Der pragmatische Ansatz von Watzlawick et al. und Schulz von Thuns Teufelskreismodell. Anwendung im Kontext eines Eltern-Sohn-Gesprächs


Hausarbeit, 2008

18 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Kommunikation

3 Paul Watzlawick
3.1 Der pragmatische Ansatz
3.2 Watzlawick und die Systemtheorie
3.3 Fünf Axiome
3.3.1 Die Unmöglichkeit nicht zu kommunizieren
3.3.2 Inhalts- und Beziehungsaspekt
3.3.3 Interpunktion von Ereignisfolgen
3.3.4 Analoge und digitale Kommunikation
3.3.5 Symmetrische und komplementäre Beziehungen
3.4 Kritik an Watzlawick

4 Friedemann Schulz von Thun
4.1 Das Teufelskreismodell von Schulz von Thun
4.2 Genese des Teufelskreismodells

5 Der Praxistest
5.1 Durchführung eines ersten Gesprächs
5.1.1 Schlüsselsequenz 1
5.1.2 Schlüsselsequenz 2
5.2 Analyse des Gesprächs
5.2.1 Analyse von Schlüsselsequenz 1
5.2.2 Analyse von Schlüsselsequenz 2
5.3 Überlegungen zur Intervention
5.3.1 Intervention zu Schlüsselsequenz 1
5.3.2 Intervention zu Schlüsselsequenz 2
5.4 Ergebnis des Praxistests

6 Fazit

Abbildungsverzeichnis

Literaturverzeichnis

Erklärung

„Wie sprechen Menschen mit Menschen? Aneinander vorbei.“

-Kurt Tucholsky (1890-1935), dt. Schriftsteller

1. EINLEITUNG

Dass Kommunikation keine leichte Sache ist, wusste ich schon immer. Aber be- sonders bewusst wurde mir dies, als ich nach Trennung von meiner Frau wieder bei meinen Eltern einzog.

Hierbei ergaben sich zwischen meinen Eltern und mir mehrere klärungsbedürftige Fragen und Konflikte. Dies erscheint nur natürlich, wenn der erwachsene Sohn, der schon verheiratet und gewohnt war, den eigenen Haushalt zu führen, sich wie- der zu Hause ein- und unterordnen soll.

Im Rahmen dieser Hausarbeit soll die Kommunikation zwischen meinen Eltern und mir mit Hilfe der Ansätze von Watzlawick und Schulz von Thun untersucht werden.

Im ersten Teil werden Begriffe definiert und die betreffenden Ansätze und Wis- senschaftler vorgestellt. Anschließend wird die konkrete Kommunikation einer genaueren Untersuchung unterzogen.

Meine Eltern erklärten sich mit einer Verwendung des Gesprächsmaterials in die- ser Hausarbeit einverstanden.

2. KOMMUNIKATION

Da hier Kommunikation untersucht werden soll, stellt sich zunächst die Frage, was Kommunikation eigentlich ist. Es gibt viele verschiedene Definitionen.

Laut Meyers Lexikonverlag (2007) handelt es sich bei menschlicher Kommunika- tion um „einen wechselseitigen Prozess der Bedeutungsvermittlung, um Interakti- on.“

Für Watzlawick, Beavin & Jackson (2007, S.21-22) ist Kommunikation das Me- dium, in dem sich die sonst nicht beobachtbaren menschlichen Beziehungen mani- festieren.

Für diese Arbeit erschienen mir diese beiden Definitionen sehr sinnvoll, da sie einmal die Informationsübermittlung und das aufeinander bezogene Handeln ab- decken, andererseits auch die Beziehung zwischen den kommunizierenden Men- schen berücksichtigen.

3. PAUL WATZLAWICK

Watzlawick wurde am 25.Juli 1921 in Villach geboren. Er studierte in Venedig Psychologie und Fremdsprachen. 1949 promovierte er und absolvierte von 1951 bis 1954 eine Ausbildung zum Psychotherapeuten. Ab 1957 hatte Watzlawick ei- nen Lehrstuhl an der Universität El Salvador. 1960 wechselte er an das Mental Research Institute in Palo Alto. Ab 1976 lehrte er außerdem als Professor an der Stanford University. Er starb am 31. März 2007.

3.1 Der Pragmatische Ansatz von Watzlawick

Watzlawick et al. (2007, S. 22-23) betrachten zunächst die Kommunikation. Sie berufen sich auf Morris und teilen die Kommunikation in die Bereiche Syntaktik, Semantik und Pragmatik ein.

Die Syntaktik ist der Bereich der Informationsübermittlung und beschäftigt sich hauptsächlich mit den technischen Aspekten der Kommunikation, wie z.B. Rau- schen. Die Semantik ist der Bereich der Bedeutung der verwendeten Symbole, z.B. dass die Kombination aus den Buchstaben T I S C H ein Möbelstück beschreibt, welches sich durch eine zugängliche, meist ebene Fläche charakterisieren lässt und trotzdem in vielen verschiedenen Variationen vorkommt. Die Pragmatik bezeich- net die Auswirkung der Kommunikation auf das Handeln der Teilnehmer. Diesem letzten Aspekt schenkt der Autor in seinem Buch besondere Aufmerksamkeit, weswegen auch vom pragmatischem Ansatz Watzlawicks gesprochen wird.

3.2 Watzlawick und die Systemtheorie

Um den Ansatz Watzlawicks nachvollziehen zu können, ist ein kleiner Umweg über die Systemtheorie notwendig. Nach Simon (2008, S.12) war nach dem zwei- ten Weltkrieg ein neues Paradigma aufgetaucht und dabei sich durchzusetzen. Die- ses Paradigma hatte je nach Wissenschaftsdisziplin verschiedene Namen, im Fall von Watzlawick sprechen wir von Kommunikations- oder eben Systemtheorie, während Watzlawick selbst noch von Kybernetik spricht (Watzlawick et al., 2007, S.31). Das Gemeinsame dieser Ansätze war ein neues Konzept von Kausalität: „An die Stelle geradlinig-kausaler treten zirkuläre Erklärungen, und statt isolierter Objekte werden die Relationen zwischen ihnen betrachtet.“ (Simon, 2006, S.13)

Während bei der herkömmlichen geradlinigen Kausalität die Ereignisse (E1, ..., Em+1)die Ursache für das Ergebnis E bilden, ist bei der zirkulären Kausalität E wiederum eine Ursache für E1usw.. Hierbei wird auch davon gesprochen, dass sich ein Regelkreis bildet, dessen Elemente ihr gegenseitiges Verhalten bedingen. (Simon, 2006, S.14-15)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Zirkuläre Kausalität

3.3 Fünf Axiome

Das Kernstück von Watzlawicks Ansatz bilden fünf Axiome, die er in seinem Buch (2007, S. 50 – 71) beschreibt.

3.3.1. Die Unmöglichkeit nicht zu kommunizieren:

Watzlawick et al. (2007, S.51) setzen Kommunikation und Verhalten gleich, da Kommunikation nicht nur durch Sprache an sich, sondern auch durch Körpersprache geschieht. Da ihrer Argumen- tation zufolge Verhalten kein Gegenteil kennt, man sich also nicht nicht verhalten kann, schließt er: „ Man kann nicht nicht kommunizieren.“ (Watzlawick et al., 2007, S. 53)

3.3.2. Inhalts- und Beziehungsaspekt:

Watzlawick et al. (2007, S.53) führt an, dass eine Nachricht einmal aus der Information besteht und dann aus einem Hinweis, wie diese Information aufgefasst werden soll. Als Beispiel zitiert er nach Cherry den Satz „Glauben Sie, daß das genügt?“, der je nach Betonung der fünf Wörter fünf verschiedene Bedeutungen haben kann. (Watzlawick et al., 2007, S.56). Das Axiom lautet: „ Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsas- pekt, derart, dass letzterer den ersteren bestimmt und daher eine Metakommunika- tion ist.“ (Watzlawick et al., 2007, S.56)

3.3.3 Interpunktion von Ereignisfolgen:

Während einem außenstehenden Beo- bachter Kommunikation als ein ununterbrochener Austausch von Mittelungen er- scheinen muss, setzen die an der Kommunikation Beteiligten willkürlich Punkte, die sie als Aktion und Reaktion beschreiben. Dies hilft ihnen dabei, ihr Verhalten zu organisieren. Problematisch wird es erst, wenn Kommunikationspartner ver- schiedene oder sogar gegensätzliche Interpunktion betreiben. (Watzlawick et al., 2007, S. 57-58). Hieraus formuliert Watzlawick das dritte Axiom: „Die Natur ei- ner Beziehung ist durch die Interpunktion der Kommunikationsabläufe seitens der Partner bedingt “ (Watzlawick et al., 2007, S.61)

3.3.4 Analoge und Digitale Kommunikation:

Watzlawick et al. (2007, S.61-63) vertreten die Ansicht, dass sich die menschliche Kommunikation aus analogen und digitalen Bestandteilen zusammensetzt. Die Sprache ist für ihn die digitale Kom- munikation. Aufgrund ihrer hohen Abstraktion ist es möglich sehr komplexe In- formationen in ihr auszudrücken.

Die analoge Kommunikation hat seiner Meinung nach ihre Wurzeln in archaische- ren Entwicklungsperioden als die digitale Kommunikation. Als Begründung führt er die Verständigung zwischen Angehörigen fremder Kulturen mittels „Hand und Fuß“ an, sowie die Kommunikation mit Haustieren. Bei menschlicher Kommuni- kation bestehen analoge und digitale Kommunikation nicht nur nebeneinander, sondern ergänzen sich bei jeder Mitteilung gegenseitig. Das vierte Axiom lautet:

Menschliche Kommunikation bedient sich digitaler und analoger Mo- dalitäten. Digitale Kommunikationen haben eine komplexe und vielsei- tige Syntax, aber eine auf dem Gebiet der Beziehungen unzulängliche Semantik. Analoge Kommunikationen dagegen besitzen di]eses seman- tische Potential, ermangeln aber die für eindeutige Kommunikationen erforderliche logische Syntax. (Watzlawick et al., 2007, S.68)

[...]

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Details

Titel
Der pragmatische Ansatz von Watzlawick et al. und Schulz von Thuns Teufelskreismodell. Anwendung im Kontext eines Eltern-Sohn-Gesprächs
Hochschule
FernUniversität Hagen
Note
1,3
Autor
Jahr
2008
Seiten
18
Katalognummer
V114771
ISBN (eBook)
9783640162208
ISBN (Buch)
9783668096578
Dateigröße
464 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ansatz, Watzlawick, Berücksichtigung, Teufelskreismodells, Schulz, Thun, Anwendung, Kontext, Eltern-Sohn-Gesprächs
Arbeit zitieren
Björn Büch (Autor), 2008, Der pragmatische Ansatz von Watzlawick et al. und Schulz von Thuns Teufelskreismodell. Anwendung im Kontext eines Eltern-Sohn-Gesprächs, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114771

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