Versuch einer Untersuchung von Texten auf Urlaubs- und Ansichtspostkarten, insbesondere auf ihre Makrostrukturen


Seminararbeit, 2008

14 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Unterscheidung zwischen einfachen Postkarten und Grußpostkarten

3 Merkmale der Textsorte Urlaubs- bzw. Ansichtspostkarte
3.1 Die Begrüßungssequenz
3.2 Der thematische Hauptteil
3.3 Die Schlusssequenz

4 Sonderformen von Grußpostkarten

5 Zusammenfassung und Resümee

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Jeder kennt sie, jeder hat wahrscheinlich auch schon einmal die ein oder andere verschickt und manch einer auch schon eine bekommen. Die Rede ist von Urlaubs- und Ansichtspostkarten, im weiteren Verlauf der Arbeit auch häufig Grußpostkarten genannt. Die kleinen, meist farbigen Postkarten sind Elemente der verbal-schriftlichen Kommunikation (Burkhard 2000: 609) in der Gesellschaft. Entstanden in der Mitte des 19. Jahrhunderts[1], haben sie sich zu einem besonderen Medium entwickelt, das sich ungeachtet der Portogebühren[2] und der modernen technischen Mittel im elektronischen Bereich (z.B. Handy und E-Mail) bis in die heutige Zeit behauptet hat. Dieser Versuch einer Untersuchung beschränkt sich lediglich auf den Sektor der Urlaubs- und Ansichtspostkarten der letzten 30 Jahre und lässt andere Postkarten und auch Urlaubs- und Ansichtspostkarten aus weiter zurückliegenden Jahren in diesem Rahmen außer Betracht.

Grußpostkarten gibt es in allen Ländern der Europäischen Union in unterschiedlicher Größe und Ausstattung. Die Vorderseite[3] zeigt ein Bild, meist eine Fotografie, in ungeahnter Vielfalt (z.B. Natur, Kunst, Kultur, Personen, Ereignisse, Städte und Stätten, Gebäude, Hotels); aber auch Scherzhaftes und Anzügliches kann man finden. Im Hinblick auf die zu erläuternden Markostrukturen teilt die Untersuchung sektoral ein:

- Unterscheidung zwischen Postkarte und Grußpostkarte
- Merkmale der Grußpostkarte
- Begrüßungssequenz
- Thematischer Hauptteil
- Schlusssequenz
- Sonderformen von Grußpostkarten

Bei meinen Untersuchungen konnte ich auf einen Fundus von 20 (im erweiterten Kreis 30) Urlaubs- und Ansichtskarten zurückgreifen. Die Grußpostkarten stammen teilweise aus meinem privaten Besitz, aus dem Besitz meiner Familie oder meiner Freunde und Bekannten. Im Fundus[4] befinden sich sowohl Karten von männlichen und weiblichen Absendern oder Empfängern. Auch beim Alter der Absender und Empfänger habe ich versucht, aus möglichst vielen Altersklassen und verschiedenen Generationen Grußpostkarten auszuwerten. Wegen des geringen Umfangs des Fundus’ kann die vorliegende Untersuchung nicht als repräsentativ angesehen werden. Um aber die strukturellen Eigenschaften und Besonderheiten der Textsorte zu beleuchten, sollte die Anzahl der untersuchten Grußpostkarten ausreichen.

2 Unterscheidung zwischen einfachen Postkarten und Grußpostkarten

Wenn wir heutzutage von Postkarten sprechen, haben wir eine kleinformatige Karte aus festem Papier vor Augen. Bei einer einfachen Postkarte ist eine Seite der Karte für den Namen und die Adresse des Empfängers und des Absenders bestimmt, auf die auch die Briefmarke geklebt wird. Die Rückseite ist blank und steht für den Text oder für eine beliebige Gestaltung durch den Autor zur Verfügung. Bei einer Grußpostkarte ist eine Seite mit einer Fotografie, einer Zeichnung oder mit etwas Vergleichbarem versehen. Die andere Seite ist für einen kurzen Text des Autors, die Adresse des Empfängers und eine Briefmarke vorgesehen. Das ist die gebräuchliche Form einer Grußpostkarte, die so gesehen, lediglich eine Subtextsorte der eigentlichen Textsorte „Postkarte“ darstellt. Man muss also differenzieren zwischen der einfachen Postkarte und der seit dem 1.Februar 1905 etablierten Ansichtspostkarte (Dieckmannshenke 2002: 98). Meine Untersuchungen behandeln jedoch lediglich die Texte, Strukturen und Bezüge zu Abbildungen auf Ansichts- bzw. Urlaubspostkarten. Was sind also typische und besondere Merkmale und Eigenschaften auf Grußpostkarten?

3 Merkmale der Textsorte Urlaubs- bzw. Ansichtspostkarte

Urlaubs- und Ansichtspostkarten gehören zu den am meisten verbreiteten Alltagstextsorten unserer Zeit (Dieckmannshenke 2002: 93). Auch die Textsorte der Grußpostkarte hat ihre eigenen typischen Merkmale und Strukturen, die sie förmlich charakterisieren. Die Makrostruktur einer Grußpostkarte „charakterisiert einen Text als Exemplar eines spezifischen Texttyps und damit als Realisierung eines spezifischen Textmusters“ (Wrobel 1995:157)

Die Grußpostkarte ist Träger einer offenen und für Jeden lesbaren Information. Die offene Form charakterisiert ebenfalls die Art der Mitteilungen, die sich in den meisten Fällen auf allgemeine Äußerungen beschränkt. (vergl. Szépe 1979: 315). Ein weiteres Merkmal für die Textsorte Grußpostkarte ist die Handschriftlichkeit. Jede untersuchte Karte wurde mit der Hand geschrieben, was zwar häufig der Lesbarkeit schadete, aber die Mitteilung trotz der offenen Form persönlich machte.

Der Platz zur handschriftlichen Textproduktion auf der Grußpostkarte ist durch die Maße der Karte begrenzt. Dem entsprechend kompakt sind auch die meisten Texte auf den Grußpostkarten.

„Huhu!

Viel haben wir gesehen in unserer Rom-Woche, aber noch längst nicht alles! Sei’s so! Wir hatten eine schöne Zeit aber jetzt ruft die Heimat wieder...

Liebe Grüße Name“

An diesem Text von einer Grußpostkarte aus Rom lässt sich die kompakte Form des Textes gut erkennen. Die Begrüßung, die Informationen über den Aufenthaltsort, sowie die Mitteilung über das nahende Ende des Aufenthaltes plus die Ausrichtung von Grüßen werden dem Adressaten in 29 Wörtern mitgeteilt. Zwar ist dieser Text auf einer Grußpostkarte besonders kurz geraten, dennoch lässt sich auch bei vielen anderen Grußkarten eine ähnliche Kompaktheit auf der Textebene feststellen. Aber es ist nicht nur die Kompaktheit des Geschriebenen[5], die sich auf vielen Karten wieder finden lässt, sondern auch die räumliche Gestaltung. Die materielle Textgestaltung[6] auf solchen Karten ist häufig die gleiche und kann ohne weiteres als ein typisches Merkmal für den strukturellen Aufbau von Grußpostkarten gesehen werden. In den meisten Texten ist in der Tat eine Dreigliedrigkeit festzustellen, die sich aus den folgenden Einheiten zusammensetzt:

[...]


[1] 1869 in Österreich, Der neue Kultur Fahrplan (2004) Herbig

[2] In Deutschland 45 Cent; im Ausland nach den nationalen Gebührensätzen

[3] Die Vorderseite einer Grußpostkarte zu bestimmen scheint trivial, da jeder Betrachter subjektiv entscheidet, ob er die Text- oder Bildseite als Vorderseite bzw. Rückseite betrachtet

[4] Leider habe ich in meinem Fundus keine Grußkarten von Kollegen aus dem Berufs- und Arbeitsbereich, so dass dieser Bereich nicht ausgewertet werden konnte

[5] Auffallend häufig sind Abkürzungen wie lb. Grüße oder herzl. Grüße

[6] einzelne Sequenzmuster werden durch Absätze getrennt

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Versuch einer Untersuchung von Texten auf Urlaubs- und Ansichtspostkarten, insbesondere auf ihre Makrostrukturen
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Note
1,7
Autor
Jahr
2008
Seiten
14
Katalognummer
V113767
ISBN (eBook)
9783640144662
ISBN (Buch)
9783640146680
Dateigröße
443 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Versuch, Untersuchung, Texten, Urlaubs-, Ansichtspostkarten, Makrostrukturen
Arbeit zitieren
Tobias Heitmann (Autor), 2008, Versuch einer Untersuchung von Texten auf Urlaubs- und Ansichtspostkarten, insbesondere auf ihre Makrostrukturen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113767

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