Der Inhalt der beschriebenen Stunde findet sich im Bildungsplan zum einen bei der Kompetenz "Kinder dieser Welt: Sich informieren, sich verständigen, sich verstehen" wieder. Dort heißt es, dass die Schülerinnen und Schüler "Medien herstellen, gestalten und Informationen aus ihnen entnehmen“ können. Zum anderen wird die Kompetenz "Raum und Zeit erleben und gestalten" durch die heutige Stunde gefördert. Die Schülerinnen und Schüler können demnach "Ereignisse und Erlebnisse als zeitlich gegliedert verstehen" und "mit Unterstützung Vergangenes vergegenwärtigen".
In der Stunde soll folgendes Grobziel erreicht werden: Die Kinder können Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft unterscheiden, indem sie diese Zeitdimensionen bei der Arbeit mit der Zeitleiste handlungsorientiert zueinander in Beziehung setzen.
Inhaltsverzeichnis
1. Ausgangslage des Unterrichts
1.1. Institutionelle Bedingungen
1.2. Anthropologische Bedingungen
2. Sachanalyse
3. Didaktische Analyse
4. Zu erreichende Ziele und Kompetenzen
4.1. Bezug zum Bildungsplan
4.2. Ziele
5. Methodische Überlegungen
5.1. Einstiegsphase
5.2. Hinführungsphase
5.3. Arbeitsphase
5.4. Anwendungsphase
5.5. Sicherungsphase
6. Unterrichtsskizze
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Unterrichtseinheit verfolgt das Ziel, Schülern der zweiten Klasse ein grundlegendes Verständnis für historische Zeitabläufe zu vermitteln. Im Zentrum steht dabei die handlungsorientierte Arbeit mit einer Zeitleiste, um die abstrakten Dimensionen von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft für Kinder greifbar zu machen und ihr Geschichtsbewusstsein gezielt anzubahnen.
- Einführung in die Arbeit mit Zeitleisten als Veranschaulichungsmittel
- Entwicklung eines linearen Zeitverständnisses
- Handlungsorientierte Verknüpfung historischer Ereignisse mit Lebensweltbezügen
- Förderung des sinnentnehmenden Lesens durch kurze Informationstexte
- Soziales Lernen und Anwendung von Gesprächsregeln in der Kleingruppenarbeit
Auszug aus dem Buch
2. Sachanalyse
Die Zeitleiste ist ein Veranschaulichungsmittel, das den abstrakten historischen Zeitverlauf räumlich anschaulich darstellt. Ziel ist es, dass den Schülerinnen und Schülern der lineare Zeitverlauf übersichtlich und einprägsam vor Augen geführt wird. Zeitleisten tragen somit zur Ausbildung des Geschichtsbewusstseins, insbesondere des Zeitbewusstseins, bei. Üblicherweise werden Zeitleisten als waagrechte Geraden mit Jahreszahlen dargestellt, die aufsteigend von links nach rechts verlaufen. Des Weiteren können ausgewählte historische Zeiträume markiert werden und wichtige Ereignisse oder Entwicklungen mit Bildern oder kurzen Informationstexten versehen werden.
In den 1950er Jahren gehörte die Arbeit mit Zeitleisten, bezogen auf die Sekundarstufe, zum festen Bestandteil des Geschichtsunterrichts. Dies hatte sich im Laufe der Jahre jedoch geändert. Mit der Abkehr vom chronologischen Geschichtsunterricht und der damit verbundenen Hinwendung zu Schwerpunktthemen ist die Arbeit mit der Zeitleiste jedoch wieder wichtiger geworden. Dies ist damit zu begründen, dass die Schülerinnen und Schüler einen geordneten Überblick über die historische Zeit bekommen sollten, um die Schwerpunktthemen zeitgeschichtlich einordnen zu können.
Es wird empfohlen, den Maßstab einer Zeitleiste innerhalb dieser nicht zu verändern. Dadurch werden Irritationen bei den Schülerinnen und Schülern vermieden. Insbesondere beim Betrachten größerer Zeiträume könnte dies problematisch werden. Hierfür könnten beispielsweise „Ausschnittszeitleisten“ mit Überblickszeitleisten kombiniert werden. Außerdem ist darauf zu achten, dass die Zeitleiste inhaltlich nicht durch zu vielen Eintragungen überfrachtet wird. Hinsichtlich der Darstellungsart finden sich in der Literatur unterschiedliche Möglichkeiten. Beispiele sind die Klammer-Zeitleiste, die Leporello-Zeitleiste, die Plakat-Zeitleiste sowie die Tapeten-Zeitleiste.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Ausgangslage des Unterrichts: Beschreibung der institutionellen Rahmenbedingungen der S.-Schule und der anthropologischen Voraussetzungen der Lerngruppe.
2. Sachanalyse: Theoretische Herleitung der Bedeutung und Funktion von Zeitleisten als didaktisches Werkzeug zur Visualisierung historischer Zeitverläufe.
3. Didaktische Analyse: Reflexion über die Bedeutung historischen Lernens in der Grundschule und die Notwendigkeit, Zeitdimensionen durch handlungsorientierte Ansätze erfahrbar zu machen.
4. Zu erreichende Ziele und Kompetenzen: Definition der Grob- und Feinziele unter Berücksichtigung des Bildungsplans für den Fächerverbund MNK.
5. Methodische Überlegungen: Detaillierte Darstellung der geplanten Unterrichtsphasen von der Einstimmung bis zur Ergebnissicherung.
6. Unterrichtsskizze: Tabellarische Übersicht des zeitlichen Ablaufs, der methodischen Gestaltung und der eingesetzten Medien.
Schlüsselwörter
Zeitleiste, Historisches Lernen, Sachunterricht, Zeitbewusstsein, Grundschule, Handlungsorientierung, Geschichtsbewusstsein, Ritterzeit, Didaktische Reduktion, MeNuK, Leporello, Zeitverständnis, Unterrichtsplanung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Unterrichtseinheit primär?
Die Arbeit befasst sich mit der Planung einer Unterrichtsstunde für die zweite Klasse, in der Kinder durch die Arbeit mit einer Zeitleiste ein grundlegendes Verständnis für historische Zeiträume entwickeln sollen.
Welche Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen umfassen die Einführung in die Zeitleiste, historische Zeitdimensionen sowie das Leben der Ritter als fächerübergreifendes Schwerpunktthema.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist, dass die Kinder Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft unterscheiden können, indem sie historische Ereignisse handlungsorientiert auf einer Zeitleiste einordnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine unterrichtspraktische Ausarbeitung, die durch didaktische Analyse und fachdidaktische Literatur zur Gestaltung von Sachunterricht fundiert wird.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Sach- und didaktische Analyse, die Festlegung von Lernzielen sowie eine detaillierte methodische Planung und Skizzierung des Unterrichtsverlaufs.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Dokument?
Wesentliche Begriffe sind unter anderem Zeitleiste, historisches Lernen, Sachunterricht, Zeitbewusstsein und Handlungsorientierung.
Warum wird im Unterricht eine Fantasiegeschichte eingesetzt?
Die Fantasiegeschichte dient dazu, eine ruhige Lernatmosphäre zu schaffen und die Kinder emotional auf die Reise in die Vergangenheit einzustimmen, bevor die analytische Arbeit beginnt.
Welche Rolle spielt die "Glocke" in dieser Unterrichtseinheit?
Die Glocke fungiert als rituelles Hilfsmittel, um Arbeitsphasen strukturiert zu beenden und die Aufmerksamkeit der Schüler in der Kleingruppe wieder auf die Lehrkraft zu lenken.
Wie werden die Kinder bei der Arbeit mit der Zeitleiste einbezogen?
Die Kinder erarbeiten selbstständig kurze Informationstexte und verorten diese anschließend handlungsorientiert auf einer großen, auf dem Boden ausgelegten Zeitleiste.
Warum wird die Leporello-Zeitleiste erstellt?
Die Erstellung des Leporellos dient der Sicherung der Lernergebnisse und ermöglicht den Kindern, das im Unterricht Gelernte auch im weiteren Verlauf der Atelierarbeit zur Vergleichung von Vergangenheit und Gegenwart zu nutzen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2015, Die Zeitleiste im Geschichtsunterricht der Grundschule (2. Klasse Sachunterricht), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1146437