Maquiladoras und Stadtentwicklung am Beispiel Mexikos


Hausarbeit (Hauptseminar), 2006

26 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Gliederung

1 Einleitung
1.1 Begriffsklärung
1.2 Bedeutung der Maquiladora-Industrie in Lateinamerika

2 Entstehung und Entwicklung der Maquiladora-Industrie in Mexiko

3 Maquiladoras und Stadtentwicklung in Mexiko
3.1 Standorte
3.2 Beschäftigtenstruktur
3.3 Bevölkerungsentwicklung
3.4 Flächenverbrauch
3.5 Ausbau der Verkehrsinfrastruktur
3.6 Industrielle Suburbanisierung
3.7 Rückkoppelungseffekte
3.8 Städtepaarungen (twin cities)
3.9 Kulturelle Annäherung an Angloamerika
3.10 Soziale Problemfelder

4 Fazit

5 Literaturverzeichnis

6 Anhang

1 Einleitung

Die Maquiladora-Industrie stellt vor allem in Mexiko eine Schlüsselgröße in der ökonomischen und urbanen Entwicklung dar. In dieser Arbeit wird untersucht, inwieweit diese exportorientierte Industrieform Auswirkungen auf die regionale Entwicklung hat. In diesem Zusammenhang wird die Frage geklärt, in welchen Bereichen der Stadtentwicklung Verbindungen zur Maquiladora-Industrie bestehen und welche positiven wie negativen Folgen diese nach sich ziehen. Es wird zudem zu klären sein, inwieweit mexikanische Städte eine Sonderstellung in Lateinamerika einnehmen und welche Verbindungen zu den Vereinigten Staaten von Amerika bestehen. Des Weiteren stellt sich die Frage, ob die Maquiladora- Industrialisierung als regionale Entwicklungsstrategie erfolgreich war und wie sich Perspektiven für die Zukunft gestalten.

Um die Grundlagen für die Betrachtung des Themas zu schaffen, wird zunächst eine Begriffserklärung gegeben. Anschließend werden die Bedeutung der Maquiladora-Industrie in Lateinamerika sowie die Entwicklung der Maquiladora- Industrie in Mexiko dargestellt. Im Hauptteil dieser Arbeit erfolgt dann die Betrachtung konkreter Auswirkungen auf die Stadtentwicklung in der Grenzregion zu den USA. Abschließend werden die zentralen Punkte für die Stadtentwicklung sowie die Aussichten für die Zukunft in einem Fazit zusammengefasst.

1.1 Begriffsklärung

Der spanische Begriffmaquilabezeichnet traditionell die Menge an Getreide oder Öl, die ein Landwirt dem Müller im Austausch für das Mahlen seines Ausgangsproduktes zahlt (Arreola und Curtis 1993, S. 202). Die Bezeichnung Maquiladora oder kurz Maquila wurde gewählt, da diese Industriebetriebe ursprünglich reine Lohnarbeit leisteten, also die Güter, die sie veredelten, nicht selbst besaßen. Da diese Form der reinen Belieferung mit Dienstleistungen selten geworden ist, ist der Begriff Maquiladora-Industrie nach dem Wortursprung heute eine Fehlbezeichnung (MacLachlan und Aguilar 1998, S. 316 f).

Eine Maquiladora (Maquiladora de Exportación) stellt typischerweise eine arbeitsintensive Produktionsanlage der verarbeitenden Industrie dar, in der importierte Güter für den Export montiert werden. Beispiele sind die Textil-, Bekleidungs- und Schuhindustrie sowie die Montage von Möbeln, Werkzeugen und Ausrüstungsgegenständen, Fertigung von Transportmittelzubehör wie Sitzen, Sicherheitsgurten und Spritzgussteilen und von elektrischen und elektronischen Bauteilen[1]. Hauptabnehmer sind die Vereinigten Staaten, es wird aber auch in andere Staaten exportiert. Beispielsweise nach Kanada, aber auch nach Asien und Europa (Fuchs 2003b, S.108).

1.2 Bedeutung der Maquiladora-Industrie in Lateinamerika

Da die Importsubstitutionspolitik in Lateinamerika je nach Staat bis in die 1980er Jahre und länger aufrechterhalten wurde und der Organisationsgrad der Industriearbeiter (bspw. in Gewerkschaften) im Vergleich zu Asien höher ist, entwickelte sich in Lateinamerika bis heute vergleichsweise wenig exportorientierte Industrie (Wilson, S.9ff). Mexiko profitiert dagegen von seiner direkten Nähe zu den Mutterkonzernen und Absatzmärkten in den Vereinigten Staaten, einem der wichtigsten Standortfaktoren für Maquiladora-Industrien (South 1990, S.564) und nimmt in dieser Beziehung eine Sonderrolle in Lateinamerika ein. „The Mexican border can be viewed as an extension of the U.S. Sunbelt, not in terms of Sunbelt industrialization, but rather as a geographic extension of cheap labor” (South, S. 565).

Nach dem mit den USA assoziierten Freistaat Puerto Rico war Mexiko im Jahre 1966 das zweite lateinamerikanische Land, das exportorientierte Industriestandorte einführte. Allein in der Grenzregion Mexikos gab es 1984 bereits mehr Maquiladoras als in allen anderen lateinamerikanischen Staaten zusammen.

Tabelle 1 Exportorientierte Industrie in Lateinamerika

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


[1] Elektrik bezeichnet einfache Schaltungen wie sie beispielsweise in Lichtschaltern benötigt werden, Elektronik setzt sich dagegen aus komplexeren Schaltungen zusammen, die beispielsweise in Telefonen oder Computern Verwendung finden.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Maquiladoras und Stadtentwicklung am Beispiel Mexikos
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel  (Geographisches Institut)
Veranstaltung
Stadtentwicklung in Lateinamerika
Note
1,7
Autor
Jahr
2006
Seiten
26
Katalognummer
V113148
ISBN (eBook)
9783640132423
ISBN (Buch)
9783668156135
Dateigröße
3250 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Maquiladoras, Stadtentwicklung, Lateinamerika
Arbeit zitieren
Yvonne Studtfeld (Autor), 2006, Maquiladoras und Stadtentwicklung am Beispiel Mexikos, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113148

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