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Otto von Freising und die "Gesta Friderici Imperatoris". Geschichtsschreibung und Herrschernähe

Titel: Otto von Freising und die "Gesta Friderici Imperatoris". Geschichtsschreibung und Herrschernähe

Hausarbeit , 2021 , 15 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: J. Meck (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wie entstand Otto von Freisings Werk „Gesta Friderici imperatoris“? Inwieweit kann man den Darstellungen des gelehrten Geistlichen Otto von Freising über Kaiser Barbarossa und dem Geschlecht der Staufer Glauben schenken? Sind diese tendenziös? Stammen sie überhaupt von Otto selbst oder gab dieser lediglich die kaiserliche Perspektive wieder? Welches Gegenwarts- und welches Geschichtsbild vertritt Otto und wie schlagen sich beide in seinen Schriften nieder? Diesen Fragen wird in dieser Arbeit nachgegangen.

Seit jeher wähnt sich der mit scheinbar ausweglosen, womöglich sogar prophezeiten Krisenzeiten konfrontierte Mensch in der letzten aller Phasen der Welt, in der Endzeit. Durch die jüdisch-christliche, lineare Geschichtsauffassung von der Welt mit der Schöpfung als Anfang, dem Jüngsten Gericht bzw. der Ankunft eines Messias als Ende und einer bestimmten Zeit dazwischen wurde dieser Art des Denkens maßgeblich der Boden bereitet. So rief auch die Krisenzeit des ausgehenden 11. und des frühen 12. Jahrhunderts bei einigen Zeitgenossen Endzeitstimmung hervor.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Otto von Freising und die Genese der Gesta Friderici imperatoris

3 Ottos Geschichtsschreibung

4 Fazit

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit untersucht die Geschichtsschreibung des Bischofs Otto von Freising, insbesondere sein Werk "Gesta Friderici imperatoris", um die historische Objektivität und die prostaufische Tendenz in der Darstellung von Kaiser Friedrich I. Barbarossa zu analysieren und in den Kontext von Ottos geschichtstheologischem Weltbild einzuordnen.

  • Biografische Hintergründe von Otto von Freising
  • Die Genese und Intention der "Gesta Friderici imperatoris"
  • Quellenwert und Tendenziösität der kaiserlichen Darstellung
  • Einfluss der augustinischen Civitates-Lehre auf Ottos Geschichtsverständnis
  • Die Rolle des Kaisertums im Heilsplan Gottes

Auszug aus dem Buch

Quellenwert und Objektivität der Gesta Friderici

Manche Forscher ziehen aus seinen beiden Werken ein hartes Resümee: Wegen seiner Verwandtschaftsbeziehungen sei Otto von Freising „zu seiner widersprüchlichen Doppelrolle als Prophet des Weltuntergangs und hochgemuter Herold der staufischen Mission [...] prädestiniert“9, so Rainer Traub. Die bereits etwas in die Jahre gekommene Ansicht Robert Holtzmanns von Otto als Hofgeschichtsschreiber der Staufer ist zwar widerlegt, da er scheinbar keine zu engen Beziehungen zum Hof pflegte, sondern mehr auf mündliche Tradition zurückzugriff10, jedoch ist der Grad der Objektivität bzw. Befangenheit des Werkes keinesfalls sicher festzustellen.

Die Gesta Ottos teilt einen Großteil ihres Inhalts mit einem Brief seines Neffen Barbarossas von 1157, in dem er einen Abriss über seine Taten seit seiner Königskrönung 1152 gibt.11 Diesen Brief verfasste der Kaiser bzw. seine Notare auf ein Schreiben vom Freisinger Bischof hin, in dem er anbot, Barbarossas Taten in einem Geschichtswerk zu verewigen und dafür um eine Übersicht über seine Taten bat.12 Der Bischof stellte diesen Brief sogar seinem zweiten Band der Gesta Friderici voran und machte dadurch die Vorlage, an der sich das Werk orientiert, öffentlich. Die Intention für dieses seltene Verhalten ist nicht genau bekannt. Womöglich stellte Otto ihn als Zierde voran, womöglich als Beweis für die Authentizität seiner Schilderungen und womöglich aus anderen Gründen.13

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Endzeitstimmung des 12. Jahrhunderts ein und formuliert die zentrale Fragestellung bezüglich der Objektivität und der Deutungsmuster Ottos von Freising in Bezug auf seinen Neffen Barbarossa.

2 Otto von Freising und die Genese der Gesta Friderici imperatoris: Dieses Kapitel skizziert den Lebensweg Ottos, seine Ausbildung in Paris und seinen Aufstieg zum Bischof sowie die Entstehung seiner zwei Hauptwerke.

3 Ottos Geschichtsschreibung: Hier werden der Quellenwert der "Gesta", die prostaufische Tendenz sowie die theoretischen Grundlagen seines Geschichtsbildes, insbesondere die Civitates-Lehre, analysiert.

4 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass eine prostaufische Tendenz in Ottos Werk unverkennbar ist, diese jedoch eng mit seiner heilsgeschichtlichen Deutung und seiner Rolle als Chronist verknüpft bleibt.

Schlüsselwörter

Otto von Freising, Gesta Friderici imperatoris, Friedrich I. Barbarossa, Geschichtsschreibung, Hochmittelalter, Staufer, Civitas Dei, Civitas mundi, Historiographie, Objektivität, Heilsgeschichte, Weltchronik, Translatio imperii, Regnum, Sacerdotium

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die historischen Schriften von Otto von Freising, insbesondere die "Gesta Friderici imperatoris", um das Verhältnis zwischen zeitgenössischer Geschichtsschreibung und der politischen Nähe zum Herrscherhaus der Staufer zu untersuchen.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder umfassen die Biografie des Autors, die Entstehungsgeschichte der Gesta, die kritische Prüfung der Objektivität des Werkes sowie die Einbettung in das geschichtstheologische Weltbild des 12. Jahrhunderts.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist es zu klären, inwieweit Ottos Darstellungen tendenziös sind und wie seine augustinisch geprägte Geschichtstheologie die Darstellung von Kaiser Friedrich I. Barbarossa als Heilsbringer beeinflusste.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine quellenkritische Literaturanalyse, bei der aktuelle Forschungsergebnisse verschiedener Historiker zusammengetragen und in einen interpretativen Kontext gesetzt werden.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Genese der Gesta, dem Quellenwert im Hinblick auf politische Ereignisse sowie der philosophischen Fundierung durch das Konzept der Civitates und der "mutabilitas rerum".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Otto von Freising, Gesta Friderici, Staufer, Civitas Dei, Geschichtsdeutung und historische Objektivität charakterisiert.

Welche Rolle spielt der kaiserliche Brief von 1157 für das Werk?

Der Brief dient als kaiserliche Vorlage für die Tatenbeschreibung und wird von Otto sogar im zweiten Band der Gesta abgedruckt, was als Beweis für die enge Verflechtung von kaiserlicher Selbstdarstellung und bischöflicher Geschichtsschreibung gedeutet wird.

Warum wird Otto von Freising als "Pessimist" und zugleich als "Optimist" bezeichnet?

In seiner Weltchronik wird er aufgrund der Endzeitstimmung und der Konflikte seiner Zeit oft als Pessimist wahrgenommen, während er in den Gesta einen fast schon euphorischen Optimismus bezüglich Barbarossas Herrschaft zeigt, den er als neues "Auf" in der Geschichte deutet.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Otto von Freising und die "Gesta Friderici Imperatoris". Geschichtsschreibung und Herrschernähe
Hochschule
Universität Stuttgart  (Historisches Institut)
Note
1,0
Autor
J. Meck (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
15
Katalognummer
V1118781
ISBN (eBook)
9783346481542
ISBN (Buch)
9783346481559
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Otto von Freising Bischof von Freising Gesta Friderici Imperatoris Gesta Friderici Gesta Geschichtsbild Theologie Geschichtsschreibung Mittelalter Hochmittelalter Rahewin Historia de duabus civitatibus Freising Barbarossa Kaiser Barbarossa Friedrich I.
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
J. Meck (Autor:in), 2021, Otto von Freising und die "Gesta Friderici Imperatoris". Geschichtsschreibung und Herrschernähe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1118781
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  15  Seiten
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