Ziel dieser Arbeit ist, einen Überblick zur Thematik der Essstörungen Magersucht und Bulimie darzustellen. Außerdem soll die Sozialisationstheorie nach Hurrelmann begründet und Einflussfaktoren für Essstörungen anhand von den Sozialisationsinstanzen Peer Group, Medien und Körpersozialisation in Familien erklärt werden. Zu beachten ist, dass die Einflussfaktoren im Rahmen dieser Arbeit nur begrenzt und nicht vollständig dargestellt werden können. Es wird sich auf die soziologische Perspektive beschränkt. Zwar sind auch zunehmend Männer von der Erkrankung betroffen, dennoch sind die Hauptbetroffenen Mädchen und junge Frauen. Aufgrund dessen wird im Folgenden vorwiegend die weibliche Formulierung verwendet.
Inhaltsverzeichnis
1. Hintergrund
2. Methode
3. Definitionen
3.1.Essstörungen
3.2.Anorexia nervosa
3.3.Bulimia nervosa
4. Einflussfaktoren
4.1.Sozialisationstheorie nach Hurrelmann
4.2.Peer Group
4.3.Mediale Vermittlung von Schönheitsidealen
4.4.Körpersozialisation in Familienhaushalten
5. Fazit
6. Literaturverzeichnis
6.1. Internetquellen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, einen Überblick über die Entstehung von Essstörungen (insbesondere Magersucht und Bulimie) aus einer soziologischen Perspektive zu geben. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, inwiefern gesellschaftliche Einflüsse und soziologische Faktoren als Auslöser für gestörtes Essverhalten fungieren können.
- Soziologische Analyse der Entstehungsursachen von Essstörungen
- Anwendung der Sozialisationstheorie nach Hurrelmann auf die psychische Entwicklung
- Rolle der Peer Group bei der Entstehung von Körperidealen
- Einfluss medial vermittelter Schlankheitsideale auf das Selbstbild
- Körpersozialisation innerhalb von Familienhaushalten
Auszug aus dem Buch
4.3. Mediale Vermittlung von Schönheitsidealen
Sozialisationsbedingungen haben sich durch Massenmedien, zu denen Internet, Zeitschriften, Fernsehen und Social Media zählen, stark verändert. Jugendliche suchen aktiv in ihrer Umwelt nach Antworten auf ihre alters- und entwicklungstypischen Fragen. Die Medienwelt bietet hierfür viele Lösungsmöglichkeiten. Die Vermittlung eines global übereinstimmenden und vielfach androgynen Schlankheits-, Schönheits- und Leistungsideals zwingt junge Menschen zum permanenten Vergleich. Jugendliche sind somit einem enormen Anpassungsdruck ausgesetzt (vgl. Kardorff, Ohlbrecht, 2007, S.162).
In der Unerreichbarkeit der Vorbilder und Erwartungen, sowie der Erfahrung des Scheiterns an den Ansprüchen liegt vermutlich ein Grund für die gehäufte Entwicklung von Essstörungen in den westlichen Industrienationen (vgl. Kardorff, Ohlbrecht, 2007, S.162). Weiterhin lässt sich feststellen, dass unrealistische beziehungsweise unnatürliche Schönheitsideale auf sozialen Plattformen aufgegriffen werden. Darunter fallen Begriffe wie „Thigh Gap“ (Oberschenkellücke) und „Bikini Bridge“ (extrem heraustretende Hüftknochen) die zeigen, dass Extreme gesucht und gezielt angestrebt werden. Vor allem Teenager und junge Erwachsene, die sich mit der eigenen Identität auseinandersetzten, werden intensiv mit Bildern, Videos und Behauptungen konfrontiert. Diese Altersgruppe nutzt Facebook und andere, vergleichbare soziale Medien, mehrere Stunden täglich und verinnerlicht somit ständig Informationen wie der Körper, die Figur und die Kleidergröße sein müssen, um als vollwertiger Mensch von der Gesellschaft anerkannt zu werden (vgl. Zielinski, 2016, S.152).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Hintergrund: Einführung in die Relevanz der Thematik und Darstellung der Problemstellung bezüglich der Zunahme von Essstörungen bei Jugendlichen.
2. Methode: Erläuterung der Literaturrecherche und der verwendeten Suchstrategien zur Informationsgewinnung.
3. Definitionen: Begriffliche Einordnung von Essstörungen sowie spezifische Erklärungen zu Anorexia nervosa und Bulimia nervosa.
4. Einflussfaktoren: Untersuchung soziologischer Rahmenbedingungen, darunter Hurrelmanns Sozialisationstheorie, der Einfluss von Peers, Medien und familialer Körpersozialisation.
5. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Einflussfaktoren und Notwendigkeit präventiver Maßnahmen.
6. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Internetdokumente.
Schlüsselwörter
Essstörungen, Anorexia nervosa, Bulimia nervosa, Sozialisation, Hurrelmann, Peer Group, Schönheitsideale, Medien, Körperbild, Körpersozialisation, Prävention, Jugendalter, Gesellschaft, Ernährungsverhalten, Leistungsdruck
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Ursachen von Essstörungen aus einer soziologischen Perspektive.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Auswirkungen von Sozialisation, der Einfluss von Gleichaltrigengruppen sowie die Wirkung medialer Schönheitsideale.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, einen Überblick zu schaffen, wie soziologische Instanzen zur Entstehung von Essstörungen bei Jugendlichen beitragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturrecherche in Fach- und Bibliotheksbeständen sowie die digitale Suche mittels Google Scholar.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in Definitionen der Krankheitsbilder und die Analyse von Einflussfaktoren wie Sozialisationstheorien und Körpersozialisation.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind Essstörungen, Sozialisation, Medien, Peer Group, Körperbild und Prävention.
Welche Rolle spielt die Familie bei der Entstehung von Essstörungen laut dieser Arbeit?
Die Familie fungiert als primäre Sozialisationsinstanz, in der Eltern durch ihr eigenes Verhältnis zum Körper und Essverhalten als Vorbilder oder Konkurrenten wirken.
Inwiefern beeinflussen soziale Medien das Körperbild laut Kapitel 4.3?
Soziale Medien vermitteln unrealistische Ideale wie „Thigh Gap“, die einen hohen Anpassungsdruck erzeugen und das Selbstbild der Jugendlichen negativ beeinflussen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2019, Erklärungsansätze zur Entstehung von Essstörungen aus soziologischer Perspektive, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1147668