Das Psychogramm der Schriftsteller Rousseau und Lenz entwickelt sich von Todesahnungen bis zu Suizidgedanken und Suizidversuchen bei Lenz und bis zu einem radikalen, in der Literaturgeschichte einmaligen Verfolgungswahn Rousseaus. Vorliegender Essay arbeitet die negativen Gemeinsamkeiten beider heraus.
Inhaltsverzeichnis
1. Büchners literarische Schilderung einer schizophrenen Psychose hält auch dem kritischen Urteil der modernen Fachmedizin stand.
2. Ich werde hier einen Text entwickeln und unterbreiten, den man nicht unter die fröhliche Wissenschaft wird einreihen können, Rousseau starb völlig vereinsamt 1778 in der Nähe von Paris, Lenz wird 1792 in einem alten, zerrissenen Mantel auf offener Straße in Moskau tot aufgefunden, von niemanden vermisst.
3. Nicht selten, so Immanuel Kant, sei Rousseau seiner sowohl als der Welt überdrüssig gewesen
4. Das äußert der Mann in der Götzendämmerung, der seinen Maßstab an die Welt legte und diese zu klein fand.
5. Es fehlt die abschließende Synthese, eine Achse, um die sich der ganze Text dreht.
6. Die Erkrankten greifen zu den Kulturen als Heilmittel, sei es Literatur, Musik, Kunst usw.
7. Kunze beleuchtet auch die andere Seite: Jean Jacques hat durch seine Todesgeburt dem Vater die Frau genommen und versucht, sie ihm zu ersetzen.
8. Der Philosoph entmannt sich visuell durch die Präsentation seines Hinterns vor Frauen.
9. Was herauskommt, schildert Rousseau in der ihm eigentümlichen Drastik.
10. Er kam als gebrechlicher, kranker und leidender Mann zur Welt, und das soll durch Frauen und Verfolger aufrechterhalten werden: Zu leiden ist ihm recht.
11. Rousseau kennt und sehnt sich nach der heilen Welt, die die Natur uns vorgibt.
12. Sieh da, sieh da!
13. Goethe setzte sich alsbald aber ab vom schwärmerischen Sturm und Drang, machte dank einer pragmatischen Ader Karriere, die Lenz abging.
14. Aber dann erhob sich der Titan, dem mit den kurz hintereinander erscheinenden Götz und Werther ein Doppelschlag gelang, oder er wurde erhoben, und Lenz bezeichnet sich ihm gegenüber als kleiner Dreckhaufen und als stinkender Atem des Volkes.
15. Andere Völker halten aus guten Gründen an ihrer Stammnahrung fest, die Deutschen hecheln dem letzten Schrei ausländischer Küchen hinterher, als sei durch deren Verdauung etwas weltmännisches Rouge auf die Pobacken zu zaubern.
16. Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt! “ … es ist der Charakter der Deutschen, daß sie über allem schwer werden, daß alles über ihnen schwer wird“.
17. Und Hegel fügt zu Goethe hinzu, dass das deutsche Gemüt Geduld, Ernst, Schmerz und die Arbeit des Negativen ‘auszeichnet‘.
18. Nicht immer vernünftig, wankelmütig - er gerät mehr und mehr in die Rolle eines Possenreißers, eine Rolle, die auch der Philosoph La Mettrie am Hofe des großen Königs in Potsdam auszufüllen hatte, um als Atheist zu überleben.
19. Er ist gerade 26 Jahre alt.
20. “Die empfindsamen Herzen lauffen am meisten Gefahr“.
21. Sowohl bei Rousseau, bei Lenz als auch halb bei Büchner werden wir Zeugen eines Selbstverlustes des Geistes, Zeugen, wie Genies sich selbst zerstören, bis sich alles im Fiebertraum dreht.
22. Es wird sich nie mit Sicherheit sagen lassen.
23. “Das sinnlich Wahrnehmbare bewegt mich gar zu leicht … Ich lasse mich von diesen äußeren Eindrücken hinreißen …“
24. Schulz spricht von einer Angst Lenzens vor der eigenen Sinnlichkeit.
25. “Vater! Ich habe gesündigt im Himmel u. vor Dir u. bin fort nicht wert, daß ich Dein Kind heiße“.
26. Martin Kagel hat auf die Merkwürdigkeit hingewiesen, dass der Dichter seinen Vater mehrmals animiert, sein Leben zu beschreiben.
27. “Im Hintergrund der wiederholten Bitte wenigstens scheint die Vorstellung einer Erziehung des Vaters durch den Sohn zu stehen, die dazu dienen soll, den Sohn aus dem, was Kafka den ‘Bann der Erziehung‘ nannte, zu befreien“.
28. Der Erzieher, so dieser 1845 in der dritten Feuerbachthese, muss selbst erzogen werden.
29. In der Sekundärliteratur ist man sich weitgehend einig, dass der religionsgeschädigte Vater seine Beziehungen hat spielen lassen, damit Lenz keine Anstellung findet.
30. Er macht sich schlimme Vorwürfe, er sei unentschlossen, von Trägheit, Schöngeisterei und Schwermut beherrscht.
31. Wenige Tage nach dem Tod in Moskau feiert der Vater sein fünfzigjähriges Amtsjubiläum und sein ältester Sohn, der Oberpastor von Dorpat, der nach väterlicher Auffassung richtig eingeschlagene Bruder von Lenz, beging die Feier seines 25jährigen Amtszeit.
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Parallelen zwischen Jean-Jacques Rousseau, Jakob Michael Reinhold Lenz und Georg Büchner unter dem Fokus ihrer psychischen Verfassung, insbesondere ihrer Depressionen, und stellt diese in den Kontext ihrer jeweiligen gesellschaftlichen Umgebung und philosophischen Ansätze.
- Analyse der depressiven Krankheitsverläufe bei Rousseau und Lenz
- Die Rolle von Vaterfiguren und Erziehung in der Entstehung seelischer Krisen
- Der Zusammenhang zwischen kreativem Schaffen und psychischem Leid
- Gesellschaftskritik als Reflexion persönlicher Entfremdung und psychischer Destabilisierung
- Die Auseinandersetzung mit der Aufklärung und deren Unfähigkeit, das individuelle Leiden zu heilen
Auszug aus dem Buch
Rousseau und Lenz als depressive Menschen
Der Titel dieser kleinen Studie mag Unbehagen hervorrufen – oh, was für ein Auftakt! - deutet er doch unterschwellig das Vorhaben an, schwerkranke Menschen, die sich nicht mehr selbst zur Wehr setzen können, zur Schau zu stellen, sie in Zeiten des Internetzes sozusagen vor den mittlerweile digital gewordenen Augen der Weltöffentlichkeit in eine die Persönlichkeit verletzende Pose zu setzen. Im Fall Rousseaus kann ich als Rechtfertigung vorbringen, dass er eine Autobiografie mit dem Titel ‘Bekenntnisse‘ in der Absicht eines totalen, tief ichbezogenen Exhibitionismus ohne Galle und Verstellung geschrieben hat, er wolle sich der Menschheit in aller Wahrheit der Natur zeigen.
Er hätte es also so gewollt. Er verstehe sein Herz und er kenne die im Widerstreit mit sich selbst liegenden Menschen. Der Einwand, die ‘Bekenntnisse‘ sollten seinem Wunsch gemäß nicht zu seinen Lebzeiten veröffentlicht werden, verfängt nicht, es war die Gefahr einer Verhaftung, die diese Zurückhaltung begründete. Es liegt uns nach Angaben Rousseaus eine negative Autobiografie vor, in der er seine bösen Seiten mehr hervorgehoben habe als seine guten. Er hütet sich vor Schönfärberei und will ein wahres Gemälde seines Charakters und die wahren Beweggründe seiner Handlungsweisen hinterlegen.
Der Monomane zieht sich vor sich selbst in einer Offenheit aus, die Pestalozzi als Skandal, Krafft-Ebing als empörend empfand. Es ist jedoch zu beachten, dass allein die totale öffentliche Offenheit ihm die Authentizität von 1789 bis heute gesichert hat. Offene Freiheit, offene Gleichheit, offene Brüderlichkeit. Er war offen, an ihm kann das Scheitern der Revolution nicht gelegen haben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Büchners literarische Schilderung einer schizophrenen Psychose hält auch dem kritischen Urteil der modernen Fachmedizin stand.: Das Kapitel behandelt die medizinische Relevanz von Büchners Darstellung von Lenz und vergleicht die Einschätzungen durch Zeitgenossen wie Goethe und Karamsin.
2. Ich werde hier einen Text entwickeln und unterbreiten, den man nicht unter die fröhliche Wissenschaft wird einreihen können, Rousseau starb völlig vereinsamt 1778 in der Nähe von Paris, Lenz wird 1792 in einem alten, zerrissenen Mantel auf offener Straße in Moskau tot aufgefunden, von niemanden vermisst.: Hier wird der melancholische und tragische Ausgang der Leben von Rousseau und Lenz skizziert, verbunden mit einer Ankündigung der inhaltlichen Ausrichtung.
3. Nicht selten, so Immanuel Kant, sei Rousseau seiner sowohl als der Welt überdrüssig gewesen: Dieser Abschnitt thematisiert Kants Sicht auf Rousseau und zieht Parallelen zu anderen nachgiebigen Charakteren und Künstlern, die an Melancholie litten.
4. Das äußert der Mann in der Götzendämmerung, der seinen Maßstab an die Welt legte und diese zu klein fand.: Eine Analyse von Rousseaus widerspruchsreichem Stil und der Diskrepanz zwischen seinen theoretischen Idealen und seinem praktischen Handeln.
5. Es fehlt die abschließende Synthese, eine Achse, um die sich der ganze Text dreht.: Dieses Kapitel befasst sich mit der Problematik der Interpretation von Lenz’ Prosatexten, bei denen biografische Notizen oft zugunsten abstrakter Begriffe wie Intertextualität vernachlässigt werden.
6. Die Erkrankten greifen zu den Kulturen als Heilmittel, sei es Literatur, Musik, Kunst usw.: Untersuchung der Rolle von Kunst und Kultur als Kompensations- und Heilversuch für Depressive, sowie die Kritik am rein mechanischen medizinischen Ansatz.
7. Kunze beleuchtet auch die andere Seite: Jean Jacques hat durch seine Todesgeburt dem Vater die Frau genommen und versucht, sie ihm zu ersetzen.: Fokus auf die traumatische Geburt Rousseaus und deren fundamentale Bedeutung für seine psychische Entwicklung und seine Bindungen.
8. Der Philosoph entmannt sich visuell durch die Präsentation seines Hinterns vor Frauen.: Analyse von Rousseaus exhibitionistischen Neigungen und seinem masochistischen Frauenbild als Ausdruck seiner tiefen psychischen Störungen.
9. Was herauskommt, schildert Rousseau in der ihm eigentümlichen Drastik.: Beschreibung von Rousseaus drastischen Schilderungen über die Dominanz der Frauen und die masochistischen Aspekte in seinen Beziehungen.
10. Er kam als gebrechlicher, kranker und leidender Mann zur Welt, und das soll durch Frauen und Verfolger aufrechterhalten werden: Zu leiden ist ihm recht.: Untersuchung von Rousseaus Identifikation mit seinem Leiden und der Rolle der Mutter als zentraler Bezugspunkt.
11. Rousseau kennt und sehnt sich nach der heilen Welt, die die Natur uns vorgibt.: Diskussion über Rousseaus Sehnsucht nach einer heilen Naturwelt und sein zwiespältiges Frauenbild im Kontext von Emanzipation und Ästhetik.
12. Sieh da, sieh da!: Kurzer Exkurs zur literarischen Einordnung von Lenz als Stürmerin und Drängerin.
13. Goethe setzte sich alsbald aber ab vom schwärmerischen Sturm und Drang, machte dank einer pragmatischen Ader Karriere, die Lenz abging.: Analyse der zerbrochenen Freundschaft zwischen Goethe und Lenz sowie deren unterschiedlicher Umgang mit persönlichem Scheitern.
14. Aber dann erhob sich der Titan, dem mit den kurz hintereinander erscheinenden Götz und Werther ein Doppelschlag gelang, oder er wurde erhoben, und Lenz bezeichnet sich ihm gegenüber als kleiner Dreckhaufen und als stinkender Atem des Volkes.: Darstellung der Unterlegenheit Lenzens gegenüber dem erfolgreichen Goethe und der daraus resultierenden Destruktivität.
15. Andere Völker halten aus guten Gründen an ihrer Stammnahrung fest, die Deutschen hecheln dem letzten Schrei ausländischer Küchen hinterher, als sei durch deren Verdauung etwas weltmännisches Rouge auf die Pobacken zu zaubern.: Reflexion über nationale Charaktereigenschaften und die depressive Tendenz im deutschen Gemüt.
16. Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt! “ … es ist der Charakter der Deutschen, daß sie über allem schwer werden, daß alles über ihnen schwer wird“.: Weiterführung der Analyse des deutschen Charakters und des Einflusses von Schmerz und Ernst.
17. Und Hegel fügt zu Goethe hinzu, dass das deutsche Gemüt Geduld, Ernst, Schmerz und die Arbeit des Negativen ‘auszeichnet‘.: Verbindung zwischen Hegels Dialektik, dem deutschen Gemüt und den depressiven Veranlagungen.
18. Nicht immer vernünftig, wankelmütig - er gerät mehr und mehr in die Rolle eines Possenreißers, eine Rolle, die auch der Philosoph La Mettrie am Hofe des großen Königs in Potsdam auszufüllen hatte, um als Atheist zu überleben.: Analyse von Lenzens psychischem Zerfall und seiner Rolle als Außenseiter.
19. Er ist gerade 26 Jahre alt.: Beschreibung der Stigmatisierung Lenzens als wahnsinnig und seines Weges in die Isolation.
20. “Die empfindsamen Herzen lauffen am meisten Gefahr“.: Betrachtung von Lenzens zunehmendem Wahn und der fehlenden Anerkennung für seine Versuche der Selbsttherapie.
21. Sowohl bei Rousseau, bei Lenz als auch halb bei Büchner werden wir Zeugen eines Selbstverlustes des Geistes, Zeugen, wie Genies sich selbst zerstören, bis sich alles im Fiebertraum dreht.: Vergleichende Analyse des Selbstverlustes und der sensiblen psychischen Konstitution der drei Denker.
22. Es wird sich nie mit Sicherheit sagen lassen.: Reflexion über die Unmöglichkeit einer abschließenden Diagnose hinsichtlich Schizophrenie bei Lenz.
23. “Das sinnlich Wahrnehmbare bewegt mich gar zu leicht … Ich lasse mich von diesen äußeren Eindrücken hinreißen …“: Untersuchung der Fragilität als zentrales Merkmal der Depression.
24. Schulz spricht von einer Angst Lenzens vor der eigenen Sinnlichkeit.: Analyse der unterdrückten Sinnlichkeit und der Vaterbeziehung bei Lenz.
25. “Vater! Ich habe gesündigt im Himmel u. vor Dir u. bin fort nicht wert, daß ich Dein Kind heiße“.: Darstellung des tiefen Konflikts zwischen Lenz und seinem Vater sowie die religiösen Auswirkungen auf sein Leben.
26. Martin Kagel hat auf die Merkwürdigkeit hingewiesen, dass der Dichter seinen Vater mehrmals animiert, sein Leben zu beschreiben.: Analyse der psychologischen Dynamik der Vaterbeziehung von Lenz.
27. “Im Hintergrund der wiederholten Bitte wenigstens scheint die Vorstellung einer Erziehung des Vaters durch den Sohn zu stehen, die dazu dienen soll, den Sohn aus dem, was Kafka den ‘Bann der Erziehung‘ nannte, zu befreien“.: Interpretation der Vater-Sohn-Beziehung vor dem Hintergrund von Kafkas Bann der Erziehung.
28. Der Erzieher, so dieser 1845 in der dritten Feuerbachthese, muss selbst erzogen werden.: Anwendung von Marx’ Thesen zur Erziehung auf die familiäre Situation von Lenz.
29. In der Sekundärliteratur ist man sich weitgehend einig, dass der religionsgeschädigte Vater seine Beziehungen hat spielen lassen, damit Lenz keine Anstellung findet.: Darstellung der sozialen Auswirkungen der väterlichen Ablehnung auf Lenz.
30. Er macht sich schlimme Vorwürfe, er sei unentschlossen, von Trägheit, Schöngeisterei und Schwermut beherrscht.: Zusammenfassung von Lenzens Leidensweg in Moskau und seinem psychischen Elend.
31. Wenige Tage nach dem Tod in Moskau feiert der Vater sein fünfzigjähriges Amtsjubiläum und sein ältester Sohn, der Oberpastor von Dorpat, der nach väterlicher Auffassung richtig eingeschlagene Bruder von Lenz, beging die Feier seines 25jährigen Amtszeit.: Abschließende Beobachtung zur familiären Diskrepanz zwischen Lenz und seinem Vater/Bruder.
Schlüsselwörter
Depression, Rousseau, Lenz, Büchner, Melancholie, Vaterbeziehung, Psyche, Philosophie, Aufklärung, Wahnsinn, Individuum, Selbstzerstörung, Natur, Entfremdung, Existenz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die depressiven Veranlagungen und psychischen Krisen der Denker Jean-Jacques Rousseau, J.M.R. Lenz und Georg Büchner, um deren Werk und Leben aus dieser Perspektive neu zu beleuchten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind der Zusammenhang zwischen psychischem Leid und kreativem Schaffen, die zerstörerische Kraft rigider Erziehungssysteme sowie das Scheitern des Individuums in einer entfremdeten bürgerlichen Gesellschaft.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie das persönliche Leiden dieser Denker ihre Weltanschauung prägte und warum die Aufklärung aus Sicht des Autors unfähig war, dieses tiefgreifende individuelle Leiden zu verstehen oder zu heilen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt einen komparativen und psychobiografischen Ansatz, der literarische Texte, Briefe und biografische Dokumente mit philosophischen Reflexionen verknüpft, um eine Synthese aus psychischer Realität und gesellschaftlichem Kontext zu erstellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden detailliert die Bordellszenen in Rousseaus Leben, die traumatische Vaterbeziehung von Lenz, der Einbruch der Depression in den Alltag und die generelle Kritik an einem als seelenlos empfundenen Wissenschafts- und Gesellschaftsbetrieb analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen Depression, Entfremdung, Vaterkomplex, Melancholie, Wahnsinn und die philosophische Auseinandersetzung mit der Aufklärung.
Wie bewertet der Autor das Verhältnis von Rousseau zu seiner Mutter?
Der Autor sieht in der durch die Geburt verursachten Muttertötung den Kern von Rousseaus psychischem Trauma, der ihn zeitlebens prägte und seine Suche nach Ersatzmüttern sowie sein ambivalentes Frauenbild motivierte.
Inwiefern spielt der "Vater" bei Lenz eine entscheidende Rolle?
Lenz’ Vater wird als religiös verblendete Autorität gezeichnet, deren rigide Erziehungsmethoden und Ablehnung den Sohn in eine existenzielle Krise stürzten, aus der er keinen Ausweg fand.
Was bedeutet der Titel "Rousseau und Lenz als depressive Menschen" in diesem Kontext?
Der Titel ist eine bewusste Provokation, die den Fokus weg von der reinen Werkanalyse auf die menschliche, durch Krankheit gezeichnete Existenz der Autoren lenkt.
- Quote paper
- Magister artium Heinz Ahlreip (Author), 2021, Rousseau und Lenz als depressive Menschen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1118735