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Erneuerbare Energien in Zentralasien. Ein Weg aus der Erdgasfalle? Das Beispiel der Solarenergie in Usbekistan

Title: Erneuerbare Energien in Zentralasien. Ein Weg aus der Erdgasfalle? Das Beispiel der Solarenergie in Usbekistan

Seminar Paper , 2008 , 28 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Manuel Dennis Wagner (Author)

Politics - Topic: Globalization, Political Economics
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Zentralasien ist bekannt für seine großen Vorkommen an Erdöl und Erdgas und den damit verbundenen geopolitischen Auseinandersetzungen der Groß- und Regionalmächte um diese Energieressourcen. Mehrere der zentralasiatischen Staaten erwirtschaften zu einem Großteil ihren Außenhandel mit dem Export fossiler Energie über Pipelinesysteme, welche vorrangig über Russland in andere Staaten der GUS führen. Europa, Iran und China interessieren sich zunehmend um die Möglichkeiten eines direkten Exports dieser Energie.
Doch die Vorräte der fossilen Energie sind auch in dieser Region begrenzt und könnten schneller versiegen als von den Akteuren angenommen.
Die erneuerbaren Energien bieten diesen Ländern ebenfalls die Chance, einen nachhaltigen Entwicklungsweg einzuschlagen.
Als Untersuchungsland wird Usbekistan ausgewählt, weil dieses Land eine Mittelposition zwischen den energieexportstarken Staaten Kasachstan und Turkmenistan und den fast vollständig mit Hydroenergie sich selbst versorgenden Länder Kirgistan und Tadschikistan einnimmt. Seine Energieversorgung basiert überwiegend auf Erdgas, jedoch sind dessen Exportmöglichkeiten gering, so dass erneuerbare Energien interessant werden. Bemerkenswert ist die schon relativ starke Nutzung von Wasserkraft.
Die Sonnenenergie stellt sich für Usbekistan als die unangefochtene erneuerbare Energie der Zukunft mit hohem Potential heraus. Schon zu Beginn der 1990er Jahre wurden Usbekistan und Turkmenistan als Alternative zu den nordafrikanischen Ländern für Standorte großer Solarkraftwerke, welche Strom nach Europa exportieren würden, angesehen.
Nach einer Betrachtung der gegenwärtigen Ausgangssituation wird untersucht, welche politischen Mittel zur Förderung von Sonnenenergie zur Verfügung gestellt werden müssen. Dabei muss berücksichtigt werden, dass Usbekistan von einer autoritären politischen Führung regiert wird und auf welche Weise trotzdem mit dieser internationale Akteure zusammenarbeiten können, um die Errichtung von Solarkraftwerken zu realisieren.
Orientiert am Energiepolitischen Dreieck mit den Interdependenzen von Nachhaltigkeit, Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit werden die hohen Einführungs- und Entwicklungskosten betrachtet um abschließend der Frage nachzugehen, wie Kooperationen im Forschungs- und Finanzierungsbereich zwischen den Industrieländern mit Usbekistan, die bei Pilotprojekten schon existieren, im Bereich erneuerbarer Energien etabliert werden können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Zentralasiens Reichtum an fossiler Energie

1.1 Übersicht über die fossilen Energien in Zentralasien

1.2 Wasserkraft und Erdgas: Die Stromproduktion als Ausdruck der räumlichen Energiediskrepanz in Mittelasien

1.3 Europas Interesse an den fossilen Energien Zentralasiens

1.4 Die Bedeutung des Erdgases in der Zentralasienstrategie der Europäischen Union

1.5 Die Erdgasfalle in Zentralasien

2. Energie in Usbekistan

2.1 Die usbekische Energiepolitik seit der Unabhängigkeit

2.2 Das Problem der mangelhaften Energieeffizienz in Usbekistan

2.3 Usbekisches Erdgas als Exportgut- eine Illusion?

2.4 Das Potential der Erneuerbaren Energien in Usbekistan

2.4.1 Das Potential der Windkraft

2.4.2 Das Potential der Hydroenergie

2.4.3 Das Potential der Sonnenkraft

3. Solarenergie in Usbekistan- Aufbruch in eine goldene Zukunft?

3.1 Die Solarenergieforschung im sowjetischen Usbekistan

3.2 Die gegenwärtige Situation der Sonnenenergie in Usbekistan

3.3 Große Solarkraftwerke in Usbekistan?

3.4 Die Wirtschaftlichkeit der Solarenergie in Usbekistan

3.5 Die Bedeutung des Clean Development Mechanism

Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle erneuerbarer Energien in Zentralasien am Beispiel Usbekistans, insbesondere im Hinblick auf das Potenzial der Solarenergie als Alternative zur Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Dabei wird analysiert, inwieweit Usbekistan durch die energetische Diversifizierung aus der sogenannten "Erdgasfalle" entkommen und die Zusammenarbeit mit internationalen Akteuren zur Modernisierung seiner Energieinfrastruktur stärken kann.

  • Geopolitische Bedeutung der fossilen Energiereserven in Zentralasien
  • Energiepolitische Situation und Effizienzprobleme in Usbekistan
  • Potenziale für erneuerbare Energien (Sonne, Wind, Wasser)
  • Wirtschaftlichkeit und technologische Realisierbarkeit von Solarkraftwerken
  • Rolle internationaler Kooperationen und des Clean Development Mechanism (CDM)

Auszug aus dem Buch

3.3 Große Solarkraftwerke in Usbekistan?

Schon in einem Forschungsbericht der Akademie der Wissenschaften zu Berlin von 1991 wurden die Möglichkeiten einer großtechnischen Nutzung von Sonnenergie und deren Kooperationsspielräume mit arabischen Ländern und den südlichen Staaten der Sowjetunion diskutiert. Der Hauptfokus lag dabei auf den nordafrikanischen Saharaländern, welcher sich in den darauffolgenden Jahren weiter verfestigte.

Dennoch wurden die kaukasischen und die mittelasiatischen Sowjetrepubliken als weitere Option analysiert. Verglichen mit Nordafrika liegt zwar die mittlere Sonneneinstrahlung niedriger, jedoch wurden Vorteile in den niedrigeren Mitteltemperaturen (höherer Wirkungsgrad von Photovoltaikanlagen) und der Zeitverschiebung der Sonneneinstrahlung gegenüber Westeuropa (reduzierte Speicherprobleme) gesehen. Außerdem wurden damals eine schon relativ gut entwickelte Infrastruktur und Kooperationsbereitschaft der Sowjetunion sowie deren Perestroika-Phase mit dem aufkeimenden ökologischen Bewusstsein als attraktiv bewertet, vor allem die Forschungstradition Usbekistans in der Solartechnologie galt als bedeutende Grundlage der Zusammenarbeit.

BUCHHOLZ ET AL betonen, dass große Solarkraftwerke in ein tragfähiges sozi-politisches Gesamtkonzept eingebettet werden müssen. Die mittelasiatischen Republiken sind durch ihre Unabhängigkeit und Suche nach eigener Nationalidentität nun eigenständige und mit Nordafrika mehr vergleichbare Akteure geworden. Probleme bestehen dort wie in Nordafrika durch einen Fachkräftemangel, überwiegend durch Abwanderung nach Russland sowie einer mangelhaften Bildungspolitik. Beide Regionen sind im massiven Ausmaß von fossilen Energien geprägt, ein Aspekt der in der Studie unerwähnt bleibt. Denn viele nordafrikanische und zentralasiatische Staaten sind auf die Rolle als Exporteure fossiler Energie fixiert und allein schon durch die Folgen der „Holländischen Krankheit“ mit Vernachlässigung anderer Wirtschaftsbereiche und dem verfestigten Klientelismus unbeweglich zu Strukturänderungen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die zentralasiatische Energieproblematik und Begründung der Auswahl Usbekistans als Fallbeispiel für die Erforschung des Solarenergiepotenzials.

1. Zentralasiens Reichtum an fossiler Energie: Analyse der fossilen Energieressourcen in Zentralasien und der damit verbundenen geopolitischen Interessen sowie des Konfliktpotenzials um Energieexporte.

2. Energie in Usbekistan: Untersuchung der nationalen Energiepolitik, der mangelnden Energieeffizienz und der Frage, ob Erdgas tatsächlich ein tragfähiges Exportgut für Usbekistan darstellt.

3. Solarenergie in Usbekistan- Aufbruch in eine goldene Zukunft?: Detaillierte Betrachtung der historischen Forschung, der aktuellen Situation sowie der wirtschaftlichen und technologischen Perspektiven von Solarkraftwerken in Usbekistan.

Zusammenfassung und Ausblick: Resümee der Untersuchungsergebnisse und Bewertung der Möglichkeiten zur Etablierung erneuerbarer Energien im Kontext der autoritären politischen Rahmenbedingungen und des internationalen Einflusses.

Schlüsselwörter

Zentralasien, Usbekistan, Solarenergie, Erdgas, Energieeffizienz, Erneuerbare Energien, Energiepolitik, Geopolitik, Fossile Energieträger, Clean Development Mechanism, DESERTEC, Transformation, Stromversorgung, Nachhaltigkeit, Internationale Kooperation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das Potenzial und die Herausforderungen für die Nutzung erneuerbarer Energien, insbesondere der Solarenergie, in Usbekistan vor dem Hintergrund einer bestehenden Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zu den Schwerpunkten zählen die geopolitische Energiepolitik in Zentralasien, die ineffiziente Energienutzung in Usbekistan sowie die wirtschaftliche und technische Machbarkeit großflächiger Solarenergieprojekte.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel besteht darin zu untersuchen, ob und wie Usbekistan seine Energieversorgung diversifizieren und durch eine stärkere Nutzung von Solarenergie die ökonomischen Abhängigkeiten sowie die Probleme der "Erdgasfalle" überwinden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Analyse von Fachliteratur, Wirtschaftsdaten und Berichten internationaler Organisationen sowie der Untersuchung politischer Programme zur Energieeffizienz und zum Klimaschutz.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der fossilen Ressourcen Zentralasiens, die spezifische Situation des usbekischen Energiesektors und eine detaillierte Bewertung des Solarenergiepotenzials inklusive ökonomischer Aspekte.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Zentralasien, Usbekistan, Solarenergie, Erdgas, Energieeffizienz, Transformation, Energiepolitik und internationale Kooperation.

Inwiefern beeinflussen die politischen Rahmenbedingungen Usbekistans den Ausbau der Solarenergie?

Die autoritäre Regierungsführung und die Fixierung der Eliten auf den Erdgasexport blockieren wichtige Reformen und Innovationen, was den Ausbau erneuerbarer Energien derzeit stark erschwert.

Welche Rolle spielt das DESERTEC-Konzept für die Region?

Das Konzept bietet theoretisch einen Rahmen für einen internationalen Stromverbund, dessen Erweiterung auf Zentralasien zwar sinnvoll wäre, aber an geopolitischen Hürden und der starken Dominanz fossiler Interessen scheitert.

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Details

Title
Erneuerbare Energien in Zentralasien. Ein Weg aus der Erdgasfalle? Das Beispiel der Solarenergie in Usbekistan
College
University of Tubingen  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Internationale Energiepolitik
Grade
1,0
Author
Manuel Dennis Wagner (Author)
Publication Year
2008
Pages
28
Catalog Number
V114306
ISBN (eBook)
9783640158492
ISBN (Book)
9783640159598
Language
German
Tags
Erneuerbare Energien Zentralasien Erdgasfalle Beispiel Solarenergie Usbekistan Internationale Energiepolitik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Manuel Dennis Wagner (Author), 2008, Erneuerbare Energien in Zentralasien. Ein Weg aus der Erdgasfalle? Das Beispiel der Solarenergie in Usbekistan, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114306
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