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Der lyrische Wandel Gottfried Benns

Ein Vergleich von Frühphase und Spätphase

Titel: Der lyrische Wandel Gottfried Benns

Bachelorarbeit , 2011 , 30 Seiten , Note: 1.0 (Excellent)

Autor:in: M. Hetschko (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit widmet sich der Frage, ob es einen tatsächlichen Wandel in Gottfried Benns Lyrik gegeben hat oder ob man von Kontinuität sprechen muss. Hierfür werden repräsentative Gedichte aus Früh- und Spätwerk analysiert, interpretiert und einander gegenübergestellt. Die behandelten Gedichte schließen "Kleine Aster", "Requiem", "Nur zwei Dinge" und "Kann keine Trauer sein" ein. Dabei werden auch immer wieder Benns poetologische Schriften für die Deutung einbezogen.

Zunächst wird jedes der genannten Gedichte für sich auf stilistische Besonderheiten untersucht und anschließend gedeutet. Aus der Analyse und Interpretation der vier Gedichte werden schließlich allgemeine Merkmale für die erste und die letzte Schaffensphase abgeleitet. Unter Bezugnahme auf die Ergebnisse der Gedichtinterpretationen werden die beiden Phasen unter zwei verschiedenen Gesichtspunkten beleuchtet und einander gegenübergestellt, um so zentrale Unterschied und Gemeinsamkeiten der zwei Phasen abzuleiten. Ein besonderes Interesse gilt hierbei den Motiven und Themen sowie der Form und Aufbau der Gedichte. Ein Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse bezüglich der Frage von Wandel und Kontinuität nochmals zusammen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Gedichte der Frühphase

3 Gedichte der Spätphase

4 Motive und Themen

5 Form und Aufbau

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den lyrischen Wandel im Gesamtwerk von Gottfried Benn, indem sie repräsentative Gedichte seiner Früh- und Spätphase analysiert und gegenüberstellt, um die Frage nach Kontinuität oder Bruch in seiner Schaffensweise zu beantworten.

  • Analyse von Gedichten der frühen Schaffensphase (Morgue-Zyklus)
  • Untersuchung von Gedichten des Spätwerks
  • Vergleich von Themen, Motiven und formaler Gestaltung
  • Reflexion des Einflusses von Naturwissenschaft und Religion
  • Klärung der Spannung zwischen künstlerischer Form und inhaltlichem Ausdruck

Auszug aus dem Buch

2.1 Kleine Aster

Kleine Aster (I, S. 11) ist das erste Gedicht des fünfteiligen Morgue-Zyklus, der ersten veröffentlichten Gedichtsammlung Gottfried Benns. Die fünfzehn Verse wirken wie zufällig dahin geschrieben. Kleine Aster weist weder eine Stropheneinteilung noch ein durchgängiges Metrum auf, die Reime in Vers eins und drei sowie in den Versen sieben und acht wirken zufällig und stören infolgedessen nicht die Wirkung von Formlosigkeit. Durch die überwiegende Reimlosigkeit, den saloppen Tonfall und die umgangssprachlichen Elemente wie beispielsweise „ersoffen“ (V. 1), „irgendeiner“ (V. 2) und „packte“ (V. 10), die weit von konventionellem ‚lyrischem‘ Sprachstil entfernt sind, entsteht der Eindruck, es handele sich um einen Erzähltext und nicht um ein Gedicht. Hinzu kommt der auffällig häufige Einsatz der Lokaladverbien „in“ (V. 9, 10, 13) „zwischen“ (V. 3, 11) und „auf“ (V. 1) und des Zeitadverbiums „als“ (V. 4, 12). Eine solche Anhäufung von Präpositionen findet sich zwar sehr oft im Bereich der Prosa, in der Lyrik jedoch nur in Erzählgedichten. Anders als bei einem ‚klassischen Gedicht‘ stehen zudem nicht emotionale Befindlichkeiten, sondern das Beschreiben einer konkreten Handlung – die Öffnung einer männlichen Leiche - im Mittelpunkt. Gleichwohl handelt es sich bei Kleine Aster ebenso wenig um eine Ballade, da es ihm an der für dieses Genre charakteristischen strophischen, metrischen und reimtechnischen Ausformung mangelt. Mittels adverbialer Bestimmungen und durch den Gebrauch der unterschiedlichen Zeitformen Plusquamperfekt (V. 2/3) und Präteritum (V. 4- 12) wird das Geschehen zeitlich und räumlich verortet. Somit bewegt sich Kleine Aster zwischen den Gattungen Lyrik und Prosa. Man könnte Kleine Aster demnach als ein Prosastück in Versform charakterisieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Fragestellung ein, ob es einen tatsächlichen Wandel in Gottfried Benns Lyrik zwischen Früh- und Spätwerk gibt oder ob Kontinuität überwiegt.

2 Gedichte der Frühphase: Dieses Kapitel analysiert repräsentative Beispiele der frühen Sektionslyrik wie "Kleine Aster" und "Requiem" hinsichtlich ihrer Form und Motivik.

3 Gedichte der Spätphase: Hier werden späte Gedichte wie "Nur zwei Dinge" und "Kann keine Trauer sein" untersucht, die einen neuen Umgang mit Themen wie Vergänglichkeit und Metaphysik zeigen.

4 Motive und Themen: Das Kapitel kontrastiert die medizinisch geprägten Inhalte der frühen Lyrik mit den eher existentiellen Lebensbilanzen des Spätwerks.

5 Form und Aufbau: Es wird untersucht, inwiefern ein Stilwandel von expressionistischer Eruption hin zur klassischen Formvollendung in Benns Werk erkennbar ist.

6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und resümiert, dass Benn trotz des Wandels ein "evangelischer Heide" blieb, der die Ambivalenz zwischen Moderne und Tradition als produktive Spannung nutzte.

Schlüsselwörter

Gottfried Benn, Lyrik, Frühphase, Spätphase, Morgue, Sektionslyrik, Kontinuität, Wandel, Expressionismus, absolutes Gedicht, Formbewusstsein, Nihilismus, Naturwissenschaft, Religion, Moderne

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das lyrische Werk von Gottfried Benn und analysiert die Entwicklung von der frühen, expressionistischen Sektionslyrik bis hin zum reflektierten Spätwerk.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Fokus stehen der Vergleich der Motivwahl, die formale Gestaltung der Gedichte sowie Benns Auseinandersetzung mit Religion, Wissenschaft und dem Sinn der Kunst.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu klären, ob Benns Entwicklung als Bruch oder als Kontinuität verstanden werden muss und wie er die Spannung zwischen Tradition und Moderne in seiner Lyrik auflöst.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin wählt repräsentative Gedichte aus Früh- und Spätphase aus, analysiert diese im Detail und ordnet sie durch Einbeziehung biografischer und essayistischer Quellen in den Kontext von Benns Gesamtwerk ein.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Interpretation konkreter Gedichte, die Analyse der Themen und Motive sowie eine Untersuchung der Formgebung, etwa das Spannungsfeld zwischen freier Form und dem Anspruch auf das "absolute Gedicht".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Benns "Morgue"-Gedichte, die Unterscheidung zwischen Früh- und Spätwerk, das Verhältnis von Kunst zu Religion sowie die ästhetische Formgebung.

Inwiefern spielt der Beruf des Autors eine Rolle für seine Lyrik?

Gottfried Benns Tätigkeit als Arzt und Pathologe prägte besonders seine frühen Werke, in denen er medizinische Sujets wie Obduktionen radikal und provokant in seine Lyrik integrierte.

Welche Rolle spielt die Religion in Benns Spätwerk?

Im Gegensatz zur frühen Ablehnung und Parodie christlicher Glaubensinhalte ersetzt Benn im Spätwerk die Religion durch die Kunst als neuen Sinnstifter, ohne sich jedoch vollständig von seiner protestantischen Prägung losreißen zu können.

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der lyrische Wandel Gottfried Benns
Untertitel
Ein Vergleich von Frühphase und Spätphase
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Institut für Deutsche und Niederländische Philologie)
Note
1.0 (Excellent)
Autor
M. Hetschko (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
30
Katalognummer
V1129160
ISBN (eBook)
9783346495549
ISBN (Buch)
9783346495556
Sprache
Deutsch
Schlagworte
wandel gottfried benns vergleich frühphase spätphase benn Lyrik Kleine Aster Requiem Kann keine Trauer sein Nur Zwei Dinge Gottfried Benn Gedichtanalyse Gedichtinterpretation Expressionismus expressionism poems poetic transformation poetry
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
M. Hetschko (Autor:in), 2011, Der lyrische Wandel Gottfried Benns, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1129160
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  30  Seiten
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