Empathie von Mensch und Tier. Woher kommt die menschliche Moral? Haben Tiere eine Moral?


Hausarbeit (Hauptseminar), 2021

15 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Werte

3. Tierische Moral

4. Menschliche Moral

5. Vergleich

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In dieser Hausarbeit soll sich mit dem Thema „Empathie von Mensch und Tier“ beschäftigt werden. Die Frage nach der tierischen Moral ist ein ethisch bewegender Diskurs, welcher stark polarisiert. Die von Frans de Waal aufgestellte These besagt, dass die Moral ein Produkt der Evolution ist und nicht erst seit dem Menschen im Lebewesen existiert. Die sozialen Verhaltensweisen, welche auf Moral beruhen wie „Helfen“ und „Gutsein“ bringen einer sozialen Gruppe nur Vorteile, weswegen diese sich evolutionär durchgesetzt haben. Die Kritik an dieser These wird dadurch motiviert, dass die nicht-menschlichen Lebewesen keine Autonomie besitzen und deswegen die Moralität eine menschliche Eigenschaft sei. Diese Kritik motiviert die ersten Kapitel der Hausarbeit, wobei die Werte „Moral“ und „Empathie“ definiert werden. Diese Definition soll die Wertung in den folgenden Kapiteln erleichtern.

Das Kapitel der „Tierischen Moral“ basiert zu Teilen auf De Waals Annahme, dass die Moral verschiedene Stufen der Ausprägung hat: die moralischen Gefühle, dann den sozialen Druck und darauf aufbauend die Beurteilung und Überlegung. Als Ergänzung dazu dienen die tierischen Moralvorstellungen anderer Tier- und Bioethiker. Um einen Vergleich durchführen zu können wird im Kapitel die „Menschliche Moral“ ein Überblick nach allgemeinem Verständnis definiert und als Aspekt der menschlichen Natur untersucht.

Anschließend folgt das „Vergleichskapitel“, in diesem Kapitel werden zuerst die Gemeinsamkeiten der tierischen und menschlichen Moral festgestellt und dann die Unterschiede in der Moralfähigkeit definiert, dabei wird die tierische Moral von der Menschlichen abgegrenzt und dabei eine klare Differenz der beiden erstellt. Anschließend werden in einem Unterpunkt die Gemeinsamkeiten und die Unterschiede zusammengefasst, ausgewertet und beschrieben. Anbei besteht die Vermutung, dass die tierische Moral mehr mit der menschlichen Moral gemein hat, als dass sie sich von dieser unterscheidet.

Im abschließenden Fazit werden die vorangegangen Kapitel nochmals umrissen und die Fragen zu der Empathie von Mensch und Tier beantwortet. Dabei leitet die Frage „Haben Tiere eine Moral?“ eher in einer rhetorischen Funktion durch die Kapitel, da die verwendete Primärliteratur eine deutliche Position dazu aufzeigt. Die Frage nach der Herkunft der menschlichen Moral wird somit allerdings präsenter und deutlich relevanter für die allgemeine Forschung zur Moral der Tiere. Auch wenn Tierethiker wie Frans de Waal, Marc Bekoff und Rainer E. Wiedenmann die tierische Moral grundlegend anerkennen, so ist sie doch noch umstritten. Wenn die menschliche Moral ihre Herkunft nachweislich in der tierischen Moral hat, so wird die Widerlegung der tierischen Moral an sich unmöglich.

2. Werte

Die immateriellen Werte der Moral und Empathie gelten als Werte, welche förderlich für den sozialen Zusammenhalt von Gruppen sind. Für Schopenhauer liegt im Mit-Leiden die Urquelle der Moral1.

Während die Moral durch ein Handlungskonzept, Prinzip oder Kodex bestimmt ist, ist die Empathie eine Fähigkeit, die angeboren oder erworben ist.

a. Was ist Moral?

Das deutsche Wort „Moral“ leitet sich vom französischen morale und noch weiter vom lateinischen moralis (die Sitte betreffend; lateinisch: mos, mores Sitte, Sitten) ab. Letzteres wird als philosophia moralis zur Begriffsübersetzung von êthikê (Ethik) verwendet.2

Der Mensch ist ein soziales Wesen, welches auf eine funktionierende Gemeinschaft angewiesen ist. Daher ist durch Liebe und Zuneigung die Bereitschaft für Fürsorge und Verzicht angeboren worden. Diese Merkmale sind evolutionär bedingt und liegen demnach in den Genen, also ist soziales und richtiges Handeln nicht erlernbar. Jedoch sind die Moralvorstellungen des Menschen von seinem Umfeld und der Kultur geprägt.3

b. Was ist Empathie?

Die Herkunft und die Bedeutung des Wortes Empathie sind getrennt zu betrachten. Das Wort stammt vom altgriechischen ἐμπάθεια empátheia ab und bedeutet „intensive Gefühlsregung, Leidenschaft“.4 Der Bedeutungsinhalt des modernen Terminus im umgangs- oder fachsprachlichen Gebrauch ist eher dem altgriechischen συμπάθεια sympátheia gleichzusetzen und bedeutet „Einfühlung“.5 Bei der Empathie handelt es sich nicht um eine Emotion, sondern um eine Reaktion auf die Emotionen anderer. Es gibt kognitive und emotionale Empathie – die kognitive Empathie lässt den Menschen die Gefühle anderer erkennen und die emotionale Empathie lässt zu, dass man sich in andere hineinfühlen kann und die Emotionen versteht.6

[...]


1 Arthur Schopenhauer: Die Welt als Wille und Vorstellung I. 1986, S. 513

2 Cicero: De fato 1 S. 149

3 Ina Wunn: Die Evolution der Religionen.

4 εμπάθεια bei komvos.edu.gr und εμπάθεια bei in.gr (griechisch–englisch)

5 Empathy, Dictionary.com

6 Paul Ekman: Gefühle lesen. Berlin 2010, S. 249

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Empathie von Mensch und Tier. Woher kommt die menschliche Moral? Haben Tiere eine Moral?
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel
Note
1,7
Autor
Jahr
2021
Seiten
15
Katalognummer
V1127606
ISBN (eBook)
9783346486875
ISBN (Buch)
9783346486882
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Tierwohl, Empathie, Ethik, Moral, Moralgefühl, Menschlichkeit
Arbeit zitieren
Anne Kamischke (Autor:in), 2021, Empathie von Mensch und Tier. Woher kommt die menschliche Moral? Haben Tiere eine Moral?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1127606

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