Im Folgenden wird die Veränderung des Sportunterrichts unter der Macht der Nationalsozialisten thematisiert. Dies wird im Hinblick auf die neue Ausrichtung der Schulfächer und die damit verbundenen neuen Ziele der Schule betrachtet. Im NS war die Vermittlung der nationalsozialistischen Ideologien von größerer Bedeutung, als die Wissensvermittlung selbst und die Ideologien des NS wurden in die Unterrichtsfächer eingebettet. Demzufolge wird die Veränderung des Schulsports im Kölner Raum und die dabei stattfindende Vermittlung der Ideologien des NS in den Blick genommen.
Anfangs wird thematisiert, inwiefern sich die Politik nach Hitlers Machtübernahme verändert hat und welche Ziele Hitler nach seiner Machtübernahme verfolgte. Daraufhin wird noch näher auf die politischen Ideologien Hitlers eingegangen. Da die politischen Ideologien den Grundbaustein der Analyse bilden, wird noch näher darauf eingegangen, wie genau die Kinder in der Schule durch die Leibeserziehung beeinflusst wurden.
Daraufhin wird die Hitlerjugend thematisiert, da diese ebenfalls dafür zuständig war, die SchülerInnen sportlich zu schulen und später auch die Schule im Hinblick auf regelkonforme Umsetzung der Leibeserziehung zu kontrollieren.
Im nächsten Kapitel wird das deutsche Schulsystem im dritten Reich aufgegriffen. Das bedeutet inwiefern der Unterricht stattgefunden hat bzw. wie die zuvor erwähnten politischen Ideologien und Ziele Hitlers in den Unterricht mit eingebettet wurden.
Die im dritten Kapitel stattfindende Analyse umfasst die Betrachtung des Sportunterrichts im Nationalsozialismus und erneut die politischen Ideologien, die durch die Leibeserziehung den Kindern näher gebracht wurden. Dabei geht es auch darum, dass die LehrerInnen eine neue Rolle einnehmen mussten.
Resümierend werden nochmal die politischen Vorhaben mit der Jugend beleuchtet und inwiefern die Umsetzung in Köln stattgefunden hat bzw. die von der Politik vorgegebenen Richtlinien nicht eingehalten worden sind.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2. Methodik
3. Theoretischer Hintergrund
3.1 Der Nationalsozialimus
3.2 Hitlers politische Ideologien
3.3 Hitlers Vorstellungen von Erziehung der Jugend
4. Analyse am Unterrichtsfach Sport
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Einfluss der nationalsozialistischen Ideologie auf den Sportunterricht an Schulen während der Zeit des Nationalsozialismus, mit einem besonderen Fokus auf die regionalen Entwicklungen in Köln und die Rolle der Leibeserziehung als Instrument zur Formung einer kriegsbereiten Jugend.
- Politische Indoktrination durch Leibeserziehung
- Die Rolle der Hitlerjugend (HJ) im Schulalltag
- Militarisierung des Schulsports und Kriegsvorbereitung
- Wandel des Erziehungsziels von Wissensvermittlung zu Ideologie
- Regionale Umsetzung und Diskrepanzen in Kölner Schulen
Auszug aus dem Buch
3.2 Hitlers politische Ideologien
Der Wahlspruch der Nationalsozialisten zeigte, dass die Jugendlichen der Mittel zum Zweck waren: „Wer die Jugend hat, hat die Zukunft“ (vgl. Flessau 2018), denn sein Ziel sei gewesen „nationalsozialistische Menschen“ zu schaffen und diese erschaffenen nationalsozialistisch geprägten Menschen im herannahenden Krieg zu nutzen (vgl. ebd., S.18). Deshalb war das Ziel des Staates die schulische und außerschulische Erziehung nationalsozialistisch zu prägen und zu überwachen. (vgl. Trapp 1994, S.38). Hierbei wurde viel Wert auf die außerschulische Bildung gelegt, um negativen Einflüssen, wie die von Regime untreuen Lehrern, ausgleichen bzw. in einem gewissen Maße unterdrücken zu können (vgl. Greßmann, Prütz 2015, S.61). Diese Aufgabe kam der HJ zu, die dafür zuständig war, die Umsetzung in den Schulen zu kontrollieren und im Falle des Nichteinhaltung der Richtlinien, diese Lehrer von der Schule zu verweisen. In diesem Falle wurden die Lehrer durch HJ erprobte Junglehrer ersetzt (vgl. Trapp 1994, S.105). Die Lehrpläne wurden mit den nationalsozialistischen Ideologien überarbeitet und der Schwerpunkt der Bildung auf die Leibeserziehung gesetzt (vgl. Trapp 1994, S.23).
Die Leibeserziehung umfasste nicht nur den Sportunterricht, sondern sollte mit jedem Unterrichtsfach tangieren (vgl. Greßmann, Prütz 2015, S.46). Dies bedeutete, dass jedes Fach durch nationalsozialistische Inhalte geprägt wurde. Ein kurzer Einblick in die Einzelnen Fächer wäre, dass im Musikunterricht Kampflieder erlernt wurden, der Geschichtsunterricht sich mit der Frühgeschichte befasste und die Aufsätze im Deutsch Unterricht über nationalsozialistischen Themen geschrieben wurden (vgl. Trapp 1994, S.92). Im Biologie Unterricht wurde die Rassenkunde Hitlers vermittelt, wie zum Beispiel ein gesunder Körper und Zwangssterilisation zur Vermeidung erbkranken Nachwuchses aussehen müsse (vgl. Trapp 1994, S.96). Die Aspekte des Biologieunterrichts sollten womöglich zum einen zeigen, wie das Volk in den Augen der Nationalsozialisten auszusehen habe.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Rolle des Sports im Alltag sowie die politische Umdeutung des Schulsports zu einem Instrument der NS-Ideologie.
2. Methodik: Dieses Kapitel erläutert den Forschungsaufbau, der von Hitlers politischen Zielen über die Rolle der Hitlerjugend bis hin zur Analyse der tatsächlichen Umsetzung in Kölner Schulen reicht.
3. Theoretischer Hintergrund: Hier werden die Grundlagen des Nationalsozialismus, Hitlers Ideologien und seine spezifischen Vorstellungen von Jugenderziehung detailliert dargelegt.
4. Analyse am Unterrichtsfach Sport: Die Analyse untersucht, wie Leibeserziehung zum zentralen Erziehungsprinzip und zur Vorbereitung auf den Krieg instrumentalisiert wurde.
5. Fazit: Das Fazit resümiert die starke Aufwertung der Leibeserziehung und stellt fest, dass die ideologische Durchdringung stark von der individuellen Umsetzung der Lehrkräfte abhing.
Schlüsselwörter
Nationalsozialismus, Leibeserziehung, Sportunterricht, Hitlerjugend, Ideologie, Kriegsvorbereitung, Schule, Erziehung, Rassegedanke, Schulsport, Volksgemeinschaft, Köln, Militarisierung, Pädagogik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Transformation des Sportunterrichts im schulischen Kontext unter dem Einfluss der nationalsozialistischen Diktatur.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Aspekte sind die ideologische Indoktrination der Jugend, die Rolle der Hitlerjugend in den Schulen und die Umgestaltung der Lehrpläne hin zur "Leibeserziehung".
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Es wird untersucht, wie die nationalsozialistische Ideologie den Schulsport veränderte und ob diese Vorgaben an Kölner Schulen konsequent umgesetzt wurden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse, um die politische Ideologie Hitlers mit den Veränderungen im Bildungswesen in Verbindung zu bringen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Hintergründe des NS-Schulsystems und konkretisiert die Instrumentalisierung des Sports zur körperlichen und charakterlichen Schulung der Schüler.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Leibeserziehung, Nationalsozialismus, Hitlerjugend, Ideologie und Kriegsvorbereitung.
Inwiefern hat die Hitlerjugend (HJ) den Schulalltag aktiv beeinflusst?
Die HJ kontrollierte die Umsetzung der Leibeserziehung und konnte bei mangelnder Regime-Treue sogar Lehrkräfte absetzen oder Schüler unter Druck setzen.
Warum wurde die Leibeserziehung als "wichtigstes Fach" eingestuft?
Für Hitler diente die körperliche Ertüchtigung der Formung "soldatischer" Charaktere, während klassische Wissensvermittlung als zweitrangig und potenziell störend betrachtet wurde.
Gab es Diskrepanzen zwischen den politischen Vorgaben und der Schulrealität?
Ja, Berichte aus Kölner Schulen zeigen, dass die Ideologisierung nicht immer reibungslos verlief und stark von der Haltung der einzelnen Lehrkräfte abhing.
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- Anonym (Author), 2020, Der Einfluss des Nationalsozialismus auf den Sportunterricht in der Schule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1119060