äußerten ostdeutsche Jugendliche etwas häufiger Sorgen als westdeutsche Jugendliche. Entscheidender hingegen scheint der Bildungshintergrund der Jugendlichen zu sein. So äußerten 71 Prozent der Befragten mit (angestrebtem) Hauptschulabschluss die Angst vor Arbeitsplatzverlust beziehungsweise die Angst, keinen Ausbildungsplatz zu finden. Dies gaben dagegen nur 34 Prozent der Befragten mit (angestrebtem) Abitur an. Am meisten Sorge äußerten die Befragten aller Bildungsabschlüsse hinsichtlich der Folgen von Umweltverschmutzung und des Klimawandels, hier lag der Anteil der Abiturienten aber höher als der Anteil der anderen Schularten.

2.3.5 Studienlage zur Corona-Situation

War im Jahr 2019 noch vor allem der Klimawandel unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen ein wichtiges Thema, so kamen mit der Covid-19-Pandemie Anfang 2020 neue Herausforderungen auch auf Schüler und Studenten zu. Um die Ausbreitung der Pandemie zu verlangsamen wurden deutschlandweit die Schulen geschlossen. Welche Folgen die Schließungen auf die Schüler haben kann, zeigen Erhebungen aus den 1960er Jahren (Anger & Sandner, 2020). Damals führten Kurzschuljahre zu geringeren mathematischen Kompetenzen, was sich im späteren Berufsleben an Einkommensverlusten gegenüber anderer Jahrgänge messen ließ. Schulschließungen aufgrund von Lehrerstreiks führten in Ländern wie Belgien, Kanada und Argentinien messbar zu niedrigeren Bildungsabschlüssen der betroffenen Schülerpopulation. Somit lässt sich sagen, dass die Weichen für die späteren ökonomischen Erfolge bereits in der frühen Kindheit und Jugend von der Schulbildung gestellt werden. Das reduzierte Lernen führt zu Wissenslücken in wichtigen Lernfeldern und fehlende kognitive Kompetenzen zu einer geringeren Produktivität und Einkommenseinbußen der betroffenen Jahrgänge im späteren Erwerbsleben (Anger & Sandner, 2020). Der Zusammenhang zwischen den Arbeitsmarktbedingungen zum Zeitpunkt des Berufseinstiegs nach Ausbildung und Studium und dem Einstiegslohn ist gut belegt (vgl. u.a. Altonji, Kahn & Speer, 2016).

Die Corona-Krise zieht zahlreiche Firmenschließungen und Insolvenzen mit sich. Daher sorgen sich viele Abiturienten aber auch Absolventen anderer Schulen sowie Studenten um einen erschwerten Einstieg in den Beruf (Anger & Sandner, 2020). Dass diese Sorge nicht unbegründet ist, zeigt auch die Schülerstudie vom Onlineportal Ausbildung.de: Hier gaben acht Prozent der Befragten an, dass sich der Start ihrer Ausbildung durch die Coronakrise verzögere. Sechs Prozent gaben an, dass der Ausbildungsbetrieb sein Angebot wieder zurückgezogen hat (Zagar, Friese & Ziesing, 2020). Eine Auswirkung auf die Berufswahl scheint die Krise aber nicht zu haben, die Mehrheit gab an, sich bei der Berufswahl nicht neu orientieren zu wollen.

Als weitere Folge der Schulschließungen sind die Gesundheit und das Wohlbefinden der betroffenen Kinder und Jugendlichen gefährdet (Anger & Sandner, 2020). Über 80 Prozent der angehenden Abiturienten gaben an, während des Lockdowns im Frühjahr 2020 keinen direkten Kontakt mit Freunden und Klassenkameraden gehabt zu haben. Eine österreichische Studie fand heraus, dass Kinder und Jugendliche durch die Situation stärker geängstigt sind, wobei Mädchen hiervon etwas mehr betroffen sind als Jungen (Schabus & Eigl, 2021). In allen Altersgruppen war eine erhöhte Perspektivenlosigkeit aufgrund der Situation bemerkbar, zudem ein spürbarer Anstieg an Schlafproblemen. Als Sorgen und Ängste gaben die Befragten die Befürchtungen an, dass das Leben nicht mehr so wie vorher sein wird sowie die Angst, nicht mehr dieselben Zukunftschancen und Jobmöglichkeiten wie vor der Pandemie zu haben. Über 70 Prozent der Befragten Kinder und Jugendliche gaben an, dass es ihnen im Vergleich zur Zeit vor Corona „viel“ oder „ein bisschen“ schlechter gehe (Schabus & Eigl, 2021).

Weltweit gibt es immer mehr Studien, die sich mit den psychosozialen Folgen der Covid-19-Pandemie beschäftigen (einen guten Überblick über verschiedene Studien bieten zum Beispiel Strauß, Berger & Rosendahl, 2021). Erhöhte Risikofaktoren bei der Ausbildung psychischer Erkrankungen aufgrund der Folgen der Pandemie sind der Übersicht zufolge eine Erkrankung an Covid-19 selbst, das weibliche Geschlecht, ein jüngeres Alter (hier unter 30 Jahre), vorbestehende psychische und körperliche Erkrankungen aber auch soziale Faktoren wie Familienstand (alleinlebende und alleinerziehende sind hier die größten Risikofaktoren) aber auch sozioökonomische Faktoren wie ein geringes Einkommen, Finanzielle Sorgen, drohender oder vollzogener Arbeitsplatzverlust und Migrationshintergrund (Strauß, Berger & Rosendahl, 2021).

In einer Studie des Deutschen Jugendinstituts (Walper, Reim, Schunke, Berngruber & Alt, 2021) gaben über 45 Prozent der Befragten Jugendlichen an, Angst vor der Zukunft zu haben („eher“ oder „volle Zustimmung“). Weitere 23 Prozent gaben an, sich teilweise vor der Zukunft zu fürchten. Neben den Sorgen und Ängsten um die Zukunft spielen hier vor allem auch die drohende Einsamkeit eine große Rolle während der Pandemie. Über ein Drittel der Studienteilnehmer gaben an, sich während des Lockdowns einsam zu fühlen. Die Daten lassen daraus schließen, dass die Lebensqualität und das psychische Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen während der Pandemie deutlich vermindert ist (Walper et al., 2021). Hierbei sind vor allem Kinder und Jugendliche aus sozial schwächeren Familien betroffen. Sie berichteten häufiger von Belastungen, machten sich mehr Sorgen und zeigten häufiger psychische Auffälligkeiten als Kinder und Jugendliche aus sozial stärkeren und einkommensstärkeren Familien (Walpert et al., 2021). Vor allem Depressionen verzeichneten schon während des ersten Lockdowns einen rasanten Anstieg, hier waren vor allem Mädchen und junge Frauen am stärksten betroffen sowie Personen, die als sozial aufgeschlossen und gesellig zu beschreiben sind, also eine hohe Extraversion aufweisen (Walpert et al., 2021).

3 Vorbefragung

3.1 Fragebogen

Zur Ermittlung möglicher Ängste und Sorgen sowie möglicher Faktoren wurde eine Vorstudie erstellt. Diese bestand aus einem Fragebogen aus soziodemografischen Items. Abgefragt wurde das Geschlecht, das Alter, derzeitiger Status (Schüler, Azubi, Student, berufstätig oder Sonstiges), höchster erreichter oder aktuell angestrebter Bildungsabschluss, Bundesland, Wohnort (Ländlicher Raum, Stadt, Großstadt) und die Frage ob sich der Teilnehmer aktuell in einer Partnerschaft befindet. Im zweiten Teil der Befragung wurde nach Ängsten und Sorgen gefragt. Die Frage lautete: „ Davor habe ich Angst bzw. darüber mache ich mir Sorgen, wenn ich an meine Zukunft denke.“ Die Antwortmöglichkeiten glichen denjenigen der Shell-Jugendstudie (vgl. Abbildung 1). Abgefragt wurde allerdings in einer 5-stufigen Skala von „Überhaupt keine Sorgen“ bis „sehr große Sorgen“. Hier wurden Punkte von 0 (Überhaupt keine Sorgen) bis 4 (sehr große Sorgen) vergeben. Die Punkte wurden aufsummiert und ergeben einen „Angstscore“. Im Anschluss daran konnten die Teilnehmer in einer optionalen offenen Frage weitere Ängste und Sorgen notieren: „ Gibt es vielleicht weitere Sorgen oder Ängste die dir einfallen, wenn du an deine Zukunft denkst? Schreibe hier alles auf, was dir einfällt.“ Der dritte und letzte Abschnitt bestand aus den 10 Items des LOT-R (Glaesmer, Hoyer & Herzberg, 2008). Dieser wird in Abschnitt 5 näher beschrieben.

[...]

Ende der Leseprobe aus 62 Seiten

Details

Titel
Zukunftsängste bei Schülern, Studenten und Berufseinsteigern. Ursachen und Präventionsmöglichkeiten
Hochschule
Private Fachhochschule Göttingen
Note
2,00
Autor
Jahr
2021
Seiten
62
Katalognummer
V1112920
ISBN (eBook)
9783346485298
ISBN (Buch)
9783346485304
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Zukunftsangst, Corona, Zukunftssorgen
Arbeit zitieren
Sven Romann (Autor:in), 2021, Zukunftsängste bei Schülern, Studenten und Berufseinsteigern. Ursachen und Präventionsmöglichkeiten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1112920

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