Im Verlauf der landeskundlichen Hauptexkursion durch Deutschland im Sommer 2007 wurden auch die Städte Bremerhaven und Cuxhaven an der deutschen Nordseeküste besichtigt. Im Vordergrund stand dabei die Überlegung, wie sich Seestädte mit traditionell maritimer Ausrichtung an die Auswirkungen des allgemeinen industriellen und sektoralen Wandels anpassen (können). Unter diesem Aspekt sollen die beiden Städte hier verglichen werden. [...]
Die Aufwärtsentwicklung, die derzeit vor allem für und von Bremerhaven teilweise großartig propagiert wird, schlägt sich bis dato nicht in ausreichend Arbeitsplätzen für die Bevölkerung nieder. Die entstehenden (und z. T. schon entstandenen) hoch qualifizierten Jobs verhelfen nur vergleichsweise wenigen Bremerhavenern zu Lohn und Brot. Die Arbeitslosenquote ist nach wie vor alarmierend hoch, besonders die der Langzeitarbeitslosen, für die offenbar auch nach den neuen Konzepten keine Plätze vorgesehen sind. [...] Gleiches gilt in etwa für Cuxhaven. Die Arbeitslosenzahlen sind ebenfalls höher als in der Region üblich, dazu kommt das massive Problem der Alterung in der Stadt. Hier bleiben vor allem die Wirkungen des Leitbildes in Bezug auf Familienfreundlichkeit abzuwarten, das ja erst seit etwa drei Jahren gilt. Ebenfalls bleibt abzuwarten, ob Cuxhaven mit seiner marinen Ausbildungsoffensive richtig liegt und ob sich die derzeitige positive Entwicklung des Seeverkehrs auch in der Hafenstadt Cuxhaven ablesen lassen wird.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Historische Hintergründe
1.1. Bremerhaven
1.2. Cuxhaven
1.3. Fazit
2. Die heutige Situation
2.1. Bevölkerung
2.2. Verkehr
2.3. Wirtschaft
3. Gemeinsame Probleme und Interessen, Konkurrenz, Zusammenarbeit
4. Perspektiven und Zukunftsstrategien
5. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit vergleicht die Städte Bremerhaven und Cuxhaven, um zu untersuchen, wie sich Seestädte mit traditionell maritimer Ausrichtung an den industriellen und sektoralen Wandel anpassen. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf der Konkurrenzsituation zwischen den beiden geographisch nah beieinander liegenden Städten sowie deren Versuchen der Kooperation und Neupositionierung im Kontext globaler wirtschaftlicher Herausforderungen.
- Historische Entwicklung und Genese als Vorhäfen
- Demographische Herausforderungen und Überalterung
- Struktureller Wandel der maritimen Wirtschaft
- Vergleich der städtischen Zukunftsstrategien und Leitbilder
- Kooperationsformen und Konkurrenzvermeidung
Auszug aus dem Buch
1. Historische Hintergründe
Die Großstadt Bremerhaven mit ihren 115.629 Einwohnern (vgl. Stat. Landesamt Bremen 2007a, S. 3 Onlineversion) als solche ist - verglichen mit anderen deutschen Städten - noch sehr jung. Die Entwicklung zur heutigen „größte[n] Stadt an der deutschen Nordseeküste und Oberzentrum für die Region zwischen Elbe und Weser“ (www.bremerhaven.de) erfolgte in relativ kurzer Zeit.
Bremerhaven wurde am 11. Januar 1827 von dem damaligen Bremer Bürgermeister Johann Smidt zwischen den Dörfern Geestendorf und Lehe an der Ostseite der Wesermündung in die Nordsee gegründet (Abbildung 1). Das dafür notwendige Gelände hatte die Stadt vorher vom Königreich Hannover abgekauft. Grund für die Anlage des Ortes war einzig die Errichtung des eingangs erwähnten Vorhafens für die Stadt Bremen, daher auch der Name Bremerhaven. Bremen hatte zu dieser Zeit stark mit der zunehmenden Versandung der Weser zu kämpfen, so dass Seeschiffe die Bremischen Häfen häufig nicht mehr ansteuern konnten. Die 60 km nördlich beginnende Trichtermündung des Flusses stellte dagegen eine seeschifftiefe Fahrrinne sicher.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in die Thematik des Vergleichs der beiden Nordseestädte Bremerhaven und Cuxhaven vor dem Hintergrund des industriellen Wandels.
1. Historische Hintergründe: Überblick über die Gründungsgeschichte und die Entwicklung der beiden Städte als Vorhäfen für Bremen bzw. Hamburg.
2. Die heutige Situation: Analyse der aktuellen demographischen, verkehrstechnischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten in beiden Städten.
3. Gemeinsame Probleme und Interessen, Konkurrenz, Zusammenarbeit: Untersuchung der wirtschaftlichen Abhängigkeiten sowie der Ansätze für regionale Kooperationen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit.
4. Perspektiven und Zukunftsstrategien: Erörterung der Leitbilder und Zukunftsprojekte beider Städte zur Sicherung ihrer Standorte im maritimen Sektor.
5. Zusammenfassung: Resümee über die Herausforderungen des Strukturwandels und die Prognosen für die zukünftige Entwicklung der Seestädte.
Schlüsselwörter
Bremerhaven, Cuxhaven, Seestadt, Strukturwandel, Vorhafen, Hafenwirtschaft, Demographie, Schrumpfung, Standortentwicklung, Konkurrenz, Kooperation, maritime Wirtschaft, Offshore-Windenergie, Tourismus, Metropolregion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert und vergleicht die wirtschaftliche und strukturelle Entwicklung der beiden norddeutschen Seestädte Bremerhaven und Cuxhaven.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Genese, dem demographischen Wandel, der Infrastruktur sowie der wirtschaftlichen Neupositionierung der Städte.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie sich diese maritimen Städte an den industriellen Strukturwandel anpassen und welche Strategien sie verfolgen, um in einer Konkurrenzsituation erfolgreich zu bestehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer landeskundlichen Analyse, die Referate und Ausführungen vor Ort sowie eine Auswertung aktueller statistischer Berichte und fachwissenschaftlicher Literatur kombiniert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die heutige Situation hinsichtlich Bevölkerung, Verkehr und Wirtschaft verglichen sowie die Problematik und die Chancen der interkommunalen Zusammenarbeit beleuchtet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die zentralen Begriffe sind Hafenwirtschaft, Strukturwandel, demographische Entwicklung, Standortwettbewerb und interkommunale Kooperation.
Wie unterscheidet sich die Entwicklung von Bremerhaven zu Cuxhaven?
Während Bremerhaven als großstädtisches Zentrum durch massive industrielle Hafenerweiterungen geprägt wurde, entwickelte sich Cuxhaven stärker diversifiziert, unter anderem durch die Kombination aus Fischwirtschaft, Seebad-Status und militärischer Infrastruktur.
Welche Rolle spielt der demographische Wandel für beide Städte?
Beide Städte sind von einem Bevölkerungsrückgang und einer deutlichen Überalterung betroffen, was die Finanzierung von Infrastrukturen erschwert und den Zwang zur strategischen Neuausrichtung erhöht.
Warum ist das Projekt „Hafenwelten“ für Bremerhaven bedeutend?
Es dient als Leuchtturmprojekt für den Strukturwandel von einer reinen Industriestadt hin zu einem touristischen und wissenschaftlichen Zentrum.
Welche Bedeutung hat die Kooperation der Städte?
Angesichts der globalen Konkurrenz und fehlender Hinterland-Anbindung ist regionale Zusammenarbeit ein wesentliches Gebot, um als Wirtschaftsraum gemeinsam bestehen zu können.
- Arbeit zitieren
- Philipp Steffens (Autor:in), 2008, Bremerhaven und Cuxhaven, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113487