Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike

Wahrnehmungen von Mithridates VI. zwischen Hellenismus und orientalischer Herrschaft

Titel: Wahrnehmungen von Mithridates VI. zwischen Hellenismus und orientalischer Herrschaft

Masterarbeit , 2014 , 112 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Gunnar Maier (Autor:in)

Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Zentrale Figur der vorliegenden Arbeit ist Mithridates VI (Im Folgenden: Mithridates).
Dieser war bis zu seinem Tod 63 v. Chr. 57 Jahre lang, also von 120 v.Chr. bis 63 v. Chr., König von Pontus gewesen, einem damals fast unbekannten Königreich am äußersten Rand der Rom bekannten Welt. Bekannt geworden ist er vor allem als einer der bedeutendsten Feinde Roms, vergleichbar mit Pyrrhus, Hannibal oder Kleopatra.
Nach ihm benannt sind die drei mithridatischen Kriege, die zwischen 89 und 84 v Chr., 83 und 81 v Chr., sowie 74 und 63 v Chr. zwischen dem römischen Reich und Mithridates auf der anderen Seite ausgetragen wurden.
Unter Gesamtbetrachtung der Expansionsphasen des römischen Reiches kommt der Eingliederung der Regionen Kleinasiens eine besondere Bedeutung zu. Nicht nur bedeutete eine Expansion in diese Regionen für das römische Reich eine Eröffnung von bis dahin kaum gekannten Einkunftsmöglichkeiten durch Steuern. Auch ist der Einrichtung der ersten Provinz Asia auf dem Gebiet des ehemaligen Königreiches von Pergamon eine Bedeutung als erstmalige Integration eines bedeutenden Kulturzentrums im Raum von Kleinasien zuzumessen. Vor allem durch die o.g. mithridatischen Kriege 89-63 v. Chr. des im allgemeinen eher unbekannten Königreiches von Pontus, mit der Zielsetzung das römische Reich wieder zur Aufgabe seiner Provinz Asia zu bewegen, stand der Erfolg einer Ausdehnung des römischen Einflusses auf den Raum Kleinasiens aber vermehrt infrage. Vorübergehend konnte das römische Reich sogar für ca. 4 Jahre wieder vollständig aus seiner Provinz Asia verdrängt werden.
Zwar wird damit leicht nachvollziehbar, warum Mithridates bzw. das Militär von Pontus nach gängigen Mustern gegen östliche Gegner als militärisch unversiert diffamiert wurden. Auf der anderen Seite existieren aber selbst aus dem römischen Reich positive Charakterisierungen von Mithridates als besonders entbehrungsbereitem Anführer, der sein Heer persönlich zu besonderer Zähigkeit drillt, die sich weniger leicht nachvollziehen lassen.
Was für eine Form von Gegner Rom mit Pontus unter Mithridates VI tatsächlich entgegengetreten war, erscheint vermehrt widersprüchlich dargestellt. Ziel dieser Arbeit ist es sich dieser Frage so weit wie möglich anzunähern. Die einzelnen Quellen werde ich aufgrund ihrer Prägung durch negativ, stereotype oder idealisierende Vorstellungen im Kontext ihrer Entstehung untersuchen.

Leseprobe


Gliederung

1. Einleitung

2. Entstehung und Wirkung fester Wahrnehmungsmuster

3. Entwicklung der Fremdwahrnehmung vom Orient

3.1) Bilder von orientalen Herrschern bis zur Zeit des Hellenismus

3.1.1) Begründung des Topos vom orientalen Barbaren nach Herodot

3.1.2) Darstellung des orientalen Herrschers bei Herodot

3.1.3) Weiterentwicklungen in der Darstellung vom orientalen Herrscher

3.2) Vorstellungen von Idealtugenden von Alleinherrschern im Hellenismus

4. Wahrnehmung des Orients durch das Griechentum

5. Darstellungen von der Herrschaft des Mithridates

5.1) Charakterisierungen in Schriftquellen der römisch-griechischen Geschichtsschreibung

5.1.1) Erste zeitgenössische Darstellungen in Schriftquellen

5.1.1.1) Darstellungen von Mithridates bei Cicero

a) Ciceros zweite Rede gegen Verres

b) Ciceros Rede zur Einsetzung von Pompeius als Oberkommandierenden

c) Ciceros Verteidigungsrede für Lucius Licinus Murena

5.1.1.2) Darstellung von Mithridates bei Diodorus Siculus

5.1.1.3) Einordnung der zeitgenössischen Quellen

5.1.2) Nachfolgende Charakterisierungen von Mithridates in Schriftquellen

5.1.2.1) Charakterisierungen bei Strabo

a) Hintergrund und Lebensumstände von Strabo

b) Mithridates bei Strabo

5.1.2.2) Charakterisierungen bei Pompeius Trogus

a) Hintergrund und Lebensumstände von Pompeius Trogus

b) Mithridates bei Trogus

5.1.2.3) Charakterisierungen bei Plutarch

a) Hintergrund und Lebensumstände von Plutarch

b) Mithridates bei Plutarch

5.1.2.4) Charakterisierungen bei Appian

a) Hintergrund und Lebensumstände von Appian

b) Mithridates bei Appian

5.1.2.5) Charakterisierungen bei Cassius Dio

a) Hintergrund und Lebensumstände von Cassius Dio

b) Mithridates bei Cassius Dio

5.1.3) Gesamtentwicklungen in der Darstellung in römisch-griechischen Schriftquellen

5.2) Zusätzliche Erkenntnisse durch die Selbstinszenierung von Mithridates

5.2.1) Regionale Inszenierung von Herrschaft im Königreich Pontus

5.2.2) Anknüpfung an Formen von Herrschaftsinszenierung außerhalb von Pontus

5.2.2.1) Die unveränderte Übernahme fremder Münzprägungen

5.2.2.2) Münzprägungen mit Veränderungen der Motive auf der Münze

5.2.2.3) Bedeutung etablierter Münzprägungen für die Selbstinszenierung von Mithridates

5.2.3) Die königliche Münzprägung von Mithridates

5.2.3.1) Münzen der ersten fest gefügten Form

5.2.3.2) Münzen der zweiten fest gefügten Form

5.2.4) Gesamtentwicklung in der Selbstinszenierung von Mithridates über Münzen

6. Weitere Entwicklungen in den Eindrücken von Mithridates

7. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die antike Wahrnehmung von Mithridates VI. von Pontus, wobei sie analysiert, wie diese durch fest gefügte stereotype Vorstellungen vom "Orient" und hellenistische Herrschaftsideale geprägt wurde. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, inwieweit die antiken Schriftquellen und die numismatischen Zeugnisse (Münzprägungen) Mithridates als asiatischen Aggressor oder als hellenistischen Herrscher konstruierten.

  • Analyse antiker Stereotypisierungen und Barbarentopoi.
  • Untersuchung der herrschaftstheoretischen Diskurse im Hellenismus.
  • Kritische Quellenanalyse römisch-griechischer Geschichtsschreibung (Cicero, Diodor, Strabo, Trogus, Plutarch, Appian, Cassius Dio).
  • Auswertung der königlichen und regionalen Münzprägung als Medium der Selbstinszenierung.

Auszug aus dem Buch

3.1) Bilder von orientalen Herrschern bis zur Zeit des Hellenismus

In den griechischsprachigen „Historien“ des Herodot wird insgesamt eine Reihe von Eigenschaften bei dem als Perser bezeichneten Volk bzw. ihnen untergeordneten Volksgruppen besonders herausgestellt und damit als typische Eigenschaften den orientalen Völkern zugemessen. Spätere Autoren bauen auf dieses Konzept auf.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die historische Figur des Mithridates VI. und die Problematik seiner gegensätzlichen Wahrnehmung in antiken Quellen.

2. Entstehung und Wirkung fester Wahrnehmungsmuster: Theoretische Grundlagen zur menschlichen Kategorisierung, Stereotypenbildung und Gruppenzugehörigkeit als Basis für Verzerrungen in der historischen Wahrnehmung.

3. Entwicklung der Fremdwahrnehmung vom Orient: Untersuchung der historischen Wurzeln des Bildes vom orientalen Herrscher, insbesondere durch Herodot und spätere Historiker wie Ktesias.

4. Wahrnehmung des Orients durch das Griechentum: Analyse der griechischen Identitätsbildung durch Abgrenzung gegenüber dem persischen "Anderen" unter Verwendung des Hybris-Topos.

5. Darstellungen von der Herrschaft des Mithridates: Hauptteil der Arbeit, der die schriftliche Überlieferung und die Münzprägung als Instrumente der Selbst- und Fremddarstellung von Mithridates kritisch beleuchtet.

6. Weitere Entwicklungen in den Eindrücken von Mithridates: Ausblick auf die moderne Rezeption und wissenschaftliche Einordnung des pontischen Herrschers seit dem 19. Jahrhundert.

7. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse zur Identitätsbildung, zum Einfluss von Stereotypen und zur strategischen Nutzung von Selbstinszenierung durch Mithridates.

Schlüsselwörter

Mithridates VI., Pontus, Hellenismus, Römische Republik, Schriftquellen, Münzprägung, Stereotype, Barbarentopos, Hybris, Selbstinszenierung, Identität, Geschichtsschreibung, Antike, Orient, Herrschaftslegitimation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Masterarbeit analysiert die Wahrnehmungsgeschichte von Mithridates VI. von Pontus in antiken Quellen und untersucht, wie sein Bild zwischen der Rolle als orientalischer Barbarenherrscher und hellenistischer Idealmonarch schwankt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Thematische Schwerpunkte sind die antike Stereotypenforschung, die Entwicklung griechischer Identität gegenüber dem "Orient" sowie die politische Instrumentalisierung von Münzbildern.

Welche Forschungsfrage wird verfolgt?

Das Hauptziel ist es zu verstehen, wie und warum antike Autoren Mithridates durch den Filter bestehender Vorurteile und idealisierter Tugendkataloge verzerrt darstellten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Der Autor wählt einen kulturwissenschaftlichen Ansatz, der sozialpsychologische Erkenntnisse zur Gruppenbildung mit einer klassischen quellenkritischen Analyse historischer Texte und numismatischer Evidenz verknüpft.

Was wird im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Charakterisierung des Mithridates in den Texten von Cicero, Diodor, Strabo, Pompeius Trogus, Plutarch, Appian und Cassius Dio sowie die Botschaften seiner königlichen Münzprägungen.

Welche Keywords definieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Mithridates VI., Hellenismus, Barbarentopoi, Hybris, Selbstinszenierung, Münzpropaganda und antike Geschichtsschreibung.

Warum spielt das Bild des "Perseus" in der Untersuchung eine Rolle?

Das Perseus-Motiv auf den Münzen von Amisos und Mithridates dient dem Autor als Schlüsselbeleg, um aufzuzeigen, wie Mithridates versuchte, sich gezielt in eine griechisch-hellenistische Tradition zu stellen, um seine Herrschaft zu legitimieren.

Inwieweit spielt die römische Perspektive eine Rolle?

Da fast alle erhaltenen Quellen aus einer römisch geprägten oder von Rom dominierten Sicht stammen, untersucht der Autor kritisch, wie das römische Feindbild ("Hannibal des Ostens") die Wahrnehmung des pontischen Königs systematisch verzerrte.

Ende der Leseprobe aus 112 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Wahrnehmungen von Mithridates VI. zwischen Hellenismus und orientalischer Herrschaft
Hochschule
Universität Kassel
Note
1,3
Autor
Gunnar Maier (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
112
Katalognummer
V1149716
ISBN (eBook)
9783346533951
ISBN (Buch)
9783346533968
Sprache
Deutsch
Schlagworte
wahrnehmungen mithridates hellenismus herrschaft
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Gunnar Maier (Autor:in), 2014, Wahrnehmungen von Mithridates VI. zwischen Hellenismus und orientalischer Herrschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1149716
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  112  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum