Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › World History - Early and Ancient History

Bellum Gallicum. War das ein gerechter Krieg?

Title: Bellum Gallicum. War das ein gerechter Krieg?

Term Paper , 2021 , 15 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Ben Schuster (Author)

World History - Early and Ancient History
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Am Beispiel eines der berühmtesten römischen Feldherren Gaius Iulius Caesar und seinem Feldzug in Gallien soll in dieser Arbeit das antike Kriegsrecht erörtert und anhand des genannten spezifischen Falls seine Einhaltung überprüft werden. Um dies zu tun, werden zunächst beide Thematiken einzeln in Kürze vorgestellt. Mit dem gerechten Krieg anfangend, werden die einzelnen Bestandteile des Bellum Iustum auf Grundlage der entscheidenden Aussagen des Cicero rekonstruiert, bevor anhand des Berichts nach Caesar selbst ereignisgeschichtlich der Gallische Krieg nachvollzogen wird, wobei insbesondere die Rechtfertigungen und Handlungen, die dem Kriegseintritt vorhergingen, beachtet werden sollen.

Jenes waren vermutlich die Worte, welche im Jahr 2002 von 60 der führenden mit der Kriegsentscheidung beauftragten Intellektuellen der Vereinigten Staaten, z.B. Mitglieder der Regierung, der Armee – diejenigen, die für die Entscheidung über Krieg und Frieden verantwortlich sind, genutzt worden sind, welche dadurch einen entscheidenden Anstoß zum Start des Irakkrieges gegeben haben. Dabei wurden die "restrictions and requirements of a just war" also die "Einschränkungen und Erfordernisse eines gerechten Krieges" angesprochen. Der Krieg, so scheint es, sollte dadurch rhetorisch in ein besseres Licht gerückt und über die mehr als zweitausend Jahre überdauernde Tradition des bellum iustum als ein gerechtfertigter militärischer Einmarsch präsentiert werden. Wer in den Vereinigten Staaten des 21. Jahrhunderts darüber bestimmte, welche Einschränkungen und Erfordernisse das waren, von denen gesprochen wurde und ob der Irakkrieg diese erfüllte, ist ein extensives Thema, welches nur schwer eine Antwort findet. Der Tradition des gerechten Krieges allerdings soll in der folgenden Arbeit Beachtung geschenkt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorgaben des Bellum Iustum nach Cicero

3. Der Gallische Krieg als gerechter Krieg

3.1 Wiederherstellung des Friedens

3.2 Das Vorliegen eines Unrechts

3.3 Bedrohung Roms und/ oder seiner Bundesgenossen

3.4 Rückeroberung von Eigentum

4. Kritik von modernen Historikern

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Forschungsfrage, ob der Gallische Krieg Gaius Iulius Caesars als gerechter Krieg (bellum iustum) im Sinne der Definitionen von Marcus Tullius Cicero klassifiziert werden kann. Dabei wird analysiert, wie Caesar seine militärische Expansion in seinen eigenen Schriften rechtfertigt und ob diese Begründungen einer quellenkritischen Überprüfung standhalten.

  • Rekonstruktion des Konzepts des bellum iustum basierend auf Ciceros Schriften
  • Analyse der von Caesar angeführten Kriegsgründe im Bellum Gallicum
  • Überprüfung der Kriterien: Friedenssicherung, Unrecht, Bedrohung und Eigentumsrückgewinnung
  • Quellenkritische Einordnung durch moderne historische Forschung
  • Politische Motivationsanalyse von Caesars Selbstinszenierung

Auszug aus dem Buch

3.3. Bedrohung Roms und/oder seiner Bundesgenossen

Dieser dritte Punkt ist das meist vertretene und stärkste Argument Caesar in seiner Legitimationsstrategie. Die Bewegungen der Helvetier bedrohten in seinen Augen nicht nur römisches Gebiet, sondern auch das der Verbündeten, welches es zu schützen galt. Ein Punkt war hierbei die Wahl der Helvetier auf ihrer Wanderung durch römisches Gebiet zu ziehen. Diese behaupteten angeblich, dies sei der einzige Weg. Nach Caesars Aufzeichnungen gab es auch noch einen anderen Weg, den die Helvetier hätten nehmen können. In Kombination mit dem bereits beschriebenen Angriffswillen der Helvetier wurde diese Entscheidung für den Weg durch römische Provinz und gegen den anderen möglichen Weg als eine direkte Bedrohung aufgefasst.

Dazu kam, dass Caesar der Überzeugung war, die Helvetier seien Rom feindlich gesinnt, was sie zu einer Gefahr machen würde. In Abschnitt sieben wird ein Prozess erklärt, den die Helvetier in Gang setzten, indem sie um Caesars Erlaubnis baten, sein Gebiet zu passieren, da der zweite Weg keine annehmbare Option darstellte. Aufgrund der bereits zuvor erlittenen Niederlage und auch der Feindseligkeit gegenüber der Römer, sah der Feldherr das als große Bedrohung und fasste Folgendes zusammen:

„Die Helvetier schickten bei der Nachricht von Caesars Ankunft die Vornehmsten aus ihrer Mitte als Gesandte an ihn, an deren Spitze Nammeius und Verucloetius standen. Diese mussten erklären, sie beabsichtigten, ohne irgend einen Schaden anzurichten, durch die römische Provinz zu ziehen, da ihnen durchaus kein anderer Weg offen stehe; hierzu bäten sie um Caesars Einwilligung. Caesar aber erinnerte sich wohl, dass die Helvetier den Konsul Lucius Cassus getötet, sein Heer geschlagen und durch das Joch getrieben hatten. Er glaubte also, nicht einwilligen zu dürfen auch war er überzeugt, dass ein Volk von so feindseliger Gesinnung sich gewalttätiger Übergriffe nicht enthalten würde, wenn man ihm den Zug durch die Provinz gestatte.”

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Tradition des gerechten Krieges ein und stellt die Forschungsfrage nach der Rechtfertigung des Gallischen Krieges durch Caesar.

2. Vorgaben des Bellum Iustum nach Cicero: Dieses Kapitel rekonstruiert die philosophischen Grundlagen des gerechten Krieges nach Cicero, insbesondere basierend auf dessen Werk de officiis.

3. Der Gallische Krieg als gerechter Krieg: Hier werden die von Caesar angeführten Legitimationsgründe für seinen Feldzug detailliert analysiert und auf ihre Übereinstimmung mit dem bellum iustum-Konzept geprüft.

3.1 Wiederherstellung des Friedens: Untersuchung der Argumentation Caesars, dass militärisches Eingreifen notwendig war, um zukünftige Friedensbrüche und Bedrohungen durch die Helvetier abzuwenden.

3.2 Das Vorliegen eines Unrechts: Analyse der Rechtfertigung durch Verweis auf frühere römische Niederlagen, die als Unrecht gegenüber Rom gewertet und gesühnt werden sollten.

3.3 Bedrohung Roms und/ oder seiner Bundesgenossen: Darstellung von Caesars Strategie, den Zug der Helvetier als direkte Gefahr für römisches Territorium und die Sicherheit römischer Verbündeter zu inszenieren.

3.4 Rückeroberung von Eigentum: Untersuchung der Behauptung, der Krieg diene der Verteidigung von Eigentum und der Unterbindung einer imperialen Ambition der Helvetier.

4. Kritik von modernen Historikern: Dieses Kapitel beleuchtet die quellenkritische Sichtweise auf Caesars Comentarii, wobei der Fokus auf den machtpolitischen Absichten des Autors liegt.

5. Fazit: Die abschließende Zusammenfassung beantwortet die Forschungsfrage, indem sie Caesars Einhaltung der Kriterien des gerechten Krieges gegen dessen politische Eigeninteressen abwägt.

Schlüsselwörter

Bellum Gallicum, Gaius Iulius Caesar, gerechter Krieg, bellum iustum, Cicero, De officiis, römische Antike, Gallischer Krieg, Helvetier, Kriegslegitimation, Quellenkritik, politische Selbstdarstellung, römische Außenpolitik, Militärgeschichte, Machtanspruch.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, ob die militärischen Feldzüge Caesars in Gallien als "gerechte Kriege" nach den antiken Definitionen von Cicero betrachtet werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das antike Kriegsrecht (bellum iustum), die Analyse der Comentarii von Caesar sowie die moderne quellenkritische Bewertung seiner politischen Selbstinszenierung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, ob Caesar seine Kriegshandlungen lediglich aufgrund rhetorischer Muster als "gerecht" darstellte, um seine persönlichen machtpolitischen Interessen zu schützen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine quellenorientierte Analyse, indem sie Ciceros philosophische Definitionen mit den konkreten Berichten Caesars im Gallischen Krieg abgleicht und diese durch moderne historische Kommentare einordnet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Vorgaben Ciceros, die Anwendung dieser Kriterien (Frieden, Unrecht, Bedrohung, Eigentum) auf Caesars Feldzug gegen die Helvetier und die moderne historische Kritik an Caesars Glaubwürdigkeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören Bellum Gallicum, bellum iustum, Cicero, Kriegslegitimation, politische Selbstdarstellung und historische Deformation.

Warum spielt die Niederlage des Lucius Cassius eine zentrale Rolle für Caesar?

Caesar nutzt dieses historische Ereignis, um das Motiv der Rache für begangenes Unrecht zu etablieren, was laut Ciceros Lehre eine der Bedingungen für einen gerechten Krieg darstellt.

Welchen Vorwurf erheben moderne Historiker wie Markus Schauer gegenüber Caesar?

Historiker wie Schauer werfen Caesar vor, die Ereignisse manipuliert oder "deformiert" zu haben, um seine rechtliche Immunität zu sichern und seinen Aufenthalt in Gallien politisch zu legitimieren.

Kann der Gallische Krieg abschließend als gerecht bezeichnet werden?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass der Krieg nicht als "durch und durch gerecht" gelten kann, da Caesars Argumentation stark von seinen persönlichen machtpolitischen Interessen geprägt und somit nicht objektiv ist.

Excerpt out of 15 pages  - scroll top

Details

Title
Bellum Gallicum. War das ein gerechter Krieg?
College
University of Trier
Grade
1,7
Author
Ben Schuster (Author)
Publication Year
2021
Pages
15
Catalog Number
V1130752
ISBN (eBook)
9783346497581
ISBN (Book)
9783346497598
Language
German
Tags
bellum gallicum krieg
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ben Schuster (Author), 2021, Bellum Gallicum. War das ein gerechter Krieg?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1130752
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  15  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint