Die Arbeit beschäftigt sich mit (Cyber-)Mobbing aufgrund von unterschiedlichen Sexualitäten und inwieweit die Schule hier präventiv und intervenierend tätig werden kann. Im ersten Teil werden die Themen "sex"/"gender" und Heteronormativität behandelt sowie ein Überblick über Homo- und Bisexualität geschaffen. Im zweiten Teil werden diese Punkte im Hinblick auf (Cyber-)Mobbing in Schulen thematisiert und untersucht.
Die Institution Schule, ein Ort, der in Deutschland von Kindern und Jugendlichen besucht werden muss, ist gleichzeitig auch ein Ort, der vielen SchülerInnen kein Wohlbefinden gewährleisten kann. Die Hintergründe dafür sind mangelnde Konfliktlösungsstrategien in Bezug auf (Cyber-) Mobbing, welche den SchülerInnen in ihrer adoleszenten Phase des Lebens fehlen. Die daraus resultierenden Folgen für die Betroffenen können traumatisierend sein und das Leben der Heranwachsenden erheblich beeinträchtigen.
Selbstverständlich erfahren SchülerInnen nicht nur aufgrund ihrer Sexualität oder ihres Geschlechts (Cyber-) Mobbing, oft muss dies auch auf einer intersektionalen Ebene gedacht werden. Jedoch ist das Thema Sexualität noch immer sehr tabuisiert und wird sehr eindimensional und stereotypisch gedacht. Wenn die Identität von SchülerInnen von MitschülerInnen und teilweise Lehrpersonen als Angriffsfläche genutzt werden, hat das für die betroffenen Personen, die (Cyber-) Mobbing erfahren, gefährliche und traumatisierende Folgen. Inwieweit kann die Schule hier gegensteuern?
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. SEXUALITÄT/GESCHLECHT
2.1 HETERONORMATIVITÄT
2.2 SEX UND GENDER
2.3 GESCHLECHTLICHE UND SEXUELLE VIELFALT
2.3.1 Homosexualität
2.3.2 Bisexualität
2.3.3 Geschlechtliche Vielfalt
2.3.3.1 Trans*
2.3.3.2 Inter*
2.3.3.3 Queer
3. MOBBING
3.1 CYBER-MOBBING
3.1.1 Beteiligte
3.1.2 Folgen
3.1.2.1 Für ‚Opfer‘
3.1.2.2 Für TäterInnen
3.1.3 Rechtlicher Schutz bei Mobbingangriffen
3.1.3.1 Mobbing im Gesetz
3.1.3.2 Beweislage
3.2 (CYBER-) MOBBING UND ABGRENZUNG ZU HATE SPEECH
4. (CYBER-) MOBBING AUFGRUND VON SEXUALITÄT
4.1 (CYBER-) MOBBING AUFGRUND VON GESCHLECHT IN BEZUG AUF TRANS*
5. (PÄDAGOGISCHE) MAßNAHMEN
5.1 PRÄVENTION
5.2 INTERVENTION
5.3 ETABLIERUNG VON QUEEREN UNTERRICHTSINHALTEN
6. FAZIT
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Bachelorarbeit untersucht (Cyber-)Mobbing gegen homo- und bisexuelle Jugendliche sowie Personen mit Trans*-Identität im schulischen Kontext. Ziel ist es, die Auswirkungen von Ausgrenzung und Diskriminierung auf die psychische Gesundheit der Betroffenen darzustellen und konkrete pädagogische Präventions- und Interventionsstrategien für Lehrkräfte abzuleiten.
- Grundlagen der Heteronormativität sowie Identitätsbegriffe (Sex/Gender)
- Dynamiken und Folgen von Mobbing und Cyber-Mobbing in der Schule
- Spezifische Diskriminierung aufgrund von sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität
- Präventions- und Interventionsmöglichkeiten für den Schulalltag
- Förderung von Akzeptanz durch die Etablierung queerer Unterrichtsinhalte
Auszug aus dem Buch
2.3.1 Homosexualität
Being gay was a bit like the Olympics: It disappeared in ancient times, and then they brought it back in the twentieth century. – Nick Hornby
Wie der britische Schriftsteller und Autor Nick Hornby, bereits in seinem Roman „A Long Way Down“, sarkastisch darstellt, war Homosexualität auch schon in der Zeit der Antike vorhanden. Dass Männer und Frauen gleichgeschlechtliche Erfahrungen machen war davor, während und auch nach der Zeit der Antike überall auf der Welt präsent, allerdings gab es für diese gleichgeschlechtlichen Erfahrungen erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts eine Begriffsdefinition. Von dem griechischen Wort „homós“ (= gleich) abgeleitet, haben wir heute den Begriff der Homosexualität, welche die gleichgeschlechtliche Beziehung zwischen zwei Frauen/Männern beschreibt.
Auch wenn der Begriff Homosexualität sowohl auf Frauen, als auch auf Männer zielt, sind lesbische Frauen und schwule Männer nicht zwei Geschlechter innerhalb einer Sexualität, da beide eine jeweils andere Geschichte haben, welche sich aufgrund der komplexen Organisation von männlichen und weiblichen Identitäten genau nach „gender“ unterscheiden. Bevor gegen Ende des 19. Jahrhunderts der Begriff der Homosexualität eine erste Verknüpfung zwischen Verhalten und der Identität eines Menschen erstellte, wurde ansonsten 1533 durch den Burgerry Act, das erste nicht-kirchliche englische Gesetz, welches unter anderem Homosexualität und Sodomie mit der Todesstrafe bestraft, veröffentlicht. Bis zum Sexual Offences Act von 1967 war Homosexualität in England noch illegal, bis dann private homosexuelle Handlungen zwischen zwei Männern, die beide das 21. Lebensjahr erreicht haben, entkriminalisiert wurden. Im Jahre 2000 wurde dies dann auf das 16. Lebensjahr reduziert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz der Thematik für den schulischen Alltag und legt den Fokus auf Mobbing aufgrund sexueller Orientierung.
2. SEXUALITÄT/GESCHLECHT: Dieses Kapitel definiert grundlegende Begriffe wie Heteronormativität, Gender und die Vielfalt sexueller Orientierungen und Identitäten.
3. MOBBING: Hier werden Definitionen von Mobbing und Cyber-Mobbing, deren Beteiligte, rechtliche Rahmenbedingungen sowie die Folgen für Täter und Betroffene erläutert.
4. (CYBER-) MOBBING AUFGRUND VON SEXUALITÄT: Dieses Kapitel analysiert spezifische Formen der Diskriminierung von Jugendlichen aufgrund ihrer Sexualität und Identität unter Einbeziehung empirischer Studien.
5. (PÄDAGOGISCHE) MAßNAHMEN: Es werden Strategien zur Prävention und Intervention für Lehrkräfte sowie Ansätze zur Einbindung queerer Inhalte in den Unterricht vorgestellt.
6. FAZIT: Das Fazit fasst die Notwendigkeit struktureller Veränderungen an Schulen zusammen, um ein sicheres und validierendes Umfeld für alle SchülerInnen zu schaffen.
Schlüsselwörter
Homosexualität, Bisexualität, Trans*, Heteronormativität, Mobbing, Cyber-Mobbing, Queer Theory, Diskriminierung, Schule, Pädagogische Prävention, Intervention, Geschlechtsidentität, Coming-out, Intersektionalität, Repräsentation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Problematik von Mobbing und Cyber-Mobbing an Schulen mit einem spezifischen Fokus auf die Diskriminierung von homo-, bisexuellen und trans* Jugendlichen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung von Geschlecht und Sexualität, die Analyse von Mobbing-Dynamiken sowie pädagogische Handlungsmöglichkeiten für Schulen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie (Cyber-)Mobbing die Identitätsfindung von Jugendlichen beeinflusst und welche konkreten Maßnahmen Lehrkräfte ergreifen können, um ein diskriminierungsfreies Lernumfeld zu schaffen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie der Auswertung empirischer Daten zur Diskriminierungserfahrung von queeren Jugendlichen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die Analyse von Mobbingformen und -folgen sowie die Darstellung von pädagogischen Präventions- und Interventionskonzepten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Heteronormativität, Cyber-Mobbing, Identitätsfindung, Prävention und Inklusion charakterisiert.
Warum ist das Thema "Coming-out" im Schulkontext besonders relevant?
Das Coming-out ist ein sensibler Prozess, der oft mit Angst vor Diskriminierung und Mobbing verbunden ist, was Auswirkungen auf die psychosoziale Entwicklung der SchülerInnen hat.
Welche Rolle spielt die Lehrperson bei der Prävention von Mobbing?
Lehrpersonen tragen eine Vorbildfunktion; durch ihr aktives Einschreiten oder Unterlassen können sie Mobbing-Prozesse maßgeblich beeinflussen oder verhindern.
Was unterscheidet Hate Speech von klassischem Cyber-Mobbing?
Während Cyber-Mobbing jede Person treffen kann, fokussiert Hate Speech gezielt auf Merkmale wie sexuelle Orientierung, Herkunft oder Identität ganzer Personengruppen.
Warum wird im Kontext von Trans*-Personen von "Dysphorie" gesprochen?
Dysphorie beschreibt das Unbehagen oder die Unzufriedenheit mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht, was für manche Trans*-Personen den Wunsch nach einer medizinischen Angleichung motiviert.
- Quote paper
- Muhammed Topuz (Author), 2020, Cybermobbing gegen Homo- und Bisexualität. Prävention und Intervention in der Schule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1138074