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Frauenfeindlichkeit in der französischen Sprache?

Eine Untersuchung der Grammatik, Semantik, Wortbildung, Lexikographie sowie dem Feld der Berufsbezeichnungen

Título: Frauenfeindlichkeit in der französischen Sprache?

Trabajo de Seminario , 2003 , 13 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Robin Lackas (Autor)

Estudios franceses - Lingüística
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Die folgende Untersuchung wird den Versuch unternehmen, zu klären, ob die französische Sprache in den Bereichen der Grammatik, Semantik, Wortbildung, Lexikographie und auf dem Feld der Berufsbezeichnungen Komponenten aufweist, die aus Sicht der feministischen Sprachkritik als diskriminierend interpretiert werden könnten.

Würden diese Interpretationen einer sprachwissenschaftlichen Analyse standhalten? Ist eine solche Analyse aufgrund der praktisch-sprachpolitischen Dimension der feministischen Perspektive überflüssig? Das Anliegen dieser Arbeit besteht darin, Antworten auf diese Fragen zu finden.

Im Bereich der Soziolinguistik hat sich seit Beginn der Siebzigerjahre, im Zuge feministischer und studentischer Bewegungen vor allem in den USA, eine neue Forschungsrichtung der Sprachwissenschaft entwickelt, die sich mit dem Verhältnis von Sprache und Geschlecht auseinandersetzt. Kernpunkt dieses „neuen“ diastratischen Registers ist die Frage, ob Sprache an sich Ausdruck patriarchalisch geprägter Wertesysteme und dadurch per se als sexistisch zu verstehen ist.

Anhand dieses Ansatzes wird klar, dass diese Varietät eng mit gesellschaftlichen, politischen und sozialen Fragestellungen verknüpft ist und meist vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Wirklichkeit in Gestalt eines jahrhundertealten Patriarchats betrachtet wird. Es ist daher logisch, wenn sich Untersuchungen dieser Ausrichtung auf die Frage reduzieren, inwieweit Frauen in der Sprache gleichberechtigt repräsentiert oder gar diskriminiert werden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Der Begriff der Sprache

2 Genus und Geschlecht

2.1 Ausdruck von Geschlecht und Berufsbezeichnungen

3 Geschlecht und Wortschatz

3.1 Das Wortpaar homme:femme

3.2 Sexualität und Lexikon

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Frage, inwieweit die französische Sprache frauendiskriminierende Elemente in Bereichen wie Grammatik, Semantik und Wortbildung aufweist. Das Ziel ist es, zu analysieren, ob feministische Sprachkritik an einer wissenschaftlichen Überprüfung standhalten kann und wie Sprache als Spiegel gesellschaftlicher Machtstrukturen fungiert.

  • Analyse des Einflusses von Genus auf die Wahrnehmung des natürlichen Geschlechts.
  • Untersuchung der strukturellen Benachteiligung von Frauen in Berufsbezeichnungen.
  • Betrachtung semantischer Asymmetrien im Wortfeld homme/femme.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der pejorativen Konnotation weiblicher Begriffe im Bereich Sexualität.

Auszug aus dem Buch

3.1 Das Wortpaar homme:femme

Aufgrund der Doppelbedeutung des Wortes homme (generisch und geschlechtsspezifisch) ergibt sich logischerweise eine Asymmetrie in Relation zu dem Wort femme, das nur geschlechtsspezifisch verwendet und gedeutet wird. Doch es wird darüber hinaus klar, daß das „männliche semantisch nicht nur das „allgemeinere“, sondern auch das „unabhängigere“ und „bessere“ Geschlecht ist“ (Bierbach/Ellrich 1990:255). Bierbach/Ellrich belegen diese These anhand eines Schaubildes, das die umständlichere, abweichende Konstruktion des Begriffes femme verdeutlicht.

Während das semantische Merkmal ,mari’ beim Mann nicht erforderlich ist, wird die Frau an entsprechender Stelle ,markiert’ und in Relation zum Mann gesetzt. Insofern läßt sich diese Tatsache als „Ausdruck der gesellschaftlichen Wahrnehmung der Frau in Abhängigkeit von ihrem Familienstand, ihrer jeweiligen „Zugehörigkeit““ (Bierbach/Ellrich 1990:256) interpretieren, während der Mann eine unabhängige „an-sich“-Position innehat. Es bedarf sicherlich weder ideologischer noch extralinguistischer Vorstellungskraft, um aus diesen Darstellungen ähnliche Schlußfolgerungen zu ziehen wie die feministische Linguistik. Denn wie, wenn nicht durch sozio-historische Manifestation, läßt sich dieses semantische Ungleichgewicht erklären?

Der Verdacht, daß es sich bei der lexikographischen Bedeutungsbestimmung um eine weitere Reflexion hierarchischer Gesellschaftsstrukturen handelt – ob ,motiviert’ oder ,arbiträr’ sei nebensächlich - wird durch den Vergleich der beiden Begriffsdeskriptiva im Dictionnaire de la Langue Française, Le petit Robert (1993), erhärtet.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der feministischen Sprachwissenschaft ein und umreißt die Forschungsfrage bezüglich einer möglichen Diskriminierung von Frauen im Französischen.

1.1 Der Begriff der Sprache: Hier wird verdeutlicht, dass Sprache als aktiver, gesellschaftlich verankerter Prozess verstanden wird, der sich nicht losgelöst von den Sprechern betrachten lässt.

2 Genus und Geschlecht: Das Kapitel untersucht die Korrelation zwischen grammatischem Genus und natürlichem Geschlecht, wobei die Dominanz des Maskulinums kritisch hinterfragt wird.

2.1 Ausdruck von Geschlecht und Berufsbezeichnungen: Hier werden die Probleme bei der Feminisierung von Berufsbezeichnungen sowie die Empfehlungen der zuständigen Fachkommission erörtert.

3 Geschlecht und Wortschatz: Dieser Abschnitt analysiert die semantischen Dissymmetrien im Wortschatz und die daraus resultierende negative Konnotation des Weiblichen.

3.1 Das Wortpaar homme:femme: Das Kapitel zeigt anhand lexikographischer Daten auf, wie das Wort femme in Relation zum Wort homme systematisch markiert und in Abhängigkeit gesetzt wird.

3.2 Sexualität und Lexikon: Hier wird die Pejorisierung weiblicher Begriffe im Bereich der Sexualität beleuchtet, die durch männlich-konservative Sichtweisen geprägt ist.

4 Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert über die Möglichkeiten eines bewussten Sprachwandels in Frankreich.

Schlüsselwörter

Französische Sprache, Sprachwissenschaft, Feministische Linguistik, Gender, Genus, Berufsbezeichnungen, Semantik, Wortschatz, Pejorisierung, Sprachwandel, Diskriminierung, Soziolinguistik, Geschlechterrollen, Lexikographie, Patriarchat

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Sprache und Geschlecht im Französischen und geht der Frage nach, ob die französische Sprache frauendiskriminierende Strukturen aufweist.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf den Bereichen Grammatik, Semantik, Wortbildung, Lexikographie und der spezifischen Problematik von Berufsbezeichnungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu klären, ob die französische Sprache Komponenten enthält, die aus Sicht der feministischen Sprachkritik als diskriminierend interpretiert werden können und ob diese Interpretationen einer linguistischen Analyse standhalten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer linguistischen Analyse, die insbesondere soziolinguistische und lexikographische Erkenntnisse sowie feministische Sprachkritik einbezieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Genus-Strukturen, eine Analyse von Berufsbezeichnungen sowie eine detaillierte Betrachtung semantischer Asymmetrien im Wortschatz, insbesondere im Bereich der Sexualität.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Französische Sprache, Feministische Linguistik, Genus, Sprachwandel und Diskriminierung charakterisiert.

Warum wird das Wortpaar homme:femme in der Arbeit als Beispiel gewählt?

Es dient als zentrales Beispiel, um die semantische Asymmetrie aufzuzeigen, bei der homme als generischer und unabhängiger Begriff fungiert, während femme markiert und in eine abhängige Position gerückt wird.

Welche Rolle spielt die Académie Française in diesem Kontext?

Die Académie Française vertritt eine konservative Sprachauffassung und hat sich kritisch gegenüber Bestrebungen gezeigt, die französische Sprache durch Kommissionen zur Feminisierung von Berufsbezeichnungen aktiv zu verändern.

Was schlussfolgert die Arbeit über die Pejorisierung des Weiblichen?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass im französischen Lexikon eine permanente Pejorisierung des Weiblichen stattfindet, die eng mit patriarchalen Wertesystemen und einer männlich geprägten Sichtweise auf Sexualität verknüpft ist.

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Detalles

Título
Frauenfeindlichkeit in der französischen Sprache?
Subtítulo
Eine Untersuchung der Grammatik, Semantik, Wortbildung, Lexikographie sowie dem Feld der Berufsbezeichnungen
Universidad
University of Cologne
Calificación
1,0
Autor
Robin Lackas (Autor)
Año de publicación
2003
Páginas
13
No. de catálogo
V1133694
ISBN (Ebook)
9783346505279
ISBN (Libro)
9783346505286
Idioma
Alemán
Etiqueta
frauenfeindlichkeit sprache untersuchung grammatik semantik wortbildung lexikographie feld berufsbezeichnungen gender gerecht linguistik sprachsysteme französisch
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Robin Lackas (Autor), 2003, Frauenfeindlichkeit in der französischen Sprache?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1133694
Leer eBook
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