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Situation und Auftrag der Geschichtswissenschaften im "Dritten Reich"

Título: Situation und Auftrag der Geschichtswissenschaften im "Dritten Reich"

Trabajo Escrito , 2007 , 26 Páginas , Calificación: 1,24

Autor:in: Christian Hauck (Autor)

Historia de Alemania - Nazismo, Segunda Guerra Mundial
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Deutsche Geschichtswissenschaft im „Dritten Reich“ kann neuen Erkenntnissen entsprechend
nicht mehr nur als reine „Legitimationswissenschaft“ abgetan werden. Es gilt daher,
die Politisierung und Geisteshaltung der Historiker, sowie deren Mobilisierung und
Selbstmobilisierung zu erforschen, ebenso den tatsächlichen Tatbeitrag zu den nationalsozialistischen
Verbrechen zu ermitteln1. In den Fokus geraten hierbei besonders auch Forscher,
die nach dem Zweiten Weltkrieg schnell wieder Einfluss gewonnen hatten und die
Geschichtswissenschaften der BRD mitbegründeten, wie Theodor Schieder oder Werner
Conze. Über Ersteren ist seit 1992 bekannt, dass er Deportationen für über 100.000 Polen
vorschlug und auch die „Entjudung“ Restpolens forderte2. Im Sommer 1997 machte der
Historiker Jürgen Kocka die NS-Vergangenheit von Historikern zum Gegenstand einer
Tagung in der „Berliner Arbeitsstelle für vergleichende Gesellschaftsgeschichte“. Folgekonferenzen
waren der für das Thema äußerst aufschlussreiche Historikertag in Frankfurt
am Main im Herbst 1998. Im März des Jahres 1999 folgte eine Tagung, bei welcher von
der Heinrich Böll Stiftung zusammen mit der Europa-Universität Viadrina (Frankfurt an
der Oder) ein Kolloquium zum Thema „Historiker und Nationalsozialismus“ veranstaltet
wurde3. Anhand der starken Rezeption des Themas in Wissenschaft, Internet4 und Presse
manifestiert sich auch das öffentliche Interesse, ebenso offenbaren sich aber auch viele
Kontroversen und neue Fragen. Die F.A.Z brachte es wie folgt auf den Punkt: „Der laufende
Streit bezeugt das Bemühen der Historikerzunft, zur Geschichte ihres Faches und damit
zu sich selbst ein Verhältnis zu finden“5. Da der Themenkomplex einen beträchtlichen
Umfang aufweist, sind auch die meisten Forschungen spezieller Art, d.h. ist gibt nur wenige
Arbeiten, welche alle oder wenigstens die wichtigsten Aspekte ganzheitlich umfassen.
Genau dies soll mit dieser Arbeit versucht werden. Sie soll einen Einblick in die Situation
und den Auftrag der Geschichtswissenschaften im „Dritten Reich“ geben, ohne sich in
allzu detaillierte wissenschaftliche Erkenntnisse zu verlieren, allerdings auch ohne die
wichtigsten Thesen zu vernachlässigen. Am Ende sollen eindeutige Aussagen darüber getroffen
werden, inwieweit Historiker in die nationalsozialistischen Verbrechen „verstrickt“
bzw. schuldig waren und ob eine Kooperation „vorprogrammiert“ war.

[...]

Extracto


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Situation der Geschichtswissenschaften im „Dritten Reich“

1. Das Verhältnis der Historiker zum Nationalsozialismus

2. Der Stand der Forschung zum Zeitpunkt der „Machtergreifung“

III. Auftrag der Geschichtswissenschaften im „Dritten Reich“

1. Geschichtsbild, Ost- und Westforschung

2. „Kämpfende“ Geisteswissenschaften und die „Aktion Ritterbusch“

IV. Schluss

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das Wirken und die Rolle der deutschen Geschichtswissenschaft im „Dritten Reich“ sowie deren Verhältnis zum nationalsozialistischen Regime. Ziel ist es zu analysieren, inwieweit Historiker in die Verbrechen des NS-Staates verstrickt waren, welche Beweggründe für eine Kooperation bestanden und ob diese durch traditionelle wissenschaftliche Denkmuster der Weimarer Republik begünstigt wurde.

  • Analyse der Geisteshaltung und Politisierung der Historikerzunft.
  • Untersuchung der Ost- und Westforschung als Instrument der Legitimationswissenschaft.
  • Evaluierung der „kämpfenden“ Geisteswissenschaften und der „Aktion Ritterbusch“.
  • Reflexion über die Mitschuld und das Fortwirken belasteter Historiker in der frühen Bundesrepublik.
  • Vergleich konkurrierender Forschungsthesen zur Verstrickung der Zunft.

Auszug aus dem Buch

1. Das Verhältnis der Historiker zum Nationalsozialismus

Dass Historiker an der Neuordnung Europas zu einem „großgermanischen Reich“ nach nationalsozialistischen Vorgaben in der Art beteiligt waren, als dass sie deutsche Herrschaftsansprüche historisch legitimierten oder auch historische Siedlungskarten erstellten, um hieraus Vorschläge für Neu-, Um- und Aussiedlungsmaßnahmen abzuleiten, ist der gegenwärtige wissenschaftliche Konsens. Dieses Kapitel soll das geistige Verhältnis der Historiker zum Nationalsozialismus beleuchten. Die Frage, inwieweit und in welchem Ausmaß, aber auch warum Historiker ihre Dienste dem „Dritten Reich“ zur Verfügung stellten, kann noch nicht eindeutig beantwortet werden, u.a. auch wegen der oft noch lückenhaften Quellenlage.

Bereits in den Sechziger Jahren entwickelten zwei Historiker einen Lösungsansatz. Dieser besagt, dass die personelle und institutionelle sowie ideologische Verflechtung zwischen Historikern und dem Regime eher gering war und dass Historiker nur so lange den staatlichen „Wünschen“ folgten, wie sie es mit ihren eigenen politischen Interessen vereinen konnten. Zudem soll die personelle Ausrichtung innerhalb der Geschichtswissenschaften auf die nationalsozialistische Ideologie und den sich hieraus entwickelten Vorgaben durchaus nicht homogen gewesen sein.

Auch „moderne“ Historiker entwickeln und vertreten diesen Ansatz weiter. So hätten viele Geschichtswissenschaftler dem Nationalsozialismus als politische Linie nicht sehr nahe gestanden und ihre Dienste nur zur Verfügung gestellt, weil sie sich unter diesem Dach die Verwirklichung ihrer eigenen z.B. völkischen und ständestaatlichen Ideen erhofften. Oder sie hätten erst unter dem Eindruck der ersten Kriegserfolge kollaboriert.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Politisierung der Geschichtswissenschaft ein und umreißt die verschiedenen Forschungsthesen sowie das Ziel der Arbeit, die Verstrickung der Historiker in das NS-System zu untersuchen.

II. Situation der Geschichtswissenschaften im „Dritten Reich“: Dieses Kapitel analysiert das geistige Verhältnis der Historiker zum Nationalsozialismus, beleuchtet die Rolle der Sozialisation in der Weimarer Republik und bewertet den Forschungsstand zum Zeitpunkt der „Machtergreifung“.

III. Auftrag der Geschichtswissenschaften im „Dritten Reich“: Hier wird die Rolle der Ost- und Westforschung als Legitimationsinstrument der NS-Expansionspolitik sowie die ideologische Indienstnahme der Wissenschaft im Rahmen der „Aktion Ritterbusch“ detailliert dargestellt.

IV. Schluss: Der Schlussteil führt die Argumente zusammen und kommt zu dem Ergebnis, dass die Verstrickung der Geschichtswissenschaften erheblich war und die Wissenschaftler aktiv zur wissenschaftlichen Fundierung nationalsozialistischer Verbrechen beitrugen.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Geschichtswissenschaft, NS-Verbrechen, Ostforschung, Westforschung, Volkstumspolitik, Aktion Ritterbusch, Historiker, Legitimationswissenschaft, Drittes Reich, Weimarer Republik, Ideologie, Verstrickung, Geschichtsbild, Wissenschaftsgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Rolle der deutschen Geschichtswissenschaft im „Dritten Reich“, insbesondere die ideologische Verflechtung von Historikern mit dem nationalsozialistischen Regime.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis der Historiker zum NS-Staat, die Bedeutung der Ost- und Westforschung, das Konzept der „kämpfenden“ Geisteswissenschaften sowie die Frage der Mitschuld.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, den Grad der Verstrickung von Historikern in das verbrecherische System zu ermitteln und zu klären, ob eine Kooperation von Anfang an angelegt war.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor führt eine historiographische Analyse durch, die den Forschungsstand kritisch auswertet und historische Quellen sowie zeitgenössische Publikationen heranzieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des geistigen Verhältnisses der Historiker zum Nationalsozialismus und die Analyse konkreter Instrumente der NS-Geschichtspolitik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Nationalsozialismus, Geschichtswissenschaft, Ostforschung, Westforschung, Ideologie und Verstrickung.

Welche Rolle spielten die sogenannten „Volkstumshistoriker“?

Diese Historiker lieferten durch ihre Arbeiten zu „Volk“ und „Raum“ eine scheinbar wissenschaftliche Basis für die rassistische Expansionspolitik des NS-Regimes.

Was bedeutete die „Aktion Ritterbusch“?

Die „Aktion Ritterbusch“ war ein Projekt zur Einbindung der Geisteswissenschaften in die Kriegsanstrengungen des Nationalsozialismus unter dem Schlagwort der „kämpfenden“ Wissenschaft.

Warum fand eine ernsthafte Debatte erst spät statt?

Dies ist auf das Fortwirken belasteter Historiker in der Nachkriegszeit sowie auf eine lange Zeit oberflächliche Untersuchung ihrer Vergangenheit zurückzuführen.

Final del extracto de 26 páginas  - subir

Detalles

Título
Situation und Auftrag der Geschichtswissenschaften im "Dritten Reich"
Curso
Militärgeschichtsunterricht an der Offizierschule der Luftwaffe
Calificación
1,24
Autor
Christian Hauck (Autor)
Año de publicación
2007
Páginas
26
No. de catálogo
V114843
ISBN (Ebook)
9783640162338
ISBN (Libro)
9783640171989
Idioma
Alemán
Etiqueta
Situation Auftrag Geschichtswissenschaften Dritten Reich Militärgeschichtsunterricht Offizierschule Luftwaffe
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Christian Hauck (Autor), 2007, Situation und Auftrag der Geschichtswissenschaften im "Dritten Reich", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114843
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