Armut in Deutschland. Hauptursachen und Vorurteile gegenüber Betroffenen


Hausarbeit, 2018

13 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Begriffsbestimmungen

1. Einleitung

2. Hauptteil
2.1. Armutsbegriffe
2.2. Ursachen der Armut in Deutschland
2.2.1. Armut durch Arbeitslosigkeit
2.2.2. Armut durch nicht ausreichendes Einkommen
2.2.3. Armut durch Schulden
2.2.4. Armut durch fehlende Bildung
2.2.5. Armut durch Familienkonstellationen
2.2.5.1. Alleinerziehende, Paarfamilien mit Mehrkindern, Trennung und Geschlechterrolle „Frau“
2.2.5.2. Kinderarmut
2.2.6. Armut durch Migrationshintergründe
2.2.7. Altersarmut
2.2.8. Armut durch Behinderung und Krankheit
2.3. Kritische Auseinandersetzung mit den Ursachen der relativen Armut - S. 7-8 sind diese selbst verschuldet?

3. Fazit

4. Literaturverzeichnis

5. Quellenverzeichnis

I. Begriffsbestimmungen

Langzeitarbeitslosigkeit : „Als Langzeitarbeitslos gelten grundsätzlich alle Personen, die seit einem Jahr oder länger arbeitslos sind.“ (Bundesminisierum für Arbeit und Soziales 2017: 24)

Migrationshintergrund: „Eine Person hat einen Migrationshintergrund, wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurde. Im Einzelnen umfasst diese Definition zugewanderte und nicht zugewanderte Ausländerinnen und Ausländer, zugewanderte und nicht zugewanderte Eingebürgerte, (Spät-) Aussiedlerinnen und (Spät-) Aussiedler sowie die als Deutsche geborenen Nachkommen dieser Gruppen.“ (AWO Bundesverband e.V. 2017: 10)

Behinderung: „Der Begriff Behinderung wird im deutschen Sozialrecht als Umschreibung für eine dauerhafte und gravierende Beeinträchtigung der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Teilhabe bzw. Teilnahme einer Person gebraucht. Behinderung wird verursacht durch die Wechselwirkung ungünstiger Umwelt-, sozialer oder anderer Faktoren (Barrieren) und solcher Eigenschaften der Betroffenen, welche die Überwindung der Barrieren erschweren oder unmöglich machen. Demnach wird Behinderung also nicht als „Krankheit“ betrachtet: Behindernd wirken in der Umwelt des behinderten Menschen sowohl Alltagsgegenstände und Einrichtungen bzw. das Fehlen solcher Einrichtungen wie z.B. Rampen oder Aufzüge als auch die Einstellung und Vorurteile anderer Menschen.“ (AWO Bundesverband e.V. 2017: 9)

1. Einleitung

In der folgenden Hausarbeit beschäftige ich mich mit den Ursachen von Armut in Deutschland und ob die Hauptursachen für Armut darin begründet sind, dass arme Menschen selbst nicht genügend tun, um der Armut zu entkommen. Das Thema ist von besonderer Relevanz, da das sogenannte „Schubladendenken“ jeden Tag aufs Neue Thema in unserer Gesellschaft ist. Die armen Menschen werden mit Vorurteilen konfrontiert, dass sie selbst an ihrer Situation schuld seien. (vgl. AWO Bundesverband e.V. 2017: 4)

Aber es ist nun mal nicht so, dass jede Ursache von Armut in der Person selbst begründet liegt. Armut ist ein sehr facettenreicher Bereich, der durch viele Bedingungen entsteht. Im Hauptteil möchte ich zu Beginn „Armut“ definieren und darauffolgend die Ursachen für die relative Armut erläutern. Damit verknüpfe ich die Ursachen mit den verschiedenen Arten der Armut. Daraufhin setze ich mich kritisch mit den Ursachen und damit verbunden den Möglichkeiten der Armutsausgesetzten auseinander und entscheide aufgrund der Argumentation, ob die Hauptursache darin liegt, dass die armen Menschen wenig bis keine Eigeninitiative zeigen, um dem Armutsteufelskreis zu entkommen.

2. Hauptteil

2.1 Armutsbegriffe

Armut ist ein vielverwendeter Begriff mit unterschiedlichen Ansätzen. Bei Armut handelt es sich um eine stark ausgeprägte Form sozialer Ungleichheit, also einer Einschränkung der Teilhabemöglichkeiten in einem Land und der eingeschränkten Chancen sich selbst zu verwirklichen. (vgl. Hradil 2005: 29) Somit stellt Armut im Allgemeinen einen Mangel dar, wodurch die Person in eine prekäre Lage gerät. Dabei reichen dessen Mittel nicht aus, um seinen Bedarf zu decken. Jedoch muss zwischen zwei Formen der Armut unterschieden werden. Es wird unterschieden zwischen „absoluter“ und „relativer“ Armut. Bei der absoluten Armut geht es darum, dass der Personenkreis nicht mal seinen existenzbezogenen Bedarf, also Grundbedürfnisse, wie Kleidung, Unterkunft, usw. decken kann. (vgl. Burmester 2017: 58) Absolut Arm ist jemand, wenn dieser pro Tag einen Dollar verdient. Auf der Welt gibt es derzeit 1.200.000.000 Menschen, die in diese Kategorie der absoluten Armut fallen. (Bangert 2008: Definition von Armut) Die relative Armut bezieht sich mehr auf die Armut in Relation zum gesellschaftlichen Wohlstand und der Standards eines Landes. Der Maßstab dieser Armutsform ist somit die Gesellschaft. Bei der relativen Armut geht es, neben der Deckung des existenziellen Bedarfs, um die Teilhabe an der Gesellschaft. (vgl. Burmester 2017: 58)

In Deutschland spricht man von „relativer Armut“, da es dort absolute Armut kaum gibt, jedoch aber eine untere Schicht. Als relativ arm ist derjenige anzuerkennen, welcher ein Einkommen besitzt, welches weniger als die Hälfte vom Durchschnittseinkommen des Landes beträgt. (Bangert 2008: Definition von Armut)

2.2 Ursachen der relativen Armut in Deutschland

Wie im Armutsbegriff erwähnt, ist die Armut in Deutschland relativ und nicht absolut zu betrachten. Somit beschäftigen wir uns bei den Ursachen ebenso nur mit den Ursachen der relativen Armut in Deutschland. Ursachen und Folgen von Armut sind schwer trennbar, da sie sich gegenseitig bedingen und zu einem Teufelskreis von Armut führen können, aus den nur wenige wieder den Ausweg finden. Zudem sind oftmals mehrere Ursachen gebündelt, mit denen der Mensch zu kämpfen hat, welche den Ausweg aus der Armut weitestgehend erschweren. Armut hat viele Ursachen, neben Arbeitslosigkeit, fehlendes oder niedriges Einkommen, Schulden, fehlende Bildung, die verschiedenen Familienkonstellationen, können auch Alter, Herkunft, Behinderung, Pflege, Gesundheit, Geschlecht oder Strafe Ursachen für Armut sein. Die wichtigsten möchte ich im Folgenden aufgreifen.

2.2.1 Armut durch Arbeitslosigkeit

Erwerbstätigkeit ist eine der bedeutsamsten Thematiken in unserer Gesellschaft. Aufgrund dessen gilt Arbeitslosigkeit als eine sehr schwerwiegende Armutsursache. Vor allem Langzeitarbeitslosigkeit ist ein großes Problem, da die Wiedereingliederung auf dem Arbeitsmarkt immer schwieriger wird, umso mehr Zeit vergeht. Zudem kommt es durch die Langzeitarbeitslosigkeit oder die Arbeitslosigkeit im Allgemeinen zu einer Stigmatisierung und dem Verlust der Anerkennung, wie auch der Teilhabeaspekt in der sozialen Gesellschaft. Die Arbeitslosigkeit beeinträchtigt nicht nur den Arbeitslosen, sondern auch dessen Familie. Zudem ist die Wiedereingliederung oftmals schwieriger durch herrschende Probleme, wie Alter, mangelnde Bildung oder Sprache oder vorliegenden Krankheiten. (vgl. Bundesminisierum für Arbeit und Soziales 2017: 24) Arbeitslosigkeit kann nicht nur gegeben sein, wenn es wenig Arbeit oder wenig qualifizierte Arbeit gibt, sondern auch weil mehr und mehr die Produktion und Arbeit im Ausland ist und Einsparmaßnahmen stattfinden, durch den Personalwechsel von qualifiziertem Personal zu unqualifiziertem. (vgl. Bangert 2008: Ursachen der relativen Armut in Deutschland) Durch Arbeitslosigkeit und den Erhalt von Sozialleistungen ist es oft so, dass die Menschen am Existenzminimum leben und schwer wieder aus der Armut herauskommen. Dieser Teufelskreis kann nur schwer durch die Person selbst unterbrochen werden.

2.2.2 Armut durch nicht ausreichendes Einkommen

Arbeitslosigkeit und Einkommen sind sehr stark miteinander verknüpft. Jedoch kann man Einkommen nochmals einzeln als Ursache aufführen, da viele arbeiten, aber der Lohn meist nicht ausreicht, um Lebensbedarfe zu decken. (vgl. ebd.) Seit 2006 ist die Einkommensarmut gestiegen. 2006 lag der Wert noch bei 14 %. 2015 lag er schon bei 15,7 % der Bevölkerung. (vgl. statistisches Bundesamt: Mikrozensus) Trotz der Erwerbstätigkeit sind 2017 rund 1,2 Millionen Menschen armutsgefährdet und erhalten aufstockende Leistungen nach dem SGB II, da ihr Einkommen zur Lebensdeckung nicht genügt. (vgl. Statistisches Bundesamt 2017) Somit ist dies wiederum eine Ursache, die nicht direkt selbstverschuldet ist, denn die Betroffenen haben Einkommen, welches jedoch nicht ausreicht.

2.2.3 Armut durch Schulden

Eine Verschuldung kann eine hohe psychische, soziale und ökonomische Belastung für einen Menschen bedeuten. Durch Schulden kann das Einkommen eingeschränkt sein, wodurch die Personen armutsgefährdeter sind als Personen ohne Schulden. 2013 waren es noch 3,79 Milionen, 2016 waren es schon 4,17 Milionen Menschen über 18 Jahren, die hoch verschuldet waren. Davon sind Zwei Drittel Männer in diesem Personenkreis. (vgl. Bundesminisierum für Arbeit und Soziales 2017: 12) Da Männer meist den Familienernährer darstellen und somit das Haupteinkommen im Haushalt verdienen und dieser auch die Kredite aufnimmt und bei einer möglichen Scheidung oder Trennung auch alleiniger Schuldner ist. (vgl. AWO Bundesverband e.V. 2017: 17) Schulden können entstehen durch Arbeitslosigkeit, Krankheiten, Trennungen oder Tod von Lebenspartnern. Aber auch durch Leiharbeit, Selbstständigkeit und Minijobs und der Wechsel der Arbeiten können zu Schulden führen. (vgl. Bundesminisierum für Arbeit und Soziales 2017: 18/19) Somit ist auch nicht jeder Schuldner, selbst für seine Verschuldung verantwortlich, sondern kann durch Schicksalsschläge in die Situation geraten sein.

2.2.4 Armut durch fehlende Bildung

Fehlende oder nicht ausreichende Bildung kann dazu führen, dass Betroffene keine Ausbildung, Arbeit oder kein ausreichendes Einkommen durch fehlende Qualifikationen haben. (vgl. Bangert 2008: Ursachen der relativen Armut in Deutschland) Somit ist Bildung die Voraussetzung für den Arbeitsmarktzugang. Dieser ist wiederrum wichtig für das ausreichende Einkommen zur Deckung der persönlichen Bedarfe. Armutsgefährdet sind also eher Menschen, denen es an Bildung fehlt. Dies kann schon im Kindergarten beginnen. Frühkindliche Bildung ist der Start für das weitere Leben. Das Bildungsniveau, wie auch die Arbeit der Eltern oder die Herkunft sind besondere Rollenträger für die Chance auf ein umfassendes Bildungsangebot. Im Elternhaus gibt es gewisse Risikofaktoren (keine Erwerbstätigkeit, finanzielle Armut, niedriges Bildungsniveau). 27,5 % der Kinder sind von mindestens einer dieser Risikofaktoren betroffen, bei einem Migrationshintergrund liegt der Wert sogar bei 55 %. (vgl. AWO Bundesverband e.V. 2017: 59) Eine gute Schulausbildung oder eine gute berufliche Ausbildung, sowie auch ein Hochschulstudium bilden die Basis für Erfolg, da durch diese Dinge positive Erwerbsgeschichten entstehen und man erfolgreich im Arbeitsleben agieren kann. (vgl. ebd.: 61) Somit ist fehlende Bildung eine wesentliche Ursache für Armut, die durch verschiedene andere Ursachen, wie z.B. Behinderung, Migrationshintergrund u.v.m. verstärkt in Deutschland auftritt.

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Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Armut in Deutschland. Hauptursachen und Vorurteile gegenüber Betroffenen
Hochschule
Hochschule RheinMain
Veranstaltung
Armut und Soziale Ausgrenzung
Note
1,7
Autor
Jahr
2018
Seiten
13
Katalognummer
V1148253
ISBN (eBook)
9783346533630
ISBN (Buch)
9783346533647
Sprache
Deutsch
Schlagworte
armut, deutschland, hauptursachen, vorurteile, betroffenen
Arbeit zitieren
Sabrina Müller (Autor:in), 2018, Armut in Deutschland. Hauptursachen und Vorurteile gegenüber Betroffenen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1148253

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