Die Schlafkrankheit und deren geographische, historische und ethische Komponente


Hausarbeit (Hauptseminar), 2003

18 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Schlafkrankheit (Parasit, Übertragung und Vorkommen)
2.1 Entwicklungszyklus von Trypanosoma brucei
2.2 Klinische Symptome der Schlafkrankheit
2.3 Diagnostik

3. Reservoire und Epidemien

4. Behandlung der Krankheit (Therapie und Substanzen)
4.1 Bekämpfungsmaßnahmen und Prophylaxe

5. Durch die Schlafkrankheit verursachte medizinische und soziale Probleme

6. Quellen und weiterführende Literatur

1. Einleitung

Die Schlafkrankheit bzw. die afrikanische Trypanosomiasis kommt im tropischen Afrika vor. In mehr als 30 Ländern des schwarzen Kontinents führt die Ansteckung mit der Schlafkrankheit zu schweren neurologischen Erkrankungen bei Tieren und Menschen. Es handelt sich um eine Infektionskrankheit, die etwa jeden 1000. Einwohner dieses Gebiets betrifft. Unbehandelt verläuft die Krankheit tödlich. Die Erreger der Schlafkrankheit sind einzellige Lebewesen (parasitische Flagellaten), die zur Ordnung der Kinetoplastidae und zur Familie der Trypanosomatidae gehören und als Trypanosomen bezeichnet werden. Die Trypanosomen sind Parasiten, die je nach Wirtstier in verschiedenen Formen auftreten. Die wichtigste Art ist das Trypanosma brucei, das sich in drei Unterarten gliedern lässt: Trypanosoma brucei gambiense, den Erreger der westafrikanischen Schlafkrankheit und Trypanosoma brucei rhodesiense, das in Ostafrika beheimatet ist. Beide gelten als die Modifikationen von Trypanosoma brucei brucei, dem Erreger der Naganaseuche, die Haustiere (Ziegen, Rinder und Schafe) infiziert.

Bei der Schlafkrankheit werden die Erreger durch den Stich der Tsetsefliege (glossina morsitans) auf den Menschen übertragen. Wirte der Erreger, die von der Tsetsefliege übertragen werden, sind warmblütige Tiere wie Antilopen, Rinder, Ziegen und Schweine sowie der Mensch. Durch die Blutmahlzeit beim Wirt und einen erneuten Stich bei einem Menschen werden die Erreger weitergegeben. Bald nach dem Stich entwickelt sich eine kleine, aber schmerzhafte Hautentzündung. Nach etwa einer Woche bis neun Tagen kommt es zur Anschwellung der Lymphknoten, vor allem im Bereich des Halses. Weiterhin charakterisiert sich das frühe Stadium der Krankheit durch Fieber, Kopfschmerzen und Gelenkschmerzen. Im fortgeschrittenen Stadium werden neurologische und endokrine Fehlfunktionen durch die Trypanosomen im Zentralen Nervensystem hervorgerufen. Wenn die Krankheit nicht behandelt wird, fällt der Patient ins Koma, das zum Tod führt.

Die WHO[1] schätzt, dass in Zentralafrika 300.000 bis 500.000 Menschen mit dem Erreger infiziert sind und geht von einer steigenden Tendenz aus. In einzelnen Gebieten wie dem Südsudan liegt die Prävalenz bei 25%. Offiziell werden pro Jahr 30.000 neue Fälle der Schlafkrankheit registriert, und 60.000 Menschen sterben daran jährlich, aber die WHO geht von einer viel höheren Zahl aus, da die Krankheit schwer zu diagnostizieren ist und viele der Regionen zu abgeschieden sind, um eine genaue Datenerhebung durchzuführen. Im Folgendem werden die Schlafkrankheit selbst und die geographische, historische und ethische Komponente der Krankheit genauer betrachtet.

2. Die Schlafkrankheit (Parasit, Übertragung und Vorkommen)

(Trypanosoma brucei gabienese, Trypanosoma brucei rhodesiense)

Trypanosoma brucei gabienese und Trypanosoma brucei rhodesiense sind beide Erreger für die Schlafkrankheit und gehören zur Protozoen-Gruppe der Flagellaten.

Die Gattung Trypanosoma gehört zu der Familie der Trypanosomatiade aus der Ordnung der Kinetoplastida. Letztere werden der Klasse der Zoomastigophorea, Unterstamm Mastgophora und dem Stamm Sarcomastigophora aus dem Reich der Protozoa zugeordnet.[2] Als heteroxene Blutparasiten durchlaufen die Trypanosomen verschiedene Entwicklungsstadien, die sich morphologisch durch die Länge der Geißel und die Lage des Kinetoplasten zum Zellkern unterscheiden. Die Trypanosomenarten der Schlafkrankheit gehören der Sektion der Salivaria, bei der die Trypanosomen bei dem Stich von blutsaugenden Vektoren durch infizierten Speichel in den Blutkreislauf gelangen und in den Wirbelsäulebereich eingebracht werden.

Die Verbreitung der Krankheit beschränkt sich ziemlich genau auf das Gebiet etwa zwischen 20° nördlicher und 20° südlicher Breite. Nur in diesem Gebiet ist auch die Tsetsefliege vertreten, die mit ihrem Speichel die Erreger der Schlafkrankheit bei Blutaufnahme auf den Menschen überträgt. Je höher die Fliegendichte desto höher ist die Häufigkeit der Krankheit. Hier spielt auch der Klimawandel eine entscheidende Rolle, weil er die Ausbreitung der Tsetsefliege nach Norden und Süden begünstigen oder zurückhalten kann.

Abb. 1: Adulte Tsetsefliege (Glossina morsitans)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die beiden Arten Trypanosoma brucei gabienese und Trypanosoma brucei rhodesiense treten geographisch weitgehend getrennt auf und haben auch ihre eigenen Glossina-Arten als Überträger. Die Schlafkrankheit bedroht über 60 Millionen Menschen in 36 Ländern Afrikas.[3] Das Trypanosoma b. gabienese ist die häufigere Art und tritt vorwiegend in West- und Zentralafrika auf, vor allem in folgenden Ländern: Senegal, Gambia, Guinea, Ghana, Nigeria, Äquatorialafrika, Kongo, Zaire, an der Elfenbeinküste und in Liberia. Die weniger verbreitete aber gefährlichere Art ist das Trypanosoma b. rhodesiense, das hauptsächlich in Ostafrika vertreten ist, wie z.B. in Simbabwe, Mocambique, Tansania, Kenia, Uganda, Malawi, Sambia und Angola zu.

Abb. 2: Verbreitung der Schlafkrankheit

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


[1] http://www.m-ww.de/krankheiten/infektionskrankheiten/schlafkrankheit.html

[2] Rommel et.al., 2000

[3] Die Zahlen stammen von der WHO

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Die Schlafkrankheit und deren geographische, historische und ethische Komponente
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg  (Fakultät für Biologie)
Note
2
Autor
Jahr
2003
Seiten
18
Katalognummer
V11413
ISBN (eBook)
9783638175845
ISBN (Buch)
9783638777445
Dateigröße
614 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Trypanosoma brucei gabienese, TrypanosomParasit, Übertragung und Vorkommena brucei rhodesiense
Arbeit zitieren
Arthur Benisch (Autor), 2003, Die Schlafkrankheit und deren geographische, historische und ethische Komponente, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11413

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