Die Öko-Bilanz als ein Instrument des Öko-Controlling


Hausarbeit, 2001

24 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kennzeichnung eines ökologieorientierten Controlling
2.1 Ziele des Öko–Controlling
2.2 Aufgaben des Öko–Controlling
2.2.1 Die Informationsversorgungsfunktion
2.2.2 Die Koordinationsfunktion

3. Ein kurzer Überblick der möglichen ökologieorientierten Informations– und Entscheidungsinstrumente des Öko–Controlling

4. Die Öko–Bilanz als ein Instrument des Öko–Controlling
4.1 Definition des Begriffs Öko–Bilanz
4.2 Die Funktionen der Öko–Bilanz
4.3 Der Öko–Bilanz–Ansatz als Grundkonzept eines Öko–Controlling auf der Basis des IÖW–Konzeptes
4.3.1 Die Betriebsbilanz
4.3.2 Die Prozessbilanz
4.3.3 Die Produktbilanz
4.3.4 Die Substanzbilanz
4.3.5 Die Bewertung der Öko–Bilanz mit Hilfe der ABC/XYZ–Analyse
4.4 Die Beurteilung des Öko–Bilanz–Ansatzes

5. Schluss

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die in den letzten Jahren immer wachsende Zerstörung der Natur, die Umweltverschmutzung, die zunehmende Inanspruchnahme der natürlichen Ressourcen deuten auf die Gefahr des Niedergangs der für die Menschen lebensnotwendigen Natur hin.

Die Folgen der Umweltverschmutzung sind unüberschaubar und es herrscht weitgehende Einigung, diesen Trend brechen zu müssen.

In grossem Maße wird die Umweltverschmutzung durch die Wirtschaftsaktivitäten direkt oder indirekt ausgelöst. Dementsprechend sind vor allem die Unternehmen diejenigen, die Verantwortung dafür tragen, aber auch die Mittel besitzen, einen ganzheitlichen Umweltschutz voranzutreiben.

Ob die Umweltproblematik damit rechtzeitig entschärft werden kann, hängt es aber auch von einer konsequenten ökologischen Wirtschaftspolitik und von dem Wille bzw. der Fähigkeit der gesamten Menschheit ab, Normen und Verhaltensmuster zu revidieren. Dies kann eine umweltverantwortliche Unternehmensführung fördern.

Der Schutz der Umwelt wird in Zukunft den unternehmerischen Entscheidungsprozess mit immer wachsender Intensität beeinflussen. Somit sind für alle Unternehmen die Handlungsalternativen zu finden, die ökonomisch interessant und ökologisch vertretbar sind.

Die Anforderungen an die Unternehmen auf dem Gebiet des Umweltschutzes wachsen von Jahr zu Jahr. Diese werden durch gesetzliche Vorschriften und vom Verbraucher definiert. Gleichzeitig steigen die umweltinduzierten Kosten. Um diesen entgegenzuwirken, ist es notwendig ein wirksames und erprobtes Managementinstrument zu entwickeln. Dieses Instrument ist heutzutage in fast jedem Unternehmen vorhanden und wird als Controlling bezeichnet. Mit Hilfe dieses Instrumentes lassen sich die Kosten begrenzen und die Unternehmensbereiche steuern. Deswegen macht es Sinn, dieses um die ökologische Umweltschutzziele zu erweitern, um ein effektives Öko–Controlling aufzubauen.

Durch die gesetzlichen Vorschriften und zunehmende Orientierung der Verbraucher nach Öko–Produkten kann eine ökologische Betroffenheit des Unternehmens nicht umgangen werden.

Dementsprechend kommen die Unternehmen nicht umhin, den Umweltschutz in ihr Zielsystem zu integrieren und bei deren Strategien zu beachten.

Die Umweltbelastung durch das Unternehmen muss dokumentiert werden, die Chancen– und Risikopotentiale für die Zukunft müssen abgeschätzt werden. Dem Controlling fällt somit die Aufgabe zu, die Instrumente zu entwickeln, die an ökologischen Erfordernissen ausgerichtet sind und ökologiebezogene Informationen aufbereiten können, und die in der Lage sein müssen, umweltbezogene Schwachstellen und Risiken aufzuzeigen.

Eine Reihe von Instrumenten ist bereits vorhanden, andere befinden sich noch in der Entwicklung.

Eines der am weitesten verbreiteten Instrumente ist die Öko–Bilanz. Dies findet bereits zahlreich Anwendung in der betrieblichen Praxis und wird laufend an Erfahrungen angepasst, um allen Anforderungen in ausreichendem Umfang gerecht zu werden. Hierzu sind verschiedene Konzepte entwickelt worden.

In dieser Arbeit soll die Erstellung einer Öko–Bilanz anhand des Vorschlags des qualifizierenden Öko–Bilanz–Konzeptes, entwickelt vom Institut für ökologische Wirtschaftsprüfung (IÖW), kurz erläutert, werden.

Dabei stellt sich die Frage, ob die Öko–Bilanz einen hilfreichen Beitrag zur Verbesserung der heutigen Umweltsituation leisten kann.

2. Kennzeichnung eines ökologieorientierten Controlling

In den vergangenen zwanzig Jahren hat sich das Controllingkonzept in der Unternehmenspraxis weiterentwickelt und ist zu einer Führungsposition geworden.

Die Auffassungen in der Literatur hinsichtlich der Abgrenzung und dem Gegenstand des Controlling sind vielseitig und weichen stark voneinander ab. Nach Horváth ist Controlling ein funktionsübergreifendes Steuerungskonzept, zu dessen Aufgaben die ergebnisorientierte Koordination von Planung, Kontrolle und Informationsversorgung gehören.[1]

Das Controlling befindet sich in nahezu allen Unternehmen im Vormarsch und hält seinen Einzug in verschiedenen Branchen.[2] Während sich das Controlling auf bestimmte Branchen bezieht, ist das Öko–Controlling unabhängig vom Bereich der Tätigkeiten und der erbrachten Leistungen für jedes Unternehmen von Bedeutung.

Die um sich greifende Zerstörung der Natur, die vielfältigen Umweltverschmutzungen, die zunehmend sensibler reagierende Gesellschaft gegenüber der Umweltfragen, sowie die EG–Ökoaudit–Verordnung[3] von 1933, rücken den unternehmerischen Umweltschutz in den Vordergrund.[4] Das Ökologieproblem betrifft überwiegend das ganze Unternehmen. Um dieses Problem zu bewältigen, ist ein Öko–Controlling aufzubauen, das als führungsunterstützende und abteilungsübergreifende Querschnittsfunktion alle Umweltaktivitäten des Unternehmens koordiniert.[5] Somit ist das traditionelle Controlling um eine ökologische Komponente zu erweitern, um die Folgen der Unternehmensprozesse für die Umwelt abbilden zu können.[6]

Das Öko–Controlling wird also als ein Teilbereich des traditionellen Controlling angesehen.[7]

2.1 Ziele des Öko–Controlling

Ziele jedes Controlling „bestehen in der Sicherung und Erhaltung der Koordinations-, Reaktions- und Adaptionsfähigkeit der Führung, damit diese die Formal- und Sachziele der Unternehmung realisieren kann“.[8] Die grundlegende Zielsetzung der Controllingtätigkeit ist die Unterstützung der Unternehmensleitung bei der Erreichung der unternehmerischen Ziele.[9]

Die Geltung dieser Definition für das Öko–Controlling setzt die Verankerung des Umweltschutzes im Zielsystem des Unternehmens voraus, und zwar als Formal- oder Sachziel. Bei einem Formalziel[10] würde der Umweltschutz eine gleichberechtigte Position z.B. neben dem Gewinn, einnehmen. Solch eine Einordnung des Umweltschutzes ist aber eher unwahrscheinlich. Ein Sachziel ist nach dem exogenen und endogenen Ziel zu unterscheiden. Ein exogenes Sachziel liegt vor, wenn sich das Unternehmen an gesetzliche Vorschriften anpasst, während ein endogenes Sachziel den Umweltschutz als wesentliche Grundlage zur Realisierung des Formalzieles einer adäquaten Gewinnerwirtschaftung betrachtet und dazu dient, betriebliche Erfolgspotentiale aufzuspüren und zu nutzen. Ausserdem sollen die Gefahrenpotentiale aufgedeckt und abgestellt werden.[11] In diesem Fall „gewinnt die Ökologieorientierung an Bedeutung, die eine Anerkennung als eigenständiges Unternehmensziel rechtfertigt“ [12]. Somit stellt Umweltschutz, als endogenes Sachziel, die notwendige Voraussetzung für ein Öko–Controlling dar.[13]

2.2 Aufgaben des Öko–Controlling

Aus der beschriebenen Zielsetzung des Öko–Controlling lassen sich dessen Aufgaben ableiten. Die zwei wichtigsten Aufgaben sind die Informationsversorgung der Unternehmensleitung und die Koordinationsaufgabe.

2.2.1 Die Informationsversorgungsfunktion

Aufgrund der im Mittelpunkt stehenden Unterstützung der Entscheidungsträger ist die Versorgung dieser mit umweltrelevanten Informationen eine zentrale Aufgabe des Öko–Controlling. Damit die Unternehmensleitung ihre umweltschutzbezogenen Ziele erreichen kann, benötigt sie als Basis Informationen, welche die Erfassung und Beurteilung der ökologischen Relevanz der betrieblichen Tätigkeit ermöglichen.

Mit Hilfe geeigneter Instrumente und Methoden (z. B. Kosten- und Leistungsrechnung, Input–Output–Rechnungen, Umweltkennzahlen) sind die gewonnenen Daten systematisch zu erfassen, zu verarbeiten und entsprechend den Informationsbedürfnissen der Mitarbeiter aufzubereiten. Ebenso muss das Öko–Controlling aufgrund der Forderung nach ökologischen Informationen der externen Zielgruppen (z. B. durch das Umweltinformationsgesetz des Unternehmens) die notwendigen Daten für eine externe Berichterstattung in strukturierter Form zur Verfügung stellen.[14]

Die Informationsfunktion ist die Grundlage, einerseits für Planung, Steuerung und Kontrolle der umweltrelevanten Abläufe im Unternehmen und andererseits für die Einschätzung des Ist–Zustandes der unternehmensinduzierten Umweltbelastungen.[15]

2.2.2 Die Koordinationsfunktion

Das Informationsversorgungs-, Planungs- und Kontrollsystem können nicht unabhängig voneinander aufgebaut werden, da diese inhaltlich zusammenhängen. Das Koordinationssystem überlagert diese drei Systeme und stellt somit eine zentrale Aufgabe des Controllers dar[16]: „den inhaltlich und formal abgestimmten Aufbau eines Informationsversorgungs- sowie Planungs- und Kontrollsystems“[17].

[...]


[1] Vgl. Horváth (2000), S. 5.

[2] Vgl. Ebenda, S. 18 ff.
Beispiele: Handelsunternehmen, Versicherungen, Banken, öffentliche Verwaltung,
Krankenhäuser etc..

[3] Ebenda, S. 34. „Verordnung [EWG] Nr. 1836/93 des Rates vom 29. Juni 1933 über die
freiwillige Beteiligung gewerblicher Unternehmen an einem Gemeinschaftssystem für
das Umweltmanagement und die Umweltprüfung“.

[4] Vgl. Ebenda, S. 34 f.

[5] Vgl. Bauermann/Halfmann/Böhm (1995), S. 335.

[6] Vgl. Horváth (1996), S. 139.

[7] Vgl. Stoltenberg/Funke (1996), S. 34.

[8] Horváth (1996), S. 139.

[9] Vgl. Bleis (1995), S. 285.

[10] Unter Formalziele versteht man die unternehmerischen handlungsleitenden Maxime,
z. B. Gewinnmaximierung, Existenzsicherung, Wettbewerbsvorteile etc..

[11] Vgl. Wagner/Janzen (1991), S. 121.

[12] Günther (1994), S. 83.

[13] Vgl. Ebenda, S 80 ff.

[14] Vgl. Stoltenberg/Funke (1996), S. 35.

[15] Vgl. Ebenda, S. 35 f.

[16] Vgl. Bleis (1995), S. 88.

[17] Horváth (2000), S. 10.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Die Öko-Bilanz als ein Instrument des Öko-Controlling
Hochschule
Fachhochschule für Wirtschaft Berlin
Veranstaltung
Gesellschafts- und umweltbezogenes Rechnungswesen
Note
1,3
Autor
Jahr
2001
Seiten
24
Katalognummer
V11176
ISBN (eBook)
9783638174060
Dateigröße
653 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Instrument, Gesellschafts–, Rechnungswesen
Arbeit zitieren
Emina Briga (Autor), 2001, Die Öko-Bilanz als ein Instrument des Öko-Controlling, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11176

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