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Glaubensfreiheit in der Schule. Das Kruzifix-Urteil von 1995 und die Kopftuch-Urteile von 2003 und 2015

Titel: Glaubensfreiheit in der Schule. Das Kruzifix-Urteil von 1995 und die Kopftuch-Urteile von 2003 und 2015

Seminararbeit , 2021 , 27 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Jennifer Lorenz (Autor:in)

Jura - Öffentliches Recht / Staatsrecht / Grundrechte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Jüngsten in unserer Gesellschaft, die noch in der Entwicklung stehen und in ihren Ansichten noch nicht gefestigt sind, stehen besonders im Fokus. So hat die Glaubensfreiheit in der Schule schon viele Gerichte beschäftigt und ist deshalb Thema dieser Arbeit. Dabei geht es insbesondere um das Kruzifix-Urteil von 1995 und die Kopftuch-Urteile von 2003 und 2015 und wie diese Urteile des Bundesverfassungsgerichts die Sicht auf die Glaubensfreiheit in der Schule geprägt und verändert haben. Zunächst wird das Verhältniszwischen Staat und Kirche im Allgemeinen näher betrachtet. Es folgt eine Analyse der Urteil, bei der für jedes der drei Urteile erst der Sachverhalt dargestellt und die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts diskutiert wird, um danach die Auswirkungen des jeweiligen Urteils zu beschreiben. Anschließend folgt die Betrachtung der aktuellen Bedeutung von Glaubensfreiheit im Schulkontext. Im Schlussteil gebe ich einen Ausblick und ziehe ein Fazit.

Christentum, Islam, Atheismus und viele weitere Religionen oder Weltanschauungen finden in Deutschland ihren Platz. Je bunter eine Gesellschaft wird und je mehr Glaubensrichtungen sich entwickeln, desto wichtiger wird die in Art. 4 Grundgesetz (GG) verankerte Glaubens- und Weltanschauungsfreiheit. Trotz dieses Grundrechts, das älter ist als das Grundgesetz selbst, gibt es immer wieder Situationen, in denen die Glaubensrichtungen aufeinandertreffen und die uneingeschränkte Ausübung nicht gewährt oder eine Konfrontation nicht vermieden werden kann. Kein Wunder also, dass das Thema Religions- und Weltanschauungsfreiheit immer wieder Anlass zu Diskussionen gibt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

B. Hauptteil

I. Verhältnis zwischen Staat und Kirche nach dem Grundgesetz

II. Entwicklung der Glaubensfreiheit im Schulkontext

1. Entscheidung über Kreuze in Klassenzimmern von 1995

a) Sachverhaltsdarstellung

b) Diskussion der Entscheidung

c) Auswirkungen der Entscheidung

2. BVerfG-Entscheidung Kopftücher bei Lehrerinnen von 2003

a) Sachverhaltsdarstellung

b) Diskussion der Entscheidung

c) Auswirkungen der Entscheidung

3. BVerfG-Entscheidung Kopftücher bei Lehrerinnen von 2015

a) Sachverhaltsdarstellung

b) Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts

c) Auswirkungen der Entscheidung

III. Aktuelle Bedeutung der Glaubensfreiheit im Schulkontext

C. Schluss

I. Ausblick

II. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Entwicklung der Glaubens- und Weltanschauungsfreiheit im deutschen Schulwesen anhand der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts. Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Gericht durch wegweisende Urteile zu religiösen Symbolen wie dem Kruzifix und dem Kopftuch den Begriff der staatlichen Neutralität geprägt und zwischen widerstreitenden Grundrechten abgewogen hat.

  • Rechtliche Grundlagen des Verhältnisses zwischen Staat und Kirche.
  • Analyse des Kruzifix-Urteils von 1995 und dessen Auswirkungen auf das Schulwesen.
  • Untersuchung der BVerfG-Entscheidungen zum Kopftuchverbot für Lehrkräfte aus 2003 und 2015.
  • Spannungsfeld zwischen negativer Glaubensfreiheit der Schüler und positiver Glaubensfreiheit der Lehrkräfte.
  • Bedeutung der offenen Neutralität für eine pluralistische Gesellschaft in der Schule.

Auszug aus dem Buch

b) Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts

Das Bundesverfassungsgericht gab den beiden Frauen Recht. Es erklärte ein pauschales Kopftuchverbot für verfassungswidrig und die Ausnahmeregelung für die Darstellung christlicher Werte für nichtig.72

Das Land Nordrhein-Westfalen verfolgte mit seiner Gesetzgebung zwar den legitimen Zweck, das Spannungsverhältnis zwischen den widerstreitenden Verfassungsgütern staatlicher Neutralität beim Erziehungsauftrag aus Art. 7 Abs. 1 GG, dem elterlichen Erziehungsrecht aus Art. 6 Abs. 2 GG und der negativen Religionsfreiheit der Schüler aus Art. 4 Abs. 1 GG gesetzlich zu lösen.73 Allerdings ist das pauschale Verbot religiöser Bekundungen, welche sich allein auf das äußere Erscheinungsbild beziehen, als unangemessener und unverhältnismäßiger Eingriff in die Glaubensfreiheit der Pädagogen anzusehen, soweit das Verbot lediglich zur Abwehr einer abstrakten Gefährdung des Schulfriedens oder der staatlichen Neutralität dienen soll.74 Ein pauschales Verbot kann sich lediglich auf die Beseitigung konkreter Gefahren stützen. Eine unkonkrete Gefahr geht mit der irrationalen Ablehnung des unbekannten einher und manifestiert sich in Intoleranz. Und „gefühlte Gefahren“ können keine Ermächtigung für Grundrechtseingriffe sein.75

In die negative Religionsfreiheit der Schüler wird zwar eingegriffen, da diese aufgrund der Schulpflicht unausweichlich mit dem Kopftuch der Lehrerin konfrontiert werden. Allerdings ist die Lage in diesem Fall – anders als beim staatlich angeordneten Kreuz im Klassenzimmer – nicht vom Staat geschaffen, sondern lediglich von diesem geduldet. Die Schüler stehen im Klassenzimmer einer grundrechtsausübenden Grundrechtsträgerin gegenüber. Die Nichtidentifikation des Staates mit der islamischen Glaubensüberzeugung wird auch dadurch deutlich, dass der Lehrkörper mehrheitlich kein Kopftuch trägt.76

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Die Einleitung führt in das Spannungsfeld der Glaubens- und Weltanschauungsfreiheit im deutschen Schulkontext ein und erläutert die methodische Herangehensweise der Untersuchung anhand dreier zentraler Urteile.

B. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert das Verhältnis von Staat und Kirche, untersucht das Kruzifix-Urteil sowie die beiden Kopftuch-Entscheidungen im Detail und diskutiert die aktuelle Bedeutung der Glaubensfreiheit unter Berücksichtigung staatlicher Neutralität.

C. Schluss: Der Schlussteil gibt einen Ausblick auf künftige Herausforderungen im Umgang mit religiöser Vielfalt und zieht ein Fazit über die Rolle des Bundesverfassungsgerichts als Motor für Integration und Grundrechtsschutz.

Schlüsselwörter

Glaubensfreiheit, Weltanschauungsfreiheit, Bundesverfassungsgericht, Schule, Kopftuchverbot, Kruzifix-Urteil, Staatliche Neutralität, Schulfrieden, Grundgesetz, Religionsfreiheit, Minderheitenschutz, Pluralismus, Pädagogen, Erziehungsrecht, Rechtsprechung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die verfassungsrechtliche Zulässigkeit religiöser Symbole und Bekundungen im schulischen Umfeld sowie deren Auswirkungen auf die staatliche Neutralität.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Im Fokus stehen das Verhältnis von Staat und Kirche, der Umgang mit religiöser Kleidung und Symbolik an staatlichen Schulen und die Abwägung zwischen verschiedenen Grundrechten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Analyse, wie das Bundesverfassungsgericht durch zentrale Urteile die Glaubensfreiheit im Schulkontext ausgelegt und geschützt hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer juristischen Analyse grundlegender Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts und einer Auswertung der einschlägigen rechtswissenschaftlichen Literatur.

Was wird im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Verhältnisses von Staat und Kirche sowie die detaillierte juristische Aufarbeitung dreier wegweisender Entscheidungen zu Kruzifixen und Kopftüchern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Glaubensfreiheit, staatliche Neutralität, Kopftuchverbot und Grundrechte definiert.

Warum unterscheidet das Bundesverfassungsgericht zwischen dem Kreuz und dem Kopftuch?

Das Gericht bewertet die staatlich angeordnete Anbringung eines Kruzifixes als Verletzung der negativen Religionsfreiheit, während es das Kopftuch als Ausdruck individueller Grundrechtsausübung einer einzelnen Lehrkraft sieht, das nicht automatisch den Staat mit einer Religion identifiziert.

Welche Bedeutung hat das Minderheitenvotum in den Urteilen?

Das Minderheitenvotum argumentiert häufig mit dem Schutz des föderalistischen Prinzips und dem Neutralitätsgebot in Pflichtschulen, um staatliche Eingriffe zur Wahrung des Schulfriedens stärker zu gewichten.

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Details

Titel
Glaubensfreiheit in der Schule. Das Kruzifix-Urteil von 1995 und die Kopftuch-Urteile von 2003 und 2015
Note
1,0
Autor
Jennifer Lorenz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
27
Katalognummer
V1132528
ISBN (eBook)
9783346500939
ISBN (Buch)
9783346500946
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Glaubensfreiheit Kopftuch Kruzifix Artikel 4 Urteil
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jennifer Lorenz (Autor:in), 2021, Glaubensfreiheit in der Schule. Das Kruzifix-Urteil von 1995 und die Kopftuch-Urteile von 2003 und 2015, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1132528
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Leseprobe aus  27  Seiten
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