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Das Motiv der Pest in der abendländischen Literatur und im Roman von Camus

Titre: Das Motiv der Pest in der abendländischen Literatur und im Roman von Camus

Dossier / Travail , 2002 , 17 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Patrick Nitsch (Auteur)

Philologie française - Littérature
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Gegenstand dieser Arbeit ist das Motiv der Pest in der abendländischen Literatur und im Roman von Camus. Die literarische Darstellung der Pest in der abendländischen Literatur beschränkt sich im folgenden auf die ausgewählten Schriftsteller Homer, Thukydides, Lukrez, Boccaccio und Manzoni.

Die vorliegende Arbeit gliedert sich in drei Hauptabschnitte:
Zuerst sollen die altertümlichen Geschichtsschreiber Thukydides und Lukrez (einführend mit dem Dichter Homer), anschließend zwei vulgärsprachliche Schriftsteller in ihrer Darstellung der Pest untersucht werden. So wie es auch die entsprechenden Literaturwissenschaften tun, soll hier eine Trennung zwischen Geschichtsschreibung und der vulgärsprachlichen Literaturen, in dieser Arbeit, die von Boccaccio und Manzoni erfolgen. Abschließend wird ausführlich das Motiv der Pest in Camus’ „La Peste“ besprochen. Während vorher nur Teile eines Werkes behandelt wurden, soll hier ein ganzer Roman im Vordergrund stehen und dazu dienen, durch Interpretationen den Gehalt des Textes zu entschlüsseln und der Frage nachzugehen, was die Funktion der Pestbeschreibung in Camus’ Werk ist.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. HAUPTEIL

2.1 Altertümliche Geschichtsschreiber

2.1.1 „Ilias“ von Homer

2.1.2 „Geschichte des Peloponnesischen Krieges“ von Thukydides

2.1.3 „Über die Natur der Dinge“ von Lukrez

2.2 Vulgärsprachliche Schriftsteller

2.2.1 „Das Dekameron“ von Giovanni Boccaccio

2.2.2 „Die Verlobten“ von Alessandro Manzoni

2.2.3 „Die Pest“ von Albert Camus

3. SCHLUSS

4. LITERATURVERZEICHNIS

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht das Motiv der Pest in der abendländischen Literatur, wobei der Fokus auf dem Roman „Die Pest“ von Albert Camus liegt, um dessen Funktion und philosophische Bedeutung im Vergleich zu früheren literarischen Pestdarstellungen zu entschlüsseln.

  • Historische Entwicklung des Pestmotivs in der Literatur
  • Vergleich zwischen antiken Geschichtsschreibern und vulgärsprachlichen Autoren
  • Analyse der Pest als Sinnbild für das Absurde und die menschliche Existenz
  • Politisch-historische Interpretation des Pestgeschehens
  • Existentialistisch-metaphysische Bedeutungsebenen bei Albert Camus

Auszug aus dem Buch

2.2.3 „Die Pest“ von Albert Camus

„La Peste“ von Albert Camus erschien 1947 und gliedert sich in fünf Abschnitte. Grundgerüst des Romans ist eine Pest, die in den 40er Jahren des 20.Jahrhunderts in Oran, einer Stadt in Algerien wütet. Die Hauptfigur ist der Arzt Bernard Rieux, der zusammen mit einigen anderen Personen versucht der Seuche Herr zu werden. Dies gelingt ihnen auch, allerdings nicht ohne Opfer beklagen zu müssen.

Die Darstellung der Pestwirklichkeit und deren Ablauf, sowie die genaue und detaillierte Vorstellung der einzelnen Charaktere nimmt den Hauptteil des Romans ein. Der erste Teil berichtet von der Sterblichkeit der Ratten, den Anfängen einer großen Seuche mit den ersten Toten und endet mit der Verlautbarung der Behörden die Stadt zu schließen. Im zweiten Teil gewinnt die Seuche immer mehr an Kraft, wodurch die Bevölkerung die Krankheit zu realisieren beginnt. Um Rieux bildet sich eine Gruppe von Personen, die alle durch unterschiedliche Motivation zu dem Entschluss gelangt sind, gegen die Pest und für die Erkrankten zu kämpfen. Der dritte Teil bringt Tatsachen, wie sie schon von anderen Autoren berichtet wurden: Die Moral der Bevölkerung auf dem Höhepunkt der Seuche, die Schilderung der Begräbnissitten und deren Verfall. Im vierten Teil treten die Gruppe um Rieux und vor allem Einzelschicksale in den Vordergrund. Das Auftauchen von lebendigen Ratten kündigt das Abklingen der Krankheit an. Der fünfte Teil verkündet das Ende der Pest, das Leben in der Stadt nimmt nach der Erleichterung seinen gewohnten Gang und die Bewohner Orans kehren zu ihren alten Lebensgewohnheiten zurück.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in den Gegenstand der Arbeit und Vorstellung der ausgewählten Autoren Homer, Thukydides, Lukrez, Boccaccio und Manzoni.

2. HAUPTEIL: Detaillierte Untersuchung literarischer Pestbeschreibungen in der Antike und bei vulgärsprachlichen Schriftstellern sowie eine tiefgehende Analyse von Albert Camus' Roman.

2.1 Altertümliche Geschichtsschreiber: Analyse der Pestdarstellungen bei Homer, Thukydides und Lukrez als historische und literarische Maßstäbe.

2.1.1 „Ilias“ von Homer: Betrachtung der Pest als göttliche Strafe im antiken Epos.

2.1.2 „Geschichte des Peloponnesischen Krieges“ von Thukydides: Untersuchung der Pest als erste objektive, medizinisch detaillierte Seuchenbeschreibung.

2.1.3 „Über die Natur der Dinge“ von Lukrez: Analyse der ersten Pestbeschreibung in der römischen Literatur als Kontrast zum Anfang des Werkes.

2.2 Vulgärsprachliche Schriftsteller: Vergleich der Darstellung der Pest bei Boccaccio, Manzoni und Camus.

2.2.1 „Das Dekameron“ von Giovanni Boccaccio: Beschreibung der Pest von 1348 als düsterer Hintergrund für eine Novellensammlung.

2.2.2 „Die Verlobten“ von Alessandro Manzoni: Analyse der Pest als Hindernis für die Protagonisten und als moralischer Spiegel.

2.2.3 „Die Pest“ von Albert Camus: Tiefgehende Interpretation des Romans als Abbild menschlicher Existenz und als Kampf gegen das Absurde.

3. SCHLUSS: Zusammenfassende Betrachtung des 2000 Jahre umspannenden Bogens der Pestliteratur vom antiken Menschen bis zum autonomen Menschen bei Camus.

4. LITERATURVERZEICHNIS: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.

Schlüsselwörter

Pest, Literaturgeschichte, Albert Camus, Thukydides, Boccaccio, Existentialismus, Absurdes, Menschenbild, Seuche, Pestbeschreibung, Mailand, Oran, antike Literatur, Moral, Metaphysik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht das literarische Motiv der Pest von der Antike bis hin zum 20. Jahrhundert, mit einem besonderen Fokus auf den Roman „Die Pest“ von Albert Camus.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder sind die historische Entwicklung der Pestdarstellung, die literarische Funktion von Seuchenbeschreibungen sowie deren philosophische und moralische Deutung.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit analysiert, welche Funktion die Beschreibung der Pest bei Camus erfüllt und wie sie sich in die Tradition früherer Autoren einreiht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die sowohl vergleichende Textinterpretation als auch die Einordnung in historisch-existenzphilosophische Kontexte umfasst.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung antiker Geschichtsschreiber sowie vulgärsprachlicher Schriftsteller und schließt mit einer detaillierten Analyse des Camus-Romans ab.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere das „Absurde“, die „existenzielle Bedrohung“, „Objektivität“ in der Chronik und die „Abgeriegelte Stadt“ als Symbol.

Wie unterscheidet sich Camus' Pestbeschreibung von der bei Thukydides?

Während Thukydides eine objektive historische Schilderung anstrebt, nutzt Camus die Pest als eine zweite, symbolische Ebene zur Auseinandersetzung mit existenzphilosophischen Fragen und dem Absurden.

Welche Rolle spielt die „abgeriegelte Stadt“ in dieser Untersuchung?

Die abgeriegelte Stadt fungiert sowohl bei Thukydides als auch bei Camus als Symbol für die menschliche Ausgeliefertheit an das Schicksal und als abgeschlossener Raum zur Untersuchung menschlichen Verhaltens.

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Résumé des informations

Titre
Das Motiv der Pest in der abendländischen Literatur und im Roman von Camus
Université
University of Freiburg  (Romanisches Seminar)
Cours
Albert Camus
Note
2,0
Auteur
Patrick Nitsch (Auteur)
Année de publication
2002
Pages
17
N° de catalogue
V11267
ISBN (ebook)
9783638174725
Langue
allemand
mots-clé
Camus La Peste Pest
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Patrick Nitsch (Auteur), 2002, Das Motiv der Pest in der abendländischen Literatur und im Roman von Camus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11267
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Extrait de  17  pages
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