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Zurück zu den Anfängen? – Eine qualitative Untersuchung zur Wiederentdeckung der Geschlechtertrennung im gegenwärtigen Sportunterricht

Koedukation oder Geschlechtertrennung im Sportunterricht

Title: Zurück zu den Anfängen? –  Eine qualitative Untersuchung zur Wiederentdeckung der Geschlechtertrennung im gegenwärtigen Sportunterricht

Examination Thesis , 2008 , 124 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Daniel Pater (Author)

Didactics - Sport, Sport Pedagogy
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Summary Excerpt Details

„Männer haben's schwer, nehmen's leicht
Außen hart und innen ganz weich
Werden als Kind schon auf Mann geeicht
Wann ist ein Mann ein Mann?“
(Herbert Grönemeyer, 4630 Bochum, Männer)

Der Refrain dieses deutschen Klassikers Männer von Herbert Grönemeyer konkretisiert in nur wenigen Zeilen das Dilemma einer geschlechtsspezifischen Sozialisation von Männern und Frauen. Demnach entstehen Geschlechtsidentitäten nicht nach einem genetisch unveränderbaren Bauplan, sondern richten sich viel-mehr nach kulturellen und gesellschaftlichen Erwartungshaltungen. Die Ursachen offenkundiger Differenzen zwischen Mann und Frau sind mannigfaltig und nicht immer eindeutig zuzuordnen. Mit Sicherheit kann jedoch behauptet werden, dass die so genannte Primärsozialisation innerhalb der Familie und des Freundeskreises die jeweilige Ausprägung einer besonders männlichen bzw. weiblichen Geschlechtsidentität unmittelbar beeinflusst. Eine Erklärung ist darin zu sehen, dass vorbildliches Verhaltensmuster von Eltern oder Freunden häufig imitiert werden, so dass eigene Einstellungen und Ansichten mit denen der Vorbilder korrelieren. Neben indoktrinierter Einstellungen und Verhaltensmuster äußert sich der Grad einer Geschlechtsidentität oftmals über die berufliche Tätigkeit, die Auswahl der Kleidung oder die jeweilige Freizeitaktivität. Im Bereich des Sports existieren ebenfalls vereinzelte Disziplinen, die als besonders weiblich oder männlich gelten und deren Ausübung unmittelbar zur geschlechtlichen Inszenierung eines Sportlers oder einer Sportlerin beitragen. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, inwiefern der außerschulische Sport besonders ausgeprägte und tradierte Geschlechtsidentitäten ausbildet und womöglich zu einer Verfremdung oder Distanzierung der Geschlechter beiträgt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sozialisationstheorien

2.1 Identitätstheorien

2.1.1 Identität nach Tajfel

2.1.2 Männliche und weibliche Geschlechtsidentitäten im Sport

2.2 Rollentheorien

2.2.1 Die Rollentheorie nach Parsons

2.2.2 Die soziologische Handlungstheorie nach Habermas

2.3 Konstruktivistische Theorien

2.3.1 Die Genderforschung

2.3.2 Doing Gender im Sport

2.4 Zwischenfazit

3. Koedukation im Sportunterricht

3.1 Terminologie ‚Koedukation’

3.2 Koedukationsgeschichte

3.3 Sportengagement von Jungen und Mädchen

3.4 Reflexive Koedukation

3.4.1 Grundlegende Überlegungen zur Mädchen - und Jungenarbeit

3.4.2 Mädchenförderung

3.4.3 Jungenförderung

3.5 Einstellungen zu koedukativem Unterricht

3.5.1 Einstellungen von Schülern zur Koedukation

3.5.2 Einstellungen von Lehrern zur Koedukation

3.6 Sportlehrerrolle

4. Zusammenfassung und Fragestellung

5. Forschungsdesign

5.1 Begründung der Methode ‚Problemzentriertes Interview’

5.2 Leitfadenkonstruktion

5.3 Stichprobe

5.4 Erhebungssituation

5.5 Aufbereitungs - und Auswertungsverfahren

6. ERGEBNISDARSTELLUNG

6.1 Ergebnisse Kategorie ‚Unterrichtsziele’

6.1.1 Ziele koedukativer Sportunterricht

6.1.2 Ziele getrennter Sportunterricht

6.1.3 Geschlechterrollen im Sportunterricht

6.2 Ergebnisse Kategorie ‚Sportarten’

6.2.1 Einflussfaktoren thematisierter Sportarten

6.2.2 Thematisierte Sportarten

6.3 Ergebnisse Kategorie ‚Methodik’

6.3.1 Heterogenität in gemischten Gruppen

6.3.2 Heterogenität in getrennten Gruppen

6.4 Ergebnisse Kategorie ‚Konflikte’

6.4.1 Konfliktbewältigung in gemischten Gruppen

6.4.2 Konflikte in gemischten Gruppen

6.4.3 Konfliktbewältigung in getrennten Gruppen

6.4.4 Konflikte in getrennten Gruppen

6.5 Ergebnisse Kategorie ‚Diskrepanzen zwischen Berufs - und Geschlechtsrolle von Sportlehrern’

6.5.1 Gleichgeschlechtlichkeit von Schülern und Lehrern

6.5.2 Geschlechtsrolle und Sportsozialisation des Lehrers

6.5.3 Hilfestellung des Lehrers bei andersgeschlechtlichen Schülern

6.5.4 Interaktionsunterschiede zu Jungen - und Mädchengruppen

6.5.5 Respektlosigkeit gegenüber Lehrern

6.6 Ergebnisse Kategorie ‚Prozess der Trennung’

6.6.1 Ursachen der Trennung

6.6.2 Beteiligte Personen

6.6.3 Zusätzliche Maßnahmen zur Geschlechtertrennung

7. Diskussion

7.1 Interpretation der Untersuchungsergebnisse

7.2 Untersuchungsergebnisse im Kontext des Doing Gender

7.3 Untersuchungsergebnisse im Kontext rollentheoretischer Überlegungen

7.4 Untersuchungsergebnisse im Kontext zur Identitätstheorie Tajfels

8. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Relevanz einer geschlechtshomogenen Gruppentrennung im Sportunterricht der Klassen 7 bis 10. Zentrales Ziel ist es zu ergründen, ob und wie unterschiedliche Unterrichtsinhalte sowie Methoden in getrennten Gruppen zur Verstärkung oder Überwindung traditioneller Geschlechterrollen beitragen.

  • Qualitative Untersuchung mittels problemzentrierter Interviews mit Sportlehrkräften
  • Analyse des Einflusses von Sportsozialisation und Geschlechterrollen auf den Schulsport
  • Untersuchung des Phänomens "Doing Gender" im Kontext koedukativen und getrennten Unterrichts
  • Bewertung der Wirksamkeit reflexiver Koedukation als pädagogisches Konzept
  • Diskussion der Diskrepanzen zwischen Berufs- und Geschlechtsrollen bei Lehrkräften

Auszug aus dem Buch

2.3.2 Doing Gender im Sport

Doing gender soll im Folgenden auf den schulischen Bereich und den Sport bezogen werden. Die Genderforschung versteht unter dem Begriff des Doing gender, dass die Zugehörigkeit zu einem Geschlecht in der alltäglichen Praxis immer wieder hergestellt werden muss. Mädchen und Jungen aber auch Frauen und Männer müssen sich in ihren Einstellungen, Verhaltensweisen und äußeren Erscheinungen kontinuierlich als geschlechtliche Wesen inszenieren, um soziale Anerkennung zu erfahren. Der Jugendphase kommt eine besondere Bedeutung zu, da Individuen aufgrund körperlicher, psychischer und sozialer Veränderungen sich in besonderer Weise mit der eigenen körperlichen Erscheinung und ihrer Geschlechtsidentität auseinandersetzen müssen und unter dem gesellschaftlichen Zwang des Sich-Positionieren-Müssens stehen.

Das eigene Körperkonzept bzw. die jeweilige somatische Kultur stellt eine Gelegenheit dar, die eigene Geschlechtsrolle auszudrücken, um Weiblichkeit bzw. Männlichkeit herzustellen. „Die Wirksamkeit dieses doing gender zeigt sich z.B. in den Sportartenpräferenzen von Jungen und Mädchen“ (Schmidt, 2003, S. 315). Der Sport bietet somit eine besondere Gelegenheit, das eigene Geschlecht sozial zu konstruieren. Im Sport steht der Körper und die körperliche Leistung im Mittelpunkt, so dass wettkampforientierte Sportarten vor allem für Jungen und Männer ein besonderes Inszenierungsfeld zur Darstellung von Männlichkeit bieten.

Zusammenfassung der Kapitel

Sozialisationstheorien: Dieses Kapitel erörtert die theoretischen Grundlagen zur Identitätsentwicklung, wie Rollentheorien und konstruktive Ansätze, und setzt diese in Bezug zur Geschlechterthematik.

Koedukation im Sportunterricht: Hier wird der historische Wandel der Koedukation im Schulsport sowie die Bedeutung reflexiver Koedukationsansätze für die Mädchen- und Jungenförderung thematisiert.

Zusammenfassung und Fragestellung: Dieses Kapitel bündelt die theoretischen Erkenntnisse und leitet daraus die forschungsleitenden Fragen der vorliegenden Untersuchung ab.

Forschungsdesign: Hier werden das problemzentrierte Interview als methodischer Zugang, die Auswahl der Stichprobe sowie das Vorgehen bei der Datenerhebung und -auswertung detailliert erläutert.

ERGEBNISDARSTELLUNG: Dieser umfangreiche Teil präsentiert die aus den Experteninterviews gewonnenen Erkenntnisse, strukturiert nach den Kategorien Unterrichtsziele, Sportarten, Methodik, Konflikte und der Lehrerrolle.

Diskussion: Dieses Kapitel interpretiert die Ergebnisse im Lichte der zuvor dargelegten theoretischen Konzepte wie Doing Gender und rollentheoretische Überlegungen.

Schlüsselwörter

Koedukation, Reflexive Koedukation, Schulsport, Doing Gender, Sozialisation, Geschlechterrollen, Jungenförderung, Mädchenförderung, Identitätstheorie, Sportunterricht, qualitative Forschung, Problemzentriertes Interview, Geschlechterklischees, Koinstruktion, Sportsozialisation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die qualitative Bedeutung und Auswirkungen der Geschlechtertrennung im Sportunterricht an weiterführenden Schulen (Klassen 7-10).

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf den Sozialisationstheorien, dem Konzept der Koedukation im Sport, sowie der Frage, wie Lehrerinnen und Lehrer mit Geschlechterrollen und Konflikten in diesem Kontext umgehen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es soll geklärt werden, ob ein getrennter Sportunterricht durch die Auswahl bestimmter Sportarten dazu beiträgt, traditionelle Geschlechterrollen zu verstärken oder diese gezielt zu überwinden.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Untersuchung basiert auf der qualitativen Methode des problemzentrierten Interviews, welches mit Sportlehrkräften an verschiedenen Schulen durchgeführt wurde.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Sozialisation und Koedukation, gefolgt von einer detaillierten Ergebnisdarstellung der Interviews, die Kategorien wie Unterrichtsziele, Sportartenwahl und Konfliktbewältigung umfasst.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Koedukation, Doing Gender, Geschlechterrollen, Mädchen-/Jungenförderung und Sportsozialisation.

Wie gehen Sportlehrkräfte mit Konflikten in gemischten Gruppen um?

Die Aussagen zeigen, dass dies sehr individuell gehandhabt wird; oft setzen Lehrer auf die Stärkung einer intakten Klassengemeinschaft oder thematisieren Körperkontakt und Hilfestellungen vorab, um Hemmschwellen abzubauen.

Welche Rolle spielt der Lehrer im Prozess der Geschlechtertrennung?

Die Lehrerrolle ist zentral, da die eigene Sportsozialisation der Lehrkräfte ihre Bereitschaft beeinflusst, Sportarten zu unterrichten, die außerhalb ihrer eigenen Erfahrungswelt liegen oder als geschlechtsuntypisch gelten.

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Details

Title
Zurück zu den Anfängen? – Eine qualitative Untersuchung zur Wiederentdeckung der Geschlechtertrennung im gegenwärtigen Sportunterricht
Subtitle
Koedukation oder Geschlechtertrennung im Sportunterricht
College
University of Münster  (Institut für Sportwissenschaft )
Grade
1,3
Author
Daniel Pater (Author)
Publication Year
2008
Pages
124
Catalog Number
V115212
ISBN (eBook)
9783640159277
ISBN (Book)
9783640160129
Language
German
Tags
Zurück Anfängen Eine Untersuchung Wiederentdeckung Geschlechtertrennung Sportunterricht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniel Pater (Author), 2008, Zurück zu den Anfängen? – Eine qualitative Untersuchung zur Wiederentdeckung der Geschlechtertrennung im gegenwärtigen Sportunterricht , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115212
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