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Kritische Würdigung risikoadjustierter Performancekennzahlen

Risikocontrolling

Title: Kritische Würdigung risikoadjustierter Performancekennzahlen

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 24 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Romina Bullan (Author)

Business economics - Controlling
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Konzept der risikobereinigten
Performancemessung als Instrument einer effizienten Gesamtbanksteuerung.
Die Ansätze zur Gesamtsteuerung einer Bank unterlagen in den letzten Jahrzehnten einem
dynamischen Wandel, der durch permanente Umfeldveränderungen hervorgerufen wurde.
Noch bis in die 70er Jahre steuerten Kreditinstitute Geschäftsfelder mehrheitlich anhand von
Volumengrößen und Wachstumszielen. Dabei waren die Banken der Ansicht, dass hohe
Zuwachsraten mit entsprechend hohen Ergebnisbeiträgen gleichzusetzen sind. Dieses
Vorgehen ließ jedoch Rentabilitäts- und Risikoaspekte fast vollständig unberücksichtigt. In
den 80er Jahren zeigten sich erste Sättigungstendenzen auf dem Markt, die zu
Umstrukturierungs- und Konsolidierungsbestrebungen führten. In diesem Zusammenhang
wurde eine wertorientierte Banksteuerung in den Mittelpunkt der Betrachtungen in Theorie
und Praxis gesetzt. Zu Beginn der 90er Jahre änderte sich das kompetitive Umfeld für
Banken grundlegend. Die weltweite Globalisierung der Finanz- und Kapitalmärkte,
Disintermediationsaspekte sowie die Deregulierung des europäischen Bankenmarktes führten
zur Verschärfung des Wettbewerbs. Dieser Sachverhalt äußerte sich in einem signifikanten
Anstieg struktureller Bankinsolvenzen. Bankensysteme in den USA, Japan und Europa
gerieten unter den Druck sinkender Margen und waren gezwungen ihre Geschäftsaktivitäten
auf neuartige, risikoreichere Produkt- und Dienstleistungangebote auszuweiten. Des
Weiteren ist der Shareholder-Value-Ansatz aufgrund der wachsenden Macht institutioneller
Investoren in den Fokus banklicher Optimierungskalküle gerückt. Die Shareholder fordern
eine kapitalmarktorientierte Verzinsung des zur Verfügung gestellten Kapitals ein, was
wiederum die Bank zur Maximierung ihrer Erträge veranlasst. Parallel zu diesen marktlichen
Aspekten bestehen regulatorische Erfordernisse, die im Zusammenhang mit dem
gewachsenen Risikopotenzial zu sehen sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen

2.1 Grundidee der risikobereinigten Performance-Messung

2.2.1 Das ökonomische Kapital

2.2.2 Das Konzept des Value-at-Risk (VaR)

3 Risk-Adjusted Performance Measurement (RAPM)

3.1 Begriff

3.2 Kennzahlen des RAPM

3.2.1 Grundmodell

3.2.2 RORAC, RAROC, RARORAC

4 Kritische Würdigung der RAPM als Instrument der Gesamtbanksteuerung

4.1 Eignung des RAPM als Konzept zur Portfoliooptimierung

4.2 Eignung des VaR als Risikomaßzahl

4.3. Problematik der Marktphasenabhängigkeit von RAPM-Kennzahlen

5 Ausblick und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der risikobereinigten Performancemessung (RAPM) und bewertet dessen Eignung als Instrument für eine effiziente Gesamtbanksteuerung und optimale Kapitalallokation vor dem Hintergrund regulatorischer Anforderungen und Shareholder-Value-Bestrebungen.

  • Grundlagen der risikobereinigten Performance-Messung und des ökonomischen Kapitals
  • Methodik des Value-at-Risk (VaR) als Risikomaßzahl
  • Funktionsweise und Anwendung verschiedener RAPM-Kennzahlen (RORAC, RAROC)
  • Kritische Analyse der Eignung von RAPM-Konzepten zur Portfoliooptimierung
  • Problematiken der Marktphasenabhängigkeit und Datenqualität in der Praxis

Auszug aus dem Buch

4.2 Eignung des VaR als Risikomaßzahl

Wie in Abschnitt 4.1 beschrieben, ist die RORAC-Maximierung nur dann sinnvoll, wenn die Restriktion der VaR-Limit-Ausnutzung greift. Um eine effiziente Portfoliooptimierung zu gewährleisten ist eine adäquate VaR-Bestimmung notwendig. Sie setzt eine ganzheitliche Erfassung sowie quantitative Bewertung der Marktpreis-, Kredit- und operationellen Risiken voraus.

Marktpreisrisiken lassen sich heute mittels vorhandener mathematisch-statistischer Verfahren effizient abbilden. Die Schwäche des VaR-Maßes, Extremereignisse nicht zu berücksichtigen, kann durch die Extremwerttheorie aufgehoben und bei der Bestimmung des ökonomischen Kapitals berücksichtigt werden. Obwohl auch auf Kreditrisiken diese Verfahren angewendet werden können, sind die benötigten Inputdaten wesentlich schwieriger zu ermitteln. Ursachen sind darin zu sehen, dass die zugrunde liegenden Aktiva inhomogen und weniger liquide sind, so dass sich eine Marktwertbestimmung für jede Risikoposition als schwierig herausstellt.

Da Kreditzyklen von langfristiger Natur sind, wären Kreditdaten mehrerer Jahre notwendig, um die Ausfallwahrscheinlichkeiten zuverlässig schätzen zu können. Da die Periode der Ergebnismessung bei Kreditrisiken praxisüblich 1 Jahr beträgt, werden Kredite mit gleicher Höhe aber abweichenden Laufzeiten unterschiedlich bewertet. Die begrenzte Verfügbarkeit von internen kreditbezogenen Daten und die eingeschränkte Datenqualität führen insbesondere zu einer mangelhaften Feststellbarkeit von Korrelationen und Diversifikationseffekten zwischen den einzelnen Risikopositionen im Kreditportfolio. Folglich führen diese Probleme zu vereinfachenden Annahmen und Scheingenauigkeiten.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit führt in den Wandel der Banksteuerung hin zu einer wertorientierten Betrachtung ein und begründet die Notwendigkeit von risikobereinigten Performancekennzahlen durch gestiegenen Wettbewerbsdruck und regulatorische Anforderungen wie Basel II.

2 Grundlagen: Es werden die theoretischen Fundamente, insbesondere das Konzept des ökonomischen Kapitals und der Value-at-Risk (VaR) als zentrale Risikomaßzahl, erläutert.

3 Risk-Adjusted Performance Measurement (RAPM): Dieses Kapitel definiert RAPM als Kennzahlensystem zur Steuerung von Bankaktivitäten und stellt mathematische Grundmodelle sowie spezifische Kennzahlen wie RORAC und RAROC vor.

4 Kritische Würdigung der RAPM als Instrument der Gesamtbanksteuerung: Eine kritische Analyse beleuchtet die Eignung der Kennzahlen zur Portfoliooptimierung, die Validität des VaR und die Auswirkungen von Marktphasen auf die Messqualität.

5 Ausblick und Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung, die RAPM trotz praktischer Herausforderungen als wertvolles Instrument für eine risikoorientierte Kapitalallokation bestätigt.

Schlüsselwörter

Risikobereinigte Performancemessung, RAPM, Gesamtbanksteuerung, Value-at-Risk, VaR, Ökonomisches Kapital, RORAC, RAROC, Portfoliooptimierung, Shareholder-Value, Kreditrisiko, Marktphasenabhängigkeit, Kapitalallokation, Bankcontrolling, Risikomanagement.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Nutzung von risikoadjustierten Kennzahlen (RAPM), um Erträge und Risiken im Bankgeschäft simultan zu steuern.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der Messung von Risiken durch das ökonomische Kapital und den Value-at-Risk, der Anwendung von RAPM-Kennzahlen sowie einer kritischen Würdigung dieser Methoden in der Bankpraxis.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Überprüfung, inwieweit sich RAPM-Konzepte zur effizienten Kapitalallokation und zur Optimierung des Gesamtbankportfolios eignen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die verschiedene Steuerungskonzepte, mathematische Definitionen von Performancekennzahlen und die kritische Auseinandersetzung mit regulatorischen und marktbedingten Einschränkungen verknüpft.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil behandelt die mathematischen Grundlagen von RAPM-Kennzahlen wie RORAC und RAROC sowie die Grenzen ihrer Anwendung, etwa bei der Quantifizierung von Kredit- und operationellen Risiken.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Publikation?

Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe RAPM, Gesamtbanksteuerung, Value-at-Risk und Portfoliooptimierung charakterisieren.

Warum ist das ökonomische Kapital für Banken von Bedeutung?

Es dient als Verteilungsschlüssel für Eigenmittel, um unerwartete Verluste aus Markt-, Kredit- und operationellen Risiken abzufedern und eine Grundlage für wertorientiertes Handeln zu schaffen.

Welche Problematik ergibt sich bei der Marktphasenabhängigkeit?

Da RAPM-Kennzahlen von marktbestimmten Parametern abhängen, kann es in verschiedenen Marktphasen zu systematischen Fehleinschätzungen der Performance einzelner Geschäftsbereiche kommen, was Fehlsteuerungen bei der Kapitalzuteilung nach sich ziehen kann.

Was ist der marginale RORAC und wofür wird er genutzt?

Er dient als Steuerungsinstrument, um die Auswirkungen der Hinzunahme einer neuen Risikoposition auf den Gesamtbank-RORAC zu bewerten, um so eine optimale Gewichtung im Portfolio zu erreichen.

Welche Herausforderungen bestehen bei der Verwendung des VaR für Kreditrisiken?

Kreditdaten sind oft inhomogen, weniger liquide und weisen langfristige Zyklen auf, was die Schätzung von Ausfallwahrscheinlichkeiten und Korrelationen erschwert und häufig zu Scheingenauigkeiten führt.

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Details

Title
Kritische Würdigung risikoadjustierter Performancekennzahlen
Subtitle
Risikocontrolling
College
University of Potsdam  (Lehrstuhl für Finanzierung und Banken)
Course
Bankcontrolling
Grade
1,3
Author
Romina Bullan (Author)
Publication Year
2007
Pages
24
Catalog Number
V114166
ISBN (eBook)
9783640156450
ISBN (Book)
9783640156481
Language
German
Tags
Kritische Würdigung Performancekennzahlen Bankcontrolling
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Romina Bullan (Author), 2007, Kritische Würdigung risikoadjustierter Performancekennzahlen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114166
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