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Die 'Erosion der politischen Mitte'

Am Beispiel der Deutschen Demokratischen Partei (DDP)

Title: Die 'Erosion der politischen Mitte'

Seminar Paper , 2000 , 18 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Dipl. Geogr. Christian Momberger (Author)

History of Germany - World War I, Weimar Republic
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Bei der Wahl zur Nationalversammlung vom 19. Januar 1919 bekam die Deutsche Demokratische Partei (DDP) 5,64 Millionen Wählerstimmen (= 18,5%) und 75 Sitze. Bei den Wahlen zum 7. Reichstag am 06. November 1932 erreichte die Deutsche Staatspartei (DStP), die 1930 aus der DDP hervorgegangen war, lediglich 336.000 Wählerstimmen (0,9%) und 2 Reichstagsmandate.
In der hier vorliegenden Hausarbeit will ich mich mit der Frage beschäftigen, wie es dazu kommen konnte, daß die DDP von einer einst drittstärksten politischen Kraft mit so ”berühmten” und bekannten Leuten wie dem ”Vater” der Weimarer Reichsverfassung Hugo Preuß, dem Fabrikanten Walter Rathenau und dem Theologen Friedrich Naumann zu einer kleinen und unbedeutenden ”Splitterpartei” wurde. Dazu möchte ich zunächst einen historischen Abriss über die Geschichte der DDP und ihrer Nachfolgerin der Deutschen Staatspartei (DStP) in der Weimarer Republik geben. Darüber hinaus will ich auch auf die Frage eingehen, ob man aufgrund dieser Tatsache tatsächlich von einer ”Erosion der politischen Mitte”
in der Weimarer Republik sprechen kann, oder ob es sich hierbei nur um einen Einzelfall mit speziellen, nicht übertragbaren Gründen und Problemen handelt. Sind also die Wähler während der Weimarer Republik tatsächlich in Heerscharen von der politischen Mitte zu den extremen Rändern ”übergelaufen”? Wenn ja, was waren die Gründe?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Abkürzungen und Begriffserklärungen

2. Thematik

3. Die DDP

3.1. Die Geschichte der DDP 1918 - 1930

3.2. Die Gründung der DStP und ihre Ziele

3.3. Ursachen und Gründe des Niedergangs der DDP

4. Die politische Mitte - Kennzeichen und Veränderungen

5. Resümee

6. Literatur

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den politischen Niedergang der Deutschen Demokratischen Partei (DDP) während der Weimarer Republik, um zu klären, ob dieser Prozess als Symptom für eine generelle "Erosion der politischen Mitte" zu verstehen ist oder ob es sich um parteispezifische Probleme handelte.

  • Historischer Abriss der Entwicklung der DDP und ihrer Nachfolgerin, der Deutschen Staatspartei (DStP).
  • Analyse der Ursachen für die massiven Wählerverluste und den Machtverlust der Partei.
  • Untersuchung der strukturellen Probleme, wie etwa der fehlenden Einheit des liberalen Lagers.
  • Vergleich der DDP mit anderen Parteien der politischen Mitte, insbesondere dem Zentrum.
  • Bewertung des Phänomens der Wählerabwanderung zu extremen politischen Rändern.

Auszug aus dem Buch

3.3. Ursachen und Gründe des Niedergangs der DDP

Die Deutsche Demokratische Partei (DDP) vertrat vor allem das (links)liberale Bildungsbürgertum. Sie war es, die im Jahre 1919 entscheidend Einfluß auf die Gestaltung des neuen Staates nahm. Zu dieser Zeit besaß sie viele namhafte Mitglieder, Freunde, Förderer und Gönner, auch aus der Industrie und der Hochfinanz. So waren z.B. Walter Rathenau (AEG) und Hjalmar Schacht (1923-30, 1933-45 Reichsbankpräsident) Mitglieder der Partei, Carl Friedrich von Siemens ein weiterer Geldgeber. Zunächst wurde sie als Bindeglied zwischen revolutionierender Arbeiterschaft bzw. der SPD und den Gewerkschaften auf der einen und der Industrie und dem ”konservativen” Bürgertum auf der anderen Seite benötigt. Diese Funktion verlor sie jedoch schnell, nachdem eine Verfassung erlassen wurde, die das Privateigentum und die Monopolstellung führender Industrien nicht wesentlich antastete und die SPD keine wirkliche ”Gefahr” mehr darstellte. Sie wurde immer weniger als politische Kraft benötigt.

Zunehmend akzeptierte man seitens der Wirtschaft den neuen Staat und war nun bestrebt, größeren und direkteren Einfluß auf ihn auszuüben, was die vermehrte Beteiligung von DVP und DNVP an Reichsregierungen in den Jahren 1922 - 1928 zeigt. Die Unterstützung der DDP durch die Unternehmerverbände bröckelte zusehends ab, so daß die Partei in immer neue und größere finanzielle Schwierigkeiten geriet und daher ihre Ausgaben für Wahlkämpfe und hauptamtliche Funktionäre verstärkt reduzieren mußte. Auch das Festhalten an einer positiven und engen Zusammenarbeit mit der SPD, wie z.B. in Preußen, war dem Interesse der Industrie an der DDP nicht gerade förderlich. Einzig und allein zahlreiche große (bürgerlich-liberale) Tageszeitungen, wie z.B. das Berliner Tageblatt, hielten der DDP lange die Treue und warben, besonders vor Wahlkämpfen, für deren Positionen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Abkürzungen und Begriffserklärungen: Definition zentraler Begriffe und politischer Gruppierungen der Weimarer Republik, die für das Verständnis der Arbeit notwendig sind.

2. Thematik: Vorstellung der Fragestellung bezüglich des Wählerverlusts der DDP und der Eignung dieses Falls zur Diagnose einer allgemeinen politischen Erosion.

3. Die DDP: Umfassende historische Darstellung der Parteigeschichte, der Ziele der Deutschen Staatspartei sowie einer detaillierten Ursachenanalyse für den Parteiniedergang.

4. Die politische Mitte - Kennzeichen und Veränderungen: Einordnung der DDP in das Spektrum der demokratischen Parteien und Analyse der systemischen Instabilität in der Weimarer Ära.

5. Resümee: Fazit zur Frage der Erosion der Mitte, wobei die Spaltung des Liberalismus und die taktischen Fehler der DDP als zentrale Faktoren herausgestellt werden.

6. Literatur: Verzeichnis der verwendeten Fachliteratur und Quellen für die vorliegende Untersuchung.

Schlüsselwörter

Weimarer Republik, DDP, DStP, Liberalismus, Politische Mitte, Erosion, Wählerverhalten, Nationalversammlung, Reichstagswahl, Parteiensystem, Koalition, Regierungsverantwortung, Hugo Preuß, Friedrich Naumann, Gustav Stresemann.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den massiven Wähler- und Bedeutungsverlust der Deutschen Demokratischen Partei (DDP) während der Weimarer Republik und prüft, inwiefern dies auf einen allgemeinen Erosionsprozess der demokratischen politischen Mitte hindeutet.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Entwicklung des deutschen Linksliberalismus, die Parteistrukturen in der Weimarer Zeit, das Verhältnis zur Sozialdemokratie sowie die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise auf das Wahlverhalten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu klären, warum die DDP von einer drittstärksten Kraft zu einer Splitterpartei wurde und ob dies ein Einzelfall war oder repräsentativ für den Zerfall der republikanischen Mitte steht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer Auswertung von Fachliteratur, zeitgenössischen Quellen und statistischen Wahldaten basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Geschichte der DDP, die Transformation zur Deutschen Staatspartei (DStP), die Ursachen für den Niedergang und eine vergleichende Einordnung in das politische System der Weimarer Republik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Weimarer Republik, Liberalismus, Erosion der Mitte, DDP und politisches System geprägt.

Warum war der Zusammenschluss zur Deutschen Staatspartei (DStP) kein Erfolg?

Der Zusammenschluss kam zu spät, basierte auf fragwürdigen Bündnissen mit rechten Gruppierungen und wurde von der Parteibasis sowie dem Mittelstand aufgrund der wirtschaftlichen Notsituation nicht als tragfähige Problemlösung wahrgenommen.

Welche Rolle spielte die Führung der DDP bei der Entfremdung von ihrer Basis?

Die Parteiführung agierte oft gegen den Willen der Basis, etwa durch die kontinuierliche Regierungsbeteiligung in Kompromisskoalitionen, was zu einer Entfremdung und zum Vorwurf der programmatischen Beliebigkeit führte.

Wurde die politische Mitte auch bei anderen Parteien als der DDP geschwächt?

Ja, auch die Deutsche Volkspartei (DVP) erlitt massive Verluste, während sich Parteien mit einem festen soziokulturellen Milieu, wie das Zentrum, als resistenter erwiesen.

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Details

Title
Die 'Erosion der politischen Mitte'
Subtitle
Am Beispiel der Deutschen Demokratischen Partei (DDP)
College
Justus-Liebig-University Giessen  (Historisches Institut)
Course
Grundseminar zur Neueren Geschichte: Das Ende der Weimarer Republik
Grade
2,3
Author
Dipl. Geogr. Christian Momberger (Author)
Publication Year
2000
Pages
18
Catalog Number
V113732
ISBN (eBook)
9783640144471
ISBN (Book)
9783640163724
Language
German
Tags
Erosion Mitte Grundseminar Neueren Geschichte Ende Weimarer Republik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl. Geogr. Christian Momberger (Author), 2000, Die 'Erosion der politischen Mitte', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113732
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