Die Zielsetzung dieser Arbeit ist es, einen Überblick über die verschiedenen Verfahren zur Ermittlung der Zahlungsbereitschaft von Kunden im Rahmen der Preisforschung zu geben. Dabei soll auf deren unterschiedlichen Eigenschaften und deren Vorgehensweisen eingegangen werden.
Die Arbeit betrachtet die Möglichkeiten zur Erforschung eines optimalen Preises im Kontext der Preisforschung. Hierfür wird in Kapitel zwei zunächst auf die grundlegenden Definitionen der in dieser Beziehung relevanten Begriffe eingegangen. Im Anschluss werden ausgewählte Instrumente in Form einer konzeptionellen Arbeit charakterisiert und deren Besonderheiten vorgestellt. Dies mündet letztlich in einem Fazit, in der die wichtigsten Erkenntnisse zum aktuellen Stand der Preisforschung rekapituliert werden.
Im Gegensatz zu anderen Marketinginstrumenten wird der Preis bzw. eine Änderung dessen direkt von den Kunden wahrgenommen und erzielt eine nahezu sofortige Wirkung auf die Unternehmenskennzahlen. Um sich also kurzfristig von den Wettbewerbern zu differenzieren oder eine vergleichsweise schnelle Änderung des Marktanteils herbeizuführen, ist der Preis ein wirksames, wenn nicht das wirksamste Instrument. Eine insuffiziente Preisbestimmung kann demnach eine fundamental negative Beeinflussung des Unternehmenserfolgs zur Folge haben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Vorgehensweise
2 Theoretische Grundlagen - Begriffsdefinitionen
2.1 Preisforschung
2.2 Preis-Absatz-Funktion
2.3 Preiselastizität
3 Erhebungsformen der Preisforschung
3.1 Direkte Verfahren
3.1.1 Offene Kundenbefragung
3.1.2 Van Westendorp-Methode
3.2 Indirekte Verfahren
3.2.1 Conjoint-Measurement
3.3 Sonstige Verfahren
3.3.1 Expertenbefragungen
4 Fazit und kritische Würdigung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert den Status Quo der Preisforschung und untersucht verschiedene wissenschaftliche Methoden zur Ermittlung der optimalen Zahlungsbereitschaft von Kunden, um Unternehmen eine fundierte Basis für ihre Preisentscheidungen zu bieten.
- Grundlagen und Definitionen der Preisforschung
- Vergleich direkter Erhebungsverfahren
- Einsatz indirekter Verfahren wie Conjoint-Measurement
- Relevanz von Expertenbefragungen und Delphi-Methoden
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Offene Kundenbefragung
Eine vergleichsweise einfache und kostengünstige Methode zur Ermittlung der Zahlungsbereitschaften von Kunden ist die direkte Kundenbefragung. Dabei werden die potentiellen Kunden offen nach ihrer Zahlungsbereitschaft für bestimmte Produkte oder Dienstleistungen gefragt. Eine für dieses Verfahren typische Fragestellung ist: „Wie viel wären Sie maximal bereit, hier und jetzt für diese Leistung zu bezahlen?“.
Die direkte Kundenbefragung setzt lediglich eine Auskunftsbereitschaft der Kunden voraus und ist ansonsten nicht auf spezielle Branchen, Produkte oder Dienstleistungen limitiert. Der Fokus der direkten Kundenbefragung liegt jedoch mehrheitlich auf dem reinen Preis und weniger auf dem Nutzen der Leistung, was zu einem atypisch hohen Preisbewusstsein auf Seiten der Kunden führen kann. Weiterhin birgt dieses Verfahren die Gefahr, dass die Kunden versuchen durch ihre Antworten die tatsächlichen Preise der Produkte zu beeinflussen. Diese strategischen Antworten sind entweder darauf ausgerichtet, den späteren Marktpreis möglichst gering zu halten, da bei den Kunden ein Interesse an niedrigen Preisen besteht, oder aber die Markteinführung eines Produktes nicht zu verhindern weshalb gegebenenfalls eine zu hohe Zahlungsbereitschaft angegeben wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung erläutert die hohe strategische Relevanz von Preisentscheidungen für den Unternehmenserfolg und definiert die Problemstellung sowie das Vorgehen der Arbeit.
2 Theoretische Grundlagen - Begriffsdefinitionen: Hier werden die zentralen Begriffe der Preisforschung, die Preis-Absatz-Funktion sowie das Konzept der Preiselastizität erläutert.
3 Erhebungsformen der Preisforschung: Dieses Kapitel klassifiziert und beschreibt die gängigen direkten, indirekten und sonstigen Verfahren zur Bestimmung der Zahlungsbereitschaft von Kunden.
4 Fazit und kritische Würdigung: Das Fazit rekapituliert die Eignung verschiedener Erhebungsmethoden und betont die Notwendigkeit einer methodischen Wahl basierend auf der spezifischen Ausgangssituation des Unternehmens.
Schlüsselwörter
Preisforschung, Preisbestimmung, Zahlungsbereitschaft, Preis-Absatz-Funktion, Preiselastizität, Direkte Verfahren, Offene Kundenbefragung, Van Westendorp-Methode, Indirekte Verfahren, Conjoint-Measurement, Expertenbefragung, Delphi-Methode, Preismanagement, Marketingstrategie, Produktpreis.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem aktuellen Stand der Preisforschung und untersucht, wie Unternehmen die Zahlungsbereitschaft ihrer Kunden mittels verschiedener wissenschaftlicher Verfahren ermitteln können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Preisforschungsgrundlagen, die Differenzierung zwischen direkten und indirekten Befragungsmethoden sowie die Rolle von Expertenwissen bei der Preisgestaltung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist ein strukturierter Überblick über diverse Verfahren zur Bestimmung der Zahlungsbereitschaft, um Unternehmen bei der Wahl der passenden Methode für ihre Preisstrategie zu unterstützen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer konzeptionellen Literaturanalyse und einer deskriptiven Darstellung gängiger preisforschungsspezifischer Methoden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, direkte Verfahren wie die offene Kundenbefragung, indirekte Verfahren wie das Conjoint-Measurement sowie sonstige Methoden wie die Delphi-Befragung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Preisforschung, Zahlungsbereitschaft, Conjoint-Measurement, Van Westendorp-Methode und Preis-Absatz-Funktion.
Worin besteht der wesentliche Unterschied zwischen direkten und indirekten Verfahren?
Direkte Verfahren fragen Kunden unmittelbar nach ihrer Zahlungsbereitschaft, während indirekte Verfahren (wie Conjoint-Analyse) den Nutzen aus verschiedenen Produktmerkmalen ableiten, um verzerrte Antworten zu reduzieren.
Warum ist die Wahl der Methode laut dem Autor von der Marktsituation abhängig?
Der Autor betont, dass Faktoren wie die Art des Produkts, das vorhandene Budget und der Status des Produktzyklus (z.B. Markteinführung) entscheidend dafür sind, ob ein Verfahren zielorientierte Ergebnisse liefert.
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- Bastian Münch (Author), 2020, Preisforschung. Ermittlung der Zahlungsbereitschaft von Kunden, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1145414