In dieser Arbeit soll der Frage nachgegangen werden, welchen Einfluss die sozialen Medien auf die Identitätsbildung Jugendlicher haben. Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, sollen vorab die Begrifflichkeiten Medien, Identität und Jugend geklärt werden, wobei zum Begriff Medien die sozialen Medien genauer fokussiert werden sollen. Anschließend soll aufgezeigt werden, wie sich das Nutzungsverhalten in Bezug auf soziale Medien bei Jugendlichen darstellt, beispielsweise in Bezug auf Interessenschwerpunkte und Häufigkeit der Nutzung. In Abschnitt 4 folgt eine kurze Einführung zur Plattform Instagram, welche exemplarisch für die Untersuchung der sozialen Medien verwendet werden soll, da es sich hierbei um eine der meistgenutzten Plattformen dieser Art handelt. Die Nutzungsmotivation für soziale Medien soll in Abschnitt 5 beleuchtet werden, um anschließend in Abschnitt 6 genauer auf die Identitätsbildung durch soziale Medien eingehen zu können. Dieser Abschnitt beschäftigt sich insbesondere mit der Selbstinszenierung Jugendlicher durch Bildmaterial in den sozialen Medien, dem sozialen Vergleich, der zwangsläufig durch die Nutzung dieser Medien stattfindet und abschließend mit der Frage, wie Online- und Offline- Identität zusammenhängen, also der Frage danach, ob hier separiert werden kann oder ob beide Anteile gemeinsam betrachtet werden müssen, um die wahre Identität eine Person fassen zu können.
Betrachtet man nun den Prozess der Identitätsbildung von Individuen, wird deutlich, dass dieser nur in Auseinandersetzung mit dem gesellschaftlichen Umfeld stattfinden kann. Da durch Plattformen wie Facebook und Instagram dieses Umfeld nun nicht mehr bloß durch reale Begegnungen, sondern auch durch Personen auf solchen Online- Plattformen konstituiert wird, scheint es unumgehbar, diese neue Form des gesellschaftlichen Umfelds in Betracht zu ziehen, wenn sich mit dem Thema der Identitätsbildung beschäftigt wird. Da die Jugendphase eine entscheidende Rolle für die Identitätsbildung ausmacht, soll der Fokus auf diese Phase gerichtet sein.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Begriffseinführung
2.1 Medien
2.2 Soziale Medien
2.3 Identität
2.4 Jugend
3. Nutzung sozialer Medien bei Jugendlichen
4. Instagram - Eine Kurzeinführung
5. Nutzungsmotivation für soziale Medien
6. Identitätsbildung durch soziale Medien
6.1 Selbstinszenierung durch Bildmaterial
6.2 Sozialer Vergleich
6.3 Online- Identität versus Offline- Identität
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss sozialer Medien, insbesondere der Plattform Instagram, auf die Identitätsbildung Jugendlicher. Ziel ist es zu analysieren, wie digitale Selbstdarstellung, soziale Vergleichsprozesse und die Interaktion in Online-Netzwerken die Persönlichkeitsentwicklung in der Adoleszenz prägen und inwiefern sich dabei ein Spannungsfeld zwischen Online- und Offline-Identität ergibt.
- Wandel der Identitätsbildung unter modernen gesellschaftlichen Bedingungen
- Mediales Nutzungsverhalten Jugendlicher (basierend auf JIM-Studien)
- Funktionsweise von Instagram und Mechanismen der Selbstinszenierung
- Psychologische Auswirkungen sozialer Vergleichsprozesse
- Verhältnis und Verknüpfung von Online- und Offline-Identität
Auszug aus dem Buch
6.1 Selbstinszenierung durch Bildmaterial
Auf sozialen Plattformen wie Instagram begegnen sich Individuen nicht wie in der Realität, in der die Möglichkeit besteht, das Gegenüber aus dem gewünschten Blickwinkel zu betrachten und mit ihm direkt zu kommunizieren. Hier wird sich vor allem über Bildmaterial an die anderen Nutzer/-innen der Plattform gewendet, dem meist lediglich ein kurzer Text und eventuell einige Schlagworte beigefügt werden. Es wird also nur genau das offenbart und präsentiert, was auch hierfür vorgesehen ist, was ein verrücktes Bild, frei von vermeintlichen Makeln, entstehen lassen kann. In den sozialen Medien nehmen „Fotografien die Funktion von visuellen Statthaltern“ (Fischer 2016:94) der Nutzer/- innen ein. Wie aus den Ergebnissen der JIM- Studie zu erkennen ist, sind es vor allem weibliche Jugendliche, die Instagram zu ihren meistgenutzten Plattformen zählen, wodurch sie etwas stärker in den Fokus der Selbstinszenierung gerückt werden sollen.
Eine Kooperationsstudie des IZI (Internationales Zentralinstitut für das Jugend- und Bildungsfernsehen) und der MaLisa Stiftung untersuchte die Selbstinszenierung junger Mädchen auf Instagram. Im Rahmen der Studie wurden Interviews mit Mädchen zwischen 14 und 16 Jahren geführt, die in diesem Themenbereich zu neuen Erkenntnissen führen sollten. Als Grund für die Nutzung der Plattform gaben die Befragten unter anderem an, dass sie hierdurch das Gefühl bekämen, Mitglied dieser größeren Gemeinschaft zu sein und dass der Antrieb zur Nutzung vor allem der sei, dass viele Freunde dort ebenfalls aktiv seien (vgl. Götz 2019: 10).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Hinführung zum Thema Digitalisierung und soziale Medien als relevanter Kontext für die Identitätsbildung Jugendlicher.
2. Begriffseinführung: Definition der für die Arbeit zentralen Begriffe Medien, Soziale Medien, Identität und Jugend.
3. Nutzung sozialer Medien bei Jugendlichen: Analyse des Nutzungsverhaltens Jugendlicher anhand von Daten des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest.
4. Instagram - Eine Kurzeinführung: Darstellung der Plattformfunktionen von Instagram als Beispiel für soziale Medien.
5. Nutzungsmotivation für soziale Medien: Untersuchung der Beweggründe für die Nutzung sozialer Netzwerke, inklusive psychologischer Aspekte wie der „Fear of Missing Out“.
6. Identitätsbildung durch soziale Medien: Zentrale Analyse der Wechselwirkung zwischen Online-Interaktion, Bilddarstellung, sozialem Vergleich und Identitätskonstruktion.
7. Fazit: Zusammenfassung der Ergebnisse und Beantwortung der Frage nach dem Einfluss sozialer Medien auf die Identität Jugendlicher.
Schlüsselwörter
Soziale Medien, Instagram, Identitätsbildung, Jugendliche, Selbstinszenierung, Digitalisierung, Online-Identität, Offline-Identität, Sozialer Vergleich, Influencer, Mediennutzung, JIM-Studie, Bildmaterial, Kommunikation, Suchtpotenzial.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie soziale Netzwerke, insbesondere Instagram, die Entwicklung der Identität bei Jugendlichen beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die Themen Medienkompetenz, Selbstdarstellung im digitalen Raum, den Einfluss von Schönheitsidealen, den sozialen Vergleich sowie die Verknüpfung von digitalem und realem Leben.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Einfluss sozialer Medien auf die Identitätsbildung Jugendlicher kritisch zu analysieren und zu verstehen, wie diese Medien zur Identitätskonstruktion beitragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch soziologische und psychologische Identitätstheorien sowie einer empirischen Einbettung durch Sekundäranalysen bestehender Studien (insbesondere JIM-Studie und DAK-Studie).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst Begriffe geklärt, das Nutzungsverhalten dargestellt, die Plattform Instagram exemplarisch vorgestellt und anschließend die Mechanismen der Selbstinszenierung sowie die Folgen von sozialen Vergleichen auf die Identitätsbildung detailliert beleuchtet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Identitätsbildung, soziale Medien, Instagram, Selbstdarstellung, Jugend, Sozialer Vergleich und digitale Identität.
Wie beeinflusst Instagram das Selbstbild von Jugendlichen?
Die Arbeit zeigt, dass Instagram durch Bildmaterial zur Selbstinszenierung einlädt, wobei oft ein verzerrtes, makelloses Bild präsentiert wird. Der Druck, den Schönheitsidealen zu entsprechen, kann dabei das Selbstwertgefühl sowohl positiv als auch negativ beeinflussen.
Kann man die Online-Identität von der realen Identität trennen?
Nein, die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Online- und Offline-Identität eng miteinander verwoben sind und als Gesamtkomposition verstanden werden müssen, da digitale Spuren und Online-Verhalten die reale Identität dauerhaft mitprägen.
Welche Rolle spielen Influencer bei der Identitätsbildung?
Influencer fungieren oft als Vorbilder, an denen sich Jugendliche orientieren. Dies kann motivierend wirken, birgt aber durch die ständige Konfrontation mit scheinbar unerreichbaren Schönheitsidealen das Risiko für psychische Belastungen.
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- Romano Wieczorek (Author), 2021, Der Einfluss sozialer Medien auf Identitätsbildung Jugendlicher, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1132234