Die Lese- Rechtschreibstörung - Legasthenie bei Grundschulkindern


Hausarbeit, 2007

26 Seiten, Note: 2,0


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Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Was ist eigentlich eine Lese Rechtschreibstörung?

3. Welche Merkmale prägen diese Störung?

4. Welche möglichen Ursachen kann es für die Lese- Rechtschreibstörung geben?

5. Der lange Weg zur Diagnose
5.1 Wie lernen Kinder lesen und schreiben?

6. Hilfen für Grundschulkinder mit Legasthenie
6.1. Wie können die Eltern ihrem Kind helfen und es fördern?
6.2 Institutionelle Hilfen: Schule, Jugendamt, private Anbieter

7. Fazit

8. Literaturverzeichnis

1. Einführung

In der heutigen Zeit ist es sehr wichtig Lesen und Schreiben zu können. Doch sind viele Kinder betroffen, die es nicht richtig lernen, da sie eine Lese- Rechtschreibstörung haben. Diese Störung muss schnell diagnostiziert werden, damit eine Förderung stattfinden kann. Viele Eltern sind überfordert mit der Situation und fühlen sich allein, doch sie sind es nicht. Denn viele Kinder sind von der Legasthenie betroffen, man spricht von ca. 3- 5% Betroffenen.[1]

Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit den Fördermöglichkeiten für legasthenische Grundschulkinder in Berücksichtigung der Entstehung von Legasthenie, sowie deren Symptome und Folgen. Es soll ein Überblick über praktikable Hilfestellungen und Hinweise zum Umgang mit legasthenischen Kindern für Eltern und Lehrer gezeigt werden.

2. Was ist eigentlich eine Legasthenie?

Wörtlich übersetzt bedeutet Legasthenie, Leseschwäche (lat. legere = lesen und gr. Asthenie = Schwäche). Bei den Schülerinnen und Schülern die unter Legasthenie leiden, handelt es sich um Kinder, die große Schwierigkeiten mit dem Erlernen des Lesens und Rechtschreibens haben.

Diese Störung steht im Widerspruch zu ihrer sonstigen geistigen Entwicklung, nämlich ihrer Intelligenz und den restlichen Schulleistungen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zählt die Lese- Rechtschreibstörung zu den psychischen Erkrankungen.[2]

Viele Kinder bemühen sich und sind motiviert- und trotzdem bleiben sie erfolglos. Man schätzt den Anteil der betroffenen Kinder auf etwa 3- 5 Prozent (s. oben).Das bedeutet, dass etwa 200 000 Schülerinnen und Schüler des Grundschulalters in Deutschland betroffen sind. Auffällig ist dabei, dass doppelt so viele Jungen an Legasthenie leiden, als Mädchen. Es gibt fünf Erklärungsversuche dafür. Jungen werden häufiger auf Legasthenie untersucht, weil sie auch eher eine Aufmerksamkeitsstörung haben und den Unterricht stören. Ein weiterer Aspekt ist, dass von den Jungen meistens bessere Schulleistungen erwartet werden, deshalb neigen Eltern bei Schulschwierigkeiten eher dazu ihren Sohn zu untersuchen. In den 80er Jahren hat man herausgefunden, dass die Möglichkeit bestehen könnte, dass es an dem Hormon Testosteron( männliches Sexualhormon) liegt. Während der Schwangerschaft soll es sich negativ auf die sprachrelevanten Hirnregionen des männlichen Fötus auswirken. Die letzte mögliche Erklärung ist, dass Mädchen eine größere Sprach- und Sprechfähigkeit besitzen und deswegen weniger an der Legasthenie leiden.[3]

Doch nicht nur die Kinder bleiben alleine davon betroffen. Bald stellen sich auch die Lehrer/innen und vor allem die Eltern die Frage, wie sie dem Kind helfen können. Darauf wird in 6.1 näher eingegangen, welche Möglichkeiten Eltern und Lehrer haben, um das betroffene Kind zu fördern.

3. Welche Merkmale prägen diese Störung?

Man kann deutliche Merkmale sowohl in der Schule als auch zu Hause erkennen, die zeigen, dass es sich um Legasthenie handeln kann.

Beim Lesen in der Schule könnte ein Merkmal sein, dass die Kinder mit der Lese- Rechtschreibstörung, die Buchstaben des Alphabets nur langsam erlernen. Sie können auch nur sehr schlecht die Buchstaben zu den Lauten zuordnen. Beim Lesen lassen sie Buchstaben aus, fügen sie hinzu oder ersetzen sie durch andere Buchstaben. Ein weiteres Problem ist, dass sie nur teilweise Silben gliedern können. Zusammengefasst heißt es, dass Legastheniker keine Laute von Silben klanglich unterscheiden können und sie können auch keine Buchstaben und Wortbilder erkennen.[4]

Sie haben auch Schwierigkeiten einzelne Laute eines Wortes zu unterscheiden womit sich das nächste Problem ergibt, dass sie Einzellaute nicht zu einem Wort zusammenziehen können.

Ein weiteres Merkmal beim Lesen in der Schule ist, dass sie nur sehr langsam lesen, größere Schwierigkeiten bei längeren Wörtern haben und sehr zögerlich und sehr unkonzentriert wirken. Das macht sich darin bemerkbar, dass sie sich in der Zeile verlieren oder die Wortendungen vergessen.

Die Legastheniker versuchen zwar zu lesen, können aber nur schlecht Zusammenhänge des Gelesenen erkennen und daraus Schlussfolgerungen ziehen.

Aber es gibt nicht nur beim Lesen diese Merkmale, sondern auch beim Schreiben. Die Kinder haben nur eine geringe Buchstabenkenntnis. Sie haben sowohl beim Schreiben von Buchstaben, als auch bei Wörtern und Sätzen Probleme. Auffällig ist auch der hohe Fehleranteil bei ungeübten Diktaten und beim Abschreiben von Texten. Die meisten haben keine Motivation zum Schreiben und eine sehr unleserliches Schriftbild.

Dies waren jetzt die schulischen Leistungen bzw. die Merkmale, die die Kinder nicht beherrschen. Aber in ihrem sozialen Verhalten in der Schule und mit anderen Mitschülern kann man auch typische Merkmale erkennen, die darauf hinweisen könnten, dass der/die Schüler/in eine Lese-Rechtschreibstörung hat. Die betroffenen Kinder sind sehr unruhig und können nicht an ihrem Platz sitzen bleiben. Ihre Hausaufgaben werden nur teilweise oder gar nicht erledigt. Sie versuchen sich aus der Klassengemeinschaft immer mehr zurück zu ziehen und sind traurig. Manche jedoch versuchen durch Provokationen ihre Wut über die Misserfolge zu zeigen.

Doch nicht nur für Lehrer hilft es diese Merkmale zu beobachten, auch den Eltern müssen zu Hause bestimmte Verhaltensweisen auffallen. Zum Beispiel klagen Legastheniker morgens häufig über Kopf- oder Bauchschmerzen, vor allem wenn an dem Tag ein Diktat geschrieben werden soll. Ein weiteres Merkmal könnte einnässen nachts sein, obwohl seit vielen Jahren das Kind trocken war. Außerdem leiden diese Kinder oft an Stimmungsschwankungen, Traurigkeit und haben kein großes Selbstvertrauen. Oft ist es in den Familien auch, dass häufig wegen der Hausaufgaben gestritten wird und diese Kinder stundenlang an den Hausaufgaben verbringen und irgendwann keine oder kaum mehr Hausaufgaben erledigen.[5] Sollten vermehrt diese Anzeichen bei einem Kind auftreten, dann sollte man sich von einem Facharzt beraten lassen, damit eine Diagnose festgestellt werden kann.

4. Welche möglichen Ursachen kann es für die Lese- Rechtschreibstörung geben?

Man geht davon aus, dass es verschiedene Ursachen für die Lese- Rechtschreibstörung geben kann. Man forscht seit dem ersten Fall der im 19. Jahrhundert bekannt geworden ist.

Die neurobiologisch orientierte Forschung der letzten Jahre hat zu einem deutlichen Erkenntnisgewinn in Bezug auf die zentralnervöse Verarbeitung von auditiver und visueller Information bei der Lese-Rechtschreibstörung geführt.

Anfangs hat man geglaubt, dass es an einer Funktionsstörung des Auges liegen könnte, doch diese Vermutung wurde schnell wieder verworfen, als man dieses Symptom nur in Einzelfällen finden konnte. Man suchte bei der akustischen Wahrnehmung und der Familie die Ursache und konnte bei allen drei möglichen Ursachen feststellen, dass sie nie alleine auftraten und dass die Legasthenie von verschiedenen Faktoren beeinflusst wird.

Durch die heutigen neuen Methoden in der genetischen Forschung, haben genetische Faktoren an Bedeutung zugenommen. Heute beschreibt man Genorte, die wahrscheinlich für die Legasthenie wichtig sind. Dennoch kann man Legasthenie nicht als etwas Gegebenes hinnehmen, denn die Umwelt beeinflusst auch unsere Lese- Rechtschreibfähigkeit. Ein Umweltfaktor ist die Schule, die durch PISA und IGLU- Studien, auf Schüler/innen Einfluss nehmen.

Eine weitere mögliche Ursache ist die Gen- Vererbung in der Familie. Man untersuchte dieses Phänomen und stellte fest, dass ausgehend von der Urgroßelterngeneration, in allen nachfolgenden Generationen, auch Legasthenie vorgekommen ist. Beide Geschlechter waren gleich häufig getroffen. Diese Familienstudien wurden öfter durchgeführt und man konnte feststellen, dass ausgehend von einem legasthenen Kind, bei 50 Prozent der Eltern und Geschwister auch eine Legasthenie gefunden wurde. Neuste Untersuchungen besagen, dass das Risiko für ein Geschwisterkind, ebenfalls eine Legasthenie zu entwickeln um das 3,2fache gestiegen ist. Heute vermutet man, dass mehrere Gene als Ursache für die Legasthenie zusammen wirken.

Zu dieser Erkenntnis kam man durch die genetische Forschung. Man untersuchte eineiige Zwillinge. Man konnte herausfinden, dass die Erblichkeitsziffer (liegt zwischen 0 und 100%; 100% bedeutet, dass die Legasthenie auf genetische Faktoren zurückzuführen ist, 0% genetische Faktoren werden ausgeschlossen) bei 50- 60% liegt. Das heißt, Legasthenie hat zur Hälfte etwas mit Vererbung zu tun, und die andere Hälfte ist keine genetische Ursache. Die Umwelt beeinflusst die Legasthenie auch mit. Nicht nur die Schule (Unterricht und Förderung), sondern auch die Familie spielt eine große Rolle. Vor allem ist dabei der emotionale Umgang mit dem Kind, als auch die Lese- und Rechtschreibfähigkeit der Eltern bei den schulischen Aufgaben, wichtig.

Die Gene üben wahrscheinlich auf bestimmte Gehirnfunktionen Einfluss aus. Diese Funktionen könnten das Auge und das Ohr sein. Deshalb ist es wichtig zu diagnostizieren, ob die Sehstörung/ Hörstörung durch ein Hilfsmittel wie die Brille oder ein Hörgerät, korrigiert werden kann, oder nicht. Denn für die Zukunft des Kindes mit Legasthenie ist es wichtig, da man nur dann eine sinnvolle Therapie durchführen kann.[6]

Man hat untersucht, dass das Gehirn eines/r Legasthenikers/in anders arbeitet. Ein Beispiel verdeutlicht die Gehirnfunktion. Die Gehirnregion Hinterhauptslappen hat die Funktion, dass man Zeichen, Buchstaben, Farben und Bewegungen, sowie den Kontrast und die Raumfrequenz, wahrnimmt. Auffällig bei Legasthenikern ist es, dass die Reaktion der Neuronen des linken Hirnhautlappens beim Lesen von Wörtern, verzögert ist. Eine weitere Auffälligkeit ist es, dass sie keine Zeichen und schnell bewegende Gegenstände erkennen können.[7]

Das heißt, es ist immer noch nicht ganz erforscht worden, welche Ursachen Legasthenie wirklich hat. Sie besteht aus vielen Ursachen und es ist wichtig diese auch zu erkennen, damit dem Kind geholfen und eine sinnvolle Förderung durchgeführt werden kann.

5. Der lange Weg zur Diagnose

Es ist oft sehr schwierig bei einem Kind Legasthenie zu diagnostizieren. Das liegt daran, dass es viele Kinder gibt, die sich in den ersten beiden Klassen „durchmogeln“. Damit ist gemeint, dass sie einen Text so oft vorgelesen bekommen, dass sie sich diesen mit dem Schriftbild, einprägen. Ihnen würde es nicht auffallen, wenn ein anderes Wort da stehen würde, sie würden den auswendig gelernten Text so wiedergeben.

Ab der dritten Klasse, wenn Texte dann selbstständig gelesen und ungeübte Diktate geschrieben werden, wird erst einmal deutlich, dass Schwierigkeiten vorhanden sind. Oft ist der Fall, dass Eltern dies schon eher bemerken, Lehrer sie aber versuchen zu beruhigen, dass sie erst einmal Zeit brauchen.

Je schneller diese Störung erkannt wird, desto besser ist es für das Kind. Wenn man das Kind früh fördert, dann besteht die Chance, dass die Probleme durch gezieltes Üben, behoben werden können.[8]

Man sollte auf eine Diagnose von Fachleuten bestehen. Diese können nach detaillierten Informationen über das Kind und dessen Umfeld herausstellen, ob das Kind eine Störung hat und wenn ja, welche.

Erst dann kann man das Kind fördern und einen Behandlungsplan entwerfen. Für das legasthene Kind ist die medizinische Diagnose wichtig. Aber wer eine angemessene und ausführliche Diagnose hören möchte, sollte sich an einen Kinder- und Jugendpsychologen, bei Hör- und Sehstörungen an einen Augenarzt und einen Spezialisten für das kindliche Gehör (Pädaudiologe) wenden. Nun werden wir uns mit den einzelnen Fachärzten auseinander setzen, wie sie feststellen können, ob es sich um eine Lese- Rechtschreibstörung handelt. Die Psychologische Diagnostik sieht vor, dass das Kind sich mehreren Test unterziehen muss. Dies kann bei normalen Fachpraxen, bei Schulpsychologen oder Psychologen für Beratung stattfinden. Diese Tests bestehen aus standardisierten Lese- und Rechtschreibtests, einem Intelligenztest sowie einem Test der das Verhalten und das emotionale Befinden des Kindes misst. Standardisiert bedeutet, dass die Tests nach bestimmten Kriterien entwickelt und überprüft werden. Man vergleicht die Werte von „normalen“ Kindern der gleichen Altersgruppe aus ganz Deutschland. Man muss diese Tests mit dem Bundesdurchschnitt vergleichen, da es sein kann, dass die Klasse besonders gut in Rechtschreibung ist und ein Kind der Schlechteste, jedoch aber im Bundesdurchschnitt eher durchschnittlich ist.

Diese Tests sollten am besten am Vormittag durchgeführt werden, wenn das Kind am meisten Ausdauer und Konzentration hat. Die Ergebnisse werden dann mit dem Kind und den Eltern zusammen besprochen, dabei wird der Facharzt nicht auf bestimmte Wörter, die falsch geschrieben wurden eingehen, sondern es im allgemeinen formulieren, weil bei einem Wiederholungstest sich das Kind die Wörter einprägen kann und somit das Ergebnis des Testes verfälscht werden könnte.

Es gibt unterschiedliche Verfahren zur Messung der Lesefertigkeiten. Bei dem Salzburger Lesetest wird auf das laute Lesen von häufigen Wörtern, zusammengesetzten Wörtern, Texten und Pseudowörtern der Schwerpunkt gesetzt. Die Pseudowörter werden dabei in wortähnliche und wortunähnliche unterteilt. In diesem Test werden die Lesefehler und die Lesezeit gemessen. Das Kind bekommt ein Testheft und soll möglichst schnell und fehlerfrei die Wörter und Texte vorlesen. Ein weiterer Lesetest ist die Würzburger Leise Leseprobe. Das ist ein sehr schnelles Screeninginstrument. Durch dieses orientierte Verfahren kann man einen ersten Eindruck über die Leseleistung der Schüler/innen einer Klasse bekommen. Der Test ist folgendermaßen aufgebaut: Sie müssen einem Wort ein Bild zuordnen. Bewertet wird dann wie viele richtige Zuordnungen in fünf Minuten geschafft worden sind.

Bei den Knuspels Leseaufgaben wird der Schwerpunkt mehr auf das Leseverständnis geprüft. Vor allem findet eine Überprüfung der phonologischen und orthografischen Entwicklungsstufe statt.

Die unterschiedlichen Tests sind nur sinnvoll, wenn man sie zu bestimmten Zeitpunkten im Schuljahr durchführt.

Die Würzburger Leise Leseprobe ist jeweils die letzten zwei Monate des ersten bis vierten Schuljahres empfehlenswert. Der Salzburger Lesetest Mitte der zweiten bis vierten Klasse und das Salzburger Lesescreening, sowie Knupels Leseaufgaben sollten Ende der ersten bis vierten Klasse durchgeführt werden.

Es gibt nicht nur Tests um das Lesen zu überprüfen, sondern auch zur Überprüfung der Rechtschreibleistung. Die Rechtschreibleistung wird anhand eines Lückendiktats überprüft. Man liest dem Kind einen Satz vor, in dem ein oder mehrere Wörter fehlen. In dem Testheft sind die Sätze enthalten, mit den jeweiligen Lücken. Zum Schluss wird die Anzahl der Fehler gezählt. Maximal ein Fehler pro Wort. Die Auswertung des Diktats erfolgt nach bundesweit erhobenen Normen und die Leistung des Kindes kann besser eingeordnet werden. Es wird ein Prozentrang ermittelt. Der Wert kann zwischen 0 und 100 Prozent liegen. Hat ein Kind einen Prozentrang von 15 bedeutet dies, dass 15 Prozent der Kinder die getestet wurden ebenso viele oder mehr Fehler machen oder dass 85 Prozent weniger Fehler machen.[9]

Doch die psychologische Diagnose bezieht sich nicht nur auf die Lese und Rechtschreibüberprüfung, sondern ermittelt zusätzlich immer noch den Intelligenzquotienten.

Die Intelligenztests werden immer wieder kritisch diskutiert. Doch man kann durch diesen Test unterscheidbar machen, ob ein Kind an einer Lernbehinderung oder Legasthenie leidet. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass man die kognitiven Fähigkeiten des Kindes berücksichtigen muss, damit eine gute und sinnvolle Förderung stattfinden kann.

Es gibt sehr viele unterschiedliche Tests um die Intelligenz zu messen. Als ein Screeninginstrument gilt der „Culture Fair Intelligenztest (CFT)“. Dieser Test wird in zwei Formen eingesetzt. Einmal bei Kindern im Alter von 5,3- 9,5 Jahren, auch Grundintelligenztest Skala 1 genannt und er wird in einer etwas anderen Form Personen ab 9- 70 Jahren dargestellt. Dieser Test wird auch Grundintelligenz Skala 2 genannt. Die Normen sind auch für Erwachsene angemessen, deshalb wird der zweite Test häufig bei erwachsenen Legasthenikern eingesetzt.

Dieser „Culture Fair Intelligenztest“ ist ein sprachfreies Verfahren. Das bedeutet, dass dieser Test keine mündliche Antwort erfordert. Dieser Test wird bevorzugt bei Legasthenikern eingesetzt, da diese häufig sprachliche Defizite aufweisen und somit nicht benachteiligt werden.

Zwei weitere Tests sind wesentlich umfangreicher, nämlich die Kaufman Assessment Battery for Children (K- ABC) und der Hamburger- Wechsler- Intelligenztest für Kinder (HAWK- 3). In beiden Tests werden sowohl verbale als auch handlungsorientierte Kenntnisse und Fähigkeiten überprüft. Durch diese umfangreichen Tests kann die Intelligenzmessung präziser stattfinden. Das Ergebnis der Intelligenzmessung ist der Intelligenzquotient, auch kurz: IQ genannt. Er wird in IQ- Punkten angegeben. Der Durchschnitt liegt bei 85- 115 IQ- Punkten. Wenn ein Kind unter 85 liegt, spricht man von einer Lernbehinderung, wer über 130 IQ- Punkten liegt, wird als hochbegabt bezeichnet. Sollte das Kind von den genannten Extrembereichen betroffen sein, werden weitere Intelligenztests durchgeführt um die Schwäche/Stärke genau differenzieren zu können.[10]

Eine weitere Diagnose sollten sich Eltern von einem Kinder und Jugendpsychiater holen.

Mit den Bewertungen der psychologischen Verfahren und einer neurologischen Untersuchung des Kindes, können alle Befunde ausgewertet werden und eine Diagnose kann festgestellt werden.

Die kinder- und jugendpsychiatrische Untersuchung kann folgendermaßen aussehen: Zuerst wird die Anamnese untersucht. Das Ziel dabei ist es durch das Gespräch mit den Eltern zu erfahren, wie die Entwicklung des Kindes seit der Geburt bis zum Zeitpunkt der Untersuchung verlaufen ist. Aber nicht nur das ist wichtig, sondern auch die schulbezogene Anamnese. Man möchte den Zeitpunkt des Schulbeginns wissen, wie der Umgang mit der Schriftsprache gelungen ist, wie das Lernverhalten und die Lese- Rechtschreibfähigkeit des Kindes ist. In das Gespräch werden auch die betroffenen Kinder mit einbezogen.

Eine weitere Untersuchung findet mit den standardisierten Rechtschreib-, Lese-, und Intelligenztests statt. Die psychiatrische Untersuchung legt auch sehr viel wert darauf, die Emotionalität des Verhaltens und der Persönlichkeit zu erfassen.

Ein weiterer Bestandteil ist die neurologische Untersuchung, die im Anschluss an das Gespräch mit den Eltern und dem Kind erfolgt. Das Ziel der Untersuchung ist festzustellen, ob eine Störung der Hirnnerven oder des Nervensystems vorliegen. An diese Untersuchung schließt eine Überprüfung der fein- und grobmotorischen Fähigkeiten ein. Vor allem werden die wesentlichen Bereiche der Hand- und Beinmotorik, der Sensibilität und der motorischen Koordinationsfähigkeit geprüft. Aber es werden auch die Augen und die Ohren gründlich untersucht. Stellt man fest, dass es sich um eine Seh- oder Hörstörung handelt, dann wird das Kind zum Facharzt weiter überwiesen. Diese umfangreichen Untersuchungen sind aber nicht bei allen Kindern mit Legasthenie notwendig. Es kommt auf die Symptome an. Ein EEG ist beispielsweise nur dann notwendig, wenn die Eltern beobachten, dass ihr Kind Muskelzuckungen hat, oder dass das Kind ein Taubheitsgefühl im Mundbereich aufweist.

Sehtests sind bei Legasthenie notwendig, um auszuschließen, dass die Lese- Rechtschreibstörung nicht eine Ursache der Sehstörung ist. Dabei werden verschiedene Funktionen des Auges geprüft, die für das Lesen wichtig sind, wie das beidäugige Sehen, die Koordination der Augenmuskeln, die Stellung der Augen zueinander und den Augenhintergrund des Kindes. Die häufigste Funktionsstörung des Auges ist das geringfügige Abweichen eines Auges. Das führt dazu, dass das Kind wenn er ein Wort betrachtet die einzelnen und/ oder das ganze Wort nicht richtig wahrnehmen kann. Dieses latente Schielen führt oft dazu, dass die Kinder sich sehr anstrengen müssen um den Parallelstand der Augen aufrechtzuerhalten und das Resultat sind oft Kopfschmerzen, Unlust beim lesen, Blinzeln und Zusammenkneifen der Augen.

Feststellen konnte man, dass tatsächlich 10 Prozent der Leseschwierigkeiten auf Sehstörungen zurückgeführt werden können.

Eine weitere, notwendige Diagnostik die durchgeführt werden sollte, ist die schulische Diagnostik. Dabei wird nicht nur auf die Lese- und Schreibentwicklung des Kindes Acht gegeben, sondern die schulische Entwicklung und das Umfeld des Kindes sind wichtige Aspekte, die berücksichtigt werden müssen.

Der Schwerpunkt wird auf die Leistungs- und Lernstandsbeobachtung des Kindes im Lesen und Rechtschreiben durch den Lehrer gesetzt. Der Lehrer muss die Entwicklung des Kindes in den beiden Bereichen beobachten um sagen zu können, welches Entwicklungsniveau das Kind erreicht hat.

Ein weiterer Bestandteil der schulischen Diagnostik ist die Analyse der Lese- und Rechtschreibstrategien. Dies ist bei legasthenischen Kindern oft sehr schwierig zu erkennen, wie sie an die Wörter herangehen und welche Strategien sie anwenden um zu Lesen oder Schreiben. Kinder entwickeln von Beginn bis zum Ende der Schulzeit oft Strategien, nach denen sie Wörter schreiben. Legastheniker entwickeln diese Strategien nur selten oder wechseln diese, weil sie verunsichert sind. Doch seitens des Lehrers sollten nicht nur die Schwächen des Lesens und Schreibens erfasst werden, sondern auch die Stärken des/r Schüler/s/in. Denn erst durch die gesamte Analyse kann festgestellt werden, welche Lernmöglichkeiten das Kind besitzt. Zur Beurteilung der Entwicklung wird eine Dokumentation der schriftlichen Arbeiten des Kindes angefertigt. Die Analyse gibt eine Einsicht darüber, wie sich das Kind im Schriftspracherwerb entwickelt hat und wo genau die Schwächen und Stärken liegen.[11]

5.1 Wie lernen wir eigentlich lesen und schreiben?

Um eine vernünftige Diagnose stellen zu können, ist es vor allem sinnvoll zu wissen, wie man eigentlich das Lesen und Schreiben lernt. Alles was man lernt spielt sich im Gehirn ab. Das Netzwerk von Hirnzellen ermöglicht uns Menschen und Lebewesen, in dem über alle Sinne Informationen gelangen, Wissen zu speichern und miteinander zu vernetzen. Immer wenn man was Neues lernt, wird das Netz erweitert, vertieft oder ganz neu gestaltet. Wenn beispielsweise schon Vorwissen zum einen Thema vorhanden ist, dann ist es leichter die neue Information zu verknüpfen. So lernt man das Lesen und Schreiben. Es müssen bereits auch bestimmte Fähigkeiten vor dem Schulbeginn vorhanden sein.

Als Kleinkind nimmt man Wörter noch nicht richtig wahr. Das benötigt man nicht, da man sich auch so verständigen kann. Sobald das Kind in die Schule kommt, muss es aber lernen, zu verstehen, dass man einzelne Laute durch Buchstaben ersetzen muss, um Schreiben zu können. Beim Lesen muss er diese Buchstaben einzelnen Lauten zuordnen. Damit das gelingt, muss das Kind über die Wortbedeutung hinaus die formale Struktur eines Wortes erkennen können. Das heißt, das Kind muss wissen, dass ein Wort sich in Laute zerlegen lassen kann. Dieses Wissen bzw. Können nennen die Sprachentwicklungsforscher das „phonologische Bewusstsein“. Ein weiterer Aspekt ist, um richtig lesen und schreiben zu lernen, Aufmerksamkeit. Ein Kind muss aufmerksam und konzentriert sein, damit es sich die unterschiedlichen Buchstabenformen lernen und voneinander unterscheiden kann. Die Fähigkeit bestimmte Gedächtnisleistungen zu erbringen, ist die letzte Vorläuferfertigkeit, ohne die das Lesen und Schreiben nicht funktionieren kann. Unter dieser Leistung wird verstanden, dass man Buchstaben entziffern lernen und diese bis zum Schluss noch behalten muss, damit man weiß mit welchem Buchstaben das Wort angefangen hat. Außerdem sollten die Buchstaben immer aus dem Langzeitgedächtnis abrufbar sein.

Ein Beispiel zur Verdeutlichung: Ein Kind weiß, dass die Rose und die Hose zwei unterschiedliche Gegenstände sind. Es hört den Unterschied in der gesprochenen Sprache. Doch ist es meistens der Fall, dass das Kind nicht sagen kann, worin sich die beiden Begriffe unterscheiden. Das Kind ist nicht in der Lage zu sagen, dass der Anfangsbuchstabe bei der Rose mir „R“ und bei der Hose mit „H“ beginnt. Für das Kind reicht es, dass sich die Wörter anders anhören. Mit der Zeit werden in der Schule Gedichte und Lieder eingeführt, so dass die Kinder den Gleichklang von Wörtern aufnehmen können. Sie lernen zu unterscheiden, dass sich Hose und Rose reimen, Hase und Rose aber nicht. Nach und nach lernen sie auch, dass Wörter sich Silben unterteilen lassen. Das wird meist durch Abzählreime gelehrt. Die Schüler/innen können dann z.B. Tulpe und Gänseblümchen „klatschen“, also die Wörter in Silben unterteilen, müssen aber nicht gleichzeitig merken, dass das Wort Tulpe kürzer als das Wort Gänseblümchen ist. Auch wenn das Kind das noch nicht kann, besitzt es bestimmte Ansätze des phonologischen Bewusstseins.[12]

Fazit: Lesen und Schreiben stehen in einem engen Zusammenhang zu der Sprachentwicklung eines Kindes. Für die Schriftsprache ist das phonologische Bewusstsein sehr wichtig, doch dieser bildet sich nicht von selbst, wenn Kinder anfangen zu sprechen.

Man kann schon früh damit beginnen, dass phonologische Bewusstsein zu fördern. Dafür kann man beispielsweise Lauschspiele gebrauchen, denn worauf es bei den Spielen ankommt, ist: genaues zuhören um Laute voneinander zu unterscheiden, aber es geht auch um die Ähnlichkeiten und Verschiedenheit bei Silben und Wörtern. Dadurch lernen die Kinder, dass Sprache etwas ist auf das man hören und lauschen muss. Man kann sich zum Beispiel überlegen verschiedene Geräusche darzustellen und das Kind erraten lassen, um was es sich bei dem Laut/Ton handelt. (Papier zerreißen; Hände klatschen). Eine weitere gute Möglichkeit ist die stille Post. Man flüstert reihum den Nachbarn einen Satz ins Ohr und der letzte muss versuchen, den Satz wiederzugeben. Schwieriger wird es, wenn Reimwörter verwendet werden.

Die sprachliche Entwicklung ist im Großen und Ganzem meistens mit fünf Jahren abgeschlossen. Sollten die Eltern jedoch größeres Auffallen, dann sollten sie mit ihrem Kind einen Logopäden aufsuchen. Eine Sprachstörung sollte lieber vor der Schule behoben bzw. erkannt werden, damit der Schulstart ungehindert gelingen kann.[13]

6. Hilfen für Grundschulkinder mit Legasthenie

Es gibt viele Möglichkeiten, wenn die Diagnose Legasthenie festgestellt worden ist, dem betroffenen Kind zu helfen. Sowohl die Lehrer, als auch die Eltern und Psychologen müssen zusammen ein Konzept erarbeiten und im regelmäßigen Kontakt zueinander stehen.

Eltern sollten sich nicht ratlos und alleine fühlen. Es wird in den unterschiedlichsten Institutionen Hilfe und Förderungen angeboten. Das wichtigste ist, dass die Kooperation zwischen allen stattfindet.

6.1. Wie können die Eltern ihrem Kind helfen und es fördern?

Das Eltern ihre Kinder unterstützen und helfen wollen, auch wenn sie vielleicht bereits schon durch die Schule oder außerschulische Orte Förderung bekommen, ist meist der Regelfall. Eltern nehmen sich meistens dann mehr Zeit für ihr Kind und kontrollieren stärker die Hausaufgaben und versuchen mit dem Kind zu üben. Zuerst ist das Kind motiviert und bemüht sich sehr, um seine Eltern stolz zu machen. Leider bleibt es in den meisten Fällen erfolglos. Die Eltern werden ungeduldig, weil sie so viel Zeit investieren und es keine Verbesserungen gibt. Irgendwann werden Vorwürfe dem Kind gegenüber ausgesprochen, wie z.B. „ Du konzentrierst dich ja gar nicht.“ Diese Anspannungen übertragen sich auch auf das Kind. Die anfänglichen Bemühungen lassen nach und die Übungen mit den Eltern wird immer mehr als Bestrafung angesehen. In diesem Falle sollten Eltern versuchen keine Übungen aus der Schule zu nehmen und versuchen ihre Kinder nicht zu überfordern oder zu viel verlangen.[14] Die Eltern sollten deswegen einen gemeinsamen Plan mit ihrem Kind zusammen erarbeiten, damit das Training auch funktioniert. Als Elternteil sollte man sich realistische Zielvorstellungen über die Möglichkeiten des Kindes machen, wie schon bereits erwähnt, sonst setzt man das Kind unter Druck und es verliert die Lust am Lernen. Wenn die Eltern mit ihrem Kind üben wollen, dann müssen sie Geduld und Freude bei kleinen Erfolgen zeigen.[15]

Wenn die Eltern aufgeklärt worden sind, was Legasthenie ist, dann sollten sie da ihre Hilfe ansetzen, wo ihr Kind beim Lesen und Schreiben steht und da noch etwas leisten könnte.

Der erste Schritt beim Üben mit dem Kind ist der Wichtigste. Die Eltern müssen akzeptieren, dass ihr Kind langsamer lernt und Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben hat. Sie müssen auch wissen, dass nicht sie, nicht ihr Kind und auch nicht die Schule dafür verantwortlich ist, sondern es einfach hinnehmen. Denn solange das Kind merkt, dass die Eltern unzufrieden mit seinen Leistungen sind, kann es zu keinen Erfolgen führen. Der zweite Schritt besteht darin, dass die Eltern sich fragen, was ihr Kind gut kann und was es liebenswert macht. Das hilft dabei, dass die Eltern ihrem Kind mehr zutrauen. Lob, ist sehr wichtig, wenn das Kind sich bemüht. Die Eltern sollten sich über kleine Lernfortschritte freuen und nicht verzweifeln, wenn das Kind etwas Gelerntes wieder vergessen hat.[16]

Nun stellt sich die Frage, wie Eltern richtig und förderlich mit ihren Kindern lernen können. In diesem Fall heißt es, dass die Kinder erst was lernen müssen, um das Erlernte dann zu üben. Wenn das möglich ist, dann kann das Erlernte als Grundlage für den nächsten Lernschritt sein. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist zu wissen, wo die Kinder beim Lesen und Schreiben genau stehen, um da ansetzen zu können. Am besten ist es noch, einen kleinen Schritt zurück zu gehen, was das Kind gerade noch beherrscht, damit es einen ersten Erfolg erleben kann und motivierter ist zum weiteren Lernen.[17]

Als erstes sollten Eltern überprüfen, ob ihr Kind das Alphabet auch schriftlich beherrscht.[18] Dazu sollten sie sowohl kleine als auch große Buchstaben diktieren. Wenn das Kind das Alphabet nicht beherrscht, dann sollte dies geübt werden, indem man beispielsweise die Buchstaben in Form von Holz oder ähnlichem in Reihen und in der Abc- Folge in Dreierblocks untereinander legen, wie: ABC; DEF…Dann z.B. JKL benennen und das Kind auffordern die Buchstabenreihe zu finden.

Damit das tägliche Üben erfolgreich stattfinden kann, müssen bestimmte Regeln eingehalten werden. Die erste Regel ist, dass sie ihr Kind nicht kritisieren, bestrafen oder tadeln sollen. Es ist sinnvoller das Kind auf die Fehler hinzuweisen und es ihm zu erklären, wie es verhindert werden kann. Eine weitere Regel ist, dass die Eltern die Aufgaben so aussuchen müssen, dass ihr Kind immer die Chance hat sie zu lösen. Das Kind sollte sich ein wenig anstrengen, aber man sollte das Kind mit den Aufgaben nicht überfordern.

Die Förderung findet immer vom Leichten zum Schweren statt. Das bedeutet, dass erst wenn das Leichte beherrscht wird, sollte stufenweise das schwierige folgen. Es könnte folgendermaßen aussehen: Erst eine leichte Aufgabe, dann eine etwas anspruchsvollere, dann wieder eine leichte.

Die vierte Regel geht auf das Loben des Kindes ein. Eltern sollten die kleinsten Lernforschritte wahrnehmen und diese loben. Es bringt für beide Beteiligten, sowohl Eltern, als auch das Kind nichts, wenn das Lerntempo und der Schwierigkeitsgrad der Aufgaben schnell gesteigert werden. Das Kind wird am Ende entmutigt und die Eltern enttäuscht sein.

Für das Kind ist es auch wichtig, dass es genau weiß was es tun muss. Das heißt, die Eltern sollten Hinweise und Erklärungen, knapp und verständlich formulieren. Die vorletzte Regel an die sich gehalten werden sollte, damit eine gute Zusammenarbeit von Kind und Eltern stattfinden kann, ist das die Eltern das Verhalten ihres Kindes genau beobachten sollten, wenn es bei einer Aufgabe Schwierigkeiten hat. Wenn das Kind sich trotzdem bemüht die Aufgabe zu lösen, leider scheitert, sollte Lob ausgesprochen werden und versuchen mit kleinen Hinweisen das Kind doch zu einer richtigen Lösung zu führen. Ein wichtiger Punkt bei der Übung ist es auch, dass das Kind ordentlich und schön schreibt, damit es später die geübten Wörter lesen kann.[19]

Das waren die Voraussetzungen, damit das Üben zu Hause gut gelingen kann, aber was genau man mit den Kindern üben sollte, wird jetzt erläutert. Man sollte mit den Kindern die gleichen Übungen mehrfach hintereinander durcharbeiten und immer wieder zu bestimmten Zeitpunkten wiederholen. Es sollte täglich zwischen 15 und 20 Minuten intensiv geübt werden, statt ein bis zwei Stunden in der Woche.[20]

Sobald man feststellen konnte, dass das Alphabet beherrscht wird, dann kann man mit leichten Abschreibaufgaben beginnen. Diese Übung ist wichtig, damit die Kinder ihre Rechtschreibung verbessern können und die Geschwindigkeit beim Schreiben steigern können. Die Texte sollten interessant und anfangs leicht sein. Das Kind sollte beim Schreiben der Silbe oder des Wortes immer laut mitsprechen, dass hilft dem Kind Fehler zu vermeiden und man kann sich die Wörter besser einprägen. Sollten bestimmte Wörter immer fehlerhaft geschrieben sein, so ist es sinnvoll diese auf Karteikarten festzuhalten und in Rubriken wie: „gekonnt“, „noch nicht ganz sicher“ und „unsicher“ zu unterteilen. Die Wörter werden nach dem Alphabet geordnet und regelmäßig wiederholt, auch die gekonnten Wörter.[21]

Eine Übung könnte sein, dass man versucht ein Wort in Laute zu gliedern. Die Legastheniker haben Schwierigkeiten einen Buchstaben zu einem Laut zuzuordnen und mit dieser Übung können sie es lernen. Sinnvoll dabei ist es mit Wörtern zu beginnen, die mit einem langen Vokal anfangen. Das ist hilfreich, weil sie immer eine Silbe darstellen und deshalb alleine gehört werden können, wie z.B. A-meise oder E-sel. Wenn die Konsonanten geübt werden sollen, dann müssen die Eltern darauf achten, dass sie nur die Laute wie /r/ verwenden und nicht den Buchstaben „er“ aussprechen.

Der nächste Schritt besteht darin, Abbildungen von Gegenständen zu suchen, bei dem die Wörter die gleichen Anfangsbuchstaben haben. Wie z.B. Abbildungen von einem „Affen“ und einem „Apfel“. Diese Übungen sind geeignet um zu lernen wie man Buchstaben zuordnet.[22]

Eine Lesübungen die für zu Hause gut anwendbar ist, ist die des gegenseitigen Vorlesens mit Fehlersuche. Das heißt die Mutter/der Vater beginnen einen Text vorzulesen und bauen mit Absicht Fehler ein und das Kind soll die Fehler herausfinden. Dann wird getauscht. Das Kind liest nun einen Text und die Eltern müssen die Fehler finden. Diese Übung ist sehr wirkungsvoll und es bereitet dem Kind Spaß.

Eine weitere Möglichkeit um das Lesen zu trainieren ist, dass man einen Text vom Kind vorlesen lässt und keine Fehler verbessert. Die Eltern notieren sich die Fehlerzahl und die Zeit. Nun liest einer der Erwachsenen den Text laut und langsam vor und das Kind liest laut mit. Der letzte Schritt besteht darin, dass man das Kind erneut den Text lesen lässt und sich die Lesezeit und die Fehleranzahl notiert. Hat sich das Kind verbessert, sollte es gelobt werden, damit es weiter motiviert bleibt. Anschließend sollten die fehlerhaften Wörter mit dem Kind zusammen erneut durchgegangen werden und im Anschluss richtig gelesen werden.

Diese Leseübungen machen Sinn, wenn die Eltern ihrem Kind durch die Messzeiten verdeutlichen können, dass sie Fortschritte gemacht haben. Weiterhin kann durch die Übungen verhindert werden, dass das Kind nicht nur die Wörter aus dem Zusammenhang errät, sondern es wirklich liest. Das führt auch dazu, dass die Wörter sich besser einprägen können. Diese Wörter müssen dennoch häufig wiederholt werden, da Kinder mit Leseschwierigkeiten viel länger brauchen um etwas im Gedächtnis abzuspeichern. Durch die Abspeicherung ist es dann auch möglich, die Rechtschreibung der Wörter zu verbessern.[23]

Dies war nur eine kleine Anzahl an Übungen die man zu Hause mit legasthenischen Kindern durchführen kann.

6.2. Institutionelle Hilfen: Schule, Jugendamt, private Anbieter

Jedes Kind welches Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten hat, hat einen gesetzlichen Anspruch auf Hilfe. Das kann entweder durch die Schule oder das Jugendamt gegeben sein. Eltern müssen sich informieren, inwieweit die außerschulischen Förderungen finanziell vom Jugendamt übernommen werden und wie die Förderung in der Schule und bei privaten Anbietern aussehen würden.

In der Schule gelten bis zur zehnten Klasse die „Grundsätze zur Förderung von Schülerinnen und Schülern mit besonderen Schwierigkeiten beim Lesen, Schreiben und Rechtschreiben“. Dies wurde am 4. Dezember 2003 bei der Kultusministerkonferenz entschieden.[24] Jedes Bundesland entscheidet selbst, wie er die Grundsätze umsetzt.[25]

Was kann bzw. was hat die Schule für Möglichkeiten um legasthenische Kinder zu fördern. Die Förderung ist eine zentrale Aufgabe der Schule, doch wird sie verschieden wahrgenommen, so dass Unterschiede in der Qualität als auch in der Quantität entstehen können. Eine Möglichkeit der Förderung ist die so genannte Binnendifferenzierung. Dazu gibt es unterschiedliche Meinungen. Nach Dr. med. Gerd Schulte- Körne findet die Förderung innerhalb der Klasse statt. Die Lehrperson bildet homogene Gruppen, also mit schwachen wie auch leistungsstarken Kindern und gibt eine Aufgabenstellung. Diese Variante ermöglicht der Lehrkraft einen Überblick über die Gruppenarbeit zu bekommen, in wie weit sie schneller/langsamer als andere Gruppen sind. Nicht nur positive Auswirkungen können die Gruppenbildungen haben. Es kann auch passieren, dass die schwächeren Schüler/innen von den besseren Mitschülern ausgestoßen werden. Deswegen ist es wichtig innerhalb der Gruppenarbeiten den Kindern gemeinschaftliche Arbeitsweisen zu geben. Eine individuelle Förderung kann stattfinden, wenn durch Partnerschaftsarbeiten Aufgaben gelöst werden, oder in dem man Lernen an Stationen oder Werkstattunterricht den Kindern anbietet.[26]

Lernen an Stationen und Werkstattunterricht sind Formen des offenen Unterrichts. Das Lernen an Stationen kann durchgeführt werden indem alle Kinder Stationen zugewiesen bekommen und wenn sie mit der Station fertig sind (z.B. Arbeitsblatt mit Lückentext oder Rätsel) zur nächsten Station gehen können.[27] Das Werkstattlernen wird in zwei Formen unterteilt. Einmal in die Erfahrungswerkstatt, da können die Kinder ein Unterrichtsthema durch eigenes sammeln, experimentieren gelernt werden. Eine andere Form ist die Fertigungswerksatt. Dort steht das Vertiefen, Üben und Anwenden von bereits angewendetem Vorwissen im Vordergrund.[28]

Schule kann durch so genannte Schulische Fördergruppen legasthenischen Kindern helfen. Kinder mit Schwierigkeiten beim Lesen und Rechtschreiben, sowie mit anderen Schwierigkeiten wie beispielsweise beim Rechnen werden zusammen in Gruppen eingeteilt mit maximal 6 Kindern. Man sollte sie dennoch separat von einander fördern. Die Lehrperson muss sich für die Förderung ein bestimmtes Konzept überlegen und die Fördergruppe ist nur dann sinnvoll, wenn sie zweimal die Woche stattfindet. Man führte eine Untersuchung zur „Wirksamkeit des Marburger Rechtschreibtrainings“ in einer schulinternen Fördergruppe bei Kindern mit Legasthenie durch. Die Förderung fand mit maximal sieben Kindern, zweimal die Woche in der ersten bis zur vierten Stunde parallel zum normalen Unterricht, statt. Die Dauer der Förderung betrug nur 20 Minuten und den Rest der Zeit durften die Kinder spielen. Nach dem Förderprogramm wurde die Entwicklung im Lesen und Schreiben weiterverfolgt. Man konnte feststellen, dass die Kinder einen so genannten „Transfereffekt“ gebildet haben. Das bedeutet, dass die Kinder das was sie in dem Förderunterricht gelernt haben auf andere Wörter, die sie nicht gelernt haben, übertragen können. Doch leider gibt es nur sehr wenige empirische Untersuchungen zur Wirksamkeit von der schulischen Förderung.

Leider ist die Tatsache, dass die Förderung in den Schulen vernachlässigt wird. Es ist zum einen sehr schwierig für Lehrer/innen Schüler auszuwählen die an dem Förderunterricht teilnehmen dürfen, oft sitzen Kinder die gar keine Hilfe brauchen und andere bekommen diese nicht. Zum anderen ist es nicht möglich Förderunterricht zu gestalten, weil dieser oft erst nach der regulären Unterrichtszeit angeboten wird. Dies ist nicht zu empfehlen, weil die Konzentration und die Motivation immer stärker nachlassen. Eine gute Methode zur Förderung hat sich in den Legasthenie- Klassen gezeigt. Diese gibt es nur vereinzelt in manchen Bundesländern wie z.B. Baden- Württemberg oder in Sachsen, früher in der DDR.

In den LRS- Klassen wurden maximal 15 Schüler/innen aufgenommen und sie erhielten besonders viel Unterricht in Deutsch. Diese Klassen wurden für das zweite bis vierte Schuljahr eingerichtet. Die Kinder die sich in den Klassen befunden haben, haben eine positive Entwicklung im Schwierigkeitsbereich als auch in der Persönlichkeit erlebt. Auch wenn die Erfolge sichtbar sind, bleiben diese Klassen immer kritisiert.[29]

Grundschulkinder mit Legasthenie bekommen in der Schule noch einen Notenschutz. Das heißt, dass bei den Kindern die Rechtschreibung keine Auswirkungen auf die Note haben darf. Wie genau der Notenschutz geregelt wird, ist von dem jeweiligen Bundesland abhängig. Diese Schutzmaßnahme führt bei einigen Kindern mit Legasthenie zu psychischen Problemen, weil sie sich ausgeschlossen fühlen. Deshalb ist es für die Eltern und Lehrer/innen wichtig zu beobachten, wie das Kind auf diese Maßnahme reagiert.[30]

Die schulische Förderung ist die eine Möglichkeit und die außerschulischen Einrichtungen und eine Therapie, wenn das Kind psychisch unter der Legasthenie leidet, die andere. Die größte Schwierigkeit sind die Kosten, die damit verbunden werden. Die Krankenkassen zahlen meistens nichts dazu, weil sie Legasthenie nicht wie z.B. Sprachstörungen als Krankheit ansehen und dann bleibt die einzige Lösung das Jugendamt. Nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz ist im Paragraph festgelegt, dass Kinder und Jugendliche die „seelisch behindert oder von einer solchen Behinderung bedroht sind“ einen Anspruch auf eine „Eingliederungshilfe“ bekommen. Die Definition der Begriffe „seelisch behindert“ besagt, dass es sich um Menschen handelt, die eine „Schädigung“ von wichtigen Alltagsaktivitäten vorliegt, die man nicht normal bewältigen kann. Und das ist bei Legasthenikern der Fall.[31]

Die Kostenübernahme der Förderungsmaßnahmen von dem Jugendamt ist sehr schwierig. Man muss ein Fachgutachten vom dem Kind erstellen lassen, dass die Möglichkeit einer seelischen Behinderungen aufgrund der Legasthenie besteht. Aber dann kann es immer noch sein, dass sich das Jugendamt sträubt und immer neue Befunde von Ärzten (Augenarzt, Ohrenarzt) einholt, in der Hoffnung etwas zu finden und die Kosten nicht zu tragen. Wenn sie nichts finden, ist das Jugendamt verpflichtet die Kosten zu übernehmen.[32]

Eltern sollten sich genau über die privaten Anbieter erkundigen, da es viele unseriöse Angebote gibt. Sie sollten sich genügend Informationen einholen, da Förderung auch eine Vertrauenssache ist. Einige wichtige Aspekte sollte die Therapie beinhalten. Wenn der Therapeut realistisch ist, das heißt ihnen nicht Verbesserungen nach ein, zwei Sitzungen verspricht und das Konzept auf das Lesen und Schreiben im Vordergrund steht. Der Therapeut sollte über eine Ausbildung und Fortbildungen in dem Bereich qualifiziert sein. Wenn die Gruppen maximal aus fünf Kindern bestehen und ein regelmäßiger Kontakt sowohl zu den Eltern und der Schule besteht, dann könnte die Förderung des Kindes gut gelingen. Andere Aspekte spielen sicherlich auch eine Rolle, Kündigung des Vertrags etc.[33]

7. Fazit

Kinder mit Legasthenie sind häufig und sie haben es in der Gesellschaft schwerer. Aber man kann ihnen helfen. Eltern und Lehrer sollten bei bestimmten Merkmalen handeln und sich von Fachärzten beraten lassen. Denn je schneller eine Diagnose festgestellt wird, desto besser ist es für das Kind. Durch die frühzeitige Diagnose ist es leichter das Kind zu fördern. Sowohl in der Schule, als auch zu Hause und in privaten Einrichtungen. Wichtig ist, dass die Eltern das Kind und das Kind sich selbst, akzeptieren. Sie müssen es hinnehmen, dass es langsamer lernt und niemanden dafür die Schuld geben, sondern das Beste versuchen aus der Situation zu machen. Es kann mit Schwierigkeiten verbunden sein, wenn z.B. niemand die Kosten für die Therapie übernehmen will, aber man sollte nie aufgeben, denn es ist möglich. Der Zusammenhalt und die gegenseitige Kommunikation zwischen den Eltern, der Schule und den Therapeuten sowie mit dem betroffenen Kind ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeit. Denn ein gutes Konzept, kann dem Legastheniker helfen.[34]

Literaturverzeichnis

Ebel, Volker/ Hessmann, Gabriele: Lese- Rechtschreibschwäche, München 2006

Firnhaber, Mechthild: Legasthenie, Wie Eltern und Lehrer helfen können, Frankfurt am Main, 1990

Firnhaber, Mechthild: Legasthenie und andere Wahrnehmungsstörungen, Wie Eltern und Lehrer Risiken frühzeitig erkennen und helfen können

Knauf, Tassilo: Einführung in die Grundschuldidaktik, Lernen, Entwicklungsförderung und Erfahrungswelten in der Primarstufe, Stuttgart, 2001

Dr. med. Schulte- Körne Gerd: Elternratgeber Legasthenie, München 2004[1]

www.info-legasthenie.de Wie wird eine Legasthenie festgestellt? gefunden am: 28.09.2007

[...]


[1] Vgl. Dr. med. Gerd Schulte- Körne: Elternratgeber Legasthenie, München 2004, S.16

[2] Vgl. Schulte- Körne, S.18f.

[3] Vgl. Schulte- Körne, S.16ff.

[4] Vgl. Mechthild Firnhaber: Legasthenie und andere Wahrnehmungsstörungen, Frankfurt am Main 2005, S. 90

[5] Vgl. Schulte- Körne, S.15f.

[6] Vgl. Schulte- Körne, S.67 ff.

[7] Vgl. Schulte- Körne, S. 82

[8] Vgl. Volker Ebel/ Gabriele Hessmann, Lese- Rechtschreib- Schwäche, S.31

[9] www.info-legasthenie.de Wie wird eine Legasthenie festgestellt?

[10] Vgl. Schulte- Körne, S.27 ff.

[11] Vgl. Schulte- Körne S. 34ff.

[12] Vgl. Ebel/ Hessmann, S.44ff.

[13] Vgl. Ebel/ Hessmann, S. 49f.

[14] Vgl. Ebel/Hessmann, S.9f

[15] Vgl. Ebel/ Hessmann, S. 88

[16] Vgl. Ebel/ Hessmann, S.89

[17] Vgl. Ebel/ Hessmann, S.99

[18] Vgl. Mechthild Firnhaber, Legasthenie Wie Eltern und Lehrer helfen können, Frankfurt am Main 1990, S.138

[19] Vgl. Ebel/ Hessmann, S.100

[20] Vgl. Ebel/ Hessmann, S.112

[21] Vgl. Firnhaber, Legasthenie Wie Eltern und Lehrer helfen können, S.138f.

[22] Vgl. Ebel/Hessmann, S.112f.

[23] Vgl. Ebel/Hessmann, S.119f

[24] Vgl. Ebel/Hessmann, S.74

[25] Vgl. Schule- Körne, S.126

[26] Vgl. Schulte- Körne, S.121

[27] Vgl. Tassilo Knauf, Einführung in die Grundschuldidaktik, Stuttgart 2001, S.142f.

[28] Vgl. Knauf, S. 145

[29] Vgl. Schulte- Kerne, S.126f.

[30] Vgl. Ebel/ Hessmann, S.78

[31] Vgl. Ebel/ Hessmann, S.80

[32] Vgl. Ebel/ Hessmann, S.81

[33] Vgl. Ebel/ Hessmann, S.87

[34] Vgl. Ebel/ Hessmann, S.128

26 von 26 Seiten

Details

Titel
Die Lese- Rechtschreibstörung - Legasthenie bei Grundschulkindern
Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Veranstaltung
Didaktisches Grundlagenstudium Deutsch
Note
2,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
26
Katalognummer
V111493
Dateigröße
395 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lese-, Rechtschreibstörung, Legasthenie, Grundschulkindern, Didaktisches, Grundlagenstudium, Deutsch
Arbeit zitieren
Mila Reinhardt (Autor), 2007, Die Lese- Rechtschreibstörung - Legasthenie bei Grundschulkindern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/111493

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