Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund in den organisierten Sport. Möglichkeiten und Grenzen der Sozialisation durch Sport


Hausarbeit, 2021

18 Seiten, Note: 1,0

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zum Begriff Migrationshintergrund, organisierter Sport und Integration
2.1 Begriffserklärung Migrationshintergrund
2.2 Begriffserklärung Organisierter Sport
2.3 Begriffserklärung Integration
2.3.1 Integrationstheorien mit dem Fokus auf das Medium Sport

3. Möglichkeiten und Grenzen des organisierten Sports zur Beteiligung junger Migrantinnen und Migranten am Vereinssport in Deutschland
3.1 Situation in Deutschland
3.2 Zugang zum organisierten Sport
3.3 Der Organisationsgrad im Sportverein bei Kindern und Jugendlichen
3.4 Die Sportbeteiligung nach sozialer Herkunft
3.5 Organisationsgrad im Sportverein nach Migrationshintergrund und sozialer Schichtzugehörigkeit
3.6 Mitgliedschaft im Sportverein und Akkulturation

4. Resümee über Möglichkeiten und Grenzen des organisierten Sports zur Sozialisation von Migranten in die Gesellschaft

5. Literaturverzeichnis

6. Abbildungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis:

Anmerkung der Redaktion: Alle Abbildungen wurden aus urheberrechtlichen Grünen entfernt. Sie können aber mittels der Quellenangaben eingesehen werden.

Abb 1: Organisationsgrad im Sportverein von 2- bis 12-jährigen Kindern

Abb 2: Organisationsgrad im Sportverein von 13- bis 17-jährigen Jugendlichen

Abb 3: Organisationsgrad im Sportverein von Migrantinnen und Migranten

Abb 4: Organisationsgrad im Sportverein nach Migrationshintergrund und sozialer 9 Schichtzugehörigkeit

Abb 5: Organisationsgrad im Sportverein nach Sprachpraxis im Haushalt

Abb 6: Organisationsgrad im Sportverein nach Zuwanderungsgeneration

1. Einleitung

Das Thema Integration hat in den vergangenen Jahren immer mehr an Aufmerksamkeit gewonnen. Spätestens seit Beginn der sozialen Gastarbeiterbewegung in den 1950er Jahren haben sich das soziale und kulturelle Leben in der Bundesrepublik geändert: Deutschland ist multikulturell geworden (Özdemir, 2014, S.1). Zuletzt kam es auch durch die europäische Flüchtlingskrise 2015/2016 zu einem Zuzug von 2,1 Millionen Asylsuchenden nach Deutschland. Allerdings gingen diese hohen Zahlen wieder zurück. Im Jahr 2019 verzeichnet Deutschland lediglich einen Zuzug von 1,6 Millionen Menschen (Forschungszentrum Migration, Integration und Asyl, Migrationsbericht). Dies bedeutet aber trotzdem, dass von den 81,8 Millionen lebenden Menschen in Deutschland (Stand 2019) jeder vierte einen Migrationshintergrund aufweist, das sind 26,1% beziehungsweise 21,2 Millionen Menschen. Hier liegt der Anteil der Kinder und Jugendlichen mit einem Migrationshintergrund bei 40% (Bildung B.F.P, 2020, o.S). Laut Ingo Weiss, erster Vorsitzender der deutschen Sportjugend, ist aufgrund der hohen Anzahl von Migranten, die Integration von zugewanderten Kindern und Jugendlichen eine grundlegende Herausforderung, sowie Zukunftsaufgabe für die Gesellschaft. Somit wird die Integration zur Schlüsselaufgabe. Dies gilt damit auch für den Sport (Deutsche Sportjugend [dsj] 2007, S. 7). Denn der ,,Sport (wird) als bedeutender gesellschaftlicher Kontaktraum identifiziert.‘‘ (Thiel et al., 2018, S. 282). Indem Kinder und Jugendliche eine zweite Heimat finden und soziale Kontakte schließen können. Diese Zuweisung an den Sport ist in einigen Broschüren des organisierten Sports, sowie in Reden von (Sport)-Politikern zu finden (ebd, S. 330), unter den Slogans ,,Sport integriert‘‘, „Sport ist gelebte Integration‘‘ oder ,,Sport spricht alle Sprachen‘‘. Diese Slogans suggerieren, dass Sport eine sozialintegrative Funktion für Menschen mit Migrationshintergrund einnimmt (Braun & Finke, 2010, S. 13). Es wird die Botschaft übermittelt, dass Sport integriert. Um nun zu schauen, inwieweit sportliche Aktivitäten, Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund in Deutschland in die Gesellschaft integriert und inwieweit der organisierte Sport diese Integrationshoffnungen erfüllen kann, müssen als erstes einige Begrifflichkeiten genauer definiert, der aktuelle Forschungsstand in Betracht gezogen und eine detailtreue Ansicht auf die Situation in Deutschland gelegt werden. Durch repräsentative Jugenddaten wird aufgeschlüsselt, wie viele junge Zuwanderer der Vereinssport einbinden und welche Integrationsleistungen er dabei erbringen kann.

In dieser Arbeit wird aus Gründen der besseren Lesbarkeit das generische Maskulinum verwendet. Dabei werden alle Geschlechtsidentität ausdrücklich mitgemeint, soweit es für die Aussage erforderlich ist.

2. Zum Begriff Migrationshintergrund, organisierter Sport und Integration

Für die Bearbeitung der Thematik dieser Arbeit, ist dem Begriffstrio von Migration, Integration und Sport, die genaue Definierung der zentralen Begrifflichkeiten erforderlich.

2.1 Begriffserklärung Migrationshintergrund

Hierbei kommen erstmal Termini wie „Ausländer“ oder „Migrant“ in den Sinn, welche aber von Verständlichkeit mancher Studienergebnisse voneinander abgegrenzt werden müssen. Hier wird jene Gruppen näher betrachtet, die der Definition von Migrationshintergrund entsprechen. Laut statistischem Bundesamt hat „Eine Person […] dann einen Migrationshintergrund, wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren ist. Die Definition umfasst im Einzelnen, zugewanderte und nicht zugewanderte Ausländer; zugewanderte und nicht zugewanderte Eingebürgerte; (Spät-)Aussiedler; mit deutscher Staatsangehörigkeit geborene Nachkommen der drei zuvor genannten Gruppen“ (Statistisches Bundesamt, Migrationshintergrund).

2.2 Begriffserklärung Organisierter Sport

Fast keine Sportart in Deutschland ist nicht als Verband organisiert und somit Teil des Deutschen olympischen Sportbundes (DOSB). Der DOSB vertritt den organisierten Sport, also Sportarten, die in Vereinen angeboten werden. Fitnessstudios und manche Freizeitvereine, wie unabhängige Fußballmannschaften, zählen daher in den organisierten Sport nicht mit rein. Als Sport wird vom DOSB definiert, was eigene „Sportart bestimmende motorische Aktivität zum Ziel hat“ (P, 2017, o.S).

2.3 Begriffserklärung Integration

,,Integration ist aktuell einer der populärsten und gleichzeitig schillerndsten Begriffe der Gegenwart‘‘ (Thiel et al., 2018, S. 338). Besonders wichtig ist Integration für die Bundesrepublik Deutschland, die im Laufe der Zeit multikulturell geworden ist. Um eine genauere Definition des Begriffes ,,Integration“ zu finden, muss ein Blick auf die zahlreichen Integrationstheorien der damaligen Zeit geworfen werden. Diese akkurate Betrachtung ist von Nöten, um die Frage der Sozialisation von Migranten im Späteren sorgfältig bewerten zu können.

2.3.1 Integrationstheorien mit dem Fokus auf das Medium Sport

Im deutschsprachigen Raum haben vor allem die beiden Soziologen Hartmut Esser und Friedrich Heckmann viele Beiträge zum Thema Integration und Migration veröffentlicht (Körner, 2012, S. 1). Die Theorie des deutschen Migrationsforschers H. Esser gilt als der populärste Versuch, die amerikanischen Assimilationstheorien in die deutsche Integrations -und Migrationsforschung zu übertragen und weiterzuentwickeln. Die Integrationspolitik der Bundesrepublik Deutschland greift auf diese Integrationsvorstellung zurück. Insbesondere kommt das seit den 2000er Jahren begriffene Integrationsmonitoring zum Tragen, welches über den Stand der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund informiert (Koch, 2018, o.S). Deswegen wird in diesem Abschnitt auf das Integrationskonzept des Soziologen Hartmut Esser eingegangen. Er hat sein Integrationskonzept ,,Aspekte der Wanderungssoziologie“ erstmals 1980 ediert und über die Jahre intensiviert (Körner, 2012, S. 1). Laut Esser wird „allgemein unter Integration der Zusammenhalt von Teilen in einem systemischen Ganzen verstanden“ (Esser 2000, zitiert aus Körner, 2012, S. 2). Das heißt, zwischen mehreren Teilen existieren Relationen und Interdependenzen. Der britische Soziologe David Lockwood kam diesbezüglich zu der Theorie, dass sich eine Integrationsgesellschaft auf zwei Ebenen kategorisieren lässt, einer Makro- und einer Mikroebene. Die Makroebene umfasst die Systemintegration und die Mikroebene die Sozialintegration (Körner, 2012, S. 2). Im Folgenden gewinnt nur die Mikroebene an Bedeutung, da primär die Sozialintegration für die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund fundamental ist. Die Sozialintegration beschreibt den Einbezug von Gruppen in die bestehenden sozialen gesellschaftlichen Systeme. Dies bezieht sich beispielweise auf die Einbindung in den Arbeitsmarkt oder den Erwerb von Wissen und Sprachkenntnissen (ebd.). Festzuhalten ist jedoch, dass die soziale Integration kein eindimensionaler Prozess ist. Es können hingegen vier Hauptdimensionen festgehalten werden, entlang derer sich die Integration von Eingewanderten vollzieht (Körner,2012, S. 2). Anhand dieser kann aufgeschlüsselt werden, ob und in welchem Maße, Migranten durch die Teilhabe am Sport, an weiteren Kommunikationsprozessen teilhaben und so ihren Platz in der Gesellschaft des Aufnahmelandes finden können (Kleindienst-Cachay et al., 2012, S. 198). Mithilfe der soziologischen Rahmenbedingungen, wie Integration abläuft, kann dies gleichsam auch auf den Vereinssport gedeutet werden. Aufgrund der Annahme, dass Sport integriert, kann angenommen werden, dass es durch Engagement der Migranten im Sportverein, sich Vorteile für die soziale, kulturelle, politische und sozialstrukturelle Integration ergeben (Mutz, 2012, S. 16). Diese werden als die vier Dimensionen der sozialen Integration betitelt und haben eine kausale Beziehung. Ihr Erfolg ist laut Esser in der genannten Reihenfolge voneinander abhängig (Esser 2001, zitiert aus Göttlicher, 2011, S. 22). Laut Heckmann umfasst die soziale Integration, „die sich in der Privatsphäre entwickelnde Zugehörigkeit der Migranten zur neuen Gesellschaft“ (Heckmann, 2015, S. 73). Durch die zahlreichen Kontaktmöglichkeiten bietet der vereinsorganisierte Sport eine Möglichkeit für eine sozialen Integration von Migranten (Witoszynskyj & Moser, 2012, S. 20). Es entstehen soziale Beziehungen und Freundschaften, unabhängig der sozialen Herkunft des Anderen. Der kommunikative Austausch kann dazu beitragen Stereotypen und Vorurteile abzubauen, wodurch sich soziale Distanzen überwinden lassen können (Kleindienst-Cachay et al, 2012, S. 198-205). Durch das Gefühl des Dazu-Gehören zur sportlichen Community kann es zu einer Wertschätzung kommen, wodurch persönliche Beziehungen und Bindungen entstehen, die über den Sport hinausreichen (Mutz, 2012, S. 16). Durch den hohen Formalisierungsgrad und das in den Sportgruppen anzutreffende Wir-Gefühl wird ein dauerhaftes Sporttreiben begünstigt (ebd, S. 73). Es sei daher möglich, dass durch regelmäßige Interaktion, kulturelle Werte und Normalitätsmuster reflektiert werden, wodurch es zu einer kulturellen Integration der Zuwanderer kommen kann. Sport vermittelt spezielle Werte, wie Fairness oder Leistungsbereitschaft. Für viele Sportvereine lässt sich annehmen, dass es außer dem reinen Sporttreiben auch ein geselliges Vereinsleben gibt, weshalb Sportvereine auch als Orte der Alltagskommunikation zählen (ebd S. 17). Darin ist ebenfalls ein Integrationsmechanismus zu erkennen, da sich in geselligen Situation Gelegenheit bietet, sich über Wissen, Informationen, Know-how oder lebenspraktische Aufgaben auszutauschen (Kleindienst-Cachay et al., 2012, S. 198-205 und Mutz, 2012, S.1 7). Gleichzeitig wird hier durch die Alltagskommunikation, der Spracherwerb unterstützt sowie gefördert. Kulturelle Integration umfasst die ,,konstruktive Auseinandersetzung mit den Regeln, Normen und Ordnungen einer Gesellschaft‘‘(Thiel et al., 2018, S. 340). Der Verein bietet ebenfalls die Möglichkeit, sich freiwillig im Verein zu engagieren, wodurch eine alltagspolitische Integration entsteht. Gerade für Jugendliche sind Vereine eine attraktive Möglichkeit, in denen sie auf unterschiedlichste Art und Weise freiwillig aktiv werden können. Im Rahmen dessen, kann ein Bildungs- und Kompetenzerwerbsprozess angeregt werden. Studien zur Folge, kann die Partizipation am Sportverein auch das Interesse und die Bereitschaft zum politischen Engagement und des bürgerschaftlichen Engagements wecken (Mutz, 2012, S. 17). Es sei auch denkbar, dass sich (neue) Bildungs- und berufliche Chancen ergeben können (sozialstrukturelle Integration). Der Sportverein ist ein soziales Netzwerk, in dem ,,soziales Kapital generiert wird“ (ebd.). Der Vereinssport kann Unterstützungsleistungen, sowie den Migranten, Anregungen für Bildungsentscheidungen und Berufswahlen bieten. Es wird angenommen, dass durch den vereinsbezogenen Sport ein Wertepaket an Migranten weitergegeben und auf andere soziale Kontexte übertragen werden kann, wie Werteorientierung, Fleiß, Ehrgeiz oder Selbstdisziplin (ebd, S. 18). In der Soziologie hat sich eine Definition etabliert ,,die Integration als mehrdimensionalen Prozess kennzeichnet, der auf Wechselseitigkeit sowie gleichberechtigter Teilhabe beruht und die Einbindung von Menschen in verschiedene Zusammenhänge einer Gesellschaft zum Ziel hat“ (Thiel et al., 2018, S. 338).

3. Möglichkeiten und Grenzen des organisierten Sports zur Beteiligung junger Migrantinnen und Migranten am Vereinssport in Deutschland

Der organisierte Vereinssport eignet sich in besonderer Weise als Integrationsplattform. Dem Sport werden eine Unmenge an sozialen Funktionen attestiert und zählt als essenzielles Element unserer Gemeinschaft (Scheid & Simen 1999, zitiert aus Göttlicher 2011, S. 34). Sie sind für Menschen jeden Alters, unabhängig von Herkunft, Alter oder Geschlecht, beliebte Orte der Freizeitbeschäftigung. Insbesondere für Kinder und Jugendliche gehört Sporttreiben zu den Selbstverständlichkeiten und der Ablenkung vom Alltag dazu. Aufgrund der sozialintegrativen Möglichkeiten, die der Sport mit sich bringt, wird er bei politischen Überlegungen fokussiert, wenn es darum geht Migranten deutschlandweit an das soziale und kulturelle Leben heranzuführen (Göttlicher, 2011, S. 34). Gesellschaftliche Werte wurden bereits im 18. Jahrhundert mit dem Sport verbunden und politische Zielsetzungen auf den Sport projiziert (Mutz, 2012, S. 13). In den folgenden Abschnitten werden diese Möglichkeiten, sowie die Grenzen des Prozesses, Migranten durch den Sport in die Gesellschaft zu integrieren, angesprochen.

3.1 Situation in Deutschland

Hierbei ist es wichtig, die Phasen der Migrationsgeschichte in Deutschland kurz näher zu erläutern. In den 1950er und ‘60er Jahren kam es aufgrund des Wirtschaftsbooms zu zusätzlichen Arbeitskräften und damit verbunden zum ersten Anwerbeabkommen von ,,Gastarbeitern“ und der Gründung erster migrantischer Sportorganisationen, welche die Integration als Ziel hatten. 1973 kam es zu einem Anwerbestopp und den ersten Problemen von Zuwanderung, wodurch eine restriktive Zuwanderungspolitik entstand und der Forderung nach Assimilation. In den ‘90er Jahren entstand das Feindbild der „Ausländer“ und politische Instrumentalisierungen zum Thema Migration. Seit 2000 gilt Integration als ein zentrales gesellschaftliches und politisches Thema. Es kam zur Gründung des nationalen Integrationsgipfel und dem nationalen Integrationsplan, sowie 2004 zur Grundsatzerklärung des DOSB „Sport und Zuwanderung“ (Thiel et al., 2018, S. 334). Das bundesweite Projekt „Sport mit Aussiedlern“ wurde 1989 vom Bundesministerium des Innern initiiert, welches 2001 modifiziert wurde und nun unter dem Namen „Integration durch Sport“ läuft (Göttlicher, 2011, S. 35). Mit der Einsicht, dass die Integration von zugewanderten Familien keineswegs eine Selbstverständlichkeit darstellt und von alleine reibungslos läuft, sondern auch hier erheblicher Steuerungsbedarf abzeichnet, wurde 2006 seitens der Bundesregierung ein nationaler Integrationsplan initiiert, durch den ,,die Integrationspolitik in Deutschland […] auf eine neue Grundlage gestellt“ wird (Kleindienst-Cachay et al., 2012, S. 12). Hierbei wurden Zielvorgaben und Handlungsempfehlungen zu integrationspolitischen Themenfeldern formuliert. Dazu zählt auch der Themenbereich Sport. Denn der Sport, so heißt es im nationalen Integrationsplan, ,,steht allen Menschen (…) offen. Fairplay und Chancengleichheit werden in jeder Sportart durch weltweite Regeln gefördert (...). Insbesondere die Ausübung von Mannschaftssportarten führt zu Teamgeist, der im Alltag nicht von selbst entsteht‘‘ (Die Bundesregierung 2007, S. 139, zitiert aus Kleindienst-Cachay et al, 2012, S. 12) . So heißt es auch im Jahr 2007 vorgelegten Weißbuch Sport der europäischen Kommission, dass Sport das Gefühl der Zugehörigkeit und Teilhabe fördert und somit ein wichtiges Instrument für die Integration von Migranten sein kann (Europäische Kommission 2007, zitiert aus Mutz, 2012, S. 13f). Zugewanderte Menschen können aufgrund der internationalen einheitlichen Regeln aus dem Stand mitmachen, ohne jegliche Sprachkenntnisse zu besitzen und ohne in Kluster eingeteilt zu werden. Hier ist anzufügen, dass Sport hauptsächlich eine nonverbale Aktivität einnimmt, die keine sprachlichen Voraussetzungen mit sich bringt (Mutz, 2012, S. 16). So sind 90% der Deutschen der Annahme, dass der Sport zur Annährung unterschiedlicher ethischer Gruppen führt und somit die Integration erleichtert und den interkulturellen Dialog begünstigt (ebd, S. 14). Auf Verbandsebene wurden neue Strukturen der Unterstützung von Integrationsprogrammen geschaffen. Seitens der Politik, gab es auch materielle Unterstützung um diesen Integrationsplan umzusetzen. Das Programm ,,Integration durch Sport“ des DOSB wird jährlich mit 5 Millionen Euro gefördert (Kleindienst-Cachay et al., 2012, S. 13). Im Jahr 2015 wurde das Bundesprogramm, um die Gruppe der Geflüchteten, erweitert. Das DOSB-Programm erhielt dadurch eine erhebliche finanzielle Aufstockung des Etats, mit dem auch die Schaffung zahlreicher neuer Stellen verbunden war, die speziell für die Integration von Flüchtlingen in Sportvereine zuständig sind (Seiberth et al., 2018, zitiert aus Thiel & Seiberth 2020, S. 19). Die Sportvereine besitzen also ein ganz besonderes Potential, Integration in einer Gesellschaft zu fördern. Neben traditionellen Vereinsabkürzungen wie ,,TV“ oder ,,TSV“, enthalten auch Migrantensportvereine heute einen festen Platz in den organisierten Sport. Vereinsbezeichnungen wie ,,Croatia“ oder ,,Türkspor“ sind heute keine Seltenheit mehr (Thiel et al., 2018, S. 340).

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund in den organisierten Sport. Möglichkeiten und Grenzen der Sozialisation durch Sport
Hochschule
Pädagogische Hochschule Ludwigsburg  (Sportwissenschaften)
Note
1,0
Jahr
2021
Seiten
18
Katalognummer
V1138420
ISBN (eBook)
9783346514608
ISBN (Buch)
9783346514615
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Integration, Kinder, Jugendliche, Sport, Sozialisierung, Migration
Arbeit zitieren
Anonym, 2021, Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund in den organisierten Sport. Möglichkeiten und Grenzen der Sozialisation durch Sport, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1138420

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund in den organisierten Sport. Möglichkeiten und Grenzen der Sozialisation durch Sport



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden