Da sich diverse protektive Faktoren positiv auf die Entwicklung und den Erhalt von Resilienz auswirken können, ist das Ziel dieser gesundheitspsychologischen Ausarbeitung, jene Schutzfaktoren abzubilden und hinsichtlich ihrer möglichen Relevanz im Kontext einer onkologischen Diagnose bzw. Therapie darzustellen. Hierfür soll zunächst ein Überblick über das Fachgebiet der Psychoonkologie gegeben werden, welcher über relevante Termini, Studien und Statistiken informiert. Daraufhin wird der Themenkomplex Resilienz, unter Berücksichtigung diverser definitorischer Eingrenzungen sowie der bereits erwähnten protektiven Faktoren aufgegriffen. Diese Faktoren werden unter besonderer Berücksichtigung der Forschungsfrage: „Welche Relevanz hat Resilienz im Kontext der Psychoonkologie?“, in Relation zu den psychischen Herausforderungen einer Krebserkrankung gesetzt. Ein Exkurs in den Bereich der psycho-neuroimmunologischen Forschung berücksichtigt abschließend die nicht zu vernachlässigende bio- bzw. neuropsychologische Komponente der aktuellen Krebspräventionsforschung.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Psychoonkologie
2.1 Psychoonkologische Intervention
2.2 Onkologische Datenlage
3 Der Resilienzbegriff
3.1 Grundlagen des Resilienzkonzeptes
3.2 Protektive Faktoren in diversen Resilienzmodellen
3.3 Resilienzfaktoren
4 Exkurs: Psychosoziale Faktoren in der Krebsprävention
5 Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht die Relevanz des Resilienzkonzeptes im Kontext der Psychoonkologie, um Schutzfaktoren zu identifizieren, die Krebspatienten bei der psychischen Krankheitsbewältigung unterstützen können. Dabei wird ein besonderer Fokus auf die Wechselwirkungen zwischen psychischen Belastungen und biologischen Prozessen gelegt.
- Grundlagen der Psychoonkologie und onkologische Datenlage
- Theoretische Einordnung des Resilienzbegriffs und salutogenetischer Ansätze
- Analyse zentraler Resilienzfaktoren (z.B. Selbstwirksamkeit, Problemlösen)
- Psycho-neuroimmunologische Aspekte der Krebsentstehung und -prävention
- Bedeutung von Interventionen zur Reduktion von krebsinduziertem Disstress
Auszug aus dem Buch
3 Der Resilienzbegriff
Auch wenn Resilienz regelmäßig als erfolgsversprechende Charaktereigenschaft in den Fokus gerückt wird, sollte das Konzept der Resilienz nicht als erstrebenswerte Schlüsselqualifikation im Rahmen der Selbstoptimierung trivialisiert werden (Fooken, 2016, S. 29).
Bei Resilienz handelt es sich um ein „multidimensionales hypothetisches Konstrukt“ (Fooken, 2016, S. 31), welches durch ein „positives Menschenbild, das die Bedeutung von sozialen Verhältnissen, mental-kognitiven Strukturen, Handlungsfähigkeit sowie Gen-Umwelt-Interaktion betont“ (Fooken, 2016, S. 13), charakterisiert ist. Vereinfacht dargestellt bedeutet dies, dass i.d.R. eine traumatische Erfahrung impliziert wird, deren Bewältigung bis hin zur „Widerherstellung normaler Befindlichkeit“ (Warner, 2014, S. 1419) als Resilienz gilt. Diese Erfahrungen können sowohl biologischer, psychisch relevanter oder sozialer Natur sein (Fooken, 2016, S. 31).
Folglich scheint nachvollziehbar, dass Panter-Brick und Leckmann im Zusammenhang mit ihrer definitorischen Eingrenzung von Resilienz postulieren, dass es sich hierbei um einen Prozess handele, in dem „biologische, psychosoziale, strukturelle und kulturelle Ressourcen“ nutzbar gemacht werden müssten (Panter-Brick & Leckmann, 2013, S. 333). Gleichzeitig erscheint eine Differenzierung in externale und internale Kriterien der Resilienz sinnvoll: Hier wird zwischen dem Maßstab differenziert, welcher zu Grunde liegt. So kann Resilienz anhand der Anpassung des Individuums an die Umwelt oder durch die Angleichung an die inneren Befindlichkeiten gemessen werden (Fröhlich-Gildhoff & Rönnau-Böse, 2011, S. 9).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die psychische Belastung durch eine Krebsdiagnose und definiert die Zielsetzung der Arbeit, die Relevanz von Resilienzfaktoren im psychoonkologischen Kontext zu untersuchen.
2 Psychoonkologie: Dieses Kapitel führt in die Disziplin ein, diskutiert die Bedeutung psychoonkologischer Interventionen und gibt einen Überblick über die aktuelle onkologische Datenlage sowie die Entstehung onkologischer Erkrankungen.
3 Der Resilienzbegriff: Hier werden theoretische Grundlagen des Resilienzkonzepts, verschiedene Resilienzmodelle und spezifische Faktoren wie Selbstwirksamkeit oder soziale Kompetenz detailliert analysiert.
4 Exkurs: Psychosoziale Faktoren in der Krebsprävention: Der Exkurs widmet sich dem Zusammenhang zwischen psychosozialem Disstress, biologischen Stressreaktionen und der möglichen Beeinflussung des Krankheitsverlaufs durch das Immunsystem.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont, dass Resilienz ein lebenslanger, variabler Prozess ist, der bei onkologischen Patienten entscheidend zur Linderung psychischer Belastungen beitragen kann.
Schlüsselwörter
Psychoonkologie, Resilienz, Krebsdiagnose, Salutogenese, Schutzfaktoren, Disstress, Psychoneuroimmunologie, Krankheitsbewältigung, Selbstwirksamkeit, Stressregulation, psychische Gesundheit, Interventionsforschung, onkologische Versorgung, Stressachse, Lebensqualität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der psychischen Widerstandsfähigkeit (Resilienz) von Krebspatienten und deren Bedeutung bei der Bewältigung der lebensbedrohlichen Belastungssituation einer Krebserkrankung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die Psychoonkologie, die theoretischen Konzepte von Resilienz und Salutogenese, spezifische Schutzfaktoren sowie der Einfluss von psychosozialem Stress auf den körperlichen Krankheitsverlauf.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, wichtige Resilienzfaktoren wie Selbstwahrnehmung, Selbststeuerung und Problemlösekompetenzen abzubilden und ihre Relevanz im klinischen Kontext der psychoonkologischen Versorgung darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?
Es handelt sich um eine gesundheitspsychologische Ausarbeitung, die auf einer fundierten Literaturrecherche und der Synthese aktueller wissenschaftlicher Studien und Resilienzmodelle basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine fachliche Einführung in die Psychoonkologie, eine theoretische Herleitung des Resilienzbegriffs und die detaillierte Vorstellung relevanter Resilienzfaktoren, ergänzt durch einen Exkurs zur psycho-neuroimmunologischen Forschung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit ist am besten durch die Begriffe Psychoonkologie, Resilienz, Disstress, Krankheitsbewältigung und salutogenetische Schutzfaktoren charakterisiert.
Wie unterscheidet sich die "Stress-Persönlichkeit" von dem hier behandelten Resilienzansatz?
Während die kontrovers diskutierte "Stress-Persönlichkeit" versucht, Charaktereigenschaften als Krankheitsursache zu definieren, betrachtet das Resilienzkonzept Ressourcen und Prozesse, die zur Bewältigung und Anpassung nach einer Belastung dienen.
Warum ist das "NCCN-Disstress-Thermometer" für die Praxis relevant?
Das Instrument ist für die onkologische Praxis relevant, da es eine praktikable Möglichkeit bietet, das Ausmaß psychosozialer Belastung bei Patienten schnell zu erfassen und als Screeninginstrument zu dienen.
Welche Rolle spielt die Salutogenese in dieser Untersuchung?
Die Salutogenese dient als zentrale theoretische Grundlage, um die Bedingungen von Gesundheit und Wohlbefinden sowie die Bedeutung von Kohärenzgefühl und Ressourcen bei der Krankheitsverarbeitung zu verstehen.
Wie wird das Verhältnis zwischen Stress und Krebsentstehung im Exkurs bewertet?
Der Exkurs verdeutlicht, dass zwar eine Korrelation zwischen Stress und Immunsystem besteht, eine direkte Kausalität für die Entstehung von Krebs jedoch aufgrund geringer Effektstärken wissenschaftlich noch nicht abschließend belegbar ist.
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- Anna Frieda Brockmann (Author), 2021, Psychische Widerstandskraft als protektiver Faktor. Die Relevanz des Konzeptes der Resilienz in der Psychoonkologie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1141828