Diese Masterarbeit erläutert anhand von zwei aufgestellten Hypothesen, wieso das Verfahren für die Entwicklung und die Zulassung eines Impfstoffs gegen SARS-CoV-2 derart beschleunigt werden konnte und ob diese Gründe der Auslöser für die anfänglich geringe Impfbereitschaft waren.
Impfstoffe sind seit dem 18. Jahrhundert nicht mehr aus der modernen Medizin wegzudenken. Durch Impfungen konnten Infektionskrankheiten stark eingeschränkt und manche sogar ausgerottet werden.
Doch die Entwicklung von Impfstoffen – von der Idee bis hin zum ersten Pieks – ist ein Prozess mehrerer Jahre, im Durchschnitt sogar bis zu zehn Jahren. Aus diesem Grund steht für neue virale Erkrankungen, wie bei SARS-CoV-2, erstmal kein Impfstoff zu Verfügung.
Um noch größeren Schaden zu vermeiden und die Ausbreitung in den Griff zu bekommen, musste dieser bisher bekannte Prozess maßgeblich verkürzt werden. So haben Forschungsgruppen und pharmazeutische Unternehmen mit beispielloser Intensität daran zusammengearbeitet, möglichst schnell einen Impfstoff gegen COVID-19 zu entwickeln.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
1.1. Problemstellung
1.2. Hypothesen und Zielsetzung
1.3. Aufbau der Arbeit
1.4. Methodisches Vorgehen
2. DIE IMPFUNG
2.1. Einleitung
2.2. Geschichtlicher Hintergrund
2.2.1. Vor dem 15. Jahrhundert
2.2.2. 16. Jahrhundert
2.2.3. 17. Jahrhundert
2.2.4. 18. Jahrhundert
2.2.5. 19. Jahrhundert
2.2.6. 20. Jahrhundert
2.2.7. 21. Jahrhundert und die Gegenwart
3. ENTWICKLUNG VON IMPFSTOFFEN UND ZULASSUNGSVERFAHREN
3.1. Forschungs‐ und Entwicklungsphase
3.2. Präklinische Phase
3.3. Herstellung von Prüfpräparaten
3.4. Klinische Studien
3.4.1. Phase I‐Studien
3.4.2. Phase II‐Studien
3.4.3. Phase III‐Studien
3.4.4. Phase IV‐Studien
3.5. Arzneimittelzulassung
3.6. Nach der Zulassung
3.7. Gesetzliche Bestimmungen
3.8. Qualitätsmanagement
3.9. Nutzenrisiko
4. FINANZIERUNG
4.1. Finanzierung von präventiven medizinischen Leistungen
4.2. Möglichkeiten der Finanzierung
4.2.1. Kooperationspartnerschaft
4.2.2. Public Private Partnerschaft (PPP)
4.2.2.1. Das PPP‐Erwerbermodell
4.2.2.2. Das PPP‐Leasingmodell
4.2.2.3. Das PPP‐Vermietungsmodell
4.2.2.4. Das PPP‐Inhabermodell
4.2.2.5. Das PPP‐Contracting‐Modell
4.2.3. Weitere Möglichkeiten
5. SARS‐ COV‐2
5.1. COVID‐19 – Infektion mit SARS‐CoV‐2
5.2. Impfstofftechnologien
5.2.1. Inaktiviertes Virus
5.2.2. DNA‐Technologie
5.2.3. Vektortechnologien
5.2.4. RNA‐Technologie
5.3. SARS‐CoV‐2 Impfstoffe
5.4. Verkürzung des Zulassungsverfahrens
5.5. Impfung zur Bekämpfung einer Pandemie
6. SOZIALE UND GESELLSCHAFTLICHE ASPEKTE FÜR DIE IMPFBEREITSCHAFT
6.1. Angst
6.2. Persönlichkeit
6.3. Medieneinfluss
6.4. Die Freiheit und das Gemeinwohl
6.5. Verhältnis zwischen Impfbereitschaft und Impfstatus
7. IMPFBEREITSCHAFT – EINE EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG
7.1. Methode
7.2. Datenmaterial
7.3. Interviewleitfaden und Fragen
7.4. Kategorien und Kodierregeln
7.5. Ergebnisse
7.5.1. Einflussfaktoren und Impfbereitschaft
7.5.2. Nebenwirkungen
7.5.3. Impfweigerung
8. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSWERTUNG
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie sich die beschleunigte Entwicklung und Zulassung von Impfstoffen gegen SARS-CoV-2 auf die Impfbereitschaft der Bevölkerung auswirkt und welche weiteren Faktoren dieses Verhalten beeinflussen.
- Analyse des herkömmlichen vs. beschleunigten Zulassungsverfahrens von Impfstoffen
- Untersuchung der Impfstofftechnologien (mRNA, Vektoren, etc.)
- Erforschung sozialer und gesellschaftlicher Einflussfaktoren wie Angst, Persönlichkeit und Medieneinfluss
- Empirische Untersuchung der Impfbereitschaft bei systemrelevanten Berufsgruppen
- Vergleich der persönlichen Beweggründe zur Impfentscheidung
Auszug aus dem Buch
3.1. Forschungs‐ und Entwicklungsphase
Die erste Phase beginnt im Labor. Zu Beginn wird der Erreger genau untersucht und seine Wirkung auf das Immunsystem getestet. Während die ersten Impfstoffe im Grunde auf Zufällen und genauen Beobachtungen basierten, und die gesamten Erreger (Viren oder Bakterien) verwendet wurden, beruht die heutige, wissenschaftliche Herangehensweise auf der genauen Charakterisierung und Identifikation des Erregers und seiner Bestandteile. Dabei müssen jene spezifischen Antigene, die eine Immunantwort auslösen können, identifiziert werden.
Sind nach genauerer Untersuchung mehrere Antigene in wirkende Bereiche identifiziert, werden passende Antigene ausgewählt und Impfstoffprototypen entwickelt. In diesem Stadium stellt sich auch die Frage nach der Impfstofftechnologie wie z.B. Totimpfstoff, Lebendimpfstoff oder rekombinante Produkte. Geeignete Impfstoffkandidaten werden mit Hilfe von Bakterien‐ oder Zellkulturen hergestellt und durchlaufen verschiedene Tests, die die Aufgabe haben die vielversprechendsten Kandidaten zu ermittelt.
Da sich Viren nur in eukaryotischen Zellen vermehren können, stellt die Herstellung viraler Impfstoffe eine zusätzliche Herausforderung dar.
Als geeignete Wirtszellsysteme haben sich verschiedene tierische Gewebe, aber auch Zelllinien, wie z.B. Vero‐Zellen (Nierenzellen von Affen), CHO‐Zellen (Chinese Hamster Ovary) oder HEK‐Zellen (Human Embryonic Kidney) bewährt. Diese Zellen sind im Labor relativ einfach zu handhaben, da sie, unter passenden Bedingungen, schnell und gut reproduzierbar sind, im geeigneten Nährmedium wachsen und anschließend mit den Erregern infiziert werden können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einführung in die Problematik der Pandemie und die Relevanz der Impfstoffentwicklung.
2. DIE IMPFUNG: Historischer Überblick und Definition von Impfprozessen.
3. ENTWICKLUNG VON IMPFSTOFFEN UND ZULASSUNGSVERFAHREN: Detaillierte Darstellung der regulatorischen und wissenschaftlichen Phasen der Impfstoffzulassung.
4. FINANZIERUNG: Analyse verschiedener Finanzierungsmodelle für medizinische Präventionsmaßnahmen.
5. SARS‐ COV‐2: Beschreibung der Biologie des Virus und der angewandten Impfstofftechnologien.
6. SOZIALE UND GESELLSCHAFTLICHE ASPEKTE FÜR DIE IMPFBEREITSCHAFT: Betrachtung psychologischer Faktoren, die die Akzeptanz von Impfungen prägen.
7. IMPFBEREITSCHAFT – EINE EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG: Auswertung qualitativer Interviews zur Einstellung gegenüber der Impfung.
8. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSWERTUNG: Zusammenführende Diskussion der Ergebnisse und Überprüfung der Hypothesen.
Schlüsselwörter
SARS-CoV-2, Impfbereitschaft, Zulassungsverfahren, mRNA-Impfstoffe, Vektorimpfstoffe, Pandemie, Impfstoffentwicklung, Pharmakovigilanz, qualitative Forschung, Angst, Sozialverhalten, Gesundheitswesen, Prävention, Immunantwort, COVID-19.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterarbeit?
Die Arbeit untersucht, ob die im Vergleich zum herkömmlichen Prozess beschleunigte Zulassung von SARS-CoV-2-Impfstoffen Unsicherheit in der Bevölkerung geschürt hat und wie dies die Impfbereitschaft beeinflusst.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Themen sind die Grundlagen des Zulassungsverfahrens, die Funktionsweise moderner Impfstofftechnologien, die Finanzierung medizinischer Maßnahmen sowie soziale Aspekte wie Angst und Medieneinfluss bei der Impfentscheidung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist zu analysieren, ob eine Verkürzung der Zulassungsdauer tatsächlich zu einer geringeren Impfbereitschaft führt oder ob andere psychologische und soziale Faktoren eine größere Rolle spielen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit gliedert sich in einen theoretischen Teil (Fachliteraturrecherche) und einen empirischen Teil, in dem mittels leitfadenorientierter qualitativer Interviews Daten erhoben und nach Mayring ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Neben der Erläuterung der Impfphasen und Zulassungsprozesse werden verschiedene Impftechnologien wie mRNA- und Vektorimpfstoffe detailliert technisch beschrieben.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind SARS-CoV-2, Impfbereitschaft, Zulassungsverfahren, Impfstofftechnologien, Angststörung, Public-Health und qualitative Inhaltsanalyse.
Welche Erkenntnis lässt sich zur Zulassungsdauer gewinnen?
Die Untersuchung zeigt, dass die Geschwindigkeit der Zulassung laut den Befragten weniger ausschlaggebend für die Impfbereitschaft war als persönliche Umstände, psychologische Faktoren oder das Vertrauen in die wissenschaftliche Expertise.
Welchen Einfluss haben die Medien auf die Impfentscheidung?
Medien spielen eine zentrale Rolle bei der Meinungsbildung, können jedoch durch die Berichterstattung über Nebenwirkungen oder Unsicherheiten sowohl informierend wirken als auch kognitive Dissonanz auslösen, die das Impfverhalten beeinflusst.
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- Alexandra Hornberg (Author), 2021, Der Impfstoff gegen SARS-CoV-2. Die Entwicklung und das Zulassungsverfahren, sowie soziale und gesellschaftliche Aspekte für die Impfbereitschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1150292