In dieser Arbeit wird untersucht, warum die Menschen das Bedürfnis verspüren, eine Online-Identität zu konstruieren und auf welche Art und Weise sie eine Selbstpräsentation vorführen, und ob sie dabei eine völlige Agens haben. Außerdem geht diese Arbeit auch auf die Frage ein, was für Auswirkungen die digitale Identität auf die Offline-Identität und das Leben der Menschen haben oder ob sie überhaupt einen Einfluss auf die Offline-Identität des Menschen übt.
Die vorliegende Arbeit wird in drei Teilen gegliedert: Einleitung, Hauptteil und Schluss. Zuallererst wird eine Einleitung zu dem Thema gegeben, wobei die Zielsetzung, Herangehensweise auch vorgestellt werden. Der Hauptteil wird dann in drei Unterteilen aufgegliedert. Im ersten Unterteil mit dem Titel "Persönliche und Soziale Identität" werden zwei sozio-psychologischen Theorien der Identität, eine von Tajfel und Turner und eine von Jean-Claude Kaufmann, herangezogen, um einen Überblick darüber zu geben, was unter Identität zu verstehen ist, wie sie sich bildet und welche Funktion sie erfüllt. Der zweite Unterteil heißt "Identitätskonstruktion in den sozialen Medien", wobei sich mit den ersten zwei Forschungsfragen auseinandergesetzt wird. Im dritten Unterteil mit dem Titel "Auswirkung der Online-Identität auf die Offline-Identität" wird die dritte Forschungsfrage beantwortet. Bei der Beantwortung aller Forschungsfragen wird ein Bezug auf verschiedene Forschungsergebnisse/Forscher und Medientheoretiker genommen. Die Arbeit endet dann mit dem dritten Teil der Arbeit d.h. dem Schluss.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Zielsetzung
1.2. Herangehensweise
2. Hauptteil
2.1. Persönliche und soziale Identität
2.2. Identitätskonstruktion in den sozialen Medien
2.3. Auswirkung der Online-Identität auf die Offline-Identität
3. Schluss
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der Online-Identitätskonstruktion in sozialen Medien und der realen Offline-Identität eines Individuums. Dabei wird analysiert, inwieweit soziale Netzwerke die Selbstdarstellung beeinflussen, welche Mechanismen der Identitätsbildung dort wirken und ob Nutzer tatsächlich die volle Kontrolle über ihre digitale Identität behalten oder durch algorithmische Strukturen sowie sozialen Druck fremdbestimmt werden.
- Theoretische Grundlagen der sozialen Identität (Tajfel & Turner)
- Selbstdarstellungskonzepte (Frontstage/Backstage nach Goffman)
- Einfluss von Personal Branding und sozialen Feedbacks
- Digitale Identitätskonstruktion als potenziell fragiles Selbstwertgefühl
- Wechselwirkungen zwischen digitalen Plattformen und der Offline-Realität
Auszug aus dem Buch
2.2. Identitätskonstruktion in den sozialen Medien
Die Identitätskonstruktion und die Kommunikation in den sozialen Medien kann anhand der von dem kanadischen Soziologen und sozialpsychologen ,Erving Goffman‘ vorgetragenen Interpretation der Selbstdarstellung analysiert werden. Goffman stellt zwei Konzepte vor, nämlich ,,Frontstage“ und „Backstage“: Bei Frontstage finden die Aktivitäten vor dem Publikum statt; in dieser Phase sind die Menschen sich sehr bewusst, was sie über sich selbst vor dem Publikum projizieren wollen. Im Gegensatz dazu ist die Backstage ein Raum, in dem nur der Schauspieler anwesend ist, ohne das Publikum, und daher kann er sich selbst sein oder seine eigene persönliche Identität schaffen. Auf die Selbstdarstellung in den sozialen Medien könnte das Konzept von Frontstage übertragen werden, denn in den sozialen Medien hat man die Zeit, vor allen Mitgliedern seines Netzwerks seine Präsentation „strategisch“ zu organisieren, um ein akkurates, schmeichelhaftes und gefälliges Selbstbild zu vermitteln. Beispielweise überschreitet auch die Entwicklung der geschlechtlichen und sexuellen Identität die Offline-Grenzen: man bearbeitet die erwünschten Formen der Weiblichkeit, Männlichkeit und des Sexappeals, indem man bestimmte Hintergründe, Posen, Kamerawinkel auswählt oder sich selbst in Beziehung zu anderen stellt.
Daneben können die sozialen Medien die Jugendliche auch dazu befähigen, gemeinsam mit Freunden Bedeutungen für Geschlecht und Sexualität zu konstruieren oder eher umzukonstruieren, die die dominanten Paradigmen untergraben. Außerdem kann man diejenige Aspekte seines inneren oder wahren Selbst mitteilen, die in der physischen Welt schwieriger auszudrücken sein könnten oder man kann auch das idealisierte oder potentielles Selbst verwirklichen. In dem Sinne bieten die sozialen Medien die emanzipatorischen und subversiven Möglichkeiten an, indem die Menschen jetzt nicht mehr nur Konsumenten, sondern auch Medienproduzenten sind, die Online-Medienumgebungen mitgestalten, um sie genauer auf ihre persönlichen Bedürfnisse und Vorlieben abzustimmen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in den Identitätsbegriff und die Problemstellung der digitalen Selbstdarstellung im Kontext sozialer Medien.
1.1. Zielsetzung: Darlegung der Forschungsabsicht, die Online-Identitätskonstruktion zu hinterfragen und deren Einfluss auf das Offline-Leben zu beleuchten.
1.2. Herangehensweise: Erläuterung der dreiteiligen Struktur der Arbeit und der verwendeten theoretischen Ansätze zur Identitätsanalyse.
2. Hauptteil: Analyse der theoretischen Rahmenbedingungen und der Prozesse der Identitätsbildung in digitalen Umgebungen.
2.1. Persönliche und soziale Identität: Vorstellung der Theorie der sozialen Identität von Tajfel und Turner sowie die Konzepte der sozialen Kategorisierung und des sozialen Vergleichs.
2.2. Identitätskonstruktion in den sozialen Medien: Anwendung von Goffmans Frontstage- und Backstage-Konzept auf die digitale Selbstdarstellung und Diskussion von Personal Branding.
2.3. Auswirkung der Online-Identität auf die Offline-Identität: Untersuchung der Wechselwirkung zwischen digitalen Räumen und realem Selbst, inklusive Phänomenen wie Selbstobjektivierung.
3. Schluss: Zusammenfassung der Ergebnisse mit dem Hinweis auf die Notwendigkeit einer bewussten Reflexion gegenüber algorithmischen Strukturen.
Schlüsselwörter
Identität, soziale Medien, Selbstdarstellung, Identitätskonstruktion, soziale Identitätstheorie, Online-Identität, Offline-Identität, Personal Branding, soziale Kategorisierung, Selbstwertgefühl, soziale Netzwerke, Medienkompetenz, Digitalisierung, Identitätsmanagement, Subjektivität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Art und Weise, wie soziale Medien die Identitätskonstruktion des Menschen beeinflussen und verändern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Felder sind die sozialpsychologische Identitätstheorie, die digitale Selbstdarstellung, mediale Algorithmen und die Rückwirkung dieser Prozesse auf das reale Leben.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist zu untersuchen, warum Menschen Online-Identitäten konstruieren, wie diese Selbstpräsentation abläuft und welche Auswirkungen dies auf die Offline-Identität hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf sozio-psychologischen Identitätstheorien (u.a. Tajfel/Turner) und medientheoretischen Ansätzen (u.a. Goffman, Kittler, Latour) basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der persönlichen und sozialen Identität, die spezifischen Konstruktionsprozesse in sozialen Medien sowie die Analyse der Auswirkungen auf das Offline-Ich.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Identität, soziale Medien, Selbstdarstellung, Personal Branding, soziale Kategorisierung und die Interaktion zwischen Mensch und Technologie.
Inwiefern beeinflussen soziale Feedbacks die Online-Identität?
Feedbacks von anderen Nutzern, etwa durch Kommentare oder Taggings, dienen als entscheidende Komponente der Identitätsentwicklung und bestimmen die Kontinuität oder Veränderung der dargestellten Online-Identität.
Wie unterscheidet sich die Online-Identitätskonstruktion von der Offline-Identität?
Der Hauptunterschied liegt laut der Arbeit in der hohen Ausgesetztheit gegenüber einem permanenten Publikum und dem durch Algorithmen verstärkten Druck zur permanenten Selbstinszenierung, was oft zur Vernachlässigung des Wesentlichen zugunsten der Oberflächlichkeit führt.
- Arbeit zitieren
- Rituja Pathak (Autor:in), 2021, Soziale Medien und Identität. Identitätskonstruktion in den sozialen Medien und ihre Auswirkungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1127664