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Besonderheiten der Kommunikation zwischen Polizei und Migranten

Title: Besonderheiten der Kommunikation zwischen Polizei und Migranten

Term Paper (Advanced seminar) , 2021 , 20 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Niko Mandic (Author)

Communications - Intercultural Communication
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Die vorliegende Seminararbeit widmet sich der Forschungsfrage: „Wie drücken sich kulturelle Unterschiede in der Kommunikation aus?“. Das Ziel der Arbeit besteht zunächst darin, einen Überblick über die aktuelle Situation der Migration in Deutschland zu verschaffen. Dabei soll die Entwicklung der Migration gesamtgesellschaftlich, aber auch innerhalb der Polizei beleuchtet werden. Im weiteren Verlauf sollen kommunikative und interkulturelle Besonderheiten dargestellt und Möglichkeiten kommunikationsfördernder Kompetenzen diskutiert werden.

Erwartet wird, dass kulturelle Unterschiede in der Kommunikation das Miteinander von Polizei und Bürger erschweren. Neben sprachlichen Barrieren könnten weitere Störfaktoren, wie die unterschiedliche Interpretation der nonverbalen Kommunikation ebenfalls bestehen. Erwartet wird ebenfalls, dass eine funktionierende Kommunikation polizeiliche Maßnahmen effizienter gestalten und das Risiko für Konflikte reduzieren kann. Aus den gewonnenen Erkenntnissen sollen schlussendlich kommunikative Handlungsempfehlungen für Polizeibeamte formuliert werden.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Veränderung der Migration in Deutschland

2.1. Gesamtgesellschaftlich

2.2. Innerhalb der Polizei

3. Interkulturelle Kommunikation und Kompetenz

3.1. Kommunikation

3.1.1. Wahrnehmung

3.1.2. Kommunikationsmodell

3.1.3. Störfaktoren

3.2. Kulturelle Unterschiede

3.2.1. Sprache

3.2.2. Paraverbale Kommunikation

3.2.3. Nonverbale Kommunikation

4. Konsequenzen für polizeiliche Kommunikation

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderungen und Besonderheiten in der Kommunikation zwischen Polizeibeamten und Migranten. Im Fokus steht dabei die Forschungsfrage, wie sich kulturelle Unterschiede in der zwischenmenschlichen Kommunikation äußern und welche Strategien für ein effizientes und konfliktarmes Miteinander im polizeilichen Alltag entwickelt werden können.

  • Analyse der Migrationsentwicklung in Deutschland und innerhalb der Polizei.
  • Grundlagen der Kommunikation und Wahrnehmungsprozesse.
  • Einfluss kultureller Unterschiede auf sprachliche und nonverbale Interaktionen.
  • Identifikation von Störfaktoren im polizeilichen Alltag.
  • Ableitung von Handlungsempfehlungen wie Meta-Kommunikation und aktives Zuhören.

Auszug aus dem Buch

3.1.3. Störfaktoren

Situationen, in denen Polizisten und Migranten aufeinander treffen, werden häufig als konfliktanfällig bezeichnet (Hücker, 2000). Dies läge daran, dass Sprachbarrieren, Vorurteile oder Rassismusvorwürfe die Interaktion belasten (Sauerbaum, 2009). Vorurteile sind „Einstellungs- und Beurteilungsmuster, bestehend aus einer vorgefassten, emotional gefärbten und nicht mehr angezweifelten Erwartungshaltung, die zu einem generalisierten, schwer veränderbaren und für wahrhaftig erachteten Urteil über soziale Sachverhalte führt“ (Berninghausen & Hecht - El Minshawi, 2016). In einem von Sauerbaum (2009) durchgeführten Interview äußerte ein Polizeischüler, dass bestimmte Verhaltensweisen für ihn nicht nachvollziehbar seien, wie z.B. „besonders aggressives Verhalten von Tschetschenen [...]“. In einem Interview von Jacobsen (2009) äußerte ein Beamter er sei „hilflos“, wenn junge muslimische Frauen in polizeilichen Maßnahmen seinem Blick auswichen. Wenn aus solchen Erfahrungen Vorurteile entstehen, könnte die Kommunikation erschwert werden, da die Erfahrungen die neue Situation prägen und neue, andere Erfahrungen und Kompetenzen verhindern.

Ebenso störend seien die unterschiedlichen Auffassungen bezüglich der Rolle von Mann und Frau (Sauerbaum, 2009). Die Autorität des Mannes bewusst nicht zu untergraben sei grundsätzlich hilfreich, als Strategie jedoch stets abhängig vom jeweiligen Gegenüber (ebd.). Dass das Aneignen bestimmter Kommunikationsformen keine Gewähr für die Anerkennung der polizeilichen Autorität liefert, konnte vom Hau (2017) nachweisen. Autorität ist hierbei die „Bezeichnung für die Möglichkeiten einer Person, Gruppe oder Institution, Einfluss auf andere Personen auszuüben und ggf. den eigenen Willen gegenüber diesen durchzusetzen, wodurch sich ein Verhältnis der Über- und Unterordnung konstituiert“ (Gabler Wirtschaftslexikon, 2021). Indem sich Menschen u.a. hinsichtlich ihres Lebensstils, ihrer Sprache, ihrer Einstellung zur Familie, Politik, Kirche und Werteorientierungen unterscheiden, ist davon auszugehen, dass sie sich auch in der Anerkennung des Autoritätsanspruchs der Polizei unterscheiden (vom Hau, 2017). Je nach Milieuzugehörigkeit des polizeilichen Gegenübers eskalieren Maßnahmen eher in Gewalt (ebd.). Wegen der Vergleichbarkeit bestimmter Lebensstile und –einstellungen gleichen sich Autoritätsbilder in migrantischen Milieus mit den gesamtdeutschen (vom Hau, 2017).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert die Forschungsfrage bezüglich kultureller Kommunikationsunterschiede und erläutert die methodische Vorgehensweise sowie die Relevanz des Themas.

2. Veränderung der Migration in Deutschland: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die historische und aktuelle Migrationssituation in Deutschland und beleuchtet die Rolle der Polizei als Arbeitgeber für Menschen mit Migrationshintergrund.

3. Interkulturelle Kommunikation und Kompetenz: Es werden die theoretischen Grundlagen der Kommunikation, inklusive Wahrnehmungsprozessen und Kommunikationsmodellen, sowie kulturelle Störfaktoren in der Interaktion analysiert.

4. Konsequenzen für polizeiliche Kommunikation: Das Kapitel diskutiert praxisnahe Techniken wie die Meta-Kommunikation und aktives Zuhören, um polizeiliche Maßnahmen effizienter und konfliktfreier zu gestalten.

5. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und betont die Notwendigkeit von kultureller Sensibilität und emotionaler Kompetenz für Polizeibeamte.

Schlüsselwörter

Polizei, Migration, Interkulturelle Kommunikation, Kommunikationsmodell, Wahrnehmung, Störfaktoren, Meta-Kommunikation, Aktives Zuhören, Autorität, Kulturelle Unterschiede, Polizeiliche Maßnahmen, Vorurteile, Soziale Milieus, Sprachbarrieren, Empathie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den besonderen Herausforderungen der Kommunikation zwischen der Polizei und Migranten in Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit umfasst die Migrationsentwicklung, theoretische Grundlagen der Kommunikation, kulturelle Unterschiede sowie polizeiliche Handlungsempfehlungen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Ziel ist es zu ergründen, wie sich kulturelle Unterschiede in der Kommunikation äußern und wie diese in polizeilichen Situationen effektiv bewältigt werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Methodik der Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche unter Nutzung von Internetquellen und Fachbibliotheken.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert Kommunikationsmodelle, die Rolle von Wahrnehmung und Vorurteilen, kulturelle Eigenheiten sowie Techniken zur Konfliktminimierung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie interkulturelle Kommunikation, Polizeiarbeit, Migration und soziale Kompetenz definieren.

Warum ist das "Landsmann-Phänomen" für die Polizei relevant?

Es beschreibt den Versuch von Bürgern, polizeiliche Beamte gleicher Herkunft zur Vereinnahmung zu bewegen, was die notwendige professionelle Distanz gefährden kann.

Welche Rolle spielt die "Meta-Kommunikation"?

Sie dient als Strategie, um über die Kommunikation selbst zu sprechen, Missverständnisse zu klären und kulturelle Regeln explizit zu machen.

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Details

Title
Besonderheiten der Kommunikation zwischen Polizei und Migranten
Grade
1,7
Author
Niko Mandic (Author)
Publication Year
2021
Pages
20
Catalog Number
V1133084
ISBN (eBook)
9783346505798
ISBN (Book)
9783346505804
Language
German
Tags
besonderheiten kommunikation polizei migranten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Niko Mandic (Author), 2021, Besonderheiten der Kommunikation zwischen Polizei und Migranten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1133084
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