Ziel dieser Arbeit ist eine ausführliche Analyse der Chancen und Risiken am Beispiel von mittelständischen Unternehmen im Global Sourcing sowie eine genaue Erforschung der Auswirkungen der Corona Pandemie. Damit soll die Fragestellung beantwortet werden, wie sich Unternehmen in Bezug auf ihre Lieferketten krisensicherer gegenüber natürlichen Einflüssen aufstellen können, um Lieferengpässe zu verhindern.
Vor diesem Hintergrund werden im zweiten Kapitel zunächst die theoretischen Grundlagen betrachtet, um die Begrifflichkeiten Global Sourcing und mittelständische Unternehmen abzugrenzen und mittelstandstypische Charakteristika festzustellen. Im dritten Kapitel werden die Motive einer Global Sourcing-Strategie zusammengestellt sowie den Voraussetzungen, welche Unternehmen mitbringen müssen, um Global Sourcing erfolgreich zu betreiben.
Das vierte Kapitel befasst sich unter Verwendung der in diesem Bereich vorhandenen Literatur mit den Chancen und Risiken, welche durch Global Sourcing für mittelständische Unternehmen entstehen.
Im weiteren Verlauf der Arbeit werden die Auswirkungen der Corona Pandemie auf globale Lieferketten erläutert und Methoden aufgezeigt, wie sich Unternehmen besser aufstellen können, um zukünftige Versorgungsengpässe zu vermeiden.
Den Abschluss dieser Arbeit bildet das siebte Kapitel, welches noch einmal alle wichtigen Ergebnisse der Arbeit zusammenfasst und ganzheitlich auf die Fragestellung bewertet.
Durch den begrenzten Umfang der Arbeit ist es nicht möglich, alle Chancen und Risken des Global Sourcing aufzugreifen. Aus diesem Grund befasst sich der Inhalt dieser theoretischen Thesis mit den in der Literatur am häufigsten aufgegriffenen Aspekten und Erfahrungswerten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Einführung in die Thematik
1.2 Ziele und Vorgehensweise
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Definition und Abgrenzung des Begriffes „Global Sourcing“
2.2 Entstehung des Global Sourcing
2.3 Charakterisierung mittelständisches Unternehmen
2.3.1 Quantitative Merkmale
2.3.2 Qualitative Merkmale
3. Anforderungen des Global Sourcing an Unternehmen
3.1 Motive für Global Sourcing
3.2 Rahmenbedingungen für ein effizientes Global Sourcing
3.2.1 Anforderungen an die Beschaffungsorganisation
3.2.2 Anforderungen an die Mitarbeiter
4. Evaluation der Chancen des Global Sourcing
4.1 Kosteneinsparungen
4.2 Steigerung der Versorgungssicherheit
4.3 Zugang zu neuen Ressourcen und Technologien
4.4 Erschließung neuer Absatzmärkte
4.5 Verbesserung der Verhandlungsposition gegenüber vorhandenen Lieferanten
5. Evaluation der Risiken des Global Sourcing
5.1 Beschaffungsmarktspezifische Risiken
5.1.1 Politische Risiken
5.1.2 Finanzielle Risiken
5.1.3 Kulturelle Risiken
5.2 Lieferantenspezifische Risiken
5.2.1 Logistische Risiken
5.2.2 Qualitätsrisiken
5.2.3 Informations- und Kommunikationsrisiken
6. Auswirkungen der Corona Pandemie auf globale Lieferketten
6.1 Lehren aus der Pandemie
6.1.1 Erhöhung von Lagerbeständen
6.1.2 Verringerung der Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten
6.1.3 Stärkere Berücksichtigung von Risikoaspekten
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Chancen und Risiken des Global Sourcing für mittelständische Unternehmen, insbesondere im Kontext der Corona-Pandemie, um aufzuzeigen, wie diese Unternehmen ihre Lieferketten krisensicherer gestalten und zukünftige Versorgungsengpässe verhindern können.
- Strategische Einordnung des Global Sourcing für mittelständische Unternehmen.
- Analyse zentraler Chancen wie Kosteneinsparungen und Zugang zu neuen Märkten.
- Detaillierte Untersuchung von Risiken wie politische, finanzielle und kulturelle Herausforderungen.
- Auswirkungen der Corona-Pandemie auf globale Wertschöpfungsketten.
- Entwicklung von Strategien zur Steigerung der Resilienz, wie Lagerhaltung und Diversifikation.
Auszug aus dem Buch
5.1.2 Finanzielle Risiken
Der Hauptgrund, weshalb Unternehmen Global Sourcing betreiben, ist, wie bereits in Kapitel 3.1 erwähnt, das Senken der Beschaffungskosten. Laut der Studie „Beschaffungslogistik im China-Geschäft. Kosten - Prozesse – Strategien“ der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers, welche in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) entstanden ist, erzielen Unternehmen bei der Beschaffung aus China im Vergleich zu Deutschland einen Preisvorteil zwischen 30 und 50%, trotzdem rentiert sich die Beschaffung aus China aus Kostengründen für jedes dritte befragte Unternehmen nicht. Grund hierfür ist die nicht ausreichende Berücksichtigung der zusätzlichen Kosten, welche das Global Sourcing beinhaltet. So müssen bei der Betrachtung von ausländischen Lieferanten Frachtkosten, Versicherungsprämien, Abfertigungsgebühren sowie eventuell entstehende Zölle und höhere Kosten bei der Lagerhaltung in die Analyse einfließen. So kann es sein, dass auf den ersten Blick günstige Auslandsquellen durch die bedingten Nebenkosten doch nicht mehr preisgünstiger als inländische Lieferanten sind. Demzufolge kann beim Global Sourcing nach Berücksichtigung aller Kosten auch eine nationale Quelle die weltbeste Bezugsquelle darstellen. Dementsprechend müssen die besten Bezugsquellen jeweils individuell für jedes Unternehmen bestimmt werden, eine Pauschalisierung der weltbesten Bezugsquelle ist somit kaum möglich.
Ein weiteres finanzielles Risiko, welches beim Global Sourcing zu berücksichtigen ist, ist das Währungsrisiko, dieses ist dann von Bedeutung, sobald ein Unternehmen Forderungen oder Verbindlichkeiten besitzen, welche nicht in der eigenen Währung ausgeschrieben sind. Währungsrisiken entstehen durch Forderungen oder Verbindlichkeiten einer Unternehmung in Fremdwährungen und ergeben sich aus Veränderungen der Wechselkursparitäten zwischen der heimischen und der ausländischen Währung. So kann es vorkommen, dass zwischen dem Zeitpunkt des Vertragsabschlusses und Fälligkeit der Rechnung die Verbindlichkeiten steigen, wodurch zu Vertragsabschluss noch eine Unwissenheit bezüglich des tatsächlich zu entrichtendem Kaufpreis herrscht. Da sich Wechselkursschwankungen an einem einzelnen Tag um mehrere Prozentpunkte verändern können, kann diese beträchtliche Ausmaße haben, besonders wenn es sich um langfristige abgeschlossene Verträge handelt. So sollten mittelständische Unternehmen Währungsrisiken schon zu Beginn Ihrer Finanzplanung berücksichtigen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Rolle der Corona-Pandemie als Störfaktor globaler Lieferketten und definiert die Zielsetzung der Arbeit bezüglich der Krisensicherheit mittelständischer Unternehmen.
2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert den Begriff "Global Sourcing", grenzt ihn vom internationalen Einkauf ab und charakterisiert mittelständische Unternehmen anhand quantitativer und qualitativer Merkmale.
3. Anforderungen des Global Sourcing an Unternehmen: Hier werden die Motive für Global Sourcing erläutert und die notwendigen Rahmenbedingungen für die Beschaffungsorganisation sowie die Anforderungen an die Mitarbeiter dargestellt.
4. Evaluation der Chancen des Global Sourcing: Dieses Kapitel analysiert potenzielle Vorteile für den Mittelstand, wie Kosteneinsparungen, verbesserte Versorgungssicherheit, Zugang zu Technologien und die Erschließung neuer Absatzmärkte.
5. Evaluation der Risiken des Global Sourcing: Der Fokus liegt auf der detaillierten Betrachtung verschiedener Risikokategorien, darunter politische, finanzielle, kulturelle sowie lieferantenspezifische Risiken wie Logistik und Qualität.
6. Auswirkungen der Corona Pandemie auf globale Lieferketten: Basierend auf den Lehren aus der Pandemie werden Methoden wie die Erhöhung von Lagerbeständen und eine diversifizierte Lieferantenstrategie zur Risikominimierung diskutiert.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Zukunft des Global Sourcing, wobei betont wird, dass trotz der Pandemie ein Rückbau der Globalisierung unwahrscheinlich bleibt, jedoch eine Anpassung der Supply-Chain-Strategien notwendig ist.
Schlüsselwörter
Global Sourcing, Mittelstand, KMU, Lieferketten, Corona-Pandemie, Beschaffungsmanagement, Risikomanagement, Versorgungssicherheit, Kostenoptimierung, Lieferantendiversifikation, Logistikrisiken, Globalisierung, Strategische Beschaffung, Resilienz, Lagerhaltung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie mittelständische Unternehmen Global Sourcing-Strategien einsetzen können und welche Chancen sowie Risiken damit verbunden sind, insbesondere im Licht der durch die Corona-Pandemie offengelegten Schwachstellen in globalen Lieferketten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Global Sourcing, der Charakterisierung des Mittelstands, der Identifikation von Chancen (z.B. Kosten, Innovation) und Risiken (z.B. politisch, kulturell) sowie der Ableitung von Krisenbewältigungsstrategien für globale Liefernetzwerke.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, wie mittelständische Unternehmen ihre Lieferketten angesichts globaler Krisen krisensicherer aufstellen können, ohne auf die Vorteile internationaler Beschaffung zu verzichten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Thesis, die auf einer fundierten Analyse existierender Fachliteratur, aktueller Studien und Berichte zu Beschaffung, Lieferkettenmanagement und den Auswirkungen der Corona-Pandemie basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die detaillierte Evaluation von Chancen und Risiken, sowie eine Analyse der Auswirkungen der Corona-Pandemie inklusive konkreter Handlungsempfehlungen für das Lieferkettenmanagement.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Global Sourcing, Mittelstand (KMU), Lieferketten-Resilienz, Risikomanagement, Corona-Pandemie und Versorgungssicherheit.
Wie unterscheidet sich Global Sourcing vom einfachen internationalen Einkauf?
Global Sourcing wird als strategische, langfristige Ausrichtung der Beschaffung über alle Prozessphasen hinweg verstanden, während der internationale Einkauf primär als operative Erweiterung auf ausländische Märkte zur Kostensenkung dient.
Warum sind Lagerbestände trotz Just-in-Time Trends wieder wichtig geworden?
Die Pandemie hat gezeigt, dass rein kostenoptimierte, "schlanke" Lieferketten bei externen Schocks extrem anfällig sind; erhöhte Sicherheitsbestände dienen hierbei als "Versicherung" gegen Lieferausfälle.
Was ist das "Lagerbedarfsportfolio" und wozu dient es?
Es ist ein Instrument zur Klassifizierung von Materialien nach Versorgungsrisiko und Bedarf, um Unternehmen dabei zu unterstützen, für kritische A- und B-Materialien gezielt Lagerbestände aufzubauen und Kosten zu optimieren.
- Citar trabajo
- Malte Mallwitz (Autor), 2021, Global Sourcing in mittelständischen Unternehmen unter Berücksichtigung der Auswirkungen der Corona Pandemie auf globale Lieferketten, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1139782