Einleitung
Die Personal- und Organisationsentwicklung ist ein interdisziplinärer Tätigkeitsbereich, der erst in jüngster Zeit die Tendenz zu eigener Professionalisierung zeigt, die jedoch vorerst auf das Angebot von Weiterbildungsstudiengängen beschränkt bleibt (Becker 2005).
Die Personalentwickler (PE) kommen aus vielen verschiedenen Fachgebieten. Im
Rahmen dieser Arbeit stellen wir uns einen Absolventen des Studiengangs Bildungswissenschaft vor, der in einem Unternehmen die Rolle des Personalentwicklers übernehmen soll.
Ziel der Arbeit ist es mittels des von Merriënboer entwickelten Vier Komponenten
Instruktionsdesign Modells (4CID) einen Lehrplan für diesen zukünftigen Personalentwickler zu erstellen, mit dem ihm die für seine Tätigkeit nötigen Kompetenzen vermittelt werden können. Das 4CID setzt sich aus den Komponenten Lernaufgaben, unterstützende Information, Just-in-Time Information (JIT) und Parttask practice (Teilaufgabenübung) zusammen. (Merriënboer & Kirschner, 2007,
S.10) Da die vorgegebene Gliederung eine Ausarbeitung der Komponente „Parttask
practice“ nicht vorsieht, wird dieser Punkt außer Acht gelassen.
Nach Becker (2005) setzt sich die Personalentwicklung aus den Bereichen Bildung,
Förderung und Organisationsentwicklung zusammen, die ihrerseits wiederum
aus vielen Aufgaben bestehen.
Aufgrund dieser Bandbreite habe ich mich für die Förderung, genauer gesagt für
die Auswahl neuer Mitarbeiter entschieden.
Im zweiten Teil der Arbeit werden die dem 4CID zugrunde liegenden lerntheoretischen Annahmen und die des situierten Lernens erläutert. Ferner wird auf mediendidaktische Szenarien und Medien eingegangen, die sich zur Unterstützung des entworfenen Lehrplans eignen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Fertigkeitenhierarchie
3 Ausarbeitung 4CID
3.1 Tabelle der vereinfachenden Annahmen
3.2 Aufgabenklassen
3.2.1 Aufgabenklasse 1
3.2.2 Aufgabenklasse 2
3.2.3 Aufgabenklasse 3
3.3 Lernaufgaben für die erste Aufgabenklasse
3.3.1 Lernaufgabe 1
3.3.2 Lernaufgabe 2
3.3.3 Lernaufgabe 3
3.4 Entwurf von Information
3.4.1 Unterstützende Information
3.4.2 Just-in-Time Information
4 Theorie
4.1 Lerntheoretische Überlegungen und situiertes Lernen
4.2 Didaktische Szenarien
4.3 Medien
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, einen strukturierten Lehrplan für die Tätigkeit eines Personalentwicklers im Bereich der Mitarbeiterauswahl zu entwerfen, wobei das 4CID-Modell (Vier-Komponenten-Instruktionsdesign) von Merriënboer zur Anwendung kommt.
- Analyse von Fertigkeitenhierarchien zur systematischen Kompetenzentwicklung.
- Anwendung des 4CID-Modells inklusive Aufgabenklassen und Lernaufgaben.
- Gestaltung von unterstützenden Informationen und Just-in-Time Information (JIT).
- Integration lerntheoretischer Grundlagen und situierten Lernens.
- Einsatz geeigneter mediendidaktischer Szenarien und technischer Lernumgebungen.
Auszug aus dem Buch
3.4 Entwurf von Informationen
Wie bereits in der Einleitung angedeutet sieht das 4CID zwei Arten von Informationen vor.
3.4.1 Unterstützende Information
Unterstützende Informationen (supportive information) stellen hierbei die Theorie dar und sind wichtig für die Einübung nicht wiederkehrender Fertigkeiten. (Bastiaens et al., 2006, S. 103f.).
Der Entwurf unterstützender Information setzt einerseits die Analyse mentaler Modelle , andererseits die Analyse kognitiver Strategien der Experten voraus. Unter mentalen Modellen verstehen wir eine Ansammlung von verschiedenem Wissen über ein Objekt oder eine Tätigkeit. Das 4CID unterscheidet in konzeptuelle (was ist es?), strukturelle (wie wird es organisiert?) und kausale (wie wirkt es?) Modelle (Bastiaens et al., 2006, S.102). Kognitive Strategien sind Ansätze zur systematischen Problemlösung (Bastiaens et al., 2006, S.103).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung des interdisziplinären Feldes der Personalentwicklung und der Zielsetzung, einen 4CID-basierten Lehrplan zu erstellen.
2 Fertigkeitenhierarchie: Zerlegung der komplexen Tätigkeit in grundlegende Fertigkeiten und Darstellung ihrer zeitlichen und logischen Abhängigkeiten.
3 Ausarbeitung 4CID: Konkrete Anwendung des 4CID-Modells durch Definition von Aufgabenklassen, Lernaufgaben und Informationsarten.
4 Theorie: Erläuterung der zugrunde liegenden lerntheoretischen Konzepte wie Behaviorismus, Kognitivismus und Konstruktivismus sowie mediendidaktischer Szenarien.
5 Fazit: Kritische Reflexion der Modellanwendung und Resümee über die Herausforderungen bei der Umsetzung komplexer Instruktionsdesigns.
Schlüsselwörter
Personalentwicklung, Organisationsentwicklung, 4CID-Modell, Instruktionsdesign, Fertigkeitenhierarchie, Lernaufgaben, Just-in-Time Information, situiertes Lernen, Didaktik, Medieneinsatz, Mitarbeiterauswahl, Kompetenzentwicklung, Fallmethode, Lerntheorie, Wissensvermittlung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung eines Lehrplans für den Bereich Personal- und Organisationsentwicklung, speziell fokussiert auf die Kompetenz der Mitarbeiterauswahl.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die Anwendung des 4CID-Modells, die Strukturierung von Lernprozessen und die Gestaltung mediengestützter Lernumgebungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die exemplarische Erstellung eines Lehrplans für einen zukünftigen Personalentwickler mittels des Vier-Komponenten-Instruktionsdesign-Modells (4CID).
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt das 4CID-Modell zur systematischen Strukturierung komplexer Fertigkeiten sowie theoretische Ansätze aus Kognitivismus und Konstruktivismus.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Fertigkeitenhierarchie, die detaillierte Ausarbeitung des 4CID-Modells mit Aufgabenklassen sowie die theoretische Fundierung und Szenarienwahl.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter sind 4CID-Modell, Personalentwicklung, Instruktionsdesign, Lernaufgaben, situiertes Lernen und Mitarbeiterauswahl.
Wie werden wiederkehrende und nicht-wiederkehrende Fertigkeiten unterschieden?
Wiederkehrende Fertigkeiten sind routiniert und ähnlich in verschiedenen Situationen, während nicht-wiederkehrende Fertigkeiten situationsabhängiges Verhalten wie Problemlösung erfordern.
Warum ist die Unterscheidung zwischen unterstützender Information und Just-in-Time Information wichtig?
Unterstützende Information fördert das Verständnis für nicht-wiederkehrende Aufgaben, während Just-in-Time Information punktgenau bei der Einübung von Arbeitsroutinen unterstützt.
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- Björn Büch (Author), 2008, BildungswissenschaftlerIn in der Personal- und Organisationsentwicklung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114773