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Die nichteheliche Lebensgemeinschaft

Die wachsende Attraktivität einer alternativen Lebensform und ihre Auswirkungen auf die Lebenssituation von Frauen und Kindern

Title: Die nichteheliche Lebensgemeinschaft

Diploma Thesis , 2008 , 122 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Christine Schlapa (Author)

Social Work
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This dissertation examined the reasons why people choose cohabitation over marriage and investigates the well-being of women and children in de facto relationships compared to their counterparts in marital unions. Reviewing international research, I discovered that cohabitation attracts people who hold unconventional and non traditional values, who are less religious and reject the male breadwinner model. Older cohabitors are often less committed to the institution of marriage, have already experienced marriage breakdown or do not want to lose there entitlements to widow's pensions. Despite the growing popularity of this living arrangement, critics argue that especially women and children fare less well in de facto unions compared to those in married relationships. While there is a negative impact for women in cohabitation, I found that children face a significant negative impact on their well-being when growing up with cohabiting parents. It has to be taken into consideration, however, that cohabitors in other jurisdictions differ from German cohabitors in their socioeconomic characteristics as well as the societal appreciation and the degree of legal recognition of their union. In consequence, not all of the conclusions drawn in this thesis are generally applicable for Germany.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Begriffsklärung

1.1 Lebensformen

1.2 Ehe

1.3 Nichteheliche Lebensgemeinschaft

1.4 Zusammenfassung

2. Geschichte von Ehe und nichtehelicher Lebensgemeinschaft

2.1 Mittelalter und Neuzeit

2.2 Industrialisierung

2.3 Entwicklungen nach dem Ersten Weltkrieg bis 1970

2.4 Entwicklungen von 1970 bis heute

2.4.1 Individualisierung

2.4.2 Strukturelle Risiken der Familiengründung für Frauen

2.4.3 Entkopplung von Ehe und Elternschaft

2.4.4 Pluralisierung der Lebensformen

2.4.5 Erfordernisse der postmodernen Arbeits- und Lebenswelt

2.4.6 Abbau sozialer Normen und Kontrollmechanismen im Zusammenhang mit der Ehe

2.5 Zusammenfassung

3. Die nichteheliche Lebensgemeinschaft – Typen und Charakteristika

3.1 Wer heiratet, wer kohabitiert? Formen der nichtehelichen Lebensgemeinschaft

3.1.1 Junge Paare

3.1.2 Ehegegner

3.1.3 Geschiedene / Verwitwete

3.2 Weitere Charakteristika von Kohabitierenden und Verheirateten im Vergleich

3.2.1 Religiosität

3.2.2 Partnerschaftliche Bindung („Commitment“)

3.2.3 Bildungsniveau

3.2.4 Berufstätigkeit

3.3 Allgemeine Folgen der spezifischen Charakteristika Kohabitierender

3.3.1 Dauer und Stabilität beider Lebensformen

3.3.2 Lebenszufriedenheit

3.4 Zusammenfassung

4. Die Auswirkungen unterschiedlicher Lebensformen auf die Lebenssituation von Kindern

4.1 Allgemeines

4.2 Auswirkungen des Trennungsrisikos und der Trennung auf Kinder

4.3 Auswirkungen auf die ökonomische Situation

4.3.1 Kohabitation leiblicher Eltern

4.3.2 Nacheheliche Kohabitation

4.4 Einsatz elterlicher Ressourcen für die Kinder

4.5 Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden

4.6 Schulerfolg von Kindern in nichtehelichen Lebensgemeinschaften

4.6.1 Limitationen zur Aussagekraft deutscher Studien über den Schulerfolg und den Schulalltag von Kindern in verschiedenen Lebensformen

4.6.2 Schulerfolg von Kindern in Ehen und nichtehelichen Lebensgemeinschaften in den USA

4.7 Rechtliche Perspektive

4.7.1 Kinder leiblicher Eltern in Ehen und nichtehelichen Lebensgemeinschaften

4.7.2 Kinder in Stieffamilien

4.8 Zusammenfassung

5. Auswirkungen der unterschiedlichen Lebensformen auf die Lebenssituation von Frauen

5.1 Gesundheitliche Aspekte

5.1.1 Gesundheit und Wohlbefinden von Frauen

5.1.2 Gewalt in der Beziehung

5.2 Änderung der Einkommenssituation nach Trennung und Scheidung

5.3 Rechtliche Aspekte

5.3.1 Gesetzliche Grundlagen im Bezug auf die Ungleichbehandlung von Ehe und nichtehelicher Lebensgemeinschaft

5.3.2 Auswirkung von Trennung und Scheidung im Vergleich

5.4 Internationale Perspektive

5.4.1 Allgemeines

5.4.2 Kategorien und Einteilung internationaler Gesetzgebung

5.4.3 Kritik an der Verrechtlichung der nichtehelichen Lebensgemeinschaft

5.5 Zusammenfassung

Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die wachsende Attraktivität der nichtehelichen Lebensgemeinschaft als alternative Lebensform zur Ehe und analysiert deren Auswirkungen auf die Lebenssituation von Frauen und Kindern im Vergleich zur Ehe.

  • Ursachen für den Anstieg nichtehelicher Lebensgemeinschaften
  • Vergleichende Analyse von Charakteristika der Partner in Ehe und Kohabitation
  • Auswirkungen der Lebensform auf die Lebenssituation von Kindern (ökonomisch, gesundheitlich, rechtlich)
  • Auswirkungen der Lebensform auf die Lebenssituation von Frauen (gesundheitlich, ökonomisch, rechtlich)
  • Internationale Perspektiven auf die rechtliche Regelung nichtehelicher Lebensgemeinschaften

Auszug aus dem Buch

2.2 Industrialisierung

Vor der Industrialisierung waren Eheleute ein Teil des Familien- oder Hausverbandes, der eher wirtschaftlich organisiert war. Die typische Familie zu dieser Zeit war die ländliche Großfamilie („ganzes Haus“), in der die Ehe keine persönliche Angelegenheit war, sondern orientiert war an den Interessen des Kollektivs, in dem es um Produktion (beispielsweise Getreidebau oder Viehwirtschaft) und Besitzsicherung ging. Dies bedeutet auch, dass die vorindustrielle Wirtschaft zum größten Teil Familienwirtschaft war, was die Familie zur Produktionsstätte machte. Somit waren die Eheleute mehr durch gemeinsame Produktionsinteressen verbunden als durch die Liebe. Diese Zeit war gekennzeichnet von vielfältigen Heiratsbeschränkungen (vgl. Peuckert 1999, 21; Meyer 1992, 34-35; vgl. Lenz / Böhnisch 1997, 11-15).

Von diesen Heiratsbeschränkungen, die teilweise vom sechzehnten bis zum neunzehnten Jahrhundert Gültigkeit besaßen, waren beispielsweise bestimmte Bevölkerungsgruppen betroffen. Ihnen wurde das Recht, eine Ehe zu schließen, vorenthalten. Zu den betroffenen Personengruppen zählten Studenten, Soldaten, Gesellen und Dienstboten. Zusätzlich wurden im späten achtzehnten Jahrhundert immer mehr Voraussetzungen durch die Kirche festgelegt, die ein Paar für eine Eheschließung zu erfüllen hatte. Hierzu zählte insbesondere, dass vor der Eheschließung nachgewiesen werden musste, dass die zukünftigen Eheleute die Versorgung einer Familie gewährleisten konnten. Dieser Umstand wurde somit für viele mittellose heiratswillige Paare zu einem unüberwindbaren Hindernis. Der Schritt in eine nichteheliche Lebensgemeinschaft und damit in die Illegalität war hier oft der einzige Ausweg für diese Paare, was sich auch an den hohen außerehelichen Geburten dieser Zeit mit einer Rate um die 50% in manchen Teilen Deutschlands widerspiegelte (vgl. Venger 2004, 28-29).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Begriffsklärung: Definition der zentralen Lebensformen (Ehe vs. nichteheliche Lebensgemeinschaft) sowie Klärung grundlegender soziologischer Termini.

2. Geschichte von Ehe und nichtehelicher Lebensgemeinschaft: Historischer Abriss der Entwicklung beider Lebensformen vom Mittelalter bis in die Gegenwart unter besonderer Berücksichtigung gesellschaftlicher Wandlungsprozesse.

3. Die nichteheliche Lebensgemeinschaft – Typen und Charakteristika: Analyse der verschiedenen Typen (junge Paare, Ehegegner, Geschiedene/Verwitwete) und der sozio-demografischen Merkmale wie Religiosität und Bildung.

4. Die Auswirkungen unterschiedlicher Lebensformen auf die Lebenssituation von Kindern: Untersuchung der Folgen verschiedener Lebensformen für Kinder hinsichtlich Ökonomie, Gesundheit, schulischem Erfolg und rechtlicher Stellung.

5. Auswirkungen der unterschiedlichen Lebensformen auf die Lebenssituation von Frauen: Betrachtung der Auswirkungen auf Frauen in Bezug auf Gesundheit, Gewalterfahrungen, ökonomische Situation nach Trennung und die rechtliche Einordnung im internationalen Vergleich.

Schlüsselwörter

Nichteheliche Lebensgemeinschaft, Ehe, Kohabitation, Lebensformen, Familiensoziologie, Frauenerwerbstätigkeit, Kinderarmut, Trennungsrisiko, Scheidungsrecht, Institution Ehe, Individualisierung, Stiefkinder, Unterhaltsrecht, Sozialisation, Beziehungsqualität

Häufig gestellte Fragen

Was ist das zentrale Thema dieser Diplomarbeit?

Die Arbeit untersucht die wachsende Bedeutung nichtehelicher Lebensgemeinschaften in der modernen Gesellschaft und deren Auswirkungen auf die Lebenssituation von Frauen und Kindern im Vergleich zur traditionellen Ehe.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Themenfelder umfassen die historische Entwicklung von Ehe und Kohabitation, die verschiedenen Typen und Charakteristika von Paaren in nichtehelichen Lebensgemeinschaften sowie die Auswirkungen dieser Lebensform auf Kinder und Frauen in ökonomischer, gesundheitlicher und rechtlicher Hinsicht.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es zu analysieren, warum Paare heute zunehmend die nichteheliche Lebensgemeinschaft wählen und welche Vor- oder Nachteile sich daraus für Frauen und Kinder ergeben, insbesondere im Hinblick auf Stabilität, ökonomische Absicherung und Rechtsschutz.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer umfassenden Literaturanalyse sowie der Auswertung empirischer Daten (u.a. Mikrozensus, Familiensurveys), um soziologische und ökonomische Zusammenhänge im Vergleich zwischen Ehe und nichtehelicher Lebensgemeinschaft darzustellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entwicklung (Kapitel 2), die Typisierung der Kohabitierenden (Kapitel 3) sowie die detaillierte Folgenabschätzung für Kinder (Kapitel 4) und Frauen (Kapitel 5).

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Kernbegriffe sind Nichteheliche Lebensgemeinschaft, Kohabitation, Deinstitutionalisierung der Ehe, Individualisierung sowie die spezifischen Auswirkungen auf die Lebenssituation von Frauen und Kindern.

Wie unterscheidet sich die Lebenszufriedenheit in den beiden Lebensformen?

Studien deuten darauf hin, dass Verheiratete tendenziell eine höhere Lebenszufriedenheit aufweisen, was teilweise auf Selektionseffekte (gesündere/stabilere Menschen heiraten eher) und teilweise auf die institutionelle Absicherung durch die Ehe zurückgeführt wird.

Welche Rolle spielt das Recht bei der Benachteiligung?

Die rechtliche Ungleichbehandlung, etwa beim Unterhaltsrecht, beim Steuersplitting oder bei der Stiefkindadoption, stellt einen wesentlichen Faktor dar, der Frauen und Kinder in nichtehelichen Lebensgemeinschaften gegenüber Ehepaaren benachteiligen kann.

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Details

Title
Die nichteheliche Lebensgemeinschaft
Subtitle
Die wachsende Attraktivität einer alternativen Lebensform und ihre Auswirkungen auf die Lebenssituation von Frauen und Kindern
College
University of Applied Sciences Jena  (Fachbereich Sozialwesen)
Grade
1,0
Author
Christine Schlapa (Author)
Publication Year
2008
Pages
122
Catalog Number
V112016
ISBN (eBook)
9783640107261
Language
German
Tags
Lebensgemeinschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christine Schlapa (Author), 2008, Die nichteheliche Lebensgemeinschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112016
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