In dieser Analyse der Rede von Greta Thunberg vor dem europäischen Parlament in Stockholm, die am 16. April 2019 präsentiert wurde, soll die Wirkung jenes Vortrages auf das Publikum sowie die Faktoren, welche die Rede zu einer gelungen machen, genauer beleuchtet werden.
Die schwedische Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg wurde im Jahr 2003 in Stockholm geboren und gehört mit ihren 18 Jahren somit zu einer der jüngsten Rednerinnen des 21. Jahrhunderts. Jene Tatsache wird oftmals als Kritikpunkt gegen Thunberg verwendet. Auch die bei Thunberg diagnostizierte Krankheit Asperger-Syndrom wird des Öfteren gegen die Rednerin eingesetzt.
Die Kernposition Thunbergs ist, dass der aktive Klimaschutz sowohl von der Politik sowie von der Gesellschaft weitläufig ignoriert wird, was in der Folge zu massiven und unaufhaltbaren Auswirkungen des Klimawandels führen wird.
Inhaltsverzeichnis
1 ALLGEMEINES
1.1 GRETA THUNBERG
1.2 KONTEXT
1.3 FAKTEN ZUR REDE
2 REDEANALYSE
2.1 INVENTIO
2.1.1 TOPOI
2.1.1.1 Topos der Folgen
2.1.1.2 Topos des Beispiels
2.1.1.3 Topos der Autorität
2.1.1.4 Topos des Vergleiches
2.1.2 PLAUSIBILITÄT
2.2 DISPOSITIO
2.2.1 EINLEITUNG
2.2.2 PROBLEMDARSTELLUNG
2.2.3 ARGUMENTATION
2.2.4 SCHLUSS
2.3 ELOCUTIO
2.3.1 ORNATUS
2.3.1.1 Wiederholungsfiguren
2.3.1.2 Auslassungsfiguren
2.3.1.3 Umstellungsfiguren
2.3.1.4 Ersetzungsfiguren
2.3.1.5 Textfiguren
2.3.2 STIL
2.4 ACTIO
3 FAZIT UND KRITISCHE PERSPEKTIVE
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit untersucht rhetorisch die Wirkung der Rede von Greta Thunberg vor dem Europäischen Parlament in Straßburg aus dem Jahr 2019, um die Faktoren zu identifizieren, die den Vortrag beim Publikum erfolgreich machten.
- Rhetorische Analyse mittels antiker Kategorien (Inventio, Dispositio, Elocutio, Actio)
- Untersuchung von Topoi, Argumentationsstruktur und rhetorischen Stilmitteln
- Analyse der Vortragsweise (Mimik, Intonation) und deren emotionale Wirkung
- Kontextualisierung der Klimaschutzaktivitäten von Greta Thunberg
Auszug aus dem Buch
2.1.1.1 Topos der Folgen
Vorerst verwendet Thunberg den Topos der Folgen, welcher die Auswirkungen, die der Wandel des Klimas verursacht, genauer darlegen soll. Thunberg verweist hier auf die Tatsache, dass im Jahr 2030 eine „[…] irreversible chain reaction beyond human control, that will […] lead to the end of our civilization […]” (Thunberg, 2019) stattfinden wird. Hierbei handelt es sich um ein kausales Schema mit pragmatischen Argumenten, da Thunberg von den negativen Folgen des Klimawandels auf die negative Bewertung dessen schließt (vgl. Kolmer 2002, 182f.). Auffällig lässt sich die Tatsache bewerten, dass Thunberg lediglich negative Punkte anbringt, nicht jedoch auf die Vorteile, welche durch das Retten des Klimas geschehen würden, Bezug nimmt. Laut Pyczak weicht dies von der Norm ab, in der vor allem positive Bilder durch eine Rede transportiert werden sollen, um somit das Publikum in einen guten Gemütszustand zu versetzten (vgl. Pyczak 2019).
Zusammenfassung der Kapitel
1 ALLGEMEINES: Einführung in die Persönlichkeit Greta Thunbergs, ihren Hintergrund als Aktivistin und den Kontext sowie die Fakten zur untersuchten Rede.
2 REDEANALYSE: Kernstück der Arbeit, welches die Rede anhand der klassischen rhetorischen Disziplinen Inventio, Dispositio, Elocutio und Actio detailliert untersucht.
3 FAZIT UND KRITISCHE PERSPEKTIVE: Zusammenfassende Bewertung der Wirksamkeit der Rede und Reflexion über die rhetorischen Mittel sowie die Reaktion der Zuhörerschaft.
Schlüsselwörter
Greta Thunberg, Rhetorik, Redeanalyse, Klimaschutz, Fridays for Future, Topoi, Dispositio, Elocutio, Actio, Überzeugungskraft, Klimawandel, Stilmittel, Argumentation, Europaparlament, politische Rede
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit einer wissenschaftlichen rhetorischen Analyse der Rede, die Greta Thunberg am 16. April 2019 vor dem Umweltausschuss des Europäischen Parlaments in Straßburg gehalten hat.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die rhetorische Struktur der Rede, der Einsatz von Argumentationsmustern (Topoi), die sprachliche Gestaltung und die Vortragsweise (Actio) sowie die Rolle von Emotionen in Thunbergs Appellen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu ergründen, welche spezifischen rhetorischen Faktoren und stilistischen Mittel dazu führen, dass die Rede auf das Publikum eine derart starke und eindringliche Wirkung entfaltet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine klassische rhetorische Analyse angewandt, die auf den Modellen von Autoren wie Steinbrink, Kopperschmidt und Geißner basiert, unter Einbeziehung der aristotelischen Mittel Logos, Pathos und Ethos.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich nach den rhetorischen Bereichen: Inventio (Stofffindung), Dispositio (Redeaufbau), Elocutio (sprachliche Gestaltung/Stilmittel) und Actio (Vortragsstil und Mimik).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Rhetorik, Redeanalyse, Klimaschutz, Überzeugungskraft, Stilmittel und Argumentation charakterisiert.
Wie bewertet die Autorin den Umgang Thunbergs mit rhetorischen Mitteln?
Die Autorin bewertet Thunbergs Einsatz rhetorischer Mittel, insbesondere von Metaphern, Analogien (wie dem brennenden Haus) und Wiederholungsfiguren, als sehr wirkungsvoll, schlüssig und authentisch.
Welche Rolle spielen Emotionen in der Analyse?
Emotionen nehmen einen zentralen Stellenwert ein, insbesondere im Bereich der Actio und der Argumentation (Pathos), wobei Thunbergs Tränen und ihre offene Gefühlswelt als authentisch und nahbar interpretiert werden.
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- Anna Bugl (Author), 2021, Die Rhetorik von Greta Thunberg. Eine Analyse ihrer Rede vor dem Europaparlament in Straßburg am 16.04.2019, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1129349